• Presseschau vom 13.10.2021

    Die Presseschau in dieser Woche bietet eine FĂŒlle von BeitrĂ€gen zum Stand der RĂŒckbauprojekte einiger deutscher KKW und weitere lokale und nationale Meldungen. Ein weiterer Schwerpunkt der Nachrichtenlage in dieser Woche ist die anhaltende europĂ€ische Diskussion zur Zukunft der Kernkraft, zuletzt weiter befeuert durch Aussagen des französischen PrĂ€sidenten. Wir wĂŒnschen Ihnen gewinnbringende, interessante LektĂŒre.

    Das vorletzte aktive Kernkraftwerk in Niedersachsen bereitet sich auf sein Ende vor: Die Vorbereitungen fĂŒr den RĂŒckbau des Kraftwerks Grohnde bei Hameln laufen laut eines Beitrags bei Stern.de auf Hochtouren. Noch warte der Betreiber PreussenElektra aber auf die RĂŒckbaugenehmigung. Das sehr aufwendige Genehmigungsverfahren laufe bereits seit 2017. Das Kraftwerk soll Ende des Jahres nach 36 Jahren Leistungsbetrieb vom Netz gehen, dann produziert in Niedersachsen als einziges Kernkraftwerk nur noch das KKW Lingen Strom:

    ‱ STERN

    AusfĂŒhrlich und mit Bildmaterial aus dem Werk beschĂ€ftigt sich auch die Hamburger Morgenpost mit dem KKW Grohnde und zitiert den kĂŒnftigen Leiter des RĂŒckbaus: „Der RĂŒckbau eines Kernkraftwerks unterscheidet sich stark von dem Abriss anderer Industrieanlagen, weil wir es mit GebĂ€udeteilen zu tun haben, die im Austausch mit radioaktiven Stoffen stehen“, so der Mitarbeiter, der bereits seit fĂŒnf Jahren in die Planungen eingebunden sei. „Jedes einzelne DĂŒbelloch, jede einzelne Fuge im Beton muss beim nuklearen RĂŒckbau hinsichtlich einer möglichen Kontamination freigegeben werden“, sagt er. Der Beitrag beschĂ€ftigt sich auch mit den Problemen der Entsorgung des beim RĂŒckbau anfallenden Abfalls, hier kommen auch Stimmen aus der lokalen Politik zu Wort:

    ‱ HAMBURGER MORGENPOST

    Aus Lingen meIdet der NDR einen Vorfall: Im Kernkraftwerk habe ein Mitarbeiter mit einem Fehlschnitt ein Wasserrohr durchtrennt, das zum ReaktorgebĂ€ude gehört. Da das Rohr sofort verschlossen wurde und leer war, lĂ€ge laut Umweltministerium keine Gefahr fĂŒr Personal und Umwelt vor:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Isar 2 in Essenbach im Landkreis Landshut ist ein letztes Mal zur Revision heruntergefahren worden. Noch einmal gÀbe es einen umfangreichen Check, bis da Werk Ende 2022 als eines der letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet wird. Der BR hat die Details:

    ‱ BAYRISCHER RUNDFUNK

    Bis ein Endlager fĂŒr hochradioaktiven MĂŒll in Betrieb geht, dauert es noch Jahrzehnte. Solange bleibe der Abfall in Zwischenlagern neben den Meilern. Am Kernkraftwerk KrĂŒmmel soll schwach- und mittelradioaktiver MĂŒll in einer neuen, riesigen Halle untergebracht werden, bis er irgendwann ins Zwischenlager Schacht Konrad transportiert werden kann. Die Landeszeitung LĂŒneburg beschĂ€ftigt sich mit dem Stand der Arbeiten:

    ‱ LANDESTEITUNG (Bezahlinhalt)

    Im abgeschalteten und kernbrennstofffreien Block A des Kraftwerks Biblis musste am Reaktor-Rundlaufkran eine Baugruppe in der betrieblichen Steuerung gegen eine Ersatzbaugruppe gleichen Typs getauscht werden, weil es durch einen Fehler dieser Baugruppe des Krans wiederholt zum Ansprechen der Hupe an der Fernbedienung kam. Die Betreiberin des Kernkraftwerkes Biblis, die RWE Nuclear GmbH, habe laut eines Berichts des RheinMainVerlags dem hessischen Umweltministerium als zustÀndiger Aufsichtsbehörde das nachfolgende Ereignis gemeldet. Die Befunde hÀtten keinerlei radiologische Auswirkungen und es sei zu keiner BeeintrÀchtigung von anderen Systemen gekommen. Das Vorkommnis wurde demnach von der Betreiberin in die Kategorie N (= Normal) nach den deutschen Meldekriterien eingestuft:

    ‱ RHEIN MAIN VERLAG

    Im französischen Kernkraftwerk Cattenom habe es laut Trier Volksfreund einen Zwischenfall gegeben. Wie der Betreiber, der Energiekonzern EDF demnach auf seiner Internetseite mitteilte, schaltete sich der Reaktor des Blocks 3 „gemĂ€ĂŸ den Sicherheits- und Schutzbestimmungen“ automatisch ab. Zu den GrĂŒnden, warum der Reaktor heruntergefahren wurde, teilte EDF nichts mit. Es seien Kontrollen und Diagnosen durchgefĂŒhrt worden. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage und die Umwelt, heißt es bei EDF. Durch den Ausfall des dritten Reaktorblocks produzieren derzeit nur zwei Einheiten der Anlagen Strom. Block 2 sei derzeit wegen Wartungsarbeiten planmĂ€ĂŸig außer Betrieb:

    ‱ VOLKSFREUND

    Die EU-Kommission wolle festlegen, wann Unternehmen klimafreundlich sind. Umstritten sei, was fĂŒr Atom- und Gasmeiler gelten solle. Der Disput werde sich nach einer brisanten Entscheidung der Mitgliedstaaten bald zuspitzen, so die SĂŒddeutsche Zeitung. Das Blatt beschĂ€ftigt sich deshalb mit der Frage, wie „grĂŒn“ Kernkraftwerke tatsĂ€chlich seien:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Das Handelsblatt gibt einen gesamteuropĂ€ischen Überblick zur aktuellen und zukĂŒnftig geplanten Nutzung von Kernkraft und schaut dabei nach Frankreich, Finnland, Schweden, Polen, Großbritannien, Italien, Spanien und die TĂŒrkei. Bis auf Spanien wĂŒrden alle genannten LĂ€ndern mehr oder weniger intensiv an der Kernkraft festhalten, das Klimaschutzargument stehe dabei zumeist an erster Stelle:

    ‱ HANDELSBLATT

    Trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien will sich Frankreich vorerst nicht von der Kernenergie trennen. PrĂ€sident Macron plane aktuell stattdessen in neuartige Kernkraftwerke zu investieren. Frankreich wolle nach den Vorstellungen des PrĂ€sidenten zum einen neue, kleine Kernkraftwerke (SMR) bauen, zum anderen sollen aber auch erneuerbare Energien ausgebaut werden. Dabei gehe es, wie n-tv kommentiert, um den Kampf gegen Klimawandel ebenso wie um den Schutz der heimischen Industrie und nicht zuletzt auch um die Strompreise. Selbst die französischen GrĂŒnen, so der Sender, schöben den frĂŒher vehement geforderten Atomausstieg inzwischen verbal weit in die Zukunft. „Niemand sagt, dass wir morgen die Atomkraftwerke runterfahren“, wird der grĂŒne PrĂ€sidentschaftskandidat Yannick Jadot zitiert. Er rechne mit 20 Jahren bis zum Ausstieg. „Und wenn es fĂŒnf Jahre mehr sind, dann ist das eben so.“

    ‱ N-TV

    Klimaschutz klappe nur mit Kernkraft, behauptet ein Meinungsbeitrag, den das Magazin fĂŒr politische Kultur Cicero als offenen Brief an die Organisation „Fridays for future“ veröffentlicht hat. Autor ist Prof. Dr.-Ing. Alfred Voß, der das Institut fĂŒr Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der UniversitĂ€t Stuttgart leitete. Er war Mitglied der Enquete-Kommissionen „Schutz der ErdatmosphĂ€re“ und „Nachhaltige Energieversorgung“ des Deutschen Bundestags:

    ‱ CICERO

    Alle zwei Jahre trifft sich die Gemeinschaft der Rettungs- und Erkundungsrobotik am Kernkraftwerk Zwentendorf an der Donau nahe Wien. In diesem Jahr sei laut eines Beitrags auf IDW Online auch das Team roboTHIx der Technischen Hochschule Ingolstadt vor Ort und erprobe beim dritten European Robotics Hackathon EnRicH, wie Roboter im Ernstfall RettungskrĂ€fte unterstĂŒtzen können. Die Aufgabe im nachgestellten Katastrophenfall des Hackathon seien komplex: Die Teams und ihre Roboter mĂŒssen Bereiche des AKWs auf Strahlung hin untersuchen und wichtige Bereiche mittels Laserscannern kartieren. Das Team roboTHIx nehme laut einer Mitteilung der Hochschule zum ersten Mal bei EnRicH teil: Studierende der FakultĂ€t Elektro- und Informationstechnik bauten Roboter X1 in den vergangenen Monaten zusammen. Ausgestattet sei er mit zwei Motoren, einer 3D-Kamera, einem Laserscanner sowie einem GeigerzĂ€hler. X1 erstellt auf seiner Mission innerhalb von 30 Minuten eine Umgebungskarte des Kraftwerks, in welcher die Strahlungsquellen eingezeichnet seien:

    ‱ IDW

  • Presseschau vom 29.09.2021

    Unsere Presseschau in dieser Woche bietet einige interessante BeitrĂ€ge, wobei ein Trend zur Diskussion zur Renaissance der Kernkraft auch in dieser Woche klar auszumachen ist. Besonders aus Italien kommt hier ein weiterer Impuls. Das Thema Gorleben beleuchten wir mit einem Sachbericht und einem Meinungsbeitrag. Sie finden auch BeitrĂ€ge zum RĂŒckbau in Deutschland, neben Italien blicken wir auch in die TĂŒrkei, nach Frankreich und Polen. Wir wĂŒnschen gewinnbringende LektĂŒre.

    Im Kernkraftwerk Brokdorf ist eine Fehlfunktion im Not-NebenkĂŒhlwassersystem festgestellt worden. Im Rahmen routinemĂ€ĂŸig geplanter Arbeiten hatte die Preussen-Elektra-Betreibergesellschaft in einem von zwei StrĂ€ngen des Systems einen Schieber manuell geschlossen. Bei erneuter BetĂ€tigung zum Öffnen des Schiebers wurde festgestellt, dass der Schieber nicht öffnete, obwohl das AntriebsgestĂ€nge betĂ€tigt wurde. Die Reaktorsicherheitsbehörde hat zur UrsachenklĂ€rung und zur Festlegung von Instandsetzungsmaßnahmen SachverstĂ€ndige hinzugezogen, teilte das Ministerium fĂŒr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein laut des Branchendienstes IWR mit. Das KKW Brokdorf wird laut Atomgesetz spĂ€testens Ende 2021 keinen Strom mehr produzieren:

    ‱ IWR

    Das Kernkraftwerk Isar 2 in Niederbayern wird zur letzten Kraftwerksrevision vor Ende seines Leistungsbetriebs vom Strom­netz getrennt und heruntergefahren. Im Rahmen der Revision werden neue Brennelemente eingesetzt und um­fangreiche PrĂŒfungen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgefĂŒhrt. Das habe der Betreiber PreussenElektra mitgeteilt. Neben einer Vielzahl routinemĂ€Â­ĂŸiger PrĂŒfungen, Inspektionen, Wartungen und Instandsetzungs-Arbeiten werden 48 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. „Diese Revision ist fĂŒr uns natĂŒrlich etwas Be­sonderes“, erklĂ€rt Standortleiter Carsten MĂŒller gegenĂŒber dem BR: „Zum letzten Mal werden wir in unserem KKI 2 einen Brennelementwechsel durchfĂŒhren und die Anlage auf Herz und Nieren prĂŒfen, bevor wir sie voraussichtlich Mitte Oktober ein letztes Mal mit dem Stromnetz verbinden werden.“ FĂŒr das am Stand­ort tĂ€tige Personal bestehe ein umfangreiches Schutzkonzept gegen Infektionen durch das Coronavirus, das im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Landshut umgesetzt werde:

    ‱ BR

    Das Erkundungsbergwerk Gorleben wird endgĂŒltig geschlossen. Einen entsprechenden Auftrag habe laut eines Berichts des NDR das Bundesumweltministerium der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) erteilt. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte demnach, es sei keine Möglichkeit fĂŒr eine wirtschaftliche Nachnutzung des Bergwerks gefunden worden. Das BGE habe daher die komplette Stilllegung vorgeschlagen, das Ministerium habe dem zugestimmt. „Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen“, zitiert der Sender UmweltstaatssekretĂ€r Jochen Flasbarth in Gorleben (Landkreis LĂŒchow-Dannenberg). Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) betonte demnach: „Ab heute gibt es keine HintertĂŒr mehr.“ Das Thema Endlager Gorleben sei endgĂŒltig beendet. Im September 2020 hatte die BGE mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands fĂŒr ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsĂ€tzlich geeignet seien. Gorleben wurde seinerzeit ĂŒberraschend von der Endlagersuche ausgeschlossen. Als Grund wurden geologische MĂ€ngel genannt:

    ‱ NDR

    Die FAZ beschĂ€ftigt sich in einem Meinungsbeitrag zum selben Thema: Gorleben sei nicht deshalb als Endlager ungeeignet, weil die Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung vor einem Jahr eine entsprechende Expertise abgegeben habe. Das erste Gutachten der Gesellschaft, die einen neuen Standort fĂŒr ein Endlager suchen soll, passe seine Schlussfolgerungen nur an die politische Lage an. Etliche andere mögliche Standorte seien Ă€hnlich „ungĂŒnstig“ wie Gorleben, blieben aber im Rennen. Dass das Erkundungsbergwerk im Wendland geschlossen und wieder aufgefĂŒllt werde, geschehe einzig und allein, um „Gras ĂŒber einen jahrzehntelangen Streit wachsen“ zu lassen:

    ‱ FAZ

    Teile stillgelegter Kernkraftwerke können in Deutschland wieder verwendet werden. UmweltverbĂ€nde fordern ein Verbot dieser Praxis, auch im Hinblick auf das KKW Fessenheim, wo eine Recyclinganlage geplant ist. Die PlĂ€ne Frankreichs, in Fessenheim ein Recyclingzentrum fĂŒr Schrott von stillgelegten Atomkraftwerken zu bauen, bereiten Politikern, BĂŒrgerinitiativen und Behörden in SĂŒdbaden große Sorgen und die französische Seite mĂŒsse laut Badischer Zeitung dafĂŒr viel Kritik einstecken. Noch sei das Recycling von Schrott aus Kernkraftwerken in Frankreich gesetzlich gar nicht erlaubt. In Deutschland werde das allerdings lĂ€ngst praktiziert. Der BUND-Regionalverband SĂŒdlicher Oberrhein und die Anti-Atom-Gruppe Freiburg fordern nun in einer Petition den Bundestag auf, dies in Deutschland zu stoppen:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG (Bezahlinhalt)

    Die 6 deutschen Kernkraftwerke zunĂ€chst weiterlaufen zu lassen, wĂŒrde von 2023 an eine jĂ€hrliche Einsparung von 90 Mio. Tonnen CO2 ermöglichen. Das wĂ€re nach Meinung des Essener Lokalportals MyHeimat ein konkretes und sofort wirksames Klimaschutzprogramm. Die deutsche Abkehr von Atomkraft laufe der weltweit herrschenden Tendenz total zuwider. Zwar hĂ€tten aus unterschiedlichen GrĂŒnden auch Italien, die Schweiz, Litauen und Kasachstan der Atomindustrie den RĂŒcken gekehrt, doch wollen laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA 28 Staaten neu einsteigen, darunter Bangladesch, Nigeria und Saudi-Arabien. Rund um den Globus sind in 33 LĂ€ndern an die 400 Kernkraftwerke in Betrieb, in dreizehn Staaten wĂŒrden neue gebaut, so in Großbritannien, Finnland und der Slowakei:

    ‱ MYHEIMAT.DE

    Obwohl der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen ist, komme immer wieder die Diskussion auf, inwiefern Kernkraftwerke dem Klima nicht doch zugutekommen könnten. Fakt sei, so Deutschlandfunk Nova, dass Atomkraftwerke die deutschlandweiten CO2-Emissionen reduzieren könnten. Der Sender hat sich im Vorfeld der Bundestagswahl mit den Positionen der Parteien zu dieser Frage beschĂ€ftigt. Sein Fazit: Die VerlĂ€ngerung der Laufzeit von Atomkraftwerken zu fordern, könne je nach Sichtweise als Ausrede angesehen werden, sich nicht konsequent genug um die Energiewende zu kĂŒmmern. Auch scheine es bei der sehr geringen Akzeptanz der Kernenergie in Deutschland aktuell sowieso undenkbar, dass sie eine Renaissance erlebe:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK NOVA

    Die Welt berichtet von der letzten großen Friday-for-Future-Demonstration vor der Bundestagswahl. In Berlin sei dabei eine Kernkraft-Aktivistin tĂ€tlich angegriffen und ihr die mitgefĂŒhrten Pro-Kernkraft-Plakate entrissen worden. Es handele sich bei der Frau um eine Demonstrantin, die sich seit Jahren im Kampf gegen den Klimawandel fĂŒr Kernkraft aussprĂ€che und auf Demonstrationen gehe. Ihr Motto laute: „Aus Liebe zur Natur fĂŒr Kernkraft“. Sie engagiere sich in der Gruppe „Mothers for Nuclear Deutschland – Österreich – Schweiz“, einem Zusammenschluss von MĂŒttern, die sich fĂŒr Kernenergie aussprechen. Die Organisation stammt ursprĂŒnglich aus den USA, wo sie von zwei Mitarbeiterinnen eines Kernkraftwerks gegrĂŒndet wurde:

    ‱ WELT

    Die Bundesregierung in Berlin fĂŒrchte zwar erhebliche UmweltschĂ€den durch einen möglichen Reaktorunfall neuer Kraftwerke im Nachbarland, habe aber eine Einflussnahme verschlafen, so die Ostsee-Zeitung. GrĂŒne und UmweltschĂŒtzer schlĂŒgen Alarm, bei einem möglichen UnglĂŒck wĂ€re MV besonders betroffen, MinisterprĂ€sidentin Schwesig fordere deutliche Korrekturen:

    ‱ OSTSEE-ZEITUNG (Bezahlinhalt)

    Die TĂŒrkei rechne damit, dass ihr erster Kernreaktor im Kraftwerk „Akkuyu“ im Mai 2023 fertiggestellt sein werde. Dies sagte der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan laut des Nahost-Thinktanks mena-watch, der sich auf einen Beitrag von „Israel Defense“ beruft, bei einem Besuch in der Stadt Mersin, wo der erste Kernkraftwerk des Landes gebaut wird. Erdogan sagte demnach, dass 3.000 russische und 10.000 tĂŒrkische Arbeiter am Bau der Anlage beteiligt seien, und betonte, wie wichtig es sei, den Bau im Jahr 2023, dem hundertsten Jahrestag der GrĂŒndung der tĂŒrkischen Republik, fertigzustellen. Ein Abkommen mit Russland ĂŒber den Bau des Kernkraftwerks wurde bereits 2010 unterzeichnet. Der Reaktor soll von der Firma Akkuyu Nukleer betrieben werden, die sich zu 99% im Besitz des russischen Kernkraftwerksbetreibers Rosatom befindet. Der Reaktor wird aus vier Blöcken mit einer KapazitĂ€t von jeweils 1.200 Megawatt bestehen:

    ‱ MENA-WATCH

    In einer Videokonferenz zu Italiens Strategie gegen den Klimawandel öffnete Roberto Cingolani laut der Tagesschau ĂŒberraschend eine TĂŒr fĂŒr die Kernkraft. Der Physiker mit der offiziellen Amtsbezeichnung Minister fĂŒr den ökologischen Umbau mochte nicht ausschließen, dass die Kernenergie nach Italien zurĂŒckkehrt – in Form von Kernreaktoren der sogenannten vierten Generation. In Reaktoren der vierten Generation ist eine Kernschmelze, der grĂ¶ĂŸtmögliche Atomunfall, physikalisch ausgeschlossen. „Wenn sich in einem bestimmten Moment herausstellt, dass diese Reaktoren nur wenig radioaktiven MĂŒll verursachen, dass die Sicherheit hoch und die Kosten pro Megawatt niedrig sind – dann ist es verrĂŒckt, diese Technologie nicht in ErwĂ€gung zu ziehen“, sagte Cingolani laut Tagesschau dazu. Der nachgeschobene Hinweis Cingolanis, noch sei die Technologie nicht ausreichend erforscht und aktuell stĂŒnde keine Entscheidung an, nutze wenig: Italien diskutiere seitdem, ob auch Kernkraftwerke Teil der Strategie im Kampf gegen die Klimawende sein können:

    ‱ TAGESSCHAU

  • Presseschau vom 15.09.2021

    Das vorherrschende Thema unserer Auswahl an lesenswerten Artikeln in dieser Woche ist die erneut lauter werdende Diskussion ĂŒber das Festhalten an der Kernkraft angesichts ihrer Bedeutung fĂŒr die Erreichung der Klimaziele, die gleich in mehreren BeitrĂ€gen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und beleuchtet wird. Auch der Energiebedarf der deutschen Stahlindustrie und deren möglicher Hinwendung zu Frankreich, um die dortige Kernenergie nutzen zu können, ist eine Facette dieser Thematik. Aus den deutschen Anrainerstaaten wird zudem gleich ĂŒber mehrere Neubauprojekte fĂŒr KKW verschiedener Bauarten berichtet. Abgerundet wird unsere Auswahl durch eine interessante Betrachtung des Energiebedarfs der KryptowĂ€hrung Bitcoin, die die KapazitĂ€t gleich mehrerer KKW voll ausschöpfen wĂŒrde.

    Vor dem Kernkraftwerk in Gundremmingen demonstrierte nach einem Bericht des BR erneut der Verein Nuklearia fĂŒr den Erhalt der Kerntechnik. Es sei die letzte Station einer Reihe von Veranstaltungen in ganz Deutschland. In Heilbronn, Landshut, Hameln oder Brokdorf seien die Mitglieder der Initiative schon aktiv gewesen, ihre Botschaft verkĂŒnden sie auf großen Schildern und Fahnen: „Kernenergie – ja bitte“ oder „Atomaustieg – nein danke“. Der BR hĂ€lt die Proteste unter Verweis auf den erfolgten, nicht umkehrbaren Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland fĂŒr aussichtslos, die BefĂŒrworter berufen sich auf substantielle positive Auswirkungen auf den Klimaschutz:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Ebenfalls von einer Pre-Kernkraft-Demonstration in BrĂŒssel berichtet das Grenzecho. Es habe eine Protestkundgebung am BrĂŒsseler Zentralbahnhof fĂŒr den Erhalt der Kernenergie gegeben. Die Polizei sprach demnach von etwa 200 Teilnehmern auf dem Höhepunkt der Veranstaltung. Nach Ansicht der Demoteilnehmer sei die Kernenergie als Antwort auf die globale ErwĂ€rmung notwendig. Es versammelten sich laut Grenzecho Demoteilnehmer aus verschiedenen LĂ€ndern. Die Redner erlĂ€uterten die Situation in ihren jeweiligen LĂ€ndern:

    ‱ GRENZECHO (Bezahlinhalt)

    Auch der SPIEGEL beschĂ€ftigt sich in einem Podcast mit der Diskussion, ob Kernkraft eine starke Relevanz fĂŒr die BewĂ€ltigung des Klimawandels darstellen könne. Die Kernfrage sei, ob man eine Risikotechnologie vom Netz nehmen solle, die klimafreundlichen Strom produziere. GĂ€ste des Podcasts sind Heila Beyme von Anti Atom Berlin, Rainer Klute vom Verein Nuklearia und Philip Bethge, Redakteur im Wissenschaftsressort des SPIEGEL, die das Thema erörtern:

    ‱ SPIEGEL

    Die Zukunft der Stahlindustrie in Deutschland sei aufgrund Unsicherheiten in der Energieversorgung stark gefĂ€hrdet, so laut WELT Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender der Stahl-Holding Saar (SHS), zu der die Dillinger HĂŒtte und Saarstahl gehören. „Die Standortfrage wird sich in den kommenden Jahren stellen“, sagte der Manager demnach vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung DĂŒsseldorf (WPV). Hintergrund seien die Klimaziele der Politik und die notwendige Umstellung der Produktion von Koks und Kohle auf eine strombasierte Metallurgie. Dabei kĂ€men sogenannte Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen zum Einsatz. Die saarlĂ€ndische Stahlindustrie orientiere sich daher jetzt in Richtung Ausland. So habe SHS kĂŒrzlich Werke in Frankreich vom Konkurrenten Liberty Steel ĂŒbernommen. Sie sollen Dreh- und Angelpunkt fĂŒr die Produktion von grĂŒnem Stahl werden. Die dortigen Elektrolichtbogenöfen ermöglichen die Produktion von Spitzenstahl mit einer CO2-neutralen Bilanz. Der notwendige Strom komme aus den französischen Kernkraftwerken. In Deutschland hingegen wĂŒrden KapazitĂ€ten abgebaut werden:

    ‱ WELT

    Polen will baldmöglichst aus der Kohleverstromung aussteigen, dafĂŒr wolle das Land nun massiv auf Kernenergie setzen. Unweit der Ostsee sollen deshalb in den kommenden Jahren zwei neue Kernkraftwerke gebaut werden. In Deutschland bereiten die PlĂ€ne laut des Senders n-tv Unbehagen, ein Unfall, so diverse Stimmen, könnte auch fĂŒr die NachbarlĂ€nder und besonders Deutschland schwere Folgen haben. Der Beitrag fasst den Sachstand zusammen und lĂ€sst Gegner der Vorhaben und Vertreter der deutschen Politik zu Wort kommen:

    ‱ N-TV

    Auch die BILD blickt nach Polen: Demnach planen die MilliardĂ€re MichaƂ SoƂowow (laut „Forbes“ mit einem Vermögen von rund
    3,5 Milliarden Euro der reichste Mann Polens) und Zygmunt Solorz-Ć»ak, schon 2027 das erste privat betriebene Kernkraftwerk Polens ans Netz gehen lassen zu wollen. Beide hĂ€tten per Twitter bekanntgegeben, dafĂŒr ein Joint Venture gegrĂŒndet zu haben. Gebaut werden solle das Werk in Zentralpolen, rund 100 Kilometer östlich von WrocƂaw und auf halbem Wege nach ƁódĆș. Geplant seien kleine Reaktoren auf Basis der „Small Modular Reactors“-Technologie (SMR). Der Plan der MilliardĂ€re stehe nicht in Konkurrenz zu den staatlichen PlĂ€nen zum Bau weiterer KKW. „SMR werden große staatliche EnergietrĂ€ger nicht ersetzen, aber sie können sie perfekt ergĂ€nzen und beitragen, den Mangel an KapazitĂ€t im Energiesystem zu ĂŒberwinden, der durch die Stilllegung weiterer Kohlekraftwerke und die steigende Nachfrage nach Strom entsteht“, zitiert das Blatt den Chef des polnischen Energieunternehmens „Ze Pak“:

    ‱ BILD

    Der GrĂŒnder des Software-Riesen Microsoft Bill Gates baue laut eines Berichts des Finanzportals Börse Express zusammen mit dem bekannten Investor Warren Buffett ein Kernkraftwerk. Auf dem GelĂ€nde eines stillgelegten Kohlekraftwerks im US-Bundesstaat Wyoming entstehe ein Mini-Kernkraftwerk der neuesten Generation. Gebaut wird es von Terrapower, einem von Bill Gates gegrĂŒndeten Start-up, und Pacificorp, einem Energieunternehmen von Warren Buffett. An Kernenergie fĂŒhre als SĂ€ule einer wirtschaftlichen, umweltvertrĂ€glichen, wettbewerbsfĂ€higen Energieversorgung kein Weg vorbei, so die Initiatoren. Im vergangenen Jahr waren 442 Reaktoren in 33 LĂ€ndern rund um den Globus in Betrieb, die zusammen eine Leistung von 391 Gigawatt erbrachten. Aktuell befinden sich 53 weitere Kernkraftwerke in Bau, vorwiegend im asiatischen Raum, die dieser Bilanz weitere 56 Gigawatt hinzufĂŒgen werden. In Planung sind insgesamt 108 neue Kraftwerke. Allein China plant den Neubau von 44 Meilern:

    ‱ BOERSE-EXPRESS

    In einem Kernkraftwerk in Tschechien ist einer der vier Reaktorblöcke außerplanmĂ€ĂŸig heruntergefahren worden, berichtet der Deutschlandfunk. Grund seien Probleme mit einer KĂŒhlpumpe, die nun genauer untersucht wĂŒrden, sagte demnach ein Kraftwerkssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der betroffene Block im Werk Dukovany werde innerhalb weniger Tage wieder ans Netz gehen können. UmweltschĂŒtzer halten die mehr als 30 Jahre alte Anlage fĂŒr veraltet. Die tschechische Regierung will den Anteil der Atomenergie bei der Stromgewinnung mit dem Bau neuer Kernreaktoren ausbauen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Das Kernkraftwerk Beznau im Schweizer Kanton Aargau darf seinen Block 2 nach einer ĂŒber fĂŒnfwöchigen Revision wieder anfahren. Wie der SRF berichtet, habe die Atomaufsichtsbehörde Ensi der AKW-Betreiberin Axpo nach einer Schlussinspektion die Erlaubnis dafĂŒr erteilt. Beznau 2 war am 6. August heruntergefahren worden. Der Brennelementwechsel und die weiteren gesetzlich erforderlichen Arbeiten seien vorschriftsgemĂ€ss durchgefĂŒhrt worden, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat auf seiner Website mit. Es lĂ€gen keine Hinweise vor, die einen sicheren Leistungsbetrieb in Frage stellten:

    ‱ SRF

    Das Schweizer Nachrichtenportal Bluewin beruft sich auf einen Beitrag der New York Times und findet einen Vergleich, um den Energiebedarf der KryptowÀhrung Bitcoin zu erlÀutern: Nach einer neuen Analyse zeige sich erneut der enormen Stromverbrauch von Bitcoin. Die KryptowÀhrung benötige im Jahr 91 Terawattstunden, was rund 0,5 Prozent des weltweiten Strombedarfs entsprÀche und den siebenfachen Verbrauch des Tech-Unternehmen Google darstelle. Das stÀrkste Schweizer Kernkraftwerk in Leibstadt, so Bluewin, erzeuge rund 9 Terawattstunden im Jahr, die gesamte Schweiz verbrauche jÀhrlich um die 56 Terawattstunden. Man brÀuchte also 10 KKW wie Leibstadt, um Bitcoin zu betreiben:

    ‱ BLUE NEWS

  • Presseschau vom 01.09.2021

    Der RĂŒckbau deutscher KKW ist diese Woche nur in geringem Umfang Gegenstand relevanter Berichterstattung, dafĂŒr ist die Diskussion pro und contra der Nutzung von Kernkraft im Rahmen der zukĂŒnftigen, CO2-neutralen und nachhaltigen Energieversorgung im Fokus von gleich drei BeitrĂ€gen: Ein Bericht beschĂ€ftigt sich mit einer Pro-Demonstration, n-tv mit der Sicht der Finanzwirtschaft auf Kernkraft als nachhaltiges Anlageobjekt, und die FAZ bietet dazu die Ergebnisse eine Umfrage an. Dazu schauen wir international nach Russland, Japan und – besonders interessant – auf die LEU Bank in Kasachstan.

    Beim Helmholtz-Forschungszentrum in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg)in der NĂ€he des KKW KrĂŒmmel ist eine Lagerhalle in Brand geraten, berichtet der NDR. In der ca. 300 Quadratmeter großem Halle wurden nach Angaben der Feuerwehr unter anderem Gasflaschen und Chemikalien gelagert. Die Feuerwehr war im Großeinsatz, unterstĂŒtzt u.a. von der Werksfeuerwehr des Kernkraftwerks:

    ‱ NDR

    Bei einer Demonstration vor dem Kernkraftwerk Neckarwestheim ist jetzt nicht das sofortige Abschalten von Block II gefordert worden, sondern stattdessen der Erhalt der Kernkraft. Aktivisten des Vereins Nuklearia wollen verhindern, dass Block II wie geplant Ende 2022 vom Netz gehen soll. Sie forderten laut der Ludwigsburger Kreiszeitung ein „Moratorium gegen die Verschrottung“, um die Chance fĂŒr eine Wiederaufnahme des Betriebs zu erhalten. Das Ziel der Akteure, die derzeit quer durch die Republik mit Pro-Kernkraft-Demos unterwegs seien und im September eine Großdemo in BrĂŒssel planen, sei es, die Nutzung von Kernkkraft zur Stromerzeugung wieder auf die Agenda zu bringen. Schlussendlich, so das Blatt, gehe es ihnen um den „Ausstieg aus dem Ausstieg“, also um den Wiedereinstieg in die Kernenergie-Nutzung:

    ‱ LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Auch beim RĂŒckbau des KKW Biblis fĂ€llt so gering strahlender Bauschutt an, dass er als normaler Abfall entsorgt werden kann. Ein Teil davon, sogenanntes freigemessenes Abrissmaterial, soll auf der MĂŒlldeponie des Kreises Groß-Gerau in BĂŒttelborn abgelagert und recycelt werden, so die FAZ. Doch BĂŒrgerinitiativen und UmweltverbĂ€nde protestierten nun dagegen, auch der Deponiebetreiber wolle den freigemessenen Abfall nicht im Lager BĂŒttelborn haben. Nach einem Treffen von BĂŒrgern mit Vertretern der Politik, der UmweltverbĂ€nde und Fachleuten fiel laut FAZ nun eine Entscheidung: Der AbrissmĂŒll solle dort bleiben, wo er anfĂ€llt, nĂ€mlich auf dem derzeitigen KraftwerksgelĂ€nde in Biblis, eingehaust in einem der KĂŒhltĂŒrme:

    ‱ FAZ (Bezahlinhalt)

    Nachhaltige Finanzanlagen werden bei Anlegern immer beliebter, so der Sender n-tv. Die EU-Kommission streite darĂŒber, ob auch Kernenergie als nachhaltig gelten soll. Die deutsche Fondsbranche sei zu diesem Thema ebenfalls uneins. Die Nutzung von Kernkraft zur Stromerzeugung ist unter Nachhaltigkeitsaspekten umstritten. Die einen verweisen auf den geringen Ausstoß von Kohlendioxid bei der Spaltung von Uran, die anderen auf die damit einhergehenden Risiken bei UnfĂ€llen sowie die ungelöste Frage nach der Endlagerung von AtommĂŒll. Die EU-Kommission hat in ihrer Taxonomie fĂŒr nachhaltige Geldanlagen die Entscheidung ĂŒber die Frage, ob Atomkraft als nachhaltig definiert werden soll, bisher ausgeklammert und plane, dazu im Herbst die entsprechenden Detailregeln in Form eines delegierten Rechtsakts vorzulegen. Auch hierzulande gĂ€be es laut n-tv ein „Atom-Spaltung“ innerhalb der Fondsbranche. Dies zeige ein offener Brief des Forums nachhaltige Geldanlage (FNG), in dem sich ĂŒber 200 Mitglieder nach eigenen Angaben „fĂŒr mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft einsetzen“. Zu den FNG-Mitgliedern zĂ€hlen den Angaben zufolge Banken, Kapitalgesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberatungen, wissenschaftliche Einrichtungen und Privatpersonen. KĂŒrzlich habe das FNG einen Brief an die EU-Kommission verschickt, in dem es sich gegen „eine Kategorisierung von Kernkraft als nachhaltige WirtschaftsaktivitĂ€t“ in der EU-Regulierung wende. Der Brief habe knapp 50 Unterzeichner, darunter die deutschen BranchengrĂ¶ĂŸen Deka Investments und Union Investment, nicht jedoch die ebenfalls bedeutenden DWS (eine Tochter der Deutsche Bank) und Allianz Global Investors:

    ‱ N-TV

    Die FAZ berichtet zum selben Thema von einer Umfrage, die „Finanzwende Recherche“, die sich als gemeinnĂŒtzige GmbH der gleichnamigen BĂŒrgerbewegung um Verbraucherschutz, Bildung und Forschung kĂŒmmere, unter 1009 BundesbĂŒrgern in Auftrag gegeben habe. 82 Prozent waren demnach der Meinung, dass eine Geldanlage, bei der Geld auch in Kernkraft angelegt wird, nicht als nachhaltig eingestuft werden könne. Gegenteiliger Ansicht waren 15 Prozent: Sie betrachten solche Geldanlagen als nachhaltig. Die restlichen drei Prozent hatten dazu keine Meinung:

    ‱ FAZ

    Eine Spezialeinheit ĂŒbt aktuell an der nuklearen Anlage Cattenom unmittelbar hinter der deutsch-französischen Grenze unter anderem, wie Wasser- und Stromleitungen unter Extrembedingungen so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. Zum dritten Mal probe diese schnelle nukleare Eingreiftruppe (Farn) den Ernstfall im grenznahen Kernkraftwerk. Diese Spezialeinheit wurde in Frankreich als Reaktion auf den Unfall in Fukushima gegrĂŒndet. Sie soll in der Lage sein, innerhalb von maximal 24 Stunden die Versorgung mit Wasser, Luft und Strom wiederherzustellen – egal, unter welchen Bedingungen. DafĂŒr verfĂŒge sie ĂŒber spezielle AusrĂŒstung wie Boote oder einen Puma-Helikopter, um Material wie zum Beispiel Stromaggregate ĂŒber mehrere Kilometer hinweg zu transportieren. Die SaarbrĂŒcker Zeitung berichtet:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Wegen massiver WaldbrÀnde in Russland haben die Behörden nach einem Bericht der NZZ auch in der Stadt Sarow mit dem nationalen atomaren Forschungszentrum den Ausnahmezustand verhÀngt. Der Schritt sei notwendig geworden, weil sich das Feuer im Gebiet von Nischni Nowgorod ausbreite und so zusÀtzliche KrÀfte zur Löschung der BrÀnde mobilisiert werden können, teilte die Verwaltung der abgeschirmten Stadt mit. In Sarow liegt Russlands Kernforschungszentrum. Auch in vielen anderen Regionen seien Ortschaften durch die Feuer bedroht:

    ‱ NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

    In Kasachstan fanden bis 1989 mehr als 450 Atombombenexplosionen statt. Nach der Schließung des TestgelĂ€ndes Semipalatinsk vor 30 Jahren setzt sich das Land heute fĂŒr eine atomwaffenfreie Welt ein und exportiert gleichzeitig große Mengen Uran. Das Land, so der Deutschlandfunk Kultur in einem ausfĂŒhrlichen Feature, verfĂŒgte Anfang der 90er ĂŒber das viertgrĂ¶ĂŸte Nuklearwaffen-Arsenal der Welt. Die Regierung ließ hunderte Kilo hoch angereichertes Uran in die USA fliegen, mehr als 1000 nukleare Sprengköpfe wurden nach Russland gebracht und 1996 erklĂ€rte sich Kasachstan fĂŒr atomwaffenfrei. Bis das GelĂ€nde von allen Überresten der Atomtests gesĂ€ubert war, dauere es aber bis 2012. Heute werde vor allem die friedliche Nutzung der Kernkraft in den Vordergrund gestellt. Auch hier gĂ€be es eine lange Geschichte: Kasachstan versorge alle Kernkraftwerke der Sowjetunion mit Brennstoff und sorge somit fĂŒr billigen Strom in vielen LĂ€ndern. In Kasachstan befinde sich auch die sog. LEU Bank, das weltweit erste Vorratslager fĂŒr schwach angereichertes Uran. LEU stehe fĂŒr Low Enriched Uranium. Bis zu 90 Tonnen schwach angereichertes Uran wĂŒrden hier stĂ€ndig auf Abruf gelagert, genug Brennstoff, um eine mittelgroße Stadt drei Jahre lang mit Strom und WĂ€rme versorgen zu können. Idee dieses Projektes sei es, den fĂŒr Leichtwasserreaktoren notwendigen angereicherten Brennstoff stĂ€ndig zu bevorraten, sodass fĂŒr Mitgliedsstaaten der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA keine LieferengpĂ€sse entstehen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Die Firma, die das japanische Kernkraftwerk Fukushima Daiichi betreibt, wolle laut eines Berichts der ZEIT mehr als eine Million Tonnen aufbereitetes Wasser im Meer entsorgen. HierfĂŒr solle eine ein Kilometer lange Leitung unter dem Meeresgrund gebaut werden, wie das Unternehmen Tepco demnach mitteilte. Den Angaben zufolge solle bis Mitte MĂ€rz 2022 mit dem Bau begonnen werden. Zuvor sollen noch Machbarkeitsstudien und die Genehmigung der Regierung abgewartet werden:

    ‱ ZEIT

  • Presseschau vom 18.08.2021

    Herzlich willkommen zur neuesten Presseschau, die in dieser Woche erneut lesenswerte Themen aus dem In- und besonders dem Ausland umfasst, darunter aus dem belgischen Doel, dem Schweizer Bednau und mit einer kuriosen Geschichte aus Taiwan. Bemerkenswert ist der Artikel von Heise zur Rolle der Kernkraft zur Erreichung der Klimaziele, lesenswert ist auch der Meinungsbeitrag aus der ZEIT, den Sie am Ende unseres Angebots finden.

    Das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als die zustĂ€ndige atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde wurde von der Betreiberin des Kernkraftwerks Emsland fristgerecht ĂŒber ein Ereignis gemĂ€ĂŸ Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) informiert. Hiernach ist ein Schaden, insbesondere Riss, Verformung oder Unterschreitung der Sollwanddicke an einer Einrichtung des Sicherheitssystems meldepflichtig. In diesem Fall sei an der Absperrarmatur in der Messleitung zu einer von insgesamt drei Druckluftflaschen des Notstromdieselmotors das Einschraubgewinde abgerissen, so dass die angeschlossene Druckluftflasche entleert wurde. Die Armatur wurde getauscht und die Druckluftflasche wieder gefĂŒllt. Die VerfĂŒgbarkeit des Notstromdieselmotors war mit den verbliebenen zwei Druckluftflascheninhalten durchgehend gewĂ€hrleistet, so das Ministerium auf seiner Website:

    ‱ NIEDERSÄCHSISCHES UMWELTMINISTERIUM

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Isar 1 verlaufe nach Plan. Isar 2 werde nach einer letzten Revision im Dezember 2022 vom Netz genommen. Das teilte der Betreiber laut der Passauer Neuen Presse auf ihrem Online-Portal PNP.de kĂŒrzlich bei einer Pressekonferenz vor Ort mit. Außerdem gab es einen Überblick ĂŒber das Covid-19-Geschehen am Standort sowie einen Ausblick auf die kernkraftunabhĂ€ngige neue Gasversorgung am Kraftwerk Isar. Nach aktuellem Planungsstand gehe der RĂŒckbau noch bis 2032, der konventionelle Abriss der GebĂ€udehĂŒllen erfolge aber zusammen mit KKI 2 ab 2037:

    ‱ PASSAUER NEUE PRESSE

    Die Ermittlungen zur Sabotage im belgischen Kernkraftwerk Doel 4 im August 2014 seien laut des Nachrichtenportals Grenzecho nun abgeschlossen. Der Untersuchungsrichter habe jedoch niemanden formell unter Verdacht gestellt. Dies bestĂ€tigt laut Grenzecho die föderale Staatsanwaltschaft gegenĂŒber der Zeitung „De Tijd“. Es bleibe ein RĂ€tsel, wer der TĂ€ter war und was seine Motive waren. Es bestand nie ein nukleares Risiko, aber der Schaden belief sich auf mehr als 100 Millionen Euro. Am 5. August 2014 kam es zur automatischen Abschaltung von Doel-4 nach einem schweren Turbinenschaden durch Überhitzung, nachdem ein Unbekannter rund 65.000 Liter Öl der Turbine hatte auslaufen lassen:

    ‱ GRENZECHO (Bezahlinhalt)

    Block 2 des Schweizer Kernkraftwerks Beznau wird laut Nau.ch in den kommenden etwas mehr als fĂŒnf Wochen vom Stromnetz genommen. Grund seien die Revisionsarbeiten, wie die Betreibergesellschaft Axpo mitteilte. Beim Herunterfahren der Anlage werde ĂŒber dem Maschinenhaus, dem nicht-nuklearen Teil der Anlage, Wasserdampf sichtbar. Es bestehe aber keine GefĂ€hrdung von Mensch und Umwelt, schreibt die Axpo weiter. Die Schwerpunkte der Revision umfassen Instandhaltungsarbeiten, wiederkehrende PrĂŒfungen und Inspektionen sowie die Inbetriebnahme von neuen Systemen und Komponenten. Zudem wĂŒrden wie ĂŒblich integrale Systemtests durchgefĂŒhrt. Von den insgesamt 121 Brennelementen werden 20 durch neue ersetzt:

    ‱ NAU.CH

    Im Kernkraftwerk Kuosheng in Taiwan sei es laut der österreichischen Kronen Zeitung zu einer Notabschaltung gekommen, die offenbar durch eine Panne beim Putzen des Kontrollraumes ausgelöst wurde. Beim VerrĂŒcken eines Sessels soll demnach das Reinigungspersonal versehentlich einen Schalter gedrĂŒckt haben, der einen Ventilverschluss auslöste, woraufhin die Dampfturbine abgeschaltet und die Notabschaltung eingeleitet worden sei. Nach Identifikation der Ursache des Zwischenfalls sei das AKW Kuosheng nach fĂŒnf Stunden wieder ans Netz gegangen, habe aber erst nach drei Tage wieder volle Leistung erbringen können:

    ‱ KRONEN ZEITUNG

    Wie der IT-Branchendienst Heise berichtet, seien die internationalen Klimaziele nach Analysen einer UN-Organisation nicht erreichbar, wenn dabei die Kernkraft ausgeschlossen werde. Kernkraft sei eine kohlendioxidarme Energiequelle, die in den vergangenen 50 Jahren 74 Gigatonnen CO2-Emissionen vermieden habe, heißt es demnach in einem Bericht der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen fĂŒr Europa (UNECE). Nur Wasserkraft habe bei der Vermeidung solcher Emissionen eine grĂ¶ĂŸere Rolle gespielt. WĂ€hrend momentan in der UNECE-Region (Europa, Nordamerika und die LĂ€nder der ehemaligen Sowjetunion) immer noch mehr als die HĂ€lfte des Stroms mit fossilen Brennstoffen erzeugt werde, seien es 20 Prozent aus Kernkraft; diese wiederum habe 43 Prozent Anteil an der kohlenstoffarmen Stromerzeugung. Nun werde die Zeit knapp, fossile durch nachhaltige EnergietrĂ€ger zu ersetzen, um das Pariser Abkommen und die Agenda 2030 fĂŒr nachhaltige Entwicklung umzusetzen, ohne die Kernkraft dabei zu berĂŒcksichtigen, so der UNECE-Bericht:

    ‱ HEISE ONLINE

    Mit den Vor- und Nachteilen kleiner KKW beschĂ€ftigt sich die Schweizer NZZ. Angesichts der explodierenden Kosten fĂŒr den Bau moderner Kernkraftwerke setzten immer mehr Firmen auf kleine modulare Reaktoren. Zwar könne man die Zahl der Anlagen, die bereits in Betrieb sind, an einer Hand abzĂ€hlen. Aber laut einer Aufstellung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) werde derzeit weltweit an 70 Projekten geforscht. Die Nuklearindustrie versprĂ€che sich Großes von den kleinen modularen Reaktoren. In Kombination mit den erneuerbaren Energien könnten sie zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen und sollen sicherer sein als grosse Reaktoren:

    ‱ NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

    In einem Kommentarbeitrag der Wochenzeitung Die Zeit spricht sich der Autor fĂŒr eine LaufzeitverlĂ€ngerung der noch in Deutschland in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke als Übergangslösung aus. Anders, so zitiert der Verfasser den Chef von Siemens Energy, wĂŒrden 40 Prozent der notwendigen deutschen ErzeugungskapazitĂ€t fehlen. Man brauche BrĂŒckentechnologien, die Deutschland ohne wirtschaftliche und gesellschaftliche BrĂŒche in die karbonfreie Zukunft fĂŒhren könnten. Solche BrĂŒckentechnologien seien Erdgas aus den Pipelines, durch die eines Tages auch Wasserstoff transportiert werden könne, und eben auch die Kernenergie, deren Hauptproblem, die Entsorgung des AtommĂŒlls, in zwei oder drei Jahrzehnten möglicherweise lösbarer sein wird als heute. Die sechs Kernkraftwerke zunĂ€chst weiterlaufen zu lassen, wĂŒrde von 2023 an eine jĂ€hrliche Einsparung von 90 Millionen Tonnen CO2 ermöglichen. Das wĂ€re ein konkretes und sofort wirksames Klimaschutzprogramm:

    ‱ ZEIT

  • Presseschau vom 04.08.2021

    Unser Angebot der Presseschau in dieser Woche ist erneut ergiebig, neben lokalen Nachrichten aus dem Norden, u.a. gleich zweimal aus BrunsbĂŒttel und zum KKW KrĂŒmmel, finden sich aktuelle Themen wie die Hochwasserkatastrophe und mögliche Auswirkungen auf KKW sowie ein lesenswertes Interview mit dem Chef des Bundesamts fĂŒr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung in unserer Sammlung. Auch die internationale Entwicklung der Nutzung der Kernenergie ist erneut Thema der Medien. Wir wĂŒnschen eine erkenntnisreiche LektĂŒre.

    Nach einem Corona-Ausbruch im abgeschalteten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel laufen die RĂŒckbauarbeiten wieder ohne EinschrĂ€nkungen. Sie waren am 16. Juli unterbrochen worden, wie Betreiber Vattenfall laut SĂŒddeutscher Zeitung mitteilte. Bis Anfang vergangener Woche hatte es demnach 18 positive FĂ€lle gegeben, nach darauf folgenden Tests von 350 Menschen kamen 4 weitere FĂ€lle hinzu. Die ĂŒberwiegende Mehrheit habe sich mit der Delta-Variante angesteckt. „Es zeigt sich, dass die umgehende Betriebsschließung beim Auftauchen der ersten positiven FĂ€lle richtig war, so konnte eine weitere Ausdehnung bestmöglich eingedĂ€mmt werden“, sagte Kraftwerks-Leiter Markus Willicks laut SZ:

    ‱ SÜDDEUTSCHE

    Mit dem RĂŒckbau des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel darf erst begonnen werden, wenn die Atomaufsicht in Kiel ihre Genehmigung erteilt hat. Damit wird im kommenden Jahr gerechnet. Um fĂŒr den Startschuss gerĂŒstet zu sein, haben lĂ€ngst die Vorbereitungen begonnen. Im Kernkraftwerk trainieren Mitarbeiter nicht nur seit Jahren die entsprechenden AblĂ€ufe, sondern jetzt sind auch die ersten Container fĂŒr den Transport von freigemessenem Abfall bereits angekommen. Auf einem Parkplatzes des KraftwerkgelĂ€ndes stehen gut ein Dutzend 20-Fußcontainer. „Diese Container sind Spezialanfertigungen und haben eine lange Lieferzeit“, zitieren die LĂŒbecker Nachrichten Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Buckow. Deshalb seien die ersten leeren BehĂ€lter außerhalb des eigentlichen Überwachungsbereiches zwischengelagert worden:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN (Bezahlinhalt)

    Dr. Jan Backmann, Leiter der Strahlenschutzbehörde im Kieler Umweltministerium schlĂ€gt laut LĂŒbecker Nachrichten Alarm: Schleswig-Holstein habe allein im Kreis Herzogtum Lauenburg mit dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel, dem ReaktordruckbehĂ€lter der Otto Hahn und dem ehemaligen Forschungsreaktor der GKSS gleich drei große kerntechnische RĂŒckbauprojekte zu bewĂ€ltigen. „Der FachkrĂ€ftemangel bei Betreibern inklusive Drittfirmen, bei SachverstĂ€ndigenorganisationen und bei der atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde ist eines der grĂ¶ĂŸten – wenn nicht das grĂ¶ĂŸte Problem aktuell in der Kerntechnik“ zitiert das Blatt. Der Leiter gehe davon aus, dass die Bedeutung der Atomaufsicht in den nĂ€chsten Jahren sogar zunehmen werde, „denn MĂ€ngel an Experten aufseiten der Betreiber und SachverstĂ€ndigenorganisationen, die zu Sicherheitsdefiziten fĂŒhren könnten, mĂŒssen so rechtzeitig erkannt werden, dass rechtzeitig gegengesteuert werden kann“. Auch Betreiber Vattenfall erkenne das wichtige Thema: „Auch wir stellen fest, dass es schwieriger wird, FachkrĂ€fte zu finden“, so laut LN Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Buckow. „Noch können wir aber alle Stellen mit qualifiziertem Personal besetzen. Das liegt vielleicht nicht zuletzt an unseren Weiterbildungs- und Trainingsangeboten, die sehr attraktiv sind“:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN (Bezahlinhalt)

    Mit Bescheid vom 22.07.2021 hat das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz der Kernkraftwerk Lingen GmbH das zweite Teilprojekt des Abbaus des Kernkraftwerks Lingen genehmigt. Der Genehmigungsbescheid umfasse insbesondere den Abbau des ReaktordruckgefĂ€ĂŸes samt Einbauten sowie des Biologischen Schildes. Mit dem vorangegangenen Genehmigungsbescheid vom 21.12.2015 seien nunmehr alle atomrechtlich fĂŒr den Abbau des Kernkraftwerks erforderlichen Genehmigungen erteilt worden. Nach den Planungen der Kernkraftwerk Lingen GmbH soll der Abbau des Kernkraftwerks Lingen noch mehrere Jahre dauern. Nach der Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung erfolge anschließend der konventionelle Abriss der GebĂ€ude, so das Ministerium in seiner ErklĂ€rung:

    ‱ NIEDERSÄCHSICHES UMWELTMINISTERIUM

    Solange das KKW Isar 2 am Netz sei und Strom produziert, könne sich das Kernkraftwerk noch selbst mit Energie versorgen, so der lokale Nachrichtendienst Isar Donau Wald IDOWA in einem Beitrag. Wenn das KKI 2 aber an Silvester 2022 endgĂŒltig abgeschaltet werde, sei die Eigenerzeugung mit WĂ€rme nicht mehr möglich. Aus diesem Grund werde nun auf dem KraftwerksgelĂ€nde eine neue WĂ€rmezentrale errichtet, die mit Erdgas betrieben wird. Die Anlage ist laut des Standortleiters erforderlich, weil fĂŒr die Restbetriebs- und RĂŒckbauaktivitĂ€ten weiterhin ein hoher WĂ€rmebedarf in Form von WĂ€rme und Dampf anfalle. Solange der Leistungsbetrieb von Block 2 noch laufe, werde der tĂ€gliche Verbrauch am Standort der Kernkraftwerke Isar 1 und 2 durch einen Elektroerhitzer gedeckt. Diese Anlage ohne „eigenen“ Strom weiterzubetreiben, sei laut IDOWA jedoch unwirtschaftlich:

    ‱ IDOWA (Bezahlinhalt)

    Das Portal fĂŒr Erneuerbare Energien und die bĂŒrgernahe Energiewende „energiezukunft“ beschĂ€ftigt sich mit möglichen Risiken fĂŒr KKW in Zusammenhang mit Hochwassersituationen. Das Umweltinstitut MĂŒnchen habe im Zuge des verheerenden Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Abschaltung gefĂ€hrdeter Atomreaktoren in Europa gefordert. Durch die fortschreitende Klimakrise steige das Risiko beim Betrieb von Kernkraftwerken weiter an. Die Gefahr zeige sich in der aktuellen Hochwassersituation z.B. beim belgischen Kernkraftwerk Tihange, das ĂŒber den Fluss Maas gekĂŒhlt wird. Hier schlugen Beobachter demnach Alarm. Die Lage im belgischen Tihange sei nun „stabil“, die Atomaufsicht sprach aber von „erhöhter Wachsamkeit“. Die belgischen AKW Tihange und Doel sind ohnehin bereits seit Jahren in den Schlagzeilen, in Block 2 wurden wiederholt Risse im ReaktorbehĂ€lter gefunden, Anwohner forderten die Abschaltung:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT

    Ende des Jahres wird das Kernkraftwerk in Brokdorf (Schleswig-Holstein) abgeschaltet. Im nĂ€chsten Jahr folgen die letzten drei KKW im Rest der Republik, unter anderem Emsland (Niedersachsen). Kernenergie ist in Deutschland dann Geschichte. Aber das letzte Kapitel, so die shz, sei noch nicht geschrieben, da die Lagerung der nuklearen AbfĂ€lle noch offen sei. Das Blatt erörtert die daraus resultierenden Fragen in einem Interview mit Wolfram König, PrĂ€sident des Bundesamts fĂŒr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Im Interview erinnert sich Wolfram König an 1976, als er in Brokdorf gegen Atomkraft demonstrierte, er berichtet von der schwierigen Suche nach einem Endlager und wie es gelingen soll, die „Menschen dabei mitzunehmen“:

    ‱ NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU (Bezahlinhalt)

    Zehn Jahre nach der Katastrophe von Fukushima erlebe die Kernenergie ein erstaunliches Comeback, so das Magazin Focus. Immer mehr LĂ€nder bauen demnach neue Atommeiler, insbesondere auch um Klimaschutzziele zu erreichen. Aktuell entwickle sich eine neue Super-Technologie fĂŒr Mini-Atomkraftwerke. Das Blatt stellt die Frage, ob Deutschland die Lösung des Klima- und Energieproblems verpasse: WĂ€hrend Deutschland ein Kernkraftwerk nach dem anderen abschalte, mache der Rest der Welt genau das Gegenteil. Alleine in Chinas seien 13 neue Kernkraftwerke im Bau, auch Indien setze massiv auf Atomenergie und habe jetzt 6 neue Meiler im Bau. Selbst das kleine SĂŒdkorea baue 4 neue Kernkraftwerke:

    ‱ FOCUS

    China wolle den wohl ersten kommerziellen Kernreaktor weltweit bauen, der kein Wasser zur KĂŒhlung benötigen soll, berĂźchtet das Fachmagazin EFahrer.com unter Berufung auf einen Meldung von Yahoo! News. Statt wie die meisten Kernkraftwerke mit Uran betrieben zu werden, solle der geplante Schmelzsalzreaktor auf flĂŒssigem Thorium laufen. Die Bauarbeiten fĂŒr diesen ersten kommerziellen Salzschmelzenreaktor sollen demnach bis 2030 abgeschlossen sein, in Zukunft sollen dann mehrere weitere in den bevölkerungsarmen WĂŒsten und Ebenen Zentral- und Westchinas gebaut werden, so der Beitrag:

    ‱ EFAHRER.COM

    Heftige Proteste meldet der SPIEGEL aus BrunsbĂŒttel: Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben in unmittelbarer NĂ€he des KKW BrunsbĂŒttel gegen den Bau eines FlĂŒssiggasterminals protestiert. In mehreren Gruppen demonstrierten sie insbesondere gegen die Nutzung von Fracking-Gas und fĂŒr mehr Anstrengungen im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Dabei wurden zeitweise Bahnstrecken blockiert, die zu dem IndustriegelĂ€nde ChemCoast Park fĂŒhren, sowie auch der Nord-Ostsee-Kanal:

    ‱ SPIEGEL

    Auch der Branchendienst Heise berichtet ĂŒber die Proteste. Laut eines Polizeisprechers seien im Zusammenhang mit den Protesten mehrere hundert Beamte im Einsatz gewesen, darunter sowohl Einheiten aus Schleswig-Holstein als auch aus anderen BundeslĂ€ndern sowie von der Bundespolizei. Untergebracht worden seien die Beamten in zwei Camps – teils in der Eissporthalle in Brokdorf, teils auf dem GelĂ€nde des dortigen Kernkraftwerks. Der parlamentarische Beobachter Lorenz Gösta Beutin (Die Linke) hatte via Twitter darauf hingewiesen, dass Beamte „kurioserweise auf dem GelĂ€nde des AKW“ untergebracht seien:

    ‱ HEISE ONLINE

  • Presseschau vom 21.07.2021

    Die Presseschau in dieser Woche wartet diesmal u.a. mit vielen internationalen Nachrichten, einem interessanten Beitrag zum Energiebedarf von KryptowĂ€hrungen, der Ausbildungsperspektive fĂŒr Reaktoroperateure und -innen in der Schweiz und erneut einem Blick auf die Zukunft des Energiestandorts BrunsbĂŒttel auf. Wir wĂŒnschen Ihnen eine anregende LektĂŒre.

    Im Kernkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont hat es laut NDR ein meldepflichtiges Ereignis gegeben. Wie das Umweltministerium mitteilte, sei bei Routine-Kontrollen bei einem der vier Notstrom-Diesel festgestellt worden, dass KĂŒhlwasser ausgetreten war, genau in dem Zeitraum, als ein anderer Notstrom-Diesel gerade wegen anderer geplanter Arbeiten ausgeschaltet war. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass fĂŒr einige Stunden nur zwei der insgesamt vier Notstrom-Diesel einsatzbereit waren, so ein Ministeriumssprecher. Bei einem Störfall hĂ€tte dieser eine Generator aber ausgereicht. Das Kernkraftwerk Grohnde soll Ende des Jahres endgĂŒltig vom Netz gehen:

    ‱ NDR

    PreussenElektra will vier seiner letzten fĂŒnf Kernkraftwerke im Norden und SĂŒden Deutschlands in relativ kurzer Zeit komplett zurĂŒckbauen. Mit dem hohen Aufwand, den diese Vorhaben verursachen, beschĂ€ftigt sich das Fachmagazin Ingenieur.de in einem umfassenden Beitrag und vergleicht die Situation in Deutschland mit vergleichbaren Projekten in den Niederlanden:

    ‱ INGENIEUR.DE / BWK

    Das letzte Kernkraftwerk Baden-WĂŒrttembergs, das GKN II in Neckarwestheim, ist nach der jĂŒngsten Revision vom Umweltministerium als sicher bezeichnet worden. Seit 2018 schwele dort ein Streit um damals 300 entdeckte Risse in den Rohren der Dampferzeuger. Die PrĂŒfergebnisse zeigten aber nun, heißt es laut Stuttgarter Nachrichten in einer Mitteilung des Ministeriums, dass „die ergriffenen Maßnahmen, um Risse zu verhindern beziehungsweise frĂŒhzeitig zu erkennen, wirken.“ Zu undichten Stellen an Heizrohren sei es in der gesamten Betriebszeit der Anlage noch nie gekommen. Die Sicherheit sei deshalb gewĂ€hrleistet:

    ‱ STUTTGARTER NACHRICHTEN

    Momentan sind in Deutschland noch sechs Kernkraftwerke am Netz, drei sollen Ende dieses Jahres abgeschaltet werden, die anderen drei Ende 2022. FĂŒr alle Kraftwerke ist ein vollstĂ€ndiger RĂŒckbau geplant, dabei sind nur circa drei Prozent der Baumasse radioaktiv belastet. Alternativen fĂŒr dieses Konzept haben Studierende der Uni Kassel 2019 zusammengetragen. Die Ergebnisse werden nun in der Ausstellung „Nach der Kernkraft – Konversionen des Atomzeitalters“ im Neubau des Fachgebiets Architektur – Stadtplanung – Landschaftsplanung zu sehen sein, wie das Fachmagazin BauNetz berichtet:

    ‱ BAUNETZ

    Zwei ZwischenfÀlle, die sich in den vergangenen Monaten im französischen Kernkraftwerk Cattenom ereignet haben, waren offenbar gravierender als zunÀchst von den Betreibern mitgeteilt. Sie wurden nun offiziell als StörfÀlle deklariert, wie der Tierischer Volksfreund meldet:

    ‱ VOLKSFREUND

    Mehrere GrĂŒnen-Politiker aus Deutschland und Polen haben in Frankfurt/Oder ein Zeichen gegen den Bau von Kernkraftwerken in Polen gesetzt. Von einem Boot aus protestierten die Teilnehmenden mit Transparenten in beiden Sprachen gegen die Atom-PlĂ€ne Polens. Polen plane den GrĂŒnen zufolge derzeit den Bau von bis zu sechs Reaktoren an zwei Standorten, zwei davon sollen an der Ostsee in der NĂ€he von Danzig entstehen. Das erste Kraftwerk könnte bereits 2033 in Betrieb gehen. Damit soll unter anderem der Kohleausstieg kompensiert werden:

    ‱ RBB24

    Rund zehn junge MĂ€nner und Frauen beginnen jedes Jahr in der Schweiz die Ausbildung zum Reaktoroperateur oder zur Reaktoroperateurin an der Nukleartechnikerschule in Baden. Der SFR beschĂ€ftigt sich in seinem Beitrag damit, was an einem Beruf fasziniere, der jedenfalls in der Schweiz keine Zukunft mehr habe, seit im dortigen Energiegesetzt steht, dass keine neuen KKW mehr gebaut werden dĂŒrfen:

    ‱ SRF

    Slowenien hat laut eines Beitrags des österreichischen Kurier eine langfristige Klimastrategie bis 2050 verabschiedet, die laut Kritik aus den Umweltorganisationen die Energiezukunft des Landes in Richtung der Atomenergie steuere. Die Strategie halte auf ein klares Szenario zu: den Bau eines neuen Reaktorblocks im Kernkraftwerk Krsko, kritisierte die slowenische Greenpeace via Twitter, nachdem das Dokument im Parlament verabschiedet wurde.In der Strategie werde unter anderem festgelegt, dass Slowenien „eine langfristige Nutzung der Kernkraft“ plane und zu diesem Zweck die Verwaltungsverfahren und Vorbereitung der Dokumentation fĂŒr Investitionsentscheidungen durchfĂŒhre:

    ‱ KURIER

    Den Anfang machte die KryptowĂ€hrung Bitcoins, dann kamen etliche andere KryptowĂ€hrungen und sog. Miner hinzu. Die Preise fĂŒr Grafikkarten und der Stromverbrauch fĂŒr das SchĂŒrfen von Coins stieg in der Folge massiv an. Mittlerweile ist bei dem immensen weltweiten Energiebedarf fĂŒr KryptowĂ€hrungen die Rede vom Äquivalent eines Landes der GrĂ¶ĂŸe Österreichs. Im US-OstkĂŒstenstaat Pennsylvania soll nun eine Kryptomining-Farm direkt an ein Kernkraftwerk angegliedert werden, wie das Fachmagazin GameStar unter Berufung auf Datacenter Dynamics berichtet. Konkret heißt es in der Meldung, das US-Energieunternehmen Talen Energy plane die Entwicklung einer nuklear betriebenen Kryptomining-Anlage und eines Datacenters neben einem Kernkraftwerk, das bis zu 300 Megawatt liefern könne. Das Unternehmen selbst habe sich gegenĂŒber Datacenter Dynamics folgendermaßen geĂ€ußert: „Mit dem steigenden Energiebedarf von Rechenzentren und der Verarbeitung von KryptowĂ€hrung steigt auch der Ruf nach Dekarbonisierung dieser Energiequellen.“

    ‱ GAMESTAR

    Die Technische UniversitĂ€t Hamburg Harburg (TUHH) untersucht den möglichen Beitrag des geplanten LNG-Importterminals BrunsbĂŒttel fĂŒr den Aufbau einer Wasserstoffversorgung. Das teilte die Projektgesellschaft fĂŒr den Bau des FlĂŒssiggas-Terminals German LNG Terminal laut des Branchendienstes energate messenger mit. „Eine erfolgreiche Transformation des deutschen Energiesystems zur Erreichung der 2045er Klimaschutzziele benötigt in einem zunehmenden Maße klimaneutrale EnergietrĂ€ger“, so demnach Professor Martin Kaltschmitt vom Institut fĂŒr Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der TUHH. Da in Deutschland der hohen Energienachfrage nur ein geringes zu erschließendes Angebot erneuerbarer Energien gegenĂŒberstehe, mĂŒssten zunehmend treibhausgasarme EnergietrĂ€ger importiert werden. Vor diesem Hintergrund solle der Austausch mit der TU erste Überlegungen liefern, ob und wie ein Import von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten zukĂŒnftig ĂŒber das geplante LNG-Terminal möglich wĂ€re. Erste Erkenntnisse zeigten demnach, dass BrunsbĂŒttel gute Voraussetzungen habe, um sich zu einem wichtigen Knotenpunkt fĂŒr eine norddeutsche Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln. DafĂŒr spreche die gute seeseitige Anbindung, die vorhandenen AnschlĂŒsse ans Gasnetz und die hohe Anzahl an industriellen Verbrauchern in der Region:

    ‱ ENERGATE MESSENGER (Bezahlinhalt)

     

  • Presseschau vom 07.07.2021

    Die Nachrichtenlage fĂŒr die Presseschau in dieser Woche lĂ€sst kein Sommerloch erkennen: Nachrichten aus deutschen KKW, Politisches auf EU-Ebene, Berichte aus Belgien, dem Iran und UK und abschließend zum Energiestandort BrunsbĂŒttel ergeben ein rundes Angebot – wir wĂŒnschen Ihnen interessante LektĂŒre.

