Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Medial werden diese Woche Neuigkeiten zu verschiedenen deutschen Kernkraftwerken aufgegriffen. Außerdem finden Sie Informationen zur Studie des BASE zu alternativen Reaktorkonzepten sowie internationale Nachrichten. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

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In der Nähe des stillgelegten nordrhein-westfälischen Kernkraftwerks Würgassen soll einer der größten Batteriespeicher Deutschlands entstehen. Entschieden wurde sich für den Standort, da er durch das ehemalige Kernkraftwerk bereits ein Umspannwerk und entsprechende Leitungen bietet. Laut Energie-Dienstleister Westfalen Weser soll die Kapazität des Batteriespeichers bei 280 Megawatt-Stunden liegen, die Leistung wird mit 120 Megawatt angegeben. Fertiggestellt werden soll das Projekt in der zweiten Jahreshälfte 2026. Das Kernkraftwerk Würgassen wurde bereits 1994 stillgelegt, der Rückbau lief bis 2014. Aktuell befinden sich auf dem Gelände zwei Zwischenlager für radioaktive Abfälle:

NDR

Für das im April 2023 abgeschaltete Kernkraftwerk Isar 2 liegt nun die Rückbaugenehmigung vor. Der Genehmigung, die durch das Umweltministerium erteilt wurde, wird auch aus eigenen Reihen nicht nur mit Freude entgegengetreten. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) machte deutlich, dass er den Rückbau nur genehmigt habe, da ihm gesetzlich keine andere Wahl bliebe, er die Entscheidung aber für falsch halte. Laut ihm wäre es nötig gewesen, die noch funktionstüchtigen Kernkraftwerke weiterlaufen zu lassen, bis erneuerbare Energien flächendeckender einsetzbar seien. Betreiber Preussen-Elektra hatte sich bereits im Herbst dazu geäußert, dass eine Wiederinbetriebnahme für sie wegen der vorbereitenden Rückbaumaßnahmen ausgeschlossen sei. Der Rückbau des KKW soll bis Ende der 2030er-Jahre abgeschlossen sein:

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

In einer Studie des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wurden alternative Reaktorkonzepte auf Funktionsweise, Entwicklungsstandards, Sicherheit und regulatorische Rahmen untersucht. Die Unterschiede zu herkömmlichen Reaktoren finden sich meist bei der Art des Brennstoffs oder des Kühlmittels sowie dem Moderator oder dem Neutronenspektrum, grundsätzlich bleibt das Konzept aber gleich: Durch die Kernspaltung entsteht Hitze, die genutzt wird, um Strom zu erzeugen. Besonders in den USA, Russland und China wird hier viel geforscht, doch auch andere Länder haben Interesse. Einer der Gründe dafür ist, dass viele der alternativen Technologien versprechen, eine Lösung des Problems des radioaktiven Abfalls bereitzustellen. Doch auch die Skepsis bleibt: Die meisten der Technologien gibt es schon eine ganze Weile, durchgesetzt hat sich bisher keine:

BERLINER MORGENPOST

BASE

Internationale Nachrichten:

Frankreich: Zum ersten Mal in über 20 Jahren soll diesen Sommer wieder ein neues Kernkraftwerk in Betrieb genommen werden. Die letzten vorbereitenden Schritte für die Inbetriebnahme wurden nun von der französischen Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) genehmigt. Der Bau des am Ärmelkanal in der Normandie liegenden Kernkraftwerks Flamanville wurde bereits 2007 begonnen. Ursprünglich war eine Inbetriebnahme im Jahr 2012 geplant gewesen. Mit den zeitlichen Verzögerungen ging auch ein starker Kostenanstieg von ursprünglich kalkulierten 3,3 Milliarden auf mehr als 12 Milliarden Euro einher:

DEUTSCHLANDFUNK/a>

Global: Weltweit stagniert die Stromerzeugung aus Kernenergie. Das zeigt der World Nuclear Industry Status Report 2023, der unteranderem vom BMUV, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert wurde. Demnach sei die absolute Menge in Kernkraftwerken erzeugten Stroms mehr oder weniger gleich geblieben, ihr weltweiter Anteil am Strommix sei aber auf 9,2 Prozent gesunken. Dabei handele es sich um den niedrigsten Wert seit ca. 40 Jahren. Aktuell sind weltweit 415 Kernreaktoren in 32 Staaten in Betrieb, die meisten davon in den USA, China und Frankreich. Die Zahl blieb im letzten Jahr stabil: Während fünf neue Kernkraftwerke ans Netz gingen, wurden ebenfalls fünf Kernkraftwerke stillgelegt:

TAZ

Schweiz: Das 1969 in Betrieb genommene KKW Beznau ist das älteste Kernkraftwerk der Schweiz. Ursprünglich war für das KKW eine Betriebsdauer von 60 Jahren vorgesehen, die demnach 2029 enden würden. Nun gibt es neue Pläne, den Betrieb um weitere 10 Jahre zu verlängern. Während sich die Betreiberfirma Axpo nun ein Jahr Zeit nehmen wird, um zu überprüfen, ob eine Laufzeitverlängerung möglich wäre, sprechen Befürworter des Vorhabens von einer Notwendigkeit: Alternative Energiequellen liefern gerade im Winter nicht genug Strom, um den Bedarf sicher zu decken. Es müsse daher das volle Potential der bestehenden Kernkraftwerke genutzt werden. Auch Gegner zeigen sich nicht überrascht: Zwar sei man weiterhin gegen Kernkraft, die Laufzeitverlängerung sei aber zu erwarten gewesen, da in der Schweiz aktuell ein Bauverbot für neue Kernkraftwerke herrscht:

AARGAUER ZEITUNG

Bild-Copyright: Axpo Holding AG

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Informationen finden Sie diese Woche zum deutschen Strommarkt sowie zum abgeschalteten Kernkraftwerk Neckarwestheim. Darüber hinaus gibt es wie immer internationale Nachrichten sowie einen Kommentar zur Energiepolitik der Schweiz. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

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In der Debatte rund um die Kernenergie dienen Deutschland und Frankreich jeweils als Extrembeispiel: Während Deutschland 2023 aus der Kernkraft ausgestiegen ist, bezieht Frankreich rund zwei Drittel seines Stroms aus Kernkraftwerken – so viel wie sonst kein anderes Land. Die Zeit hat sich nun immer wiederkehrende Aussagen zur Kernkraft und zu den diesbezüglichen deutsch-französischen Beziehungen genauer angeschaut. Dabei ist die Autorin zu dem Schluss gekommen, dass die französischen Energiepreise nur dank Subventionen so niedrig sein können und, wegen der schrittweisen Rücknahme staatlicher Hilfen, in den kommenden Jahren stetig ansteigen wird, bis sie das europäische Durchschnittsniveau signifikant überschritten haben. Auch die deutsche Abhängigkeit von französischem Strom wird widerlegt. Lediglich ein Promille des deutschen Stroms stammte 2023 aus Frankreich – eine Menge, die jederzeit ersetzbar sei. Frankreich könne sich durch den hohen Anteil an Kernenergie ebenfalls keine Unabhängigkeit von Importen erarbeiten: Das Uran für die Brennelemente stamme ausschließlich aus dem Ausland:

DIE ZEIT (Bezahlinhalt)