    Aus noch ungeklĂ€rter Ursache kam es im abgeschalteten Kernkraftwerk KrĂŒmmel zu einem Zwischenfall, die SHZ berichtete. Wie das Land Schleswig-Holstein demnach bestĂ€tigte, seien im seit 2009 dauerhaft abgeschalteten Kraftwerk am 21. Juni radioaktiv belastete Filterkonzentrate in einem Sperrbereich ausgetreten. Die Ursache dafĂŒr sei, dass in einer Ablaufleitung im Aufbereitungstrakt des ReaktorgebĂ€udes ein Schauglas gebrochen sei. UnverzĂŒglich seien daher die TĂ€tigkeiten zum Trocknen und AbfĂŒllen der Filterkonzentrate eingestellt worden. Die verwendeten Systeme seien außer Betrieb genommen worden und die von der Kontamination betroffenen Bereiche ordnungsgemĂ€ĂŸ gereinigt. Derzeit werde die Ursache und der Befund noch untersucht. Das Ereignis habe keinerlei Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, heißt es im Bericht. Die Reaktorsicherheitsbehörde habe SachverstĂ€ndige zur weiteren KlĂ€rung des Sachverhalts, der Auswirkungen und der Ursachen hinzugezogen. Es sei eine sogenannte „Normalmeldung“:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Die Bundesregierung zahle laut SPIEGEL den Energiekonzernen Vattenfall und RWE bemerkenswert hohe EntschĂ€digungen fĂŒr den Atomausstieg. Die beiden Energiekonzerne sollen insgesamt fast 2,3 Milliarden Euro fĂŒr sogenannte Reststrommengen erhalten, die sie nicht mehr wie geplant in ihren Kernkraftwerken erzeugen können, so das Blatt. Pro ungenutzter Megawattstunde wolle der Bund 33,22 Euro zahlen. Dabei hatte Vattenfall erst 2019 Reststrommengen fĂŒr nur 13,92 € per Megawattstunde an E.on verkauft, also fĂŒr nicht einmal den halben Betrag, den jetzt die Regierung ansetze:

    ‱ SPIEGEL

    Am Kernkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) ist eine Pumpe der BrennelementlagerbeckenkĂŒhlung fĂŒr etwa vier Minuten ausgefallen. Als Grund nennt der Betreiber eine Störung im externen Stromnetz. Die Temperatur im Becken habe sich wĂ€hrend des Ausfalls um circa 0,3 Kelvin erhöht. Die sicherheitstechnische Bedeutung des Ereignisses sei sehr gering, heißt es in einer Mitteilung laut SWR:

    ‱ SWR AKTUELL

    In einem halben Jahr sei die Stromerzeugung mit Kernenergie in Gundremmingen Geschichte, rechnet der BR vor. Am 31.12.2021 solle der letzte Block des Kernkraftwerk abgeschaltet werden. Danach werde sich auch vor Ort die Frage nach dem Erbe der Kernkraft stellen. Der Beitrag schildert die kommenden Schritte des RĂŒckbaus und die Auswirkungen auf die Region:

    ‱ BR

    Zur Technikgeschichte des Kernkraftwerks Rheinsberg gibt es bereits Veröffentlichungen, so die MOZ. Nun hÀtten sich Studierende der TU Berlin und der Medizinischen Hochschule Brandenburg gemeinsam des Themas angenommen:

    ‱ MOZ (Bezahlinhalt)

    In einer geplanten EU-Richtlinie fĂŒr grĂŒne Finanzinvestments soll Kernkraft als nachhaltige Energiequelle bezeichnet werden, so die FAZ. Dem stelle sich eine Staatenallianz um Deutschland entgegen und mache Druck auf die EU-Kommission. Jedes Land habe zwar das Recht, seine Energieform selbst zu wĂ€hlen, schreiben demnach Minister von fĂŒnf Staaten in einem der Agentur Reuters vorliegenden Brief an die Kommission. Bei der geplanten sogenannten Taxonomie – der Richtlinie fĂŒr grĂŒne Finanzinvestments – gehe es aber um Nachhaltigkeit. Die Taxonomie soll Ă€hnlich der deutschen Sustainable-Finance-Richtlinie der wachsenden Zahl von Investoren eine Richtschnur bieten, die in klimafreundliche und nachhaltige Unternehmen und Sektoren investieren wollen. Papiere der EU-Kommission hatten zuletzt deutlich gemacht, dass Kernkraft hier eingeschlossen werden soll. Allerdings gĂ€be es laut FAZ hier auch innerhalb der Kommission offenbar unterschiedliche Auffassungen:

    ‱ FAZ

    Die Kosten, die der RĂŒckbau bzw. der Abriss der belgischen Kernkraftwerke in Tihange und in Doel sowie die Langzeitaufbewahrung des Strahlenabfalls verursachen werden, lĂ€ge aktuell bei € 18 Mrd., so das Nachrichtenportal fĂŒr Flandern NWS. Die sagte demnach die belgische Energieministerin Tinne van der Straeten (Belgische GrĂŒne Partei) im belgischen Bundesparlament. Der Beitrag schildert Kosten und Aufwand des RĂŒckbaus der insgesamt 7 Meiler an den beiden Standorten:

    ‱ VRT NWS

    Das iranische Kernkraftwerk Buschehr im SĂŒden des Landes soll nach einem technischen Defekt wieder am Netz sein. Aus technischen GrĂŒnden war das KKW letzten Monat abgeschaltet worden. Nun aber funktioniere der Hauptgenerator wieder und somit sei das Kernkraftwerk wieder am Netz und betriebsbereit, sagte ein Sprecher der Energieorganisation Tawanir am Samstag laut Nachrichtenagentur IRNA und eines Berichts des Handelsblatts. Das KKW in der Hafenstadt Buschehr – das einzige im Land – sei international nur geduldet, weil es lediglich fĂŒr zivile Zwecke genutzt werde, das Uran aus Russland kommt und weil es unter Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA stehe, so das Blatt:

    ‱ HANDELSBLATT

    Ein „grĂŒnes“ KKW baue man laut BILD schon ab 2022 in Großbritannien: General Fusion ist ein Privatunternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Fusionsenergie in eine wirtschaftlich rentable Energiequelle zu verwandeln. Der Baubeginn der Demonstrationsanlage sei fĂŒr 2022 geplant, der Betrieb der Anlage soll etwa drei Jahre spĂ€ter erfolgen, wie BILD unter Bezug auf den Branchendienst Heise berichtet. „Ein großer Vorteil von Fusionsreaktoren gegenĂŒber Spaltungskraftwerken besteht darin, dass man es bei der Fusion leichter Atome nicht mit einer Kettenreaktion zu tun hat“ zitiert das Blatt Prof. Dr. Thomas Klinger, Projektleiter des deutschen Wendelstein 7-x Stellarator der Max-Planck-Gesellschaft, laut BILD der weltweit grĂ¶ĂŸten Fusionsanlage dieses Typs:

    ‱ BILD

    Erneute Diskussion am Energiestandort BrunsbĂŒttel: UmweltverbĂ€nde haben laut SĂŒddeutscher Zeitung weitere Proteste und rechtliche Schritte gegen das Terminal fĂŒr FlĂŒssigerdgas (LNG) im schleswig-holsteinischen BrunsbĂŒttel angekĂŒndigt. Damit reagierten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das KlimabĂŒndnis gegen die LNG auf die Antragstellung der Betreibergesellschaft German LNG Terminal GmbH auf Planfeststellung fĂŒr die Errichtung eines Hafens. In Deutschland gibt es derzeit kein LNG-Terminal. Das geplante Terminal schließe die LĂŒcke im LNG-Sektor in Deutschland. Das Gas könne ins Netz eingespeist oder weitertransportiert werden, zitiert das Blatt den GeschĂ€ftsfĂŒhrer der IHK Schleswig-Holstein:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 23.06.2021

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung der letzten Wochen zum Thema Kernkraft und RĂŒckbau war besonders geprĂ€gt von gleich mehreren meldepflichtigen Ereignissen oder Störungen in KKW in Deutschland, Europa und der Welt. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Auswahl fĂŒr die aktuelle Presseschau sind Berichte ĂŒber neue unternehmerische Initiativen, um durch neue Technik sichere und flexiblere Methoden zur Gewinnung von Kernenergie zu entwickeln.

    Im stillgelegten Kernkraftwerk KrĂŒmmel sind im Rahmen einer jĂ€hrlichen Wartung eines Notstromdiesels Risse an AbgaskrĂŒmmern festgestellt worden. Die Betreibergesellschaft Vattenfall habe das Ereignis der Reaktorsicherheitsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) fristgerecht mitgeteilt, so das Hamburger Abendblatt. GemĂ€ĂŸ Betriebsvorschriften sei ein Notstromdiesel zur Versorgung der Sicherheitseinrichtungen ausreichend. Es stehen weiterhin zwei weitere Notstromdiesel uneingeschrĂ€nkt zur VerfĂŒgung. Das KKW KrĂŒmmel wurde bereits im Jahr 2009 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Der Abbau der Anlage ist beantragt und wird aktuell vorbereitet:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT (Bezahlinhalt)

    Im Brennelemente-Zwischenlager beim Isar-Kernkraftwerk in Niederaichbach ist es laut BR zu einer technischen Panne gekommen. Kurzzeitig sei die Stromversorgung des Lagers abgeschaltet worden und wurde auch nicht mehr automatisch eingeschaltet, heißt es in dem Beitrag. Nach Angaben der BGZ Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung, einer bundeseigenen Gesellschaft, die die Zwischenlager an KKW betreibt, war eine Störung im Stromnetz die Ursache. Der Betreiber erklĂ€rte, es habe keine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung bestanden, der Schutz werde durch die dickwandigen Castor-BehĂ€lter gewĂ€hrleistet. Die Zwischenlager wurden bundesweit in NĂ€he der Kernkraftwerke errichtet, um die verbrauchten Brennelemente fĂŒr mehrere Jahrzehnte bis zur Inbetriebnahme eines deutschen Endlagers aufzubewahren. Der Block 2 des Kernkraftwerkes Isar soll bis Ende 2022 vom Netz gehen, Block 1 war bereits 2011 wenige Tage nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima abgeschaltet worden:

    ‱ BR

    Im Kernkraftwerk Neckarwestheim im Kreis Heilbronn werden aktuell wieder routinemĂ€ĂŸige SicherheitsprĂŒfungen an Ventilen vorgenommen. Dabei werde laut eines Berichts des SWR mehrmals kurzzeitig nicht radioaktiver Dampf abgelassen, der eine Dampfwolke ĂŒber dem Kraftwerk bilden und in der nĂ€heren Umgebung auch zu ungewöhnlichen GerĂ€uschen fĂŒhren könne. Dies habe der Betreiber EnBW vorab mitgeteilt:

    ‱ SWR

    Das stillgelegte französische Kernkraftwerk Fessenheim werde nach Meinung von Atomkraft-Kritikern unter dem Gesichtspunkt Risikominderung nur unzureichend rĂŒckgebaut, so der Branchendienst Heise. Der Betreiber EDF erfĂŒlle die von der Aufsichtsbehörde verlangten Vorkehrungen nur minimal, es gebe SicherheitslĂŒcken und zu wenig Transparenz, wird der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) zitiert. In dessen Auftrag habe Dr. AndrĂ© Herrmann, ehemaliger PrĂ€sident der Eidgenössischen Strahlenschutzkommission, gut 100 von EDF ĂŒbermittelte Dossiers zum RĂŒckbau analysiert. Laut ihm zeige sich, „dass viele Schwachstellen, die seit dem Unfall von Fukushima von der französischen Aufsichtsbehörde kritisiert wurden, auch beim RĂŒckbau ohne Sicherheitsvorkehrungen hingenommen werden“, heißt es in der Mitteilung des TRAS:

    ‱ HEISE ONLINE

    An einem gemeinsam betriebenen französisch-chinesischen Kernkraftwerk in Taishan ist laut eines Berichts der Deutschen Welle erhöhte RadioaktivitĂ€t gemessen worden. Laut DW berief sich der Sender CNN in seinem Bericht vom 14. Juni auf ein Schreiben des französischen Konzerns Framatome an die US-Atombehörde Department of Energy. Darin sei vor einer „unmittelbaren radiologischen Bedrohung“ gewarnt worden. Nun hielte sich Framatome in einer Pressemitteilung jedoch bedeckt. Die Firma bestĂ€tigte zwar, dass sie „die Lösung eines Problems im Betriebsablauf“ unterstĂŒtze. Das Kernkraftwerk arbeite jedoch „innerhalb der Sicherheitsparameter“. Auch Behörden geben laut DW Entwarnung:

    ‱ DEUTSCHE WELLE

    Auch die SĂŒddeutsche Zeitung beschĂ€ftigt sich kritisch mit den Ereignissen in Taishan, versucht, den Verlauf der Kommunikation zum Thema zu rekonstruieren und schildert die technischen und wirtschaftlichen HintergrĂŒnde, die fĂŒr die weitere Entwicklung um den chinesischen Reaktor relevant werden könnten:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI erhöhte im Nachgang zur Atomkatastrophe in Fukushima die Anforderungen an den Erdbebenschutz aller Schweizer Kernkraftwerke. Diese wurden vom Kernkraftwerk Beznau laut eines Berichts des Schweizer Boten auch erfĂŒllt. Allerdings zeigte sich 2020, dass es an den Notstromdieseln vorĂŒbergehend Montageabweichungen gab und die formalen Anforderungen fĂŒr den Fall eines Erdbebens damit nicht vollstĂ€ndig erfĂŒllt waren. Dies betraf den Zeitraum von April bis Mai 2012. Da im Juni zwei nachgerĂŒstete Dieselgeneratoren in Betrieb genommen wurden, waren die Vorgaben gemĂ€ĂŸ Behörden jedoch wieder erfĂŒllt. Das Blatt zitiert aus einem jetzt vorgelegten Bericht, der dem Werk durchgehende Erdbebensicherheit attestierte:

    ‱ BOTE

    Das Kernkraftwerk Buschehr ist das einzige Irans. Einer staatlichen Behörde zufolge wurde es nun fĂŒr einige Tage heruntergefahren, wie der SPIEGEL berichtet. Ein Vertreter der iranischen Stromgesellschaft Tavanir sagte der Nachrichtenagentur AP zufolge, das Kernkraftwerk werde fĂŒr drei bis vier Tage heruntergefahren. Es könnte daher zu StromausfĂ€llen kommen. Es sei das erste Mal, dass Iran eine Notabschaltung des Werks melde:

    ‱ SPIEGEL ONLNE

    Auf dem GelĂ€nde eines stillgelegten Kohlekraftwerks im US-Bundesstaat Wyoming soll ein Mini-Kernkraftwerk der neuesten Generation entstehen. Gebaut werde es laut eines Berichts des Handelsblatts von Terrapower, einem von Bill Gates gegrĂŒndeten Start-up, und Pacificorp, einem Energieunternehmen von Warren Buffett. Erst kĂŒrzlich sei das Projekt ins Leben gerufen worden. Eine Milliarde Dollar solle der natriumgekĂŒhlte Laufwellenreaktor kosten und nach sieben Jahren Bauzeit 345 Megawatt produzieren. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Small Modular Nuclear Reactor“ (SMN), ein kleiner modularer Kernreaktor, der die Menschheit, so hoffen die BefĂŒrworter, vor der Klimakrise retten und Atomkraft wiederbeleben soll. Das Handelsblatt beschĂ€ftigt sich ausfĂŒhrlich mit der Analyse der Erfolgsaussichten dieses Projekts:

    ‱ HANDELSBLATT

    Die FAZ berichtet ĂŒber die AktivitĂ€ten von Dual Fluid Energy Inc., einem Start-Up-Unternehmen mit Sitz im kanadischen Vancouver. Dual Fluid versprĂ€che, einen neuartigen Kernreaktor zu bauen, der „aus AtommĂŒll Strom fĂŒr Generationen erzeugt“. Dieser sei sicher, kostengĂŒnstig und klimaschonend und die NuklearabfĂ€lle der Vergangenheit können bei seinem Betrieb beseitigt werden. Interessant sei laut FAZ an der in diesem Jahr gegrĂŒndeten Firma noch etwas anderes: Die Gesellschaft ist zwar in Kanada registriert, doch die Macher hinter dem Unternehmen sind Deutsche, die das technische Konzept des Dual-Fluid-Reaktors in Deutschland entwickelt hĂ€tten:

    ‱ FAZ (Bezahlinhalt)

  • Presseschau vom 09.06.2021

    In dieser Woche können wir Ihnen ein besonders umfangreiches Angebot lesenswerter BeitrĂ€ge machen: Es geht um Nachrichten zu Kernkraftwerken im Norden und ganz Deutschland, wir blicken in die grenznahen Gebiete Frankreichs und der Schweiz und verfolgen die zunehmend hörbarer gefĂŒhrte nationale und internationale Debatte ĂŒber eine Renaissance der Kernkraft. Ein Beitrag zur Entwicklung des Energiestandorts BrunsbĂŒttel rundet unser Angebot ab.

    Mit „Irritation“ habe laut shz die BGZ Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung mbH die zum wiederholten Mal vorgetragenen Behauptungen ĂŒber Sicherheitsdefizite des Zwischenlagers Brokdorf zur Kenntnis genommen. Die von der Initiative Brokdorf-Akut und BUND-Kreisgruppe Steinburg erhobenen Vorwurf wies sie demnach entschieden zurĂŒck. „Ein Blick in die amtlichen Genehmigungsunterlagen und den Stresstest der Entsorgungskommission des Bundes genĂŒgt, um zu erkennen, dass die Sorgen vor Ereignissen wie einem Flugzeugabsturz, einem TankerunglĂŒck oder einem Hochwasser unbegrĂŒndet sind. Alle diese Szenarien sind mehrfach umfassend durch die Behörden betrachtet worden, mit dem Ergebnis, dass keine Gefahr fĂŒr die Menschen oder Umwelt besteht“, zitiert das Blatt einen Sprecher der BGZ:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Das Kernkraftwerk Grohnde wird zum 31. Dezember 2021 seinen Leistungsbetrieb einstellen, im Anschluss beginnt die rĂŒckbauvorbereitende Maßnahme, der sogenannte Nachbetrieb. Mit Inanspruchnahme der ersten Stilllegungs- und Abbaugenehmigung Anfang 2023 beginnt der RĂŒckbau. Die fĂŒr die Begleitung des RĂŒckbaus vom Hameln-Pyrmonter Kreistag beschlossene und gegrĂŒndete Begleitkommission „BK Grohnde“ habe laut TĂ€glicher Anzeiger im letzten Jahr ihre Arbeit aufgenommen und begleitet das Kernkraftwerk Grohnde politisch und gesellschaftlich bis zum konventionellen RĂŒckbau voraussichtlich Ende 2039. Zuletzt war die BK Grohnde auf Einladung des Betreibers im Kernkraftwerk WĂŒrgassen zu Besuch, um sich ĂŒber die praktische Seite eines RĂŒckbaus informieren zu lassen:

    ‱ TÄGLICHER ANZEIGER

    Bis Ende 2021 darf der letzte Block im KKW Gundremmingen, Block C, laufen. Danach könne er abgebaut werden. Dies habe laut BR das Bayerische Umweltministerium genehmigt. Bis das Kernkraftwerk komplett abgebaut ist, werde es aber noch lange dauern. Das Ministerium betonte in einer Pressemitteilung, dass man hinter dem Ausstieg aus Kohle und Kernenergie stehe und an den gesetzlichen Abschalteten nicht gerĂŒttelt werde. Block C in Gundremmingen dĂŒrfe noch bis zum 31.12.2021 laufen, Block B wurde schon im Dezember 2017 fĂŒr immer abgeschaltet:

    ‱ BR

    Im Norden von Breisach sollte vor 50 Jahren ein Kernkraftwerk mit vier Reaktorblöcken gebaut werden. In Breisach begann der badische Anti-Atom-Protest, der laut des Berichts der Badischen Zeitung „ganz Deutschland verĂ€nderte“. Der Bau wurde verhindert, da er sich aufgrund der Proteste als nicht politisch durchsetzbar erwies. Der Beitrag rekapituliert die damaligen Geschehnisse:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG (Bezahlinhalt)

    Mit der Situation ein Jahr nach der Stilllegung des KKW im französischen Fessenheim nahe der Grenze zu Baden-WĂŒrttemberg befasst sich der SRF in einem Beitrag, zu dem auch ein Video gehört. Offenbar auch unabhĂ€ngig von der Corona-Pandemie habe sich die Lage der Gastronomie und des Beherbergungsgewerbes im Ort deutlich verschlechtert, hinzu kĂ€me der Verlust zahlreicher ArbeitsplĂ€tze. Gleichzeitig sei jedoch auch ein starker Zuzug in die Region zu beobachten, insbesondere von Bewohnern aus unmliegenden GroßstĂ€dten. Besonders schmerzhaft seien die Folgen der KKW-Schließung dagegen fĂŒr die Gemeinde. Die Einnahmen seien deutlich eingebrochen. ÉlectricitĂ© de France (EDF) zahlte demnach frĂŒher Gewerbesteuern an den Gemeindeverband Haut-Rhin-Brisach und seine 29 Gemeinden in Höhe von 15 Millionen Euro jĂ€hrlich, davon zwei Millionen an Fessenheim:

    ‱ SRF

    Nach einem umfangreichen Check ging das grenznahe schweizerische Kernkraftwerk Beznau am Mittwoch wieder vollstĂ€ndig zurĂŒck ans Netz. Zwei Wochen lang hatten Spezialisten zuvor einen Teil der Brennelemente ausgetauscht und anschließend alle Systeme ĂŒberprĂŒft. Zwanzig der insgesamt 121 Brennelemente im Reaktorkern mussten wĂ€hrend der Wartungsarbeiten erneuert werden. Nach Pfingsten konnten die Betreiber den Reaktor dann wieder schrittweise hochfahren. Im Juni solle das Kraftwerk dann nach Angaben des Energiekonzerns Axpo wieder seine volle Auslastung erreichen. WĂ€hrend des Übergangs könnten Wasserdampfwolken ĂŒber dem GelĂ€nde aufsteigen, diese seien aber normal und stellen keine Gefahr fĂŒr Mensch und Umwelt dar, heißt es laut des Berichts bei Baden-FM:

    ‱ BADEN.FM

    Das US-Unternehmen Terrapower, zu dessen Initiatoren der Microsoft-GrĂŒnder Bill Gates gehört, will einen neuartigen Kernreaktor bauen, so das Nachrichtenportal Golem. Er solle auf dem GelĂ€nde eines Kohlekraftwerks entstehen, das in KĂŒrze stillgelegt wird. Terrapower entwickele einen sogenannten Small Modular Reactor (SMR). Diese Reaktoren seien kleiner als die bisher gebauten und sollen weniger aufwendig und sicherer sein. Terrapower kĂŒndigte demnach an, einen solchem SMR im US-Bundesstaat Wyoming zu bauen. Den genauen Standort wolle das Unternehmen erst Ende des Jahres bekanntgeben. Der Reaktor, den Terrapower plant, wird ein FlĂŒssigsalzreaktor, der mit Natrium gekĂŒhlt wird. Er soll eine Leistung von 345 Megawatt haben. Bei Bedarf könne die Leistung auf 550 Megawatt gesteigert werden. Zum Vergleich: Der noch aktive Teil des Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern liefert 1.344 Megawatt. Der Bau der Demonstrationsanlage soll rund eine Milliarde US-Dollar kosten und etwa sieben Jahre dauern:

    ‱ GOLEM.DE

    Kernenergie sei lange von Investoren verschmĂ€ht worden, so die WELT. Das Ă€ndere sich nun, weil Anleger, die nachhaltig investieren, der Kernkraft zu einem machtvollen Comeback verhelfen wĂŒrden. In vielen PlĂ€nen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen spielten nukleare Technologien eine zentrale Rolle als jene Energieform, die unabhĂ€ngig von Wetter und Jahreszeiten verlĂ€sslich Strom liefere, ohne dabei Kohlendioxid (CO2) zu produzieren. Die FinanzmĂ€rkte könnten laut WELT zu einem wichtigen Treiber dieser Entwicklung werden, zeige die Richtung der Geldströme doch an, wo Zukunftsinvestitionen getĂ€tigt wĂŒrden. Milliarden von Anlagegeldern seien auf der Suche nach nachhaltigen Investments, die mit den ESG-Standards vereinbar sind, die Kriterien fĂŒr die ökologische, sozial und gesellschaftlich verantwortliche Geldanlage festlegen. Insbesondere Uranminen böten attraktive Anlageoptionen:

    ‱ WELT+ (Bezahlinhalt)

    Mit der Renaissance der Kernkraft beschĂ€ftigt sich auch das Magazin Markt und Mittelstand. Weltweit investieren zahlreiche LĂ€nder in den Ausbau der Kernkraft. Einer der entschiedensten BefĂŒrworter sei Frankreich. FĂŒr StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron stehe fest: „Unsere ökologische und energetische Zukunft hĂ€ngt auch von der Kernenergie ab. „Frankreich erziele rund 80 Prozent seiner benötigten Stromproduktion aus der Kernkraft. Auch Großbritannien habe die Kernenergie noch nicht abgeschrieben. Der „Aktionsplan zur Entkarbonisierung“, der das Ziel hat, den Ausstoß von Treibhausgasen im Land bis 2050 komplett zu beenden, sehe den Bau neuer Mini-Kernreaktoren vor. 15 dieser von Rolls-Royce geplanten Reaktoren mit einer KapazitĂ€t von 440 Megawatt – genug, um eine 500.000-Einwohner-Stadt zu versorgen – sollen in den kommenden neun Jahren ans Netz gehen:

    ‱ MARKT UND MITTELSTAND

    In Deutschland gĂ€be es immer weniger Kernkraftgegner, das zeige eine neue Umfrage, auf die sich die WELT bezieht. Wegen drohender „StromlĂŒcken“ und verschĂ€rfter Klimaziele halten immer mehr den Ausstieg fĂŒr verfrĂŒht und wĂŒnschen sich eine LaufzeitverlĂ€ngerung. Im Auftrag des Pro-Atomkraftvereins Nuklearia e.V. und des Deutschen Arbeitgeberverbands e.V. (also erklĂ€rten BefĂŒrwortern der Kernkraft) befragte Allensbach demnach zwischen dem 1. und 13. Mai genau 1027 reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlte Deutsche in Face-to-Face-Interviews. Auf die „allgemeine“ Frage nach dem 2011 beschlossenen Atomausstieg bis 2022 antworteten 56 Prozent der Befragten, sie hielten diesen fĂŒr „richtig“, 25 Prozent heilten ihn fĂŒr „nicht richtig“. Allerdings hielten im Jahre 2012 noch 73 Prozent der Bevölkerung die Entscheidung der damaligen Regierung, aus der Kernenergie auszusteigen, fĂŒr richtig, 2014 waren es noch 70 Prozent, 2016 dann nur noch 65 und 2019 bereits nur noch 60 Prozent. Im gleichen Zeitraum vergrĂ¶ĂŸerte sich der Anteil derer, die den Ausstiegsbeschluss kritisch sehen, von 16 auf 25 Prozent:

    ‱ WELT+ (Bezahlinhalt)

    Ebenfalls die WELT berichtet aus Holland. Deutschlands Nachbar gelte zwar als progressiv beim Klimaschutz, beim Thema Kernenergie seien die Ansichten jedoch ganz unterschiedlich. Statt Ausstieg werde der Bau neuer KKWs diskutiert. Kritik gegen einen möglichen Standort gĂ€be es weniger im eigenen Land als vielmehr aus Deutschland. Noch immer steht das einzige KKW der Niederlande im sĂŒdwestlichen Borssele. Es sorge fĂŒr drei Prozent der Stromversorgung im Land, in Deutschland liegt der Anteil der Kernkraft bei ĂŒber zehn Prozent. Am selben Standort sollte 2012 ein zweiter Block gebaut werden, die Planungen wurden damals aber vor allem aus Unsicherheit der Investoren ausgesetzt:

    ‱ WELT+ (Bezahlinhalt)

    Ein weiterer Schritt in die Zukunft am Energiestandort BrunsbĂŒttel: Die EuropĂ€ische Kommission hat laut des Fachdienstes energate messenger die Regulierungsfreistellung fĂŒr das geplante LNG-Terminal in BrunsbĂŒttel genehmigt. Die Entscheidung beziehe sich auf die beantragte JahresdurchsatzkapazitĂ€t von 8 Mrd. Kubikmetern im Jahr, teilte demnach die German LNG Terminal GmbH mit. Die Bundesnetzagentur hatte die langfristige Ausnahme von der Regulierung bereits Ende November 2020 genehmigt. FĂŒr ihre Freigabe hatte die EU-Kommission aber noch zusĂ€tzliche Informationen angefordert und eine Konsultation der nationalen Regulierungsbehörden durchgefĂŒhrt. Im Genehmigungsverfahren habe die German LNG Terminal GmbH nun das Scoping zur UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung abgeschlossen. Auf der Website des Projektes heißt es, dass noch im 2. Quartal 2021 die Planfeststellung beantragt werden soll:

    ‱ ENERGATE MESSENGER (Bezahlinhalt)

     

  • Presseschau vom 26.05.2021

    Hier kommt eine neue Ausgabe der Presseschau: Die Auswahl ist diesmal besonders reichhaltig und sehr international und politisch geprĂ€gt. Spanien, Großbritannien, Russland, China und die USA sind hier die SchauplĂ€tze, dazu der deutsche Bundestag. Es finden sich auch zwei lesenswerte historische BeitrĂ€ge. Aus dem Norden gibt es Neues aus Lingen und vom KKW Unterweser.

     

    Nach seiner turnusgemĂ€ĂŸen jĂ€hrlichen Anlagenrevision ist das Kernkraftwerk Emsland in Lingen wieder ans Netz gegangen. In den vergangenen drei Wochen wurden nach Angaben des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums unter anderem 870 wiederkehrende PrĂŒfungen ausgefĂŒhrt. Dabei seien keine sicherheitsrelevanten Abweichungen festgestellt worden. 52 der insgesamt 193 Brennelemente wurden demzufolge ausgetauscht. Die Revisionsarbeiten seien von SachverstĂ€ndigen ĂŒberprĂŒft worden. RTL berichtet:

    ‱ RTL

    Die Braker BĂŒrgerinitiative „Deponie“ wendet sich erneut gegen die Freimessung von Bauschutt aus dem Kernkraftwerk Unterweser (KKU). Die zugrunde gelegten Werte seien nicht wissenschaftlich, sondern rein wirtschaftlich begrĂŒndet, so die Initiative laut NwZ Online. Das Kernkraftwerk, so ein Sprecher der Initiative, „verharmlose die Risiken gezielt“:

    ‱ NWZ ONLINE (Bezahlinhalt)

    Nur eine einzige Stimme fehlte bei der entscheidenden Abstimmung: Dann wĂ€re in den 80er Jahren die Trinkwassertalsperre Kleine Kinzig zweckentfremdet worden. Ihr Wasser sollte in den Neckar geleitet werden, um das Kernkraftwerk Neckarwestheim zu kĂŒhlen. Ein Zeitzeuge erinnert sich in einem Beitrag des SchwarzwĂ€lder Boten zurĂŒck: In den 70er Jahren gab es demnach Probleme mit der Genehmigung des zweiten Blocks des Kernkraftwerks Neckarwestheim. Um diese Gefahr zu bannen, sollte durch einen unterirdischen Tunnel von neun Kilometern LĂ€nge das Kinzigwasser vom Stausee aus zum Heimbach, Richtung Leinstetten, geleitet werden und von da aus dann ĂŒber die Glatt in den Neckar. Nach Protesten kam das Projekt doch nicht zustande:

    ‱ SCHWARZWÄLDER BOTE

    Das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt wird fĂŒr eine umfangreiche Jahresrevision mit Erneuerungsmaßnahmen abgeschaltet. Gut fĂŒnf Monate lang soll der Reaktor abgeschaltet bleiben. Grund fĂŒr diese lange Revisionsphase ist der geplante Ersatz sowohl des Kondensators als auch das ReaktorumwĂ€lzsystems. Danach solle das Werk deutlich effizienter laufen, der Zuwachs an Leistung entsprĂ€che laut Angaben des Betreibers dem eines kleinen Wasserkraftwerks:

    ‱ SÜDKURIER

    Die Bundesregierung sieht die zukĂŒnftige Stromversorgung auch ohne Kohle und Kernkraft gesichert. Auf eine Anfrage der FDP-Fraktion antwortete die Bundesregierung laut eines Berichts des Branchendienstes Energie & Management, dass die Stromversorgung in Deutschland auch beim Ausstieg aus Kernenergie und Kohleverstromung sicher bleibe. In ihrer Anfrage hatten die FDP-Abgeordneten gefordert, „worst case“-Szenarien zu analysieren. Damit solle auch beim Zusammentreffen mehrerer absehbarer Risiken die Versorgungssicherheit gewĂ€hrleistet werden. Die Bundesregierung hielt dies in ihrer Antwort nicht fĂŒr nötig, kĂŒndigte aber weitere Gutachten zur „Resource Adequacy“ im 2. Halbjahr 2021 an:

    ‱ ENERGIE & MANAGEMENT

    Ein Brand im spanischen Kernkraftwerk Trillo sorgte fĂŒr die Abschaltung der ganzen Anlage. Das Werk in Trillo wurde automatisch abgeschaltet, nachdem am Haupttransformator fĂŒr die externe Stromversorgung ein Feuer ausgebrochen war. Dies gehe aus einer Mitteilung der spanischen Atomaufsicht Consejo de Seguridad Nuclear (CSN) hervor, so Heise. Der Brand habe etwa 15 Minuten gedauert und die Sicherheitssysteme nicht beeintrĂ€chtigt, weder Menschen noch die Umwelt seien zu Schaden gekommen. Das Kernkraftwerk Trillo liegt etwa 80 Kilometer nordöstlich von Madrid:

    ‱ HEISE ONLINE

    Der britische Technologiekonzern Rolls-Royce hat sich mit dem UK SMR Consortium auf die Suche nach Partnern fĂŒr die Entwicklung von Mini-Kernkraftwerken gemacht, die eine wesentliche Rolle bei der Klimawende spielen könnten. Wie die Börsen-Zeitung berichtet, gehe es um kostengĂŒnstige „kleine modulare Reaktoren“ (Small Modular Reactors, SMRs), die 470 MW erzeugen könnten, das sei genug Strom fĂŒr eine Million Haushalte. Das nun vorliegende Konzept solle im Sommer den Aufsichtsbehörden vorgestellt werden. Dem Konsortium gehören Atkins, BAM Nuttall, Jacobs, Laing O’Rourke und das National Nuclear Laboratory an. Bislang habe es 18 Milliarden Pfund Fördergelder erhalten. Nun hofft es auf mehr als 200 Milliarden Pfund, die im Zehnpunkteplan der Regierung fĂŒr eine „grĂŒne industrielle Revolution“ vorgesehen sind, der im November vorgestellt wurde:

    ‱ BÖRSEN-ZEITUNG

    Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping haben in einer Videokonferenz den Baubeginn von vier neuen Reaktoren in zwei chinesischen Kernkraftwerken gefeiert. Die Blöcke 7 und 8 des AKW Tianwan und 3 und 4 des AKW Xudabao bauen Unternehmen der beiden Staaten gemeinsam. Xi Jinping erklĂ€rte laut Heise anlĂ€sslich des virtuellen Spatenstichs zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrags zwischen seinem Land und Russland, Energie sei schon immer der grĂ¶ĂŸte Bereich der Zusammenarbeit gewesen, insbesondere die Kernkraft. Er wolle sich zusammen mit Putin bemĂŒhen, die Kooperation weiter auszubauen:

    ‱ HEISE ONLINE

    Die US-Regierung erwĂ€gt Insidern zufolge Steuererleichterungen fĂŒr Atomkraftwerke, um die verschĂ€rften Klimaziele von PrĂ€sident Joe Biden zu erreichen. Dies berichtet n-tv. Dabei sollten die Betreiber bestehender AKWs eine Form von UnterstĂŒtzung erhalten wie gegenwĂ€rtig die Wind- und Sonnenenergiebranche, erfuhr Reuters von drei mit der Debatte vertrauten Personen. „In der Regierung setzt sich zunehmend die Einsicht durch, dass sie die Kernenergie braucht, um ihr Null-Ausstoß-Ziel zu erreichen“, sagte eine von ihnen. Die Hilfe solle Teil von Bidens Investitionsprogramm im Volumen von 2,3 Billionen Dollar werden. Eine Stellungnahme der Regierung lĂ€ge laut des Senders bisher nicht vor:

    ‱ N-TV

    Aus dem Kernkraftwerk im österreichischen Zwentendorf berichtet die Kleine Zeitung. Am 11. November 1969 wurde der Bau des Kraftwerks genehmigt. Projektbeginn war 1970. Der Plan war damals, einen Siedewasserreaktor mit einer Nettoleistung von 692 Megawatt zu betreiben. Nach der Errichtung des Kernkraftwerks gab es am 5. November 1978 eine Volksabstimmung. Mehrheitlich wurde die Inbetriebnahme abgelehnt, das Werk ging nie ans Netz. Der Beitrag schildert einen Besuch im Werk und den heutigen Zustand:

    ‱ KLEINE ZEITUNG

  • Presseschau vom 12.05.2021

    FĂŒr die Presseschau dieser Woche finden wir eine solide Nachrichtenlage, u.a. zur Deponieentscheidung in Schleswig-Holstein, mit weiteren BeitrĂ€gen aus KKW im Norden und Deutschland und einer interessanten Betrachtung der finanzpolitischen Auswirkungen der Förderung von Kernkraft als nachhaltig durch die EU. Wir blicken außerdem nach Japan und zum Schluss in die Geesthachter Nachbarschaft des KKW KrĂŒmmel.

    Das Land Schleswig-Holstein hat die angekĂŒndigten Zuweisungsbescheide fĂŒr die Deponierung von freigegebenen AbfĂ€llen aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel fĂŒr die Deponien LĂŒbeck-Niemark und Johannistal erlassen. Beide Bescheide wurden laut SHZ am 10. Mai durch das Landesamt fĂŒr Landwirtschaft, Umwelt und lĂ€ndliche RĂ€ume (LLUR) als zustĂ€ndiger Behörde an die Deponien ĂŒbermittelt. Im Rahmen der bis Ende 2022 gĂŒltigen Zuweisung werden der Deponie Niemark bis zu 1410 Tonnen und der Deponie Johannistal bis zu 900 Tonnen RĂŒckbau-AbfĂ€lle aus dem Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel zugewiesen. „Dabei geht es um solche AbfĂ€lle, die nach Strahlenschutzrecht freigegeben, allerdings nicht im Wege des Recyclings verwertbar sind und fĂŒr die die genannten Deponien zugelassen sind“, teilte das LLUR laut des Berichts mit. Die Freigabe aus dem Atomrecht erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren unter Begleitung unabhĂ€ngiger SachverstĂ€ndiger und nach PrĂŒfung durch die Atomaufsichtsbehörde auf der Grundlage bundesrechtlicher Vorgaben:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Auch der NDR beschĂ€ftigt sich in einem frei verfĂŒgbaren Beitrag mit der Thematik. Ein Videobeitrag mit einer Schilderung des Verfahrens zur Deponierung der AbfĂ€lle ergĂ€nzt die Berichterstattung:

    ‱ NDR

    Ebenfalls in der SHZ findet sich ein weiterer Beitrag zur Zuweisungsentscheidung: Hier werden die kritischen Stimmen gegen diesen Beschluss zusammengefasst. Sowohl lokale BĂŒrgerinitiativen als auch Mitglieder politischer Fraktionen in der LĂŒbecker BĂŒrgerschaft wenden sich gegen die Deponierung. Vorgebracht werden Sicherheitsbedenken, aber auch Hinweise auf die Schwierigkeit der Umsetzung unter Corona-Bedingungen und mögliche BeschĂ€digungen der betroffenen Zufahrtsstraßen zu den Deponiestandorten:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Im stillgelegten Kernkraftwerk Unterweser im Landkreis Wesermarsch ist radioaktiv belastetes Wasser ausgetreten. Es gelangte in mehrere RÀume. Der Zwischenfall sei aber nicht gravierend, teilte das niedersÀchsische Energieministerium als Aufsichtsbehörde mit. Das kontaminierte Wasser war bei Abbrucharbeiten im AKW ausgetreten. Eine Rohrleitung sei fehlerhaft getrennt worden, so das Ministerium. Das Lokalmedium buten un binnen berichtet, u.a. auch mit einem Audiobeitrag:

    ‱ BUTEN UN BINNEN

    Das einzige Kernkraftwerk in Franken könnte schon bald seine Wahrzeichen verlieren. Die beiden 143 Meter hohen KĂŒhltĂŒrme des KKW Grafenrheinfeld sollen nun doch schon viel frĂŒher gesprengt werden als ursprĂŒnglich geplant, wie Nordbayern.de berichtet. Viele Einheimische vor Ort störten die TĂŒrme, sie wollen die markanten Monumente endlich aus dem Sichtfeld haben und auch optisch erkennen können, dass der RĂŒckbau des Kernkraftwerks voll im Gange sei. Bisher konzentriere sich der Betreiber PreussenElektra auf den nuklearen RĂŒckbau. Seit Ende 2020 ist die Anlage brennstofffrei, alle ĂŒbrigen radioaktiven Komponenten sollen aber erst bis zum Jahr 2033 komplett entfernt sein. Bis 2035 sollen dann alle GebĂ€ude und auch die KĂŒhltĂŒrme abgerissen werden. Das Zwischenlager vor Ort wird dann wohl noch bleiben, die Genehmigung lĂ€uft bis zum Jahr 2046:

    ‱ NORDBAYERN

    Das Kernkraftwerk Lingen wurde bis Mitte Mai heruntergefahren. Grund dafĂŒr sei die jĂ€hrliche Revision der Anlage, so der NDR. Der Energieversorger RWE investiere rund 20 Millionen Euro in das PrĂŒfverfahren, dabei werden letztmalig 52 neue Brennelemente eingesetzt. Das Werk wird Ende 2022 abgeschaltet. Es ist bereits die zweite Revision unter Corona-Vorzeichen. Die rund 350 Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal des Kernkraftwerks wĂŒrden schon seit der Woche nach Ostern regelmĂ€ĂŸig auf das Coronavirus getestet, so Anlagenleiter Wolfgang Kahlert. Energieversorger RWE hĂ€lt am Abschalttermin Ende nĂ€chsten Jahres fest. Vorher solle es erneut eine Revision geben:

    ‱ NDR

    Nach 60 Jahren Kernkraft in Deutschland wird nĂ€chstes Jahr der letzte Meiler in Lingen abgeschaltet. Die Atomfabriken in Lingen und Gronau bleiben jedoch noch in Betrieb, fĂŒr ein atomares Endlager wird auch im Kreis Steinfurt nach einem Standort gesucht. Radio RST widmet sich dem Thema im Rahmen einer „Themenwoche Atomkraft“, u.a. auch mit einigen ExpertengesprĂ€chen als Audio-Files:

    ‱ RADIO RST

    Mit den finanzpolitischen Konsequenzen aus der Beurteilung der Kernkraft als nachhaltige Energiequelle durch die EU-Kommission beschĂ€ftigt sich das Wirtschaftsmagazin Capital. BrĂŒssel ringe darum, ob Anlagen in Kernenergie kĂŒnftig als nachhaltig gelten sollen. Die Entscheidung könne Milliarden fĂŒr Kernkraft-Investments mobilisieren oder aber vom Markt komplett ignoriert werden. Sollte Kernenergie offiziell als nachhaltig gelten, dĂŒrfte sie fĂŒr Fondsmanager und Anleger in der neuen, grĂŒnen Investmentwelt deutlich interessanter werden. Die Taxonomie wird zwar zunĂ€chst nur Investmentfonds und Lebensversicherungen regeln, Zertifikate sind davon zum Beispiel noch ausgenommen. Doch Finanzexperten erwarten, dass der eigentliche Einfluss des Regelwerks noch weit darĂŒber hinaus gehe: Staaten oder Banken könnten sich immer dann auf die Taxonomie beziehen, wenn sie entscheiden mĂŒssen, ob eine Investition klimafreundlich sei:

    ‱ CAPITAL

    Zehn Jahre nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sollen in Japan drei Atomreaktoren wieder in kommerziellen Betrieb gehen, die damals vom Netz genommen wurden. Tatsuji Sugmimoto, Gouverneur der PrĂ€fektur Fukui, in dem die drei Reaktoren liegen, habe laut des Branchendienstes Heise der Wiederinbetriebnahme zugestimmt. Sie seien dann die ersten in dem Land, deren Betriebszeit die Grenze von 40 Jahren ĂŒberschreiten werden, berichtet Heise unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Kyodo. Nach dem Erdbeben und Tsunami am 11. MĂ€rz 2011, als sich Fukushima Daiichi drei Kernschmelzen ereigneten, waren sĂ€mtliche japanische Reaktoren vom Netz genommen worden. Bisher gingen 9 von den 50 wieder ans Netz, nachdem die japanische Regierung im Sommer 2015 wieder zur Atomkraft zurĂŒckgekehrt war:

    ‱ HEISE ONLINE

    Photovoltaik-Anlagen, die Sonnenenergie in Strom umwandeln, sind Gegenstand mehrerer Projekte in Geesthacht. Am dortigen Pumpspeicherbecken hat Betreiber Vattenfall sein Projekt am Beckenrand fast fertiggestellt, fĂŒr zwei weitere haben die Mitglieder des Ausschusses fĂŒr Stadt- und Verkehrsplanung jeweils einstimmig grĂŒnes Licht gegeben: Auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Dynamitfabrik KrĂŒmmel in unmittelbarer NĂ€he des KKW KrĂŒmmel plant ein Unternehmen aus Hessen eine großflĂ€chige Anlage auf rund 25 Hektar. An der Mercatorstraße wollen die Stadtwerke auf drei FlurstĂŒcken und rund zwei Hektar Land Strom aus Sonnenenergie erzeugen. Hintergrund der Anstrengungen ist das Klimaschutzgesetz, das der Deutsche Bundestag im November 2019 beschlossen hat. Demnach soll Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Im Kern geht es darum, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu verhindern, zum Beispiel indem Sonnenenergie genutzt wird. Das Hamburger Abendblatt berichtet:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT (Bezahlinhalt)

  • Presseschau vom 28.04.2021

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl startet diesmal mit einem ausfĂŒhrlichen Bericht aus BrunsbĂŒttel, mit dem der Deutschlandfunk das Thema RĂŒckbau und Lagerung beispielhaft erlĂ€utert. Grohnde, Biblis und Fessenheim sind weitere SchauplĂ€tze von BeitrĂ€gen zum RĂŒckbau, wir erinnern an die Katastrophe von Tschernobyl anlĂ€sslich deren 35. Jahrestags und runden das Angebot ab mit einem Blick nach Indien und Tschechien. Zum Abschluss freuen wir uns ĂŒber Wanderfalken im Schweizer KKW Leibstadt.

    Der RĂŒckbau der deutschen Kernkraftwerke und die Suche nach einem Endlager fĂŒr den AtommĂŒll stehen im Mittelpunkt eines umfangreichen Feature des Deutschlandfunks. Dabei werden stellvertretend fĂŒr die Situation aller deutschen KKW am Beispiel des KKW BrunsbĂŒttel die aktuelle Situation und die Positionen der beteiligten Kreise aus Politik, Wirtschaft, Betreibern und Kritikern beleuchtet. Der Beitrag lĂ€sst auch Mitarbeiter des KKW BrunsbĂŒttel zu Wort kommen und fasst die KomplexitĂ€t der Zwischen- und Endlagerthematik in allen Facetten zusammen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Nach einer Routinerevision ist das Atomkraftwerk Grohnde laut Heise wieder mit dem Stromnetz verbunden worden. Es ist voraussichtlich das letzte Mal, bevor das KKW zum Ende dieses Jahres endgĂŒltig abgeschaltet wird. Der Reaktor wurde mit 28 neuen Brennelementen beladen. Eine DichtheitsprĂŒfung des SicherheitsbehĂ€lters habe den einwandfreien Zustand dieser Schutzbarriere belegt, so der Betreiber. Das KKW Grohnde liegt nahe der Stadt Hameln an der Weser und wurde 1985 in den kommerziellen Betrieb genommen. FĂŒnf Jahre nach der Abschaltung sollen die Uran-BrennstĂ€be entsorgt sein. FĂŒr den RĂŒckbau des KKW Grohnde, der ein Jahr nach der Abschaltung beginnen soll, habe der Betreiber 1,1 Milliarden Euro zurĂŒckgelegt:

    ‱ HEISE ONLINE

    In BĂŒttelborn im Kreis Groß-Gerau kĂ€mpft eine Initiative dagegen, dass Abbruchreste aus dem Kernkraftwerk Biblis vor Ort eingelagert werden sollen. Der BUND klage laut eines Berichts der FR gegen die Verbreitung von radioaktiv belastetem Abfallmaterial. Konkret soll es laut BUND um 60.000 Tonnen Beton, Metall und brennbare Stoffe gehen, die auf Deponien abgelagert, eingeschmolzen oder verbrannt werden sollen. Hinzu kommen 270.000 Tonnen Betonabriss von GebĂ€uden. Nach dem Willen der Landesregierung sollen diese freigemessenen und daher nicht gefĂ€hrlichen Stoffe auf hessischen Deponien entsorgt werden:

    ‱ FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Am 35. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine der Opfer gedacht. Der BĂŒrgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, erinnerte bei einer Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt außerdem an die vielen Menschen, die damals „zum Preis ihrer eigenen Gesundheit und ihres Lebens mit den Folgen der technischen Katastrophe kĂ€mpften. Landesweit blendeten die TV-Sender eine Trauerkerze ein. Mehr als 60.000 Menschen halfen demnach laut eines Berichts der ZEIT bei der Beseitigung der UnglĂŒcksfolgen und löschten etwa den Brand oder rĂ€umten TrĂŒmmer weg. Heute leben laut Klitschko in Kiew mehr als 48.000 von der Katastrophe Betroffene, Umgesiedelte und sogenannte Liquidatoren. AnlĂ€sslich des Jahrestags erhielten alle eine einmalige Zahlung von umgerechnet zwischen 18 und 30 Euro. Der Beitrag fasst die Geschehnisse von vor 35 Jahren zusammen und dokumentiert auch Stimmen deutscher Politiker anlĂ€sslich des Jahrestags der Katastrophe:

    ‱ ZEIT ONLINE

    Vor mehr als einem Jahr wurde der Betrieb von Reaktor 1 des KKW Fessenheim eingestellt, seit Ende Juni 2020 ist auch Reaktor 2 endgĂŒltig abgeschaltet. Die Gefahr eines schweren nuklearen Unfalls ist damit im elsĂ€ssischen Kernkraftwerk ausgeschlossen, so die Badische Zeitung in ihrem Beitrag. Als letzte Risikoquelle bleiben aber die ausgelagerten Brennelemente. WĂ€hrend die Planung und die Vorbereitungen zum RĂŒckbau laufen, hat ihr Abtransport im vergangenen Jahr begonnen. Bis spĂ€testens Mitte 2023, so kĂŒndigt der Betreiber ElectricitĂ© de France (EDF) an, werde sĂ€mtliches Brennmaterial vollstĂ€ndig weggebracht sein:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG (Bezahlinhalt)

    Inmitten diplomatischer Spannungen hat die tschechische Regierung Russland von der geplanten Ausschreibung fĂŒr den Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany in SĂŒdmĂ€hren ausgeschlossen. Wie das Kabinett in Prag laut eines Berichts des SPIEGELs entschied, dĂŒrfen russische Firmen nicht an einer vorangehenden SicherheitsprĂŒfung teilnehmen. Das teilte Industrieminister Karel Havlicek mit. Eingeladen werden sollen demnach nur Firmen aus Frankreich, SĂŒdkorea und den Vereinigten Staaten. Hintergrund des diplomatischen ZerwĂŒrfnisses seien Explosionen in einem tschechischen Munitionslager mit zwei Todesopfern im Jahr 2014. Tschechien wirft Russland eine Mitverantwortung vor und hatte angekĂŒndigt, 18 russische Botschaftsmitarbeiter auszuweisen:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Der französische Energiekonzern EDF komme laut eines Berichts des Grenzecho nach eigener Darstellung beim geplanten Riesen-Kernkraftwerk im indischen Jaitapur einen großen Schritt voran. Es gebe nun ein französisches Angebot fĂŒr sechs Druckwasserreaktoren des Typs EPR, teilte das Unternehmen demnach in Paris mit. Frankreich und Indien hatten den Bau des Kernkraftwerks bereits 2018 auf den Weg gebracht. Einmal fertiggestellt wĂ€re das Kraftwerk mit seinen fast zehn Gigawatt laut EDF das leistungsstĂ€rkste der Welt. Rund 70 Millionen Haushalte in Indien sollen mit Energie versorgt werden:

    ‱ GRENZECHO

    Auch in diesem Jahr haben Falken im KĂŒhlturm des schweizerischen KKW Leibstadt gegenĂŒber Waldshut den Nistkasten bezogen und Nachwuchs bekommen. Dass die Greifvögel in dem KĂŒhlturm nisten, sei kein Zufall, so der SĂŒdkurier in einer Kolumne – vor ĂŒber 20 Jahren sei bereits in etwa 100 Metern Höhe ein Nistkasten an dem Betonbau installiert worden:

    ‱ SUEDKURIER

     

  • Presseschau vom 14.04.2021

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Wie schon in den Vorwochen ist die Auswahl recht bunt und erneut international geprĂ€gt, bemerkenswert ist u.a. der Vorstoß einiger EU-Staaten zur gewĂŒnschten Förderung der Kernenergie durch die EU. BeitrĂ€ge aus Brokdorf, Biblis und Rheinsberg sind aus nationaler Perspektive relevant.

    Am 31. Dezember 2021 geht das Kernkraftwerk Brokdorf vom Netz. Im GesprĂ€ch mit der shz zieht dessen Leiter Uwe Jorden ein ResĂŒmee des Jahres 2020, schildert die Konsequenzen der Corona-Krise fĂŒr den Betrieb des Werks und gibt einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen der Abschaltung und des RĂŒckbaus des letzten norddeutschen KKW:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Biblis gehe zĂŒgig voran und man sei im Zeitplan. Damit das auch so bleibe, sei die Entsorgung der anfallenden Abfallmengen unverzichtbar, zitiert der Mannheimer Morgen Umweltministerin Priska Hinz aus dem Umweltausschuss des Hessischen Landtags. „Hessen verfĂŒgt ĂŒber geeignete, ortsnahe Deponien, wo der Abfall ordnungsgemĂ€ĂŸ hingebracht werden kann. Damit vermeiden wir Transporte innerhalb Deutschlands. Die gesetzlichen Standards zur Freimessung und Deponierung sind bereits sehr hoch. Dennoch werden wir den Auftrag des Landtags annehmen und prĂŒfen, mit welchen Maßnahmen wir den RĂŒckbau noch transparenter gestalten können“, so die Ministerin demnach weiter:

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Seit Ende Juni ist das Kernkraftwerk in Fessenheim abgeschaltet. Laut Baden Online seien seitdem bereits 120 radioaktive BrennstĂ€be abtransportiert worden. Bis Ende dieses Jahres sollen weitere rund 150 folgen, sodass bis spĂ€testens Mitte 2023 sĂ€mtliche BrennstĂ€be entsorgt seien. Laut der Freiburger RegierungsprĂ€sidentin habe der Betreiber EDF schon erste Antragsunterlagen zum RĂŒckbau des Kernkraftwerks eingereicht. Die französische nukleare Atomaufsichtsbehörde ASN wolle in den kommenden drei Jahren prĂŒfen, danach sollen die PlĂ€ne zum RĂŒckbau öffentlich ausgelegt werden:

    ‱ BADEN ONLINE

    Frankreich, Polen, Ungarn und vier weitere EU-Staaten setzen sich laut des Branchendienstes Heise in BrĂŒssel fĂŒr die Kernkraft ein. Diese dĂŒrfe nicht von der europĂ€ischen Klima- und Energiepolitik ausgeschlossen werden, schrieben demnach Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und sechs Regierungschefs aus Mittel- und Osteuropa in einem Brief an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und drei weitere Kommissions-Mitglieder. Die Atomkraft mĂŒsse aber nicht nur anerkannt, sondern von der EU auch aktiv gefördert werden, heißt es demnach weiter in dem Schreiben, das auch von den Regierungschefs Polens und Ungarns, Mateusz Morawiecki und Viktor Orban, mitgetragen werde. Zu der LĂ€ndergruppe gehörten laut Heise auch Tschechien, RumĂ€nien, die Slowakei und Slowenien:

    ‱ HEISE ONLINE

    Das schweizerische Kernkraftwerk Leibstadt produzierte im 36. Betriebsjahr nach Unternehmensangaben netto insgesamt 9050 Gigawattstunden Strom, meldet der SĂŒdkurier. Das zum Vorjahr um 2,6% höhere Produktionsvolumen sei auf den konstanten Leistungsbetrieb bei hoher AnlagenverfĂŒgbarkeit zurĂŒckzufĂŒhren. Die fĂ€llige Jahresrevision solle am 24. Mai starten und aufgrund umfangreicherer Arbeiten bis zum 26. Oktober andauern:

    ‱ SUEDKURIER

    Der RBB fĂŒhrt in einem Rundgang durch das ehemalige KKW Rheinsberg. Der Abbau des Werkes dauert seit seiner Stilllegung vor 30 Jahren immer noch an. Der Beitrag wird mit umfangreichem Bildmaterial begleitet und lĂ€sst auch die damalige Bauphase des Werks Revue passieren:

    ‱ RBB

    Die ursprĂŒnglich fĂŒr den Jahresanfang geplante Ausschreibung fĂŒr den Neubau eines Kernkraftwerks mit 1200 Megawatt Leistung im tschechischen Dukovany verzögere sich laut eines Beitrags der FAZ weiter. Sie solle jetzt erst nach der Parlamentswahl im Oktober und der folgenden Regierungsbildung begonnen werden, teilte demnach der federfĂŒhrende Industrieminister Karel Havlíček mit. Um aber nicht weitere Zeit zu verlieren, will er schon jetzt mit vier Interessenten aus Korea, Amerika, Frankreich und Russland ein PrĂ€qualifizierungsverfahren beginnen. Das stieße gleich auf mehrfachen Protest, nicht allein der chinesischen Botschaft, die es einen Verstoß gegen die wirtschaftliche Fairness nannte, dass dem Staatskonzern CGN aus SicherheitsgrĂŒnden die Teilnahme an der Ausschreibung versagt bleiben soll:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

    In den Vereinigten Arabischen Emiraten nimmt das Kernkraftwerk Barakah den kommerziellen Betrieb auf. Es ist das erste Kernkraftwerk in der arabischen Welt, das Strom im Normalbetrieb liefert. Die Braunschweiger Zeitung bebildert diese Nachricht mit einem kurzen Videobeitrag, der das arabische Werk zeigt:

    ‱ BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG

    Das Kernkraftwerk im japanischen Ikata, PrĂ€fektur Ehime, darf seinen Betrieb wieder aufnehmen. Das entschied das Oberste Gericht von Hiroshima laut eines Berichts des deutschsprachigen Nachrichtenportals Sumikai. Die Justiz habe damit die einstweilige VerfĂŒgung gegen das Kraftwerk aufgehoben. Diese wurde vom Obersten Gericht ursprĂŒnglich im Januar 2020 erlassen, um den Reaktor Nr. 3 außer Betrieb zu nehmen. Anwohner hatten in Hinblick auf mögliche weitere Naturkatastrophen Bedenken geĂ€ußert. Außerdem solle an dieser Stelle eine Anti-Terror-Einrichtung gebaut werden:

    ‱ SUMIKAI

  • Presseschau vom 31.03.2021

    Die Presseschau in dieser Woche enthĂ€lt neben Neuem aus dem Norden und zum Kernthema RĂŒckbau interessante internationale BeitrĂ€ge sowie Diskussionen ĂŒber die Zukunft der Kernenergie und deren Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Wir bieten zudem einen Artikel zu einer ĂŒberraschenden EU-Analyse an, ein lesenswerter historischer Beitrag ĂŒber die Nutzung der Kernenergie in der ehemaligen DDR rundet unsere Auswahl fĂŒr Sie ab.

    Das Kernkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont werde aktuell fĂŒr die letzte Revision heruntergefahren, meldet der NDR. In den kommenden Wochen wĂŒrden zahlreiche Aggregate und Leitungen ĂŒberprĂŒft. DarĂŒber hinaus werde der Reaktor geöffnet und mit neuen Brennelementen beladen. Anders als vor der Corona-Pandemiedauern dauern die Arbeiten dieser Revision nun vier Wochen. Zudem wĂŒrden weniger Mitarbeiter von Fremdfirmen zum Einsatz kommen, um die notwendigen HygieneabstĂ€nde einhalten zu können. Die Revision solle ca. zwölf Millionen Euro kosten. Das KKW soll am 31. Dezember 2021 endgĂŒltig vom Netz gehen:

    ‱ NDR

    Ein EU-Expertenbericht empfiehlt die Einstufung der Kernkraft als „grĂŒne Investition“. Wie die Nachrichten des Deutschlandradio berichten, hĂ€tten die Analysen keine wissenschaftlich fundierten Belege dafĂŒr ergeben, dass die Kernenergie die menschliche Gesundheit oder die Umwelt stĂ€rker schĂ€dige als andere Technologien zur Stromerzeugung, heißt es demnach in einem Entwurf des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission, welcher der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Lagerung von Atomabfall tief unter der Erde sei „angebracht und sicher“, heißt es in dem Dokument der Gemeinsamen Forschungsstelle JRC. Die Autoren verweisen auf entsprechende Projekte in Frankreich und Finnland:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Die deutsche Energiewende, so die FAZ in einem Kommentar, habe einen Makel: Eine nĂŒchterne AbwĂ€gung zwischen der atomaren und der fossilen BrĂŒckentechnologie habe niemals stattgefunden. Die Wirtschaft sei hauptsĂ€chlich an einem zuverlĂ€ssigen Stromfluss und grundlastfĂ€higen Kraftwerken interessiert. Man habe de facto die Auswahl zwischen zwei BrĂŒckentechnologien: der Kernkraft, die ein hohes Gefahrenpotential berge, das sich jedoch nur selten realisiere, und den fossilen EnergietrĂ€gern Kohle oder Gas, deren Nachteile sich in Form von Emissionen auf jeden Fall realisieren wĂŒrden:

    ‱ FAZ

    Trotz der Nuklearkatastrophe in Japan halten viele Staaten an der Kernenergie fest, etliche wollen sogar neu einsteigen. Am Niedergang der Technik dĂŒrfe das aber wenig Ă€ndern, so die SĂŒddeutsche Zeitung. Dies, so das Blatt, sei aber primĂ€r mit wirtschaftlichen ErwĂ€gungen und nicht mit Sicherheitsbedenken begrĂŒndet:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Die ursprĂŒnglich fĂŒr den Jahresanfang geplante Ausschreibung fĂŒr den Neubau eines Kernkraftwerks mit 1200 Megawatt Leistung im tschechischen Dukovany verzögert sich laut eines Berichts der FAZ weiter. Sie solle jetzt erst nach der Parlamentswahl im Oktober und der folgenden Regierungsbildung begonnen werden, teilte demnach der federfĂŒhrende Industrieminister Karel Havlíček mit. Um nicht weitere Zeit zu verlieren, wolle er schon jetzt mit vier Interessenten aus Korea, Amerika, Frankreich und Russland ein PrĂ€qualifizierungsverfahren beginnen. Das stieß auf mehrfachen Protest, u.a. der chinesischen Botschaft, die es einen Verstoß gegen die wirtschaftliche Fairness nannte, dass dem Staatskonzern CGN aus SicherheitsgrĂŒnden die Teilnahme an der Ausschreibung versagt bleiben solle:

    ‱ FAZ

    Der französische Energiekonzern EDF erhĂ€lt nach einem Bericht des Branchendiensts Energie und Management fĂŒr die vorzeitige Schließung seines Kernkraftwerks Fessenheim eine EntschĂ€digung von mehr als 370 Millionen Euro. Das Ă€lteste Kernkraftwerk Frankreichs im elsĂ€ssischen Fessenheim war Ende Juni letzten Jahres endgĂŒltig vom Netz gegangen. Zuvor hatte die französische Atomaufsicht die Reststrommenge der Anlage begrenzt und den Betreiber EDF dadurch gezwungen, das Kernkraftwerk stillzulegen:

    ‱ ENERGIE & MANAGEMENT (Bezahlinhalt)

    Die japanische Atomaufsicht hat laut des deutschsprachigen japanischen Nachrichtendienstes Sumikai beschlossen, die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Niigata fĂŒr eineinhalb Jahr zu verbieten, nachdem schwerwiegende SicherheitsmĂ€ngel festgestellt worden seien. Betreiber Tepco wolle das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen, da es ein wichtiger Teil des Ziels des Unternehmens sei, nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima seine AbhĂ€ngigkeit von teuren Importen fossiler Brennstoffe zu verringern. Die Entscheidung, das Kernkraftwerk nicht in Betrieb zu nehmen, komme fĂŒr die japanische Regierung zu einem besonders ungĂŒnstigen Zeitpunkt, da diese bestrebt sei, die als sicher geltenden Kernkraftwerke des Landes wieder ans Netz zu bringen:

    ‱ SUMIKAI

    Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat in vielen LĂ€ndern zum Atomausstieg gefĂŒhrt. China folge diesem Trend allerdings nicht, so die Tagesschau in einem Bericht. Das Land brachte demnach gerade eines seiner modernsten KKW ans Netz. Kritik dazu sei kaum zu hören, so das Feature. Statistisch gesehen spiele die fast CO2-freie Kernenergie in China bisher allerdings keine große Rolle. Immer noch sorgten Kohlekraftwerke fĂŒr mehr als 60 Prozent des Stroms. Der Anteil der Kernenergie liege in China bei gerade einmal fĂŒnf Prozent. Zum Vergleich: In den USA seien es rund 20 Prozent und in Deutschland, wo Ende nĂ€chsten Jahres die letzten KKW abgeschaltet werden, wurde vergangenes Jahr immerhin noch zwölf Prozent des Stroms nuklear erzeugt:

    ‱ TAGESSCHAU

    Mit der Nutzung der Kernenergie in der ehemaligen DDR zu Zeiten des UnglĂŒcks in Fukushima und dem dort damals herrschenden SicherheitsverstĂ€ndnis, das von den Standards in der Bundesrepublik deutlich abwich, berichtet ein Beitrag des NDR aus dem Ressort Geschichte. Das Feature schildert den damaligen Status am Beispiel des KKW in Lubmin:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 17.03.2021

    Die Presseschau ist diese Woche ungewöhnlich umfangreich: EntschĂ€digung fĂŒr Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland, der Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, Diskussionen um die Zukunft der Kernkraft, gleich mehrere Features zum RĂŒckbau, ein Blick nach Tschechien und Wanderfalken in Gundremmingen sind die Themen der Auswahl.

    Der beschleunigte Ausstieg aus der Kernenergie nach der Atomkatastrophe von Fukushima fĂŒhrt nun zu einer EntschĂ€digung fĂŒr die deutschen Betreiber von Kernkraftwerken: Versorger, die ihre Ă€lteren Kernkraftwerke nach der Katastrophe vorzeitig abschalten mussten, erhalten insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro an Ausgleichszahlungen. Das teilten das Bundeswirtschafts-, Umwelt- und Finanzministerium laut SPIEGEL mit. Vor der Fukushima-Katastrophe hatte die Bundesregierung eine VerlĂ€ngerung der KKW-Laufzeiten beschlossen. Nach den verheerenden SchĂ€den am japanischen Kernkraftwerk waren die sieben Ă€ltesten Meiler sowie Vattenfalls Kernkraftwerk KrĂŒmmel dann kurzfristig vom Netz genommen worden, weshalb die Betreiber angemessene EntschĂ€digungen forderten. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2016 ebenfalls EntschĂ€digungen dafĂŒr angemahnt. Die Bundesregierung legte zwischenzeitlich eine Gesetzesregelung vor, die aber 2020 vom Verfassungsgericht teils als unzureichend verworfen wurde. Nun sei eine Einigung erzielt worden, mit der bei verbindlichem Abschluss auch die laufenden juristischen Verfahren beendet wĂŒrden:

    ‱ SPIEGEL

    Auch die Tagesschau beschĂ€ftigt sich mit der Thematik und schildert die positive Resonanz der Betreiber auf die erzielte Einigung. Demnach zeigte sich Vattenfall erleichtert, dass ihre Einigung den „kostspieligen“ und „zeitraubenden“ Auseinandersetzungen rund um den Atomausstieg nun ein Ende setzen könne. Vattenfalls Konzernchefin Anna Borg nannte den Kompromiss „letztlich akzeptabel“. Vattenfall hatte vor dem Schiedsgericht der Weltbank eine deutlich höhere EntschĂ€digungssumme angestrebt. Die Eckpunkte der Einigung sollen nun in einem Vertrag verankert und dem Bundestag ĂŒbermittelt werden. Die endgĂŒltige Regelung solle dann mit einem neuen Gesetz in Kraft treten. Nach Ministeriumsangaben solle dies möglichst noch in diesem Jahr geschehen:

    ‱ TAGESSCHAU

    Die Geschehnisse in Fukushima 2011 erlebte der heutige technische Direktor des Betreibers Vattenfall und damals designierte Kraftwerksdirektor des KKW KrĂŒmmel Ingo Neuhaus ein Jahr nach seinem Umzug an die Elbe. In einem Beitrag des Hamburger Abendblatts schildert er den Tag der Katastrophe und seine persönlichen Erfahrungen in KrĂŒmmel. Inzwischen ist er als technischer Direktor fĂŒr den Abbau von BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel zustĂ€ndig. Von rund 330 Vattenfall-Mitarbeitern, die vor zehn Jahren im KKK arbeiteten, seien heute noch knapp 200 ĂŒbrig geblieben. Auch in der Nachbetriebsphase sei eine kontinuierliche Überwachung der Betriebssysteme erforderlich. Neuhaus könne „verstehen, dass Atomenergie politisch und gesellschaftlich seit Fukushima in Frage gestellt“ werde. Er halte Kernenergie aber immer noch fĂŒr eine sinnvolle Option bei der Energiewende, so das Abendblatt:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT (Bezahlinhalt)

    Mit den Gedanken zu einer Renaissance der Kernkraft beschĂ€ftigt sich der Sender n-tv. Der Weltklimarat etwa wolle die CO2-arme Atomenergie nutzen, um den Kampf gegen den Klimawandel voranzubringen; Fridays-For-Future-Initiatorin Greta Thunberg Ă€ußerte, Kernenergie könne „ein kleiner Teil einer sehr großen neuen kohlenstofffreien Energielösung“ sein und löste damit einen Protest unter den Aktivisten aus. Auf dem Weg zur KlimaneutralitĂ€t investiere US-PrĂ€sident Joe Biden in die Entwicklung neuer Kernenergie. Der Bundesfachausschuss fĂŒr Wirtschaft, ArbeitsplĂ€tze und Steuern der CDU setzte sich schon Anfang 2020 dafĂŒr ein, Kernenergie „als mögliche Variante fĂŒr eine CO2-freie Energieproduktion“ zu prĂŒfen, wie ein Positionspapier zeige. Auch Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer Ă€ußerte laut n-tv, man mĂŒsse die Kompetenz fĂŒr Atomenergie behalten. Auf europĂ€ischer Ebene sehe das sogenannte „Clean Energy Package“ der EuropĂ€ischen Kommission LaufzeitverlĂ€ngerungen vor, sowie den Neubau von zahlreichen Atomkraftwerken bis 2050. DemgegenĂŒber stĂ€nden aber neben Sicherheits- vor allem wirtschaftliche Bedenken, zitiert der Sender Experten. Ein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb von KKW sei zukĂŒnftig nach deren Auffassung nicht denkbar:

    ‱ N-TV

    Staaten wie China, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, SĂŒdkorea oder Brasilien bauen aktuell neue Kernkraftwerke, aber auch alte AtommĂ€chte wie die Vereinigten Staaten, Russland, Großbritannien und Frankreich. In Europa solle es neue Anlagen in der Ukraine, in Weißrussland, Finnland und der Slowakei geben. Die TĂŒrkei und Bangladesch stiegen sogar ganz frisch in die Nukleartechnik ein. Selbst Japan, so die FAZ, errichte zwei neue Anlagen. Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hĂ€lt diese Anstrengung laut FAZ jedoch fĂŒr einen Irrweg und möchte dagegen auch außerhalb Deutschlands angehen. In Deutschland sei es dafĂŒr auch nötig, die „Atomfabriken“ von Lingen und Gronau zu schließen, die Brennelemente fĂŒr das Ausland herstellen. Dazu fĂŒhrte sie aus, die Produktion dort sei mit dem Atomausstieg nicht vereinbar, weshalb die Schließung der Fabriken in der nĂ€chsten Legislaturperiode erfolgen mĂŒsse. Einem ministeriellen Gutachten zufolge sei das rechtssicher und mit entsprechenden EntschĂ€digungszahlungen möglich. Nötig sei ein Gesetz zur Beendigung der Brennelemente-Fabrikation und des Betriebs von Urananreicherungsanlagen – ein solches habe aber bislang keine parlamentarische Mehrheit gefunden:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

    Die Tagesschau berichtet ĂŒber AktivitĂ€ten am Energiestandort Fukushima, die alternativ zur Kernenergie erfolgen: Das Fukushima Hydrogen Energy Research Field, kurz FH2R, liegt in dem kleinen Ort Namie unweit des havarierten Kernkraftwerks. Auf einer FlĂ€che von 22 Hektar werde dort zur Wasserstoffproduktion geforscht. FĂŒnf Unternehmen haben sich unter dem Dach der staatlichen Organisation fĂŒr Forschungs- und Entwicklungsprojekte, kurz NEDO, zusammengeschlossen. Das Forschungszentrum wurde demnach erst im MĂ€rz 2020 eröffnet und passe zu den japanischen Klimazielen, bis 2050 aus der Kohlekraft auszusteigen und neben Kernkraft auch verstĂ€rkt auf Wasserstoff zu setzen. FĂŒr letztere Energieform wolle die japanische Regierung, die parallel an der Kernkraft festhĂ€lt, bis zu 2030 knapp 16 Milliarden Euro bereitstellen:

    ‱ TAGESSCHAU

    Das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als zustĂ€ndige atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde wurde von der Betreiberin des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) fristgerecht ĂŒber ein Ereignis gemĂ€ĂŸ Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung informiert. Im Rahmen einer wiederkehrenden PrĂŒfung hatte eine Brandschutzklappe nicht geschlossen. Die FunktionsfĂ€higkeit wurde kurzfristig ĂŒber die so genannte Schmelzlotauslösung wiederhergestellt. Das Ereignis wurde unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken eingestuft und hatte somit keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen, teilte das Ministerium mit:

    ‱ NIEDERSÄCHSISCHES MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, BAUEN UND KLIMASCHUTZ

    Der Kernkraftstandort Dukovany in Tschechien darf um zwei weitere Reaktoren erweitert werden. Das teilt der Betreiber ČeskĂ© EnergetickĂ© ZĂĄvody (ČEZ) laut des Branchendiensts Heise mit. Die staatliche Nuklearaufsicht habe die PlĂ€ne fĂŒr die Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von jeweils 1200 MW genehmigt. Das bisherige Kernkraftwerk Dukovany liegt 30 km von Österreich entfernt, bis Wien sind es rund 100 km und bis Passau 250 km. Es besteht aus vier Reaktoren der sowjetischen Bauart WWER 440/W-213 mit je 500 MW Leistung. Sie gingen zwischen 1985 und 1987 ans Netz. Die nun geplanten Blöcke sollen die alten schrittweise ersetzen:

    ‱ HEISE ONLINE

    In einem Radiofeature schildert der SWR in seinem Wissenskanal, wie Kernkraftwerke nach ihrer Stilllegung rĂŒckgebaut werden. Auf Frage des Senders erklĂ€rt ein Fachingenieur, wie der RĂŒckbauprozess lĂ€uft:

    ‱ SWR

    Auch der SRF beschĂ€ftigt sich in einem ausfĂŒhrlichen Beitrag, der auch ein 3D-Video umfasst, mit dem RĂŒckbau von Kernkraftwerken am Beispiel des KKW MĂŒhleberg:

    ‱ SRF

    Auch ein norddeutsches Medium beschĂ€ftigt sich umfassend mit dem Thema RĂŒckbau: Buten und Binnen von Radio Bremen widmet sich dem RĂŒckbau des KKW Unterweser, auch hier mit einem Videobeitrag und mit dem besonderen Schwerpunkt auf die frage der Handhabung der beim RĂŒckbau anfallenden AbfĂ€lle:

    ‱ BUTEN UN BINNEN

    Mit dem beim RĂŒckbau des KKW Isar 1 anfallenden AbfĂ€lle beschĂ€ftigt sich der BR. Besonders viel Zeit nehme beim RĂŒckbau das Recycling der Bauteile in Anspruch. Eines der Ziele beim RĂŒckbau sei, die Menge der radioaktiven AbfĂ€lle, die endgelagert werden mĂŒssen, so gering wie möglich zu halten. Es solle so viel Material wie möglich wiederverwendet werden können, zum Beispiel als recyceltes Altmetall:

    ‱ BR

    Die Betreiber des Kernkraftwerks Gundremmingen haben in 40 Meter Höhe an den KĂŒhltĂŒrmen des Werks zwei NistkĂ€sten montieren lassen. Dort nisten zurzeit Wanderfalken, nicht zuletzt deshalb, weil sie dort besonders sicher sind. Mit etwas GlĂŒck, so der BR, schlĂŒpfen in ein paar Wochen Junge:

    ‱ BR

  • Presseschau vom 03.03.2021

    In die heutige Presseschau starten wir mit einem Beitrag zum RĂŒckbau der Schornsteine des Gaskraftwerks in BrunsbĂŒttel. Nachrichten bieten wir aus LĂŒbeck, Gundremmingen und Brokdorf, wir schauen in die Schweiz, nach Frankreich und Weißrussland, erinnern an die Ereignisse in Fukushima vor 10 Jahren und schließen mit einem Blick in die mögliche Zukunft in Geesthacht und KrĂŒmmel.

    In wenigen Wochen verschwinden die beiden 70 Meter hohen Kamine des Gasturbinenwerks, das in unmittelbarer NĂ€he des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel steht. 48 Jahre lang stand das Kraftwerk dort zur Versorgung des benachbarten KKW, ist jedoch seit 2018 nicht mehr in Betrieb. Boyens Medien blicken zurĂŒck:

    ‱ BOYENS MEDIEN (Bezahlinhalt)

    Einen eigenen Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier:

    ‱ PERSPEKTIVE BRUNSBÜTTEL

    Der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) hat sich auf einer Veranstaltung den Fragen LĂŒbecker Politiker gestellt. Es ging dabei um den KKW-Bauschutt aus BrunsbĂŒttel, der bis 2022 auf der LĂŒbecker Deponie Niemark abgelegt werden soll. Albrecht versuchte laut des Berichts im NDR, die Ängste und Sorgen vieler LĂŒbecker zu vertreiben: „FĂŒr mich ist klar, dass noch viele offene Fragen und auch Sorgen mit dieser Entsorgung zu tun haben und auftreten. Ich möchte diese Sorgen den LĂŒbeckerinnen und LĂŒbeckern wirklich gerne nehmen: Der Abfall, der hier entsorgt werden soll, ist genauso ungefĂ€hrlich wie der normale Bauabfall, der tagtĂ€glich in dieser Stadt anfĂ€llt.“ Die Mehrheit der Abgeordneten lehne laut NDR die verfĂŒgte Deponierung des Bauschutts auf der LĂŒbecker Deponie ab. Vor allem SPD und CDU betonten demnach immer wieder, dass Albrecht die Zwangszuweisung zurĂŒckziehen solle. Die GrĂŒnen dagegen seien auf der Seite des Kieler Umweltministers:

    ‱ NDR

    Ende 2021 geht auch der letzte Block des KKW Gundremmingen vom Netz. Was das fĂŒr den Atomausstieg bedeutet und wie der sichere RĂŒckbau eines Kernkraftwerks funktioniert, schildert die SWP in einem umfangreichen Beitrag:

    ‱ SUEDWEST PRESSE (Bezahlinhalt)

    Die Hamburger Morgenpost erinnert an die grĂ¶ĂŸte Demonstration gegen die Kernkraft, die es in Deutschland jemals gegeben hat: Am 28. Februar 1981 demonstrierten in Brokdorf ca. 100.000 Teilnehmer*innen gegen den Bau des dortigen KKW und setzten sich dabei auch ĂŒber ein Demonstrationsverbot hinweg. Das Ziel, das Kernkraftwerk Brokdorf zu verhindern, erreichte der Protest nicht: Im FrĂŒhjahr 1981 wurde das Werk weitergebaut und ging in Betrieb. Ende 2021 wird er Meiler stillgelegt:

    ‱ MOPO.DE

    Das Erste blickt in einer bildstarken Dokumentation auf die Ereignisse rund um das KKW in Fukushima 2011 und die darauf folgenden politischen Entscheidungen zurĂŒck. In dem 45-minĂŒtigen Beitrag kommen Politiker, Journalisten und Augenzeugen zu Wort und schildern ihre Sicht der Ereignisse, die die Geschichte der Kernenergie in Deutschland nachhaltig geprĂ€gt haben. Abgerundet wird der Beitrag durch zahlreiche Bild- und Videodokumente sowie Originalnachrichten und NewsbeitrĂ€ge vom 11.03.2011 und den Tagen danach:

    ‱ DAS ERSTE

    ErgĂ€nzend verweisen wir auf ein Referat von Prof. Horst-Michael Prasser, emeritierter Professor fĂŒr Kernenergiesysteme, ETH ZĂŒrich, der detailliert die HintergrĂŒnde beschreibt, die fĂŒr das damalige Geschehen in Fukushima verantwortlich waren. Veranstalter des Forums „Fukushima 10 Jahre danach“ war das Nuklearforum Schweiz, der Beitrag findet sich auf dessen YouTube-Kanal:

    ‱ YOUTUBE

    Die Laufzeit der Àltesten französischen Kernreaktoren kann unter Auflagen von 40 auf 50 Jahre verlÀngert werden. Das gehe laut SWP aus einer Stellungnahme der französischen Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) hervor, die gerade in Paris veröffentlicht wurde. Zur Bedingung machte die Behörde eine Reihe von Reparaturen, um NuklearunfÀlle bei den 32 Àltesten Reaktoren zu verhindern. Frankreich bezieht rund 70 Prozent seines Stroms aus Kernkraft, das ist der höchste Anteil weltweit:

    ‱ SUEDWEST PRESSE

    Brennelemente aus Lingen dĂŒrfen an das Kernkraftwerk Leibstadt in der Schweiz geliefert werden. Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main hat laut eines Berichts des Branchendiensts Heise entschieden, dass trotz eines eingelegten Widerspruchs die vom Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilte Ausfuhrgenehmigung fĂŒr den Brennelementhersteller Framatome sofort vollzogen werden könne. Die eingelegten WidersprĂŒche einiger natĂŒrlicher Personen sowie des BUND wurden aufgrund von ZulĂ€ssigkeitsbedenken abgewiesen:

    ‱ HEISE ONLINE

    FĂŒnf Monate lang werde sich das Hochrheintal bei Waldshut-Tiengen ohne die Dampffahne des Schweizer Kernkraftwerks Leibstadt zeigen. AufwĂ€ndige Modernisierungsmaßnahmen und der Corona-Infektionsschutz sorgen dafĂŒr, dass die Jahresrevision 2021 des KKW wesentlich lĂ€nger dauern werde als sonst. Wie der SĂŒdkurier berichtet, werde ein lange umstrittenes Containerdorf fĂŒr Revisions-FachkrĂ€fte nun auf dem Betriebsareal des Werks errichtet. Die Jahresrevision des Werkes dauere vom 24. Mai bis in den Oktober und sei damit einer der lĂ€ngsten StillstĂ€nde des Reaktors, der 1984 seinen Betrieb aufgenommen hat:

    ‱ SÜDKURIER

    Das EU-Parlament hat die Inbetriebnahme eines Kernkraftwerks in Belarus scharf kritisiert. Die beiden Reaktoren in Ostrowez seien „eine mögliche Bedrohung fĂŒr die EuropĂ€ische Union und ihre Mitgliedstaaten“, heißt es laut Stern.de in der verabschiedeten Entschließung. Das Kernkraftwerk ist das erste in Belarus und war im November erstmals ans Netz gegangen. Im MĂ€rz solle es kommerziell in Betrieb gesetzt werden und kĂŒnftig ein Drittel des belarussischen Energiebedarfs abdecken.  Seit November habe es jedoch immer wieder Notabschaltungen, AusfĂ€lle von Anlagenteilen und Fehlfunktionen der KĂŒhlsysteme gegeben, heißt es in der Entschließung des Europaparlaments. Wegen unzureichender Kontrollen und Transparenz mĂŒsse von einer „geringen Betriebssicherheit“ ausgegangen werden:

    ‱ STERN

    In Geesthacht soll nach Vorstellung des Leiters fĂŒr Wertstoffforschung am Helmholtz-Zentrum zusammen mit dem Deutschen Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) am Schleusenkanal, unweit der Grenze zu Hamburg, ein Wasserstoff-Hafen entstehen. Dieser solle laut eines Berichts des Hamburger Abendblatts mehrfach genutzt werden: Erstens als Liegeplatz der neuen, noch nicht im Bau befindlichen Forschungsschiffe von HGZ und DLR, die teilweise mit Wasserstoff laufen. Zweitens als Deutschlands erste Wasserstoff-Tankstelle fĂŒr Schiffe sowie auch als Wasserstoff-Tankstelle fĂŒr LKW. Schließlich solle der Hafen auch zum regionalen Verteilungszentrum fĂŒr Wasserstoff werden. Bis zum Sommer wolle Geesthacht seine Grobplanung fĂŒr den Wasserstoff-Hafen abgeschlossen haben. SpĂ€ter könne man sich laut der Initiatoren vorstellen, dass auf dem im RĂŒckbau befindlichen GelĂ€nde des Kernkraftwerk KrĂŒmmel selbst Wasserstoff produziert werde, Ă€hnlich, wie es die Stadt Hamburg mit dem Kraftwerk Moorburg plane:

    ‱ LAUENBURGISCHE LANDESZEITUNG (Bezahlinhalt)

  • Presseschau vom 17.02.2021

    Diese Woche erwartet Sie in der Presseschau eine besonders reiche Ausbeute an relevanten BeitrĂ€gen, beginnend mit einem JubilĂ€um in BrunsbĂŒttel, dazu zahlreiche Artikel aus Deutschland, aber auch internationale Neuigkeiten aus Estland und gleich zweimal dem französischen Cattenom, wo u.a. ein besonderes WetterphĂ€nomen die Aufmerksamkeit der Medien erregte.

    Vor 50 Jahren und einige Jahre, bevor das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel 1977 ans Netz ging, wurde am Standort ein Info-Zentrum geschaffen, um ĂŒber den Bau und die Energieform Kernenergie aufzuklĂ€ren. AufklĂ€rung und Transparenz seien durchgehend das Motiv fĂŒr dessen Betrieb gewesen, so Boyens Medien in einem Beitrag anlĂ€sslich des JubilĂ€ums. Das Informationszentrum habe seine Zielsetzung im Laufe der Jahre jedoch verĂ€ndert. In den Anfangsjahren sei es vor allem um die Energieform Kernkraft und den Bau des Kraftwerks gegangen, spĂ€ter habe die Funktionsweise im Vordergrund gestanden. An Modellen sei das An- und Abfahren sowie das Innenleben und die Funktion eines Generators eines Kernkraftwerks erklĂ€rt worden. Wo das Material fĂŒr die BrennstĂ€be abgebaut und wie sie hergestellt werden, habe ebenfalls einen Schwerpunkt der Darstellung gebildet. Die letzte ZĂ€sur erfuhr das Kernkraftwerk und sein Informationszentrum nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie im Jahre 2011. Seitdem habe sich der Fokus von der Kernenergie hin zur Energiewende verschoben. Alles drehe sich nun um den RĂŒckbau des Kraftwerks, um ein Endlager und mögliche Deponien fĂŒr kontaminierten Schutt, zitiert das Blatt den Sprecher des KKW Olaf Hiel. AufklĂ€rung sei aber immer noch wichtig, so Hiel, insbesondere deshalb, weil der Ausstieg dauern werde:

    ‱ BOYENS MEDIEN (Bezahlinhalt)

    In LĂŒbeck soll es eine BĂŒrger-Umfrage ĂŒber die Zwangs-Zuweisung von 12.500 Tonnen Bauschutt aus dem KKW BrunsbĂŒttel geben. In einem Fernsehbeitrag widmet sich der NDR in seinem Schleswig-Holstein-Magazin der Thematik und beschĂ€ftigt sich insbesondere differenziert mit der Rolle der GRÜNEN bei der Entscheidung zur Deponierung der freigemessenen AbfĂ€lle:

    ‱ NDR

    Eine Ă€hnliche Situation findet sich in Bergrheinfeld: In der KreismĂŒlldeponie RothmĂŒhle bei Bergrheinfeld ist der erste aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld stammende, von RadioaktivitĂ€t freigemessene MĂŒll angeliefert worden. In der Region wird nun mit beiderseits Ă€hnlichen Argumenten ĂŒber mögliche Folgen fĂŒr die Gesundheit gestritten, wie der BR berichtet:

    ‱ BR

    Rund 100.000 Menschen kamen am 28. Februar 1981 zur bis dahin grĂ¶ĂŸten deutschen Anti-Atom-Demo an die Unterelbe. Sie protestierten gegen den Bau des KKW Brokdorf trotz eines entsprechenden Verbots. 1976 kam es bei der „Schlacht um Brokdorf“ zu massiven Ausschreitungen. Der NDR schildert anlĂ€sslich des 40. Jahrestages dieses Ereignisses die damaligen Proteste und die politischen HintergrĂŒnde in einem Feature:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont soll bis zum letztmöglichen AbschĂ€lt-Zeitpunkt Ende 2021 Weiterbetrieben werden. Dies habe laut NDR der Energiekonzern PreussenElektra dem Land Niedersachsen mitgeteilt. Das sei möglich, weil Reststrommengen vom stillgelegten Atomkraftwerk KrĂŒmmel auf Grohnde ĂŒbertragen werden können, heißt es in einer Antwort der Landesregierung an die GRÜNEN. Nach Ansicht der Partei sollte der Meiler stattdessen so schnell wie möglich abgeschaltet werden:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Isar 2 in Essenbach bei Landshut hat im Jahr 2021 deutschlandweit erneut am meisten Strom produziert. Im kommenden Jahr soll das Kraftwerk abgeschaltet werden. Bis dahin liefere es laut BR aber noch eine große Menge Strom. Das AKW sei erneut „deutscher Meister“ unter den Kernkraftwerken bei der Stromerzeugung: Isar 2 fĂŒhre demnach bei der Stromerzeugung mit ĂŒber elf Milliarden Kilowattstunden (brutto) im Jahr 2020 erneut die Rangliste der deutschen Kernkraftwerke an. Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen und das Kernkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein lieferten jeweils gut zehn Milliarden Kilowattstunden (brutto) Strom. Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie sind alle drei Kernkraftwerke im vergangenen Jahr mit Ausnahme der Revisionen unterbrechungsfrei gelaufen:

    ‱ BR

    ErgĂ€nzend zu diesem Beitrag weisen wir auf eine Pressemeldung des Betreibers KKW Grohnde hin, wonach dieses KKW am 7. Februar 2021 die Marke von 400 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Stroms ĂŒberschritten habe. Damit existiere weltweit kein einziger Kernkraftwerksblock, der mehr Strom erzeugt habe:

    ‱ PREUSSENELEKTRA

    Durch die Stilllegung des Kernkraftwerks Gundremmingen fehle in der Region Energie, so B4B Schwaben. Diese soll nun durch ein neues Gaswerk ersetzt werden.  Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion habe den Zuschlag fĂŒr ein neues Gaskraftwerk am Standort Leipheim erteilt. Der Bayerische Wirtschafts- und Energieminister Aiwanger zeigte sich dem Wirtschaftsdienst zufolge erfreut: „Nicht zuletzt auf hartnĂ€ckiges DrĂ€ngen der Bayerischen Staatsregierung wurde das Ausschreibungsverfahren endlich erfolgreich abgeschlossen. Damit kommt ein weiteres Gaskraftwerk nach Bayern, welches zusammen mit Irsching Block 6 einen wichtigen Beitrag fĂŒr die Versorgungssicherheit und SystemstabilitĂ€t Bayerns ab 2022/2023 leisten wird.“:

    ‱ B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

    Im Kernkraftwerk Neckarwestheim sei bei einem Routinerundgang radioaktives Abwasser in einem separaten Raum entdeckt worden, so der SWR. Es war offenbar aus einer undichten Armatur ausgetreten. Bereits Ende Januar habe die Betreiberfirma Ablagerungen im Bereich des GehĂ€usedeckels der Armatur festgestellt. Es handelt sich dabei um ein System, das zur Behandlung flĂŒssiger radioaktiver AbfĂ€lle diene, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Der betroffene Abschnitt gehöre nicht zum Sicherheitssystem des Kernkraftwerks. Der betroffene Raum wurde geringfĂŒgig kontaminiert und die Armatur ersetzt. Nach der Ursache werde gesucht. Mensch und Umwelt seien nicht gefĂ€hrdet gewesen, hieß es. Es handelte sich um einen meldepflichtigen Vorfall von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung:

    ‱ SWR AKTUELL

    Eine deutsche Exporteurin von Brennelementen darf trotz WidersprĂŒchen ein Schweizer Atomkraftwerk mit Kernbrennstoffen beliefern, so die hessische Allgemeine Zeitung unter Berufung auf dpa. Wie eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Frankfurt demnach mitteilte, gab die fĂŒr Atomrecht zustĂ€ndige 6. Kammer dem Eilantrag statt. Das Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hatte der Antragstellerin im vergangenen September eine atomrechtliche Ausfuhrgenehmigung fĂŒr die Belieferung eines an der deutschen Grenze gelegenen Schweizer Kernkraftwerks erteilt. Dagegen hatten drei im SĂŒden Baden-WĂŒrttembergs lebende Privatpersonen und ein Umweltschutzverband Widerspruch eingelegt und argumentiert, der Betrieb des Kernkraftwerks bedrohe die Sicherheit der Region:

    ‱ ALLGEMEINE ZEITUNG

    Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind trotz des Zerfalls der Sowjetunion (UdSSR) vor etwa 30 Jahren noch immer von der Stromversorgung durch Russland abhÀngig. Dies solle sich laut einer Mitteilung des Unternehmens Tractebel Engineering bis zum Jahr 2025 Àndern, wie die Website Forschung und Wissen berichtet. Laut dem estnischen Rundfunk ERR habe das estnische Energieunternehmen Fermi Energia dazu gemeinsam mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum und Tractebel Engineering eine Kooperation geschlossen. Das Ziel der Zusammenarbeit sei die Entwicklung und der Bau eines Small Modular Reactor (SMR). Es handelt sich dabei um ein Mini-Kernkraftwerk mit bis zu 300 MW Leistung, dass die LÀnder ohne CO2-Emissionen mit Strom versorgen könnte:

    ‱ FORSCHUNG UND WISSEN

    Ein Reaktor des Kernkraftwerks in Cattenom sei fĂŒr eine lĂ€ngere Laufzeit vorbereitet worden, so der Volksfreund/RP Online. Der Kraftwerksblock Nummer 3 des Kraftwerks wurde zum dritten Mal im Abstand von etwa sechs Monaten vom nationalen Netz getrennt. WĂ€hrend dieses geplanten Stillstands werden 18 000 AktivitĂ€ten, mehr als 150 Änderungen an den Anlagen und zahlreiche behördliche ÜberprĂŒfungen durchgefĂŒhrt. Das teilt der Betreiber EDF dem Blatt zufolge mit. Das Ziel dieser alle zehn Jahre stattfindenden Arbeiten sei es nach Angaben des Betreibers, das Sicherheitsniveau des Kraftwerks zu erhöhen und eine VerlĂ€ngerung der Betriebsdauer zu ermöglichen. Am Ende der Inspektions- und Wartungsarbeiten werde ĂŒber die FortfĂŒhrung des Betriebs fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre entschieden:

    ‱ VOLKSFREUND

    Von einem ĂŒberraschenden WetterphĂ€nomen in Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk Cattenom berichtet das Portal Das Wetter. Das Ereignis fand statt, als die Temperaturen in der Moselregion unter dem Gefrierpunkt lagen. Die von den KĂŒhltĂŒrmen des Kernkraftwerks ausgestoßenen Mikrotropfen kondensierten, sodass sogar die Wetterradare die Wolke erkannten. Der Niederschlag lag aufgrund der niedrigen Temperaturen, die durch einen Einbruch der Polarluft verursacht wurden, in fester Form vor. Der Schneefall war von starker IntensitĂ€t, mit MĂ€chtigkeiten von bis zu 20 oder 30 Zentimetern in den Gebieten, die dem Kernkraftwerk am nĂ€chsten liegen. Außerdem fiel der Schnee in einem Radius von etwa 10 Kilometern:

    ‱ DAS WETTER

  • Presseschau vom 03.02.2021

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Wir finden diesmal Nachrichten aus Grohnde, Brokdorf, Stade und Grafenrheinfeld und international aus Polen und China. Abgerundet wird die Auswahl durch eine Hamburger Entwicklung unter Beteiligung Vattenfalls mit Relevanz auch fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel.

    Das Kraftwerk Grohnde bei Hameln soll Ende Dezember 2021 endgĂŒltig abgeschaltet werden. Der genaue Tag stehe allerdings noch nicht fest, teilte der Betreiber PreussenElektra laut Heise auf Anfrage der Presseagentur dpa mit. „Aller Voraussicht nach wird dieser Tag aber in der zweiten DezemberhĂ€lfte 2021 liegen“, wird ein Sprecher zitiert. Der RĂŒckbau der Anlage solle ein Jahr nach der Abschaltung beginnen. Noch fehle dafĂŒr aber die Genehmigung des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums. Das Genehmigungsverfahren habe bereits Ende 2017 begonnen:

    ‱ HEISE ONLINE

    Ende dieses Jahres geht das Kernkraftwerk Brokdorf vom Netz. Im Vorfeld war ursprĂŒnglich eine PrĂ€senzveranstaltung fĂŒr den Erörterungstermin zur Stilllegung und zum RĂŒckbau des Reaktors sowie zu Errichtung und Betrieb des dort geplanten Zwischenlagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle geplant, wie die shz dokumentiert. Nun habe Umweltminister Jan-Philipp Albrecht bekannt gegeben, dass die Veranstaltung lediglich online stattfinden werde. Der PrĂ€senztermin war ursprĂŒnglich fĂŒr Oktober 2020 vorgesehen, wurde schon im Juni des Jahres wegen der Covid-19-Pandemie in den Februar 2021 verschoben und sei jetzt aufgrund der anhaltenden BeschrĂ€nkungen erneut nicht durchfĂŒhrbar. Die RechtmĂ€ĂŸigkeit einer Online-Konsultation sei laut Ministerium gesetzlich abgesichert. Das bedeute aber nicht, dass die Teilnahme nur online möglich sei. „Die Personen, die Einwendungen erhoben haben, haben auch die Möglichkeit, sich per Post zu ihren Einwendungen und den Stellungnahmen der Betreibergesellschaft zu Ă€ußern“, so das Ministerium laut shz:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt) 

    Mit einem Gutachten, das durch die Stadt Stade in Auftrag gegeben wurde, wurden die Weichen fĂŒr den Bau und Betrieb eines Terminals fĂŒr verflĂŒssigte Gase in Stade-BĂŒtzfleth gestellt. Wie die Kreiszeitung Wochenblatt berichtet, stehe ein durch die Deutsche Umwelthilfe in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten jetzt im Widerspruch dazu. Das geplante LNG-Terminal sowie mögliche havarierte LNG-Transportschiffe auf der Elbe wĂŒrden laut Gutachten als Gefahrenquellen fĂŒr das benachbarte Zwischenlager des Kernkraftwerkes in Stade aufgezĂ€hlt. Das Blatt sprach dazu mit dem Betreiber des Lagers und dokumentiert die entsprechenden Aussagen des zustĂ€ndigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Hamburg:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    In der KreismĂŒlldeponie RothmĂŒhle bei Bergrheinfeld ist der erste aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld stammende, von RadioaktivitĂ€t freigemessen MĂŒll angeliefert worden. In der Region wird nun ĂŒber mögliche Folgen fĂŒr die Gesundheit gestritten, wobei der Grenzwert von 10 Mikrosievert fĂŒr die zulĂ€ssige Freigabe erneut im Mittelpunkt der Diskussion steht, wie der BR berichtet:

    ‱ BR

    Das Redaktionsnetzwerk Deutschland beschĂ€ftigt sich mit den PlĂ€nen Polens zum Neubau von Kernkraftwerken und der Sicherheitsrelevanz dieser Vorhaben fĂŒr Deutschland. Polen forcierte den Ausbau der Kernenergie, um sich von Kohlestrom und Importen unabhĂ€ngiger zu machen. Bei Planung und Bau der Anlagen, die zum Teil nur 450 km von Berlin entfernt seien, wĂŒrde der Anrainer Deutschland jedoch bislang nicht mit einbezogen, obwohl deutsches Territorium von möglichen StörfĂ€llen unmittelbar betroffen sein könnte. Die GRÜNEN im Bundestag wollten nun ein Mitspracherecht Deutschlands erzwingen:

    ‱ REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND

    Die Volksrepublik China hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit dem Reaktortyp Hualong One (HRP1000) ihren ersten eigenen Druckwasserreaktor in den kommerziellen Betrieb genommen. Bereits im November hieß es, dass Block Nr. 5 in der Stadt Fuqing in der ostchinesischen Provinz Fujian nach nur fĂŒnfjĂ€hriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Wie die WELT berichtet, sei dies fĂŒr China „ein Triumph“. In China seien derzeit rund ein Dutzend Kernkraftwerke im Bau und damit mehr als in jedem anderen Land der Welt. Nach Angaben des Kernkraftwerke-Weltverbandes WNISR entfalle fast ein Drittel aller weltweit derzeit in Bau befindlichen knapp 50 neuen Kernkraftwerke auf chinesische Vorhaben. So entstehen beispielsweise zwei chinesische HRP1000-Blöcke in Pakistan:

    ‱ WELT

    Der Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C in Großbritannien verzögere sich und werde erneut teurer, so der Branchendienst IWR. Das habe der französische Stromkonzern EDF jetzt mitgeteilt. Die erwarteten Mehrkosten tragen demnach aber nicht die britischen Verbraucher. Der französische Stromkonzern EDF baut zusammen mit dem chinesischen Projektpartner China General Nuclear Power (CGN) das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C. Doch der ursprĂŒngliche Zeit- und Kostenplan könne nicht eingehalten werden:

    ‱ IWR

    Ein Hamburger Großprojekt zur Erzeugung von grĂŒnem Wasserstoff hat auch Relevanz fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel. Die Stadt Hamburg, so die FAZ, wolle zusammen mit Partnern aus der Energiewirtschaft und der Industrie ein Vorzeigeprojekt zur Erzeugung von grĂŒnem Wasserstoff umsetzen. Geplant sei eine mit Strom aus Windkraft gespeiste Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung mit mindestens 100 Megawatt, wie die Hansestadt und die Unternehmen Shell, Vattenfall und Mitsubishi Heavy Industries mitteilten. Vorbehaltlich einer finalen Investitionsentscheidung solle die Wasserstofferzeugung am Kraftwerksstandort in Hamburg-Moorburg im Jahr 2025 starten. Damit wĂ€re die Anlage eine der grĂ¶ĂŸten in Europa. Der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) wird zitiert: „Über den 380-kV-Anschluss und die Verbindung zu BrunsbĂŒttel haben wir direkten Zugriff auf die Versorgung mit grĂŒnem Strom aus der Windkraft – und damit die Möglichkeit, tatsĂ€chlich grĂŒnen Wasserstoff in relevanten Mengen zu produzieren“:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 20.01.2021

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. BeitrĂ€ge zur Entscheidung ĂŒber die Deponiewahl in Schleswig-Holstein stehen diese Woche in unserer Presseschau an erster Stelle. ZusĂ€tzlich bieten wir Ihnen einen breiten Themenmix aus Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den USA zu den Themen RĂŒckbau, Ereignissen in KKW und der Zukunft der Kernkraft.

    Die Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel (Kreis Dithmarschen), Brokdorf (Kreis Steinburg) und KrĂŒmmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) sollen in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren abgerissen werden. Beim RĂŒckbau der drei Meiler werden bis zu 50.000 Tonnen leicht kontaminiertes Material anfallen, das nicht in einem Endlager gelagert werden muss, darunter zum Beispiel Mineralwolle, Isolierungen und Bauschutt. Die freigemessenen, nicht-radioaktiven AbfĂ€lle strahlen laut Energiewendeministerium deutlich geringer als die natĂŒrliche Umwelt, es bestehe kein Gesundheits-Risiko. Der NDR berichtet ĂŒber die Entwicklung bis zur VerkĂŒndung der Entscheidung der Landesregierung:

    ‱ NDR

    Der NDR nahm sich nach der Entscheidung auch in einem Fernsehbeitrag der Thematik an:

    ‱ NDR

    Die Absicht des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, Schutt aus dem RĂŒckbau des Atomkraftwerks BrunsbĂŒttel nicht auf der Deponie Ballerten nahe der Grenze zu lagern, sorgte laut eines Berichts des Nordschleswiger bei den nicht betroffenen, in der nĂ€heren Wahl stehenden Standorten, aber vor allem auch auf dĂ€nischer Seite fĂŒr Erleichterung. In Apenrade gĂ€be es aber dennoch Sorge um die Zukunft. „Denn mit den PlĂ€nen der Bundesregierung fĂŒr die Endlagerung von AtommĂŒll könnte es eine weitere große Herausforderung geben. Auf der Suche nach unterirdischen LagerstĂ€tten sind unter anderem Gebiete nicht weit von Nordschleswig als mögliche Standorte im Spiel“, so Apenrades BĂŒrgermeister laut Nordschleswiger:

    ‱ NORDSCHLESWIGER

    Mehr als zwei Jahre nach dem Einreichen der Klage gegen die RĂŒckbaugenehmigung fĂŒr das Kernkraftwerk Unterweser warten die regionalen BĂŒrgerinitiativen weiter auf eine Entscheidung. Um das Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht LĂŒneburg zu beschleunigen, drĂ€ngen sie nun laut Weser Kurier auf ein gerichtliches Mediationsverfahren. Die Klage richte sich allerdings nicht gegen die E.on-Kernkraftsparte Preussen Elektra, sondern gegen die Genehmigungsbehörde, das niedersĂ€chsische Umweltministerium. Auf dessen Zustimmung zu einem gerichtlichen Mediationsverfahren warte der AK Wesermarsch:

    ‱ WESER KURIER 

    Schon lange schwele der Konflikt um deutsche Atomexporte ins Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt gegenĂŒber Waldshut. Jetzt wolle der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rechtlich gegen den Hersteller der Brennelemente vorgehen und habe Strafanzeige gegen eine deutsche Herstellerfirma in Niedersachsen gestellt, so die Badische Zeitung. Zuletzt hatte der BUND vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt dagegen geklagt, dass vom Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschbron weitere Brennelemente-Lieferungen fĂŒr den Reaktor des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) bewilligt wurden:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Der Konzern Schneider Electric ist relativ unbekannt, aber ein Hauptkonkurrent von Siemens. Seine Europachefin Barbara Frei setze laut eines Interviews mit der WELT voll auf Klimaschutz. DafĂŒr dĂŒrfe man die Kernkraft nicht abschaffen, fordert die Managerin dort. „Wir werden auf absehbare Zeit auch weiterhin Atomkraft brauchen. Diese Alternative darf nicht grundsĂ€tzlich verdammt, sondern muss weiterentwickelt werden. Auch das ist Teil der Wahrheit bei der Klimarettung“, zitiert das Blatt:

    ‱ WELT

    Das US-Energieministerium Department of Energy DOE ist laut eines Beitrags des Branchendiensts Heise offenbar entschlossen, den Bau und die Entwicklung neuer Kernreaktoren mit Steuergeldern massiv zu unterstĂŒtzen. Insgesamt sei die Rede von bis zu vier Milliarden Dollar an Fördermitteln. Zum Start der neuen Initiative Mitte Oktober kĂŒndigte das DOE demnach an, den Bau von zwei neuen Reaktortypen innerhalb der nĂ€chsten sieben Jahre mit je 80 Millionen Dollar zu unterstĂŒtzen, wobei jeweils das geförderte Unternehmen die andere HĂ€lfte der Kosten trage. Typ eins sei ein natriumgekĂŒhlter fĂŒr hochangereichertes Uran. Da Natrium eine viel höhere Siedetemperatur als Wasser hat, muss das KĂŒhlmittel nicht unter Druck gesetzt werden, was KomplexitĂ€t und Kosten der Anlage verringert. Das Natrium ĂŒbertrĂ€gt seine Energie auf geschmolzenes Salz, das dann direkt in einen Dampferzeuger, aber auch in einen Tank fließen könne, um spĂ€ter Dampf und ElektrizitĂ€t zu erzeugen. Die Strommenge eines solchen Reaktors ließe sich also schnell flexibel anpassen. Die Projektpartner GE und Hitachi arbeiten dabei mit TerraPower zusammen, das unter anderem von Bill Gates finanziert werde:

    ‱ HEISE ONLINE

    Die französische Atomaufsicht ASN meldet laut SR erneut Fehler bei den Notstrom-Dieselmotoren im Kernkraftwerk Cattenom. Dabei handele es sich nach Angaben der ASN um einen generischen Fehler in zehn französischen Reaktoren, darunter auch Block 2 in Cattenom. Moniert werden vonseiten der ASN unter anderem Korrosion und eine schlechte Montage. Im Ernstfall, etwa bei einem schweren Erdbeben, könnten beide Notstromdiesel in diesem Reaktor ausfallen. Der Betreiber des Nuklearparks in Frankreich, die EDF, habe die Fehler am 14. Dezember der Atomaufsicht gemeldet. Von den zehn betroffenen Reaktoren sind fĂŒnf mit 2 und fĂŒnf mit 1 eingestuft worden. In letzteren waren die Fehler nicht so gravierend:

    ‱ SAARLÄNDISCHER RUNDFUNK

    Der Umweltausschuss des österreichischen Parlaments debattierte ĂŒber ein Volksbegehren zum Ausstieg Österreichs aus dem Euratom-Vertrag. Bei der Sitzung zeigten sich anwesende Experten und die Regierungsparteien ÖVP und GrĂŒne einig, dass ein Ausstieg Österreichs aus Euratom abzulehnen sei, so der Dienst Energate Messenger. Die Initiatoren des Volksbegehrens, welches mit 100.482 Unterschriften knapp die Hunderttausender-HĂŒrde fĂŒr die Behandlung im Nationalrat erreichte, kritisieren unter anderem, dass Österreich ein Land ohne Kernkraftwerk sei, aber als Euratom-Mitglied die europĂ€ische Atomgemeinschaft aus Steuergeldern mitfinanziere. Die Gelder sollten daher besser der Forschung in alternative Energiegewinnung oder der Förderung von E-Fahrzeugen und GebĂ€udedĂ€mmung zugutekommen:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 06.01.2021

    Wir wĂŒnschen Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr und freuen uns, Sie zur ersten Presseschau in 2021 begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen. Neben Nachrichten aus dem Umfeld norddeutscher KKW gibt es Informationen zu anstehenden Stilllegungen deutscher Werke und deren folgender RĂŒckbauvorhaben. Nutzung der Kernkraft in China und die USA sind Gegenstand der Berichterstattung, und ein Beitrag beleuchtet die zukĂŒnftige Preisentwicklung des Brennstoffs Uran.

    Der RĂŒckbau des KKB BrunsbĂŒttel geht weiter. Rund 340 Mitarbeiter, darunter auch Fremdpersonal, seien laut eines Berichts von Boyens Medien zurzeit in der Anlage und auf dem GelĂ€nde tĂ€tig. Aktuell werde der Wasserabscheider, ein Bestandteil des ReaktordruckbehĂ€lters (RDB), demontiert. Diese Arbeiten sollen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres abgeschlossen sein. „Das ist der Plan aus heutiger Sicht“, zitiert das Blatt Sprecher Olaf Hiel. Die Coronapandemie habe bislang noch nicht fĂŒr Verzögerungen gesorgt, dennoch habe Corona Auswirkungen auf die Arbeitsweise mit Maskenpflicht, Abstand und Schnelltest im Verdachtsfall. Sobald weitere Einbauten des RDB an der Reihe sind und zerlegt werden sollen, kommt Azuro, kurz fĂŒr: Automatische Zerlegung mittels Unterwasser-Robotertechnik, zum Einsatz. Die Arbeiten erfolgen komplett unter Wasser neben dem gefluteten DruckbehĂ€lter. Als erste Komponente sei der sogenannte Dampftrockner, der unterhalb des BehĂ€lterdeckels saß, von dem Roboter in Teile zerschnitten worden:

    ‱ BOYENS MEDIEN (Bezahlinhalt)

    Im Zwischenlager fĂŒr abgebrannte Brennelemente am KKW KrĂŒmmel ist der Schutz gegen Angriffe Dritter weiter erhöht worden. Nach Abschluss umfangreicher Arbeiten seit 2016 erfĂŒlle dieses Lager nun die höchsten Sicherheitsanforderungen, so „Herzogtum direkt“. GewĂ€hrleistet sei auch ein hohes Sicherheitsniveau in der IT-Sicherheit. Die sicherungstechnischen Verbesserungen waren aufgrund neuer Erkenntnisse ĂŒber mögliche Angriffsszenarien bundesweit initiiert worden. Das Lager in KrĂŒmmel sei jetzt das erste Brennelemente-Zwischenlager in Deutschland, das sicherungstechnisch entsprechend ausgerĂŒstet und autark vom Kernkraftwerk ist:

    ‱ HERZOGTUM DIREKT

    Auch das Hamburger Abendblatt beschĂ€ftigt sich mit den in KrĂŒmmel getroffenen Maßnahmen. Zu den in Betrieb genommenen Einrichtungen zĂ€hlten – neben einer zusĂ€tzlichen Stahlbetonwand am Zwischenlager – ein neues, eigenstĂ€ndiges WachgebĂ€ude fĂŒr den Objektschutz, ein spezieller Durchfahrschutz und eine autarke, eigene Sicherungszaunanlage. Weitere Details wĂŒrden aus GeheimschutzgrĂŒnden nicht genannt:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Ende des Jahres wird das Kernkraftwerk Gundremmingen endgĂŒltig abgeschaltet. Der BR beschĂ€ftigt sich in seinem Beitrag mit den Folgen insbesondere fĂŒr die Region, fĂŒr die der Arbeitgeber Kraftwerk und die Gewerbesteuereinnahmen zentrale wirtschaftliche Bedeutung besitzen:

    ‱ BR

    Ende des Jahres wird das Kernkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont vom Netz gehen. Bis 2040 soll der Abriss abgeschlossen sein. Der NDR schildert in seinem Beitrag die Schritte zum anstehenden RĂŒckbau ab 2022 und bietet zum Thema weiterfĂŒhrende Links:

    ‱ NDR

    Nach dem schweren Erdbeben in Kroatien ist im benachbarten Slowenien das Kernkraftwerk Krsko abgeschaltet worden. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte eine Sprecherin der Anlage im Br. Das Erdbeben war in mehreren NachbarlĂ€ndern Kroatiens zu spĂŒren:

    ‱ BR

    Energiegewinnung aus Kernkraft hat Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund ist Atomstrom weiterhin ein strittiges Thema. Welche Argumente fĂŒr die Stromerzeugung aus Kernkraft sprechen und welche dagegen, fasst ein Beitrag des Focus zusammen:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Die Verhandlungen zu einem Investitionsabkommen zwischen der EU und China seien auf den letzten Metern ins Stocken geraten, so die Wirtschaftswoche. Der Grund seien brisante Forderungen im Energie-Sektor. China wolle in europĂ€ische Kernkraftwerke investieren und dort chinesische Technologie zum Einsatz bringen, heißt es demnach aus EU-Kreisen. WĂ€hrend der Verhandlungen habe China den EuropĂ€ern zu verstehen gegeben, die eigene Technologie fĂŒr fortschrittlicher zu halten. Das Thema Kernkraft ist unter den EU-Staaten umstritten, weil durch solche Investitionen sensible Infrastruktur in chinesische HĂ€nde gelĂ€nge. Zahlreiche EU-Staaten lehnen Kernenergie komplett ab oder haben wie Deutschland einen Ausstieg aus der Technologie beschlossen:

    ‱ WIRTSCHAFTSWOCHE

    Der zukĂŒnftige US-PrĂ€sident Biden hat laut des Branchendiensts Heise angekĂŒndigt, die Politik der USA unter seiner StaatsfĂŒhrung wieder dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zu unterwerfen, das eine Reduktion von Kohlendioxid und Methan bei der Produktion von Energie und Lebensmitteln vorsieht. Dies bedeute auch einen neuen Fokus auf Kernenergie. Die Entwicklung neuer Möglichkeiten der Kernenergie sei in den USA Konsens in beiden Parteimehrheiten und werde nur von vereinzelten Stimmen abgelehnt. Deshalb forsche man dort nicht nur an neuen Reaktoren, sondern auch an der Produktion von Wasserstoff aus Kernenergie mit dem sich beispielsweise Automobile ohne die Nachteile von Batterien betreiben lassen, die vor allem in kalten Wintern spĂŒrbar seien:

    ‱ HEISE 

    Anstehende Entwicklungen im Uranmarkt aus Anlegersicht bedeutet der Branchendienst Aktiencheck. Man könne darĂŒber streiten, ob Kernkraftwerke eine gute Alternative zu Stromerzeugung in Öl-, Gas- und Kohlekraftwerken seien. Nicht zu bestreiten sei allerdings, dass die aktuell noch in Betrieb befindlichen Meiler und jene, die in den kommenden Jahren ans Netz gehen sollen, auf ein massives Brennstoffproblem zusteuern. Schon heute wĂŒrden lediglich 75% des gesamten Uranbedarfs aus der globalen Minenförderung gedeckt. Der Rest speise sich bislang aus einer Quelle, die quasi nicht mehr existent sei: Russlands Atomwaffenarsenal. VertrĂ€ge, die in den 1990er Jahren und danach geschlossen wurden, sahen vor, dass Russland das Uran aus den verschrotteten Raketen den Kraftwerksbetreibern als Brennstoff zur VerfĂŒgung stellen. Nun drohe sich Uran massiv zu verteuern:

    ‱ AKTIENCHECK

     

  • Presseschau vom 22.12.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zur letzten Presseschau in diesem Jahr. Inhaltlich beschĂ€ftigen sich die Veröffentlichungen mit sehr RĂŒckbau-spezifischen Themen aus dem In- und Ausland. Auch die Renaissance der Kernkraft ist wieder Gegenstand der Auswahl.

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel kam es zu einem Handhabungsfehler beim Umsetzen einer sog. Neutronenflussmesslanze. Neutronenflussmesslanzen wurden laut der Pressemeldung des Betreibers, die die Ostholstein Presse dokumentiert, im Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel eingesetzt, um den Neutronenfluss im Reaktor zu bestimmen und damit die Kernspaltung zu ĂŒberwachen. Einige dieser stark aktivierten Lanzen befinden sich noch im ReaktordruckbehĂ€lter, ihre Zerlegung und ihre Verbringung in EndlagerbehĂ€lter sind aber bereits beantragt. Bei der Handhabung durch Fremdfirmen war es demnach zu einem unbemerkten Abstellen einer Lanze auf dem sog. unteren Kerngitter im ReaktordruckbehĂ€lter gekommen, ohne dass die Lanze in das dafĂŒr vorgesehene FĂŒhrungsrohr eingebracht worden war. Im Zuge der Handhabung kam es insgesamt zu Fehlern des eingesetzten Fremdpersonals, ohne dass das verantwortliche Betriebspersonal des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel unterrichtet worden war. Die Betreibergesellschaft Vattenfall hat das Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde in der vergangenen Woche gemeldet.

    ‱ OSTHOLSTEIN PRESSE

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Stade wird fast ein Vierteljahrhundert in Anspruch nehmen. Im Jahr 2003 ging der am Elbufer gelegene Meiler vom Netz. 2026 soll nun – zwei Jahre spĂ€ter als geplant – der Bau mit seiner markanten runden Kuppel vollstĂ€ndig verschwunden sein. In der Endphase des RĂŒckbaus gab es jetzt noch einen FĂŒhrungswechsel mit einem neuen Anlagenleiter, wie die Stader Kreiszeitung berichtet:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Im GebĂ€ude fĂŒr Notstromdiesel des Kernkraftwerks Brokdorf hat es laut hamburg.de eine Panne mit einer Brandschutzklappe gegeben. Sie ließ sich bei einer Kontrolle nicht vollstĂ€ndig schließen, wie das fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Energieministerium mitteilte. Durch ein Schmiermittel sei das Problem beseitigt worden. Betreiber PreussenElektra habe das meldepflichtige Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) fristgemĂ€ĂŸ gemeldet.
    Brandschutzklappen sollen verhindern, dass sich Feuer oder Rauch ĂŒber die LĂŒftungsleitungen im GebĂ€ude ausbreiten. Der Meiler an der Unterlege muss Ende 2021 vom Netz gehen. Nach Angaben des Betreibers PreussenElektra wurden dort seit Oktober 1986 netto 350 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt:

    ‱ HAMBURG.DE

    Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, das im Juni 2015 abgeschaltet wurde und seit April 2018 rĂŒckgebaut wird, enthĂ€lt nun keine Kernbrennstoffe mehr. Wie der Branchendienst Heise meldet, sei die letzte Beladung eines Transport- und LagerbehĂ€lters der Bauart Castor erfolgreich abgeschlossen worden, zitiert wird der Betreiber PreussenElektra. Der BehĂ€lter sei aus dem ReaktorgebĂ€ude geschleust und in das Standortzwischenlager gebracht worden. Das Brennelement-Lagerbecken des AKW Grafenrheinfeld sei damit komplett leergerĂ€umt, die Anlage frei von Brennstoff. Damit seien 99 Prozent der radioaktiven Masse aus der Betriebszeit entfernt:

    ‱ HEISE ONLINE

    Die Schweinfurter Umweltorganisation „BĂŒrgeraktion Umwelt- und Lebensschutz“ (BA-BI) fordert die Gesellschafter des Gemeinschaftskraftwerks GKS auf, ihren Einfluss auszuĂŒben, dass kein frei gemessener Abfall aus dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld im GKS verbrannt oder auf der Deponie RothmĂŒhle gelagert werde, auch wenn dies nach derzeitigem Recht möglich wĂ€re. Zu diesem Ergebnis seien die Mitglieder laut Mainpost bei einem digitalen Treffen gekommen. Hintergrund sei die Tatsache, dass frei gemessener Abfall aus dem KKW Grafenrheinfeld, der verbrannt werden soll, bislang ans MĂŒllheizkraftwerk in Schwandorf geliefert worden sei:

    ‱ MAINPOST

    In Deutschland soll Ende 2022 das letzte Kernkraftwerk vom Netz gehen. Viele andere LĂ€nder halten dagegen am Atomstrom fest und wollen seinen Anteil am Energiemix sogar ausbauen. Die Tagesschau beschĂ€ftigt sich mit diesem weltweiten Trend: AngefĂŒhrt werde die Liste der LĂ€nder, in denen neue Kernkraftwerke gebaut werden, von China. Dort sind laut Destatis (Statistisches Bundesamt) fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre 44 neue Anlagen geplant. Allein 2018 gingen in dem Land acht neue Reaktoren ans Netz. In diesem Jahr war es bisher nur eine Anlage, doch weitere zehn Reaktoren sind im Bau. Russland folgt mit 24 AKW-Bauprojekten, Indien lĂ€sst 14 Anlagen errichten. Auch Japan will viele der nach dem Unfall von Fukushima abgeschalteten Atommeiler wieder in Betrieb nehmen und bis 2050 den Anteil des Atomstroms am Energiemix von heute sechs auf 22 Prozent steigern. Im Nahen Osten haben die Vereinigten Arabischen Emirate vergangenen August als erstes arabisches Land ein AKW in Betrieb genommen:

    ‱ TAGESSCHAU

    Die britische Regierung setzt weiter auf den Ausbau von Nuklearenergie als Teil ihrer CO2-Reduktionsstrategie. Premierminister Boris Johnson genehmigte der FAZ zufolge den Start von Verhandlungen mit dem französischen Energiekonzern EdFÂ ĂŒber die Finanzierung des neuen Doppelreaktors Sizewell C fĂŒr 20 Milliarden Pfund (22 Milliarden Euro). Das Dorf Sizewell liegt in Suffolk an der OstkĂŒste des Landes. Die neuen Reaktoren wĂŒrden 3,2 Gigawatt ElektrizitĂ€t produzieren, was etwa 7 Prozent des Strombedarfs des Königreichs abdecken könnte. Ein neues Weißbuch ĂŒber die Energiewende der Regierung Johnson skizziert den Weg zur Abkehr von fossilen Brennstoffen. Dazu gehören auch Projekte zur Abscheidung und Lagerung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) und die UnterstĂŒtzung von Wasserstoffprojekten. Neben den atomaren Großreaktoren verfolgt die Regierung auch den Bau von kleinen, modularen Reaktoren, wie sie beispielsweise Rolls-Royce entwickelt:

    ‱ FAZ

    Der finnische Atomreaktor Olkiluoto 2 soll wieder ans Stromnetz gehen. Das teilte der Betreiber TVO laut Heise mit. Der Siedewasserreaktor wurde vom Netz getrennt, da ein Störfall aufgetreten und die Anlage automatisch abgeschaltet worden war. Der Reaktor wurde demnach grĂŒndlich inspiziert, gewartet und repariert. Anschließend wurden die Arbeiten noch von der Behörde fĂŒr Strahlenschutz und nukleare Sicherheit abgenommen. Der Beitrag schildert die Abfolge der Maßnahmen im Detail:

    ‱ HEISE ONLINE

    Der Schweizer SRF berichtet in einer Reportage vom RĂŒckbau des KKW MĂŒhleberg. Ein Jahr nach dessen Abschaltung laufen hier die RĂŒckbauarbeiten auf vollen Touren. Der Beitrag beschĂ€ftigt sich mit der KomplexitĂ€t der Aufgabe und den umfassenden Sicherheitsauflagen beim RĂŒckbau des Werks:

    ‱ SRF

    Der tschechische Kernkraftwerk-Betreiber CEZ hat sich etwas Besonderes ausgedacht, um trotz der Corona-Pandemie fĂŒr Weihnachtsstimmung unter den Mitarbeitern zu sorgen: Am Kraftwerk Temelin soll es einen eigenen Weihnachtsmarkt geben. „Wir haben uns entschieden, den Verkauf von WeihnachtsbĂ€umen, Karpfen und Lebensmitteln vom Bauernhof in Eigenregie sicherzustellen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern“, sagte der Kraftwerksdirektor dem Focus zufolge. Das Kernkraftwerk, das rund ein FĂŒnftel des tschechischen Stromverbrauchs abdeckt, zĂ€hle zur kritischen Infrastruktur. Gleichwohl habe man nicht gewollt, dass die Mitarbeiter auf traditionelle BrĂ€uche und AdventseinkĂ€ufe verzichten mĂŒssten. UmweltschĂŒtzer halten das KKW Temelin, das nur rund 60 Kilometer von Bayern und Österreich entfernt liegt, fĂŒr störanfĂ€llig und gefĂ€hrlich. Sie bemĂ€ngeln die Kombination russischer Reaktor- mit US-amerikanischer Leittechnik. Die Regierung in Prag will den Anteil der Kernenergie am Strommix bis 2040 von derzeit rund 34 Prozent auf 50 Prozent erhöhen:

    ‱ FOCUS ONLINE

     

  • Presseschau vom 09.12.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Auch diese Woche gibt es, wie schon vor zwei Wochen, ausreichend Lesestoff, wobei neben lokalen und unmittelbar rĂŒckbaurelevanten BeitrĂ€gen erneut das Thema Renaissance der Kernkraft Gegenstand nationaler und internationaler Diskussion ist.

    Der maximale RadioaktivitĂ€tswert fĂŒr AbwĂ€sser in die Elbe bei der Stilllegung und dem Abbau des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel wird nach Angaben des Betreibers Vattenfall signifikant gesenkt. Es werde eine Verringerung auf zehn Prozent des sowohl atomrechtlich genehmigten als auch bisher fĂŒr Stilllegung und Abbau beantragten Ableitungswertes erreicht, teilte das Unternehmen laut eines Bericht von RTL mit. Man habe sich mit mehreren UmweltverbĂ€nden und am Abbau interessierten Anliegern darĂŒber geeinigt und wolle ein umweltpolitisches Zeichen setzen. KrĂŒmmel habe laut Vattenfall einen wasserrechtlichen Antrag bei der unteren Wasserbehörde entsprechend geĂ€ndert:

    ‱ RTL

    Die lokale Online-Zeitung fĂŒr das Herzogtum Lauenburg LOZ spezifiziert die zwischen Vattenfall und den UmweltverbĂ€nden getroffene Einigung weiter: Der Wert werde von derzeit 5×1010 Becquerel (Bq) pro Jahr auf 5×109 Bq im Jahr (jeweils ohne Tritium) abgesenkt. Das entsprĂ€che einer Reduktion auf 10 Prozent des sowohl atomrechtlich genehmigten als auch bisher fĂŒr Stilllegung und Abbau beantragten Ableitungswertes. ZusĂ€tzlich wurde demnach vereinbart, dass neben der Begrenzung der jĂ€hrlichen Tritium-Abgabemenge von 1,85×1013 Bq wĂ€hrend der GĂŒltigkeitsdauer der wasserrechtlichen Erlaubnis der Wert von 9×1013 Bq insgesamt nicht ĂŒberschritten werden dĂŒrfe:

    ‱ LOZ-NEWS

    Die schnelle Anfahrt zum Kernkraftwerk probte die Polizei im schleswig-holsteinischen Brokdorf. Das fiktive Szenario, das es zu bewĂ€ltigen galt, war das Einschleichen einer Person auf das WerksgelĂ€nde, teilte die Polizeipressestelle Itzehoe auf Anfrage der shz mit. Ziel und Zweck des fiktiven Eindringlings waren dabei unbekannt. Laut Mitteilung der Polizei sollte bei der Aktion insbesondere die schnelle Anfahrt einer bestimmten Zahl von Streifenwagen geĂŒbt werden, zudem die Zusammenarbeit mit dem Objektschutz des Kernkraftwerks. Zehn Minuten nach Alarmierung seien bereits drei Wagen vor Ort gewesen, und alle 16 nach rund 20 Minuten. Damit sei das Soll „mehr als erfĂŒllt“:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Seit dem 28. Juni 2015 ist das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt außer Betrieb. Der RĂŒckbau lĂ€uft seit 2018 und wird erst im Jahr 2035 komplett abgeschlossen sein. Ein Meilenstein, der den weiteren RĂŒckbau beschleunigt, sei laut dem Portal Nordbayern jetzt erfolgt: Das Kraftwerk werde in KĂŒrze brennstofffrei. Eigentlich sei das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bereits Mai brennelementefrei. An diesem Tag verließen die letzten von 179 Brennelementen, die Anfang des Jahres noch im Abklingbecken verblieben waren, das ReaktorgebĂ€ude. Zehn Castor-BehĂ€lter waren dafĂŒr von Mitte Februar bis Mitte Mai befĂŒllt und in das Zwischenlager BELLA, das sich ebenfalls auf dem KraftwerksgelĂ€nde befindet, transportiert worden. Im Laufe des Dezembers sollen nun auch noch die 43 verbliebenen SonderbrennstĂ€be ins Zwischenlager kommen:

    ‱ NORDBAYERN.DE

    Nach einem außerplanmĂ€ĂŸigen Brennelementewechsel ist das schwĂ€bische Kernkraftwerk Gundremmingen wieder am Netz. Dies teilte der Betreiber RWE laut eines Berichts der Stuttgarter Zeitung mit. Der Meiler im bayerischen Landkreis GĂŒnzburg war vor rund einem Monat runtergefahren worden, um ein defektes Brennelement auszutauschen:

    ‱ STUTTGARTER ZEITUNG

    Der Energiekonzern EnBW hat das Standort-Abfalllager auf dem GelĂ€nde des Kernkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) in Betrieb genommen und an die staatliche Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung ĂŒbergeben. Damit seien alle Zwischenlager der EnBW an den Staat ĂŒbergeben, teilte das Unternehmen laut der Stimme mit. In den Einrichtungen sollen schwach- bis mittelradioaktive AbfĂ€lle aus dem RĂŒckbau der Kernkraftwerke zwischengelagert werden:

    ‱ STIMME

    Der Konzern Urenco ist ein weltweit fĂŒhrendes Unternehmen fĂŒr Kernenergie. WĂ€hrend Deutschland aus der Kernkraft aussteige, treibe Urenco den Bau neuer Atomreaktoren voran, so das Portal Energiezukunft. Aktuell seien es Planung und Bau zweier Reaktoren in Großbritannien und der Niederlande. Urenco hat seinen Hauptsitz in Großbritannien, wichtigste Anteilseigner seien jedoch die beiden deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON, die jeweils ein Sechstel des britischen Unternehmens halten. Damit hĂ€tte sie gewichtigen Einfluss auf die Ausrichtung von Urenco. WĂ€hrend in Deutschland politisch gewollt keine Möglichkeiten fĂŒr Investitionen in Kernkraft mehr bestehen, unterstĂŒtzen RWE und E.ON demnach im Ausland weiter die Kernenergie, was kritisch gesehen werde. Der Beitrag zitiert hierzu u.a. Sprecher des Bundesumweltministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT

    In Deutschland rege sich Widerstand gegen das Ende der Kernenergie. Zwar sei der Atomausstieg seit zehn Jahren beschlossene Sache und werde bereits umgesetzt. Doch die BefĂŒrworter des Atomstroms argumentieren mit dem Klimawandel an ihrer Seite. Auch der neue US-PrĂ€sident Joe Biden setze im Kampf gegen den Klimawandel auf Atomkraft. Eine neue Generation von Mini-Kraftwerken soll mobil und vor allem sicher sein. Im GesprĂ€ch mit dem Deutschlandfunk Ă€ußert sich der Soziologe Sighart Neckel zu dem Thema: „Die Atomenergie war eigentlich nie richtig weg“, sagt der Gesellschaftsanalytiker in dem Radiobeitrag. In Frankreich und selbst in Japan habe die Atomenergie auch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 weiter eine große Rolle gespielt. Der Soziologe meint, dass ein Erreichen der globalen Klimaziele ohne Atomkraft sehr schwierig werde, da man nur noch wenig C02 und wenig Treibhausgase in die Luft ablassen dĂŒrfe, kritisiert aber gleichzeitig, dass man mit einer Reaktivierung der Atomenergie, die Probleme der Gegenwart, die man momentan nicht lösen könne, nur in die Zukunft verschiebe. „Die Frage des AtommĂŒlls ist ungeklĂ€rt. Selbst in den USA gibt es keine Aussicht, ein Endlager zu haben“. Man versuche mit alten Technologien, die Klimakrise zu lösen, was widersinnig sei:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Um die Klimaziele zu erreichen, werde in Europa verstĂ€rkt auf Atomkraft gesetzt, warnt der GeneralsekretĂ€r der Weltklimaorgansiation WKO im österreichischen Heute. Allein in Ost- und SĂŒdosteuropa lieffen derzeit bereits 17 Atomreaktoren in sieben Kraftwerken. 16 weitere Reaktoren seien in Bau oder in Planung. Dazu komme Polen, das ab 2033 allein sechs Kernreaktoren in Betrieb nehmen wolle. Aber auch Großbritannien, Finnland, Schweden und Frankreich bauen ihre Kernkraftwerke aus. Grund hierfĂŒr seien auch â€žĂŒberambitionierte Klimaziele“:

    ‱ HEUTE

    Frankreich plant einen neuen atombetriebenen FlugzeugtrĂ€ger. Das Schiff mit einer LĂ€nge von etwa 300 Metern soll spĂ€ter einmal die „Charles de Gaulle“ ablösen, das aktuelle Flaggschiff der französischen Marine. PrĂ€sident Emmanuel Macron sagte laut Handelsblatt bei einem Besuch des französischen Energiekonzerns Framatome, er habe beschlossen, dass auch der kĂŒnftige FlugzeugtrĂ€ger nuklear angetrieben werde. Macron machte bei dem Besuch deutlich, dass Frankreich an der Atomenergie festhalten wolle. „Unsere ökologische und energetische Zukunft hĂ€ngt auch von der Kernenergie ab“, sagte er dem Bericht zufolge. Er sei nie ein BefĂŒrworter der Kernkraft gewesen, gehe aber davon aus, dass diese in den kommenden Jahrzehnten eine SĂ€ule des Energiemixes sein mĂŒsse:

    ‱ HANDELSBLATT

    Bisher seien laut n-tv am Bau aller Kernkraftwerke in China auslĂ€ndische Firmen beteiligt gewesen. Das Ă€ndere sich nun mit „Hualong One“, dem ersten vollstĂ€ndig im Land entwickelten Reaktor. China sehe sich nun in der „ersten Reihe der fortschrittlichen LĂ€nder“. „Damit bricht China das Monopol der auslĂ€ndischen Kernkrafttechnologie“, wird der Betreiber CNNC zitiert, nachdem „Hualong One“ ans nationale Netz angeschlossen wurde. Der neue Reaktor sei fĂ€hig, jĂ€hrlich zehn Milliarden Kilowattstunden Strom zu erzeugen und damit den Kohlenstoffausstoß um 8,16 Millionen Tonnen zu senken. „Hualong One“ steht in der ostchinesischen Provinz Fujian. Nach weiteren Tests solle der Kernreaktor bis Ende des Jahres kommerziell genutzt werden. Laut der Nationalen Energiebehörde deckten Kernkraftwerke im Jahr 2019 weniger als fĂŒnf Prozent des jĂ€hrlichen Strombedarfs in China ab. Der Anteil dĂŒrfte jedoch zukĂŒnftig steigen, da Peking bis 2060 klimaneutral werden will. Eine geringere AbhĂ€ngigkeit vom Westen in Technologiesektoren wie der Stromerzeugung sei zudem ein erklĂ€rtes Ziel des Pekinger Vorhabens „Made in China 2025“:

    ‱ N-TV

  • Presseschau vom 25.11.2020

    Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In dieser Woche beschĂ€ftigen wir uns ausfĂŒhrlich mit dem Urteil des BVerfG, das in ĂŒberregionalen und lokalen Medien große Beachtung fand, haben BeitrĂ€ge zu konkreten RĂŒckbauthemen im Angebot, blicken auf geschichtliche Ereignisse der Kernkraftnutzung in Deutschland und Österreich, finden ZusammenhĂ€nge zwischen der möglichen Stilllegung des Heizkraftwerks Moorburg und dem Atomausstieg, besuchen die USA und Belarus und verlassen erstmals den Planeten, um Erstaunliches zur zukĂŒnftigen Nutzung von Kernenergie auf dem Mond zu erfahren.