Bei einer Veranstaltung im 2021 stillgelegten Kernkraftwerk Brokdorf wurde über den früheren Kraftwerksbetrieb, den aktuellen Stand sowie die zukünftigen Pläne für Rückbau und Nachbetrieb informiert. Dem Betreiber Preußen Elektra ist es hierbei besonders wichtig, die Öffentlichkeit über die beim Rückbau anfallenden Schwierigkeiten aufzuklären. Preußen Elektra hatte 2017 die Rückbaugenehmigung für das Kraftwerk beantragt, aktuell lässt diese allerdings noch auf sich warten. Trotzdem haben die reversiblen Rückbauarbeiten bereits begonnen. Ein Großteil der Brennelemente sei bereits ins benachbarte Zwischenlager gebracht worden, mit dem Ziel, dass bis Dezember 2025 alle Brennelemente das Kraftwerk verlassen haben. Preussen Elektra hofft, das Rückbauziel bis 2039 einhalten zu können, wenn die Rückbaugenehmigung wie erwartet bis Herbst vorliege:

SHZ (Bezahlinhalt)

Laut Bundesnetzagentur hat die Bundesrepublik Deutschland 2023 für knapp 2,3 Milliarden Euro mehr Strom importiert als exportiert. Damit wurde nach dem Ausstieg aus der Kernenergie erstmals ein Milliardendefizit im Stromhandel mit den Nachbarländern verzeichnet. Begründet ist das in einem Bemühen, die Strompreise für Verbraucher möglichst gering zu halten. Zwar verfüge Deutschland über ausreichend Kapazitäten, um den eigenen Bedarf zu decken, der deutsche Strom sei jedoch teurer, weshalb sich für Importe aus dem Ausland entschieden wurde. Trotzdem werden kritische Stimmen laut, insbesondere aus Reihen der CDU. Ein Ausstieg aus der Kernkraft sei zum damaligen Zeitpunkt verfrüht gewesen:

FOCUS

Nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Neckarwestheim ändert sich viel für die Region. Der erneut ins Amt gewählte Bürgermeister, Jochen Winkler, bemerkt vor allem ein Nachlassen des Medieninteresses, das insbesondere in der Zeit direkt vor dem 15. April 2023 sehr hoch gewesen war. Nun käme nur noch dem Thema der Entsorgung radioaktiver Abfälle viel Aufmerksamkeit zu. Vor Ort sei jedoch auch das Thema Finanzen sehr präsent: Aktuell nimmt die Gemeinde noch Gewerbesteuer ein, doch das wird sich in den nächsten Jahren ändern und genaue Pläne für die weitere Nutzung des Kernkraftwerkgeländes gibt es noch nicht – auch, weil der Rückbau zuerst eine lange Zeit in Anspruch nehmen wird:

SWR

Es wird immer mehr Energie benötigt, gleichzeitig ist Klimaschutz ein großes Thema – verständlich also, dass bei der Suche nach klimaschonenden Energiequellen auch kontroverseren Quellen wie der Kernkraft nach wie vor große Hoffnung entgegengebracht wird. Physiker Thorsten Conrad beleuchtet im Synapsen-Podcast die Befürchtungen, die es in Bezug auf Kernkraft gibt, sowie Lösungsansätze für eine der größten Hürden, die in diesem Bereich genommen werden muss: Die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Beim MYRRHA-Pilotprojekt, an dem er mitwirkt, wird ein Teilchenbeschleuniger eingesetzt, um Bestandteile des radioaktiven Abfalls zu transmutieren und damit die radioaktive Belastung und die nötige Lagerdauer zu verringern:

NDR Info (Hörbeitrag)

Aktuelle Stimmen:

Schweiz: Eine robuste und verlässliche Stromversorgung der Schweiz könne nur mithilfe von erneuerbaren Energien und Kernkraft sichergestellt werden, so Energieexperte Martin Saxer. Zwar gebe es eine weitflächige Übereinstimmung darüber, dass erneuerbare Energien zu präferieren seien, allerdings scheitern viele Ausbauvorhaben aktuell an lokalen Widerständen gegen die Errichtung von Solar- und Windenergieparks. Auf Bundesebene gibt es auch in der Schweiz seit geraumer Zeit Initiativen gegen die Kernkraft, die 2011 in der Ankündigung des Ausstiegs aus der Kernenergie gipfelten. Nun finde hier allerdings auch ein partielles Umdenken statt:

NZZ

Internationale Stimmen:

Russland/China: Nach den USA planen nun auch China und Russland gemeinsam ein Kernkraftwerk auf dem Mond zu errichten. Die dazugehörige Absichtserklärung wurde bereits 2021 unterschriebe, der aktuelle Stand der Pläne ist nicht bekannt. Als Zielzeitraum für die Errichtung des Kraftwerks wurde das Ende der 2020er Jahre genannt. China plant zudem, bis 2028 ein kernenergiebetriebenes System zu entwickeln, das den Energiebedarf der geplanten Mondstation decken kann. Russland wiederum arbeitet an nuklearen Antriebstechniken für Raumschiffe mit dem Ziel, Reisezeiten drastisch zu verkürzen:

MDR

Ukraine: Das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja befindet sich seit März 2022 unter russischer Besatzung. Seitdem haben die Kämpfe rund um das KKW-Gelände sowie die immer wieder unterbrochene Stromversorgung international zu Besorgnis geführt. Nun hat das russische Außenministerium öffentlich von einer Rückkehr des Kernkraftwerks in die „russische Atomfamilie“ gesprochen. Jeder Versuch, das Kraftwerk wieder in die Kontrolle der Ukraine oder verbündeten Instanzen zurückzuführen, werde als versuchter Anschlag auf die Souveränität Russlands gewertet. Nach der Auflösung der Sowjetunion hatte sich das Kernkraftwerk seit 1992 im Besitz der Ukraine befunden:

RND

Japan: Nach einem Erbeben der Stärke 5,8, das auch die nordöstliche Region rund um Fukushima betroffen hat, hat sich der Betreiber des KKW Fukushima Daiichi, Tepco, am Freitag dazu entschieden, die Ableitung von Kühlwasser ins Meer vorerst auszusetzen. Es habe zu keinem Zeitpunkt akuten Grund zur Besorgnis gegeben, man habe aber der Sicherheit halber einige Kontrollen durchführen wollen. Bei diesen seien keine Anomalien festgestellt worden, weshalb die Verklappung noch am selben Tag wieder aufgenommen werden konnte. Die Ableitung des ehemaligen Kühlwassers des KKW wird seit August 2023 durchgeführt und soll knapp gewordene Lagerkapazitäten freimachen:

T-ONLINE

Japan: Dreizehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami, der das japanische Kernkraftwerk Fukushima Daiichi teilweise zerstörte und zur Explosion von vier Reaktoren führte, haben die eigentlichen Aufräum- und Rückbauarbeiten noch nicht begonnen. Betreiberfirma Tepco hat die Lage nun mit einer Minidrohne, die in die Unterwasser gelegenen, beschädigten Reaktorblöcke geschickt wurde, deutlich detaillierter erfassen können, als es bislang möglich war:

T-ONLINE

Bild-Copyright: EnBW/Daniel Meier-Gerber

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Diese Woche finden Sie Informationen zu der Weiternutzung des Geländes des KKW Brokdorf, zum Zwischenlager in Lingen sowie zum Rückbau des KKW Krümmel. Des Weiteren erwarten Sie Nachrichten aus Rumänien und Finnland. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

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Die Initiative „Brokdorf Akut“ hat sich für einen partiellen Erhalt des Kernkraftwerkgebäudes Brokdorf ausgesprochen. Ziel ist es, dort ein Museum einzurichten. Diese Pläne stoßen vor Ort aber nicht nur auf Gegenliebe. Ein Rückbau bis zur grünen Wiese bzw. die Umsetzung der bereits vorgetragenen Pläne, auf dem Gelände einen Batteriespeicher zu errichten, sind Alternativen. Der Bürgermeister von Brokdorf, Jörg Schmidt, äußert außerdem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Finanzierung. Er befürchtet eine weiterbestehende Teilkontamination, zudem lehnt er ab, dass das Vorhaben mit Brokdorfer Geldmitteln durchgeführt wird. Die Pläne liegen jedoch ohnehin in der Zukunft: Für das KKW Brokdorf liegt aktuell nicht einmal die Abbaugenehmigung vor:

NDR

Eine im Auftrag der Gesellschaft für Zwischenlagerung durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass sich ein Großteil der Anwohner des niedersächsischen Lingen mehr Informationen zu dem dortigen Zwischenlager wünscht. Das Zwischenlager befindet sich auf dem Gelände des 2023 abgeschalteten KKW Emsland und wurde bereits 2002 in Betrieb genommen. Aktuell werden dort unter anderem die abgebrannten Brennelemente aus dem KKW Emsland, eine Umsiedlung ist erst geplant, wenn es ein Endlager für hochradioaktiven Abfall gibt. Aktuell liegt eine Lagergenehmigung vor Ort bis 2042 vor:

NDR

Bereits vor dem deutschen Ausstieg aus der Kernkraft im April 2023 hatte es von vielen Seiten Warnungen gegeben, dass dieser die Stromkosten in die Höhe treiben würde. Dies ist nun widerlegt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundesnetzagentur aufgezeigt, dass sich die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke kaum auf den Strommarkt auswirkt. Der Verbraucherservice Bayern wies nun darauf hin, dass der aus Kernkraft gewonnene Strom nur durch staatliche Subventionierung zu wettbewerbsfähigen Preisen gehandelt werden konnte. Es müsse einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine Digitalisierung des Strommarkts mit variablen Tarifen geben, um die Hauptlast der Netzentgelte von den Verbrauchern abzuwenden. Eine transparente Handhabung sei ebenfalls unerlässlich:

FOCUS

Die im Emsland ansässige und zum französischen Konzern Framatome gehörende Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) plant die Herstellung von Brennstäben des russischen Typs. Aktuell gibt es EU-weit 18 Reaktoren, die auf diese angewiesen sind und damit aktuell vom russischen Nuklearbehörde Rosatom abhängig sind. Kritiker sehen in dem Vorhaben eine weitere Stärkung Russlands und eine Verschärfung der europäischen Abhängigkeit. Uran ist von den im Zuge des Angriffs auf die Ukraine verhängten Sanktionen bislang ausgenommen, eine Zulieferung seitens Rosatom wäre also denkbar. Nun wird vom niedersächsischen Umweltministerium geprüft, ob eine derartige Zusammenarbeit die innere und äußere Sicherheit Deutschlands gefährden und ob die Genehmigung des Vorhabens so verweigert werden könnte:

MERKUR

Das Kernkraftwerk Krümmel wurde bereits 2011 stillgelegt. Dass der Rückbau auf sich warten lässt, macht Einige stutzig. So stellte auch FDP-Landtagsabgeordneter Christopher Vogt eine Kleine Anfrage zu diesem Thema. Einer der Hauptgründe für die Verzögerungen liegt im Personalmangel. Es gebe zu wenig qualifiziertes Personal und gerade in einem solchen Bereich können keine Abstriche in puncto Sicherheit in Kauf genommen werden. Jedoch gibt es auch gute Nachrichten: Aktuell wird mit einer Fertigstellung des Entwurfs für die Abbaugenehmigung bis Ende März gerechnet. Auch für die Nachnutzung des Geländes und damit für die gesamte Region ist es ein rasches Fortschreiten wichtig:

HAMBURGER ABENDBLATT (Bezahlinhalt)

Internationale Nachrichten:

Rumänien: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat das europäische Interesse an Kernkraft weiter dazugewonnen. Ein Art der Nutzung, der aktuell weltweit viel Aufmerksamkeit zukommt, ist die durch sogenannte Small Modular Reactors (SMR). In der EU geht hier insbesondere Rumänien voran. So bestehen beispielsweise Pläne, nahe der in der großen Walachei gelegenen Stadt Doicești 6 dieser kleinen Reaktoren zu errichten. Für die Gegend, die durch das Wegbrechen von Arbeitsplätzen in der Kohleindustrie einen Strukturwandel dringend nötig hat, könnte das große Chancen bieten. Ebenso groß sind jedoch die Risiken, die das Vorhaben birgt. Kritiker sehen die gescheiterten SMR-Projekte in den USA, den verpassten Einstieg in erneuerbare Energien und die Hürden auf EU-Seite als schlechte Voraussetzungen:

WELT (Bezahlinhalt)

Finnland: Aufgrund von Wartungsarbeiten wurde das finnische Kernkraftwerk Olkiluoto 3 am 2. März vom Netz genommen. Erwartet wird, dass die Arbeiten etwa 37 Tage dauern werden. Grund für die verhältnismäßig lange Abschaltdauer sind die technischen Eigenschaften des Anlagentyps und die 1900 Arbeiten mit etwa 6500 Arbeitsschritten, die während dieses Zeitraums vorgenommen werden sollen. Die beiden älteren Blöcke, Olkiluoto 1 und Olkiluoto 2, sollen ebenfalls noch im Frühjahr gewartet werden und dafür für jeweils 11 bzw. 16 Tage vom Netz gehen. Olkiluoto 3 hatte die Stromproduktion im März 2023 aufgenommen:

IWR

Zum Überblick:

Weltweit: Auch 2023 hat sich im Bereich der Kernenergie einiges verändert. So wurden insgesamt sechs neue Reaktorblöcke ans Netz angeschlossen, während fünf stillgelegt wurden, davon drei in Großbritannien. Dadurch stieg die installierte elektrische Nettoleistung um 4.089 MW auf insgesamt 378.314 MW. Zudem kristallisieren sich immer weiter die unterschiedlichen Herangehensweisen an Kernenergie heraus: Einige Länder setzen weiterhin auf traditionelle Kernkraftwerke, während andere den Ausstieg aus der Kernenergie anstreben oder neue Reaktorkonzepte entwickeln. Befürworter der Kernenergie verweisen auf die Zuverlässigkeit und die vergleichsweise niedrige CO2-Bilanz während des Betriebs. Gegner nennen das Unfallrisiko, die Endlagerfrage und den hohen finanziellen sowie zeitlichen Aufwand für den Bau von Kernkraftwerken. In Europa liegt der Anteil der Kernenergie an der Stromproduktion bei etwa 21 %. In Deutschland werden drei Reaktoren bis April 2023 stillgelegt, während Forschungsreaktoren und nukleare Ver- und Entsorgungsanlagen weiter betrieben werden. Insbesondere Frankreich setzt weiterhin stark auf Kernenergie, obwohl Probleme mit der Reaktorflotte aufgetreten sind. Großbritannien plant den Ausbau seiner Kernenergiekapazitäten und setzt dabei auch auf neue Reaktorkonzepte wie Small Modular Reactors (SMR). In Mittel- und Osteuropa planen Länder wie die Ukraine, die Slowakei und Ungarn den Bau neuer Reaktoren oder die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen. In Asien wird der Ausbau der Kernenergie vorangetrieben, insbesondere in Ländern wie China, Südkorea und Indien. Japan plant, den Anteil der Kernenergie an der Stromproduktion wieder zu erhöhen, während Taiwan den Ausstieg aus der Kernenergie plant. In Afrika spielen Kernkraftwerke bisher nur eine geringe Rolle, jedoch könnten sie in Zukunft eine größere Bedeutung erlangen, da der Ausbau der Stromnetze erforderlich ist. Länder wie Ägypten planen den Bau neuer Reaktorblöcke:

GRS

Bildquelle: Preussen-Elektra

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Medial thematisiert wird diese Woche der Aufruf Habecks, abermals die EU-Importe von russischem Uran und Brennelementen zu hinterfragen. Außerdem finden Sie Informationen zu den Plänen Tschechiens in Temelín zwei neue Reaktoren zu errichten sowie weitere internationale Nachrichten.