    Der vom Bundesverfassungsgericht geforderte Ausgleich fĂŒr geschĂ€digte Kraftwerksbetreiber muss noch einmal komplett neu geregelt werden. Die GesetzesĂ€nderung von 2018 sei unzureichend und außerdem wegen formaler MĂ€ngel nie in Kraft getreten, entschieden die Karlsruher Richter nach einer erneuten Klage des Energiekonzerns Vattenfall.  Der Gesetzgeber sei „zur alsbaldigen Neuregelung verpflichtet“. Nach dem ReaktorunglĂŒck im japanischen Fukushima hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung 2011 fĂŒr die 17 deutschen Kernkraftwerke eine nur wenige Monate zuvor beschlossene Laufzeit-VerlĂ€ngerung zurĂŒckgenommen. Bis spĂ€testens Ende 2022 mĂŒssen demnach alle Meiler zu festen Terminen vom Netz gegangen sein. Dagegen hatten Eon, RWE und Vattenfall bereits einmal in Karlsruhe geklagt. In ihrem ersten, großen Urteil vom 6. Dezember 2016 erklĂ€rten die Verfassungsrichter den beschleunigten Atomausstieg zwar fĂŒr grĂ¶ĂŸtenteils mit dem Grundgesetz vereinbar. Problematisch sei aber, dass einige Kraftwerksbetreiber einmal zugestandene Strommengen durch die festen Abschalttermine gar nicht mehr selbst produzieren können. DafĂŒr stehe ihnen ein angemessener Ausgleich zu.
    Das betrifft vor allem Vattenfall mit seinen beiden deutschen Kraftwerken KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel, fĂŒr die gleich 2011 das endgĂŒltige Aus kam. Die Bundesregierung hat sich fĂŒr einen finanziellen Ausgleich entschieden und stellt sich auf die Zahlung Hunderter Millionen Euro ein. Das Geld soll beantragt werden können, sobald 2023 der Atomausstieg vollendet ist.
    Die gesetzlichen Vorschriften, die das Verfahren regeln, seien aber in Teilen „unzumutbar“, wie es nun aus Karlsruhe heißt. Neben der ĂŒberregionalen Presse, die wir bereits an anderer Stelle aktuell zitierten (Bundesverfassungsgericht entscheidet zu Atomausstieg) und der Tagesschau beschĂ€ftigt sich auch die lokale Ostfriesenzeitung ausfĂŒhrlich mit dem Thema:

    ‱ TAGESSCHAU

    ‱ OSTFRIESEN-ZEITUNG

    Mit dem CONUS-Neutrinodetektor wollen Forschende die kohĂ€rente Streuung von Neutrinos an Atomkernen nachweisen und haben den Detektor dazu im Kernkraftwerk Brokdorf installiert. Nun konnten sie laut eines Berichts des Wissenschaftsportals Astronews erstmals eine Obergrenze dafĂŒr bestimmen. Detektoren wie CONUS könnten kĂŒnftig bei der Suche nach Dunkler Materie und als FrĂŒhwarnsystem fĂŒr Supernovae eine wichtige Rolle spielen. Die enormen Anforderungen fĂŒr ein solches Experiment machten einen experimentellen Nachweis der theoretischen Vorhersagen aus den 1970er Jahren fĂŒr mehr als 40 Jahre unmöglich. 2017 wurde die kohĂ€rente Streuung von Neutrinos an Kernen erstmals im COHERENT-Experiment nachgewiesen. Genauere Messungen, unter anderem mit niederenergetischen Reaktorneutrinos stehen jedoch noch aus. Wissenschaftler des Heidelberger Max-Planck-Instituts fĂŒr Kernphysik (MPIK) hĂ€tten sich nun mit dem Projekt CONUS (COherent Neutrino nUcleus Scattering) in Zusammenarbeit mit dem Kernkraftwerk Brokdorf dieser Herausforderung gestellt. Ein Kernkraftwerk biete ideale Voraussetzungen fĂŒr ein Experiment zum Nachweis und Charakterisierung der kohĂ€renten Streuung von Neutrinos an Kernen. Der Reaktor ist eine sehr starke, kontrollierte Neutrinoquelle, und je nĂ€her an der Quelle man den Detektor aufbauen kann, desto intensiver ist der Fluss:

    ‱ ASTRONEWS

    Anfang 2021 soll am ehemaligen Kernkraftwerk-Standort Grafenrheinfeld ein Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive Stoffe in Betrieb gehen. Eine Sprecherin des „Schweinfurter AktionsbĂŒndnisses gegen Atomkraft“ will nun laut BR erfahren haben, dass dort möglicherweise auch AbfĂ€lle aus dem Kraftwerk WĂŒrgassen gelagert werden sollen. In einer Pressemitteilung Ă€ußert die Sprecherin ihr UnverstĂ€ndnis ĂŒber das Ansinnen des Betreibers Preussen Elektra, denn am Standort des rĂŒckgebauten AKW WĂŒrgassen gebe es seit 2007 bereits ein Zwischenlager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle. Es wĂŒrden nun unnötig Transporte zwischen diesen Lagern erforderlich, die man aus SicherheitsgrĂŒnden hĂ€tte verhindern können:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Vor 60 Jahren ging das Kernkraftwerk in Kahl am Main bei Aschaffenburg in Betrieb. Damals war es ein Pionierprojekt fĂŒr die neue Technologie, heute, so der BR in seiner Reportage, sei „Gras ĂŒber das Areal gewachsen“. Das Werk war das erste deutsche Kernkraftwerk, direkt an der Grenze zu Hessen am Main gelegen. Am 13. November 1960 ging das sog. Versuchs-Atom-Kraftwerk Kahl (VAK) in Betrieb. Ein Jahr spĂ€ter, am 17. Juni 1961, hat das VAK das erste Mal Strom in das öffentliche Stromnetz gespeist:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Die letzten BrennstĂ€be wurden aus dem Kernkraftwerk Isar entfernt, es sei damit seit kurzem brennstofffrei. Dies teilte der Standortleiter laut eines Berichts des lokalen Wochenblatts mit. DarĂŒber hinaus liefen die Vorbereitungen auf den RĂŒckbau des Block 2 „auf Hochtouren“. Ein halbes Jahr zuvor sei der letzte mit 52 Brennelementen beladene CASTOR-BehĂ€lter aus dem ReaktorgebĂ€ude KKI 1 ausgeschleust und ins Standortzwischenlager transportiert worden. Der letzte einzelne Brennstab wurde nun im Oktober in einem SpezialbehĂ€lter in das Lagerbecken von KKI 2 gebracht. Alle SonderbrennstĂ€be werden nach der Stilllegung von KKI 2 in speziellen Köchern fĂŒr SonderbrennstĂ€be in den letzten CASTOR-BehĂ€lter verladen:

    ‱ WOCHENBLATT

    Das neue umstrittene Kernkraftwerk in Belarus ist nach Technikproblemen erneut ans Netz gegangen. Der erste Kraftwerksblock sei nun in Betrieb, meldete die belarusische Staatsagentur Belta unter Berufung auf das Energieministerium. Der Reaktor arbeite derzeit mit 40-prozentiger Auslastung. Die Systeme wĂŒrden weiter ĂŒberprĂŒft. In dem von Russland gebauten und finanzierten KKW war nur wenige Tage nach dem Betriebsstart die Stromproduktion wegen technischer Probleme eingestellt worden. Nachbarland Litauen bezeichnete die Anlage als „nukleare und ökologische Bedrohung“ fĂŒr ganz Europa. Das Handelsblatt berichtet:

    ‱ HANDELSBLATT

    Mit der AnkĂŒndigung, das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg stillzulegen, ĂŒberraschte der Betreiber Vattenfall. Auch die Wirtschaft, so die WELT, sorge sich nun um eine sichere Stromversorgung in Norddeutschland. Einen Mangel an Strom fĂŒrchte die Hamburger Industrie zwar nicht, aber einen drohenden RĂŒckschritt bei der NetzstabilitĂ€t. WĂŒrde Moorburg vom Netz gehen, gĂ€be es Ende 2021 kein Großkraftwerk mehr von der Elbe bis zur dĂ€nischen Grenze, denn im Zuge des Atomausstiegs stellt Ende des kommenden Jahres auch das Kernkraftwerk Brokdorf den Betrieb ein, das letzte Kernkraftwerk im Großraum Hamburg. „Konventionelle Kraftwerke wie Moorburg erbringen vielfĂ€ltige technische Leistungen, vor allem auf regionaler Ebene – sie halten die Stromnetze im Betrieb stabil, sie gleichen starke Schwankungen beim Stromangebot oder bei der Nachfrage aus oder auch natĂŒrliche EinflĂŒsse, von der Frequenzregelung bis hin zur sogenannten Kurzschlussleistung“, wird der Vorsitzende des Industrieverbands IVH zitiert. „Das kann man nicht einfach durch andere Kraftwerke ersetzen, die Hunderte Kilometer entfernt stehen.“:

    ‱ WELT

    Amerikas nĂ€chster PrĂ€sident Joe Biden setzt laut Spiegel Online im Kampf gegen den Klimawandel auch auf Kernkraft. Eine neue Generation von Mini-Kraftwerken solle mobil und vor allem sicher sein. Biden wolle eine Agentur grĂŒnden, die Forschung und Entwicklung von nuklearen Reaktoren vorantreiben und die »Zukunft der Kernenergie ergrĂŒnden soll«, wie er laut Spiegel in seinem Wahlprogramm schrieb. Er setze dabei auf sogenannte Small Modular Reactors (SMR), die schnell und kostengĂŒnstig entstehen könnten. Das Konzept sei nicht neu, gelte aber als Hoffnung der angeschlagenen Branche. SMRs sollen kĂŒnftig mit Wind-, Sonnen- und Wasserkraftstrom einen Energiemix liefern und dann einspringen, wenn bei den Erneuerbaren Flaute ist oder Wolken die Energielieferung mindern:

    ‱ SPIEGEL

    WĂ€hrend Deutschland aus der Atomkraft aussteigt, erlebt sie in vielen LĂ€ndern der Erde einen Boom. Die USA haben nun laut eines Berichts des Magazins GEO PlĂ€ne bekrĂ€ftigt, Kerntechnologie sogar auf dem Mond einzusetzen. Mini-Kernkraftwerke sollen zukĂŒnftige Mond- und Mars-Missionen zuverlĂ€ssig mit ausreichender Energie versorgen. Eine Ausschreibung der NASA und des US-Energieministeriums fĂŒr das Mond-Projekt laufe derzeit, 22 Unternehmen sollen sich beworben haben. Zu Jahresbeginn 2021 solle es eine weitere Ausschreibung zur Reaktortechnik geben. Der Zeitplan sei „sportlich“: Schon im Jahr 2026 solle der erste Versuchsreaktor auf dem Erdtrabanten in Betrieb genommen werden:

    ‱ GEO

    „Man darf keine Angst vor der Stille haben. Und das Wichtigste ist die Routine.“ zitiert der österreichische Kurier Franz MĂŒller, Hausmeister im seit 1985 leerstehenden Kernkraftwerk Zwentendorf. MĂŒller sei „der Herr ĂŒber 1.050 RĂ€ume“, die außer ihm so gut wie nie jemand betrĂ€te. Das stillgelegte Werk werde nur fallweise von Besuchergruppen frequentiert. 250 Personen hĂ€tten bis Mitte der 80er Jahre in dem Werk gearbeitet, dass seinen Betrieb nie aufgenommen hat, da eine Volksabstimmung sich dagegen entschied. Das Feature im Kurier reflektiert ĂŒber einen Markstein österreichischer Wirtschafts- und Energiegeschichte:

    ‱ KURIER (Bezahlinhalt)

  • Presseschau vom 11.11.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau, welche diesmal gleich 12 lesenswerte BeitrĂ€ge umfasst. Der geografische Bogen spannt sich dabei von BrunsbĂŒttel und Brokdorf ĂŒber Gesamtdeutschland, England, Weißrussland bis zu einer pan-europĂ€ischen Perspektive. Themenfeatures runden das Angebot ab.

    Beim RĂŒckbau eines Kernkraftwerks muss der Bauschutt auf eine geeignete Deponie verbracht werden, doch Abfallhöfe im Land weigern sich hĂ€ufig, das Material zu ĂŒbernehmen. In der Gemeinde Harrislee im Kreis Schleswig-Flensburg haben laut eines Berichts des NDR hunderte Menschen aus Deutschland und DĂ€nemark gegen das Einlagern von Bauschutt aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel protestiert. Sie versperrten auf zwei Kilometern mit Fahrzeugen die Zufahrtsstraße zu einer Deponie, die fĂŒr die Lagerung von KKW-Bauschutt in Frage komme. Das schleswig-holsteinische Parlament hatte im Mai beschlossen, das Material des KKW BrunsbĂŒttel einer Deponie notfalls zuzuweisen. Möglich seien laut Umweltministerium insgesamt vier Abfallhöfe im Land: Wiershop (Kreis Herzogtum Lauenburg), LĂŒbeck-Niemark, Johannistal (Kreis Ostholstein) und Harrislee. Bislang hĂ€tten alle Deponien im Land abgelehnt, den sogenannten freigemessenen Bauschutt bei sich aufzunehmen:

    ‱ NDR

    Beim Kernkraftwerk Brokdorf entstehen neue Ideen fĂŒr eine zukĂŒnftige Nutzung des dortigen Info-Zentrums. WĂ€hrend der Atommeiler zurĂŒckgebaut werde, könnte die Besucher-Info weiter genutzt werden. Der Bau auf drei Etagen biete sich geradezu an, dort eine Art Energiemuseum einzurichten. Es gĂ€be Funktionsmodelle des Kernkraftwerks und eine zeitgeschichtliche Sammlung, die zeige, dass neue Energieformen durchaus umstritten sein können. Der Beitrag der SHZ dokumentiert den Stand der Planungen und lĂ€sst die zustĂ€ndigen kommunalen EntscheidungstrĂ€ger zu Wort kommen:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Das Kernkraftwerk in Gundremmingen wurde nach einem Bericht des BR außerplanmĂ€ĂŸig heruntergefahren. Im Rahmen der BetriebsĂŒberwachung sei ein möglicher Defekt an einem Brennelement registriert worden. Das Kernkraftwerk werde nun vier Wochen lang vom Netz genommen. Im Kernkraftwerk Gundremmingen im Landkreis GĂŒnzburg hatte man laut einer Pressesprecherin schon zuvor mit der schrittweisen Leistungsreduktion begonnen, am Folgetag wurde der Reaktor dann abgeschaltet. Es handele sich in jedem Fall um ein nicht-meldepflichtiges Ereignis, so eine Pressesprecherin. Das Werk sei fĂŒr solche Situationen ausgelegt. Betreiber RWE wolle die außerplanmĂ€ĂŸige Pause jetzt nutzen und ziehe Wartungsarbeiten vor, die eigentlich erst fĂŒr die Revision im kommenden Jahr geplant waren. So sollen unter anderem Armaturen und Rohrleitungen gewartet werden. Der letzte aktive Block C des Kernkraftwerks soll Ende 2021 endgĂŒltig abgeschaltet werden:

    ‱ BR

    Der schon 2014 abtransportierte DruckbehĂ€lterdeckel aus dem Kernkraftwerk Obrigheim sorgte laut der RNZ zuletzt fĂŒr Schlagzeilen. Das Kernkraftwerk Obrigheim (KWO) ist seit 2005 abgeschaltet, seit 2008 wird die Anlage zurĂŒckgebaut. Die wichtigsten Bestandteile des Kraftwerks am Neckar seien lĂ€ngst demontiert und zum Teil auch bereits abtransportiert oder gar deponiert. Jetzt machte das KWO nun aber dennoch Schlagzeilen. Von „Vertuschung“ sei in Bezug auf den Abtransport des ReaktordruckbehĂ€lter-Deckels die Rede. Beim Energiekonzern EnBW wisse man um die Schlagzeile, könne die Entstehung aber nicht nachvollziehen. Tatsache sei, dass der RDB-Deckel aus dem KWO schon im Jahr 2014 in die USA verbracht worden sei. „Der Deckel wurde im Auftrag der EnBW zu einer Fachfirma in den USA zur schadlosen Verwertung transportiert. Transport und Verwertung erfolgten unter Einhaltung aller geltenden Vorschriften“, erklĂ€rt ein EnBW-Sprecher. Das entsprechende Unternehmen sei fĂŒr die Verarbeitung qualifiziert und eine geeignete Wiederverwertung gewĂ€hrleistet. Es handele sich hier um eine „Skandalisierung“ eines regulĂ€ren und vorschriftskonformen Vorgangs:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Im Zwischenlager des Kernkraftwerks Philippsburg kam es zu Problemen mit Castordeckeln. Laut den Betreibern des Lagers, der Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ), gĂ€be es an zwei CastorenbehĂ€ltern „geringe Abweichungen von der Toleranz des Blockmaßes im Deckelsystem“. Die Dichtheit der BehĂ€lter sei aber uneingeschrĂ€nkt gegeben. Die Aufsichtsbehörde wurde unverzĂŒglich eingeschaltet und der Vorfall offiziell als meldepflichtiges Ereignis der Stufe 0 eingestuft. Nun gelte es zu entscheiden, ob die Abweichung vom Toleranzwert noch toleriert werden könne oder ob die BGZ den Fehler beseitigen mĂŒsse:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Schon seit Jahren werden in der Schwandorfer MĂŒllverbrennungsanlage  AbfĂ€lle aus KKWs verbrannt. Rund 100 Tonnen freigemessener Abfall waren es allein 2019. In Schwandorf regt sich dagegen nun erstmals Widerstand. Das Bayerische Landesamt fĂŒr Umwelt (LfU) sieht allerdings kein Risiko. „Der fĂŒr den Schutz der Bevölkerung gesetzlich vorgegebene Grenzwert von 10 Mikrosievert pro Jahr fĂŒr die Strahlenexposition wird sicher eingehalten. FĂŒr die Bevölkerung besteht keine Gefahr“, teilte das Landesamt laut BR mit. Die mittlere Strahlenexposition allein durch natĂŒrliche RadioaktivitĂ€t fĂŒr die Bevölkerung in Deutschland liege mit 2100 Mikrosievert pro Jahr deutlich darĂŒber, so das LfU:

    ‱ BR

    Ein Zug mit Castor-BehĂ€ltern mit AtommĂŒll aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in England erreiche laut einer Polizeisprecherin sicher das GelĂ€nde des hessischen Kernkraftwerks Biblis. Etwa zwei Dutzend Aktivisten hatten zuvor im Umfeld des Bahnhofs Biblis demonstriert. Nach Angaben der Bundespolizei hatten mehrere Tausend Beamte die gesamte Bahnstrecke gesichert. Es sei alles ruhig verlaufen, sagte eine Sprecherin. In Biblis soll der AtommĂŒll in dem Zwischenlager deponiert werden, bis ein deutsches Endlager zur VerfĂŒgung stehe:

    ‱ NDR

    19 Atomkraftwerke in Europa könnten derzeit illegal laufen, berichtet das Redaktionsnetzwerks Deutschland. „In Europa sind die Laufzeiten mehrerer Atomkraftwerke verlĂ€ngert worden, ohne dass sie der vorgesehenen grenzĂŒberschreitenden UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung unterzogen wurden“, schreibt das Nachrichtenmagazin demnach in seiner aktuellen Printausgabe. Diese Informationen gingen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der GrĂŒnen hervor. Eigentlich mĂŒssten sich Kraftwerke einer UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung unterziehen, wenn sie lĂ€nger laufen sollen. Dies folge aus einem Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs im Falle des belgischen Kraftwerks Doel. Diese PrĂŒfung habe laut Informationen des „Spiegels“ bisher allerdings unter anderem beim belgischen Atomkraftwerk Tihange-1 nicht stattgefunden:

    ‱ REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND

    In der belarusischen Kleinstadt Ostrovets nahm am 07.11. das erste Kernkraftwerk des Landes den Betrieb auf. Der auch Kernkraftwerk Belarus genannte Atommeiler steht nur 45 Kilometer entfernt von der litauischen Hauptstadt Vilnius nahe der Grenze. Der dort produzierte Strom solle den Belarusen Energiesicherheit garantieren und das Land unabhĂ€ngiger von russischem Gas machen, das bisher zu Stromerzeugung genutzt wurde. 40 Prozent des gesamten Strombedarfs sollen nach Fertigstellung mit Hilfe des Kernkraftwerks gedeckt werden. Proteste gegen das Werk seien relativ gering gewesen, so die Tagesschau in ihrem Beitrag, jedoch hĂ€tten die NachbarlĂ€nder sich wiederholt und vehement gegen den Bau des Werks ausgesprochen, da sie zahlreiche SicherheitsmĂ€ngel rĂŒgen:

    ‱ TAGESSCHAU

    Einen fachlichen Blick auf die Baustelle des neuen Zwischenlagers am Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel gewĂ€hrt die Allgemeine Bauzeitung. Der Beitrag schildert bauliche Herausforderungen bei der Konstruktion. Beim Neubau des Hallenlagers am abgeschalteten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel waren demnach Schallösungen gewĂŒnscht, die wenig Montagezeit beanspruchen. Unter anderem habe die Baustelle des Unternehmens ZĂŒblin mit vier verziehbaren TraggerĂŒst-Einheiten gearbeitet. So konnte das 5600 m2 große Stahlbetondach abschnittweise hergestellt werden, ohne dass die 15 m hohe Schalungskonstruktion mehrfach ab- und wieder aufgebaut werden musste:

    ‱ ALLGEMEINE BAUZEITUNG

    Deutschland hat sich beim Kampf gegen den Klimawandel viel vorgenommen und will den Ausstoß von Kohlendioxid massiv senken. Der Sender n-tv stellt in diesem Zusammenhang die Frage, ob es nicht klug wĂ€re, den CO2-armen Strom aus Atomkraftwerken einfach weiter zu nutzen. Der ausfĂŒhrliche Beitrag beschĂ€ftigt sich mit den Vor- und Nachteilen eines solchen Szenarios und blickt dabei u.a. in die Niederlande, wo eine Renaissance der Kernkraft bevorstehe. Der Status der deutschen Energiewende wird ebenfalls kritisch betrachtet:

    ‱ N-TV

    Vom gewaltigen Aufwand des RĂŒckbaus der deutschen Kernkraftwerke berichtet ein Feature in der SĂŒddeutschen Zeitung. Der RĂŒckbau aller Werke, ohne dabei Risiken fĂŒr Menschen und Umwelt in Kauf zu nehmen, sei eine „gewaltige Herausforderung“, so die Autorin:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG (Bezahlinhalt)

     

  • Presseschau vom 28.10.2020

    Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl diese Woche enthĂ€lt nur stellenweise lokale, klassische RĂŒckbauthemen, dafĂŒr aber auch ĂŒbergreifende Energieperspektiven: Zwei BeitrĂ€ge befassen sich mit unterschiedlichem Ergebnis mit der Frage des Beitrags von Kernenergie zum Erreichen der Klimaziele, ein Artikel resĂŒmiert das Energiejahr 2020 und den Beitrag der Erneuerbaren Energien zum Strommix.

    Das Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder Strom produzieren. Wie das Energieministerium in Kiel laut RTL.de mitteilte, habe die Atomaufsicht die Zustimmung zum Wiederanfahren erteilt. Die Anlage könne damit nach Abschluss des diesjÀhrigen Brennelementewechsels und der damit verbundenen Jahresrevision wieder ans Netz gehen. Das Kraftwerk darf noch bis Ende 2021 Strom produzieren:

    ‱ RTL

    Ein weiterer, frĂŒherer Beitrag von RTL.de befasst sich ebenfalls mit dem KKW Brokdorf und wirft einen Blick auf dessen Geschichte, die Herausforderungen des RĂŒckbaus sowie Stimmen aus der Politik und bietet ein ResĂŒmee zu den bislang produzierten Strommengen des Meilers:

    ‱ RTL

    Das Energieunternehmen Preussen Elektra mĂŒsse laut NDZ.de derzeit viel Geld in die Hand nehmen, um den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Grohnde zu gewĂ€hrleisten. Die Eon-Tochter sicherte sich dazu erneut sogenannte Reststrommengen von Vattenfall aus dem frĂŒheren KKW KrĂŒmmel, um die sich die beiden Konzerne eigentlich aktuell vor Gericht streiten. Wie Preussen Elektra mitteilte, handele es sich um drei Terawattstunden (TWh), die den Betrieb des Grohnder Kraftwerks zunĂ€chst bis etwa Ende Januar sichern sollen. Weitere Übertragungen könnten bei Bedarf „ungeachtet des fortgesetzten Rechtsstreits stattfinden“, erklĂ€rt ein Preussen Elektra-Unternehmenssprecher auf Nachfrage der Zeitung. „Damit kann der Betrieb in Grohnde entsprechend den Vorgaben des Atomgesetzes bis Ende 2021 gewĂ€hrleistet werden.“:

    ‱ NDZ.de

    Am Kernkraftwerk Gundremmingen bei GĂŒnzburg (Bayern) gibt es erneut Sicherheitsprobleme. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seien laut Heidelberg24 defekte Brennelemente festgestellt worden. Daraufhin wurde das KKW außerplanmĂ€ĂŸig heruntergefahren. Bereits im FrĂŒhjahr wurde aufgrund eines Ă€hnlichen Defekts Block C ausgeschaltet. Laut einer Sprecherin wĂŒrden die Reparaturarbeiten etwa vier Wochen andauern. Atomkritiker fordern schon seit Langem die Stilllegung des grĂ¶ĂŸten deutschen Kernkraftwerks:

    ‱ HEIDELBERG24

    Die PreussenElektra GmbH kann mit der Auslagerung der noch innerhalb des Kernkraftwerks WĂŒrgassen lagernden schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€lle beginnen. Ende September habe die atomrechtliche Aufsichtsbehörde, das Ministeriums fĂŒr Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE), die erforderliche Zustimmung erteilt, berichtet die Beverunger Rundschau. Dementsprechend wurde noch im September das erste 200-Liter-Fass mit radioaktiven AbfĂ€llen aus seiner Lagerposition entnommen und in einen Konrad-Container verpackt. Die insgesamt rund 3.000 Abfallgebinde werden in drei Entsorgungskampagnen aus dem Zwischenlager, das sich im GebĂ€ude des ehemaligen unabhĂ€ngigen NachkĂŒhlsystems (UNS) befindet, ausgelagert, dort in geeignete EndlagerbehĂ€lter verpackt und im WerkstattgebĂ€ude fĂŒr den Transport bereitgestellt. Die Auslagerung aller Gebinde werde rund sechs Jahre dauern:

    ‱ BEVERUNGER RUNDSCHAU

    Im belgischen Kernkraftwerk Doel hat es zahlreiche CoronafĂ€lle gegeben. Mindestens 26 Mitarbeiter seien mit dem Virus infiziert worden, wie aus einem Bericht der Aachener Zeitung hervorgeht. Die Erkrankungen meldete demnach die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Energieerzeuger Engie Electrabel. Die positiv getesteten Personen seien unter QuarantĂ€ne. Das Unternehmen bemĂŒhe sich, ihre Kontakte zurĂŒckzuverfolgen. Die BeschĂ€ftigten wĂŒrden nun in dem Maße, in dem das möglich sei, vom Homeoffice aus arbeiten. Belgien zĂ€hlt zu den am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen LĂ€ndern Europas:

    ‱ AACHENER ZEITUNG

    Laut Augsburger Allgemeine stellt eine Studie die Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen durch Nutzung der Kernkraft infrage. In seiner statistischen Analyse fand ein deutsch-britisches Forscherteam demnach keinen klaren Zusammenhang zwischen beidem. Dagegen ergab die im Fachblatt Nature Energy veröffentlichte Untersuchung von Daten aus 123 LĂ€ndern aus dem Zeitraum 1990 bis 2014 eine klare Verbindung zwischen der Nutzung erneuerbarer Energien und einer CO2-Reduktion. UnabhĂ€ngige Experten bemĂ€ngeln jedoch deutliche SchwĂ€chen der Studie. In letzter Zeit wird von unterschiedlichen Seiten eine weitere Nutzung der Kernkraft aus KlimaschutzgrĂŒnden ins GesprĂ€ch gebracht:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Eine andere Ansicht zu Kernkraft und Klimawandel vertrete laut RTL.de der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Grossi. Ein Erreichen der globalen Klimaziele sei nach dessen Überzeugung ohne Kernkraft „praktisch ausgeschlossen“. „Die wissenschaftliche Tatsache ist, dass Atomkraftwerke einen extrem geringen Kohlendioxid-Ausstoß verursachen“, sagte Grossi laut RTL der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Es sei eine empirische Tatsache, dass ein Drittel der sauberen Energie aus nuklearen Quellen stamme. Unter Berufung auf das Zwischenstaatliche Gremium fĂŒr Klimawandel (IPCC) und die Internationale Energieagentur sagte Grossi: „Jeder Weg zur Erreichung der im Pariser Abkommen festgelegten 2-Grad-Schwelle ist ohne Atomkraft nahezu unmöglich, wenn nicht unmöglich“. Der deutsche Atomausstieg sei in Konsequenz und Tempo weltweit praktisch einzigartig und ein echter Sonderweg. Nur wenige LĂ€nder hĂ€tten sich fĂŒr einen Ausstieg entschieden, andere strebten eine Reduzierung der Atomkraft an, aber keinen Ausstieg. Ansonsten gebe es einen bemerkenswerten Trend zum Ausbau der Kernenergie, u.a. in China, Russland, Indien, SĂŒdafrika, TĂŒrkei, Bangladesch, Vietnam, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Argentinien oder Brasilien, so der Chef der IAEA, die fĂŒr den sicheren Betrieb zivil genutzter Atomkraftwerke wirbt:

    ‱ RTL

    Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der öffentlichen Stromerzeugung in Deutschland werde 2020 wohl erstmals bei mehr als 50 Prozent liegen, meldet DER SPIEGEL. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme (ISE) produzierten Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftwerke demnach vom Jahresanfang bis zum 22. Oktober zusammen 52,5 Prozent der öffentlichen Nettoproduktion, also des Strommixes, der aus der Steckdose kommt. 2019 betrug der Ökostrom-Anteil rund 46 Prozent. 12 Prozent der Nettostromerzeugung in 2020 stamme aus Kernenergie:

    ‱ SPIEGEL

     

  • Presseschau vom 14.10.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl in dieser Woche ist sehr solide, geprĂ€gt primĂ€r durch Berichte aus dem Norden und Gesamtdeutschland mit AusflĂŒgen in die Niederlande und die Schweiz. Auch Neues vom ICSID-Verfahren ist mit dabei.

    Im abgeschalteten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel hat es laut Boyens Medien eine AbfĂŒllpanne bei vier AtommĂŒll-FĂ€ssern gegeben. Die AbfĂ€lle wurden demnach als Metalle deklariert, enthielten aber auch Verpackungsreste und Bauschutt, wie die Atomaufsichtsbehörde in Kiel mitteilte. Dies wurde bei Kontrollen bemerkt. Die fĂŒr den Strahlenschutz relevanten Daten seien aber richtig dokumentiert worden:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Seit dem 19. September lĂ€uft laut eines Berichts des NDR, zu dem auch ein Videobeitrag gehört, die Jahres-Revision im AKW Brokdorf (Kreis Steinburg). Damit ist der letzte von einst drei Strom produzierenden Meilern in Schleswig-Holstein ĂŒbergangsweise vom Netz genommen worden. Es wĂŒrden nun mehrere Wochen lang die gesamte Kraftwerks-Technik inspiziert und, wenn notwendig, repariert. Dazu seien neben den 300 festangestellten Mitarbeitern von Betreiber Preussen Elektra mehrere hundert Techniker und Experten von Fremdfirmen aus dem gesamten Bundesgebiet auf dem KKW-GelĂ€nde. Überwacht werden die Arbeiten von der Atomaufsicht in Kiel sowie von SachverstĂ€ndigen des TÜV Nord:

    ‱ NDR

    Die Bundesregierung habe laut eines Berichts des Branchendienstes „Energie und Management“ derzeit keine Erkenntnisse, wann ein Schiedsspruch in der Kernkraft-Klage von Vattenfall ergehen werde. Man gehe seitens der Bundesregierung weiterhin davon aus, dass die Klage unzulĂ€ssig sei. Vattenfall hatte im Mai 2012 ein internationales Schiedsverfahren vor einem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) eingeleitet, weil im Zuge des deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie ihre Kraftwerke in KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel stillgelegt wurden. Entschieden wurde in der Sache bisher nichts. Die Bundesregierung lehnte schon vor zwei Jahren drei Mitglieder des internationalen Tribunals wegen Befangenheit ab und forderte deren Absetzung. Einen ersten Antrag dazu gab es im November 2018, einen weiteren im April 2020:

    ‱ ENERGIE UND MANAGEMENT

    Preussen Elektra als EigentĂŒmerin des ehemaligen Kernkraftwerks WĂŒrgassen ĂŒberraschte laut HNA mit der Nachricht, dass die GebĂ€ude des KKW bereits bis zum Jahr 2029 abgerissen werden sollen. Bevor mit den RĂŒckbauarbeiten begonnen werde, sollten die dort noch lagernden mittel- und schwachradioaktiven AbfĂ€lle in endlagertaugliche BehĂ€lter verpackt werden. In der direkten Nachbarschaft des Werks wolle die bundeseigene BGZ ein umfangreiches Logistikzentrum einrichten. Dort sollen ab 2027 die AtommĂŒllgebinde fĂŒr die Just-in-time-Anlieferung fĂŒr das noch zu findende Endlager zusammengestellt werden. Das Vorhaben sei in der Region des DreilĂ€nderecks hochumstritten:

    ‱ HNA

    Das Branchenportal „Erneuerbare Energien“ befasst sich mit dem Zusammenspiel von Kernkraft und erneuerbaren Energien und moniert, dass diese Quellen nicht wirtschaftlich funktionieren und im tatsĂ€chlichen Betrieb nicht harmonieren. Grund hierfĂŒr seien u.a. Regelungen im EEG und EinzelvertrĂ€ge, die die Betreiber von KKW – in diesem Fall des KKW Gundremmingen – individuell mit grĂ¶ĂŸeren Abnehmern und damit nicht ĂŒber die preisregulierenden Strombörsen geschlossen hĂ€tten. Ein echter Wettbewerb um marktgerechte Einspeisung sei u.a. deshalb blockiert:

    ‱ ERNEUERBARE ENERGIEN

    Gundremmingen ist auch Gegenstand eines Beitrags der HZ. Im dortigen Kernkraftwerk Gundremmingen wird bereits heute hoch radioaktiver MĂŒll zwischengelagert. In mehreren Bildergalerien, Grafiken und in einem Video wird in dem Beitrag erklĂ€rt, wie dies im Kernkraftwerk gehandhabt wird:

    ‱ HEIDENHEIMER ZEITUNG

    Mit dem RĂŒckbau des KKW Lubmin in der ehemaligen DDR beschĂ€ftigt sich der NDR. In Lubmin bei Greifswald werde seit nunmehr 30 Jahren mĂŒhsam abgebaut, was in der DDR zu Beginn der 1970er-Jahre innerhalb weniger Jahre aufgebaut wurde: Das Kernkraftwerk „Bruno Leuschner“ war ein Vorzeigeprojekt der DDR. Jetzt sĂ€he man sich nicht mit nur diversen, teils ĂŒberraschenden Altlasten konfrontiert, sondern könne auch die Besonderheiten resĂŒmieren, die sich nach der Wiedervereinigung durch die AktivitĂ€ten der Treuhand in Zusammenhang mit dem RĂŒckbau ergeben hĂ€tten:

    ‱ NDR

    Niedersachsen wolle „mit aller Macht“ gegen den Bau neuer Kernkraftwerke im Norden der Niederlande, unmittelbar in der NĂ€he zu Ostfriesland, kĂ€mpfen. „Ich werde alles dafĂŒr tun, damit die Niederlande nicht zum neuen Kernenergie-Land werden“, zitiert die Nordwest Zeitung den niedersĂ€chsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) im GesprĂ€ch mit dem Blatt. Die niederlĂ€ndische Regierungspartei VVD wolle die Kernenergie reaktivieren und den bau von bis zu zehn neuen Atommeilern prĂŒfen lassen. Dabei wĂŒrde erneut Eemshaven als Standort von gleich drei Gas- und Kohlekraftwerken. In den Niederlanden ist nur noch eines von zwei Atomkraftwerken in Betrieb. Mit den neuen Meilern sollen nach dem Willen der Partei von MinisterprĂ€sident Mark Rutte die Pariser Klimaziele erreicht werden:

    ‱ NORDWEST ZEITUNG

    Deutschland hat den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Dennoch werden Brennelemente ins Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt exportiert. Gegen diese Praxis rege sich nun Widerstand, so die Badische Zeitung. Mit der Genehmigung von Brennelement-Exporten, zum Beispiel fĂŒr das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt gegenĂŒber Waldshut, unterstĂŒtze der deutsche Staat indirekt die Nutzung der Atomkraft. Die Waldshut-Tiengener BĂŒrgerinitiative Zukunft ohne Atom (ZoA) kritisiert die Lieferungen und prĂŒfe laut eigener Mitteilung, ob sie gerichtlich gegen dieses Praxis vorgehen solle. Auch die SPD kritisierte im Bundestag dieses Vorgehen und sĂ€he es im Widerspruch zu Vereinbarungen im Koalitionsvertrag:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Die deutschen Kernkraftwerke sind wieder Ziel von Protesten, nach jahrzehntelangen Protesten gegen die Kernkraft jetzt aber pro Atomkraft. Dabei, so das Handelsblatt, hĂ€tten die Betreiber daran kein Interesse, da die Stilllegung und der RĂŒckbau beschlossene Sache und nicht revidierbar sei:

    ‱ HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 30.09.2020

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau an diesem Mittwoch: Neben diversen lokalen Nachrichten aus Norddeutschland spielt das Thema „Renaissance der Kernkraft“ in dieser Woche eine hervorgehobene Rolle. Außerdem blicken wir u.a. nach England und auf das andauernde Schiedsverfahren in New York. Zum gerade veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung haben wir Ihnen ein Trio aus Artikeln zusammengestellt, dass die wesentlichen Facetten des Themas komprimiert abdeckt.

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel hat es ein meldepflichtiges Ereignis der geringsten Stufe N (null) gegeben. Bei der Umschaltung von der Stromversorgung ĂŒber das Stadtwerkenetz hin zur Versorgung ĂŒber den Anschluss des Gasturbinenwerks an das Höchstspannungsnetz kam es zum Ansprechen eines Überstromschutzes, wie das fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Kieler Energiewendeministerium laut Boyens Medien mitteilte. Dieser Schutz diene vorrangig als Leitungsschutz und begrenzt zugleich zeitlich das Auftreten erhöhter Ströme. Durch das Ansprechen des Schutzes startete demnach spezifikationsgemĂ€ĂŸ ein Dieselaggregat zur Ersatzversorgung sicherheitstechnisch relevanter Verbraucher:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Laut Kieler Nachrichten, die der NDR zitiert, denke das schleswig-holsteinische Umweltministerium aktuell darĂŒber nach, zunĂ€chst 250 Tonnen Schutt aus dem RĂŒckbau des KKW BrunsbĂŒttel auf der Deponie LĂŒbeck-Niemark zu lagern. Eine Diskussion darĂŒber schwele schon seit LĂ€ngerem. Der zustĂ€ndige Minister Jan Philipp Albrecht wollte jedoch eine solche Zwangsdeponierung nicht bestĂ€tigen: „Nein, es gibt keine Vorfestlegung auf LĂŒbeck“, so der GrĂŒnen-Politiker im NDR. Da sich bisher keine Kommune bereit erklĂ€rt habe, den Bauschutt aufzunehmen, der beim schrittweisen Abriss des KKW anfalle, wolle das Umweltministerium dies nun bestimmen. Albrecht bestĂ€tigte dem Sender, dass der MĂŒll einer Deponie zugewiesen werden solle. Es werde noch intensiv geprĂŒft, wo dies erfolgen könne:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Brokdorf wird wegen Wartungsarbeiten zeitweilig vom Netz gehen, so die SĂŒddeutsche Zeitung. Dabei wĂŒrden in den kommenden Wochen auch zum geplant letzten Mal die Brennelemente gewechselt, wie das fĂŒr Atomaufsicht zustĂ€ndige Energieministerium laut SZ mitteilte. Sie sollen bis zum Ende der Restlaufzeit des Reaktors reichen. Die bislang verwendeten Brennelemente werden auf erhöhte Korrosion kontrolliert. 2017 waren an Brennelementen Probleme mit Oxidation festgestellt worden. Der Reaktor solle dieses Mal mit Brennelementen aus dem Werkstoff eines anderen Herstellers bestĂŒckt werden:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Im Kernkraftwerk Philippsburg habe es eine undichte Stelle an einer Abwasserleitung gegeben, so die Badischen Neuesten Nachrichten. Durch die ausgetretene FlĂŒssigkeit habe keine Gefahr bestanden, es sei nichts nachgewiesen worden. FĂŒr den Betreiber des Kernkraftwerks handelt es sich um die Meldekategorie „Normal“, mit keiner oder geringer sicherheitstechnischer Bedeutung auf Stufe 0 nach der internationalen INES-Skala:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Mit dem juristischen Streit um den RĂŒckbau der KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel und beanspruchte EntschĂ€digungszahlungen fĂŒr die vorzeitigen Einstellung des Betriebes der Werke beschĂ€ftigt sich ebenfalls die SĂŒddeutsche Zeitung. Seit nunmehr acht Jahren streite der schwedische Konzern Vattenfall, der die Werke betreibt, vor einem internationalen Schiedsgericht um EntschĂ€digung fĂŒr die stillgelegten Meiler. Dies sei besonders kostspielig: Fast 22 Millionen Euro hat der Bund dafĂŒr bisher vorschießen mĂŒssen, insbesondere fĂŒr AnwĂ€lte, Gutachter und Gerichtskosten. In 2020, so stehe es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei, seien knapp 3,1 Millionen Euro angefallen. Insgesamt 4,381 Milliarden Euro verlangt das Unternehmen vom Bund, plus Prozesszinsen: Über die Jahre seien so 6,1 Milliarden Euro zusammengekommen. Vattenfall hatte die Klage 2012 nach dem Atomausstieg eingereicht. Der Konzern sieht sich um die Erlöse von Reststrommengen geprellt:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Die Niederlande prĂŒfen einem Bericht der WELT zufolge den Wiedereinstieg in die Kernenergie. Im kĂŒnftigen Energiemix mĂŒsse Kernkraft wieder eine Rolle spielen, zitiert das Blatt Kreise der Regierungspartei VVD. Auf Basis einer Studie sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass Kernenergie fĂŒr die Zeit nach 2030 eine der kosteneffizientesten Optionen zur Bereitstellung regelbarer, CO2-freier Kraftwerksleistung darstelle. Diese Entscheidung, so die WELT, erhöhe den „Rechtfertigungsdruck“ auf die deutsche Bundesregierung:

    ‱ WELT (Bezahlinhalt)

    Auch der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) Rafael Grossi, sehe im weiteren Ausbau der Kernenergie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. „Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass atomare Energie saubere Energie ist, nahezu ohne CO2-Ausstoß“, sagte er dem „Spiegel“ laut der Oldenburger Onlinezeitung. Bei der weltweiten Stromerzeugung ersparten die heutigen Kernkraftwerke demnach zwei Gigatonnen Treibhausgas-Emissionen jĂ€hrlich:

    ‱ OLDENBURGER ONLINEZEITUNG

    Der weltweite Ausbau der Atomenergie sei allerdings im Jahr 2020 ins Stocken geraten, so der Branchendienst IWR. Gerade einmal zwei neue Reaktoren seien in diesem Jahr bisher in Betrieb gegangen. Die Renaissance der Kernenergie und einen krÀftigen Anstieg der AKW-Leistung bis 2050 sei in der Vergangenheit hÀufig prognostiziert worden. Die RealitÀt scheine derzeit diese Prognosen jedoch nicht zu bestÀtigen:

    ‱ IWR ONLINE

    PlanĂ€nderung in Großbritannien: Der japanische Technologiekonzern Hitachi habe laut IWR den Bau neuer Kernkraftwerke in Großbritannien endgĂŒltig begraben. Der GeschĂ€ftsbetrieb fĂŒr das Bauvorhaben und den Betrieb von Kernkraftwerken in Großbritannien („Horizon Project“) werde damit endgĂŒltig eingestellt. Hitachi wollte ursprĂŒnglich in Großbritannien zwei Kernkraftwerke in Wales bauen und hatte dafĂŒr schon frĂŒh eine ABWR-Lizenz (ABWR = Advanced Boiling Water Reactor) erworben. Doch im Jahr 2019 habe Hitachi schon die Notbremse gezogen und das AKW-Projekt wegen der unklaren Finanzierung ausgesetzt. Hitachi wolle sich nun mit der britischen Regierung und den einschlĂ€gigen Organisationen hinsichtlich einer Zusammenarbeit als EigentĂŒmer der ABWR-Lizenz und der Abwicklung der geplanten Baustellen und anderer Angelegenheiten abstimmen, teilte das Unternehmen dem Bericht zufolge mit:

    ‱ IWR ONLINE

    Die Suche nach einem Endlager fĂŒr AtommĂŒll sorgt seit Jahrzehnten fĂŒr Streit. Der mit Spannung erwartete Bericht der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung BGE zur Frage, welche Regionen geologisch zur Endlagerung geeignet sind, wurde nun vorgelegt. FĂŒr Überraschung sorgte dabei die Nachricht, dass der Salzstock Gorleben nicht mehr fĂŒr die Endlagerung in Betracht gezogen wird. Nach dem ausfĂŒhrlichen Bericht der Tagesschau böten nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) 90 Gebiete in DeutschlandgĂŒnstige geologische Voraussetzungen fĂŒr ein AtommĂŒll-Endlager. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter, wie aus dem „Zwischenbericht Teilgebiete“ hervorgeht. BerĂŒcksichtige man die Überlagerung einiger Gebiete, ist laut Bericht in Deutschland ein Anteil von 54 Prozent der LandesflĂ€che geologisch fĂŒr die Endlagerung geeignet. Diese sogenannten Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern:

    ‱ TAGESSCHAU

    Der SPIEGEL beschĂ€ftigt sich in einem Beitrag zum Bericht der BGE besonders mit der Frage, warum Gorleben als Standort fĂŒr ein Endlager nun ausscheide, obwohl die Lage der dortigen Anlagen jahrzehntelang als geeignet betrachtet wurden. Nur aufgrund massiver Proteste der Anwohner und der Antiatomkraftbewegung sei die Festlegung auf Gorleben aufgegeben worden. Gorleben habe zwar alle Mindestanforderungen erfĂŒllt, so zitiert der SPIEGEL den Sprecher der BGE, sei aber in der geowissenschaftlichen Gesamtschau nicht ausreichend gewesen. Das hĂ€tte vor allem am „mangelhaften RĂŒckhaltevermögen“ und dem Deckgebirge gelegen, das nicht vollstĂ€ndig intakt gewesen sei. Teilweise sei der Salzstock laut Bericht nur mit lockerem Material bedeckt, durch das ĂŒber die Jahre Wasser an das Wirtsgestein – also die direkte HĂŒlle des Atomlagers – dringen könnte. Der Standort hĂ€tte zudem nicht die Eignung, Radionuklide hinreichend lange zurĂŒckzuhalten, insbesondere im Hinblick auf eine sichere Lagerung von einer Million Jahre. Der Beitrag des Magazins beschĂ€ftigt sich zudem ausfĂŒhrlich mit der ErlĂ€uterung der erforderlichen Struktur der „Wirtsgesteine“ in Deutschland, deren Struktur unabdingbar fĂŒr eine sichere, dauerhafte Lagerung sei, sowie der Methodik der weiteren Einengung der möglichen Standorte in den kommenden Jahren:

    ‱ SPIEGEL

    Das Ergebnis des BGE-Berichts hat eine Vielzahl von Pressereaktionen in den genannten Regionen ausgelöst, die hier aufzunehmen den Rahmen des Angebots sprengen wĂŒrde. Ganz ĂŒberwiegend wird von lokalem Protest gegen ein Endlager in der jeweiligen Region berichtet. Die FAZ befasst sich in einem Kommentar ortsungebunden mit den zu erwartenden Folgen der Benennung einer Vielzahl von infrage kommenden Regionen. Der Kommentator erwartet ĂŒberall dort, wo ein Standort in Betracht gezogen werden könne, Proteste, wie man sie bislang gegen den Standort Gorleben kenne. Anders als bislang wĂŒrden sich daran nun auch kommunale und Landespolitiker beteiligen. Der Verfasser macht auch in Bezug auf die GRÜNEN eine Ironie der Geschichte aus: Die „Kinder der militanten Atomproteste“ seien nun plötzlich die grĂ¶ĂŸten Treiber der Suche nach einem neuen Standort, in der Annahme, so wird der Parteivorsitzende Robert Habeck zitiert, dass das Endlager zugleich die letzte RuhestĂ€tte der Atomkraft sein werde:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 16.09.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau: Diesmal ein bunter Strauß von Meldungen aus dem In- und Ausland, bei dem es u.a. um die Entsorgungsthematik im Norden, Forderungen nach einer Renaissance der Kernkraft, erneut um den EC-Treaty sowie um Entwicklungen in Belarus und Russland geht.

    Die Gemeinde Harrislee, die Stadt Flensburg, der Deponiebetrieb Balzersen und die Kommune Appenrade/Aabenraa hatten sich bereits gegen die ins Spiel gebrachte Lagerung von Schutt aus dem RĂŒckbau der Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel, KrĂŒmmel und Brokdorf ausgesprochen. Schon im Mai hatte die Landesregierung Schleswig-Holstein allerdings laut eines Berichts des Der Nordschleswiger beschlossen, dass einer Deponie die Lagerung zugewiesen werden könne. Der Beschluss sei erst jetzt in der Gemeinde Harrislee bekannt geworden, berichtet nun „Flensborg Avis“. Laut politischem Beschluss könnte die Deponie Balzersen nahe der Grenze verpflichtet werden, Schutt von zurĂŒckgebauten Kernkraftwerken zu lagern:

    ‱ DER NORDSCHLESWIGER

    Nachdem ein Arbeiter im Juni 2019 im Kernkraftwerk Isar I tödlich verunglĂŒckte, ist eine Ingenieurin am Amtsgericht Landshut wegen fahrlĂ€ssiger Tötung lediglich zu einer Geldstrafe und nicht wie von der Staatsanwaltschaft gefordert zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die RĂŒckbau-PlĂ€ne entlasteten dabei laut eines Berichts des BR die Ingenieurin vor Gericht. Bei RĂŒckbauarbeiten am KKI war im Juni 2019 ein Mitarbeiter ums Leben gekommen, weil er bei Plasmaschneidearbeiten von einem herabfallenden, ĂŒber eine Tonne schweren Metallteil eingequetscht worden war:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Im grenznahen Kernkraftwerk im lothringischen Cattenon ist es zu einer Störung gekommen, in deren Folge ein Reaktor abgeschaltet wurde. Wie die SaarbrĂŒcker Zeitung berichtet, meldete der Betreiber der Atomsicherheitsbehörde den Vorfall der Stufe 1. Anlass fĂŒr die Abschaltung des Reaktors sei eine Fehlfunktion einer elektronischen Schaltkarte. Der Block sollte ohnehin fĂŒr Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Gemeldet wurde ein „Ereignis der Stufe 1“ gemĂ€ĂŸ der achtstufigen INES-Skala (null bis sieben) fĂŒr nukleare Ereignisse:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Die bisherige FinanzvorstĂ€ndin Anna Borg wird neue Chefin des Energiekonzerns Vattenfall. Das schwedische Unternehmen mit Sitz in Stockholm kĂŒndigte den Wechsel an der Spitze an. Borg soll zum 1. November zur PrĂ€sidentin und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin aufrĂŒcken und damit Magnus Hall (60) ablösen. Seit 2017 ist Borg FinanzvorstĂ€ndin bei Vattenfall, so das Manager Magazin:

    ‱ MANAGER MAGAZIN

    Eine Spezial-Ausbildung fĂŒr FachkrĂ€fte beim RĂŒckbau von Kern- und Kohlekraftwerken hat die Neubrandenburger Industrie- und Handelskammer aufgelegt. Wie die SĂŒddeutsche Zeitung berichtet, können sich Interessierte in neun Monaten zur „Fachkraft fĂŒr KraftwerksrĂŒckbau (IHK)“ ausbilden lassen. Diesen Lehrgang gibt es erstmals in Deutschland. Dazu gehören ein Theorieteil und Praktika bei mehreren Firmen wie in Lubmin (Vorpommern-Greifswald), wo der RĂŒckbau des grĂ¶ĂŸten DDR-Kernkraftwerkes seit Jahren lĂ€uft, sowie im brandenburgischen LĂŒbbenau (Oberspreewald/Lausitz). Hintergrund der Ausbildung ist der geplante RĂŒckbau noch laufender Kernkraftwerke in Deutschland und spĂ€ter von Kohlekraftwerken:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    UrsprĂŒnglich hat Deutschland den „Energy-Charta-Treaty“ (ECT) Anfang der neunziger Jahre ratifiziert, um Investitionen in LĂ€ndern des ehemaligen Ostblocks zu schĂŒtzen, deren Justiz noch nicht richtig funktionierte. Auf Basis des ECT konnten auslĂ€ndische Energiekonzerne, die sich unfair behandelt fĂŒhlten, Regierungen vor internationalen Schiedsgerichten verklagen. Inzwischen wenden Unternehmen den ECT aber auch gegen „intakte“ Rechtsstaaten an. Ein Beitrag des ZDF schildert die ZusammenhĂ€nge und deren Auswirkungen auf die Energiewende. Ein bekannter Fall sei die Klage gegen die Stilllegung der beiden Kernkraftwerke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel. Deren Betreiber Vattenfall wolle eine faire Kompensation fĂŒr die beiden Meiler, die nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 vom Netz genommen wurden. Vor dem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) verlangt Vattenfall von Deutschland 4,4 Milliarden Euro Schadensersatz plus Zinsen, das Verfahren lĂ€uft noch:

    ‱ ZDF

    Die StĂ€dteregion Aachen ist mit einer Klage auf Stilllegung des als marode kritisierten belgischen Kernkraftwerks Tihange 2 gescheitert. Ein Gericht erster Instanz in BrĂŒssel wies die Klage laut eines Berichts der Neuen Juristischen Wochenschrift NJW ab. Hinter dem Verfahren standen neben der StĂ€dteregion Aachen auch das niederlĂ€ndische Maastricht, die luxemburgische Stadt Wiltz und weitere KlĂ€ger. Sie hatten Gefahren fĂŒr Leib und Leben durch das Kraftwerk geltend gemacht. Dem folgte das Gericht laut NJW nicht:

    ‱ BECK AKTUELL/NJW

    Die Stimmen fĂŒr eine Abkehr vom Atomausstieg bleiben hörbar: So setzt sich laut eines Beitrags der Augsburger Allgemeinen der Verein Nuklearia fĂŒr eine „moderne und sichere Kernenergie“ ein und habe dazu eine Reihe bundesweiter Pro-Kernkraft-Demonstrationen gestartet. Nach dem Auftakt beim Kernkraftwerk Brokdorf in Itzehoe treten die Kernkraft-BefĂŒrworter demnach als nĂ€chstes beim Kernkraftwerk Emsland in Lingen an, danach stehe das KKW Isar im bayerischen Niederaichbach auf dem Plan. Der Meiler Neckarwestheim im baden-wĂŒrttembergischen Gemmrigheim solle im Oktober den Schauplatz zum vorlĂ€ufigen Abschluss der „KKW-Werbetour“ bilden. Die Initiative sei laut Aussage des Blatts „hochkarĂ€tig und kompetent“ besetzt, Kernargument pro Kernkraft sei der Klimaschutz und die Funktion als BrĂŒckentechnologie bis zur vollstĂ€ndigen Energieversorgung durch erneuerbare Energien:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Durch die Proteste wegen mutmaßlicher WahlfĂ€lschungen in Belarus gerĂ€t laut Deutschlandfunk Kultur auch ein Prestigeprojekt von PrĂ€sident Lukaschenko ins Wanken: In diesen Tagen soll das erste Kernkraftwerk des Landes in Astravets in Betrieb gehen. Doch der Widerstand dagegen wachse: Zahlreiche Demonstrationen richten sich gegen den Bau, in benachbarten Industrieanlagen sei es bereits zu Streiks gekommen. Die russische Atombehörde Rosatom baut in Astravets seit neun Jahren an dem Kraftwerk, dabei sei es mehrfach zu Komplikationen gekommen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Vor einem Jahr ist die „Akademik Lomonossow“, das erste schwimmende KKW der Welt, mit großer medialer Beachtung im nördlichen Hafen Murmansk in See gestochen. Seit Ende 2019 liefert das Werk Strom in der entlegenen Region Tuschkotka. Doch sei dies extrem teuer, so der MDR. Um den Betrieb wirtschaftlich zu machen, bedĂŒrfe es immenser staatlicher Subventionen und einer höheren Auslastung. Auch wenn der Energiebedarf in der Region u.a. durch dort gelegene Minenbetriebe besonders hoch sei, steuere das Werk nur 20% des Bedarfs bei und stehe im Wettbewerb mit lokalen, kohlebetriebenen Kraftwerken:

    ‱ MDR

  • Presseschau vom 02.09.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Zu meldepflichtigen Ereignissen in den KKW BrunsbĂŒttel und Grohnde liegen Veröffentlichungen vor, ansonsten ist Brokdorf ein Schwerpunkt der Aufmerksamkeit norddeutscher Medien: Mit dem Streit um die dortige RĂŒckbauplanung beschĂ€ftigen sich gleich mehrere BeitrĂ€ge. Wir blicken weiter nach SĂŒden mit SchauplĂ€tzen in Gundremmingen und Bayern und im Ausland nach Weißrussland, Lettland und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Bei einer PrĂŒfung im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel ist eine Funktionsstörung von Teilen der Löschanlage im SchaltanlagengebĂ€ude festgestellt worden. Wie bereits bei Ă€hnlichen Ereignissen in den Jahren 2016 und 2017 konnten Fernschaltventile durch die Kraftwerkswarte nicht ausgelöst werden. Die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde untersuche das Ereignis und werde es in die laufende ÜberprĂŒfung des Brandschutzes mit einbeziehen. Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel hat das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde gemeldet, so die SHZ:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Bei einer ÜberprĂŒfung des Kernkraftwerks Grohnde in der Gemeinde Emmerthal (Landkreis Hameln-Pyrmont) ist ein schwergĂ€ngiges Ventil festgestellt und instand gesetzt worden. Der Defekt sei meldepflichtig, teilte das Umweltministerium laut NDR mit. Er wurde jedoch auf der internationalen Skala fĂŒr ZwischenfĂ€lle in Kernkraftwerken mit 0 eingestuft. Auf den Betrieb des Kernkraftwerks habe sich der Defekt nicht ausgewirkt, heißt es in dem Bericht:

    ‱ NDR

    Diskussion zwischen BUND und einer BĂŒrgerinitiative: Die Initiative MIT-Kernenergie bemĂ€ngelt „eklatante Wissens- und InformationslĂŒcken beim BUND“. Der Naturschutzbund warnte zuletzt öffentlich vor einer Atomkatastrophe. Die Behauptungen der NaturschĂŒtzer seien „nachweislich falsch“, weshalb die BĂŒrgerinitiative laut SHZ einiges richtigstellen wolle. So sei es unzutreffend, dass „Atomstrom die Netze blockiere“, dass der RĂŒckbau des KKW Brokdorf „unnötig hektisch“ verlaufe und die Lagerung von Brennelementen im Abklingbecken der Dekontamination entgegenstehe. Die BĂŒrgerinitiative fordert den BUND und weitere Anti-KKW-Organisationen auf, den RĂŒckbau der Kernkraftwerke „nicht lĂ€nger mit unhaltbaren Argumenten zu behindern“:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Gleichzeitig befĂŒrchtet der BUND und Kritiker vom BĂŒndnis „Brokdorf Akut“, der RĂŒckbau des KKW Brokdorf berge unkalkulierbare Risiken und gefĂ€hrde Menschen. Die Organisationen ĂŒberreichten dem Umweltministerium in Kiel mehrere Hundert Einwendungen gegen die StilllegungsplĂ€ne des Betreibers. Insgesamt hĂ€tten sich 800 Personen mit Einwendungen gegen die RĂŒckbauplĂ€ne geĂ€ußert, so die Kieler Nachrichten:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN (Bezahlinhalt)

    Der NDR beschĂ€ftigt sich ebenfalls mit der Diskussion um den geplanten RĂŒckbau des KKW Brokdorf und lĂ€sst in einem Radiobeitrag Gegner und BefĂŒrworter zu Wort kommen:

    ‱ NDR

    Zum Jahresende 2021 soll der letzte noch laufende Block im AKW Gundremmingen, Block C, endgĂŒltig abgeschaltet werden. Damit gehe die lange Geschichte der Energiegewinnung durch Kernkraft in der Region zu Ende, so der BR in seinem Beitrag, der eine RĂŒckschau auf die Historie des Werks sowie einige weiterfĂŒhrende Links bietet:

    ‱ BR

    Die Suche nach einem Endlager fĂŒr den deutschen AtommĂŒll nimmt Ende September einen weiteren wichtigen Schritt, wenn die Endlager-Regionen benannt werden sollen. Die Bundesumweltministerin warnte unterdessen den Freistaat Bayern in einem Beitrag des evangelischen Sonntagsblatt davor, sich bei dem Thema weiter „wegzuducken“. Keine Regierung könne politisch beschließen, dass ihr Gebiet wissenschaftlich nicht geeignet sei, sagte Ministerin Schulze dem Bericht zufolge der „Augsburger Allgemeinen“. Es gebe „eine gemeinsame Verantwortung in ganz Deutschland“ fĂŒr die Entsorgung des Abfalls, so Schulze:

    ‱ SONNTAGSBLATT

    Lettland wolle aus dem Nachbarland Weißrussland keinen Strom mehr beziehen, falls dort ein umstrittenes Kernkraftwerk ans Netz geht. Dies beschloss laut eines Beitrags im Industriemagazin die Regierung des baltischen EU-Landes in Riga. BegrĂŒndet wurde dieser Schritt mit Sicherheitsbedenken. Angesichts der aktuellen Situation in Weißrussland nach der umstrittenen PrĂ€sidentenwahl hĂ€tten sich diese Bedenken noch verstĂ€rkt:

    ‱ INDUSTRIEMAGAZIN

    Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach einem Bericht der Rheinischen Post ihr erstes Kernkraftwerk an das Stromnetz angeschlossen. Die Anlage Baraka im Westen des Landes liefere ElektrizitĂ€t, meldete demnach die staatliche Nachrichtenagentur Wam und veröffentlichte ein Foto aus dem Kontrollraum. Das umgerechnet rund 16,8 Milliarden Euro teure Kernkraftwerk war mit Hilfe SĂŒdkoreas gebaut worden und ist das erste auf der Arabischen Halbinsel. Ende Juli hatte der Reaktor den Betriebszustand erreicht, das heißt eine sich selbst tragende nukleare Kettenreaktion in Gang gesetzt:

    ‱ RP ONLINE

     

  • Presseschau vom 19.08.2020

    In unserer Auswahl zur Presseschau steht das KKW Brokdorf mit gleich drei BeitrĂ€gen im Fokus der Berichterstattung, unser Angebot deckt zudem die Schweiz, Frankreich, Weißrussland, UK und Tschechien ab. Aus dem Spiegel lohnt die LektĂŒre eines StreitgesprĂ€chs pro und contra Kernkraft zweier KlimaschĂŒtzer. Interessant auch der Blick nach Lubmin als Standort fĂŒr die FachkrĂ€fteausbildung zum KKW-RĂŒckbau.

    Am 31. Dezember 2021 erlischt nach 35 Jahren die Betriebserlaubnis des Kernkraftwerks Brokdorf. Mit der Einreichung des Stilllegungsantrags des Betreibers Preussen Elektra an die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein beginnt dann der viele Jahre dauernde Prozess des RĂŒckbaus. Aber auch wĂ€hrend des RĂŒckbaus gebe es Gefahren, so ein Sprecher des BUND-Arbeitskreises Atomkraft im GesprĂ€ch mit der SHZ. Der BUND bemĂ€ngele nicht nur, dass trotz des Atomausstiegs im Jahr 2011 und von Problemen hinsichtlich der Endlagerung in Brokdorf weiter hochradioaktiver Abfall erzeugt worden sei. Auch habe der Vorrang der Einspeisung von Atomstrom ins Hochspannungsnetz seit Jahren die Durchleitung des erneuerbaren Stroms blockiert. Diese und weitere Punkte wolle der BUND in seiner Stellungnahme einwenden und beim Erörterungstermin im Februar 2021 ansprechen:

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Das Neue Deutschland bemĂ€ngelt das Timing des Einwendungsprozesses zum RĂŒckbau des KKW Brokdorf. Mitten hinein in die Sommerferien habe das in Schleswig-Holstein fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Energiewendeministerium die Öffentlichkeitsbeteiligung zum anstehenden RĂŒckbau des von Preußen Elektra betriebenen Atomkraftwerks begonnen. Nur, wer noch bis zum kommenden Montag einen Einwand geltend mache, sei dann beim geplanten Erörterungstermin im Februar 2021 zur Teilnahme berechtigt:

    ‱ NEUES DEUTSCHLAND

    Im Kernkraftwerk Brokdorf hat die automatische LeckageĂŒberwachung eine Unrichtigkeit an einer RohrdurchfĂŒhrung signalisiert. Betroffen sei eine RohrdurchfĂŒhrung an einer Frischdampfleitung im ReaktorsicherheitsbehĂ€lter. Bei den daraufhin vorgenommenen DichtheitsprĂŒfungen konnte an der RohrdurchfĂŒhrung selbst keine Leckage ermittelt werden. Dagegen wurde in einer nicht absperrbaren Anschlussleitung eine kleine Leckstelle im Grundmaterial festgestellt. Das teilte das Energiewendeministerium in Kiel laut eines Berichts der SHZ mit:

    ‱ SHZ

    FĂŒr den anstehenden RĂŒckbau von Kernkraftwerken in Deutschland sollen am Standort des ehemaligen DDR-Kernkraftwerkes Lubmin bei Greifswald Experten ausgebildet werden. Im Oktober starte dort die neunmonatige Qualifizierung zur „Fachkraft fĂŒr KraftwerksrĂŒckbau (IHK)“, teilte das Wirtschaftsministerium in Schwerin laut eines Berichts der SZ mit. FĂŒr den RĂŒckbau wĂŒrden FachkrĂ€fte benötigt, die Kenntnisse in den Bereichen Strahlenschutz, Dekontamination, bei der Handhabung und Zerlegung von Armaturen, Komponenten und Rohrleitungen besitzen, so das Ministerium:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Rund sechs Wochen stand das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) wegen der Jahresrevision still. In dieser Woche haben die Betreiber von der Atomaufsichtsbehörde Ensi grĂŒnes Licht fĂŒr das Wiederanfahren der Reaktoren bekommen. Sowohl nach Auskunft des Kraftwerkes selbst als auch laut des Berichts der Ensi sei die Revision ohne Komplikationen verlaufen, so die Badische Zeitung:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Im tschechischen Kernkraftwerk Temelin werde aktuell Block zwei wieder hochgefahren. Der Reaktor sei wegen der planmĂ€ĂŸigen Jahresrevision zwei Monate lang abgeschaltet, so der BR in seinem Beitrag. Temelin liegt in SĂŒdböhmen, nur 60 Kilometer Luftlinie von der Grenze nach Niederbayern entfernt. Zwei Monate lang war Block zwei im tschechischen Atomkraftwerk Temelin abgeschaltet. Jetzt produziere die Anlage wieder Strom. In dem Kraftwerk wurde ein Teil der Brennelemente ausgetauscht:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Unter Protest des Nachbarlandes Litauen habe Weißrussland fĂŒr das umstrittene Kernkraftwerk Ostrowez an der EU-Grenze mit einer wichtigen Phase fĂŒr die Inbetriebnahme des ersten Blocks begonnen. Der erste Brennstab sei geladen worden, teilten das Energieministerium in Minsk und der russische Atomenergiekonzern Rosatom laut eines Berichts der FAZ mit. Bis Ende August sollen mehr als 160 weitere BrennstĂ€be geladen werden. Das Kraftwerk in Ostrowez wird vom Unternehmen Rosatom gebaut, das die Anlage zu 90 Prozent mit Krediten finanziert. Das autoritĂ€r regierte Land war 1986 wie kein anderer Staat von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl in der benachbarten Ukraine betroffen:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

    Großbritannien setzt weiter auf Atomkraft, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Das erste neue Kernkraftwerk Hinkley Point C sei im Bau, das zweite solle bald folgen. Derzeit laufe nach einem Bericht der taz das Genehmigungsverfahren fĂŒr Sizewell C in der sĂŒdostenglischen Grafschaft Suffolk. Die Frist fĂŒr die Beteiligung der Bundesregierung, der LĂ€nder und der deutschen Öffentlichkeit an der grenzĂŒberschreitenden UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP) laufe am 19. August ab. Kritik am Verfahren komme aus dem Bundestag: Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Sylvia Kotting-Uhl (GrĂŒne), monierte demnach, dass der britische Umweltbericht unĂŒbersichtlich und nicht auf Deutsch verfĂŒgbar sei. „Das Vereinigte Königreich versucht erneut, seinen Verpflichtungen zu entgehen“, so die Abgeordnete laut taz:

    ‱ TAZ

    Der Spiegel lĂ€sst die beiden KlimaschĂŒtzer Paul Dorfman und Staffan Qvist in einem ausfĂŒhrlichen StreitgesprĂ€ch ĂŒber die Zukunft der Kernkraft zu Wort kommen. Dorfman wolle Kernkraftwerke abschaffen, Qvist spricht sich fĂŒr Neubauten aus. In dem StreitgesprĂ€ch erlĂ€utern beide ihre Positionen:

    ‱ DER SPIEGEL (Bezahlinhalt)

  • Presseschau vom 05.08.2020

    Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Trotz sommerlicher TrĂ€gheit in den Medien finden Sie in der heutigen Presseschau einige lesenswerte BeitrĂ€ge zu deutschen KKW und deren RĂŒckbau, besonders aber interessante Neuigkeiten aus dem Ausland – Schweden, die baltischen Staaten und Weißrussland sowie die Vereinigten Arabischen Emirate sind hier die SchauplĂ€tze. Wir runden das Angebot ab mit einem ungewöhnlichen Vorschlag fĂŒr die Nachnutzung des KKW Gundremmingen.

     

    Das Kernkraftwerk in Brokdorf ist noch etwas ĂŒber ein Jahr in Betrieb. Die beantragte RĂŒckbaugenehmigung erwartet Betreiber Preussen Elektra bis Ende 2022. Die lokale Initiative „Brokdorf akut“ beschĂ€ftigt sich bereits jetzt mit der mehrjĂ€hrigen Phase des Abbaus der Anlage und fordert scharfe Auflagen und Kontrollen. Dabei werden auch Parallelen zum Genehmigungsverfahren des KKW BrunsbĂŒttel gezogen, so die SHZ in ihrem Bericht (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Das Hamburger Abendblatt resĂŒmiert in seinem Beitrag ĂŒber die Industriegeschichte des Nordens auch Planung, Bau und Betrieb der norddeutschen KKW. Der Beitrag, Teil einer Serie mit Wirtschaftsthemen aus Norddeutschland, schildert u.a. auch die Entstehung der Anti-KKW-Bewegung und die energiepolitischen Entscheidungen im Laufe der Jahrzehnte (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Landesregierung von Baden-WĂŒrttemberg hat die letzte Teilgenehmigung fĂŒr einen Abriss des Kernkraftwerks in Philippsburg erteilt. Das Umwelt- und Energieministerium gestattete dem Betreiber EnBW weitere Abbrucharbeiten. Block 1 wurde bereits 2011 abgeschaltet. Die Genehmigungen zum Abriss des zweiten Blocks des Kraftwerkskomplexes nördlich von Karlsruhe waren zuvor schon komplett erteilt worden. Der zweite Block wurde Ende 2019 stillgelegt. Im selben Jahr begannen auch die Arbeiten zu dessen RĂŒckbau. Das Schweizer Nachrichtenportal Nau.ch berichtet:

    ‱ NAU.CH

    Der skandinavische Strommarkt geriet in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie Ă€hnlich wie der deutsche in Schwierigkeiten. WĂ€hrend die Energienachfrage einbrach, sorgten WetterumschwĂŒnge fĂŒr einen besonders hohen StromĂŒberschuss aus Wind-, Solar- und Wasserkraft. Folge: Die Großhandelspreise fĂŒr ElektrizitĂ€t fielen massiv und wurden in Deutschland sogar vielfach negativ. Dieses Auf und Ab der Ökostrom-Produktion bedrohte die StabilitĂ€t des schwedischen Stromnetzes. In dieser Situation verfielen die Schweden laut eines Berichts der WELT auf eine Lösung, die in Deutschland politisch tabu sei: Man mietete ein abgeschaltetes Atomkraftwerk des Energiekonzerns Vattenfall und nutzte es kurzerhand zum Ausgleich der volatilen Schwankungen. Weil die Schweden schon vor Jahren ihren Atomausstieg gestoppt hatten, stehe dem Land dieses Verfahren wohl noch lange zur VerfĂŒgung. Der Meinungsbeitrag kommentiert diese Situation als beispielhaft auch fĂŒr Deutschland:

    ‱ WELT

    In Weissrussland geht demnĂ€chst das erste Kernkraftwerk des Landes in Betrieb. Litauen bezeichnet die nahe seiner Grenze gelegene Anlage als gefĂ€hrlich und möchte einen gesamtbaltischen Boykott durchsetzen. Doch der Nachbar Lettland habe andere Interessen, auch die EU helfe nicht, so die NZZ in ihrem ausfĂŒhrlichen Bericht, der sich auch mit den politischen HintergrĂŒnden im VerhĂ€ltnis der baltischen Staaten zu Russland und Weißrussland beschĂ€ftigt:

    ‱ NEUE ZÜRICHER ZEITUNG

    In den Vereinigten Arabischen Emiraten soll dieses Jahr das Kernkraftwerk Barakah ans Netz gehen, das erste in einem arabischen Staat. Derzeit liefern Gasturbinen 98 Prozent des Stroms in den Emiraten, die anderen zwei Prozent sind Sonnenenergie. Dieser Mix solle sich Ă€ndern: Weniger Gas, dazu Kernkraft, etwas Kohle und mehr Erneuerbare. Trotz des Einstiegs in die Kernenergie halten die Emiratis an dem Ziel fest, zu einem wichtigen Player im Bereich der Erneuerbaren Energien zu werden. Eine Debatte ĂŒber den Sinn eines AKW in einer instabilen Weltregion, so die Tagesschau, gĂ€be es allerdings nicht:

    ‱ TAGESSCHAU

    Im KKW Gundremmingen lĂ€uft aktuell der RĂŒckbau von Block B. Ende 2021 wird die Anlage abgeschaltet. Studenten haben nun Ideen entwickelt, was dort entstehen könnte.Nach der Idee von Studierenden der Uni Kassel könnte aus dem Kernkraftwerk ein Wissens- und VergnĂŒgungspark werden. Der Beitrag in der Augsburger Allgemeinen zeigt die Ideen fĂŒr die unterhaltsame Nachnutzung (Bezahlinhalt):

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

  • Presseschau vom 22.07.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In dieser Woche beschĂ€ftigen sich nahezu alle BeitrĂ€ge mit KKWs in Deutschland und deren aktuellen RĂŒckbausituationen. Als Quelle besonders prĂ€sent ist der Bayerische Rundfunk: Dessen Beitrag zur Zukunft der Kernenergie in Frankreich ist besonders lesenswert, da er auch Implikationen fĂŒr Deutschland beleuchtet. Die Auswahl wird abgerundet durch eine bemerkenswerte Nachricht aus Philippsburg: Dort erweisen sich BruchstĂŒcke der gesprengten KĂŒhltĂŒrme als Renner bei SouvenirjĂ€gern.

     

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel ist einer von zwei redundanten ZwischenkĂŒhlern in einem BetriebskĂŒhlkreis nach einem Hinweis auf eine innere Leckage inspiziert worden. Von den 1148 KĂŒhlerrohren des WĂ€rmetauschers war eines defekt. Die innere Leckage im KĂŒhler hatte keine Auswirkung auf die Funktion des WĂ€rmetauschers. FĂŒr den Zeitraum der Inspektion und Sanierung wird ein zweiter, paralleler KĂŒhler fĂŒr die KĂŒhlung genutzt. Der betroffene BetriebskĂŒhlkreis kĂŒhlt das Kaltwasserssystem fĂŒr das SchaltanlagengebĂ€ude. Die Anzahl der noch betriebenen KĂŒhlstellen ist wĂ€hrend des derzeitigen Abbaus des Kraftwerks stark verringert. Vorsorglich werden weitergehende Untersuchungen vorbereitet. Das geschĂ€digte Rohr und ggf. weitere Rohre mit signifikanter WanddickenschwĂ€chung werden verschlossen. Bei dem zweiten WĂ€rmetauscher war 2018 eine vergleichbare Leckage festgestellt und nach Untersuchungen 11 KĂŒhlerrohre verschlossen worden. Der Vorgang wurde der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde fristgerecht als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) angezeigt. Das Ereignis liegt unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken (Pressemitteilung):

    ‱ PRESSEBOX

    Der schwedische Energiekonzern Vattenfall, in Deutschland u.a. Betreiber der Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, teilte laut eines Berichts des Handelsblatts den bevorstehenden Abschied seines PrĂ€sident und CEO Magnus Hall mit. Hall werde Vattenfall nach fast sechs Jahren an der Konzernspitze verlassen, sobald ein Nachfolger gefunden sei. Der Konzern teilte in diesem Zusammenhang ebenfalls mit, im zweiten Quartal einen Betriebsverlust verbucht zu haben, nach einem Gewinn vor Jahresfrist. Abschreibungen auf Vermögenswerte im GeschĂ€ftsbereich WĂ€rme und Wind seien hierfĂŒr ausschlaggebend:

    ‱ HANDELSBLATT

    Das Kernkraftwerk Gundremmingen ist laut eines Berichts des Nachrichtenportals B4B Schwaben mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde nach erfolgreichem Brennelementwechsel und dem Abschluss aller RevisionstĂ€tigkeiten und PrĂŒfungen wieder ans Netz gegangen. Die Leistung der Anlage werde sukzessive hochgefahren und demnĂ€chst wieder bei Volllast in Betrieb sein. WĂ€hrend der Revision, fĂŒr die Betreiber RWE rund 12 Millionen Euro investiert haben soll, wurde das Kraftwerk einem intensiven Wartungs- und PrĂŒfprogramm unterzogen. Im Zuge des Brennelementwechsels wurde der Reaktorkern mit 100 frischen Brennelementen beladen. DarĂŒber hinaus fanden in diesem Jahr vor allem PrĂŒfungen und NachrĂŒstungen an sicherheitstechnisch relevanten Komponenten der KĂŒhlkreislĂ€ufe statt:

    ‱ B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

    Deutschlands leistungsstĂ€rkstes Kernkraftwerk Isar 2 nahe Niederaichbach bei Landshut wird zur jĂ€hrlichen Revision vom elektrischen Versorgungsnetz getrennt und heruntergefahren. In Corona-Zeiten, so BR24, sei dies eine besondere Herausforderung. Die Sicherheitsvorkehrungen seien noch strenger als sonst. Es kĂ€men rund 800 externe Fachleute von Spezialfirmen zusĂ€tzlich in das Kraftwerk. An einer Gesundheitsschleuse am Eingang werde Fieber gemessen, das sei Teil des umfangreichen Pandemie-Konzept. Damit auch die Abstandsregeln in den Kantinen eingehalten werden können, wurden zusĂ€tzlichen Zelte auf dem KraftwerksgelĂ€nde aufgebaut. Isar 2 sei bezĂŒglich der erzeugten Strommenge einer der erfolgreichsten Atommeiler der Welt und liefere rund zwölf Prozent des in ganz Bayern benötigten Stroms:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Das stillgelegte Kernkraftwerk Isar 1 ist derweil frei von Brennelementen. Das gab der Betreiber Preussen Elektra bei einer Pressekonferenz bekannt, von der der BR berichtet. Der Atommeiler wurde 2011 abgeschaltet, seit 2017 wird der Reaktor zurĂŒckgebaut. Dieser Meilenstein ermögliche es, jetzt weitere RĂŒckbauschritte einzuleiten. Bis Ende des Jahrzehnts soll das Kernkraftwerk Isar 1 komplett zurĂŒckgebaut sein:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Das Hessische Umweltministerium hat dem Betreiber des KKW Biblis, der RWE Nuclear GmbH die zweite Genehmigung zum Abbau von Anlagenteilen des Kernkraftwerkes Biblis, Block B erteilt. Genehmigt wurde der Abbau aller Anlagenteile, die noch nicht von der ersten Genehmigung umfasst waren. Dazu gehören insbesondere der ReaktordruckbehĂ€lter und das biologische Schild. Die entsprechende Genehmigung fĂŒr Block A war bereits am 28. April 2020 erteilt worden. Beide Blöcke sind bereits seit letztem Jahr frei von Kernbrennstoffen. Mit diesen beiden Genehmigungen werde der Abbau der beiden Blöcke zĂŒgig aber unter strengen Sicherheitsbestimmungen fortgesetzt, so das Nachrichtenportal Frankfurt Live:

    ‱ FRANKFURT-LIVE

    Ein BĂŒndnis gegen Kernkraft hat zu Protesten gegen das KKW Grafenrheinfeld aufgerufen. Dabei geht es um Recyclingreste des Kernkraftwerks auf der KreismĂŒlldeponie. Die Kritik: Das Problem der Niedrigstrahlung werde ignoriert. Das „Schweinfurter AktionsbĂŒndnis gegen Atomkraft“ sei laut Bayerischem Rundfunk besorgt ĂŒber die Praxis von Freimessung und die Freigabe von Material aus dem KKW-RĂŒckbau. Das zu deponierende Material mĂŒsse nicht frei von RadioaktivitĂ€t sein. Dieses mĂŒsse, gĂ€ngiger Praxis und Rechtslage entsprechend, nur unter einem festgelegten Grenzwert liegen. Das Problem der GesundheitsgefĂ€hrdung durch Niedrigstrahlung werde dabei nach Meinung der Aktivisten generell ausgeklammert. Außerdem sei keine gutachterliche KlĂ€rung der Frage bekannt, ob die Deponie „RothmĂŒhle“ des Landkreises Schweinfurt ausreichenden Schutz und Abschirmung vor zu erwartenden Strahlung bieten könne, so ein Sprecher des BĂŒndnisses:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Zu den HintergrĂŒnden der EntsorgungsplĂ€ne fĂŒr das KKW Grafenrheinfeld berichtet ebenfalls der BR auf seinem Portal BR24. Mehr als 270.000 Tonnen Schutt sollen recycelt werden. Das Landesamt fĂŒr Umwelt wĂŒrde die Abfuhr kontrollieren. Über 90 Prozent der ĂŒber 300.000 Tonnen Schutt aus dem KKW sollen recycelt werden. Bislang sei etwa ein Vierzigstel aller Komponenten demontiert:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Das Kernkraftwerk Tihange wurde gemĂ€ĂŸ eines Berichts des WDR vorĂŒbergehend vollkommen stillgelegt. Bei dem umstrittenen Reaktor Tihange 2 habe es technische Probleme gegeben. Das Problem beim Reaktor 2 sei im nicht nuklearen Bereich aufgetreten, sagte demnach ein Sprecher der Betreibergesellschaft Engie Electrabel. Dort sei Dampf ausgetreten, daraufhin habe man den Reaktor abgeschaltet. Eine Gefahr fĂŒr Mensch und Umwelt habe nicht bestanden. Der Reaktor solle kurzfristig wieder hochgefahren werden. Reaktor Nummer 3 in Tihange ist noch bis Oktober wegen Revisionsarbeiten abgeschaltet, Block 1 noch bis mindestens Ende Dezember. Er liege schon seit Januar wegen Unterhalts- und Reparaturarbeiten still:

    ‱ WDR

    Der Betreiber des Kernkraftwerks im lothringischen Cattenom hat laut SaarbrĂŒcker Zeitung bei der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN einen Antrag gestellt, um die NachrĂŒstung der Notstromdieselaggregate am vierten Block zu verschieben. Neben dem Kernkraftwerk an der saarlĂ€ndischen Grenze gelte der Antrag auf VerlĂ€ngerung der Frist auch fĂŒr weitere KKWs, etwa Flamanville 1 und 2 in der Normandie. UrsprĂŒnglich hatte der Betreiber EdF bis zum 30. Juni Zeit, um die NachrĂŒstungsarbeiten zu vollziehen. Im Schreiben vom 2. Juni an die ASN berichtet EdF aber von Verzögerungen, die mit der Corona-Pandemie zusammenhĂ€ngen:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Der BR beschĂ€ftigt sich mit der Nutzung von Kernenergie in Frankreich und den GrĂŒnden fĂŒr den auch zukĂŒnftig hohen Anteil von Strom aus KKW im Nachbarland. In Frankreich seien nach dem Aus fĂŒr Fessenheim noch 56 Kernkraftwerke in Betrieb. Wind und Sonne hĂ€tten einen Anteil von unter 10 Prozent im französischen Energiemix. Deutschland decke im Vergleich rund 35 Prozent seines Energiebedarfs mit Sonne und Wind. Dieses Ungleichgewicht solle sich jetzt zwar Ă€ndern, bei der Windkraft seien in Frankreich auch gute Voraussetzungen gegeben.Doch die Genehmigung solcher Anlagen könne in Frankreich bis zu neun Jahre dauern, doppelt so lange wie in Deutschland. Es gĂ€be auch finanzielle Anreize fĂŒr die Errichtung von Wind- und Solaranlagen, aber sie beliefen sich nur auf ein Drittel der deutschen Fördersummen. Und auch Deutschland spiele eine Rolle bei der zukĂŒnftigen französischen Energiepolitik, denn die Bundesrepublik sei auf Atomstrom aus Frankreich angewiesen:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Im Mai wurden die KĂŒhltĂŒrme des Kernkraftwerks in Philippsburg gesprengt. Nun wurden BruchstĂŒcke als Souvenirs an Interessierte abgegeben. Wie der SWR berichtet, sei die Nachfrage nach den ErinnerungsstĂŒcken an die markanten Philippsburger KĂŒhltĂŒrme besonders groß gewesen. Alle 600 PlĂ€tze fĂŒr die Entgegennahme der BruchstĂŒcke seien binnen weniger Tage vergeben gewesen. In einem extra eingerichteten „Drive-In“ konnten die Betonteile beim Durchfahren, zu Fuß oder per Fahrrad kostenlos abgeholt werden:

    ‱ SWR

    In einem Gastbeitrag in der ZEIT plĂ€dieren die Autoren, beide Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich mit Kernenergie beschĂ€ftigen, fĂŒr eine Abkehr vom Atomausstieg in Deutschland. Kernargument ist dabei die Warnung vor einem Klimanotstand, der nur durch unbedingte ErfĂŒllung der CO2-Einsparziele zu verhindern sei. Die deutsche Klimastrategie bestehe im Energiesektor bisher aus drei Linien: rascher Atomausstieg, Ausbau der Erneuerbaren sowie langsamer Ausstieg aus den fossilen Energien. Dies sei u.a. angesichts des Mangels an wirksamer Energiespeichertechnik nicht umsetzbar, ein verzögerter Ausstieg aus der Kernenergie könne hier die notwendige Zeit verschaffen, um klimafreundliche EnergietrĂ€ger zur Marktreife zu bringen. Die nicht gewĂŒnschte Alternative, so die Autoren, sei die wachsende AbhĂ€ngigkeit von Lieferanten aus dem Ausland, insbesondere von Gas aus Russland:

    ‱ ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 09.07.2020

    Die Themen diese Woche sind in Deutschland ganz ĂŒberwiegend klassische Nachrichten rund um den RĂŒckbau von KKW. Ein weiterer Schwerpunkt ist Frankreich und die Abschaltung des dortigen Ă€ltesten KKW Fessenheim, zusĂ€tzlich kommentiert durch einen Meinungsartikel des Focus zur Zukunft der Kernkraft in Frankreich. Abgerundet wird das Angebot von einem Blick in die Schweiz.

     

    FĂŒnf Jahre nach der Abschaltung zieht der Betreiber des KKW Grafenrheinfeld Bilanz des RĂŒckbaus. Die Demontage, die seit April 2018 lĂ€uft, liege laut eines Beitrags der Mainpost voll im Zeitplan. In diesem Jahr wolle man mit der völligen Brennstofffreiheit des Meilers einen wichtigen Zwischenschritt erreichen. Ende 2020 sollen alle Brennstoffe der Brennelemente, die sich noch im KKG befinden, ins Zwischenlager gebracht sein. ZustĂ€ndig fĂŒr das Zwischenlager ist die BGZ Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung mbH, ein Unternehmen des Bundes, ebenso wie fĂŒr die Bereitstellungshalle, wo schwach- und mittelradioaktive Stoffe eingelagert werden:

    ‱ MAINPOST

    Der Bayerische Rundfunk beleuchtet das Thema Deponierung von Bauschutt beim RĂŒckbau des KKW Grafenrheinfeld. Bis das KKW weitgehend abgerissen sein werde, wĂŒrden rund 1850 Tonnen unverstrahlter Schutt auf die Landkreis-Deponie verbracht. Das Landesamt fĂŒr Umwelt wĂŒrde die Abfuhr kontrollieren. Über 90 Prozent der ĂŒber 300.000 Tonnen Schutt aus dem KKW sollen recycelt werden. Bislang ist etwa ein Vierzigstel aller Komponenten demontiert. KĂŒrzlich seien die letzten verwendeten Brennelemente aus dem Abklingbecken ins benachbarte AtommĂŒllzwischenlager gebracht worden. Hier stehen nun 53 Castoren. Ende des Jahres solle ein letzter 54. Castor mit dem restlichen nuklearen Brennstoff hier eingelagert werden:

    ‱ BAYERISCHER RUNDFUNK

    Die Heidenheimer Zeitung berichtet am Beispiel des KKW Gundremmingen, wie Betreiber von KKW mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zum Schutz ihrer Mitarbeiter vorgehen. Um der Pandemie entgegenzuwirken, habe man dort den bereits seit MĂ€rz im Kraftwerk geltenden erweiterten Infektionsschutz durch zusĂ€tzliche Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen weiter intensiviert. Aus diesem Grund habe das Kraftwerk zusĂ€tzliche Hygieneregeln und Vorsorgekonzepte erarbeitet: Diese reichen von Körpertemperaturmessungen vor Betreten der Anlage, Selbstauskunftsbögen, Abstandsregelungen, zusĂ€tzlicher Belehrung der Mitarbeiter, Anweisungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bis hin zur Verdichtung von Desinfektionsspendern in hĂ€ufig frequentierten Arbeitsbereichen. Aktuell werde das Kernkraftwerk Gundremmingen heruntergefahren und voraussichtlich nach vier Wochen Revisions- und Wartungsarbeiten wieder mit dem Netz synchronisiert werden:

    ‱ HEIDENHEIMER ZEITUNG

    Das betriebsĂ€lteste Kernkraftwerk Frankreichs im elsĂ€ssischen Fessenheim wird endgĂŒltig abgeschaltet. Der zweite Druckwasserreaktor soll nach Angaben des Betreibers EDF laut eines Berichts von SPIEGEL Online heruntergefahren werden. Die Stilllegung des Kraftwerks soll einen Tag spĂ€ter beendet sein. Der erste Reaktorblock des seit Ende 1977 Strom produzierenden Kraftwerks am Rhein sei bereits Ende Februar vom Netz genommen worden:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Auch das Magazin Focus beschĂ€ftigt sich mit der Abschaltung des KKW Fessenheim. Ein Gastbeitrag stellt die These auf, die Abschaltung sei „ein Vorspiel“ fĂŒr die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Frankreich sei in Europa die Atomnation schlechthin, etwa drei Viertel der Stromproduktion stamme aus Kernkraftwerken. Das sei das Ergebnis eines massiven Bauprogramms, das Frankreich 1974 unter dem Eindruck der Ölkrise auflegte. Das Land mĂŒsste nun ein neues Bauprogramm auf den Weg bringen, wenn es weiterhin auf Kernenergie setzen wolle. Aktuell habe das Land noch 56 Kernkraftwerke in Betrieb. Windkraft und Solarenergie spielten im französischen Energiemix aktuell aber keine nennenswerte Rolle, das werde sich Ă€ndern, so der Autor:

    ‱ FOCUS

    Die NachrĂŒstungsarbeiten im französischen Kernkraftwerk Cattenom verschieben sich laut eines Berichts der SaarbrĂŒcker Zeitung. Der Betreiber des KKW im lothringischen Cattenom habe bei der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN einen Antrag gestellt, um die NachrĂŒstung der Notstromdieselaggregate am vierten Block zu verschieben. Neben dem Kraftwerk an der saarlĂ€ndischen Grenze gelte der Antrag auf VerlĂ€ngerung der Frist auch fĂŒr weitere KKW, etwa Flamanville 1 und 2 in der Normandie. UrsprĂŒnglich hatte der Betreiber EdF bis zum 30. Juni Zeit, um die NachrĂŒstungsarbeiten zu vollziehen. Im Schreiben vom 2. Juni an die ASN berichtet EdF aber von Verzögerungen, die mit der Corona-Pandemie zusammenhingen. ZunĂ€chst sei die Arbeit auf der Baustelle komplett eingestellt worden und auch seit der Wiederaufnahme der AktivitĂ€ten könnten aufgrund von Hygiene- und Abstandsregeln nicht alle Mitarbeiter wieder im Einsatz sein:

    ‱ SAARBRUECKER ZEITUNG

    Das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau geht am 29. Juni fĂŒr die sechs Wochen dauernde Jahreshauptrevision vom Netz. Wegen der Corona-Pandemie seien die Revisionsarbeiten um zwei Monate verschoben worden, so die Badische Zeitung. WĂ€hrend der Revision werden im Reaktorkern 136 der insgesamt 648 Brennelemente ersetzt, wie das Kernkraftwerk den Medien mitteilte:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 24.06.2020

    Die aktuelle Presseschau – diesmal erstmals und kĂŒnftig am Mittwoch – beschĂ€ftigt sich u. a. mit Nachrichten aus den KKW Neckarwestheim, Rheinsberg und Fessenheim, wirft einen Blick auf den Stand der Gesetzgebungsverfahren zum AtommĂŒll-Endlager und dokumentiert die Planungen fĂŒr die Nachnutzung auf dem GelĂ€nde des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich. Berichte aus Belgien und Frankreich runden unser Angebot ab.

    Der Neubau des Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven Abfall (LasmA) am Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel hat einen wesentlichen Meilenstein erreicht: Mit dem letzten der fĂŒnf Betonageabschnitte wurde am 16. Juni 2020 nach insgesamt 21 Monaten Bauzeit das Dach des GebĂ€udes geschlossen. Der Neubau sei ein wichtiger Bestandteil fĂŒr de Abbau des Kernkraftwerks. Das Richtfest fiel allerdings den Corona-Schutzmaßnahmen zum Opfer:

    ‱ SHZ

    Der Energiekonzern EnBW hat Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) fĂŒr jĂ€hrliche Revisionsarbeiten vom Netz genommen. Damit produziere vorĂŒbergehend auch das letzte verbleibende KKW in Baden-WĂŒrttemberg keinen Strom. Derzeit sei geplant, dass die Auszeit fĂŒr ÜberprĂŒfungen und Instandhaltungen bis etwa Mitte Juli andauert, teilte ein Sprecher des Betreibers laut der Heilbronner Stimme mit:

    ‱ STIMME.DE

    Nach langen Verhandlungen hat ein Gesetz zum Umgang mit Unternehmensdaten bei der Suche nach einem AtommĂŒll-Endlager die letzte HĂŒrde genommen. Der Bundesrat verabschiedete laut SĂŒddeutscher Zeitung das Geologiedatengesetz, nachdem der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag zuvor einen Kompromiss gefunden hatte. ZunĂ€chst hatte die LĂ€nderkammer das Gesetz zum Umgang mit Bodendaten gestoppt, weil den GrĂŒnen die Regelungen zur Transparenz nicht ausreichten:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Seit 1991 ist das Kernkraftwerk Rheinsberg stillgelegt. Etwa 200 Menschen arbeiten dort trotzdem bis heute, so die MAZ in einer Reportage. Der Abriss der Anlage könnte noch weitere 20 Jahre dauern, die Kosten steigen dem Bericht zufolge immer mehr. Lange sei von 600 Millionen Euro die Rede gewesen, mittlerweile sei eine Milliarde im GesprÀch:

    ‱ MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

    Dreieinhalb Jahre nach Einreichung der Klage gegen die Wiederinbetriebnahme und den Weiterbetrieb das Risikoreaktions im Atomkraftwerk Tihange 2 hat laut des Wochenspiegel die erste mĂŒndliche Verhandlung dazu in BrĂŒssel stattgefunden. Neun Personen, zwei Unternehmen, drei Kommunen sowie die BundeslĂ€nder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen klagen gegen den Weiterbetrieb von Tihange 2. „Die belgischen Behörden haben nicht alle Anstrengungen unternommen, die erforderlich sind, um die Bevölkerung und die Umwelt vor den Folgen eines nuklearen Unfalls zu schĂŒtzen. Sie verstoßen damit gegen belgisches und europĂ€isches Recht“, fĂŒhrte ein KlĂ€gervertreter nochmal eines der Kernargumente im Verfahren auf. Das Gerichtsurteil werde im September erwartet:

    ‱ WOCHENSPIEGEL

    Auch nach der Abschaltung des Reaktors 1 im Kernkraftwerk Fessenheim gibt es dort StörfĂ€lle. Wie die Betreiberin EDF laut SWR der französischen Atomaufsichtsbehörde gemeldet hat, waren vor wenigen Tagen technische Schwierigkeiten bei der Evakuierung eines Brennelements entstanden. Der Zwischenfall solle keine Auswirkungen auf die Sicherheit von Umwelt und Personal gehabt haben, heißt es demnach von der EDF:

    ‱ SWR

    Auf dem GelĂ€nde des einstigen Kernkraftwerks MĂŒlheim-KĂ€rlich bei Koblenz soll ein Business-Hotel entstehen. 2019 ist dort der prĂ€gnante KĂŒhlturm abgerissen worden, der höher als der Kölner Dom war. Der RĂŒckbau dieses Meilers des Betreibers RWE lĂ€uft bereits seit 2004. Er werde laut einer RWE-Sprecherin wohl noch bis in die 2030er Jahre andauern. Das halbkugelförmige ReaktorgebĂ€ude solle bis Ende der 2020er Jahre verschwinden. Somit könnten HotelgĂ€ste noch dessen Anblick erleben. Der Investor des Hotelbetriebs gehe laut Branchendienst Tageskarte von einem Baubeginn 2021 und einer Eröffnung ab 2024 aus:

    ‱ TAGESKARTE

    Das Kernkraftwerk Philippsburg mit seinen beiden markanten KĂŒhltĂŒrmen ist Gegenstand der Fotoserie „Karlsruhe von oben“ der KA News. Der Beitrag zeigt ungewöhnliche Bilder und rekapituliert die Geschichte des Werks, das ĂŒber 40 Jahre inoffizielles Wahrzeichen der Region war:

    ‱ KA-NEWS.DE

    Die Werkfeuerwehr des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) in der Gemeinde Stadtland (Kreis Wesermarsch) soll schrittweise heruntergefahren und aufgelöst werden. Das KKU wird gegenwĂ€rtig stillgelegt und rĂŒckgebaut. Wie das Feuerwehrmagazin unter Berufung auf NWZ online berichtet, ĂŒbergibt der Kernkraftwerk-Betreiber PreussenElektra einen Großteil der WF-AusrĂŒstung als Spende an die Gemeinde Stadtland – darunter auch ein 13 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug (LF) 10. Stimmt der Gemeinderat zu, soll die Ortsfeuerwehr Seefeld das Fahrzeug als Ersatz fĂŒr ein 31 Jahre altes, fehleranfĂ€lliges LF 8 erhalten:

    ‱ FEUERWEHRMAGAZIN

  • Presseschau vom 12.06.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Der Fokus liegt diesmal stark auf klassischen RĂŒckbauthemen, noch dazu mit Schwerpunkt auf dem Norden. Abgerundet wird die Auswahl aber durch den Blick nach UK und in die baltischen Staaten sowie nach Weißrussland.

    Das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel hat bei der Atomaufsichtsbehörde des schleswig-holsteinischen Ministeriums fĂŒr Energie, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) die zweite Abbaugenehmigung beantragt. Die RĂŒckbauplanung des KKB sieht den Abbau der Anlage in mehreren Phasen mit jeweils eigenen Genehmigungen vor. Die jetzt beantragte Phase II betrifft den Abbau des ReaktordruckbehĂ€lters und des Biologischen Schildes, der Bereiche um das Brennelementlagerbecken, des Abstell- und Reaktorraums sowie den Abbau der noch bestehenden Teile des SicherheitsbehĂ€lters und des darunter befindlichen Sumpfes. Zum beantragten Abbauumfang gehören jeweils auch alle zugehörigen Hilfs- und Versorgungseinrichtungen. Es sollen sukzessive alle Anlagenteile und Systeme abgebaut werden, die zur GewĂ€hrleistung der verbleibenden Schutzziele nicht mehr benötigt werden:

    ‱ PRESSEBOX

    Im stillgelegten Kernkraftwerk KrĂŒmmel hat der Ausfall eines Niederspannungstransformators einen der sechs Notstromdiesel lahmgelegt. Wie der Betreiber Vattenfall laut SĂŒddeutscher Zeitung mitteilte, werde ein baugleiches Reserveaggregat den ausgefallenen Transformator ersetzen. Vier Notstromdiesel seien verfĂŒgbar, als Mindestreserve wĂŒrden zwei benötigt. Die Ursache der Störung werde geklĂ€rt, hieß es. Das meldepflichtige Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) liege unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    FĂŒr die geplante Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Brokdorf will Schleswig-Holsteins Reaktorsicherheitsbehörde am Montag das öffentliche Beteiligungsverfahren starten. Ab 15. Juni können die Unterlagen zu den GenehmigungsantrĂ€gen zwei Monate lang unter anderem im Umweltministerium in Kiel und im Internet eingesehen werden. „Im Rahmen des Atomausstiegs haben Stilllegung und Abbau gerade des Kernkraftwerks Brokdorf fĂŒr viele Menschen eine ganz besondere Bedeutung“, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) laut SĂŒddeutscher Zeitung. Das KKW Brokdorf gehört zu 80 Prozent PreussenElektra und zu 20 Prozent Vattenfall. Betreiber der Anlage ist PreussenElektra. Das Kernkraftwerk ist seit 1986 am Netz:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Nach rund dreiwöchiger Revision ist das Kernkraftwerk Emsland bei Lingen wieder ans Netz gegangen. Ende 2022 soll das Kraftwerk nahe der niederlĂ€ndischen Grenze abgeschaltet werden. Wie der Kraftwerksbetreiber RWE laut HAZ mitteilte, wurde der Reaktor mit 44 frischen Brennelementen beladen. DarĂŒber hinaus wurden etliche PrĂŒfungen vorgenommen, bei denen drei meldepflichtige Ereignisse der Kategorie Normal aufgetreten seien, die höchstens sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung gehabt hĂ€tten. Menschen oder die Umwelt seien nicht gefĂ€hrdet worden:

    ‱ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

    Bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung im Reaktorschutzsystem von Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen hat eine Armatur im Kaltwassersystem nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ geschlossen. Das System dient unter anderem der KĂŒhlung der Raumluft im SicherheitsbehĂ€lter. Die FunktionalitĂ€t einer weiteren, fĂŒr solche FĂ€lle zusĂ€tzlich vorhandenen Armatur sei daraufhin getestet und vollstĂ€ndig gegeben gewesen, melden die Betreiber. Ursache war demnach eine fehlerhafte elektronische Komponente. Nach deren Austausch wurde die PrĂŒfung wiederholt und konnte erfolgreich abgeschlossen werden, so die Augsburger Allgemeine:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Der Investment-Newsservice investing.com meldet die Vergabe eines Großauftrags fĂŒr Arbeiten an einem britische Kernkraftwerk an ein deutsches Unternehmen: Der Industriedienstleister Bilfinger habe sich neue AuftrĂ€ge fĂŒr Arbeiten am englischen Kernkraftwerk Hinkley Point C gesichert. Diese hĂ€tten dem Unternehmen zufolge ein Gesamtvolumen von rund 400 Millionen Euro. Damit ĂŒbersteige das Auftragsvolumen fĂŒr den Meiler nun eine halbe Milliarde Euro. Bilfinger verfĂŒge ĂŒber eine hohe LeistungsfĂ€higkeit bei großen Neubauprojekten in der Nuklearindustrie, betont der Konzern:

    ‱ INVESTING.COM

    Seit zwei Monaten liegen alle Kohlekraftwerke auf der britischen Insel still. Schon vor der Corona-Rezession war ihr Anteil an der Stromversorgung minimal. Vor allem die Windenergie wird immer wichtiger. Wie die FAZ berichtet, setzt die britische Regierung neben den Erneuerbaren aber auch weiterhin massiv auf Kernenergie. Das Königreich hat 15 Kernkraftreaktoren, die meist rund ein FĂŒnftel zur Stromversorgung beitragen. Derzeit werde das Kernkraftwerk in Hinkley Point um zwei Reaktoren erweitert, auch in Sizewell in Suffolk sei ein dritter Reaktor geplant. Laut Ofgem betrug der Anteil des Atomstroms in Großbritannien im Schlussquartal 2019 etwas mehr als 14 Prozent. Die Seite Carbon Brief schĂ€tzt den Anteil des Stroms aus Kernenergie in diesem Jahr bislang auf 18 Prozent:

    ‱ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

    In der litauischen Hauptstadt Vilnius haben Demonstranten laut euronews gegen den Import von Strom aus einem neu gebauten Kernkraftwerk in Weißrussland protestiert. Der Meiler in Astravets liegt nur zehn Kilometer hinter der Grenze zu Litauen. Vilnius bemĂŒht sich um eine Vereinbarung mit Lettland und Estland, die den drei baltischen Staaten den Stromhandel mit dem Kraftwerk untersagen wĂŒrde:

    ‱ EURONEWS

     

  • Presseschau vom 29.05.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal versammeln wir Meldungen aus BrunsbĂŒttel, Grohnde, Stade, Philippsburg und Biblis, blicken nach MĂŒnchen und international nach Russland, Japan und Florida.

    Das Coronavirus hat Einfluss auf die Arbeit im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel, Auswirkungen auf den Zeitplan des RĂŒckbaus gebe es aber keine. Wie Boyens Medien berichten, habe man im Werk zahlreiche strenge Schutzvorkehrungen getroffen. „Wir versuchen, den geforderten Sicherheitsabstand so gut es geht einzuhalten“, so Kraftwerksleiter Willicks. Nicht immer sei das aus PlatzgrĂŒnden möglich. „Dann werden aber Masken getragen“. Vattenfall als Kernkraftwerksbetreiber sei im Besitz sowohl einfacher Nasen- und Mundbedeckungen, als auch medizinischer FFP 2- und 3-Masken. „Es kommt immer die Art zum Einsatz, die fĂŒr die jeweilige Arbeit am sinnvollsten ist“, sagt Markus Willicks. Weiterhin arbeiten zahlreiche BĂŒrokrĂ€fte im Homeoffice. „Wir haben zusĂ€tzlich unser Schichtsystem umgestellt, um die Kontakte der Belegschaft untereinander auf ein Minimum zu reduzieren. Bislang sei noch kein einziger Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden. Aber selbst fĂŒr das schlimmste Szenario existiere ein Plan: „Wenn wir wegen Coronainfektionen den gesamten Betrieb schließen mĂŒssten, wĂŒrde eine fĂŒnf- bis zehnköpfige Notschichtbesetzung im Kraftwerk dafĂŒr sorgen, dass nichts passiert, so der KKW-Chef:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel sind SchĂ€den an einer NebenkĂŒhl-Wasserleitung festgestellt worden. Im Rahmen einer Besichtungskontrolle wurden Leckagen in drei Rohrleitungen entdeckt. Sie befinden sich im Bereich des Deckendruchbruchs zwischen dem Pumpenhaus und einer von zwei Saugekammern. Die Betreibergesellschaft hat das Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde am 19.05.2020 gemeldet, so der Branchendienst IWR:

    ‱ IWR

    Der Anlagenstillstand mit Brennelementwechsel des Kernkraftwerks Grohnde (KWG) ist beendet. Wie der TĂ€gliche Anzeiger meldet, wurde die Anlage hochgefahren und wieder mit dem Stromnetz verbunden. Die Revision stand ganz im Zeichen der Corona-Schutzmaßnahmen. Damit diese vollumfĂ€nglich eingehalten werden konnten, sei die Revision umgeplant worden und dauerte daher gut drei Wochen lĂ€nger. In den letzten drei Wochen waren statt der sonst zu Spitzenzeiten ĂŒblichen rund 1.000 zusĂ€tzlichen Service-Mitarbeiter durchschnittlich nur rund 250 auf der Anlage. Die Organisation der Arbeiten erfolgte in Abstimmung mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde, dem Landkreis sowie dem zustĂ€ndigen Gesundheitsamt:

    ‱ TAEGLICHER ANZEIGER HOLZMINDEN

    Das Kernkraftwerk Stade war das erste KKW, das nach Beschluss der damaligen rot-grĂŒnen Bundesregierung 2003 nach rund 30 Jahren vom Netz genommen wurde. Seitdem wurde es zurĂŒckgebaut. Verantwortlich dafĂŒr ist der Betreiber Preussen Elektra. Um die radioaktiven AbfĂ€lle lagern zu können, wurde ein Zwischenlager auf dem GelĂ€nde direkt neben dem KKW gebaut. Das Lager wurde Anfang des Jahres 2020 von der Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) ĂŒbernommen. Die BGZ informierte den Rat der Hansestadt Stade sowie die Öffentlichkeit nun zum Sachstand sowie zum kĂŒnftigen Umgang mit dem Abfall, die Kreiszeitung Wochenblatt berichtet:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Anders als die Anfang Mai gesprengten KĂŒhltĂŒrme des KKW Philippsburg sei fĂŒr das KKW Biblis eine Àhnliche Abbruchaktion fĂŒr die dortigen KĂŒhltĂŒrme nicht konkret geplant. Es gebe dafĂŒr noch keinen Termin, zitiert der Mannheimer Morgen einen Pressesprecher des Betreibers RWE: „Unsere KĂŒhltĂŒrme sind bereits vollstĂ€ndig entkernt, aber der Abbruch hat bei uns nicht oberste PrioritĂ€t.“ Der Schwerpunkt des RĂŒckbaus liege vielmehr auf dem Bereich innerhalb der ReaktorgebĂ€ude. In Philippsburg wolle die Energie Baden WĂŒrttemberg (EnBW) an der Stelle des Kraftwerks ein Umspannwerk errichten. In Biblis sei dagegen noch keine Folgenutzung bekannt. Die KĂŒhltĂŒrme seien mit 80 Metern auch nur halb so hoch wie die in Philippsburg und hĂ€tten daher rein optisch eine andere Wirkung. Sie seien zudem nur selten in Betrieb gewesen, lediglich an heißen Tagen im Sommer oder wenn der Rhein zu wenig Wasser zum KĂŒhlen gefĂŒhrt hatte. Der RĂŒckbau des Bibliser Kraftwerks lĂ€uft seit 2017:

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Am Forschungsreaktor FRM II in Garching bei MĂŒnchen ist laut eines Berichts der SĂŒddeutschen Zeitung radioaktives C-14 ausgetreten. Der Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids sei ĂŒberschritten worden, teilte die Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen (TUM) als Betreiberin demnach mit. FĂŒr Menschen und Umwelt habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, betonten die Betreiber sowie das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Es sei eine „geringfĂŒgige Überschreitung“ des in der Betriebsgenehmigung festgelegten Wertes bei der C-14-Ableitung ĂŒber den Kamin in die AtmosphĂ€re festgestellt worden. Schon 2012 hatte es einen Ă€hnlichen Vorfall mit niedrigeren Werten gegeben:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Russland hat mit der „Akademik Lomonossow“ das erste schwimmende Kernkraftwerk offiziell in Betrieb genommen. Vorher lief das 114 Meter lange, 30 Meter breite und 21.000 Tonnen schwere schwimmende Kraftwerk etwa ein halbes Jahr lang im Probebetrieb. Nun seien auch die letzten ÜberprĂŒfungen abgeschlossen. Der staatseigene russische Atomkonzern Rosatom vermeldete dazu laut heise.de, damit sei „das Projekt zum Bau eines schwimmenden Kernkraftwerks erfolgreich abgeschlossen“. Mit den 70 Megawatt, die das von 70 Arbeitern bediente nördlichste Kernkraftwerk der Welt produziert, sollen nun nicht nur Privathaushalte an der Nordostpassage, sondern auch Industriebetriebe versorgt werden, die BodenschĂ€tze und EnergietrĂ€ger suchen und fördern:

    ‱ HEISE ONLINE

    Japans Atomaufsichtsbehörde NRA hat der nuklearen Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Rokkasho nach sechsjĂ€hriger PrĂŒfung zumindest vorlĂ€ufig eine ausreichende Sicherheit attestiert. Die Anlage erfĂŒlle die nach dem Fukushima-Unfall verschĂ€rften Sicherheitsauflagen. Der endgĂŒltige Betrieb werde voraussichtlich im Juli kommen, heißt es in einem Bericht der taz. Laut Betreiber Japan Nuclear Fuel könne die Nuklearfabrik im Herbst 2021 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Die AnkĂŒndigung habe scharfe Proteste ausgelöst. 210 Antiatomkraftgruppen aus ganz Japan, darunter auch Bewohner der WAA-Standortregion Aomori, unterzeichneten einen Protestbrief an die japanische Atomaufsicht. Die taz selbst schreibt von Japans „irrsinniger Atompolitik“:

    ‱ TAZ

    Kraftwerke, so der österreichische Standard, seien normalerweise nicht die Hauptanlaufstellen fĂŒr Öko-Tourismus, aber in Florida hĂ€tten sich einige von ihnen zu den reinsten Publikumsmagneten gemausert, darunter das Crystal-River-Kernkraftwerk. Die Einrichtungen locken seltene Tiere an: Manatis, also die im Atlantik vorkommende Variante von SeekĂŒhen, versammeln sich dort in großer Zahl, wo Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerke das erwĂ€rmte Wasser aus ihren KĂŒhlkreislĂ€ufen ins Meer zurĂŒckleiten und damit fĂŒr angenehme Badetemperaturen sorgen. Bedroht sei diese Situation durch die Abschaltung von Kraftwerken, da dann das wĂ€rmende Wasser wegfalle. Man ĂŒberlege deshalb auch aus diesem Grund, geplante Schließungen von Kraftwerken nur schrittweise zu vollziehen, um den entstandenen Ökosystemen Zeit fĂŒr einen „Umzug“ zu geben:

    ‱ DER STANDARD

  • Presseschau vom 15.05.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In dieser Woche beschĂ€ftigen sich gleich zwei BeitrĂ€ge mit juristischen Themen, das KKW Philippsburg und die spektakulĂ€re Sprengung seiner KĂŒhltĂŒrme ist auch mit zwei BeitrĂ€gen vertreten, und ebenfalls zweimal richten wir den Blick nach Osten nach Weissrussland und Russland. KrĂŒmmel, Neckarwestheim, das Emsland und Cattenon sind weitere SchauplĂ€tze der BeitrĂ€ge unserer Auswahl.

    Das geplante Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle am Standort des Kernkraftwerks KrĂŒmmel ist nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) grundsĂ€tzlich genehmigungsfĂ€hig. Das hat die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) laut Herzogtum-Direkt festgestellt und der unteren Bauaufsichtsbehörde in Geesthacht mitgeteilt. Diese Feststellung war fĂŒr die Stadt Geesthacht eine Voraussetzung, um am 30. April eine Baugenehmigung fĂŒr die Errichtung des neuen Lagers auf dem KraftwerksgelĂ€nde zu erteilen. Betreiber Vattenfall des Kernkraftwerks KrĂŒmmel als Antragstellerin darf nun mit dem Bau des Lagers beginnen. Die neue LagerstĂ€tte soll den Namen „LasmAaZ“ (Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle am Zwischenlager) tragen:

    ‱ HERZOGTUM DIREKT

    Der Rechtsstreit zwischen den Energiekonzernen Eon und Vattenfall um Reststrommengen im stillgelegten Kernkraftwerk KrĂŒmmel wird noch im laufenden Monat Mai fortgesetzt. FĂŒr den 27. Mai sei die mĂŒndliche Verhandlung beim Landgericht Hamburg angesetzt, wie Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Telefonkonferenz anlĂ€sslich der Quartalszahlen laut des Finanzportals Finanztreff.de sagte. Die Eon-Tochter PreussenElektra und Vattenfall sind beide je zur HĂ€lfte an der KrĂŒmmel-Betreibergesellschaft beteiligt. Deshalb will PreussenElektra auch die HĂ€lfte der Reststrommengen am 2011 stillgelegten Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Geesthacht kostenfrei nutzen und verklagte Vattenfall im Januar 2019. Der Wert wird auf 1,2 Milliarden Euro taxiert. Vattenfall weist eine entschĂ€digungslose Übertragung zurĂŒck:

    ‱ FINANZTREFF.DE

    Im Streit zwischen dem Energiekonzern Vattenfall und der Bundesrepublik vor dem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) gibt es erneut eine Unterbrechung: Deutschland hat einen Befangenheitsantrag gegen das Tribunal gestellt, vor dem ĂŒber die 4,7-Milliarden-Euro-Klage des Konzerns wegen des deutschen Atomausstiegs verhandelt wird. Nun prĂŒfe ICSID-GeneralsekretĂ€rin Meg Kinnear den Antrag, ĂŒber den voraussichtlich in einigen Wochen Weltbank-Chef David Malpass entscheidet. Vattenfall argumentiert, Deutschland habe mit dem Atomausstiegsgesetz von 2011 die Rechte des Konzerns verletzt, da dieser im Vertrauen auf zuvor gewĂ€hrte LaufzeitverlĂ€ngerungen stark in seine Atomkraftwerke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel investiert hatte. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss die Bundesregierung aber den Ausstieg aus der Atomenergie, so dass die Investitionen von Vattenfall ins Leere liefen. Das juristische Magazin Juve berichtet:

    ‱ JUVE

    Am 14. oder 15. Mai sollten die KĂŒhltĂŒrme des Kernkraftwerks Philippsburg gesprengt werden, stillgelegt ist die Anlage bereits seit Dezember 2019. Den genauen Abbruchtermin wollte der Betreiber, die EnBW, nicht nennen, um Schaulustige und somit VerstĂ¶ĂŸe gegen die Corona-Bestimmungen zu vermeiden. Wie der Mannheimer Morgen in seinem RĂŒckblick auf die 50 Jahre seit Baubeginn des KKW schreibt, stieß dessen Bau damals bei der Bevölkerung auf große Zustimmung (Bezahlinhalt):

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Auch die SWP berichtet ausfĂŒhrlich zu den Sprengungen der TĂŒrme in Philippsburg. Schon Tage vor dem geheimen Termin werde dafĂŒr die Rheinschanzinsel, auf der sich die beiden bereits abgeschalteten Meiler sowie die TĂŒrme befinden, komplett gesperrt. Zutritt hĂ€tten dann nur noch Personen, die an der Sprengung beteiligt sind, sowie etwa Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Wachpersonal. Die Schifffahrt auf dem Philippsburger Altrhein werde ebenso wie das Baden oder Schwimmen untersagt:

    ‱ SWP

    Nach der erfolgreich durchgefĂŒhrten Sprengung der KĂŒhltĂŒrme in Philippsburg veröffentlicht das Handelsblatt ein kommentiertes Video zu der spektakulĂ€ren Aktion, die ĂŒber Jahre vorbereitet wurde:

    ‱ YOUTUBE

    Das Kernkraftwerk Emsland bei Lingen wird wegen der Corona-Pandemie mit weniger Personal gewartet als ĂŒblich. Das Werk soll zur Revision fĂŒr voraussichtlich 22 Tage vom Netz genommen werden. Dies teilte das Umweltministerium in Hannover laut NOZ mit. Der Betreiber RWE habe demnach zusĂ€tzliche Hygieneregeln angekĂŒndigt, so soll vor Betreten der Anlage Fieber gemessen werden. Bei den Arbeiten werden unter anderem 44 der 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Insgesamt sollen etwa 1900 AuftrĂ€ge abgearbeitet werden:

    ‱ NOZ

    Neckarwestheim, eine der kleinsten Kommunen im Landkreis Heilbronn ist wegen des dortigen KKW bundesweit bekannt. Hier wird in etwas mehr als zwei Jahren das Atomzeitalter in Deutschland enden. Bislang habe die Gemeinde viel von der Anlage profitiert, so die Stimme in einem RĂŒckblick auf die Geschichte des Werks, fĂŒr das nach Betriebsende am 31.12.2020 der RĂŒckbau beginnen werde (Bezahlinhalt):

    ‱ STIMME.DE

    Block 4 des französischen Kernkraftwerks Cattenom nahe der saarlĂ€ndischen Grenze ist wieder ans Netz gegangen. Wie die SaarbrĂŒcker Zeitung meldet, sei der Reaktor am 3. Mai wegen Wartungsarbeiten an einer sogenannten „Turbo-Pumpe“ im nicht-nuklearen Bereich des KKW abgeschaltet worden:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Die Neue ZĂŒrcher Zeitung berichtet aus Weißrussland: Das umstrittene KKW Ostrowez habe kurz vor seiner Fertigstellung seinen Kernbrennstoff erhalten. Dieser sei laut des Energieministeriums der Ex-Sowjetrepublik in Minsk fĂŒr den ersten Atommeiler vorgesehen. Das KKW an der Grenze zum EU-Land Litauen wird vom russischen Atomenergiekonzern Rosatom gebaut, der die Anlage zu 90 Prozent mit Krediten finanziert. Das Werk soll im Juni fertig werden und ab Herbst ans Netz gehen. Es ist ein Prestigeprojekt von PrĂ€sident Alexander Lukaschenko. Das Nachbarland Litauen bemĂ€ngelte immer wieder die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards:

    ‱ NZZ

    Das Magazin der Organisation Greenpeace berichtet ebenfalls aus Russland. Ungeachtet des Atomstreits des Irans mit den USA habe Russland weiteren nuklearen Brennstoff an das erste iranische Kernkraftwerk geliefert. Das teilte die russische Botschaft dem Bericht zufolge in der Hauptstadt Teheran mit. Die Lieferung an die Anlage in der Hafenstadt Buschehr sei notwendig gewesen, damit der Reaktor weiter in Betrieb bleiben könne. «Russland misst der Zusammenarbeit mit dem Iran bei der Kernenergie eine große Bedeutung bei», hieß es. Angaben zur gelieferten Menge wurden zunĂ€chst nicht gemacht:

    ‱ GREENPEACE MAGAZIN

  • Presseschau vom 30.04.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau, diesmal schon am Donnerstag. Diese Woche gibt es gleich mehrere BeitrĂ€ge zu den KKWs BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel sowie einige weitere nationale Artikel zu weiteren Kraftwerken und AktivitĂ€ten der BGZ in Deutschland. Wir werfen außerdem einen Blick auf die GeschĂ€ftsentwicklung von Vattenfall und unternehmen AusflĂŒge nach Frankreich und Finnland.

    Im seit 2007 abgeschalteten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel ist es zu zwei meldepflichtigen Ereignissen gekommen. Beim ersten Ereignis wurden laut eines Berichts der shz bei der Reinigung im Inneren eines außer Betrieb genommenen ZwischenkĂŒhlers lose KunststoffhĂŒlsen vorgefunden. Das zweite meldepflichtige Ereignis wurde bei einer RoutineprĂŒfung festgestellt. Weil eine Zuluftklappe nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ öffnete, strömte den Angaben zufolge Luft aus den RĂ€umen des ReaktorgebĂ€udes in das Treppenhaus statt in Richtung AnlagenrĂ€ume. Im Brandfall soll Rauch aus dem Treppenhaus abziehen und dieses als Flucht- und Rettungsweg dienen. Die Betreibergesellschaft ordnete die Ereignisse der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zu und informierte die Atomaufsicht umgehend (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    In der NĂ€he des Kernkraftwerks KrĂŒmmel kam es aufgrund der anhaltenden Trockenheit zu einem kleineren FlĂ€chenbrand auf ca. 1000 qm WaldgelĂ€nde. Der Brand konnte ohne weitere GefĂ€hrdung schnell gelöscht werden, an den Löscharbeiten beteiligte sich neben örtlichen Wehren auch die Werksfeuerwehr des Kernkraftwerks, wie die Bergedorfer Zeitung berichtet:

    ‱  BERGEDORFER ZEITUNG

    Der schwedische Energieversorger Vattenfall, Betreiber der KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, hat trotz der Corona-Krise im ersten Quartal 2020 seinen Gewinn erhöht. Vattenfall erklĂ€rte, es habe trotz der Covid-19-Pandemie seine PlĂ€ne und die Versorgung aufrechterhalten können. Zum positiven Ergebnis trugen neben höheren BetriebseinkĂŒnften auch ein Einmaleffekt durch die Übertragung von 11 Terawattstunden Reststrommengen aus dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel an die Eon-Tochter PreussenElektra bei. Um die Zahlung weiterer Mengen stritten sich beide Seiten aktuell noch vor Gericht. Das Portal Finanztreff hat die Details:

    ‱ FINANZTREFF

    Im Kernkraftwerk Brokdorf ist bei einem Probelauf eines Notstromdiesels eine Undichtigkeit im Abgassystem festgestellt worden. Die Leckage sei an einem Kompensator zwischen Zylinderaustritt und der Abgasrohrleitung aufgetreten, teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde mit. Die RoutineprĂŒfung des Notstromdiesels habe dennoch ohne FunktionseinschrĂ€nkungen abgeschlossen werden können. Der defekte Kompensator sei inzwischen ausgetauscht worden, das Ereignis wurde als Meldung der Kategorie „N“ eingestuft, so die SĂŒddeutsche Zeitung. Anders als die schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel darf das KKW Brokdorf noch bis Ende 2021 Strom produzieren:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Im KKW Unterweser (KKU) ist Kurzarbeit auch wĂ€hrend der Corona-Krise kein Thema, so NWZ Online. Die Baustellendichte sei zu gering fĂŒr eine Ansteckungsgefahr, zitiert das Blatt den Kraftwerksleiter. Viele BĂŒrokrĂ€fte arbeiteten aktuell im HeimbĂŒro. Externe Besuche und Dienstreisen seien untersagt. Beim Betreiber PreussenElektra seien insgesamt neun Infizierte registriert worden – sowohl eigene als auch externe Mitarbeiter. Im KKU waren 3 Mitarbeiter betroffen:

    ‱ NORDWEST ZEITUNG ONLINE

    Zwei getrennte Zwischenlager fĂŒr radioaktiven Abfall gibt es auf dem GelĂ€nde des Atomkraftwerks Philippsburg. Dort ist die Stromproduktion eingestellt, doch die Bewirtschaftung strahlenden Materials ist in den Jahren des RĂŒckbaus weiter nötig. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen wĂŒrden die Reste aus der Kernkraft gelagert werden. FĂŒr den Betrieb und die Sicherheit der Halle ist seit Mitte April die bundeseigene Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) zustĂ€ndig. Nach Angaben des Unternehmens seien derzeit 14 Personen in der Halle beschĂ€ftigt. Es könnten spĂ€ter bis zu 22 Mitarbeiter werden, so die Bruchsaler Rundschau:

    ‱ BRUCHSALER RUNDSCHAU

    Block 1 des umstrittenen Meilers im französischen Cattenom ist wieder in Betrieb genommen worden. Der Reaktor war wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Die Blöcke 3 und 4 seien aktuell das nationale Stromnetz angeschlossen, so die SaarbrĂŒcker Zeitung. Block 2 ist seit dem 3. April 2020 wegen Wartungsarbeiten und eingehender Inspektionen planmĂ€ĂŸig abgeschaltet:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    WĂ€hrend Deutschland beim Klimaschutz auf erneuerbare Energien setzt, baut Finnland die Kernkraft aus. Atomstrom sei sicher, schaffe ArbeitsplĂ€tze und störe nicht in der Landschaft, so die Argumentation. Das Land habe als erste Nation weltweit angefangen, ein nukleares Endlager zu bauen. Das Lager mit Namen „Onkalo“ solle ab 2025 in einer Tiefe von 450 Metern den gesamten hochradioaktiven MĂŒll Finnlands aufnehmen. Zurzeit, so das ZDF in seinem Beitrag, seien in Finnland vier Kernreaktoren am Netz. Zwei davon bei Loviisa im SĂŒdosten des Landes, die beiden anderen gehören zum Kernkraftwerk Olkiluoto im SĂŒdwesten nahe der Gemeinde Eurajoki:

    ‱ ZDF

  • Presseschau vom 17.04.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl hat diesmal gleich mehrere Schwerpunkte: Wir beschĂ€ftigen uns mit einer Pressemeldung zu BrunsbĂŒttel und einigen „klassischen“ RĂŒckbau- und Zwischenlagerungsthemen. Corona nimmt – natĂŒrlich – einen gewissen Raum ein: In dieser Woche nicht nur aus deutscher Perspektive, sondern auch mit Blick in die Schweiz und nach Russland. Die BeschĂ€ftigung mit der Zukunft des Energiestandorts BrunsbĂŒttel ist ein weiteres Thema und zum Schluss ein Beleg, dass es sie noch gibt, die guten Nachrichten: Ein Wanderfalke am KKW KrĂŒmmel!

    WĂ€hrend der RĂŒckbauarbeiten im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel wurde bei der Abfertigung an zwei sogenannten Konrad-Containern Typ III festgestellt, dass der Betondeckel um 180° verdreht aufgelegt worden war. Dies teilte Betreiber Vattenfall in einer Pressemitteilung ĂŒber das Portal Pressebox mit. Der Betondeckel ist eine Abschirmung, auf den ein zweiter Deckel aus Stahl als Ă€ußerer Schutz aufgelegt und verschraubt wird. Der Container enthĂ€lt Teile des Dampftrockners, der zurzeit in lagergerechte Einzelteile zerlegt wird. Der sichere Einschluss der radioaktiven Stoffe ist von der Abweichung nicht betroffen. Der Betondeckel wurde abgehoben und neu aufgesetzt. Die Prozesse beim Hersteller der BehĂ€lter und der Abfertigung im KKB wurden ĂŒberprĂŒft und um zusĂ€tzliche Kontrollschritte zur QualitĂ€tssicherung ergĂ€nzt:

    ‱ PRESSEBOX

    Radioaktive AbfĂ€lle sollen im baden-wĂŒrttembergischen Philippsburg nahe des dortigen KKW gelagert werden. Dort ist zum Jahreswechsel ein zweiter Reaktorblock abgeschaltet worden. Auf dem GelĂ€nde des stillgelegten Kernkraftwerks Philippsburg sei nun ein Lager fĂŒr schwach- bis mittelradioaktive AbfĂ€lle in Betrieb genommen worden. Dort solle AtommĂŒll zwischengelagert werden, der vom RĂŒckbau des Kernkraftwerks stammt, wie der Energiekonzern EnBW mitteilte. Die HintergrĂŒnde finden sich bei T-Online:

    ‱ T-ONLINE

    Das KKW Grohnde ist fĂŒr sechs Wochen vom Netz gegangen. Am Ostersonntag habe Betreiber Preussen Elektra das Kernkraftwerk bei Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont fĂŒr die jĂ€hrliche Revision heruntergefahren, so der NDR. Kritik kam von den GRÜNEN in Hinblick auf die Corona-Pandemie. Gesundheitsministerin Carola Reimann und Umweltminister Olaf Lies hatten Anfang April einen Kompromiss zugelassen, damit die Arbeiten durchgefĂŒhrt werden können und der Infektionsschutz dennoch eingehalten werde. Wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang: Statt 1.500 Mitarbeitern seien nun höchstens 250 Menschen auf dem GelĂ€nde erlaubt, so der Sender:

    ‱ NDR

    „Die aktuelle Dynamik bei der Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) lĂ€sst keine belastbare Prognose zum maximalen Personalausfall eines Kernkraftwerks in Deutschland zu“, erklĂ€rte das Bundesumweltministerium Ende MĂ€rz in der Antwort auf eine GrĂŒnen-Anfrage, die die taz zum Gegenstand eines Beitrags macht. Die deutschen KKW liefen deshalb unverĂ€ndert weiter, auch wenn es bei einigen Vorhaben wie z.B. der Revision am KKW Grohnde zu Verzögerungen kĂ€me:

    ‱ TAZ

    Die Corona-Krise habe dazu gefĂŒhrt, dass die Jahreshauptrevision des Schweizer Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) gegenĂŒber Waldshut deutlich kĂŒrzer wird als geplant. Der geplante Austausch des Turbinenkondensators soll auf 2021 verschoben werden. Dies hat das Unternehmen mitgeteilt, so die Badische Zeitung. An den Jahreshauptrevisionen im KKL seien stets auch zahlreiche externe FachkrĂ€fte aus dem Ausland beteiligt. Die Corona-Krise, mit der Grenzschließungen und Auflagen zum Gesundheitsschutz einhergehen, habe jedoch die Situation verkompliziert:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Auf Kurs sei hingegen der RĂŒckbau des Schweizer KKW MĂŒhlebergs. Beim RĂŒckbau des stillgelegten Werks sei Ende MĂ€rz der ReaktordruckbehĂ€lter geöffnet worden. Die Brennelemente wurden ins Lagerbecken transferiert. Dort kĂŒhlen die Brennelemente in den kommenden Jahren ab, bis sie dann ins Zwischenlager WĂŒrenlingen im Kanton Aargau transportiert wĂŒrden. Die mit dem KKW-RĂŒckbau beschĂ€ftigten Fachleute hĂ€tten den Reaktor erst drei Monate nach der Stilllegung des KKW geöffnet, weil in dieser Zeit die RadioaktivitĂ€t bereits um den Faktor 1000 zurĂŒckgegangen ist, teilte der Betreiber laut Wirtschaft Regional mit:

    ‱ WIRTSCHAFT REGIONAL

    Auch in Russland beschĂ€ftigt die Corona-Krise die Betreiber von KKW. Der russische Energiekonzern Rosatom verschĂ€rfte laut eines Berichts des Finanzportals onvista nach einem Corona-Fall die Sicherheitsvorkehrungen in einem seiner Kernkraftwerke. Alle BeschĂ€ftigten des KKW Belojarsk bei Jekaterinburg seien isoliert worden, teilte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow am Mittwoch mit. „Alle Mitarbeiter der fĂŒnf Schichten leben nun getrennt von ihren Familien.“ Sie wĂŒrden nun in speziellen Transportern zu dem Kraftwerk gebracht und medizinisch versorgt:

    ‱ ONVISTA

    In Block 2 des endgĂŒltig abgeschalteten Kernkraftwerks im baden-wĂŒrttembergischen Philippsburg ist eine undichte Stelle entdeckt worden. Dies teilte das Ministerium fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft nach einem Bericht des Nachrichtenportals TAG 24 mit. Die undichte Stelle sei bereits am 26. MĂ€rz an einer Rohrleitung des Systems zur Behandlung radioaktiver AbwĂ€sser entdeckt worden. Sie bildete sich offenbar wĂ€hrend einer Reinigung einer Zentrifugenanlage. Die undichte Stelle habe jedoch nach Einstufung des Umweltministeriums „keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“:

    ‱ TAG 24

    Die Diskussion um das LNG-Terminal am Energiestandort BrunsbĂŒttel dauert an. WĂ€hrend die Handelskammer dem Projekt in BrunsbĂŒttel RĂŒckendeckung signalisiert, lehnen UmweltschĂŒtzer es laut eines Berichts der shz beharrlich ab. U.a. die Lage des Terminals zwischen dem Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel mit Standortzwischenlager und Lager fĂŒr radioaktives Material vom RĂŒckbau sowie der Sonderabfallverbrennungsanlage – fĂŒr die gerade die Planung einer Erweiterung lĂ€uft – und dem BetriebsgelĂ€nde der Spedition Kruse und dem Covestro-Werk sei kritisch zu sehen. Positiv Ă€ußerte sich der IHK-Chef: „Das Projekt bietet enorme Chancen und Entwicklungspotenzial fĂŒr den Wirtschaftsstandort BrunsbĂŒttel und fĂŒr ganz Schleswig-Holstein“. Das landesweit grĂ¶ĂŸte Industriegebiet sei weiterhin auch eine Energiedrehscheibe, hieß es laut shz aus der Kammer:

    ‱ SHZ

    Bislang waren die Wanderfalken eher eine DomĂ€ne des KKW BrunsbĂŒttel, nun kann auch das KKW in KrĂŒmmel mit gefiederten Bewohnern aufwarten: Die TurmfalkenpĂ€rchen in Geesthacht und Hohenhorn haben wieder ihre NistkĂ€sten bezogen. Auch beim KKW KrĂŒmmel ist nun einer eingezogen. 30 Tage werden die Greifvögel zwei bis sieben Eier bebrĂŒten, dem folgen eine etwa genau so lange Nestlingsdauer und ein weiterer Monat der Versorgung der jungen Falken durch die Eltern. Im vergangenen Jahr war der Kasten an der Dachkante eines GebĂ€udes noch vom mutmaßlich einzigen Wanderfalken in der Region belegt gewesen. Die Bergedorfer Zeitung hat die Geschichte:

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 03.04.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. ErwartungsgemĂ€ĂŸ stehen die meisten BeitrĂ€ge unter dem Einfluss der Corona-Krise. Neben diversen BeitrĂ€gen aus Deutschland ist die Schweiz und das KKW Leibstadt diese Woche ein Schauplatz, ebenso Tschechien.