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Als Reaktion auf die Pläne Tschechiens, auch in Grenznähe zu Deutschland zwei neue Reaktoren zu errichten, werden in Bayern vermehrt kritische Stimmen laut. Im Mittelpunkt der Kritik steht die Besorgnis, dass die Sicherheitsstandards beim Bau und Betrieb mangelhaft ausfallen könnten. Bereits in der Vergangenheit war es im Kernkraftwerk Temelín, bei dem nun auch zwei der neuen Reaktoren entstehen sollen, zu Pannen gekommen. Der erste der beiden neuen Reaktoren in Temelín soll bis 2036 ans Netz gebracht werden. Bis 2050 sollen dann insgesamt noch drei weitere dazukommen:

BR

Nach dem Tod Alexej Nawalnys hat Bundeswirtschaftsminister Habeck abermals die Diskussion um ein EU-Einfuhrverbot für Uran und Brennelementen aus Russland angestoßen. Während Deutschland russische Energielieferungen bereits eingestellt hat, bezieht Frankreich beispielsweise nach wie vor den Großteil des für seine Kernkraftwerke benötigten Urans über das russische Unternehmen Rosatom, sowie aus Russland und weiteren GUS-Staaten. Die östlichen EU-Staaten, die über Kernkraftwerke sowjetischer Bauart verfügen, sind ebenfalls auf Brennelemente aus russischer Produktion angewiesen:

N-TV

Internationale Nachrichten:

Schweiz: Nachdem 2017 ursprünglich der Beschluss zum Ausstieg der Schweiz aus der Kernkraft gefallen war, gibt es nun wieder vermehrt Stimmen zugunsten des Baus neuer Kernkraftwerke. Unter anderem reichte ein Komitee am 16.02. die Initiative „Stopp Blackout“ ein, die verlangt, die schweizerische Stromversorgung jederzeit mit jeglichen umwelt- und klimaschonenden Arten der Stromerzeugung sicherzustellen. Kritik an der Initiative gibt es jedoch nicht nur von Kernkraftgegnern. So ließ der Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) beispielsweise verlauten, dass die Initiative zum falschen Zeitpunkt vorgebracht worden sei. Man müsse sich auf den Ausbau erneuerbarer Energien konzentrieren, die Initiative schaffe dabei nur Verzögerungen. Zudem steht auch der Aufbau der Initiative unter Kritik. Sie sei zu offen formuliert und weise Konstruktionsfehler auf, so das Nuklearforum:

NZZ

Ukraine: Die Kampfhandlungen rund um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja sind nach Informationen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) zurückgegangen. Das Kraftwerk ist seit März 2022 von russischen Truppen besetzt und seitdem stark umkämpft. Die sechs Reaktoren des Kraftwerks sind zwar abgeschaltet, sie benötigen allerdings nach wie vor Strom. In den vergangenen zwei Jahren war es aufgrund der Kämpfe mehrfach zu Stromausfällen gekommen, die IAEA zeigte sich besorgt:

DEUTSCHLANDFUNK

Frankreich: Nach der 2021 genehmigten Laufzeitverlängerung wurde nun Block 4 des französischen Kernkraftwerks Cattenom abgeschaltet, um während der kommenden sechs Monate überprüft zu werden. Unter anderem soll ein Drittel der Brennstäbe ausgetauscht und das Reaktorgebäude, die -behälter und der Primärkreislauf auf ihre Dichtigkeit und Bruchfestigkeit überprüft werden. Die Laufzeitverlängerung wird die voraussichtliche Gesamtlaufzeit des Kernkraftwerks von 40 auf 50 Jahre verlängern:

Saarländischer Rundfunk

 

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