    Am 12. April sollte das Atomkraftwerk in Grohne (Landkreis Hameln-Pyrmont) fĂŒr die jĂ€hrliche Revision heruntergefahren werden. Doch dass dies so wie geplant passiert, sei noch nicht entschieden, berichtet NDR 1 Niedersachsen. Das niedersĂ€chsische Umweltministerium habe Sicherheitsbedenken. Die Bundesnetzagentur mĂŒsse entscheiden, ob das Atomkraftwerk fĂŒr die Stromproduktion und die NetzstabilitĂ€t systemrelevant sei, also ob das KKW unbedingt benötigt werde, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Wenn ja, mĂŒsse geklĂ€rt werden, wie ein Infektionsrisiko fĂŒr die an der Revision beteiligten Personen und die Bevölkerung vor Ort minimiert werden könne. Dazu habe das Ministerium zahlreiche Fragen an den Betreiber PreussenElektra ĂŒbersandt:

    ‱ NDR

    Die KĂŒhltĂŒrme des stillgelegten KKW in Philippsburg sollen in diesem Jahr gesprengt werden. Sie werden nach rund 40 Jahren nicht mehr benötigt. Nun stehe laut Badischen Neuesten Nachrichten das frĂŒhestmögliche Datum der Sprengung fest. Umdenken mussten die Verantwortlichen in Bezug auf das Interesse von Besuchern. 20.000 Menschen, so war schon berichtet worden, könnten das Geschehen verfolgen wollen. In Zeiten der Coronakrise sei eine solche Versammlung undenkbar. Man habe daher frĂŒh den Austausch mit umliegenden Kommunen und der Polizei gesucht, teilt EnBW mit. „Die betroffenen StĂ€dte und Gemeinden bewerten, wie sie mit möglichen Zuschauern umgehen werden.“:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Unter den Vorzeichen der Corona-Krise steht auch die fĂŒr den Sommer geplante Jahresrevision des Schweizer Atomkraftwerks Leibstadt. Wegen der Grenzschließungen werde die Einreise von externen FachkrĂ€ften aus dem Ausland komplizierter. Im Fokus stehe angesichts von 1500 Projektbeteiligten auch der Infektionsschutz, so der SĂŒdkurier:

    ‱ SÜDKURIER

    Auf Anfrage des Schweizer Tagesanzeiger gaben die Betreiber des Kernkraftwerks Leibstadt indes zwei Corona-FĂ€lle bekannt. Sie hĂ€tten umgehend «vorbeugende Massnahmen getroffen, um die potenzielle Ansteckungskette zu unterbrechen», wird ein Sprecher zitiert. Leibstadt sei weiterhin im Normalbetrieb und verfĂŒge ĂŒber genĂŒgend Mitarbeiter vor Ort. Ein Teil der Belegschaft mache, sofern möglich, „Telearbeit“. Bereits weiter, so das Blatt, sei man in Grossbritannien. Die Betreiber des KKW Sellafield hĂ€tten bereits letzte Woche angekĂŒndigt, die Wiederaufbereitungsanlage an der Irischen See zu schliessen. Zuvor hatten sie bekannt gegeben, dass ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden war und sich ein zweiter mit Verdacht in QuarantĂ€ne begeben hatte:

    ‱ TAGESANZEIGER

    Das Kernkraftwerk Leibstadt habe die Stromproduktion in 2019 um 13 Prozent gesteigert, meldet die Badische Zeitung. Das gehe aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Insgesamt produzierte das Kraftwerk im vergangenen Jahr 8820 Gigawattstunden Strom. 2018 waren es noch 7799 Gigawattstunden. Die Steigerung wirkte sich positiv auf die Produktionskosten aus. Die höhere Stromerzeugung wurde 2019 trotz dreier Produktionsunterbrechungen von jeweils einigen Tagen wegen automatischen Abschaltungen des Kraftwerks erreicht:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Aufgrund der Suche nach einem defekten Brennelement muss das Kernkraftwerk in Gundremmingen bis Ende MĂ€rz oder Anfang April vom Netz bleiben. Das Kraftwerk sei fĂŒr die Suche nach dem beschĂ€digten Element und den Austausch heruntergefahren worden, sagte eine Sprecherin des Werks. Zuvor war im Betrieb von Block C aufgefallen, dass ein Brennelement beschĂ€digt sein muss. In Juni solle der schwĂ€bische Meiler dann erneut heruntergefahren werden, dann ist die etwa einen Monat dauernde Jahresrevision geplant, wie die SĂŒddeutsche Zeitung berichtet:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    In Tschechien nimmt der Ausbau der Kernenergie Formen an. Der Energiekonzern CEZ hat die Baugenehmigung fĂŒr zwei neue Kraftwerksblöcke am Standort Dukovany beantragt. Damit sei die fĂŒnfjĂ€hrige Vorbereitungsphase nun abgeschlossen und der Weg frei fĂŒr den Lizenzierungsprozess, teilte der teilstaatliche Konzern mit. Der Bauantrag umfasst insgesamt 1.600 Seiten und beinhaltet die Errichtung von zwei Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.200 MW. Laut CEZ sind in dem Antrag rund 200 Studien unterschiedlicher Experten berĂŒcksichtigt. Der Branchendienst energate messenger berichtet:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Das Erdbeben in der NĂ€he der kroatischen Hauptstadt Zagreb hat Sorgen in Österreich um die Sicherheit eines benachbarten Kernkraftwerks bestĂ€rkt. Das Beben sei auch im slowenischen KrĆĄko deutlich spĂŒrbar gewesen, schreibt die Regierung des österreichischen Bundeslands KĂ€rnten laut eines Berichts des Branchendienstes Heise. In Krsko wird seit 37 Jahren ein Kernkraftwerk kommerziell betrieben. Die slowenischen Behörden hĂ€tten entschieden, das KKW KrĆĄko nicht abzuschalten und Analysen und Kontrollen bei laufendem Betrieb durchzufĂŒhren, da das werk nicht vom Beben betroffen gewesen sei:

    ‱ HEISE

    Trotz des beschlossenen Atomausstiegs im Jahr 2022 werde das Thema Kernenergie fĂŒr Deutschland noch eine lange Zeit eine Bedeutung behalten. Ein Grund sei der RĂŒckbau, der mehr als 40 Jahre dauern werde, so Martin Neumann, energiepolitischer Sprecher FDP-Bundestagsfraktion in einem Gastkommentar im Branchendienst energate messenger . Es brauche daher ein Konzept, um das notwendige Fachwissen hierzulande bei diesem Thema auch fĂŒr die Zukunft zu erhalten:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

  • Presseschau vom 20.03.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl ist dieses Mal recht breit gestreut: Von nationalen RĂŒckbau- und Zwischenlagerthemen ĂŒber gesamtwirtschaftliche Entwicklungen im Energiesektor, einen Blick auf technische Neuerungen und  das Thema Corona.

     

    Die shz beschĂ€ftigt sich aus Anlass der Corona-Pandemie mit den Sicherheits- und Vorsorgemaßnahmen in deutschen Kernkraftwerken, darunter auch die beiden norddeutschen Werke in Brokdorf und Grohnde. Überall seien Besucherzentren geschlossen worden und fĂŒr den Einsatz der Mitarbeiter Vorkehrungen getroffen, um im Notfall auch fĂŒr lĂ€ngere Zeit autark arbeiten zu können. Dies gelte nicht nur fĂŒr die KKW, sondern fĂŒr alle kommunalen Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Ein Sprecher des Verbandes der kommunalen Unternehmen erklĂ€rt dazu: „Der Umgang mit dem Corona-Virus und den sich dynamisch Ă€ndernden Lagen ist auch fĂŒr die kommunalen Unternehmen als Betreiber kritischer Infrastrukturen eine Herausforderung (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Die bundeseigene BGZ – Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung plant gemĂ€ĂŸ eines Berichts der WestfĂ€lische Nachrichten auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Kernkraftwerks WĂŒrgassen ein umfangreiches Bauvorhaben. Mehrere hundert Millionen Euro sollen investiert werden, kĂŒndigte die BGZ dem Blatt zufolge an. Es soll sich dabei um ein Logistikzentrum fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven RĂŒckbaumĂŒll wie SchutzanzĂŒge, Handschuhe und Ă€hnliches handeln. Der MĂŒll werde in WĂŒrgassen gesammelt, zwischengelagert und dann zu einem Endlager gebracht werden. Es sollen rund 100 neue ArbeitsplĂ€tze entstehen:

    ‱ NEUE WESTFÄLISCHE

    UnabhĂ€ngig von dem geplanten Logistikzentrum fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle in WĂŒrgassen gehen die Vorbereitungen am KKW-Standort Grohnde weiter, dort eine eigene Lagerhalle zu errichten. Das bestĂ€tigte eine Sprecherin des Betreibers Preussen Elektra gegenĂŒber DeWeZet. Das Unternehmen hatte Ende 2017 beim Land als Atomaufsichtsbehörde den Antrag gestellt, eine Transportbereitstellungshalle fĂŒr schwach- bis mittelradioaktive AbfĂ€lle zu errichten. Sie sei vorsorglich vorgesehen, falls das Endlager Konrad erst spĂ€ter in Betrieb gehen sollte, hieß es damals. Letztendlich greifen die Planungen fĂŒr WĂŒrgassen und Grohnde ineinander:

    ‱ DEWEZET

    Im Kernkraftwerk Gundremmingen sei es zu einer Störung gekommen, so die SWP: Die regulĂ€re BetriebsĂŒberwachung des Reaktorkerns von Block C habe Hinweise auf einen Brennelement-Defekt ergeben, teilt die dortige Pressesprecherin mit. Die RĂŒckhaltesysteme sorgten jedoch fĂŒr einen sicheren Betrieb. „Alle Grenzwerte werden sicher eingehalten“. Es sei geplant, den Block vorsorglich am 20. MĂ€rz herunterzufahren und vom Netz zu nehmen, um das betroffene Brennelement zu identifizieren und auszutauschen. Diese Wartungsarbeiten nehmen voraussichtlich 10 bis 14 Tage in Anspruch. Im Anschluss werde die Anlage wieder angefahren und im Leistungsbetrieb arbeiten, kĂŒndigt die Betreibergesellschaft an:

    ‱ SWP

    Der Versorger RWE will Milliarden in Wind- und Solarenergie investieren. Bislang hatte der Konzern auf die EnergietrĂ€ger Braunkohle und Kernkraft gesetzt, fĂŒhrt diese Sparten zukĂŒnftig aber nicht mehr als Teil des KerngeschĂ€fts. Nach dem Atomausstieg 2022 solle die Kohle allenfalls noch 200 Millionen Euro Betriebsgewinn jĂ€hrlich beisteuern, so die Prognose, schlechtestenfalls sei eine schwarze Null vorgesehen:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verliere Kernkraft weltweit an Bedeutung. Die DIW-Ökonomen hĂ€tten laut des Branchendienstes Erneuerbare Energien 207 Atomreaktoren identifiziert, die bis 2030 zurĂŒckgebaut werden mĂŒssen, weil sie die ĂŒblicherweise angesetzte technische Lebensdauer von etwa 40 Jahren ĂŒberschreiten. Diesen Reaktoren stehen derzeit lediglich 46 Neubauprojekte gegenĂŒber. „Von einer Renaissance der Atomkraft kann nicht die Rede sein. Dennoch ist dieses Narrativ im öffentlichen Diskurs weit verbreitet“, zitiert der Dienst die Studienautorin. Der Anteil der Atomkraft an der weltweiten Stromerzeugung sei “ gering und aufgrund eines ĂŒberalterten Kraftwerksparks stark rĂŒcklĂ€ufig“:

    ‱ ERNEUERBARE ENERGIEN

    Das belgische Verfassungsgericht hat das Gesetz fĂŒr lĂ€ngere Laufzeiten der Kernreaktoren Doel 1 und Doel 2 gekippt. Das berichtet der SPIEGEL unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Belga. FĂŒr das Gesetz, das eine zehnjĂ€hrige LaufzeitverlĂ€ngerung der Reaktoren vorsĂ€he, wĂ€ren eine UmweltfolgenabschĂ€tzung und ein Widerspruchsverfahren nötig gewesen, urteilte das Gericht dem Blatt zufolge:

    ‱ SPIEGEL

    Das US-Verteidigungsministerium hat laut des IT-Portals Golem den Bau von drei kleinen Atomreaktoren in Auftrag gegeben. Sie sollen transportabel sein, so dass US-Truppen sie zu EinsĂ€tzen im In- und Ausland mitnehmen können. „Das Einzigartige am Pele-Programm ist die MobilitĂ€t und die Sicherheit des Reaktors“, wird der Leiter des „Project Pele“ zitiert. Der Reaktor solle auf der Straße, der Schiene, der See oder in der Luft transportiert werden können. Auf- und Abbau sollen schnell vonstatten gehen:

    ‱ GOLEM.DE

    Das französische Kernkraftwerk Cattenom wird fĂŒr den Pandemiefall vorbereitet. Denkbar ist unter anderem eine andere Organisation der Schichten. Der Betreiber EDF hat der Regierung Einzelheiten fĂŒr seinen gesamten Nuklearpark mitgeteilt. Demnach muss bei der Spitze der Coronapandemie mit 40 Prozent Personalausfall gerechnet werden. Nach Medienberichten könne das fĂŒr zwei bis drei Wochen unter anderem durch eine andere Organisation der Schichten aufgefangen werden. Wann der Pandemieplan, der bereits zur SARS-Epidemie vor 20 Jahren entwickelt wurde, in Kraft tritt, steht noch nicht fest. Der SR berichtet:

    ‱ SR3

    Ein Ausfall der deutschen Gas- und Stromversorgung gehört zu den Horrorszenarien fĂŒr eine moderne Gesellschaft, schwerwiegende Probleme in einem Kernkraftwerk erst recht. Die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland könnte auch die Betreiber dieser kritischen Infrastrukturen vor Herausforderungen stellen, so der Berliner Tagesspiegel. Das Blatt fasst die Vorsorgemaßnahmen deutscher Energieversorger auch fĂŒr KKW zusammen:

    ‱ DER TAGESSPIEGEL 

  • Presseschau vom 06.03.2020

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben regionalen und nationalen BeitrĂ€gen zum Thema RĂŒckbau stehen AktivitĂ€ten in Frankreich und in Polen im Fokus der ausgewĂ€hlten Artikel. Abgerundet wird unsere Auswahl durch einen lesenswerten Artikel der WELT, die sich mit dem Szenario der weiteren Nutzung der Kernkraft vor dem Hintergrund schwindender Uranreserven beschĂ€ftigt, sowie einen Beitrag des SPIEGEL, der auf Basis von AGORA-Zahlen vor einer klaffenden „ÖkostromlĂŒcke“ warnt.

    Mitglieder des Unternehmensverbandes Unterelbe-WestkĂŒste (UVUW) besuchten das KKW BrunsbĂŒttel, um sich ĂŒber den Status des RĂŒckbaus zu informieren. Die Gruppe stellte zahlreiche Fragen, die der Leiter des Kraftwerks Markus Willicks in seinem Vortrag umfassend beantworten konnte. Ken Blöcker, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des UVUW, resĂŒmierte den Besuch: „Wir sind nachhaltig beeindruckt von der FĂŒlle der Maßnahmen und dem damit verbundenen erheblichen Zeitrahmen, bis der RĂŒckbau tatsĂ€chlich fertiggestellt ist. Die Auswirkungen des Ausstiegs aus der Kernenergie wurden uns hier eindringlich vor Augen gefĂŒhrt.“ Boyens Medien berichten:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Bewegung beim Thema Deponierung von Bauschutt aus dem RĂŒckbau norddeutscher KKW. Die Gemeinde Wiershop habe laut eines Berichts des NDR zugestimmt, leicht radioaktive AbfĂ€lle in der örtlichen Deponie zu lagern. Einziger Wermutstropfen: Die Gemeinde wolle nur Abfall aus dem nahe gelegenen KKW KrĂŒmmel und nicht aus den anderen beiden KKW BrunsbĂŒttel und Brokdorf aufnehmen. Insgesamt hatten Experten sieben Deponien in Schleswig-Holstein untersucht. GrundsĂ€tzlich seien alle fĂŒr die AbfĂ€lle geeignet:

    ‱ NDR

    Bald sollen erneut Castoren in das hessische Atom-Zwischenlager Biblis transportiert werden. Dies bringe insbesondere die lokalen Politiker der GRÜNEN in einen Zwiespalt, so die FR. FĂŒr Kernkraftgegner wie die GrĂŒnen sei es nicht einfach, sich in dieser Sache zu positionieren. Einerseits lehnen sie Atomanlagen weiter ab. Andererseits sehen sie sich in der Verantwortung, Deutschlands völkerrechtlicher Verpflichtung nachzukommen und den strahlenden MĂŒll zurĂŒckzunehmen, zumal sie mit Priska Hinz (GrĂŒne) aktuell die hessische Umweltministerin stellen. Von dort sei deshalb auch „ganz nĂŒchtern verkĂŒndet“ worden, dass das Bundesamt die Genehmigung erteilt habe. Das Umweltministerium beaufsichtige „mit UnterstĂŒtzung von zugezogenen SachverstĂ€ndigen alle TĂ€tigkeiten im Zusammenhang mit der RĂŒckfĂŒhrung und Einlagerung der BehĂ€lter“:

    ‱ FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Die Sprengung der ĂŒber 150 Meter hohen KĂŒhltĂŒrme aus Stahl und Beton des KKW Philippsburg steht fest, der Abriss soll laut Karlsruhe Insider im Herbst beginnen. Der BĂŒrgermeister der Stadt Philippsburg spricht in diesem Zusammenhang von einer „Landmarke“, wenn er an die beiden Kolosse in Philippsburg denke. Die TĂŒrme ragen rund 40 Jahre in die Höhe, waren lange prĂ€gend fĂŒr das Erscheinungsbild der Gegend und werden seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr benötigt:

    ‱ KARLSRUHE-INSIDER

    Im bayerischen KKW Isar 2 sehe man sich laut eines Features des Deutschlandfunks vor der Abschaltung mit offenen Fragen konfrontiert. Unklar sei der Verbleib der dort lagernden Castoren, die Entsorgung des Bauschutts und die Frage der Versorgung aus anderen Quellen. Der Beitrag geht diesen Themen bei einem Besuch vor Ort nach:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Ein Wiedereinstieg in die Kernkraft werde von immer mehr energiebesorgten BĂŒrgern gefordert. Nun ergebe sich laut eines Beitrags der WELT allerdings ein existenzielles Problem fĂŒr die Zukunft der Kernkraft. Bei heutigem Uranbedarf und -preis reichen die Vorkommen demnach nur noch fĂŒr knapp 20 Jahre. Auch die fallenden Preise von Uran wĂŒrden einen Abbau immer weniger rentabel erscheinen lassen. Eine Alternative könne allenfalls der Rohstoff Thorium bieten. Dieses Metall komme hĂ€ufiger in der Erdkruste vor als Uran. Durch Neutronenbeschuss ließe es sich ins Isotop Uran-233 wandeln, das fĂŒr den Reaktorbetrieb geeignet wĂ€re. Es benötige allerdings neue und teure Reaktortypen, deren Bau wiederum viele Jahre dauern wĂŒrde. Zudem lĂ€sst sich Thorium leicht in waffenfĂ€higes Uran umwandeln, was eine große politische Gefahr bedeute:

    ‱ WELT

    Der Sender n-tv stellt einen Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich an, wo man „den Kopf schĂŒttle“ ĂŒber Deutschlands Energiewende. Kernenergie fĂŒr emissionsreiche Kohleverstromung aufzugeben kĂ€me PrĂ€sident Macron demnach nicht in den Sinn. Vor allem der Energiepreis sei in Frankreich ein SchlĂŒsselargument fĂŒr Kernenergie, so der Beitrag:

    ‱ N-TV

    Ein weiterer Beitrag aus Frankreich: Das Land habe mit der Abschaltung des AKW Fessenheim begonnen, so das Industriemagazin. Der erste Reaktor sei bereits heruntergefahren worden. WĂ€hrend dieser Schritt in Deutschland und bei Umweltorganisationen Grund zur Freude war, ĂŒbten Belegschaft und Vertreter der örtlichen Behörden scharfe Kritik:

    ‱ INDUSTRIEMAGAZIN

    Kritik an Polen und seinen KernkraftplĂ€nen: Das Land plane den Bau von sechs Kernkraftwerken und mĂŒsse NachbarlĂ€nder eigentlich ĂŒber mögliche Umweltfolgen informieren, doch bis auf Österreich sei das bisher nicht geschehen. Nun stelle sich die Frage, ob Polen internationale Regeln ĂŒbergehe: Im Fall großer Bauprojekte wie eines Kernkraftwerkes sind Staaten normalerweise verpflichtet, eine grenzĂŒberschreitende UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung anzufertigen. So sehe es die sogenannte Espoo-Konvention der UN vor, die 1991 in der gleichnamigen finnischen Stadt unterzeichnet wurde. Staaten, die sich um mögliche UmweltschĂ€den eines Bauprojektes sorgen, können außerdem eine Konsultation bei dem betroffenen Staat beantragen. Der Branchendienst Euractiv hat die Fakten:

    ‱ EURACTIV

    Deutschland drohe eine gewaltige ÖkostromlĂŒcke, so der Spiegel unter Berufung auf Zahlen des Energie-ThinkTanks AGORA. Bei aktuellem Ausbautempo wĂŒrde der Ökostromanteil zu Anfang des kommenden Jahrzehnts demnach maximal 55 Prozent betragen, Zeil der Bundesregierung seien aber 65 Prozent. Weniger Ökostrom und mehr Strom aus fossilen EnergietrĂ€gern wĂŒrden laut Agora-Prognose zu höheren Kosten fĂŒhren. Bei nur 55 Prozent Erneuerbaren-Anteil wĂŒrden die Börsenstrompreise im Jahr 2030 um 5 bis 10 Euro pro Megawattstunde steigen. Die CO2-Emissionen lĂ€gen dann um 5 bis 20 Millionen Tonnen höher als geplant:

    ‱ SPIEGEL

  • Presseschau vom 21.02.2020

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl ist diesmal besonders international, neben BeitrĂ€gen aus Belgien, Frankreich, UK und der Schweiz ĂŒberrascht die Nachricht, dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten kurzfristig ein neugebautes KKW ans Netz geht. Abgerundet wird die Presseschau mit weiteren Artikeln aus Deutschland.

    Der lokale Kreistag Philippsburg hat die Verwaltung damit beauftragt, Kriterien fĂŒr den Standort einer neuen Restabfalldeponie der Klasse 2 zusammenzutragen. Auf der neu zu errichtenden Halde sollen wĂ€hrend des rund 60-jĂ€hrigem Betrieb 1,3 Millionen Kubikmeter sogenannter mineralischer AbfĂ€lle gelagert werden. Zu diesen wird  auch der MĂŒll aus dem RĂŒckbau der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe in Eggenstein-Leopoldshafen und des Kernkraftwerks in Philippsburg gehören. Die Badischen Neuesten Nachrichten fassen zusammen:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Das umstrittene französische Kernkraftwerk Fessenheim unweit der deutschen Grenze geht am 22.02.2020 endgĂŒltig vom Netz. Es ist das Ă€lteste KKW Frankreichs und sorgte wiederholt mit Pannen fĂŒr Schlagzeilen. Die Schließung war bereits fĂŒr 2016 geplant, verzögerte sich aber immer wieder. Frankreich bezieht ca. 75% seiner Energie aus Kernenergie, der höchste Anteil weltweit. Die FAZ berichtet ĂŒber ihren YouTube-Kanal:

    ‱ YOUTUBE

    Eine drohende Unterversicherung der belgischen KKW Doel bei Antwerpen sowie Tihange nahe LĂŒttich meldet die taz. Bislang betrage die vorgesehene Haftpflichtversicherung € 1,2 Mrd. Ab 2021 greife eine Neuregelung der Versicherungshöhe, die Deckung und PrĂ€mie deutlich erhöhen wĂŒrde. Es finde sich aber aktuell kein Versicherer, der bereit wĂ€re, die Werke zu versichern: Ein Sprecher der belgischen Versicherungsgesellschaften wird zitiert: „Die Versicherung kann heute nicht gedeckt werden, und sie kann auch international nicht rĂŒckversichert werden.“:

    ‱ TAZ

    Großauftrag aus England fĂŒr ein deutsches Industrieunternehmen: Wie das Fachmagazin Chemietechnik berichtet, hat das Unternehmen Bilfinger einen Auftrag fĂŒr die AusfĂŒhrungsplanung, das Lieferantenmanagement und die Herstellung und die Installation von Rohrleitungssystemen fĂŒr den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C in SĂŒdwestengland erhalten. Der bis 2025 laufende Auftrag mit einem Volumen von rund 68 Millionen Euro werde in den Bilfinger-Segmenten Engineering & Maintenance Europa sowie Technologies verbucht:

    ‱ CHEMIETECHNIK

    Bei der Stilllegung des Schweizer Kernkraftwerks MĂŒhleberg hat die Betreiberin BKW einen ersten Meilenstein erreicht: Erstmals verließen nach einem Reinigungsprozess Anlagebestandteile das KraftwerkgelĂ€nde. Die großen Betonblöcke gehörten zu SchutzwĂ€nden, welche um die Turbinen des Kraftwerks herum aufgebaut worden waren. Sie hĂ€tten im Fall, dass eine Turbine explodiert wĂ€re, Splitter aufgefangen. Ein Zementhersteller zertrĂŒmmere nun auf einem Rezyklierplatz die Betonelemente. In einem Zementwerk des Unternehmens in PĂ©ry im Berner Jura flössen dann die zertrĂŒmmerten Teile der SplitterschutzwĂ€nde wieder in die Zementproduktion ein. Der Schweizer Bote berichtet:

    ‱ BOTE

    Der SPIEGEL beschĂ€ftigt sich ausfĂŒhrlich mit den AktivitĂ€ten von AtombefĂŒrwortern, die sich angesichts der Klimadebatte im In- und Ausland verstĂ€rkt zu AktionsbĂŒndnissen nach dem Vorbild der Anti-AKW-Bewegung zusammenschließen. Gerade hĂ€tten diese allerdings eine wichtige Schlacht verloren. Dass Kernkraft keine Klimaschutzhilfe sei, sehe nĂ€mlich auch die EU-Kommission so. Die neue deutsche Kommissionschefin, Ursula von der Leyen, setzte sich mit einem atomkritischen Kurs gegenĂŒber osteuropĂ€ischen LĂ€ndern durch. Sie wolle von den 50 Milliarden Euro Fördergeldern im Rahmen des „Green Deal“ keinen Cent fĂŒr die Kernenergie freigeben:

    ‱ DER SPIEGEL

    Bisher gab es in der arabischen Welt keine Kernkraftwerke. Scheich bin Said Al Nahjan wolle dies laut des Branchendienstes Energiezukunft nun Ă€ndern. In den Vereinigten Arabischen Emiraten entstehe ein riesiges KKW mit vier Reaktoren. Der erste gehe nun in Betrieb, gebaut von SĂŒdkorea. Die von den Behörden erteilte Betriebserlaubnis fĂŒr den ersten kommerziellen Betrieb eines Atomreaktors in der arabischen Welt stelle einen Meilenstein dar. Experten rechnen laut des Berichts damit, dass Reaktor 1 des im Westen des Landes gelegenen Kernkraftwerks Barakah in einigen Monaten ans Netz gehen wird. Vorausgegangen waren langwierige und teure Bauarbeiten. Der ursprĂŒngliche Zeitplan sah eine Inbetriebnahme schon 2017 vor, auch die Kosten dĂŒrften um mehrere Milliarden ĂŒber den veranschlagten 20 Milliarden fĂŒr Bau, Betrieb und Ausbildung von Mitarbeitern liegen:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT

  • Presseschau vom 07.02.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl ist diesmal etwas internationaler als sonst, insbesondere mit Neuem aus UK, dazu klassische RĂŒckbau-News und ein Interview mit JĂŒrgen Trittin.

    Die sprichwörtliche grĂŒne Wiese soll es in Grafenrheinfeld zwar erst im Jahr 2035 geben, dennoch, so das Portal Nordbayern, sei der RĂŒckbau des 2015 stillgelegten Kernkraftwerks voll im Gange. Viele Hundert Tonnen hĂ€tten die Anlage bereits verlassen. Noch einmal deutlich intensiviert werde der RĂŒckbau Ende 2020, wenn das Kraftwerk brennstofffrei sei:

    ‱ NORDBAYERN

    Mit den fĂŒr dieses Jahr in Deutschland geplanten Castor-Transporten beschĂ€ftigt sich das Magazin Jungle World. In den kommenden Jahren sollen Castor-Transporte aus Frankreich und Großbritannien in mehrere deutsche Zwischenlager rollen. 25 BehĂ€lter mit AtommĂŒll aus deutschen KKW stĂ€nden derzeit noch in den Wiederaufbereitungsanlagen Sellafield und La Hague. In diesem Jahr solle ein erster Castor-Transport aus Sellafield ins hessische Biblis erfolgen. Weitere Transporte sind fĂŒr die kommenden Jahre geplant. Bemerkenswert sei, so das Blatt, dass sich die Proteste gegen die frĂŒher heftig bekĂ€mpften Transporte sehr im Rahmen hielten. Der Beitrag beschĂ€ftigt sich auch mit aktuellen Sicherheitsbedenken:

    ‱ JUNGLE WORLD

    Die ZEIT beschĂ€ftigt sich mit einer Wiederentdeckung der Kernkraft angesichts der klimapolitischen Herausforderungen. Das Blatt kommt dabei zu dem Ergebnis, dass das Klima mit Kernkraftwerken schĂŒtzen zu wollen, „verfĂŒhrerisch klinge“, aber ökonomisch, ökologisch und politisch „ausgemachter Blödsinn“ sei. GrĂŒnde seien u.a. die langen Bauzeiten neuer Werke, deren Kosten und ein Überangebot an Strom aus anderen, regenerativen Quellen:

    ‱ ZEIT ONLINE

    Anders verlĂ€uft die Diskussion zum Thema in Schweden. Dort haben laut Heise Oppositionsparteien versucht, die endgĂŒltige Abschaltung der Reaktoren Ringhals 1 und 2 mit der These, Kernkraft sei der Retter in der Klimakrise, aufzuhalten. Nur eine Stimme fehlte bei der Abstimmung zum Erfolg. Schweden deckt aktuell etwa 40 Prozent seines Strombedarfs durch Atomenergie. Nach der Abschaltung der beiden alten Ringhals-Reaktoren bleiben noch sechs weitere an drei Standorten ĂŒbrig (Ringhals, Forsmark, Oskarshamn):

    ‱ HEISE

    Der europĂ€ische Gerichtshof beschĂ€ftigt sich laut eines Beitrags des Deutschlandfunk mit dem britischen Atomkraftwerk Hinkley Point. Dieses erhĂ€lt einen weiteren Reaktor, dessen Bau mit britischen Staatsbeihilfen finanziert wird. Dies habe die EuropĂ€ische Kommission 2014 erlaubt. Dagegen wollen Österreich und Luxemburg nun in zweiter Instanz klagen. Von der Entscheidung des EuGH wĂ€re das scheidende EU-Mitglied Großbritannien noch betroffen. Bis Ende 2020 gelte fĂŒr sein VerhĂ€ltnis zur EU eine Übergangsfrist:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    JĂŒrgen Trittin, von 1998 bis 2005 Bundesminister fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Mitglied im AuswĂ€rtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags Ă€ußert sich in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel ĂŒber die Situation der Endlagersuche in Deutschland. Positiv hebt er hervor, dass anders als in der Ära Gorleben der heutige Prozess komplett in öffentlicher Hand und damit viel besser steuerbar sei. Sorge bereite ihm ein anderes Problem: Die Beteiligungsformate und Klagemöglichkeiten gegen Entscheidungen bei der Endlagersuche betreffen alle die frĂŒhen Phasen der Suche, hier sei frĂŒhe AufklĂ€rungsarbeit nötig:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Die Schweizer Handelszeitung beschĂ€ftigt sich mit neuer Technologie aus Großbritannien. Der britische Triebwerk- und Energiekonzern Rolls-Royce wolle bis 2029 Mini-Kernkraftwerke ausliefern. Wie das Unternehmen – das organisatorisch und technisch nicht mit der bekannten Automobilindustrie verbunden ist – via BBC mitteilte, wolle der Konzern bis zum Ende des Jahrzehnts solche Kraftwerke in einer Fabrik herstellen, vor Ort installieren und auch betreiben. Sie seien so klein, dass jede Stadt ihr eigenes KKW betreiben könnte:

    ‱ HANDELSZEITUNG

    Die Welt beschÀftigt sich ebenfalls mit dem Thema:

    ‱ WELT

    In Frankreich zeichne sich der „Einstieg in den Ausstieg“ aus der Atomenergie ab, wie der Branchendienst IWR meldet. Das gehe aus einem Entwurf des französischen Energieprogramms hervor. Das französische Ministerium fĂŒr Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie habe den aktuellen Entwurf des französischen Energieprogramms „Programmation pluriannuelle de l’Ă©nergie (PPE)“ zur Konsultation bis zum 19. Februar 2020 vorgelegt. Neben der Abschaltung von 14 Kernkraftwerken bis zum Jahr 2035 hebe die französische Regierung in dem neuen Programm gleichzeitig die Ziele fĂŒr den Ausbau der Offshore-Windenergie und der Biogasnutzung an. Bis 2028 sollen demnach 4 bis 6 Kernkraftwerke stillgelegt werden, darunter befinden sich auch die beiden Blöcke des KKW Fessenheim:

    ‱ IWR

    Klimaaktivisten aus Polen fĂŒrchten, dass die deutsche Energiewende ĂŒberhastet ist. Daher demonstrieren sie laut eines Berichts des Magazins Focus in Deutschland fĂŒr den Erhalt deutscher Kernkraftwerke. Sie sehen im Atomausstieg eine massive Gefahr fĂŒr den Kampf gegen den Klimawandel. Die Klimaaktivisten gehen nicht nur fĂŒr deutschen Atomstrom, sondern in ihrer polnischen Heimat auch fĂŒr saubere Energie auf die Straße. Deutschland sei ihrer Auffassung nach nicht in der Lage, seinen Energiebedarf nur aus regenerativen Quellen zu decken, daher wĂŒrde indirekt der Import von dreckigem Kohlestrom aus Polen gefördert, was die Luft in ihrem Heimatland weiter verschlechtere, zitiert das Blatt eine Sprecherin. In Polen ist der Anteil an Kohlestrom im europĂ€ischen Vergleich bereits jetzt schon sehr groß:

    ‱ FOCUS

    Der STERN berichtet ĂŒber einen neuen Reaktortyp, der in Russland entwickelt wird und mit einem Mix aus Fusionsenergie und Atomspaltung angetrieben werden soll. Das Hybrid-Design werde sehr viel sicherer als herkömmliche Uranreaktoren sein, zitiert das Magazin Forscher, außerdem könne man aus dem Brennmaterial keine Kernwaffen bauen:

    ‱ STERN

  • Presseschau vom 24.01.2020

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben klassischen Themen zu Kernkraft und RĂŒckbau von KKW gibt es einen lesenswerten Artikel zum RĂŒckbau von Windkraftanlagen. Ebenfalls lesenswert ist ein Beitrag zur Renaissance der Kernkraft.

    20 Castoren stehen im Zwischenlager am abgeschalteten Kernkraftwerk in BrunsbĂŒttel. Darin lagern auf spezielle Anordnung der Atomaufsicht insgesamt 965 alte Brennelemente. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig hatte 2013 die Genehmigung fĂŒr dieses Zwischenlager einkassiert. Nach zwei abgelaufenen Fristen macht die Atomaufsicht in Kiel nun eine weitere Ausnahme, die diesmal sogar ohne zeitliche Befristung fĂŒr den Betreiber gilt. Diese weitere atomrechtliche Anordnung kommentiert Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) im Interview mit NDR Schleswig-Holstein: „Es ist fĂŒr keinen der Beteiligten gewinnbringend Fristen zu setzen, die dann immer wieder neu verlĂ€ngert werden“. Damit fĂŒhrt er die Politik seines AmtsvorgĂ€ngers Robert Habeck fort. Das eigentliche Genehmigungsverfahren lĂ€uft derweil weiter:

    ‱ NDR

    Am Kernkraftwerk Unterweser (KKU) gibt es Probleme mit dem neuen Zwischenlager fĂŒr schwach- und mittelradioaktiven Abfall. Eigentlich sollte die Halle auf dem KraftwerksgelĂ€nde in Esenshamm laut Weserkurier bereits im Oktober in Betrieb gehen. Doch obwohl der Bau vollendet sei, habe er noch keinen StrahlenmĂŒll aufnehmen können. „Wir sind mit der Inbetriebnahme etwas in Verzug“, bestĂ€tigt eine PreussenElektra-Sprecherin auf Anfrage des Blatts. Einzelne Gewerke seien nicht termingerecht erledigt worden. Es habe EngpĂ€sse bei den Auftragnehmern gegeben. „Wir gehen derzeit davon aus, dass das Lager Ende des ersten Quartals 2020 fertiggestellt sein wird“, erklĂ€rte die Sprecherin demnach:

    ‱ WESER KURIER

    Im ReaktorgebĂ€ude des stillgelegten Blocks 1 des Kernkraftwerks Philippsburg sei kontaminiertes Wasser ausgelaufen. DarĂŒber informierte das Ministerium fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Stuttgart. Laut Pressemitteilung wurde bei Abbauarbeiten an Rohrleitungen eine Leitung angesĂ€gt, die noch nicht zum Abbau freigegeben war. Diese Rohrleitung enthielt kontaminiertes Wasser, das daraufhin auslief. Die Bruchsaler Rundschau berichtet:

    ‱ BRUCHSALER RUNDSCHAU

    Jedes Land mĂŒsse seine Haltung zu Atomkraft selbst definieren, zitiert das Handelsblatt Vattenfall-CEO Magnus Hall. Kernenergie werde weiter eine Rolle spielen. Der schwedische Konzern ist in Deutschland zwar auch vom Atomausstieg betroffen und wird die beiden Reaktoren BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel nicht mehr ans Netz nehmen können. Im Heimatmarkt Schweden betreibt Vattenfall aber noch sieben Reaktoren, von denen in jedenfalls 5 so investiert werde, dass sie bis nach 2040 weiterlaufen können. FĂŒr Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sei das Thema in Deutschland aber abgeschlossen. „Wir haben 30 Jahre lang ĂŒber die Kernenergie diskutiert und wir haben das Thema gemeinsam beendet“, sagte Altmaier auf einer Veranstaltung des Blattes. Er sei sicher, dass die Diskussion nicht mehr aufflammen werde:

    ‱ HANDELSBLATT

    Der Nordkurier dokumentiert die andauernde Diskussion ĂŒber die weitere Nutzung der Kernkraft in Deutschland insbesondere aus ErwĂ€gungen des Klimaschutzes. Inzwischen habe sich auch ein industrieunabhĂ€ngiger Verein gegrĂŒndet, der sich fĂŒr die Wiederaufnahme der Kernenergieproduktion starkmache. Politisch gebe es zwar keine Mehrheit fĂŒr diese Variante, es wĂŒrden sich aber Stimmen wie die des sĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Kretschmer (CDU) mehren, die dies befĂŒrworten:

    ‱ NORDKURIER

    Ein Fehlalarm hat die Anwohner eines Kernkraftwerks in Kanada in Schrecken versetzt. Millionen Menschen in der Provinz Ontario erhielten eine Warnmeldung ĂŒber einen „Vorfall“ im KKW Pickering nahe der Millionenstadt Toronto. In der Meldung hieß es, es sei keine RadioaktivitĂ€t freigesetzt worden, Schutzmaßnahmen seien nicht notwendig. Rund 40 Minuten spĂ€ter gab die Betreiberfirma Entwarnung. Es habe sich um einen „Fehler“ gehandelt, fĂŒr die Bevölkerung oder die Umwelt bestehe keine Gefahr. Der SPIEGEL berichtet:

    ‱ SPIEGEL

    Schwierigkeiten beim RĂŒckbau von Windkraftanlagen: Jede fĂŒnfte der 27.000 Anlagen steht in Niedersachsen zwischen Harz und Nordsee. Viele alte WindrĂ€der wĂŒrden laut NDR jetzt verschrottet, weil sie entweder technisch am Lebensende sind oder weil sie durch die EEG-Umlage nicht mehr gefördert werden. Betroffen davon seien vor allem alte WindrĂ€der, die vor 2000 errichtet wurden. Sie waren nachtrĂ€glich in die EEG-Förderung aufgenommen worden, die nach 20 Jahren auslĂ€uft, also fĂŒr diese Altanlagen Ende 2020. Einige Teile der Anlagen seien aber nur sehr schwer wiederzuverwerten. Selbst ausgezeichnete Recyclingbetriebe stehen bei den RotorblĂ€ttern vor einigen Herausforderungen. Insbesondere Kohlefasermatten, die in den Anlagen verbaut wurden, sorgen fĂŒr Probleme, da sie nicht entsorgt werden können:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 10.01.2020

    Zuerst wĂŒnschen wir Ihnen und den Ihren ein gutes neues Jahr mit viel Erfolg, GlĂŒck und Zufriedenheit.

    Wir starten in 2020 mit einer Presseschau voller interessanter Themen: Neben lokalen News aus KrĂŒmmel, BrunsbĂŒttel und dem Norden gibt es BeitrĂ€ge zu anderen Werken. Außerdem blicken wir auf den Status des RĂŒckbaus in Deutschland, kritisch auf die Energiewende und neugierig nach Frankreich, in die Schweiz und nach Litauen. Und zum Abschluss mit gleich mehreren BeitrĂ€gen in die Zukunft mit der heiß diskutierten Frage, ob es eine solche fĂŒr Kernkraft gebe.

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel befinden sich keine Kernbrennstoffe mehr.  „Das ist ein wichtiger Moment, der das Vorankommen beim Atomausstieg dokumentiert. Und es ist ein entscheidender Schritt zur Entsorgung der radioaktiven Stoffe aus dem Kernkraftwerk“, zitiert der Branchendienst IWR den schleswig-holsteinischen Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht. Mit dem nun durchgefĂŒhrten Abtransport von Kernbrennstoff ist der weit ĂŒberwiegende Teil der RadioaktivitĂ€t aus dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel entfernt. Es verbleiben lediglich schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle und Reststoffe, die in ein neu zu errichtendes Lager auf dem GelĂ€nde des AKW-KrĂŒmmel verbracht werden sollen:

    ‱ IWR

    Mit der Frage nach geeigneten Deponien zur Lagerung des beim RĂŒckbau der Kernkraftwerke in Norddeutschland, hier am Beispiel des KKW BrunsbĂŒttel, beschĂ€ftigt sich die SHZ. DerBeitrag gibt einen Überblick ĂŒber die gegenwĂ€rtig vorgesehenen Deponiestandorte und die jeweiligen Proteste dagegen. Nicht ĂŒberall rege sich allerdings massiver Widerstand, der bis zur Aufnahmeverweigerung fĂŒhren könne. „Die Akzeptanz und das Interesse der Öffentlichkeit ist standortspezifisch unterschiedlich“, teilte ein Sprecher des Ministeriums der SHZ demnach mit. So habe der Landkreis Emsland beispielsweise zugesagt, Bauschutt aus dem bereits 1979 abgeschalteten Meiler in Lingen auf der Deponie in Dörpen aufnehmen zu wollen. Protest dagegen erfolgte nicht (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Vom Protest gegen die beim RĂŒckbau des KKW Unterweser anfallenden AbfĂ€lle und deren Entsorgung berichtet die taz. Viele Anwohner und einige Kommunalpolitiker fĂŒrchten um ihre Gesundheit, sollte tatsĂ€chlich strahlender Bauschutt in ihrer Nachbarschaft gelagert werden. Außerdem verweisen sie in ihrem Protest auf die begrenzten FassungskapazitĂ€ten der Deponie. Auch die geĂŒbte Praxis des Freimessens von Bauschutt wird erneut in Frage gestellt:

    ‱ taz

    Zum Jahresbeginn ĂŒbernahm die bundeseigene BGZ (Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung) die BetriebsfĂŒhrung bei sechs deutschen Zwischenlagern fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle. Diese Hallen befinden sich an den Standorten Biblis (zwei Lager), Obrigheim, Unterweser, Stade und in WĂŒrgassen. Von dort berichtet das Westfalen-Blatt:

    ‱ WESTFALEN-BLATT

    Das letzte Kernkraftwerk in Deutschland soll Ende 2022 vom Netz gehen. Bislang waren 2019 hierzulande noch sieben Kernkraftwerke zur Stromproduktion in Betrieb. Eines davon, Block 2 des Kraftwerks Philippsburg in Baden-WĂŒrttemberg, wurde zum Jahresende endgĂŒltig abgeschaltet. Das Handelsblatt berichtet und gibt einen Ausblick auf den jetzt geplanten RĂŒckbau (Bezahlinhalt):

    ‱ HANDELSBLATT

    Mit den „AbsurditĂ€ten“ deutscher Energiepolitik befasst sich ein Meinungsbeitrag des Deutschlandfunk. Es sei „irrwitzig“, die erneuerbaren Energien mit der Brechstange voranzutreiben und dabei deren Akzeptanz zu riskieren, kommentiert der Verfasser. Auf der anderen Seite könne auch die Kernkraft keine Antwort sein. BegrĂŒndet wird dies primĂ€r mit der ungelösten Frage der Endlagerung und den aktuellen Problemen, Bauschutt vom RĂŒckbau stillgelegter Werke zu entsorgen. Die Option des Verzichts auf Energienutzung erfahre zu wenig Aufmerksamkeit:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK 

    Zehn Jahre nach der Abschaltung des umstrittenen Atomkraftwerks Ignalina in Litauen sind nach Regierungsangaben etwa 40 Prozent der RĂŒckbauarbeiten abgeschlossen. Litauen hatte das Kernkraftwerk sowjetischer Bauart – eine Anlage vom Bautyp des 1986 explodierten UnglĂŒcksreaktors in Tschernobyl – zum Jahreswechsel 2009 endgĂŒltig vom Netz genommen. Vilnius erfĂŒllte damit eine Bedingung fĂŒr die Aufnahme des Landes in die EU. Der erste Reaktorblock wurde 2004 abgeschaltet, Ende 2009 folgte der zweite. Focus berichtet:

    ‱ FOCUS

    In MĂŒhleberg bei Bern beginnt der Abbruch des kĂŒrzlich abgeschalteten Atomkraftwerks. Bis wieder Gras ĂŒber das GelĂ€nde gewachsen ist, dauert es aber noch sehr lange. Rund zwei Wochen nach der endgĂŒltigen Abschaltung des Schweizer KKW MĂŒhleberg hat die Betreiberin BKW die RĂŒckbau- und Entsorgungsarbeiten gestartet. Sie dauern insgesamt 15 Jahre. Der anspruchsvolle RĂŒckbau finde in mehreren Etappen statt – von innen nach außen, wie die BKW die Stilllegung auf ihrer Website beschreibe. Das Portal Bluewin hat die Details:

    ‱ BLUEWIN

    Aus Frankreich berichtet der SPIEGEL. Eigentlich habe die französische Atomindustrie aus Kosten- und SicherheitserwĂ€gungen keine Zukunft mehr gehabt. Doch jetzt wolle Paris neue Kernkraftwerke in Auftrag geben und provoziere so Streit mit dem EU-Partner Deutschland. GrĂŒnde dafĂŒr lĂ€gen laut SPIEGEL in der staatlichen Versorgungspflicht, die in Frankreich anders als in anderen LĂ€ndern gelte, der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Industrie fĂŒr das Land und der Dominanz des Versorgers EDF:

    ‱ SPIEGEL

    Nachdem zum Jahreswechsel das Kernkraftwerk Philippsburg 2 nahe Karlsruhe vom Netz gegangen ist (siehe oben), laufen in Deutschland nur noch sechs Meiler, die aber allesamt bis Ende 2022 auch stillgelegt werden sollen. Gleichzeitig entspinnt sich derzeit eine intensive Debatte, ob Kernkraft zur BewĂ€ltigung der Klimakrise nicht doch fĂŒr die nĂ€chsten Jahrzehnte unverzichtbar bleiben werde. Die Argumente beider Seiten fasst der Tagesspiegel in einem Beitrag zusammen:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Auch das Magazin Capital befasst sich mit der Frage nach der Zukunft der Kernkraft und bietet einen Überblick ĂŒber die LĂ€nder, die noch am stĂ€rksten auf die Kernenergie setzen. Die Effekte des Imagewandels der Kernkraft, so das Blatt, zeigten sich bereits. 2018 wurde demnach weltweit 2,4 Prozent mehr Energie aus Kernkraft produziert als im Vorjahr, wie der britische Erdölkonzern BP in seiner Bilanz „Statistical Review of World Energy 2019“ berichtet. Das sei der stĂ€rkste Zuwachs seit 2010 gewesen. Ebenfalls auf den höchsten Stand seit 2010 stieg die Gesamtmenge der produzierten Atomenergie. Weltweit wurden laut BP 2701,4 Terawattstunden (Tera = Billion) generiert. Das Allzeithoch lag den Angaben zufolge bei 2803,6 Terawattstunden im Jahr 2006. Fast Dreiviertel der 2018 produzierten Atomkraft entfielen auf die OECD. Allein Europa und Nordamerika steuerten jeweils rund ein Drittel zur weltweiten Bilanz bei:

    ‱ CAPITAL

  • Presseschau vom 20.12.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur letzten Ausgabe der Presseschau in 2019. Wir schließen das Pressejahr mit einem hörbaren Crescendo ab: Es hĂ€ufen sich die BeitrĂ€ge zu einer möglichen Renaissance der Kernkraft, aktuell insbesondere in Zusammenhang mit dem gerade beendeten EU-Gipfel. Abgerundet wird dieses Schwerpunktthema durch BeitrĂ€ge zu KrĂŒmmel und Unterweser, Neues von der BGZ, einer interessanten Diskussion ĂŒber den Denkmalcharakter von KKWs in der Schweiz und dem Ende des Reaktorbetriebs in Berlin.

    Das Kernkraftwerk KrĂŒmmel ist jetzt frei von radioaktivem Kernbrennstoff. In der vergangenen Woche wurde der letzte radioaktive Kernbrennstoff aus der Anlage geholt. Nun warte man laut eines Beitrags der LĂŒbecker Nachrichten auf die anstehende Genehmigung zum RĂŒckbau, um mit den weiteren Arbeiten beginnen zu können (Bezahlinhalt):

    ‱ LN ONLINE

    Der Stromkonzern PreussenElektra hat laut SĂŒddeutscher Zeitung dem niedersĂ€chsischen Umwelt- und Energieministerium im Zusammenhang mit dem RĂŒckbau des KKW Unterweser ein ĂŒberarbeitetes Gutachten ĂŒbergeben. In dem 68 Seiten umfassenden Einzelnachweis gehe es nach Angaben des Unternehmens um die strahlenschutzrechtliche Eignung der Deponie Brake-KĂ€seburg fĂŒr freigegebene AbfĂ€lle aus dem RĂŒckbau. Die Kraftwerksleitung hatte Anfang November klar gemacht, dass sie die Deponie fĂŒr geeignet halte und bislang kein „K.O.-Kriterium“ gefunden worden sei. Aus Sicht des Unternehmens könne der Prozess im ersten Quartal 2020 entscheidungsreif sein. Allerdings sei dies Sache des Ministeriums. Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks lĂ€uft seit 2018 und wird insgesamt ĂŒber eineinhalb Jahrzehnte dauern:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der SPIEGEL beschĂ€ftigt sich wie aktuell viele weitere Medien mit der Frage, ob der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland ein Fehler gewesen sei. Deutschland mĂŒsse CO2 einsparen, Kernkraftwerke könnten dabei helfen. Die ersten Politiker forderten nun, zumindest die Laufzeiten zu verlĂ€ngern, so das Magazin (Bezahlinhalt):

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Auch das Handelsblatt beschĂ€ftigt sich mit der gleichen Fragestellung, kommt dabei aber zu einem eher ablehnenden Ergebnis: Zum einen sei die immer noch ungelöste Endlagerfrage zu berĂŒcksichtigen, zum anderen werde der Betrieb von KKWs wirtschaftlich nicht darstellbar sein, so das Blatt. Es könne zwar energiewirtschaftlich sinnvoll sein, einen oder zwei Reaktoren fĂŒr einen sehr begrenzten Zeitraum lĂ€nger laufen zu lassen. Politisch durchsetzbar sei das jedoch nicht. Man solle deshalb solche Überlegungen, mögen sie noch so vernĂŒnftig erscheinen, „getrost vergessen“:

    ‱ HANDELSBLATT

    Der Streit ĂŒber die Förderung von Kernkraft beim Klimaschutz hat auch den Beginn des EU-Gipfels ĂŒberschattet. Tschechien forderte laut der WELT vor der offiziellen Festlegung auf ein „klimaneutrales“ Europa bis 2050 die Kernkraft als grĂŒnen Strom anzuerkennen. Das sehen Luxemburg, Österreich und auch Deutschland jedoch kritisch:

    ‱ WELT

    Auch der WDR widmet sich in der Nachbetrachtung des EU-Gipfels dem Thema. Beim Treffen in BrĂŒssel haben die Regierungschefs vereinbart, die EuropĂ€ische Union bis 2050 klimaneutral zu machen. Das dĂŒrfte zwar KlimaschĂŒtzer erfreuen, so der WDR, aber Kernkraftgegnern große Sorgen bereiten, besonders in Nordrhein-Westfalen. Der gemeinsame Weg zur KlimaneutralitĂ€t sei nĂ€mlich noch lĂ€ngst nicht klar. In der ErklĂ€rung des EuropĂ€ischen Rates heiße es explizit: „Einige Mitgliedstaaten haben erklĂ€rt, dass sie als Teil ihres nationalen Energiemixes Kernenergie nutzen.“ Entscheidend werde nun sein, ob die EuropĂ€ische Union der Kernkraft in den kommenden Monaten den „grĂŒnen Stempel“ aufdrĂŒcke und die Atomkraft sogar finanziell fördere. Das Geld könnte aus dem „Just Transitions Fonds“ stammen, den die EU-Kommission laut ihres Klimaplans „Green Deal“ einrichten will.

    ‱ WDR

    Nach den Zwischenlagern fĂŒr CastorbehĂ€lter mit hochradioaktivem AtommĂŒll ĂŒbernimmt die bundeseigene Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) auch die Verantwortung fĂŒr die Lager mit schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€llen. Zum 1. Januar 2020 gehe laut epd die BetriebsfĂŒhrung von zunĂ€chst sechs Zwischenlagern von den Kernkraftwerksbetreibern auf die BGZ ĂŒber, sagte ein Sprecher der Gesellschaft in Essen. Es handele sich um Lager an den KKW-Standorten Biblis in Hessen (zwei Lager), Stade und Unterweser in Niedersachsen, Obrigheim in Baden-WĂŒrttemberg sowie WĂŒrgassen in Nordrhein-Westfalen:

    ‱ EVANGELISCH.DE

    WĂ€hrend in Deutschland der RĂŒckbau der KKW zur „grĂŒnen Wiese“ das erklĂ€rte Ziel ist, macht man sich in der Schweiz Gedanken darĂŒber, ob stillgelegte KKW dauerhafte Bedeutung als DenkmĂ€ler einer Epoche haben könnten. Mit zunehmender zeitlicher Distanz dĂŒrfe es laut SRF auch eine NeueinschĂ€tzung der Kernkraftwerke als Baudenkmal geben. Dies sei keine rein architekturhistorische Diskussion, denn ein KKW sei ein ideell und emotional aufgeladenes Symbol fĂŒr das Thema Kernkraft, das ĂŒber Jahrzehnte auch die Schweizer Gesellschaft spaltete. Vielleicht, so der Sender, passe hier der Begriff des „unbequemen Denkmals“:

    ‱ SRF

    Am 11. Dezember, Punkt 14 Uhr, lĂ€utet Berlin das Ende seines Kernkraftzeitalters ein. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums haben ihren Forschungsreaktor in Wannsee endgĂŒltig abgeschaltet. Uranspaltung wird es in der Hauptstadt damit nicht mehr geben. Mit einem Knopfdruck sei das Stilllegen aber nicht getan. Allein der RĂŒckbau in Wannsee wird mehr als ein Jahrzehnt dauern. Die geschĂ€tzten Kosten liegen bisher bei 240 Millionen Euro. Den Löwenanteil trage der Bund:

    ‱ BERLINER MORGENPOST

  • Presseschau vom 06.12.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal ausschließlich mit BeitrĂ€gen, die sich alle unmittelbar mit RĂŒckbau in Deutschland beschĂ€ftigen – viele sogar mit Fokus auf Norddeutschland.

     

    Seit August sind Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Erlangen mit dem Zerkleinern der Einbauten des Reaktors im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel beschĂ€ftigt. Das Werk wird von innen nach außen und von oben nach unten zersĂ€gt und zerschnitten. „Vom Gesamtprojekt sind wir am Anfang. Das sind die ersten wesentlichen Schritte des Abbaus. Es ist komplex, da wir unter Wasser arbeiten und ein hohes Maß an Vorsicht geboten ist. Denn die Stahlteile, die wir hier auseinanderschneiden, sind aktiviert – also radioaktiv“, zitiert der NDR Werksleiter Markus Willicks in einem ausfĂŒhrlichen Beitrag, zu dem neben einer Fotogalerie auch ein Videobeitrag gehört:

    ‱ NDR.DE

     

    Auch die Hamburger Morgenpost beschĂ€ftigt sich mit dem Abbau „von innen nach außen“ in BrunsbĂŒttel.  „Erst mit dem Abriss der GebĂ€ude werden signifikante Änderungen an der Anlage auch von außen sichtbar werden“, sagte der Leiter der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht, Jan Backmann, dem Blatt zufolge. Wann genau dies der Fall sein werde, ließe sich derzeit noch nicht seriös prognostizieren. Das zustĂ€ndige Umweltministerium rechne mit einer Dauer von 15 Jahren fĂŒr den RĂŒckbau der Anlage:

    ‱ MOPO.DE

     

    Grund zur Freude im KKW KrĂŒmmel: 27 Jahre lang ist das Kernkraftwerk in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) am Netz gewesen. Seitdem produzierte KrĂŒmmel keinen Strom mehr. Stillstand herrscht trotzdem nicht: Von ursprĂŒnglich 2.000 Menschen arbeiten noch 200 dort, rund um die Uhr – auch, um den RĂŒckbau des Kernkraftwerks vorzubereiten. Am Dienstag seien die Mitarbeiter einen entscheidenden Schritt weitergekommen, so der NDR in seinem Bericht, der auch einen Fernsehbeitrag umfasst. Sie begannen damit, die letzten 154 BrennstĂ€be in einen Castor zu verladen:

    ‱ NDR.DE

     

    An einem der sechs Notstromdiesel im dauerhaft abgeschalteten Kernkraftwerk KrĂŒmmel in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist laut des Regionalteils von t-online eine Dichtungsleckage aufgetreten. Die Panne habe sich wĂ€hrend eines Probelaufs ereignet, teilte eine Sprecherin mit. Die Leckage sei im Bereich des KĂŒhlwasserrĂŒcklaufs der ZylinderkopfkĂŒhlung entstanden. Mitarbeiter hĂ€tten die Leckage festgestellt und den Probelauf unterbrochen. Die Ursachenanalyse sei noch nicht abgeschlossen. Betreiber Vattenfall informierte nach eigenen Angaben die Atomaufsicht in Kiel fristgerecht ĂŒber die Leckage. Es habe sich um ein meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) gehandelt. Das Ereignis liege unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken:

    ‱ T-ONLINE.DE

     

    Über den Stand des RĂŒckbaus aller drei norddeutschen KKW BrunsbĂŒttel, Brokdorf und KrĂŒmmel berichtet der NDR in einem Fernsehbeitrag. BrunsbĂŒttel lĂ€ge hierbei vorn, so der Sender. Auch in Brokdorf, obwohl noch aktiv, sei der RĂŒckbau bereits geplant und beantragt:

    ‱ NDR.DE

     

    Die Kreiszeitung berichtet aus Stade: Der RĂŒckbau des 2003 abgeschalteten Atomkraftwerks Stade befinde sich nach Mitteilung des Betreibers „PreussenElektra“ in der vorletzten Phase. Der 1972 in Betrieb genommene Atommeiler war das erste Kernkraftwerk, das nach dem von der damaligen rot-grĂŒnen Bundesregierung verkĂŒndeten Atomausstieg vom Netz genommen wurde. Seitdem ist „PreussenElektra“ dabei, die einzelnen Anlagenteile abzubauen und zu entsorgen:

    ‱ KREISZEITUNG-WOCHENBLATT.DE

     

    Von Verzögerungen berichtet hingegen die MOZ aus Rheinsberg. Der Plan, dass ReaktorgebĂ€ude und Turbinenhaus des ehemaligen Rheinsberger Kernkraftwerks bis 2025 verschwinden, ließe sich nicht mehr aufrechterhalten. Das jĂŒngste Konzept fĂŒr den RĂŒckbau aus dem Jahr 2016 sah vor, dass in der finalen Phase das ReaktorgebĂ€ude durch StahltrĂ€ger gestĂŒtzt wird, wenn es entkernt wird. Womöglich ist aber noch viel mehr Aufwand nötig. Bei einer Revision werde nun ĂŒberprĂŒft, welche weiteren Schritte notwendig sind. Schon frĂŒher musste fĂŒr den RĂŒckbau eines Betondepots eine kleinere Halle errichtet werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass beim Abriss belasteter Staub freigesetzt wird. Die Schwierigkeit beim RĂŒckbau sei, dass stets geprĂŒft werden muss, wie tief Strahlung in die Bausubstanz eingedrungen ist. Erst dann entscheidet sich, wie die jeweilige Stelle demontiert wird und der Schutt entsorgt werden muss:

    ‱ MOZ.DE

     

    Grafenrheinfeld auf dem Weg zur Brennstofffreiheit: Aktuell seien laut Main-Zeitung die letzten verbliebenen, noch nicht zwischengelagerten Brennelemente innerhalb des ReaktorgebĂ€udes untergebracht. Sie liegen im wassergefĂŒllten Abklingbecken. 179 sind es, jedes Element enthĂ€lt jeweils 236 hochradioaktive BrennstĂ€be – das alles soll aus dem GebĂ€ude verbracht werden. Der Zeitplan der fĂŒr den RĂŒckbau zustĂ€ndigen Eon-Tochter Preussen Elektra sieht vor, von Februar bis Mai 2020 zehn Castoren (SicherheitsbehĂ€lter fĂŒr hochradioaktiven MĂŒll) mit den Brennelementen zu beladen und im Zwischenlager auf dem KraftwerksgelĂ€nde abzustellen. Das Zwischenlager betreibt die Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ), es ist in staatlicher Hand, hier wechselt die Verantwortlichkeit von der RĂŒckbaugesellschaft auf den Staat:

    ‱ MAINPOST.DE

     

  • Presseschau vom 22.11.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben lokalen Berichten zu RĂŒckbauprojekten ist u.a. der Beitrag von Statista zum europĂ€ischen Volumen des kerntechnischen Abfall inkl. RĂŒckbau sehr interessant, es wird auch auf EU-Ebene gestritten, ob eine Renaissance der Kernkraft förderungswĂŒrdig sei, und zum Schluss kommen zwei Dinosaurier der Anti-AKW-Bewegung zu Wort.

    Von der Informationsveranstaltung des KKW BrunsbĂŒttel „Energiewende konkret“ berichtet die SHZ. U.a. angesichts langer Genehmigungsverfahren werde der RĂŒckbau des Werks wohl lĂ€nger dauern als ursprĂŒnglich geplant, dazu trĂ€ten zeitintensive Bauvorhaben wie das lokale Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle (kurz: LasmA) und die weiter offene Endlagerfrage. Beeindruckt zeigt sich das Blatt vom anspruchsvoll geplanten Zerlegungsprozess der Kraftwerksteile, bei dem die Lagerung der belasteten Metalle so raumeffizient wie möglich geplant werde:

    ‱ SHZ

    Auf Einladung des Kernkraftwerksbetreibers Preussen-Elektra kam zum ersten Mal die Brokdorfer Dialoggruppe „BroDiaG“ im Informationszentrum des Kernkraftwerks Brokdorf zusammen. Ziel dieser Initiative sei es laut SHZ, dauerhaft ein Forum zu schaffen, in dem kontinuierlich ĂŒber die Stilllegung, den Nachbetrieb und den RĂŒckbau der Anlage informiert werde und in dem Fragen und Anliegen aus der Region behandelt werden könnten:

    ‱ SHZ

    In Philippsburg wurde von der zustĂ€ndigen Informationskommission zum Stand des RĂŒckbaus des dortigen KKW berichtet. Wie der Landkreis Karlsruhe ĂŒber das lokale Nachrichtenportal HĂŒgelhelden mitteilt, sei die Veranstaltung besonders gut besucht worden. Neben dem RĂŒckbau und der Lagerthematik wurde insbesondere ĂŒber eine erstmals stattgefundene NotfallĂŒbung diskutiert, die erfolgreich verlaufen sei:

    ‱ HUEGELHELDEN.DE

    In Berlin trafen sich laut einer Pressemeldung, die der Branchendienst Solarify veröffentlichte, im Umweltministerium Experten aus mehr als 20 LĂ€ndern, um ĂŒber die regulatorischen Aspekte des RĂŒckbaus von Atomkraftwerken zu diskutieren. Der Workshop fand im Rahmen der Western European Nuclear Regulators Association (WENRA) statt, die dieses Jahr ihr 20-jĂ€hriges Bestehen feiert. WENRA verstehe sich als unabhĂ€ngiges europĂ€isches Netzwerk von Leitern atomrechtlicher Aufsichtsbehörden. Das Netzwerk setzt sich fĂŒr höchstmögliche Standards der kerntechnischen Sicherheit in Europa ein. Der Workshop diente vor allem dem Erfahrungsaustausch. Daneben solle diskutiert werden, wie die Vorgehensweisen beim RĂŒckbau in Europa harmonisiert werden könnten:

    ‱ SOLARIFY

    Der Statistik-Dienst Statista veröffentlicht Zahlen zum Volumen der Mengen von Abfall aus kerntechnischer Nutzung. Auf 6,6 Millionen Kubikmeter schĂ€tze demnach der World Nuclear Waste Report die Menge des atomaren Abfalls, den alle europĂ€ischen Kraftwerke (ohne Russland und die Slowakei) bis zum Ende ihrer Lebensdauer (inkl. RĂŒckbau) verursachen wĂŒrden. Zwei Drittel seien AbfĂ€lle aus dem laufenden Betrieb von Kernkraftwerken wie verstrahlte AusrĂŒstung oder Kleidung. Die stĂ€rker strahlenden abgebrannten Brennelemente seien fĂŒr 13 Prozent der Gesamtmenge verantwortlich. Weitere 21 Prozent der AbfĂ€lle stammen aus dem RĂŒckbau von Kernkraftwerken. Deutschland werde zur Gesamtmenge 545.000 Kubikmeter beitragen. Spitzenreiter seien hier die Franzosen mit fast zwei Millionen Kubikmetern vor Briten und Ukrainern:

    ‱ STATISTA

    Kernkraft wird vor dem Hintergrund des sich anbahnenden dramatischen Klimawandels vielfach als Alternative zur Nutzung fossiler Brennstoffe genannt. Deutschlandfunk Nova beschĂ€ftigt sich mit dem Thema und lĂ€sst einen ARD-Energieexperten zu Wort kommen, der sich gegen Kernkraft als alternative Energiequelle ausspricht. Die Kosten fĂŒr Bau und Betrieb neuer Werke seien zu hoch, ungelöst sei zudem die Endlagerfrage. Auf die aktuell diskutierten neuen technologischen AnsĂ€tze fĂŒr KKW geht er allerdings nicht ein:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK NOVA

    Ähnliche Überlegungen beschĂ€ftigen die WELT in ihrem Beitrag ĂŒber die AktivitĂ€ten der EU, die definieren möchte, welche wirtschaftlichen AktivitĂ€ten klimafreundlich und damit zuschussberechtigt seien. Ob Kernkraft hier dazugehöre, sei unter den EU-Mitgliedsstaaten hoch umstritten, insbesondere Frankreich sprĂ€che sich jedoch fĂŒr eine Aufnahme aus:

    ‱ WELT

    Ignalina in Litauen sollte einst das grĂ¶ĂŸte Kernkraftwerk der Sowjetunion werden. Eine ganze Stadt wurde dafĂŒr aus dem Boden gestampft, das heutige Visaginas. Vor zehn Jahren ging das KKW vom Netz. FĂŒr die Region bedeutet dies eine ungewisse Zukunft. Der Deutschlandfunk widmet sich dem Thema in einer ausfĂŒhrlichen Reportage:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Antje Kröger-Voss und Dieter Kröger haben sich durch ihren jahrelangen Kampf in der Anti-Atom-Bewegung einen Namen gemacht. Im Interview mit der taz berichtet das Paar ĂŒber die Historie der Protestbewegung und der Kernkraft in Deutschland seit den frĂŒhen 80er Jahren:

    ‱ TAZ

     

  • Presseschau vom 08.11.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal ausschließlich mit innerdeutschen Themen, die eine große thematische Vielfalt umfassen: Reststromverfahren, RĂŒckbau konkret und allgemein, Deponiethematik, Proteste, Ansiedlung von auf RĂŒckbau spezialisierten Unternehmen, ein Portrait eines Anti-KKW-Veterans und zuletzt ein Leistungsvergleich von Kraftwerken bilden einen bunten Strauß an Lesestoff.

    In den vergangenen zwölf Monaten hat sich einiges getan im Inneren des KKW BrunsbĂŒttel an der Elbe: Nachdem im Dezember 2018 das Kieler Energiewendeministerium die sogenannte Stilllegungs- und Abbaugenehmigung erteilt hatte, konnte mit dem Abbau begonnen werden. Vom Stand der Dinge berichteten Vertreter des Betreibers im Rahmen der regelmĂ€ĂŸigen Informationsveranstaltung „Energiewende konkret“, die erneut im BrunsbĂŒtteler Elbeforum stattfand. Ein ganz wichtiger Schritt sei die Entkopplung des ReaktordruckbehĂ€lters (RDB), so Kraftwerksleiter Markus Willicks. Nun könne dessen Zerlegung beginnen. In dem Verfahren kommt bei kontaminierten Bauteilen ein Roboter zum Einsatz, der unter Wasser arbeite, wie der zustĂ€ndige Projektleiter Dr. Michael Hinderks erlĂ€uterte. Erst wenn der RDB sozusagen leer sei, werde auch der BehĂ€lter zerlegt und einlagerungsfĂ€hig in sogenannte Konrad-Container verpackt. Boyens Medien berichten ausfĂŒhrlich:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Die Kraftwerksbetreiber Vattenfall und Eon seien sich bei der Übertragung von Reststrommengen aus dem gemeinsamen Kernkraftwerk KrĂŒmmel immer noch uneinig und wollen erneut vor Gericht verhandeln, teilten sie gegenĂŒber dem Energie-Informationsdienst Montel mit. Man habe das Oberlandesgericht Hamburg um eine FortfĂŒhrung des Verfahrens gebeten. Das Gericht hatte die beiden Parteien im August aufgefordert, sich außergerichtlich zu einigen. Gegenstand des seit Jahresbeginn andauernden Prozesses sind ungenutzte Reststrommengen von zusammen 88 TWh aus dem stillgelegten Kernkraftwerk KrĂŒmmel, das zu jeweils 50% Vattenfall und Eon gehört. Eon-Tochter Preussen Elektra argumentiert, dass ihr 50% der Mengen unentgeltlich zustehen wĂŒrden. Vattenfall hingegen ist bereit, die Mengen gegen eine Zahlung abzugeben:

    ‱ MONTEL 

    Den RĂŒckbau des KKW Unterweser begleitet die NWZ Online mit einer Reportage. Seit dem 21. Februar 2019 sei das Werk brennstofffrei. Die Brennelemente lagern in 40 CastorbehĂ€ltern mit je neun Elementen in einem getrennten und gesicherten NebengebĂ€ude, das der Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) untersteht. Im FrĂŒhjahr 2020 sollen die Unterwasser-Arbeiten an den Einbauten des ReaktordruckbehĂ€lters beginnen. 2032 soll der sogenannte nukleare RĂŒckbau beendet, also der besonders geschĂŒtzte Kontrollbereich abgebaut sein. Mehr als 300 Personen seien gegenwĂ€rtig unmittelbar mit dem RĂŒckbau beschĂ€ftigt:

    ‱ NWZ ONLINE

    Auch die WELT berichtet in einem Ă€hnlich ausfĂŒhrlichen Beitrag ĂŒber den RĂŒckbau des niedersĂ€chsischen KKW:

    ‱ WELT

    Anders als geplant hat die Deponierung von Bauschutt aus dem RĂŒckbau des KKW Neckarwestheim auf Deponien im Landkreis Ludwigsburg noch nicht begonnen. Die Entscheidung fĂŒr die LagerflĂ€chen hatte zuvor zu heftigen Diskussionen gefĂŒhrt. Hintergrund der Verzögerung sei laut Stuttgarter Zeitung offenbar, dass der Energiekonzern EnBW mit dem Abriss und der Entsorgung des Meilers nicht so schnell vorankomme wie geplant. Da das Abbruchmaterial, das in Fachkreisen als „frei gemessen“ und damit als unbedenklicher Abfall gilt, nicht in kleinen Chargen, sondern in einem großen Transport ankommen soll, verzögere sich die Einlagerung noch weiter:

    ‱ STUTTGARTER ZEITUNG

    Unter dem Motto „Atom und Kohle die Rote Karte zeigen“ haben nach Veranstalterangaben rund 350 Aktivisten in Lingen die sofortige Stilllegung des dortigen Kernkraftwerks gefordert. Zur Mittagszeit starteten die Demonstranten mit einer Kundgebung am Bahnhof. RedebeitrĂ€ge gab es unter anderen von Aktivisten aus Belgien, Aachen und von verschiedenen Gruppen aus Lingen, wie deren Sprecher laut eines Berichts der NWZ Online sagte:

    ‱ NWZ ONLINE

    Vom  „komplexesten und teuersten Verschrottungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik“ spricht die SĂŒddeutsche Zeitung in einer Bestandsaufnahme des RĂŒckbaus der deutschen KKW. Der Beitrag schildert nicht nur den Aufwand und die Bedenken, denen die RĂŒckbauprojekte begegnen, sondern blickt auch auf schon vor geraumer Zeit vollstĂ€ndig abgeschlossene RĂŒckbauprojekte: Mit dem Kernkraftwerk Niederaichbach in Niederbayern sei in den Neunzigerjahren europaweit zum ersten Mal ein Reaktor bis zur grĂŒnen Wiese zurĂŒckgebaut worden. Auch am Main, wo mit dem AKW Kahl einst das erste kommerzielle Kernkraftwerk stand, sei „seit 2010 wieder ein Acker“:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Ein ehemaliges Weingut wird neuer Sitz eines auf den RĂŒckbau von kerntechnischen Anlagen spezialisierten Unternehmens im baden-wĂŒrttembergischen Jöhlingen. Dies habe laut eines Berichts der BNN im Ort Unruhe verursacht. Auf die Frage, ob Jöhlingen durch das neuangesiedelte Unternehmen nun „stĂ€rker strahle als zuvor“, erlĂ€utert dessen GeschĂ€ftsfĂŒhrer: „Diese Frage bekommen wir immer wieder gestellt, die Vorstellungen der Menschen hier sind unglaublich kreativ. Aber nein, die gelben FĂ€sser, die wir zu Testzwecken haben, sind unbelastet, sauber und leer. Weder lagern noch verarbeiten wir nukleare AbfĂ€lle in unserer Firma“. In Deutschland, wo die strengsten Strahlenschutz-Auflagen gelten, sei es ĂŒberhaupt nicht möglich, „auch nur ein kontaminiertes MolekĂŒl unerkannt aus den hochĂŒberwachten Sicherheitsbereichen heraus zu bekommen, auch nicht im RĂŒckbau“:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Trotz des Ausstiegs aus der Kernenergie wird auch in Deutschland weiter an Reaktortechnik geforscht. Deutsche Wissenschaftler hÀtten nun in Berlin den Dual Fluid Reaktor entwickelt. Reaktoren dieses Typs versprÀchen laut Deutschlandfunk sichere Kernenergie ohne langlebige, radioaktive AbfÀlle:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Einen Veteranen der Anti-KKW-Bewegung portraitiert das christliche Magazin Evangelisch. Seit ĂŒber 30 Jahren organisiere Hans-GĂŒnter Werner die Mahnwache vor dem Kernkraftwerk in Brokdorf. Im November werde hier zum 400. Mal gegen das KKW demonstriert. FrĂŒher seien sie „wie Terroristen“ behandelt worden, sagt der ehemalige Wedeler Pastor dem Blatt zufolge. Heute sei es ein Miteinander, die Polizei komme schon lange nicht mehr:

    ‱ EVANGELISCH

    Einen praktischen Vergleich der Leistungen verschiedener Energieerzeuger, darunter auch Kernkraftwerke, bietet der NDR an. Der Beitrag verdeutlicht die großen Unterschiede in den KapazitĂ€ten der jeweiligen Anlagen:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 25.10.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben einigen BeitrĂ€gen aus Deutschland ist der Fokus dieser Woche auf das Ausland gerichtet: Frankreich wolle nicht nur bereits bestehende Reaktoren lĂ€nger als geplant in Betrieb halten, sondern die Kernkraft in den kommenden Jahren ausbauen. Auch in Tschechien ist man der Auffassung, ohne Kernkraft den Ausstieg aus der Kohle nicht bewĂ€ltigen zu können. In der Schweiz ist man irritiert ĂŒber Aussagen einer deutschen StaatssekretĂ€rin, wĂ€hrend in den USA ĂŒber die Kernkraftwerke der 4. Generation nachgedacht wird.

    Beim seit 2018 laufenden RĂŒckbau des Kernkraftwerkes Unterweser sei laut SN Online weiter unklar, wohin der Bauschutt gebracht werden kann. Eine Entscheidung ĂŒber die strahlenschutzrechtliche Eignung der knapp 20 Kilometer entfernten Deponie Brake-KĂ€seburg im Kreis Wesermarsch sei noch nicht in Sicht. Die PrĂŒfung sei noch nicht abgeschlossen, sagte dem Blatt zufolge eine Sprecherin des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums. Derzeit werde ein Gutachten ĂŒberarbeitet, das dann vom Betreiber PreussenElektra zur erneuten PrĂŒfung eingereicht werde:

    ‱ SCHAUMBURGER NACHRICHTEN ONLINE

    Kraftwerksbetreiber RWE Nuclear baut derzeit an drei Standorten ehemalige Kernkraftwerke zurĂŒck, dazu zĂ€hlt unter anderem das 1985 außer Betrieb genommene Kernkraftwerk in Lingen. Jetzt habe laut NOZ RWE Nuclear die AuftrĂ€ge fĂŒr die nĂ€chsten Großprojekte an den drei Standorten vergeben. Dem Unternehmen zufolge werden derzeit die Dampferzeuger der Standorte Lingen, Biblis und MĂŒlheim-KĂ€rlich abgebaut. Im Anschluss daran solle der RĂŒckbau der Anlagen mit dem jeweiligen HerzstĂŒck der Anlage, dem ReaktordruckbehĂ€lter (RDB) und seinen Einbauten fortgesetzt, heiße es in der Pressemitteilung:

    ‱ LINGENER TAGESPOST

    UmweltverbĂ€nde und BĂŒrgerinitiativen haben laut eines Beitrags der NWZ Online eine Großdemonstration gegen die Kraftwerksanlagen des KKW in Lingen angekĂŒndigt. Sie solle am 26. Oktober am Lingener Bahnhof beginnen, teilte das BĂŒndnis „AtomkraftgegnerInnen im Emsland“ mit. Der Aufruf werde von mehreren Dutzend Organisationen aus ganz Deutschland unterstĂŒtzt. In Lingen betreibt der Energiekonzern RWE ein Kernkraftwerk, außerdem ist dort die einzige deutsche nukleare Brennelementfabrik ansĂ€ssig. Im Sommer seien wĂ€hrend der Revisionsarbeiten im AKW gefĂ€hrliche Risse im Verdampfersystem entdeckt worden, bemĂ€ngelt das BĂŒndnis. Die Rohre seien zwar verschlossen, es seien aber nicht alle Rohre untersucht worden, so die Initiatoren:

    ‱ NWZ ONLINE

    Der RĂŒckbau des 2011 abgeschalteten Meilers in Philippsburg ist zwar bereits seit 2017 in vollem Gange, jetzt soll es laut Bruchsaler Zeitung aber ans „Eingemachte“ gehen: an das Abklingbecken oberhalb des ReaktordruckbehĂ€lters, an das biologische Schild, das den Reaktorkern umgibt, weitere Betonteile sowie den Reaktorkern. Dach und WĂ€nde sollen vorerst nicht angetastet werden, betonte ein Manager des Betreibers EnBW. Bedenken werden von Seiten verschiedener UmweltverbĂ€nde geĂ€ußert. Dabei gehe es um zwei Kernpunkte: Zum einen wird befĂŒrchtet, dass kontaminierter Staub beim Zerlegen entsteht und nicht aufgefangen werden kann, zum anderen geht es um Messmethoden und Grenzwerte beim Zerlegen und sogenannten „Freimessen“ des Schrotts, der einmal ein Kernkraftwerk war:

    ‱ BRUCHSALER RUNDSCHAU

    Das seit 1986 am Netz befindliche französische Kernkraftwerk Cattenom soll auch die nĂ€chsten Jahre Strom produzieren. Das gehe laut eines Artikels der SaarbrĂŒcker Zeitung aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (GrĂŒne) hervor. Betreiber EdF wolle beantragen, die Laufzeiten fĂŒr 50 AKW in Frankreich zu verlĂ€ngern:

    ‱ SAARBRUECKER ZEITUNG

    Frankreich richtet sich auch laut eines Berichts der Zeitung fĂŒr kommunale Wirtschaft nach EinschĂ€tzung des Energiekonzerns EDF auf den Bau neuer Kernkraftwerke ein. Eine Entscheidung darĂŒber mĂŒsse von der Politik getroffen werden, werde Konzernchef Jean-Bernard LĂ©vy in der Tageszeitung „Le Monde“ zitiert. Laut des Blatts bat die französische Mitte-Regierung den Konzern offiziell, die Machbarkeit von sechs Reaktoren vom Typ EPR (EuropĂ€ischer Druckwasserreaktor) im Land zu untersuchen. „Es ist deutlich, dass sich Frankreich darauf vorbereitet, neue Atomkraftwerke zu errichten“, sagte LĂ©vy demnach. „Man hat mich gebeten, eine Entscheidung fĂŒr Mitte 2021 vorzubereiten.“

    ‱ ZEITUNG FÜR KOMMUNALE WIRTSCHAFT

    Tschechien will laut der österreichischen Kleine Zeitung nach dem KKW-Neubau in Dukovany auch das umstrittene bestehende Kernkraftwerk Temelin ausbauen. Dies sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek dem Nachrichtenserver iDnes.cz zufolge. „Im Zeitraum von fĂŒnf Jahren erwartet uns eine neue Diskussion ĂŒber den Atomausbau. Ich bin mir fast sicher, dass wir einen Ausbau Temelins nicht vermeiden können.“ Als „völlig unrealistisch“ bezeichnete er die Idee, die Kohle kĂŒnftig durch erneuerbare Quelle und Gas zu ersetzen, „falls man nicht finanziell ausbluten will“. „Und auch wenn wir das wollten, könnte man das höchstwahrscheinlich nicht meistern. FĂŒr Windkraft haben nicht geografischen Bedingungen und fĂŒr Solarenergie mĂŒssten wir die HĂ€lfte des Landes mit Paneelen verbauen“, so der Politiker:

    ‱ KLEINE ZEITUNG

    Pikiert berichtet die NZZ ĂŒber eine Vorstoß des deutschen Umweltministeriums. Demnach habe das deutsche Umweltministerium versucht, Einfluss auf die Laufzeiten der Schweizer Kernkraftwerke zu nehmen. Das Ministerium veröffentlichte eine Pressemitteilung, die allerdings bislang wenig Beachtung gefunden hĂ€tte. Darin heiße es, Rita SchwarzelĂŒhr-Sutter, die parlamentarische StaatssekretĂ€rin des Ministeriums und Bundestagsabgeordnete der SPD, habe sich wegen der Kernkraftwerke mit einem Schrieben an die Schweizer BundesrĂ€tin fĂŒr Umwelt, Simonetta Sommaruga, gewandt. Die StaatssekretĂ€rin setze sich dafĂŒr ein, das unweit der Grenze zu Deutschland gelegene Atomkraftwerk Beznau „schnellstmöglich“ abzuschalten. Der StaatssekretĂ€rin geht es aber nicht nur um diese Anlage. Sie möchte, „dass auch die ĂŒbrigen Schweizer Atomkraftwerke zeitnah ihren Leistungsbetrieb einstellen“. Auf welcher Grundlage die Schweiz ihre Nachbarn konsultieren sollte, wenn es um die nationale Energieversorgung geht, wollte das deutsche Umweltministerium laut NZZ auf Nachfrage nicht beantworten:

    ‱ NZZ

    Das Nachrichtenportal Watson beschĂ€ftigt sich mit den Initiativen des US-Unternehmers und Microsoft-GrĂŒnders Bill Gates, der sich fĂŒr neue Techniken in der Kernenergiegewinnung einsetzt. Die Kernkraftwerke der vierten Generation, auf die Gates seine Hoffnungen setzt, beruhten im Gegensatz zur sogenannten dritten Generation auf einem grundlegend anderen Konzept. Die Anlagen der dritten Generation stellen lediglich eine sicherheitstechnisch verbesserte Weiterentwicklung der Druck- und Siedewasserreaktoren der zweiten Generation – die ersten kommerziellen Kernkraftwerke – dar. Das Konzept der FlĂŒssigsalz- und Laufwellenreaktoren sei allerdings nicht neu – bereits in den FĂŒnfzigerjahren wurde ĂŒber diese Technologien nachgedacht. Sie sollen die Kernenergie effizienter nutzen und sicherer machen. Zugleich sollen sie quasi nebenbei das Problem des AtommĂŒlls lösen:

    ‱ WATSON

     

  • Presseschau vom 11.10.2019

    Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche im Angebot ein lokaler Beitrag aus KrĂŒmmel, diverse Nachrichten zum RĂŒckbau verschiedener KKW sowie ein Blick auf ein sĂ€chsisches Unternehmen, das im Bereich RĂŒckbau besonders erfolgreich tĂ€tig ist. Bemerkenswert sind die sich hĂ€ufenden BeitrĂ€ge, die eine RĂŒckkehr zur Kernkraft fordern, den Klimaschutz dafĂŒr als Argument nennen und sich mit den dazu verfĂŒgbar werdenden neuen Technologien beschĂ€ftigen – dazu haben wir diese Woche gleich drei im Angebot.

    Erfolgreicher Test rund um das Kernkraftwerk KrĂŒmmel: In einem Radius von 25km rund um das stillgelegte KKW fand ein großangelegter Sirenentest statt, mit dem zu Übungszwecken das Signal „RundfunkgerĂ€te einschalten – auf Durchsagen achten“ gegeben wurde. Der Trest verlief laut NDR ohne Probleme:

    ‱ NDR.DE

    Seit 2005 ist das KKW Obrigheim (KWO) abgeschaltet, seit 2008 wird es abgebaut. Das Werk wird inzwischen schon ĂŒber zehn Jahre lang in seine Einzelteile zerlegt. Beim RĂŒckbau des Kraftwerks außer Dienst habe man dem Betreiber zufolge nun einen weiteren Meilenstein erreicht: „Vor kurzem konnte im ReaktorgebĂ€ude der Abbau der massiven Betonstrukturen abgeschlossen werden, die frĂŒher den ReaktordruckbehĂ€lter umgeben haben“, zitiert die Rhein-Neckar-Zeitung einen Sprecher des Unternehmens:

    ‱ RNZ.DE

    Ausgebuchte FĂŒhrungen im KKW Philippsburg: Laut eines Beitrags der Bruchsaler Zeitung kamen wenige Wochen, bevor Block 2 des Werks endgĂŒltig abgeschaltet wird, besonders viele Besucher zum Infotag. Die regulĂ€ren FĂŒhrungen seien komplett ausgebucht. Man hĂ€tte noch nie so vielen Intewressenten absagen mĂŒssen, so ein Sprecher. SpĂ€testens zu Silvester wird die Anlage keinen Strom mehr produzieren:

    ‱ BNN.DE

    Nach jahrelangen Verzögerungen wird das umstrittene französische Atomkraftwerk Fessenheim bis Sommer 2020 vollstĂ€ndig stillgelegt. Der Betreiber EDF teilte laut eines Berichts der SĂŒddeutschen Zeitung mit, er habe bei Frankreichs Regierung und der Atomaufsicht einen „Antrag zur Aufhebung der Betriebserlaubnis“ fĂŒr die beiden direkt an der Grenze zu Baden-WĂŒrttemberg gelegenen Reaktoren gestellt. Der erste Meiler soll am 22. Februar, der zweite am 30. Juni nĂ€chsten Jahres endgĂŒltig abgeschaltet werden. Die Betreiber bekĂ€men im Gegenzug zur Stilllegung hohe EntschĂ€digungenssummen:

    ‱ SUEDDEUTSCHE.DE

    In Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Klimawandel hat der baden-wĂŒrttembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) Überlegungen ĂŒber eine LaufzeitverlĂ€ngerung fĂŒr Kernkraftwerke aufgegriffen, damit der Kohleausstieg schneller möglich sei. Im Gegenzug könne die jĂŒngste Generation der Kernkraftwerke im Land – Neckarwestheim und Philippsburg – zehn Jahre lĂ€nger am Netz gelassen werden. Dies habe laut KA News eine konservative Gruppierung von CDU und CSU, die Werteunion, zuvor bereits gefordert, war aber auf einhellige Ablehnung der Branche gestoßen.  Hauk rege nun an, zumindest darĂŒber zu diskutieren, „ob wir zehn Jahre frĂŒher aus der Kohle aussteigen und die Braunkohleschleudern abschalten“:

    ‱ KA-NEWS.DE

    In einem Gastbeitrag in der Zeit Online plĂ€diert der Autor, ein Informatiker, fĂŒr den Bau neuer, neuartiger Kernkraftwerke in Deutschland. Zum einen könnten damit die Klimaziele der Bundesregierung erreicht werden. Vor allem sei es mit einer neuen Generation von Reaktoren möglich, gebrauchte Brennelemente zu reaktivieren und daraus Strom zu gewinnen. Das sei nicht nur sicher, sondern wĂŒrde auch die immer noch offene Endlagerfrage lösen. Insbesondere in Russland, China und den USA setze man bereits auf die neuen, sog. Schnellreaktoren:

    ‱ ZEIT.DE

    In einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv spricht sich auch der Investor Frank Thelen fĂŒr eine Renaissance der Kernkraft aus. Diese böten die schnellste Lösung fĂŒr die Erreichung der Klimaziele. U.a. die von US-Unternehmer Bill Gates geförderte neue Technologie könne den Bau neuer Werke ermöglichen und dabei durch Nutzung alter Brennelemente auch das Endlagerproblem lösen. ImÂ ĂŒbrigen sei fĂŒr das Gelingen der Energiewende die Entwicklung von Speichertechnologien erforderlich:

    ‱ N-TV.DE

    Die Leipziger Volkszeitung portaitiert ein Unternehmen aus Brandis: Die dortige Firma FĂŒchternkötter liefere Technik fĂŒr den weltgrĂ¶ĂŸten Teilchenbeschleuniger am Genfer Kernforschungszentrum Cern, sei aber auch bei der AbrĂŒstung von Kernkraftwerken sind gut im GeschĂ€ft. FĂŒr das Kernkraftwerk MĂŒhleberg im Schweizer Kanton Bern liefern die Brandiser bis Mitte 2020 eine thermische Zerlegekabine. MĂŒhleberg ist das erste Kernkraftwerk der Schweiz, das abgeschaltet wird:

    ‱ LVZ.DE

  • Presseschau vom 27.09.2019
    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diverse BeitrĂ€ge zu RĂŒckbauprojekten in Deutschland, dazu lesenswerte BeitrĂ€ge aus dem Ausland zum Neubau von KKW (England), Stillegung (USA), ResĂŒmee eines Störfalls (Japan) und Zukunft der Kernkraft (Schweiz). Bemerkenswert ist der Bericht des SPIEGEL zu Überlegungen zur „Umwidmung“ der KENFO-Mittel zur Finanzierung des Klimapakets der Bundesregierung. Sehenswert die Luftaufnahmen ĂŒber die Jahre aus MĂŒlheim-KĂ€rlich.
    FrĂŒher als geplant und spĂ€ter als gedacht ist Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim nach einer Wartung wieder ans Netz gegangen. Nach dem Fund einer undichten Stelle an einem sogenannten VorwĂ€rmer vor einer Woche war zunĂ€chst von einer zweiwöchigen VerspĂ€tung ausgegangen worden, wie die EnBW laut eines Berichts der Heilbronner Stimme mitteilte. Das Kraftwerk war am 9. August fĂŒr eine routinemĂ€ĂŸige Auszeit fĂŒr ÜberprĂŒfungen und Instandhaltungen heruntergefahren worden:
    ‱ STIMME.DE
    Der Betreiber EnBW hat interessierte BĂŒrger im Kernkraftwerk Philippsburg ĂŒber den RĂŒckbau von Block 1 informiert. Wann der zweite Block abgeschaltet werde, sei weiter unklar. Der SWR widmet dem Vorgang einen Beitrag in seiner aktuellen Nachrichtensendung, die ĂŒber einen Link zur Mediathek des Senders angesehen werden kann:
    ‱ SWR
    Uneinigkeit ĂŒber die Nutzung des Fonds, der zur Sicherung des RĂŒckbaus deutscher KKW gebildet wurde: Laut SPIEGEL Online könnten sich SPD und CDU vorstellen, diese Mittel zum Teil „umzuwidmen“, um das geplante Klimapaket zu finanzieren. Widerstand gegen die PlĂ€ne gĂ€be es nach SPIEGEL-Informationen allerdings aus dem federfĂŒhrenden Bundeswirtschaftsministerium. Die PrĂŒfung des Hauses habe ergeben, heißt es dort, dass das KENFO-Kapital „außerhalb des Zugriffsrechts des Finanzministeriums“ liege:
    Teurer wird eines der wenigen Neubauprojekte fĂŒr Kernkraftwerke laut eines Beitrags des Handelsblatts. Der französische Energiekonzern ElectricitĂ© de France EDF rechne demnach mit höheren Baukosten fĂŒr das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C. Die Kosten dĂŒrften aufgrund einer Bauverzögerung auf 21,5 bis 22,5 Milliarden Britische Pfund (24,4 bis 25,5 Mrd Euro) steigen, teilte das Unternehmen mit. Das seien 1,9 bis 2,9 Milliarden Pfund mehr als ursprĂŒnglich geplant. Der Energiekonzern verwies vor allem auf eine schwierige Beschaffenheit des Bodens, die die Erdarbeiten erschwere und teurer mache. Das Projekt Hinkley Point C soll das bestehende Kernkraftwerk Hinkley Point in Somerset im SĂŒdwesten von England um zwei Reaktoren erweitern:
    Das Kernkraftwerk Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania hat endgĂŒltig den Betrieb eingestellt. Der 1974 hochgefahrene Reaktor 1 wurde heruntergefahren, wie der Betreiber Exelon gemĂ€ĂŸ eines Berichts von SPIEGEL Online mitteilte. Das Unternehmen hatte zuvor vergeblich versucht, vom Staat finanzielle Hilfe fĂŒr den Weiterbetrieb zu erhalten. In dem Kraftwerk ereignete sich vor 40 Jahren der schlimmste Reaktorunfall der USA, was dem Werk eine negative BerĂŒhmtheit bescherte:
    Der Tagesanzeiger aus der Schweiz beschĂ€ftigt sich mit der Zukunft der Kernkraft. Am 20. Dezember 2019 gehöre auch die Schweiz zu jenen Staaten, die ein Kernkraftwerk abschalten mĂŒssen. Das KKW MĂŒhleberg gehe vom Netz und gehöre somit zu den fĂŒnf Kernkraftwerken, die seit dem letzten Jahr geschlossen wurden. Zwei stehen in Russland, zwei in den USA. DafĂŒr gingen in der gleichen Zeitspanne neun Reaktoren ans Netz, sieben davon in China, zwei in Russland. Die jĂ€hrliche Stromproduktion aus Kernkraftwerken stieg 2018 gegenĂŒber dem Vorjahr um 2,4 Prozent – hauptsĂ€chlich wegen des Ausbaus in China. Der Beitrag bietet einen graphischen Überblick ĂŒber sĂ€mtliche weltweit abgeschaltete Reaktoren:
    Das ZDF fĂŒhrt anlĂ€sslich des 8. Jahrestags der Katastrophe von Fukushima ein GesprĂ€ch mit dem Physiker Thorsten Stahl, der fĂŒr die Gesellschaft fĂŒr Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH – eine gemeinnĂŒtzige technisch-wissenschaftliche Forschungs- und SachverstĂ€ndigenorganisation tĂ€tig ist. Der Experte erwartet aus heutiger Sicht keine gravierenden radiologischen Folgen des Unfalls. Der Beitrag dokumentiert die VorgĂ€nge vor 8 Jahren und ihre Auswirkungen auf die Nutzung der Kernenergie weltweit:
    ‱ ZDF
    Faszinierende Luftaufnahmen: Im Rahmen der Serie „Wirtschaft von oben“ bietet die Wirtschaftswoche Perspektiven auf das KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich im Laufe der Zeit bis zum aktuellen Stand des RĂŒckbaus:
  • Presseschau vom 13.09.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In dieser Woche finden Sie u.a. BeitrĂ€ge zum KKW BrunsbĂŒttel, den kommenden Deponiestandorten in Schleswig-Holstein, dem Status des RĂŒckbaus weitere deutscher Kernkraftwerke und einen Blick in die Schweiz.

     

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel hat es erneut Probleme mit einer Brandschutzklappe gegeben. In der vergangenen Woche sei bei einer PrĂŒfung festgestellt worden, dass im unabhĂ€ngigen Notstandssystem des Kraftwerks eine Klappe versagt habe, teilte das Energieministerium in Kiel mit. Diese konnte demnach nicht ĂŒber den zugehörigen Brandmelder geschlossen werden. Im Falle eines Brandes hĂ€tte sich damit Rauch ausbreiten können. Der Vorgang wurde der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde fristgerecht als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) angezeigt. Das Ereignis liegt unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken („INES 0“). Die Atomaufsicht habe nunmehr eingehende Untersuchungen und eine systematische Aufarbeitung der Abweichungen veranlasst. RTL Online berichtet:

    ‱ RTL

    Bis zu 50.000 Tonnen Schutt werden beim beim Abriss der drei Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren anfallen. FĂŒr die Lagerung des Materials zieht das Land jetzt vier Deponiestandorte in Betracht. Das teilte Energieminister Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) in Kiel mit. Beim RĂŒckbau von Kernkraftwerken fĂ€llt neben normalem Abfall auch minimal kontaminiertes Material an. Das sind unter anderem Mineralwolle, Bauschutt und Isolierungen. Ende 2021 geht das letzte Kraftwerk im Land vom Netz. Der Schutt ist kein „AtommĂŒll“, treibe aber Emotionen und Widerstand an. Der NDR berichtet ausfĂŒhrlich ĂŒber die Diskussionen nach der Standortentscheidung, u.a. mit einem Videobeitrag:

    ‱ NDR

    Bei der anstehenden Deponierung von AKW-AbfĂ€llen in Schleswig-Holstein zeichne sich nach der Entscheidung ĂŒber Deponiestandorte laut Kieler Nachrichten eine Lösung ab. Die Deponie Wiershop bei Geesthacht sei unter bestimmten Bedingungen bereit, schwach strahlendes Material aus dem RĂŒckbau des AKWs KrĂŒmmel aufzunehmen. Positive Signale kĂ€men auch aus LĂŒbeck, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Von der Demontage des SicherheitsbehĂ€lters ĂŒber den Abbau der Turbinen im Maschinenhaus bis hin zur Zerlegung der Einbauten des ReaktordruckbehĂ€lters lĂ€uft der  RĂŒckbau von Block 1 in Philippsburg bereits auf Hochtouren. Betreiber EnBW gibt nun Einblicke vor Ort im Rahmen eines Infotages zum RĂŒckbau. Diesmal werfe außerdem  die spĂ€testens Ende 2019 bevorstehende Abschaltung von Block 2 ihren Schatten voraus. An die Abschaltung soll sich der RĂŒckbau auch in dieser Anlage möglichst nahtlos anschließen. Das Wochenblatt Reporter berichtet aus Philippsburg:

    ‱ WOCHENBLATT-REPORTER

    Die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ erhebt laut eines Berichts der Heilbronner Stimme schwere VorwĂŒrfe gegen das Landesumweltministerium und den Betreiber EnBW. Mit den Angaben zu den HeizrohrschĂ€den in den sicherheitsrelevanten Dampferzeugern von GKN II des KKW Neckarwesthein werde die Öffentlichkeit in die Irre gefĂŒhrt. Das Problem der KorrosionsschĂ€den werde grĂ¶ĂŸer, nicht kleiner. Nachdem bereits im vergangenen Jahr 100 Heizrohre mit KorrosionsschĂ€den entdeckt worden seien, kĂ€men bei der aktuellen Revision weitere 191 Rohre dazu. Diese Rohre dienen als WĂ€rmetauscher, in ihnen fließt unter hohem Druck radioaktives Reaktorwasser. WĂŒrde eine solche Leitung abreißen, kĂ€me es unter umstĂ€nden einem Störfall. Atomaufsicht und Betreiber weisen die Kritik deutlich zurĂŒck. Die SPD-Landtagsfraktion wolle nun beim Ministerium nachhaken, so das Blatt:

    ‱ STIMME.DE

    Das Portal Wissen.de beschĂ€ftigt sich ausgiebig mit Planung, Verfahren und Umsetzung des RĂŒckbaus von Kernkraftwerken. Neben informativen Schaubildern bietet der Beitrag auch Videoinhalte und insgesamt einen sehr informativen GesamtĂŒberblick ĂŒber das Projekt RĂŒckbau:

    ‱ WISSEN.DE

    Am 20. Dezember 2019 um 12.30 Uhr wird das KKW MĂŒhleberg vor den Toren des schweizerischen Bern abgeschaltet. Doch damit beginne eigentlich erst die grosse Arbeit, so das Liechtensteiner Vaterland. Erstmals in der Schweiz werde ein Kernkraftwerk zurĂŒckgebaut. Der RĂŒckbau dauere rund 15 Jahre. Betreiber BKW wolle die Stilllegung des 47-jĂ€hrigen Kernkraftwerks hauptsĂ€chlich mit eigenen Mitarbeitenden durchfĂŒhren, wie der Konzern in einer Medienmitteilung schreibt. Sie verfĂŒgten ĂŒber umfassende Anlagen- und Fachkenntnisse. Der erste RĂŒckbau eines KKW in der Schweiz sei fĂŒr die BKW nicht nur „das grösste Projekt, sondern auch ein Symbol fĂŒr die Transformation des Unternehmens“, so das Blatt:

    ‱ LIECHTENSTEINER VATERLAND

  • Presseschau vom 30.08.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal u.a. mit einer Pflichtmeldung aus BrunsbĂŒttel, einem Beitrag ĂŒber den Streit um Reststrommengen, Neues zum RĂŒckbau deutscher KKW sowie eine Veröffentlichung ĂŒber verblĂŒffende Personalprobleme in der Schweiz.

     

    UnzulĂ€nglichkeiten bei der Instandhaltung von Branschutzklappen im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel vermutet die zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde. Demnach sei vermutlich mehrfach neuartiges Dichtungsmaterial eingesetzt worden, ohne vorher zu prĂŒfen, ob das Material den Vorgaben des Herstellers der Brandschutzklappen entsprĂ€che. Betreiber Vattenfall erklĂ€rte, nach derzeitigem Stand liege eine formale Abweichung vor, die Brandschutzfunktion sei jedoch erfĂŒllt. Der Hersteller des Dichtungsmaterials weise eine hohe QualitĂ€t aus. Da der Hersteller der Brandschutzklappen aber nicht eingebunden gewesen sei, stehe eine BestĂ€tigung der EinsatzfĂ€higkeit des Materials noch aus, so die SHZ (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    In dieser Woche befasste sich das Hamburger Landgericht mit Folgen aus dem deutschen Ausstieg aus der Kernenergie und den Konsequenzen fĂŒr den Betreiber Vattenfall, der die stillgelegten KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel betreibt. In einen Streit zwischen den Konzernen Vattenfall und Eon, die KrĂŒmmel gemeinsam betrieben haben, geht es um Reststrommengen: Eon möchte seine HĂ€lfte der Stromproduktionsrechte von KrĂŒmmel auf seine Meiler in Brokdorf und Grohnde an der Weser ĂŒbertragen, damit die bis Ende 2021 am Netz bleiben können. Vattenfall mĂŒsste zustimmen, will diese Rechte aber nur zum Marktpreis (rund 415 Millionen Euro) aufgeben. Am 29. August wollten die Hamburger Richter ihre Entscheidung verkĂŒnden, ob Eon die Rechte kaufen muss oder auch ohne Geld Anspruch darauf hat, so die Hamburger Morgenpost:

    ‱ HAMBURGER MORGENPOST

    Statt einer Entscheidung verkĂŒndete der Vorsitzende Richter der Zivilkammer, Claus-Hinrich Hartmann im Reststrommengenverfahren die Wiedereröffnung der mĂŒndlichen Verhandlung. Der Beschluss sei vor dem Hintergrund eines zwischenzeitlich in einem Eilverfahren von den Konzernen erzielten Vergleichs gefallen, hieß es vonseiten des Gerichts. Bei einem Vergleich im Juni hĂ€tten sich laut NDR beide Seiten darauf verstĂ€ndigt, dass die von beiden Konzernen getragene KrĂŒmmel-Betreibergesellschaft zunĂ€chst 10.000 Gigawattstunden Reststrom fĂŒr 278 Millionen Euro an Grohnde ĂŒbertrĂ€gt, damit der Weiterbetrieb des Kraftwerks gewĂ€hrleistet bleibt. Laut dem Vorsitzenden Richter Ă€nderte sich dadurch die Grundlage der ursprĂŒnglichen Forderung. Zum anderen habe PreussenElektra zusĂ€tzlich kartellrechtliche Fragen aufgeworfen, die in dem Verfahren bislang nicht behandelt worden seien. Die Parteien sollten nach Vorschlag des Gerichts auch im Hauptsacheverfahren Vergleichsverhandlungen aufnehmen, dazu wurde eine Frist von zwei Wochen gesetzt:

    ‱ NDR

    Im Rahmen einer wiederkehrenden PrĂŒfung im Kernkraftwerk Grohnde (KWG) wurde festgestellt, dass eine Zusatzborierpumpe eine geringfĂŒge Leckage aufwies. Der Befund wurde fristgerecht von der Betreiberin PreussenElektra als Ereignis der Kategorie N (normal) 2.1.1 (INES 0) nach Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) der Aufsichtsbehörde gemeldet. Die betroffene Pumpen-Dichtung wurde erneuert und die PrĂŒfung konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Das Ereignis hatte keine Auswirkungen auf den bestimmungsgemĂ€ĂŸen Betrieb der Anlage:

    ‱ MEINE-ONLINEZEITUNG.DE

    Nach einer letzten planmĂ€ĂŸigen Revision ist Block 2 des Kernkraftwerks Philippsburg wieder ans Netz gegangen. Ende des Jahres wird der Reaktor endgĂŒltig abgeschaltet. Der Betreiber EnBW fĂŒhrte in der Anlage in den vergangenen Wochen noch einmal PrĂŒf- und InstandhaltungstĂ€tigkeiten durch. Da die Anlagen 2019 planmĂ€ĂŸig vom Netz gehen soll, wurden bei der letzten Revision keine neuen Brennelemente eingesetzt. Der Branchendienst energate messenger berichtet (Bezahlinhalt):

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Der Einsturz des verbliebenen KĂŒhlturms beim Kernkraftwerk MĂŒlheim-KĂ€rlich vor wenigen Tagen war eine minutiös geplante, spektakulĂ€re Angelegenheit. Doppelt spektakulĂ€r könnte es laut Bruchsaler Rundschau im kommenden Jahr beim Kernkraftwerk Philippsburg zugehen: Möglicherweise sollen 2020 die beiden dort stehenden jeweils gut 150 Meter hohen KĂŒhltĂŒrme gesprengt werden:

    ‱ BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

    Die Demontage des Kernkraftwerks GKN I in Neckarwestheim liegt laut eines Berichts der Heilbronner Stimme im Zeitplan. Aktuell liefen im Maschinenhaus der Anlage die Arbeiten auf Hochtouren. Voraussichtlich 2032 wird das Kernkraftwerk vollstĂ€ndig zurĂŒckgebaut sein. Der Beitrag schildert ausfĂŒhrlich die Situation vor Ort:

    ‱ STIMME.DE

    Personalprobleme in der Schweiz: Der Personalabbau im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt sei einer der wesentlichen GrĂŒnde fĂŒr mehrere ZwischenfĂ€lle in den letzten Monaten. Die Werksleitung mĂŒsse der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewĂ€hrleisten will. Der letzte Vorfall ereignete sich demnach am 4. Juli dieses Jahres. Nur einen Tag, nachdem das KKL nach der Jahresrevision wieder ans Netz gegangen war, wurde es wegen eines Öllecks am Hydrauliksystem des Ventils eines Pumpensystems wieder abgeschaltet. Am 8. Juli ging es nach der Behebung des Lecks wieder ans Netz. Die Aargauer Zeitung berichtet:

    ‱ AARGAUER ZEITUNG

    In den vergangenen Jahren haben sogenannte DigitalwĂ€hrungen fĂŒr Aufsehen gesorgt. Sie sind eigentlich zum Bezahlen gedacht, doch waren sie zuletzt eher ein Gut fĂŒr Spekulanten, da die Transaktionen zu teuer und langwierig waren sowie die Kursschwankungen zu stark. Um die Netzwerke fĂŒr DigitalwĂ€hrungen zu betreiben, sind bedeutende Mengen Strom erforderlich – aktuell verbraucht das Netzwerrk im Jahr mehr als 73 Terrawattstunden, das ist in etwa so viel, wie Österreich an Strom konsumiert. Nun wurde bekannt, dass Mitarbeiter in einem ukrainischen Kernkraftwerk angefangen haben sollen, Bitcoin herzustellen, und dazu das Kraftwerk unmittelbar „angezapft“ haben, um den nötigen Strom zu nutzen. Die FAZ berichtet:

    ‱ FAZ

     

  • Presseschau vom 16.08.2019

    Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Auch diese Woche gibt es lesenswerte BeitrĂ€ge u.a. aus MĂŒlheim-KĂ€rlich, Neckarwestheim und BrunsbĂŒttel. Besonders interessant ist ein umfangreiches Dossier zum RĂŒckbau von KKW im Wissenschaftsmagazin Scinexx.

    SpektakulĂ€re Bilder aus MĂŒlheim-KĂ€rlich bietet die FAZ an: Der KĂŒhlturm des dortigen Kernkraftwerks MĂŒlheim-KĂ€rlich ist Geschichte. Das einst ĂŒber 160 und zuletzt noch rund 80 Meter hohe Betonkonstrukt stĂŒrzte – ohne eine Sprengung – wie geplant in sich zusammen. Zuvor hatten zwei ferngesteuerte Bagger – einer mit einem Meißel und einer mit einer Zange – mehrere von insgesamt 72 StĂŒtzen am untern Ende des Turms weggerissen. In den Tagen zuvor hatten ihn Fachleute schon gezielt geschwĂ€cht, indem sie Schlitze in den Beton sĂ€gten.

    ‱ FAZ

    Das ZDF nimmt den Fall des Turms in MĂŒlheim-KĂ€rlich zum Anlass, de Ausstieg aus der Kernenergie und den Stand des RĂŒckbaus in Deutschland zu bilanzieren und einen Ausblick in die Zukunft zu geben. Der Beitrag benennt die großen „Baustellen“, die im Zuge der Energiewende noch zu bearbeiten sind, und bietet einige weiterfĂŒhrende links an:

    ‱ ZDF

    Aus Neckarwestheim berichten die Stuttgarter Nachrichten. Der Betreiber EnBW habe den noch aktiven Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) fĂŒr Revisionsarbeiten vom Netz genommen. Damit sei aktuell keiner der beiden verbliebenen Kernkraftwerksblöcke in Baden-WĂŒrttemberg am Netz. Block 2 in Philippsburg (Kreis Karlsruhe) ist Mitte Juli fĂŒr die jĂ€hrliche Revision vom Netz gegangen. In Neckarwestheim werden unter anderem Armaturen und Pumpen ĂŒberholt, wie EnBW mitteilte. Das Kraftwerk ist seit 1989 in Betrieb:

    ‱ STUTTGARTER NACHRICHTEN

    Auch die Bietigheimer Zeitung berichtet anlĂ€sslich eines dortigen Pressetermins aus dem KKW Neckarwestheim. Dort liege man im Zeitplan des RĂŒckbauverfahrens des bereits abgeschalteten Reaktors. Vor allem die Arbeiten im Maschinenhaus, wo die Turbinen beheimatet sind, beziehungsweise waren, standen bei dem Termin im Fokus. FrĂŒher wurde von dort direkt in das Stromnetz eingespeist und auch Bahnstrom erzeugt. Nun werde derzeit dort alles demontiert. Mit Kranen werden die dutzende Tonnen schweren Einzelteile aus dem Weg gerĂ€umt. Mitte 2021 soll das GebĂ€udeinnere zurĂŒckgebaut sein. Insgesamt mĂŒssten beim RĂŒckbau von GKN I 331.000 Tonnen Material entsorgt werden. Das meiste kommt in den konventionellen Stoffkreislauf, aber 3.300 Tonnen sind radioaktiver Abfall. Der muss in Zwischen- und Endlager. DafĂŒr hat man in Neckarwestheim ein Reststoffbearbeitungszentrum und ein Standort-Abfalllager gebaut, die im vierten Quartal 2019 in Betrieb gehen sollen:

    ‱ SWP

    Das Wissenschaftsmagazin Scinexx beschĂ€ftigt sich sehr ausfĂŒhrlich mit dem Thema RĂŒckbau von KKW und beleuchtet in dem umfassenden Beitrag alle Aspekte entsprechender Projekte. Abgeschlossen wird das Dossier mit einem Status und Ausblick auf die kommenden Jahre, ergĂ€nzt wird der Text mit Schaubildern, Statistiken und Videos:

    ‱ SCINEXX

    Neues aus dem Energiestandort BrunsbĂŒttel: SH Netz hat in BrunsbĂŒttel die erste Anlage zur Einspeisung von grĂŒnem Wasserstoff ins Erdgasnetz in Schleswig-Holstein errichtet. Dort soll auch eine Wasserstofftankstelle beliefert werden. Betreiber der fĂŒr die Wasserstofferzeugung erforderlichen Elektrolyseanlage ist die Firma Wind2Gas Energy, die außerdem eine öffentlich zugĂ€ngliche Wasserstofftankstelle der H2 Mobility mit grĂŒnem Wasserstoff beliefert. Den Windstrom fĂŒr die Power-to-Gas-Anlage liefert der nahegelegene Windpark WesterbĂŒttel. Die Power-to-Gas-Anlage kann in Spitzenzeiten bis zu 40 Kilogramm Wasserstoff die Stunde produzieren:

    ‱ ELECTRIVE.DE

    (Bezahlinhalt) Die FAZ berichtet aus Russland ĂŒber das „schwimmende KKW“: Am Hafen von Murmansk im Nordwesten Russlands liege derzeit ein ungewöhnliches Schiff vor Anker: Die „Akademik Lomonossow“, 144 Meter lang und 30 Meter breit, gestrichen „in freundlichem Weiß mit hĂŒbschen roten und blauen Streifen“. Nichts deute darauf hin, dass dieses Schiff ein Kernkraftwerk sei, das „einzige schwimmende der Welt“, wie der Erbauer, die staatliche russische Atomgesellschaft Rosatom, meldet. Das Schiff soll zukĂŒnftig die Kleinstadt Pewek mit Strom versorgen:

    ‱ FAZ

     

     

  • Presseschau vom 02.08.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Auswahl beinhaltet diesmal interessante BeitrĂ€ge zu BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, weiteren Kraftwerken und RĂŒckbauprojekten aus Deutschland sowie Ausblicke nach Belgien und in die Schweiz. Abgerundet wird die Auswahl mit einem Beitrag zur möglichen Nachnutzung von KKWs.

    Über den Bau des Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle, das sog. Lasma, am Standort BrunsbĂŒttel berichtet die SHZ. Im Lasma sollen Stoffe in Verantwortung einer Bundesbehörde bis zur endgĂŒltigen Aufnahme in ein Endlager zwischengelagert werden. Ein Sprecher des KKW BrunsbĂŒttel weist in diesem Zusammenhang auf die Schwierigkeiten hin, freigemessenes Material aus dem KKW-RĂŒckbau, also Stoffe, die gefahrlos entsorgt werden können, auf Deponien zu entsorgen. Dies begegne BefĂŒrchtungen der Bevölkerung, die jedoch unbegrĂŒndet seien. Das entsprechende Material strahle weitaus geringer als ohnehin frei in der Umwelt vorhandene Stoffe:

    ‱ SHZ

    Auch die Kieler Nachrichten beschĂ€ftigen sich mit dem Thema Deponiesuche. Die Suche nach einer Deponie fĂŒr Abriss-AbfĂ€lle aus Kernkraftwerken in Schleswig-Holstein gehe in die heiße Phase. Ende August wolle das zustĂ€ndige Ministerium bekanntgeben, welche der sieben möglichen Deponien geeignet sind fĂŒr sehr schwach radioaktiven MĂŒll. Bei der PrĂŒfaktion haben die Atomexperten insbesondere die vier Deponien der Klasse II in Schönwohld (Achterwehr), Damsdorf/Tensfeld (nahe Bornhöved), Niemark (LĂŒbeck) und Wiershop (bei Geesthacht) in Betracht gezogen. In der Mehrzahl der Deponieorte lehnen BĂŒrgerinitiativen die Aufnahme von „AtommĂŒll“ ab:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Ebenfalls in den Kieler Nachrichten wird das Thema kommentiert. Der Autor erkennt an, das der Schutt aus den Kraftwerken zwar objektiv kaum radioaktiv belastet sei, subjektiv von vielen aber als eine Bedrohung fĂŒr Leib und Leben empfunden werde. Dieses „BauchgefĂŒhl“ sei auch der Politik der GrĂŒnen zu verdanken, die in der Vergangenheit „fahrlĂ€ssig jeden Grenzwert angezweifelt“ und damit Unsicherheit geschĂŒrt hĂ€tten. Jetzt mĂŒsse eine vernĂŒnftige, lokale Lösung gefunden werden, die objektiven Sicherheitskriterien genĂŒge:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel beginnt die „heiße Phase“ der Sicherung letzter Teile mit Kernbrennstoff. 154 so genannte SonderbrennstĂ€be, die teilweise undicht oder verbogen sind und seit Jahren im Abklingbecken lagern, sollen verpackt und nebenan ins Standortzwischenlager (SZL) gebracht werden. „Die BrennstĂ€be sind fingerdick und vier Meter lang“, zitieren die LĂŒneburger Nachrichten Kraftwerksleiter Torsten Frickejetzt beim Dialogforum zum geplanten RĂŒckbau des einst leistungsstĂ€rksten Siedewasserreaktors der Welt. FĂŒr die Lagerung der SonderbrennstĂ€be werde eigens ein Köcher entwickelt, dessen Deckel nach der BefĂŒllung verschraubt und verschweißt wird. Der Köcher werde dann in einem CastorbehĂ€lter verwahrt, bis dieser in ein Endlager gebracht werden kann. „Wir planen bisher, diesen letzten Castor Ende diesen oder Anfang nĂ€chsten Jahres ĂŒbergeben zu können. Dann ist unser Kraftwerk brennstofffrei“, so Fricke laut LN. Dies sei ein „Meilenstein“:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN

    Lautstarker Streit um ein Gutachten zur Deponierung von AbfĂ€llen aus dem KKW-RĂŒckbau herrscht in Brake. Dort geht es um einen Eignungsnachweis fĂŒr eine in Betracht gezogene Deponie, tatsĂ€chlich wird aber auch um die sog. 10-Mikrosievert-Schwelle gestritten, die die Unbedenklichkeitsgrenze fĂŒr minimale Reststrahlung festlegt:

    ‱ NWZ ONLINE

    Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen sollte wegen der steigenden Wesertemperatur aufgrund der letzten Hitzewelle abgeschaltet werden. Es wurde fĂŒr das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums der Lippeschen Zeitung zufolge. Zum Schutz des Ökosystems der Weser dĂŒrfe dann kein wĂ€rmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden. Sobald sich die Weser nachhaltig abkĂŒhle, sollte der Betrieb wieder aufgenommen werden, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Das Kraftwerk in Grohnde hat im Februar 2016 als weltweit erstes Kernkraftwerk 350 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und war seit seiner Inbetriebnahme im September 1984 acht Mal Produktionsweltmeister:

    ‱ LZ

    Das Kernkraftwerk Isar 2 hat seine Kraftwerksrevision abgeschlossen und speist seit dem Wochenende wieder Strom ins Netz ein. Die Anlage wurde vor rund zwei Wochen zur Revision vom Netz getrennt. Bei dem routinemĂ€ĂŸigen zweiwöchigen PrĂŒf-, Inspektions- und Instandhaltungsprogramm haben 1.300 Fachleute rund 3.500 ArbeitsauftrĂ€ge durchgefĂŒhrt. Überwacht wurden die Arbeiten von der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde sowie die von ihr hinzugezogenen SachverstĂ€ndigen. Isar 2 liefere zwölf Prozent des in Bayern benötigten Stroms und trage durch seine gute RegelfĂ€higkeit dazu bei, die schwankende Einspeisung regenerativer Energien zu kompensieren, d.h. das Netz zu stabilisieren. Allein im Jahr 2018 entsprach die Leistungsdrosselung beziehungsweise die Bereitstellung von Regelleistung 7,4 Volllasttagen nicht produzierten Stromes, um das Stromnetz sowohl bei Unter- als Überspeisung zum Beispiel durch Erneuerbare Energien entlasten zu können:

    ‱ BR

    Beim schweizerischen Kernkraftwerk Gösgen hat ein Kurzschluss im SchaltanlagengebĂ€ude am Freitag zu einer Turbinenschnellabschaltung gefĂŒhrt. Die Anlage sei in einem sicheren Zustand, teilte der Betreiber mit. Nach der Ursache werde gesucht. Das KKW Gösgen liegt rund 50 Kilometer sĂŒdöstlich von Basel. Es ist eines der fĂŒnf Schweizer Kernkraftwerke. Eines davon, die Anlage in MĂŒhleberg, soll am 20. Dezember abgeschaltet werden. Die RP berichtet:

    ‱ RP ONLINE

    Belgien hat ohne UmweltprĂŒfungen die Laufzeit von zwei umstrittenen Reaktoren verlĂ€ngert. Der EuropĂ€ische Gerichtshof hĂ€lt das fĂŒr rechtswidrig. NRW begrĂŒĂŸt den Schritt. Die UmweltprĂŒfungen mĂŒssen nun nachgeholt werden. Da das Kraftwerk an der belgisch-niederlĂ€ndischen Grenze liege, mĂŒsse eine grenzĂŒberschreitende PrĂŒfung erfolgen. Ziel einer sog. UVP ist es, die Auswirkungen einer Industrieanlage auf die Umwelt und den Menschen zu ermitteln. Auch hier berichtet die RP:

    ‱ RP ONLINE

    Von der Möglichkeit, Kernkraftwerke nach deren Stilllegung zu „ recyclen“, berichtet die Westdeutsche Zeitung. Vielleicht schon in acht bis zehn Monaten könnte demnach ein Patent umgesetzt werden, mit dem das erste Kernkraftwerk umgenutzt wird. Statt es abzuschalten, stillzulegen und zurĂŒckzubauen, könne aus einem Großteil des GebĂ€udes und der restlichen Infrastruktur zum Beispiel eine Wasserstoffproduktionsanlage entstehen:

    ‱ WESTDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 19.07.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Frankreich, Tschechien und Russland sind unter anderem die SchauplÀtze lesenswerter BeitrÀge:

     

    Nach Abschluss des jĂ€hrlichen Brennelementwechsels darf das Kernkraftwerk Brokdorf wieder ans Netz gehen. Aufgrund der erhöhten Oxidation laufe das KKW im Kreis Steinburg allerdings weiterhin nur mit bis zu 95 Prozent Leistung, teilte das Energieministerium in Kiel laut eines Berichts der Hamburger Morgenpost mit. Der Reaktor war am 8. Juni fĂŒr die turnusgemĂ€ĂŸen Arbeiten vom Netz genommen worden:

    ‱ Hamburger Morgenpost

    Etwa 100 KrĂ€fte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben im Kernkraftwerk Grohnde bei Hameln fĂŒr den Ernstfall trainiert. Wie die SĂŒddeutsche berichtet, sei in einem der durchgespielten Szenarien Umweltaktivisten auf das GelĂ€nde eingedrunken, zudem sollte eine Geiselnahme beendet werden. Ziel sei gewesen, die Taktiken möglichst realistisch zu ĂŒben, zitiert das Blatt einen Sprecher des Landeskriminalamtes:

    ‱ SĂŒddeutsche Zeitung

    Der Energiekonzern EnBW hat nach einem Bricht des SchwĂ€bischen fĂŒr den RĂŒckbau des Kernkraftwerks in Philippsburg zwei Betriebsanlagen eingeweiht. Auf dem GelĂ€nde des Kraftwerks entstanden in den vergangenen Monaten ein Reststoff-Bearbeitungszentrum (RBZ) und ein Standort-Abfalllager (SAL). Im RBZ sollen nach EnBW-Mitteilung Stoffe aus dem RĂŒckbau des Atomkraftwerks so bearbeitet werden, dass das Volumen radioaktiver AbfĂ€lle möglichst gering ist. Im SAL sollen die schwach- bis mittelradioaktiven AbfĂ€lle gelagert werden, bis das Endlager Schacht Konrad im niedersĂ€chsischen Salzgitter seinen Betrieb aufnimmt:

    ‱ SchwĂ€bische Zeitung

    Bei Demontagearbeiten im stillgelegten Kernkraftwerk Biblis hat ein Transformator Feuer gefangen. Laut Betreiber RWE entzĂŒndeten Funken Restöl im GerĂ€t, wie die Polizei meldete. Die Werksfeuerwehr habe den Brand gelöscht. Gefahr fĂŒr Personal oder Umgebung bestand demnach nicht, der Transformator habe abseits gestanden. Die Hessenschau hat den Bericht:

    ‱ Hessenschau

    Die Verbrennung von leicht strahlendem Abfall aus dem Kernkraftwerk in Gundremmingen belastet weder die dazu genutzte Anlage in Weißenhorn, noch stelle sie eine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung dar. Dies habe das erste Zwischenergebnis der Untersuchungen am MĂŒllofen ergeben. Der vom Landkreis angeworbene Gutachter des Freiburger Öko-Instituts zog jetzt im Umwelt- und Werkausschuss des Landkreises eine erste Zwischenbilanz und kam zu dem Schluss, es bestehe „keine radiologische Gefahr“. Die Augsburger Allgemeine berichtet:

    ‱ Augsburger Allgemeine

    Frankreich scheint sich laut eines Berichts von baden.fm an seinen geplanten Abschalttermin fĂŒr das umstrittene Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass zu halten. Davon gehe die Freiburger RegierungsprĂ€sidentin BĂ€rbel SchĂ€fer nach neuen GesprĂ€chen mit französischen Politikern aus. Auch fachlich deute demnach einiges auf eine Stilllegung im Jahr 2020 hin. Falls sich die Regierung in Paris an das Versprechen hĂ€lt, dĂŒrfte der erste Reaktor nĂ€chstes Jahr ab MĂ€rz vom Netz gehen, der zweite voraussichtlich im August:

    ‱ baden.fm

    Deutschlandfunk Nova widmet sich der weiteren Entwicklung des schwimmenden KKW in Russland. Die „Akademik Lomonossow“, die im August nach Murmansk geschleppt wird, ist rund 150 Meter lang und 30 Meter breit und in ihrem Rumpf stecken zwei Reaktoren, Ă€hnlich den Reaktoren, mit denen auch Eisbrecher oder U-Boote angetrieben werden. FĂŒr das schwimmende KKW wurden die Reaktoren modifiziert und bringen es zu einer elektrischen Leistung von 35 Megawatt (MW). Die „ Akademik Lomonossow“ ist eine Barke, hat also keinen eigenen Antrieb und muss geschleppt werden. Beide Reaktoren seien inzwischen angefahren und getestet worden. Nach Anschluss an das stĂ€dtische Strom- und Wassernetz in Pevek sollen 200.000 Menschen ĂŒber das Schiff mit Energie versorgt werden:

    ‱ Deutschlandfunk Nova

    Stern.de fasst aus diesem Anlass den Stand der Nutzung von Kernkraft in Russland zusammen. Das Land verfolge in Bezug auf Kernenergie eine andere Strategie als Deutschland. Insgesamt habe das Land mehr als 30 Kernkraftwerke in Betrieb. Moskau investiere zudem ĂŒber seinen Energiekonzern Rosatom im großen Stil in neue Kernkraftwerke, besonders in ehemaligen Sowjetrepubliken, die selbst weder ĂŒber Know-how noch ĂŒber ausreichend Mittel verfĂŒgen. Auch in Indien, Bangladesch und in der TĂŒrkei plane der Konzern Rosatom, fĂŒr den weltweit rund 250 000 Menschen arbeiten, weitere KKW. Umstritten sei das Engagement etwa in Weißrussland:

    ‱ Stern.de

    Tschechien plane laut eines dpa-Berichts via T-Online kĂŒnftig Milliarden in den Bau neuer Kernkraftwerke zu investieren. Tschechien halte damit am Ausbau der Kernenergie fest. „Es gibt keinen anderen Weg als die Kernenergie“, sagte Industrieminister Karel Havlicek laut dpa in einer Sendung des tschechischen Fernsehens. Den Bedarf mit erneuerbaren Energiequellen decken zu wollen, sei aus wirtschaftlicher, geografischer und technischer Sicht „Unsinn“, erklĂ€rte der Unternehmer und Politiker. Der Energiewende-Vorreiter Deutschland sei „ein sehr reiches Land, das sich solche Investitionen erlauben kann“. Unterdessen sei bekannt geworden, dass der teilstaatliche Stromkonzern CEZ bereits vor Monaten zwei Tochterfirmen fĂŒr den Bau neuer KKW-Blöcke an den beiden Standorten Temelin und Dukovany gegrĂŒndet habe. Dies sei ein klares Signal, dass der Investitionsprozess beginne:

    ‱ t-online.de

    Das erste Kernkraftwerk der Welt in Obninsk etwa 100 Kilometer sĂŒdwestlich von Moskau begeht in diesen Tagen sein 65-jĂ€hriges Bestehen. Der Reaktor wurde am 26. Juni 1954 hochgefahren. Einen Tag spĂ€ter wurde erster Atomstrom erzeugt, schreibe die „Parlamentskaja Gaseta“ laut eines Beitrags der russischen Nachrichtenagentur „Sputnik“:

    ‱ Sputnik

  • Presseschau vom 05.07.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal mit interessanten Zahlen zu Isar II, einem Blick in die Schweiz und einem FAZ-Artikel zum Beinahe-Blackout der letzten Woche.

     

    Im Streit zwischen den Energiekonzernen PreussenElektra und Vattenfall ĂŒber sogenannte Reststrommengen des 2011 stillgelegten Kernkraftwerks KrĂŒmmel gibt es eine AnnĂ€herung. PreussenElektra habe laut RTL seinen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen VerfĂŒgung zur unentgeltlichen Übertragung eines Teils der Reststrommenge zurĂŒckgezogen. Beide Parteien hĂ€tten sich auf einen Vergleich verstĂ€ndigt. Das Hauptsacheverfahren werde aber weiter betrieben. Nach Angaben einer Sprecherin von PreussenElektra hat man sich nun darauf geeinigt, dass die 10.000 Gigawattstunden gegen Zahlung einer Summe ĂŒbertragen werden können, allerdings unter der Bedingung, dass der Kaufpreis zurĂŒckgezahlt wird, sollte die Klage im Hauptsacheverfahren Erfolg haben. Das Urteil im Hauptsacheverfahren soll am 29. August verkĂŒndet werden:

    ‱ RTL

    Kraftwerksbetreiber PreussenElektra hat laut eines Berichts des BR Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Isar II in Niederaichbach bei Landshut beantragt. Der Antrag wurde beim dafĂŒr zustĂ€ndigen Bayerischen Staatsministerium fĂŒr Umwelt und Verbraucherschutz als Genehmigungsbehörde eingereicht. Bis 2038 soll der nukleare RĂŒckbau abgeschlossen sein. Isar II gilt als eines der weltweit erfolgreichsten Kernkraftwerke, was die Stromproduktion anbelangt. Im vergangenen Jahr lieferte der Reaktor laut Betreiberangaben zwölf Prozent des in ganz Bayern verbrauchten Stroms. Isar II war mehrmals „Weltmeister“ bei der Stromproduktion aller 440 Atommeiler der Erde:

    ‱ BR

    Mit dem RĂŒckbau des KKW Biblis beschĂ€ftigt sich ein Beitrag der BĂŒrstĂ€dter Zeitung. Im dortigen Landratsamt wurde eine entsprechende Ausstellung zum Prozess des Biblis-RĂŒckbaus eröffnet (Bezahlinhalt):

    ‱ BUERSTAEDTER ZEITUNG

    Betreiber RWE hat das Kernkraftwerk Emsland (KKE) nach Abschluss der Jahresrevision am 26. Juni wieder ans Netz genommen. Das teilte das niedersĂ€chsische Umweltministerium als zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde mit. Der Branchendienst energate messenger berichtet. Gegen Abend solle die Anlage den Volllastbetrieb erreicht haben, heißt es ergĂ€nzend in einer Mitteilung der RWE Power. Das KKE in Lingen ist am 17. Mai in Revision gegangen. Aufgrund eines Befundes am Generator dauerte die routinemĂ€ĂŸige Wartung der Anlage lĂ€nger als beabsichtigt. Laut Umweltministerium fanden 890 PrĂŒfungen statt, 44 der insgesamt 193 Brennelemente wurden durch neue ersetzt, so der Dienst:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Bei der laufenden Revision seien laut des Berichts der NOZ im Kernkraftwerk Emsland bei zwei von knapp 16.500 Heizrohren in einem der vier Dampferzeuger sogenannte WanddickenschwĂ€chung um 47 beziehungsweise 58 Prozent entdeckt worden. Die niedersĂ€chsischen Atomaufsicht spricht dabei „möglicherweise von Rissbildungen infolge von Spannungsrisskorrosion.“ Laut einer Sprecherin des Kernkraftwerks Emsland sind die betroffenen Rohre vorsorglich verschlossen worden: „Auswirkungen auf die Funktion der Dampferzeuger und damit die FunktionalitĂ€t der Anlage gibt es keine.“ Laut der deutschen Meldekriterien sind die Vorkommnisse in die Kategorie N (Normal) eingestuft worden:

    ‱ NOZ/LINGENER TAGESPOST

    Die Hitze der vergangenen Tage habe bislang keine Folgen fĂŒr den Betrieb der Kernkraftwerke in Bayern, so die SZ. „Es gibt aktuell keine hitzebedingten BetriebseinschrĂ€nkungen beim Kernkraftwerk Isar II“, erklĂ€rte demnach ein Sprecher des Betreibers PreussenElektra. Auch in den kommenden Tagen seien keine EinschrĂ€nkungen zu erwarten. In den vergangenen Jahren sei ein hitzebedingtes Abschalten von Isar II ebenfalls nicht erforderlich gewesen:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Im deutschen Stromnetz sei es im Juni laut FAZ mehrmals zu chaotischen ZustĂ€nden gekommen. Die kritische Lage konnte nur mit Hilfe aus den NachbarlĂ€ndern bereinigt werden. Auf Anfrage der Zeitung gaben die vier Netzbetreiber demnach zu: „Die Lage war sehr angespannt und konnte nur mit UnterstĂŒtzung der europĂ€ischen  Partner gemeistert werden.“ An der Börse schossen die Kurzfristpreise fĂŒr Strom in die Höhe. Als eine Konsequenz aus den Turbulenzen, die das gesamte europĂ€ische Stromnetz in Mitleidenschaft zogen, verdoppelten die Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und Transnet-BW die vorgehaltene Minutenreserve von Freitag auf Samstag auf 2000 Megawatt. Es sei unklar geblieben, wie weit das Land von einem Blackout entfernt war (Bezahlinhalt):

    ‱ FAZ

    Die Schweiz hat den Bau neuer Kernkraftwerke in der Energiestrategie 2050 verboten. Ob dies angesichts der aktuellen Diskussion um die Klimapolitik ein Fehler gewesen sei, fragt der SRF in seinem Beitrag zum Thema:

    ‱ SRF

  • Presseschau vom 21.06.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Wir starten diese Woche mit Meldungen aus BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, dazu Neues ĂŒber den Streit um die Reststrommengen zwischen PreussenElektra und Vattenfall. Hinzu kommt ein lesenswertes Interview zu Biblis, Meldungen aus verschiedensten deutschen KKW sowie ĂŒber die Diskussion ums LNG-Terminal in BrunsbĂŒttel.

    Über den RĂŒckbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel zur „grĂŒnen Wiese“ informierte Olaf Hiel, Sprecher des Betreibers Vattenfall, die St. Margarethener Gemeindevertreter und einige Sitzungsbesucher im dortigen Dolling Huus. Neben dem langwierigen Genehmigungsverfahren zum RĂŒckbau, das so lang wie der Bau des KKW gedauert habe, sei die Akzeptanz fĂŒr die Entsorgung der Reststoffe beim RĂŒckbau ein brisantes Thema, so Hiel: „Es ist schwer, das Bewusstsein in die Köpfe der Menschen zu bekommen, dass diese Stoffe frei von RadioaktivitĂ€t und somit unbedenklich sind“, Ă€ußerte er in der SHZ und sagte weiter: „Sobald auf dem Herkunftsnachweis Kraftwerk steht, wird es ein Problem, den MĂŒll in Deponien unterzubringen.“ Auch personell sei die Anlage mittlerweile auf dem RĂŒckzug: Waren wĂ€hrend der Zeit des Betriebes neben 380 festen Mitarbeitern zusĂ€tzlich bis zu 300 Mitarbeiter von Fremdfirmen und zur Revision zusĂ€tzliche 1200 FachkrĂ€fte im Werk tĂ€tig, seien diese Zahlen seit der Stilllegung deutlich gesunken. 200 feste Mitarbeiter und bis zu 150 Monteure sind noch im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel beschĂ€ftigt, protokolliert die SHZ (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Ebenfalls aus BrunsbĂŒttel berichtet die SHZ in einem weiteren Artikel. AnlĂ€sslich einer Veranstaltung resĂŒmierte der Kraftwerksleiter den Status des RĂŒckbaus. Man lĂ€ge im Zeitplan, sei aber aktuell besonders zeitintensiv damit beschĂ€ftigt, die Auflagen aus der Stilllegungs- und RĂŒckbaugenehmigung in das innerbetriebliche Betriebshandbuch zum RĂŒckbau einzuarbeiten. AusgerĂ€umt seien Differenzen zur Einleitung von Wasser aus dem Werk in die Elbe. Ingo Neuhaus, technischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Vattenfall Europe Nuclear Energy, kommentierte auf derselben Veranstaltung den Ausstieg aus der Kernenergie: „Wir akzeptieren den politischen und offenkundig mehrheitlichen Willen der Bevölkerung und auch, dass die Atomenergie keine BrĂŒckentechnologie im Rahmen des CO2-Ausstiegs sein soll.“ Angesichts der zunehmenden Bedeutung der ElektromobilitĂ€t zeichne sich jedoch ein steigender Strombedarf ab. Das schaffe Potenzial fĂŒr Technologien zur Erzeugung erneuerbaren Stroms, denen sich das Unternehmen bereits angenommen habe. Neuhaus sagte laut SHZ: „In Schweden geht man in Sachen Energiewende und der Nutzung von Kernkraftenergie einen etwas anderen Weg.“ Dort gelte die Nutzung von Kernenergie inzwischen als „klimasmart“:

    ‱ SHZ

    Die Stromkonzerne PreussenElektra und Vattenfall streiten sich um die sogenannte Reststrommenge fĂŒr das 2011 stillgelegte Kernkraftwerk KrĂŒmmel in Geesthacht bei Hamburg. Hierzu begann in Hamburg ein Zivilprozess, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Beide Konzerne sind zu jeweils 50 Prozent an der KrĂŒmmel-Betreibergesellschaft beteiligt. Eine Reststrommenge ist eine fiktive GrĂ¶ĂŸe: Hierbei geht es um die Menge Strom, die in KrĂŒmmel hĂ€tte weiter produziert werden können, wĂ€re die Betriebserlaubnis nicht im August 2011 durch eine AtomgesetzĂ€nderung nach dem Reaktorunfall von Fukushima erloschen. Allerdings war das Kernkraftwerk schon seit Sommer 2007 fast durchweg vom Netz. PreussenElektra möchte nun Reststrommengen vom KKW KrĂŒmmel auf das KKW Grohnde bei Hameln (Niedersachsen) ĂŒbertragen lassen, da die dortige Reststrommenge nach Unternehmensangaben voraussichtlich im Oktober aufgebraucht sei. PreussenElektra beansprucht nach Gerichtsangaben 44.000 Gigawattstunden im Wert von rund 415 Millionen Euro. Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH möchte die Reststrommenge von KrĂŒmmel dagegen am Markt verĂ€ußern:

    ‱ WELT

    Beim RĂŒckbau des in der NĂ€he von Landshut gelegenen Kernkraftwerks Isar I hat es einen tödlichen Arbeitsunfall gegeben. Ein Mitarbeiter sei bei Demontagearbeiten eines großen BehĂ€lters durch ein herabfallendes Teil eingeklemmt und tödlich verletzt worden, teilte das PolizeiprĂ€sidium Niederbayern laut eines Beitrags von SPIEGEL Online mit:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Seit Juni ist das Atomkraftwerk Biblis kernbrennstofffrei. Martina Feldmayer, klimapolitische Sprecherin von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen im Hessischen Landtag, spricht im Interview mit dem JOURNAL FRANKFURT ĂŒber das historische Ereignis, den langen Weg der Anti-AKW-Bewegung und die langen ZeitrĂ€ume, die fĂŒr den RĂŒckbau des Werks einzuplanen sind:

    ‱ JOURNAL FRANKFURT

    Die Augsburger Allgemeine stellt die Frage, ob das Kernkraftwerk in Gundremmingen komplett aus der Landschaft verschwinden solle, wenn es eines Tages nicht mehr in Betrieb sei oder es sinnvoll wÀre, das GebÀude als Denkmal zu erhalten und unter entsprechenden Schutz zu stellen. Dabei beruft sich das Blatt auf Kunsthistoriker der UniversitÀt Salzburg. Kernreaktoren, so die These, hÀtten Geschichte geschrieben und seien deshalb zur Erinnerung verhaltenswert (Bezahlinhalt):

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Das Kernkraftwerk Philippsburg, so die Rheinpfalz, sei „vorsorglich abgefahren“, also vom Netz genommen worden, wie das Energieunternehmen EnBW dem Bericht zufolge mitteilte. Zuvor sei ein Schaden an einem Notstromaggregat festgestellt worden, heißt es. Erst nach KlĂ€rung der Ursache könne der Reaktor wieder ans Netz gehen. Die Notstromaggregate sind dafĂŒr vorgesehen, die Stromversorgung der Anlage sicherzustellen, falls die regulĂ€re Stromversorgung ausfĂ€llt. Bei dem nun betroffenen Notstromaggregat sei an einem internen KĂŒhlkreislauf des Dieselmotors eine Undichtigkeit aufgetreten. EnBW betrachte diesen Befund nach eigenen Angaben auch im Zusammenhang mit einem frĂŒheren Schaden. Solange nicht ausgeschlossen werden könne, dass es sich um die gleiche Ursache handelt, fahre man den Kernreaktor sicherheitshalber herunter, so das Unternehmen. EnBW gehe davon aus, dass der Befund meldepflichtig ist. Die genaue Bewertung erfolge nach weiterer KlĂ€rung des Sachverhalts:

    ‱ DIE RHEINPFALZ

    Ebenfalls vom Netz ist das KKW Brokdorf, allerdings nur fĂŒr vier Wochen im Rahmen einer Wartung. So lange dauere laut NDR die Jahresrevision und der Brennelementewechsel. Damit die 60 neuen Brennelemente in den ReaktordruckbehĂ€lter eingesetzt werden können, mĂŒsse dieser geöffnet werden. Außerdem werden PrĂŒfungen, Instandhaltungsarbeiten und Maßnahmen zum Erhalt und zur Erhöhung der Sicherheit vorgenommen, teilte das fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Energieministerium mit. Die Techniker bei der Jahresrevision ĂŒberprĂŒfen in den vier Wochen unter anderem Ventile, Rohrleitungen, Messinstrumente und den Generator. Wenn es notwendig ist, setzen sie defekte Teile instand oder tauschen sie aus:

    ‱ NDR

    Die NĂ€he zum stillgelegten KKW BrunsbĂŒttel und dem dortigen Standortzwischenlager könne zu einem Problem fĂŒr das in BrunsbĂŒttel geplante LNG-Terminal werden, so die SĂŒddeutsche Zeitung. Nicht weit entfernt vom Werk wĂŒrde nach Fertigstellung des geplanten Terminals kĂŒnftig Erdgas aus dem verflĂŒssigten in gasförmigen Zustand gebracht und dann ins Gasnetz eingespeist. Ginge dabei etwas schief, könnte etwa eine Explosion auch das Zwischenlager in Mitleidenschaft ziehen. Experten kennen fĂŒr diesen Störfall die AbkĂŒrzung EDW: „Explosionsdruckwellen“. Diese mĂŒssten ausgeschlossen sein. Die Regierungskoalition in Kiel habe großes Interesse am BrunsbĂŒtteler Terminal, es steht sogar im Koalitionsvertrag. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sprĂ€che sich dafĂŒr aus, auch vom grĂŒnen Umweltminister Jan Philipp Albrecht komme kein Widerstand. Ob das Terminal genehmigt werden kann oder nicht, lasse sich erst zum Abschluss des Verfahrens beurteilen, heißt es in dem Beitrag. Dies werde frĂŒhestens Anfang 2020 möglich sein:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Auch die taz beschĂ€ftigt sich mit dem Thema. Demnach habe eine Allianz aus Deutscher Umwelthilfe (DUH), lokalen Umweltgruppen und der Hamburger „Friedas for Future“-Bewegung ein Rechtsgutachten vorgestellt, wonach das geplante LNG-Terminal in BrunsbĂŒttel „aus SicherheitsgrĂŒnden nicht genehmigungsfĂ€hig“ sei. Die „Ansiedlung eines Störfallbetriebs“ widerspreche den Anforderungen im Immisionsschutz und im Atomrecht und verstoße zudem gegen den Bebauungsplan der Gemeinde BrunsbĂŒttel:

    ‱ TAZ

  • Presseschau vom 07.06.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich haben wir dieses mal eine bunte Mischung an Energiethemen, zumeist mit Bezug zur Kernkraft, dazu Neuigkeiten vom Energiestandort BrunsbĂŒttel und Norddeutschland sowie BeitrĂ€ge zur neu entflammten Debatte ĂŒber zukĂŒnftige Nutzung von Kernenergie und zum Status der Energiewende.

    Eon-Tochter Preussen Elektra will als Betreiber des Kernkraftwerks Grohnde kein Risiko eingehen, damit der Reaktor nicht vorzeitig vom Netz muss. Im juristischen Streit mit dem Energiekonzern Vattenfall will der Betreiber zusĂ€tzlich per einstweiliger VerfĂŒgung erreichen, den „ununterbrochenen Betrieb unserer Anlage Grohnde“ sicherzustellen, wie Preussen-Elektra-Sprecherin Almut Zweyck laut eines Berichts der DeWeZet mitteilt. Preussen Elektra habe sich bezĂŒglich der anteiligen Strommengen zwischenzeitlich entschieden, zusĂ€tzlich zu einer KlĂ€rung in der Hauptsache einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen VerfĂŒgung gegen die Kernkraftwerk KrĂŒmmel GmbH & Co. oHG als Betreiberin des Kernkraftwerks KrĂŒmmel und die Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH beim Landgericht Hamburg einzureichen. Im Atomgesetz sind den Kraftwerken nicht nur Laufzeiten mit einem Abschaltdatum zugewiesen, sondern auch exakt zugewiesene Strommengen, die sie produzieren dĂŒrfen. Je nachdem, welches Kriterium zuerst eintritt, erlischt die Betriebserlaubnis. Allerdings können die Betreiber Reststrommengen von einem AKW auf eine andere jĂŒngere Anlage ĂŒbertragen. Laut Zweyck wird Grohnde nach derzeitigem Stand seine Strommenge im Oktober diesen Jahres aufgebraucht haben (Bezahlinhalt):

    ‱ DEWEZET

    Das Kernkraftwerk Grohnde an der Weser ist nach durchgefĂŒhrter Revision wieder ans Netz gegangen. 52 der insgesamt 193 Brennelemente im Reaktorkern wurden gegen neue ausgetauscht. Das 1985 in Betrieb genommene und vom Energiekonzern Preussen Elektra betriebene Kraftwerk war am 20. April abgeschaltet worden:

    ‱ RTL.DE

    Fortschritt beim RĂŒckbau des KKW Biblis: Die letzten Brennelemente wurden nun aus dem abgeschalteten Werk entfernt. Wie das hessische Umweltministerium nach einem Bericht der Hessenschau mitteilte, seien somit 99,7 Prozent der RadioaktivitĂ€t aus der Betriebszeit des Kraftwerks entfernt worden:

    ‱ HESSENSCHAU

    Am Kernkraftwerk Gundremmingen lĂ€uft der RĂŒckbau von Block B, dabei fĂ€llt Abfall anan. Ein Teil wird entsorgt oder wiederverwertet. Radioaktiver MĂŒll dagegen wird in Mitterteich und bis 2046 in Gundremmingen selbst zwischengelagert. Der Bayrische Rundfunk berichtet, was mit dem beim RĂŒckbau des KKW Gundremmingen anfallenden AbfĂ€llen passiert:

    ‱ BR

    Volkswagen-Chef Herbert Diess ĂŒbt in einem Beitrag der FAZ harte Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung. Die PrioritĂ€ten seien seiner Meinung nach falsch gesetzt worden.  So komme der Kohleausstieg bis 2038 viel zu spĂ€t, den Ausstieg aus der Kernkraft wĂŒrde er dagegen lieber verschieben: „Wenn uns der Klimaschutz wichtig ist, sollten die Kernkraftwerke lĂ€nger laufen.“ Die FAZ berichtet:

    ‱ FAZ

    Auch die Frankfurter Rundschau zitiert VW-Chef Diess. Die Internationalen Energieagentur (IEA) vertete eine Ă€hnliche Ansicht und warne in einem aktuellen Report davor, dass das sich in den westlichen IndustrielĂ€ndern abzeichnende Auslaufen der Atomstrom-Produktion die Versorgungssicherheit und die globalen Klimaziele gefĂ€hrde und möchte das „wichtige Thema“ Kernenergie mithilfe des Reports wieder „zurĂŒck in die globale Energiedebatte“ bringen. WĂ€hrend die internationale Lobby der Nuklearbranche sofort auf die Steilvorlage einstieg und einen unvoreingenommenen Blick darauf fordere, wie das Energiesystem aussehen mĂŒsse, gibt es auch Kritik an der Analyse des IEA. Die deutsche Energieprofessorin Claudia Kemfert beklage, dass die IEA seit Jahrzehnten die Potenziale erneuerbarer Energien unterschĂ€tze, da sie die Kostendegressionen nicht ausreichend berĂŒcksichtige:

    ‱ FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Acht Jahre nach Deutschlands eiligem Ausstieg aus der Kernkraft denken laut BILD zurzeit immer mehr Entscheider aus Politik und Wirtschaft ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der Laufzeiten der noch in Betrieb verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland nach. GrĂŒnde dafĂŒr seien insbesondere der Klimaschutz, jedoch werden auch Sicherheitsbedenken gegenĂŒber auslĂ€ndischen KKW in unmittelbarer GrenznĂ€he geĂ€ußert:

    ‱ BILD

    Das Institut der deutschen Wirtschaft befasst sich mit dem Fortschritt der Energiewende in der EU. Obwohl Deutschland die Energiewende quasi in den 1990er Jahren erfunden hat, seien viele andere Mitgliedsstaaten schon viel weiter auf dem Weg zu grĂŒnen Energien. Reiche EU-LĂ€nder seien indes nicht automatisch ökologische Vorreiter – viele osteuropĂ€ische Staaten erzielten bessere Werte als die Bundesrepublik:

    ‱ IWD.DE

    Martin Neumann, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Ă€ußert sich in einem Gastbeitrag bei energate messenger zum Thema Energiewende. Er warnt vor einer Hysterie und pocht darauf, dass Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit nicht durch einseitige Debatten gefĂ€hrdet werden dĂŒrfen:

    ‱ ENERGATE MESSENGER 

    Konservative CDU-Abgeordnete wĂŒrden Kernkraftwerke lĂ€nger laufen lassen wollen, berichtet der Tagesspiegel. Kritik an diesem Vorhaben kommt nicht nur von außerhalb sondern auch aus den eigenen Reihen: GĂŒnter Krings, Chef der nordrhein-westfĂ€lischen CDU-Abgeordneten im Bundestag, warnt davor, sich zu sehr auf Klimapolitik zu fokussieren. Besonders in Hinblick auf die anstehenden Wahlen in Ostdeutschland seien andere Themen entscheidend:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Das geplante LNG-Terminal in BrunsbĂŒttel steht auch wegen seiner NĂ€he zum dortigen KKW in der Kritik. Die deutsche Umwelthilfe kritisiert den geplanten Bau von LNG-Terminals entlang der NordseekĂŒste. Vor allem die Tatsache, dass das LNG vorrangig aus den USA importiert werden soll, stoße Experten ĂŒbel auf, denn dort werde das LNG aus besonders klima- und umweltschĂ€dlichem Fracking-Gas gewonnen. Auch die Lage in unmittelbarer NĂ€he schĂŒtzenswerter Wohngebiete, chemischer Industriebetriebe sowie des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel und dessen Zwischenlager stelle fĂŒr die RechtsanwĂ€ltin Cornelia Ziehm eine Missachtung bauplanungsrechtlicher Vorgaben dar. Als letztes Mittel sĂ€he die Deutsche Umwelthilfe daher auch eine mögliche Klage gegen die Genehmigung des Terminals, weiß das Portal energiezukunft.eu:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT.EU

    Die deutschen KĂŒstenlĂ€nder wollen gemeinsam eine Wasserstoffwirtschaft aufbauen. Mit mehreren Projekten treibt der Norden die Entwicklung voran, etwa fĂŒr die Herstellung von synthetischem Kerosin. „Die norddeutschen LĂ€nder betrachten grĂŒnen Wasserstoff als unverzichtbares Element einer umfassenden Energiewende“, heißt es laut eines Berichts der WELT in einer gemeinsamen ErklĂ€rung der fĂŒnf MinisterprĂ€sidenten von Ende April: „Norddeutschland soll als die in Deutschland fĂŒhrende Region mit vollstĂ€ndiger Wertschöpfungskette einer grĂŒnen Wasserstoffwirtschaft etabliert und gefestigt werden.“ Wasserstoff sei ein wichtiger Speicher fĂŒr die neue Energiewelt. Aus der Kombination von Wasserstoff mit Kohlendioxid kann man flĂŒssige Kraftstoffe oder Erdgas herstellen oder den Wasserstoff separat einlagern:

    ‱ WELT

     

  • Presseschau vom 24.05.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Den Auftakt machen diesmal zwei Meldungen aus BrunsbĂŒttel, dazu eine Diskussion ĂŒber den Transfer von Reststrommengen und Neuigkeiten von den Kraftwerksstandorten Emsland, Oberweser und MĂŒlheim-KĂ€rlich. Abschließend wird die Auswahl ergĂ€nzt durch einen Beitrag ĂŒber die polnische Sicht auf den deutschen Ausstieg aus der Kernkraft.

    Am 18. Mai stand das Elbeforum BrunsbĂŒttel ganz im Zeichen des Kampfs gegen die tĂŒckische Krankheit Blutkrebs, unterstĂŒtzt von zahlreichen Organisatoren, mit breitem Informationsangebot und einem bunten musikalischen Programm, das durch UnterstĂŒtzung der W:O:A-Organisatoren und die Band Fury in the Slaughterhouse möglich gemacht wurde. Am Ende wurden 468 Neuregistrierungen von Spendern gezĂ€hlt, womit die Marke von 2012 sogar ĂŒberboten werden konnte. Allein 84 Registrierungen steuerten Mitarbeiter und Angehörige des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel bei, das zu einer konzertierten Aktion aufgerufen hatte. Boyens Medien hat die Geschichte:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Auch die SHZ betonte die besonders starke Resonanz auf die Veranstaltung und den wertvollen Beitrag, den Partner und Sponsoren beigetragen hÀtten (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Bei der Stilllegung und dem abbaue des KKW BrunsbĂŒttel soll deutlich weniger RadioaktivitĂ€t in die Elbe gelangen als zunĂ€chst genehmigt worden und zulĂ€ssig ist. Darauf haben sich das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel (KKB) und mehrere UmweltverbĂ€nde und BĂŒrgerinitiativen geeinigt, teilte das Umweltministerium Schleswig-Holstein mit, das die GesprĂ€che nach eigenen Angaben moderiert hat. Der Wert wurde von derzeit  1,85 x 10ÂčÂč Becquerel (Bq) auf 5 x 10âč Bq im Kalenderjahr abgesenkt, was einer Reduktion auf 2,7 Prozent entspreche. Der Branchendienst EUWID berichtet:

    ‱ EUWID

    Sieben Kernkraftwerke sind in Deutschland noch in Betrieb. Mit Isar II, Emsland und Neckarwestheim II sollen die letzten von ihnen Ende 2020 vom Netz gehen. Doch könnten einige der sieben Kraftwerke schon vor der im Atomausstieg geregelten Frist abgeschaltet werden, laut eines Berichts des Tagesspiegels nicht zur Zufriedenheit der Betreiber, fĂŒr die die Erzeugung der Kernenergie weiterhin lukrativ ist. Die schleswig-holsteinische Jamaika-Koalition brachte sich schon im vergangenen Jahr in Stellung, um einen Transfer von Reststrommengen der Meiler BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel auf Brokdorf zu verhindern. „Eine Übertragung von Reststrommengen auf Brokdorf wĂŒrde dazu fĂŒhren, dass erneuerbarer Strom noch lĂ€nger abgeregelt werden mĂŒsste“, sagte Robert Habeck 2018, damals noch Umweltminister in Schleswig-Holstein. Doch ĂŒber den Transfer bestehe auch zwischen den Energieunternehmen Streit. Preussen Elekra habe Vattenfall erst im Januar auf Übertragung der Resstrommengen aus dem gemeinsam betriebenen KKW KrĂŒmmel verklagt:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Bei der aktuell laufenden Revision im Kernkraftwerk Emsland, die am 17. Mai begonnen hat, ist bei der turnusmĂ€ĂŸigen ÜberprĂŒfung des Generators ein Schaden festgestellt worden. Dies habe, so die NOZ, Auswirkungen auf die zeitliche Dauer der Revision. Der Generator befĂ€nde sich im nicht-nuklearen Teil der Anlage. Als neues Datum fĂŒr das Wiederanfahren des Kernkraftwerks nannte der Betreiber den 28. Juni, 20 Tage spĂ€ter als ursprĂŒnglich geplant:

    ‱ NOZ

    Fertiggestellt wurde der Rohbau des neuen Zwischenlagers am KKW Oberweser. Im Oktober soll das Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle betriebsbereit sein. Bis jetzt sei der Zeitplan fĂŒr das 18-Millionen-Projekt eingehalten worden. Ende September/Anfang Oktober solle es einen weiteren Infotag fĂŒr BĂŒrger geben, bei denen sie auch das Luna – so der Kurzname – besichtigen können.  Am 1. Januar 2020 gehe das Luna zusammen mit dem Lager Unterweser (Luw) von Preussen-Elektra an die bundeseigene Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) ĂŒber. NWZ Online berichtet:

    ‱ NWZ ONLINE

    Auch der Weser Kurier berichtet ausfĂŒhrlich und beleuchtet die Historie des KKW Unterweser:

    ‱ WESER KURIER

    Ein großer mobiler Kran hat am Kernkraftwerk MĂŒlheim-KĂ€rlich bei Koblenz den Abrissroboter hoch oben von der kreisrunden Mauerkrone des KĂŒhlturms gehoben. Nun geht dessen RĂŒckbau konventionell weiter, wie der Energiekonzern RWE laut WELT mitteilte. Der gewaltige KĂŒhlturm war bereits auf etwa die HĂ€lfte seiner ursprĂŒnglichen Höhe von 162 Metern geschrumpft. Der Abrissroboter, ein umgebauter ferngesteuerter Bagger mit Seitenstreben, habe sich seit 2018 in einem weltweit wohl einmaligen Verfahren oben immer im Kreis auf der dĂŒnnen Betonwand des KĂŒhlturms bewegt und diese mit einer zackenbewehrten Zange abgetragen:

    ‱ WELT

    Von einem „Comeback“ der Kernkraft spricht ebenfalls WELT. Am 12. Mai habe die polnische Nachrichtenredaktion Oko.press einen Appell von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten veröffentlicht. Darin hieße es: „Diese Entscheidung ist fĂŒr uns alle von Nachteil, fĂŒr die gesamte Menschheit“. Die Rede sei vom deutschen Ausstieg aus der Kernenergie. Im Nachbarland Polen sei die Sorge groß, dass Deutschland sich ĂŒbernommen habe. WĂ€hrend Deutschland bis 2022 seine verbliebenen Reaktoren abschalten möchte, setze Osteuropa voll auf Kernkraft. Dort mache sie in vielen LĂ€ndern bereits heute fast die HĂ€lfte des Strommixes aus und solle trotz hoher Kosten noch ausgebaut werden. Die Regierungen begrĂŒnden dies primĂ€r mit Umwelt- und Klimaschutz (Bezahlinhalt):

    ‱ WELT+

     

  • Presseschau vom 10.05.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche unter anderem mit einem Blick nach Österreich und Serbien, dazu das Unterthema Ausbildung in KKWs und die Frage nach der Forschung zu Kernkraft in Deutschland. ErgĂ€nzt wird die Auswahl durch ein Statement des Linde-Aufsichtsrats Reitzle.

    SchĂŒler aus BrunsbĂŒttel gehen wie an vielen anderen Orten auch auf die Straße, um fĂŒr den Klimaschutz zu demonstrieren. Auch im Unterricht dreht sich bei den Ă€lteren von ihnen in diesem Schuljahr vielen um das Thema Energie. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat zusammen mit dem Leiter des KKW BrunsbĂŒttel Klassen zweier Schulen besucht. „Um das Energieproblem in den Griff zu bekommen, mĂŒssen wir uns neue Technologien erschließen, wie beispielsweise Solarenergie und Windenergie“, so Prien laut Boyens Medien. Mit physikalischen und technischen Fragen hĂ€tten sich Gymnasiasten und GemeinschaftsschĂŒler aus Anlass des Besuchs intensiv beschĂ€ftigt und die entsprechenden Versuche aufgebaut. Möglich war dies dank Forscherboxen im Wert von € 10.000,- die das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel beiden weiterfĂŒhrenden Schulen gestiftet hat. Dies sei laut SHZ, die ebenfalls berichtete, eine Übergabe mit Symbolcharakter, denn die von Vattenfall finanzierten und von der Bildungsministerin an die Schulen ĂŒberreichten ExperimentierkĂ€sten zeigten auf, dass eine Energiewende nur dann gelingen kann, wenn alle Seiten an einem Strang ziehen und vor allem die Jugend mit eingebunden werde (Bezahlinhalte):

    ‱ SHZ

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Um den vermutlich noch Jahrzehnte in Geesthacht lagernden AtommĂŒll aus dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel noch besser zu sichern, investierte die Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) jetzt in entsprechende Schutzmaßnahmen. Das bundeseigene Unternehmen ist mit Finanzmitteln der Energiekonzerne ausgestattet und fĂŒr die Standortzwischenlager zustĂ€ndig. Der Betrieb des Zwischenlagers fĂŒr hochradioaktiven MĂŒll direkt neben dem Kernkraftwerk ist bis 2046 genehmigt. Die LĂŒbecker Nachrichten berichten und bieten ergĂ€nzend zum Beitrag eine Galerie zur Historie des KKW KrĂŒmmel an:

    ‱ LN ONLINE

    Damit Schleswig-Holsteins letztes noch laufendes Kernkraftwerk in Brokdorf bis zu seinem endgĂŒltigen Abschalttermin am 31. Dezember 2021 weiter Energie erzeugen kann, wollen die EigentĂŒmer Preussenelektra und Vattenfall Stromproduktionsrechte vom bereits stillgelegten Werk in KrĂŒmmel auf Brokdorf ĂŒbertragen. Brokdorf darf demnach in diesem und den beiden nĂ€chsten Jahren maximal noch insgesamt 15 Terawattstunden Strom produzieren. Da das Werk bei normalem Betrieb aber schon in einem Jahr 10 Terawattstunden erzeugt, wĂ€re Mitte nĂ€chsten Jahres Schluss. Verhindern können die Betreiber die vorzeitige Abschaltung nur mit einem Kauf zusĂ€tzlicher Produktionskontingente von stillgelegten Reaktoren. Laut Atomgesetz ist solch eine Übertragung möglich. Aktuell gibt es zwischen den Betreibern jedoch noch keine Einigung ĂŒber die ModalitĂ€ten. Wie die SHZ berichtet, hat Preussenelektra hierzu das Landgericht Hamburg angerufen (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ.DE

    Aufgrund von AuskĂŒnften der Konzernspitze wĂ€hrend der RWE-Hauptversammlung am vergangenen Freitag in Essen befĂŒrchten Anti-Kernkraft-Initiativen und der Bundesverband BĂŒrgerinitiativen Umweltschutz (BBU) eine LaufzeitverlĂ€ngerung fĂŒr das von RWE betriebene Kernkraftwerk Emsland in Lingen. RWE wies diese Mutmaßung als „Unsinn“ zurĂŒck. Die Vermutung entbehre jeder Grundlage, zitiert die NOZ einen Sprecher des Unternehmens:

    ‱ NOZ

    Dass in Kernkraftwerken in Deutschland weiterhin NachwuchsfachkrĂ€fte erfolgreich ausgebildet und mit guten Berufsperspektiven ĂŒbernommen werden, meldet das Portal B4B aus Schwaben. Das dortige Kernkraftwerk Gundremmingen befindet sich derzeit in einer gegenwĂ€rtig intensiven Parallelphase von Leistungsbetrieb und RĂŒckbau, aktuell wurden dort fĂŒnf NachwuchskrĂ€fte ĂŒbernommen. Etwa 560 Mitarbeiter seien direkt im Werk beschĂ€ftigt. Hinzu kĂ€men bei Partnerfirmen angestellte Mitarbeiter, die dauerhaft im Kernkraftwerk Gundremmingen tĂ€tig sind:

    ‱ B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

    Von einer Streitigkeit zwischen Österreich und dem Nachbarstaat Slowakei ĂŒber dort im Bau befindliche Kernkraftwerke berichtet die Augsburger Allgemeine. Der fĂŒr Juni geplante Start zweier von Österreich scharf kritisierter Reaktorblöcke im slowakischen Kernkraftwerk Mochovce werde nun verschoben. Die Betreiberfirma Slovenske Elektrarne teilte mit, der Betrieb verzögere sich bis November 2019, vielleicht auch bis MĂ€rz 2020. Die österreichische Regierung sorge sich vor allem um die Sicherheit der neuen Reaktorblöcke 3 und 4 des rund 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernten Werks. Öaterreichischer Protest gegen Kernkraftwerke habe bereits Tradition, so das Blatt. Seit die Bevölkerung 1978 gegen die Inbetriebnahme des eigenen Reaktors Zwentendorf gestimmt hab, könnten sich Politiker bei diesem Thema auf die uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung der BĂŒrger verlassen:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Physiker behaupten laut eines Beitrags der WELT, es gebe ein Konzept fĂŒr einen Kernreaktor ohne Sicherheitsrisiken und ohne atomaren Abfall. Deutschland solle demnach zumindest prĂŒfen, ob diese Technik nicht das „kleinere Übel“ zur Milderung des Klimawandels sei, so der Meinungsbeitrag, statt generell Forschung und Entwicklung im Bereich Kerntechnik auszuschließen:

    ‱ WELT

    Die Titelgeschichte des SPIEGEL dieser Woche beschĂ€ftigt sich mit dem aus Sicht des Blattes katastrophalen Status der Energiewende in Deutschland. FĂŒr den Umbau des deutschen Energiesystems fehlten Kraftwerke, Netze und Speicher. Der Staat habe Milliardensummen vergeudet und den Ausstieg aus der Kernenergie nicht mit ausreichenden flankierenden Maßnahmen unterstĂŒtzt (Bezahlinhalt):

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Der Aufsichtsratschef des Industriekonzerns Linde, Wolfgang Reitzle, habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schweres Versagen bei der Energiewende vorgeworfen und eine RĂŒckkehr zur Atomkraft gefordert. Es mache ihn sprachlos, wie „lĂ€ssig und Fakten ignorierend die Politik in Deutschland bei Themen wie der Energiewende Grundsatzentscheidungen trifft“, sagte er laut eines Berichts der Junge Freiheit gegenĂŒber der Zeitung DIE WELT. Reitzle beklagte demnach, die gesamtwirtschaftlichen Folgen wĂŒrden nicht betrachtet. Auch der Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergie mĂŒsse korrigiert werden. „Die Kernenergie sollte weiter Bestandteil unserer Energiepolitik bleiben, weil nur sie grundlastfĂ€hig, billig und CO2-frei ist“ zitiert das Blatt den Manager:

    ‱ JUNGE FREIHEIT

     

  • Presseschau vom 26.04.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche u.a. mit interessanten Artikeln aus Grohnde, Biblis und Gundremmingen zu Revision und Status des RĂŒckbaus, Neuigkeiten zum ICSID-Verfahren und einem Blick auf die RĂŒckbaubranche in Deutschland, die ein lohnendes und dank des Ausstiegs aus der Kernkraft auch sehr langfristig attraktives GeschĂ€ft darstellt.

     

    Bei der Schadenersatzklage von Vattenfall als Betreiber der KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel gegen die Bundesrepublik wegen des deutschen Atomausstiegs belaufe sich die Forderung inzwischen auf mehr als sechs Milliarden Euro. Der Zuwachs zum bisherigen Anspruchsvolumen beruhe auf Verzinsungen angesichts der langen Dauer des Verfahrens. Dies gehe laut eines Berichts des Nachrichtensenders n-tv aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei Die Linke hervor. Vattenfall hatte vor dem Schiedsgericht gegen die dauerhafte Stilllegung der beiden schleswig-holsteinischen KKW geklagt. Der Konzern beanspruche im Rahmen des sog. ICSID-Schiedsverfahrens eine faire Kompensation fĂŒr den dadurch entstandenen finanziellen Schaden:

    ‱ N-TV

    Der Konzern selbst nimmt zum ICSID-Verfahren ausfĂŒhrlich auf einer eigenen Website Stellung:

    ‱ VATTENFALL

    Zu Ostern hat im KKW im niedersĂ€chsischen Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont die jĂ€hrliche Revision begonnen. Vier Wochen lang bleibe es deswegen abgeschaltet, so der WDR in seinem Bericht. In den kommenden Wochen werden unter anderem etwa 50 frische Brennelemente eingesetzt. DafĂŒr wĂŒrden in der Spitze bis zu 1.250 Personen auf der Anlage sein. Geplant sei, die Arbeiten in 26 Tagen zu beenden:

    ‱ WDR

    Wie der NDR vom selben Ort berichtet, hat das Energieunternehmen Preussen Elektra den Fahrplan fĂŒr den RĂŒckbau des KKW Grohnde vorgestellt. Der stufenweise RĂŒckbau des Kraftwerks werde bereits vorbereitet, so der Betreiber. Erste AntrĂ€ge seien bei den Behörden schon gestellt. Seit Anfang des Jahres gehört das lokale Zwischenlager fĂŒr den radioaktiven AbfĂ€lle nicht mehr dem Kraftwerksbetreiber, sondern dem Bund ĂŒber dessen Gesellschaft BGZ. Nach 2021 werde es noch fĂŒnf Jahre dauern, bis die Brennelemente in den entsprechenden BehĂ€ltern verpackt seien. Danach werde das GebĂ€ude von innen zurĂŒckgebaut. Äußerlich sichtbare Maßnahmen wĂŒrden erst Mitte bis Ende der 2030er-Jahre erkennbar werden:

    ‱ NDR

    Ähnlich wie zukĂŒnftig in Grohnde gestaltet sich bereits der RĂŒckbau des KKW Biblis in Hessen. Der dortige Abbau laufe bereits seit 2004 und werde sich noch bis zu 10 weitere Jahre hinziehen, so die Rhein-Neckar-Zeitung in ihrem Bericht. Bis dahin wĂŒrden die vier optisch dominanten, im Innern nach und nach entkernten KĂŒhltĂŒrme des Werks in voller Höhe stehenbleiben:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die Rheinpfalz gibt einen Überblick zum Stand des RĂŒckbaus des KKW Philippsburg. Block 1 der beiden dortigen Kraftwerks-Blöcke ist nahezu baugleich mit den in den KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel verwendeten Reaktoren und bereits 2011 vom Netz gegangen. Block 2 ist neueren Datums, ein Druckwasser-Reaktor und vergleichbar mit der Anlage Isar2 in Landshut. Er wird laut Atomgesetz Ende 2019 abgeschaltet:

    ‱ DIE RHEINPFALZ

    Am Ostersonntag begann auch in Block C des AKW Gundremmingen die jĂ€hrlich stattfindende Revision. Der Block werde hierfĂŒr fĂŒr rund fĂŒnf Wochen vom Netz genommen und heruntergefahren, so die Heidenheimer Zeitung unter Berufung auf den Betreiber RWE. Neben wiederkehrenden PrĂŒfungen und Wartungsarbeiten an Anlagenkomponenten und Sicherheitssystemen stehen demnach Inspektionen an BehĂ€ltern, Armaturen und elektrischen Schaltanlagen im Fokus der Arbeiten. 112 Brennelemente wĂŒrden getauscht. Rund 20 Millionen Euro sollen hierfĂŒr in die Anlage investiert werden. Nach Abschluss aller Maßnahmen solle Block C voraussichtlich Ende Mai wieder mit dem Netz synchronisiert werden. Der RĂŒckbau des bereits stillgelegten Blocks B des Werks gehe derweil voran: Die Genehmigung zum RĂŒckbau im Maschinenhaus sei vor einigen Wochen erteilt worden.
    Es sei nun möglich, mit den eigentlichen Demontage-Arbeiten zu beginnen. Als erstes sollen diese das Kondensatorreinigungsystem betreffen. Die Turbine und der Generator sollen erst nachgelagert an die Reihe kommen:

    ‱ HEIDENHEIMER ZEITUNG

    Die SaarbrĂŒcker Zeitung beschĂ€ftigt sich ausfĂŒhrlich mit einem Unternehmen, das auf den Abbruch von Industrieanlagen spezialisiert ist. Dies sei ein Wachstumsmarkt, in dem bereits ca. 6.400 Unternehmen in Deutschland tĂ€tig seien. Das hier vorgestellte Unternehmen habe auch die nötige Lizenz zur Beteiligung an RĂŒckbauten atomarer Anlagen und rechne angesichts von 17 RĂŒckbauprojekten in Deutschland mit langfristig guter Auftragslage:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

  • Presseschau vom 05.04.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche finden sich spannende Berichte aus den KKW-Standorten MĂŒlheim-KĂ€rlich, Gundremmingen und Fessenheim, ein Beitrag zu Greta Thunberg und ihrer Haltung zu Kernenergie, ein Blick in den Hamburger Hafen sowie Stimmen aus der Schweiz und Österreich.

    Mit beindruckenden Bildern berichtet BILD vom RĂŒckbau des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich. Der dortige, 162 Meter hohe KĂŒhlturm wird mit einer Spezialmaschine StĂŒck fĂŒr StĂŒck abgetragen. Die Geschwindigkeit istÂ ĂŒberschaubar: Pro Woche dreht die FrĂ€se genau eine Runde und trĂ€gt dabei 3 Meter des Betonturms ab:

    ‱ BILD

    Dass der Betrieb des Abbruchroboters gleichwohl nicht pannenfrei verlĂ€uft, belegt ein neuerer Beitrag der Rhein-Zeitung: Demnach stehen die Abrissarbeiten in MĂŒlheim-KĂ€rlich aufgrund technischer Probleme aktuell still (Bezahlinhalt):

    ‱ RHEIN-ZEITUNG

    Im Kernkraftwerk Fessenheim hat es einen Zwischenfall gegeben. Baden FM berichtet, dass wegen eines defekten Ventils der Reaktorblock 1 heruntergefahren wurde. Bis das Ventil repariert ist, solle der Reaktor abgeschaltet bleiben, schreibe der Kraftwerksbetreiber EDF auf seiner Internetseite. Man gehe von einer „Null“ auf der internationalen Störfall-Skala, also dem untersten Wert aus:

    ‱ BADEN.FM

    Das Kernkraftwerk Gundremmimgen hat die Genehmigung fĂŒr die Stilllegung und den Abriss von Block B erhalten. Das teilte die technische GeschĂ€ftsfĂŒhrung bei einer Pressekonferenz mit. Block B ist bereits Ende 2017 abgeschaltet worden, der Antrag auf RĂŒckbau wurde bereits im Dezember 2014 beim bayerischen Umweltministerium eingereicht.  Die SWP zitiert einen Sprecher des Betreibers RWE: “Das Thema RĂŒckbau ist jetzt RealitĂ€t. Wir freuen uns, nun loslegen zu können.“ Die Vorbereitungen seien lange und grĂŒndlich gewesen:

    ‱ SWP.DE

    Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg erinnert in einem eigenen Beitrag daran, dass Kernenergie dem Weltklimarat IPCC zufolge „ein kleiner Teil einer sehr großen neuen kohlenstofffreien Energie-Lösung“ sein könnte. Nicht nur im Ausstiegsland Deutschland habe dies intensive Diskussionen ausgelöst. Der Berliner Tagesspiegel fasst die Debatte zusammen und schildert, dass in zahlreichen LĂ€ndern außerhalb Deutschlands derzeit neue Kernkraftwerke entstehen, und beleuchtet die Risiken, die mit dem nahezu zeitgleichen Aus fĂŒr Kernkraft und Kohleverstromung in Deutschland entstehen könnten:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Nach HHLA und der Reederei Hapag-Lloyd wollen laut eines Berichts der WELT zwei weitere Hamburger Hafenunternehmen keine Kernbrennstoffe mehr im dortigen Hafen umschlagen. Entsprechende VerzichtserklĂ€rungen hĂ€tten nun auch Eurogate und C. Steinweg (SĂŒd-West Terminal) abgegeben, teilte die Wirtschaftsbehörde demnach mit. In den jeweils gleichlautenden ErklĂ€rungen hieße es wörtlich: „Dem Senat ist es ein Anliegen, dass im Hamburger Hafen keine Kernbrennstoffe umgeschlagen werden. Wir sind gerne bereit, den Senat in dieser Hinsicht zu unterstĂŒtzen.“ Erst in der vergangenen Woche sei der letzte Transport mit radioaktivem Material der HHLA im Hafen abgewickelt worden. Am Unikai auf dem Kleinen Grasbrook waren auf ein Schiff Brennelemente aus dem niedersĂ€chischen Lingen verladen worden. Insgesamt habe es 2018 rund 180 einschlĂ€gige Transporte ĂŒber Hamburg gegeben, darunter aber auch welche auf Straße und Schiene. Alternative Transportwege wurden von den Beteiligten nicht genannt:

    ‱ WELT

    In der Schweiz steht die erste Stilllegung eines KKW bevor. Das Kernkraftwerk MĂŒhleberg gehe als erstes Schweizer Werk am 20. Dezember 2019 vom Netz. Der Blick nimmt dieses Ereignis zum Anlass eines ausfĂŒhrlichen Beitrags (in Kooperation mit dem Betreiber) ĂŒber die Zukunft des Werkes und der nach der Stilllegung anstehenden Prozessschritte und Arbeiten. Der nukleare RĂŒckbau solle bis ca. 2030 dauern:

    ‱ BLICK.CH

    Der österreichische Standard beschĂ€ftigt sich mit den Investments des Microsoft-GrĂŒnders Bill Gates. Dieser setze u.a. auch auf die Erforschung von Kerntechnik neuester Generation, die den Bau kleinerer, modular aufgebauter Kraftwerke mit hoher Sicherheit und regionalem Versorgungsanspruch erlauben soll. Entsprechende Start-ups wollen demnach schon im nĂ€chsten Jahrzehnt die Netzversorgung starten. Gates sei Investor bei der US-Firma Terrapower und sehe Kernkraft als Antwort auf den immer stĂ€rker steigenden Strombedarf der Welt. Außerdem rechne er mit Fortschritten in Richtung Fusionsenergie, die effiziente Energieversorgung ohne radioaktives Risiko versprĂ€che:

    ‱ DER STANDARD

    Neues vom Energiestandort BrunsbĂŒttel: Laut eines Berichts der WELT soll dort die weltweit erste Großproduktion von kĂŒnstlichem Erdgas entstehen. Dieses sei klimaneutral, solle Autos und Schiffe antreiben und Heizungen sauberer machen. Das grĂŒne Gas beende auch die Suche nach einem Stromspeicher. FĂŒr das 120-Millionen-Euro-Projekt haben sich die drei Energiespezialisten MANEnergy Solutions, Vattenfall und der Erneuerbare-Energien-Spezialist Arge Netz aus Husum zusammengetan. Sie bewerben sich nun auf entsprechende Fördermittel. BrunsbĂŒttel sei von den Projektpartnern auch deshalb als Standort gewĂ€hlt worden, weil hier ein Hafen zur Anlandung von FlĂŒssiggas- oder LNG-Tankern entstehen soll. Mit einem möglichen LNG-Terminal in BrunsbĂŒttel ergĂ€be sich perspektivisch die Möglichkeit, das angelandete Erdgas klimaschonend zu veredeln (Bezahlinhalt):

    ‱ WELT

     

  • Presseschau vom 22.03.2019

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die BeitrĂ€ge beschĂ€ftigen sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem RĂŒckbau der KKW Gundremmingen und MĂŒlheim-KĂ€rlich sowie mit einem meldepflichtigen Ereignis in BrunsbĂŒttel, es findet sich ein Beitrag mit einer Übersicht ĂŒber den Status der aktiven KKW in Deutschland und wir blicken ostwĂ€rts nach Weissrussland und Russland.

     

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel sind fehlerhafte Verschraubungen an sog. Konrad-Containern festgestellt worden. Die Container sind als EndlagerbehĂ€lter fĂŒr die Einlagerung von radioaktiven AbfĂ€llen in das Endlager Schacht Konrad bestimmt. Bei den radioaktiven AbfĂ€llen aus dem Kraftwerk handelt es sich um Verdampfer- und Filterkonzentrate aus dem zurĂŒckliegenden Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel. Die fehlerhaften Verschraubungen wurden der Aufsichtsbehörde als meldepflichtiges Ereignis der untersten Kategorie N angezeigt. Der Branchendienst IWR berichtet:

    ‱ IWR

    Vom „langen Abschied“ vom KKW Gundremmingen berichtet die Augsburger Allgemeine und dokumentiert die geplanten Schritte zum RĂŒckbau des bayerischen Kraftwerks. GegenwĂ€rtig ist dort noch ein Block in Betrieb, dessen endgĂŒltige Abschaltung ist fĂŒr 2021 geplant. Das Blatt blickt auch nach MĂŒlheim-KĂ€rlich, wo ein vergleichbares Projekt bereits fortgeschritten ist: Dort lĂ€uft der RĂŒckbau bereits seit Sommer 2004, seit 2018 wird auch die Demontage des aufgrund seiner GrĂ¶ĂŸe landschaftsprĂ€genden KĂŒhlturms betrieben. Dessen Demontage mit innovativer Abrisstechnik könnte zum Modellfall fĂŒr Gundremmingen werden:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Auch SPIEGEL Online blickt nach MĂŒlheim-KĂ€rlich und bietet eine Videoreportage zum dortigen RĂŒckbau an. Auch dort steht der Abbau des KĂŒhlturms im Fokus der Außenaufnahmen. Es kommen zahlreiche Mitarbeiter des KKW zu Wort, die SPIEGEL Online bei einem Gang durch den Kontrollbereich begleitet, u.a. zum Freimessverfahren der Bauteile:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Dass der RĂŒckbau von Kernkraftwerken ein ertrĂ€gliches GeschĂ€ft fĂŒr die Anbieter von Spezialdienstleistungsunternehmen sein kann, beleuchtet die Rheinpfalz. Eine Sparte des Mannheimer Industriedienstleisters Bilfinger SE ist auf Nukleartechnik spezialisiert und spiele beim derzeit laufenden RĂŒckbau des Kernreaktors MĂŒlheim-KĂ€rlich eine tragende Rolle. Bilfinger Noell aus WĂŒrzburg baue die beiden riesigen, je 450 Tonnen schweren Dampferzeuger im ReaktorgebĂ€ude aus. Diese wĂŒrden dafĂŒr komplett zerlegt. Dampferzeuger sitzen im ReaktorgebĂ€ude eines Kernkraftwerks. In ihnen wird der Heißdampf produziert, der die Turbine fĂŒr die Stromerzeugung antreibt. Die Zerlegetechnik sei extra entwickelt worden und werde erstmalig angewendet, so das Blatt:

    ‱ DIE RHEINPFALZ

    Eine Übersicht ĂŒber alle in Deutschland gelegenen, noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke bietet die SHZ, zusammen mit einem Ausblick und Zeitplan fĂŒr die endgĂŒltigen Stilllegungen und den RĂŒckbau (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Differenziert bezĂŒglich der Alternativen zu klimaschĂ€dlichen Energiequellen wie Kohle Ă€ußert sich die Klimaaktivistin Greta Thunberg laut eines Beitrags der BILD in einem Facebook-Post. Es gebe, so Thunberg demnach, viele Dinge, die wichtig und notwendig seien. Sie nennt erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft, Recycling, nachhaltige Landwirtschaft und vegane ErnĂ€hrung. Es gehe aber „ums Ganze und nicht nur um Teilaspekte“. Auf der Suche nach einem globalen Weg nach vorn dĂŒrfe man auch die Kernkraft „nicht verteufeln“:

    ‱ BILD

    Aus Weißrussland berichtet die SĂŒddeutsche Zeitung. Dort entsteht aktuell das erste Kernkraftwerk des Landes. WĂ€hrend die NĂ€he zum Standort Tschernobyl Erinnerungen an die grĂ¶ĂŸte Katastrophe in der Geschichte der Kernkraft weckt, seien die Bewohner am Standort Astrawez dem Projekt gegenĂŒber besonders positiv eingestellt, so der Bericht (Bezahlinhalt):

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Nach Russland blickt Tagesschau.de. Der russische Staatskonzern ROSATOM behaupte, große Teile des Welthandels mit Kernkraftwerken zu dominieren und dass der Markt fĂŒr neue Anlagen floriere. ROSATOM sprĂ€che von insgesamt 36 nuklearen Kraftwerksblöcken in insgesamt elf LĂ€ndern, die sich unter Beteiligung von ROSATOM derzeit „im Bau befinden“. Der Beitrag meldet Zweifel an dieser Darstellung an und bezieht sich dabei auf eine Studie einer russischen Umweltschutzorganisation. Laut dieser Studie baue ROSATOM derzeit im Ausland nicht 36, sondern lediglich sieben neue Atomreaktoren, jeweils zwei in Indien, Bangladesh und Weißrussland, sowie einen in der TĂŒrkei. Die restlichen Projekte lĂ€gen auf Eis:

    ‱ TAGESSCHAU

  • Presseschau vom 08.03.2019

    Auch in dieser Woche haben wir wieder interessante BeitrĂ€ge zusammengestellt. Informieren Sie sich u.a. ĂŒber die bevorstehende Informationsveranstaltung in KrĂŒmmel, den RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser, lesen Sie Wissenswertes aus dem Hamburger Hafen, sowie der Schweiz und erfahren Sie mehr zum Status des Ausbaus des Stromnetzes in Berlin:

    Das seit 2011 stillgelegte Kernkraftwerk KrĂŒmmel soll nach den Planungen des Energiekonzerns Vattenfall als Betreiber voraussichtlich bis Mitte der 2030er Jahre abgebaut werden. Über die Suche nach einem geeigneten Endlager fĂŒr den derzeit im Standortzwischenlager (SZL) neben dem Kraftwerk deponierten hochradioaktiven MĂŒll berichteten jetzt Vertreter der in Essen ansĂ€ssigen Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) bei einer Informationsveranstaltung. Anfang dieses Jahres ĂŒbernahm die BGZ von Vattenfall das Zwischenlager, in dem sich noch 41 mit Brennelementen gefĂŒllte CastorbehĂ€lter befinden. Die Kreiszeitung-Wochenblatt Winsen berichtet:

    ‱ Kreiszeitung-Wochenblatt Winsen

    Die Landeszeitung LĂŒneburg beschĂ€ftigt sich in ihrem Blog ebenfalls mit der Informationsveranstaltung der BGZ und weist darauf hin, dass das Zwischenlager eine Betriebsgenehmigung bis 2024 besĂ€ĂŸe, ein geeignetes Endlager aber frĂŒhestens 2015 betriebsfĂ€hig sein könne. Der Beitrag zitiert den Chef der BGZ Ewold Seeba zur Zusammenarbeit seiner Organisation mit dem Betreiber Vattenfall: Diese laufe „sehr gut“, die Standortzwischenlager halte er gemĂ€ĂŸ dem aktuellen Stand der Technik fĂŒr sicher:

    ‱ Landeszeitung LĂŒneburg

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) schreitet zĂŒgig voran: Mitte November habe das Unternehmen beim Umweltministerium in Hannover die zweite Abbaugenehmigung beantragt, berichtete Anlagenleiter Gerd Reinstrom beim JahresauftaktgesprĂ€ch des KKU. Bei dieser Abbaugenehmigung gehe es um den ReaktordruckbehĂ€lter und dessen Betonmantel, den Bioschild. Die Genehmigung erwarte das KKU fĂŒr Mitte 2020. Begonnen hatte der RĂŒckbau bereist im Februar 2018. Seitdem seien knapp 500 Tonnen Material zerkleinert und in bislang 1188 Mulden – TragekĂ€sten aus Stahl – gepackt worden, die vorĂŒbergehend im Ringraum der Kuppel des Werks stehen. Die NWZ online hat die Details und gibt auch einen zeitlichen Ausblick bis zum vollstĂ€ndigen RĂŒckbau des Werks:

    ‱ Nordwest Zeitung

    Der 21. Februar 2019 war ein historischer Tag fĂŒr das KKU: Zum letzten Mal habe ein Castor-BehĂ€lter den Kontrollbereich des Kernkraftwerks verlassen, so die NWZ in einem weiteren Beitrag. Damit sei das Kraftwerk knapp acht Jahre nach seiner Abschaltung am 18. MĂ€rz 2011 brennstofffrei. Das Lagerbecken sei komplett leergerĂ€umt. Brennelementefrei war das abgeschaltete Kraftwerk schon seit Februar 2018. Danach bereitete das Beladeteam die Verladung der restlichen 87 einzelnen BrennstĂ€be vor, die noch im Abklingbecken lagen. Sie wurden unter Wasser in spezielle BehĂ€ltnisse, sogenannte Köcher, gesteckt. Der letzte Castor-BehĂ€lter habe nun drei dieser Köcher aufgenommen:

    ‱ Norwest Zeitung

    Die sofortige und unwiderrufliche Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde fordert der Rat der Stadt Stadthagen in einer Resolution. Diese wurde in der jĂŒngsten Sitzung auf Antrag der GrĂŒnen mit den Stimmen von SPD, FDP, GrĂŒnen, WIR und Linke verabschiedet, die CDU stimmte geschlossen dagegen. Deren Vertreter vermuten ein rein politisches Manöver in Vorbereitung der kommenden Europawahl, das KKW Grohnde habe ohnehin nur noch eine Restlaufzeit von 6 Monaten. Die Schaumburger Nachrichten fassen zusammen:

    ‱ Schaumburger Nachrichten

    Ausgehend von einem fiktiven Störfall im Kernkraftwerk NeckarwestheimÂ ĂŒben Behörden des Bundes und Landes den radiologischen Katastrophenschutz. In dem fĂŒr die Übung geplanten Szenario hat ein Erdbeben einen Stromausfall im Kraftwerk verursacht, wie ein Sprecher des Bundesamts fĂŒr Strahlenschutz laut eines Beitrags der Stimme Heilbronn erlĂ€uterte. Am Folgetag solle dann der Austritt von radioaktiver Strahlung simuliert werden. Es sei eine der grĂ¶ĂŸten Übungen dieser Art, so eine Sprecherin der Behörde. Dabei soll vor allem die Zusammenarbeit im neuen Radiologischen Lagezentrum erprobt werden:

    ‱ Stimme Heilbronn

    Nach dem Ausstieg aus der Kerneenergie 2011 wurde auf Wunsch der Bundesnetzagentur im Block A des Kernkraftwerks Biblis ein sog.  Phasenschieberbetrieb eingerichtet. Gemeinsam mit Siemens wurde der Generator so umgebaut, dass er ab Februar 2012 im Leerlaufbetrieb sogenannte Blindleistung regeln konnte, die fĂŒr die Spannungshaltung im Netz dringend benötigt wurde. Diese Netzdienstleistung war damals vor allem in SĂŒddeutschalnd notwendig, teilte RWE mit. Im abgeschalteten Block A des Kraftwerks Biblis wurde zum Ende des Jahres 2018 diese im nicht-nuklearen Teil der Anlage betriebene Netzdienstleistung „Phasenschieberbetrieb“ nun vertragsgemĂ€ĂŸ beendet, wie der Branchendienst IWR berichtet:

    ‱ IWR

    Zum wiederholten Mal hat die Schweizer Atomaufsicht ĂŒber eine Panne im Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt bei Waldshut berichtet. Bei der Revision 2018 soll es laut Bericht des SĂŒdkurier in der Reaktorkuppel durch menschliches Versagen zu einer unerwarteten Erhöhung der RadioaktivitĂ€t gekommen sein. Durch die menschliche Komponente des Vorfalls habe die Aufsicht das Ereignis mit Stufe 1 statt der vom Werk gemeldeten Stufe 0 auf der Ereignisskala bewertet. Leibstadt ist in der Vergangenheit hĂ€ufiger durch Störungen aufgefallen:

    ‱ SĂŒdkurier

    Die Zahl der Transporte mit Kernmaterial durch den Hamburger Hafen sei nicht gesunken, obwohl die norddeutschen KKW BrunsbĂŒttel, Stade und KrĂŒmmel stillgelegt seien, moniert die taz. 2018 passierten laut einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken rund 180 Atomtransporte die Stadt und damit nicht weniger als in den Jahren zuvor. 80 dieser Transporte enthalten Brennstoffe fĂŒr Kernkraftwerke, 99 andere strahlende Materialien. Der Versuch, auf freiwillige Selbstverpflichtungen der beteiligten Unternehmen zu setzen, derartige Transporte zu unterlassen, sei damit gescheitert, so das Blatt:

    ‱ TAZ

    Der Ausbau der Stromnetze wird deutlich teurer als geplant, meldet das Handelsblatt: Noch 2017 ging man von Investitionen ins Übertragungsnetz in Höhe von 33 Milliarden Euro aus. Die Berliner Ratingagentur Scope Ratings komme jedoch zu dem Ergebnis, dass die Übertragungsnetzbetreiber 52 Milliarden Euro bis 2030 investieren werden. Der massive Ausbau der Übertragungsnetze wird erforderlich, weil sich die Stromerzeugung in Deutschland komplett verĂ€ndert. Immer mehr Strom wird in den Windparks im Norden und Nordosten Deutschlands erzeugt. Von dort muss er in die Verbrauchszentren im SĂŒden und Westen der Republik geleitet werden. WĂ€hrend es im Norden ein Überangebot an Strom gibt, ist er im SĂŒden oft knapp. Weil die Übertragungsnetze im Moment noch nicht entsprechend ausgebaut sind, mĂŒssen im Norden hĂ€ufig WindkapazitĂ€ten abgeregelt werden. Der Strom kann dann nicht in den SĂŒden transportiert werden. Hilfsweise mĂŒssten im SĂŒden oftmals alte Kraftwerke angeworfen werden, oft muss auch Strom aus dem benachbarten Ausland, auch gewonnen in Kernkraftwerken, zugekauft werden:

    ‱ Handelsblatt

    Mit dem FĂŒr und Wider der Kernkraft fĂŒr den Klimaschutz beschĂ€ftigt sich die SĂŒddeutsche Zeitung. Zahlreiche Forscher fordern demnach aktuell verstĂ€rkte Investitionen in die Kernenergie. Als CO₂-freie Technologie dĂŒrfe man die Kernkraft nicht vernachlĂ€ssigen, um den Klimawandel zu bremsen. Auch Microsoft-GrĂŒnder Bill Gates setze sich fĂŒr neue Reaktoren ein und investiere selbst in die Technik, ihm gehöre die Firma TerraPower, die an neuartigen Meilern forscht. Kritiker bemĂ€ngeln den angeblich hohen Kostenfaktor des Verbleibs in der Kernenergie sowie die relativ geringe Auswirkung auf die Reduzierung des weltweiten CO₂—Ausstoßes:

    ‱ SĂŒddeutsche Zeitung

  • Presseschau vom 22.02.2019

    Die Nachrichtenlage ist in dieser Woche eher durchwachsen, lesenswert ist aber insbesondere der Beitrag in der NZZ zur Umsetzung des Ausstiegs aus der Kernkraft. Und erstmals dabei: ein Podcast mit einem Beitrag aus BrunsbĂŒttel.

     

    Mit der RĂ€umung der Kavernen, in denen zum Teil beschĂ€digte FĂ€sser mit schwach- bis mittelradioaktiven AbfĂ€llen lagerten, sowie der Erteilung der RĂŒckbaugenehmigung sind am KKW BrunsbĂŒttel wichtige Schritt zum RĂŒckbau erfolgt. Die SHZ hat bei einem Ortstermin im Kraftwerk in BrunsbĂŒttel den fĂŒr Kernenergie zustĂ€ndigen Umweltminister Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) zum GesprĂ€ch getroffen. Das GesprĂ€ch findet sich als Podcast auf der Seite des Blatts:

    ‱ Boyens-Medien

    Ein Endlager fĂŒr radioaktiven AtommĂŒll auch aus dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel werde bis zum Jahr 2036 nicht gefunden und gebaut worden sein. Doch dann ende die Betriebsgenehmigung fĂŒr das Castorlager in KrĂŒmmel. Eine automatische VerlĂ€ngerung der Betriebsgenehmigung dĂŒrfe es aus der Sicht der lauenburgischen Bundestagsabgeordneten Nina Scheer (SPD) laut eines Berichts der LĂŒbecker Nachrichten jedoch nicht geben, selbst wenn jetzt schon wahrscheinlich sei, dass es eine zeitliche LĂŒcke geben werde. In den Fokus gerĂŒckt sei das Thema durch den Übergang der Verantwortung fĂŒr das Lager mit den derzeit 41 Castoren mit mehr als 2000 Brennelementen vom Kraftwerksbetreiber Vattenfall zur Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung BZL Anfang des Jahres:

    ‱ LN-online

    Im Kernkraftwerk Brokdorf sind zwei meldepflichtige Ereignisse festgestellt worden. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) laut des Branchendiensts IWR in Kiel mit. Bei dem ersten Ereignis konnten wĂ€hrend einer wiederkehrenden PrĂŒfung zwei Außenluftklappen im SchaltanlagengebĂ€ude nach deren auslegungsgemĂ€ĂŸem Schließen nicht von der Warte aus verfahren werden. Die SchwergĂ€ngigkeit wurde beseitigt und die FunktionsfĂ€higkeit der Außenluftklappen wiederhergestellt. Des Weiteren informierte die Reaktorsicherheitsbehörde darĂŒber, dass ein Ereignis aus dem August letzten Jahres 2018 nunmehr als meldepflichtig eingestuft und seitens der Betreibergesellschaft gemeldet wurde, nachdem sich ein systematischer Zusammenhang und damit die ErfĂŒllung eines Meldekriteriums herausgestellt hat. Damals waren im Rahmen einer wiederkehrenden bautechnischen PrĂŒfung an zwei Ankerplatten im NotspeisegebĂ€ude geringfĂŒgige Spalte zwischen der Betonwand und den Ankerplatten vorgefunden worden. Die Betreibergesellschaft habe beide Ereignisse der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zugeordnet:

    ‱ IWR

    Die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet aus Neckarwestheim. Die Stilllegungs- und erste Abbaugenehmigung fĂŒr Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim hatte das baden-wĂŒrttenbergische Umweltministerium am 3. Februar 2017 erteilt. Betreiber EnBW habe die Genehmigung am 13. Februar 2017 in Anspruch genommen, seitdem befindet sich die Anlage im sogenannten Stilllegungs- und Restbetrieb. Im Dezember 2017 hatte die EnBW Kernkraft GmbH die zweite Abbaugenehmigung fĂŒr den ersten Block des Kraftwerks in Neckarwestheim beantragt. Insgesamt lĂ€gen dagegen nun mehr als 300 Einzeleinwendungen vor, ĂŒber die das Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde und der Kraftwerksbetreiber offen diskutieren wolle, ein erster Erörterungstermin habe bereits stattgefunden:

    ‱ Ludwigsburger Kreiszeitung

    Die NZZ berichtet aus Schweizer Sicht am Beispiel des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich ĂŒber die Umsetzung des Ausstiegs aus der Kernenergie in Deutschland. Das Blatt spricht dabei von einem „Wahrzeichen des deutschen Verwaltungswahnsinns“. Der ausfĂŒhrliche Beitrag schildert den Betrieb des AKW auf Basis von angreifbaren Teilgenehmigungen und daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten und bilanziert, dass MĂŒlheim-KĂ€rlich in den immerhin 50 Jahren seit Baubeginn 1975 nur „unglaubliche 13 Monate“ im Leistungsbetrieb gelaufen sei. In dieser Zeit habe das Kraftwerk hervorragend funktioniert und allen Sicherheitsstandards entsprochen. Die langjĂ€hrigen Verwaltungsprozesse hĂ€tten Betreiber RWE und dessen AktionĂ€re schĂ€tzungsweise 5 Mrd. € gekostet. Davon entfielen 3,5 Mrd. € auf den Bau, 1 Mrd. € auf den RĂŒckbau und Hunderte Millionen auf die zehn Jahre Stillstand, zitiert die NZZ den Betreiber. Von 1988 bis 1998 wurde das Kraftwerk unter voller BetriebsstĂ€rke der Mitarbeiter auf Stand-by gehalten, inklusive Erhaltungsarbeiten, Revisionen und Wartungen:

    ‱ Neue ZĂŒrcher Zeitung

    Beim Ausstieg aus der Kernenergie bleibt der Export von in Deutschland produzierten Brennelementen ins benachbarte Ausland ein Streitpunkt. Der Tagesspiegel widmet sich dem Thema ausfĂŒhrlich. UmweltstaatssekretĂ€r Jochen Flasbarth habe mitgeteilt, dass die Umweltministerin die Möglichkeit eines Exportstopps fĂŒr Brennelemente bei der EU-Kommission ausloten wolle. Flasbarth Ă€ußerte sich damit kurz vor einer Entscheidung des Bundesrats ĂŒber einen Antrag mehrerer BundeslĂ€nder zum Brennelemente-Export. Darin baten Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Rheinland-Pfalz die Bundesregierung, eine EU-rechtskonforme Option zur Verhinderung solcher Exporte zu klĂ€ren. Die Bundesregierung solle nun prĂŒfen, „wie der Export deutscher Kernbrennstoffe in gefĂ€hrdete grenznahe Anlagen rechtssicher verhindert werden“ könne:

    ‱ Der Tagesspiegel

    Derzeit wird ein Entwurf fĂŒr ein Geologie-Datengesetz erarbeitet. Über die Veröffentlichung der geologischen Daten bei der Endlagersuche könnte es bald Streit geben, so ebenfalls der Tagesspiegel in seinem Bericht zum Thema. „Ohne das Geologie-Datengesetz werden wir eine stĂ€rkere Auseinandersetzung erleben als mit einem Gesetz“, wird Klaus Töpfer (CDU), Vorsitzender des Nationalen Begleitgremiums (NBG) und ehemaliger Bundesumweltminister zitiert. Das geplante Geologie-Datengesetz sei ein schwieriger Punkt bei der Standortsuche fĂŒr ein AtommĂŒll-Endlager. Die Politik habe der Transparenz im novellierten Standortauswahlgesetz einen hohen Stellenwert eingerĂ€umt. Die Öffentlichkeit solle umfassend ĂŒber das Verfahren informiert werden, teilweise sogar mitgestalten können. Doch die Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE), betraut mit der Standortsuche, könne die Daten nicht ohne Zustimmung der EigentĂŒmer, etwa Explorationsfirmen, veröffentlichen. Mit dem Gesetz solle nun die Bereitstellung geologischer Daten geregelt und ihre öffentliche ZugĂ€nglichkeit erleichtert werden. Sollten Daten der Öffentlichkeit nicht zugĂ€nglich gemacht werden, könnte dies gerade nach Veröffentlichung möglicher Teilgebiete zu WiderstĂ€nden in den Regionen fĂŒhren:

    ‱ Der Tagesspiegel

  • Presseschau vom 08.02.2019

    Diese Woche finden Sie ein buntes FĂŒllhorn voller interessanter BeitrĂ€ge zu BrunsbĂŒttel, KrĂŒmmel, Brokdorf, Fessenheim, Grundremmingen, Grohnde und Biblis. Sehr lesenswert ist der Beitrag der „ZEIT“ zu Lubmin mit Blick zurĂŒck in die DDR. Außerdem blicken wir schaudernd in die Asse, nach UK und zum Abschluss zurĂŒck nach BrunsbĂŒttel, wo das geplante LNG-Terminal ins Schlingern gerĂ€t.

    Als erstes der drei Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein wird das KKW in BrunsbĂŒttel (Kreis Dithmarschen) rĂŒckgebaut. Kernkraftgegner begrĂŒĂŸen das grundsĂ€tzlich, sĂ€hen aber auch Risiken. Betreiber Vattenfall wolle grĂ¶ĂŸere Mengen radioaktiv belastetes Abwasser in die Elbe einleiten. WĂ€hrend des RĂŒckbaus brauche Vattenfall vor allem Wasser, um nicht mehr benötigte Teile aus dem Kraftwerk zu dekontaminieren. Der vom Umweltministerium festgelegte Wert liege zwar unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenze, sei aus Sicht der Kritiker aber trotzdem zu hoch. Der Leiter der Atomaufsicht im Kieler Umweltministerium, Jan Backmann, spricht hingegen von einer „aufgeregt gefĂŒhrten Debatte“. In dem Abwasser dĂŒrfe zukĂŒnftig pro Jahr genau so viel RadioaktivitĂ€t enthalten sein wie wĂ€hrend des Betriebs, als sich noch BrennstĂ€be im Reaktor befunden haben. Backmann sagte NDR Schleswig-Holstein, es gebe beim Abwasser kein Kriterium, nach dem man die Grenzwerte fĂŒr RadioaktivitĂ€t hĂ€tte herabsetzen können. „An einer bestimmten Stelle mĂŒssen alle ein StĂŒck auch damit leben, dass es gesetzliche Vorschriften gibt“, wird Umweltminister Albrecht (GRÜNE) zitiert. Er und Backmann setzen vor allem auf das Strahlenminimierungsgebot. „Der Betreiber muss alles unternehmen, um diese Werte maximal möglich zu unterschreiten“, sagte  Backmann dem NDR. „Wir rechnen damit, dass die GrĂ¶ĂŸenordnung maximal so bleibt wie im Leistungsbetrieb. WĂŒrde sie höher werden, wĂŒrden wir aufsichtlich eingreifen.“ Der Sender berichtet ausfĂŒhrlich, u.a. mit einem Videobeitrag:

    ‱ NDR

     

    Am Donnerstag, 14. Februar, stellt sich die BGZ Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung mbH mit einem Dialogabend in Geesthacht als neue Betreiberin des Standort-Zwischenlagers am Kernkraftwerk KrĂŒmmel öffentlich vor. Gemeinsam mit BĂŒrgermeister Olaf Schulze lĂ€dt die BGZ interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ein, sich zur Anfang Januar vorgenommenen Übertragung des Zwischenlagers in die Betriebsverantwortung der bundeseigenen Gesellschaft zu informieren. Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der BGZ-GeschĂ€ftsfĂŒhrung, und seine Mitarbeiter geben einen Überblick ĂŒber Aufgaben und Kompetenzen des Unternehmens und stellen die Planungen fĂŒr die Zukunft des Zwischenlagers KrĂŒmmel vor. Anschließend stehen die BGZ-Fachleute den GĂ€sten fĂŒr Fragen und Diskussion zur VerfĂŒgung. Die loz fasst zusammen:

    ‱ LOZ-NEWS

     

    Ab Herbst 2019 sollen zum RĂŒckbau des KKW Brokdorf in Schleswig-Holstein erste Informationsveranstaltungen mit BĂŒrgerbeteiligung stattfinden. Ziel sei es, fĂŒr die beabsichtigte Stilllegung und und den Abbau des Kernkraftwerks Brokdorf, sowie der Errichtung und Betrieb einer Transportbereitstellungshalle grĂ¶ĂŸtmögliche Transparenz zu schaffen. Die SHZ fasst zusammen (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

     

    Der „SchwĂ€bische“ beschĂ€ftigt sich mit der MĂŒllverbrennungsanlage in Weißenhorn nahe des KKW Grundremmingen. Dort stelle sich die Frage, ob die Deponie radioaktiv belastet sei, weil dort auch sogenannte freigemessene AbfĂ€lle aus dem benachbarten KKW verfeuert wĂŒrden Aufschluss darĂŒber sollen demnach jetzt die ersten Messungen geben. Dazu seien bereits Proben aus der Schlacke und den Filtern entnommen worden. Diese gingen an das Bayerische Landesamt fĂŒr Umwelt in Augsburg, um festzustellen, ob eine Strahlenbelastung vorliege. Mit der vermeintlichen GefĂ€hrlichkeit des Materials setzte sich dem Blatt zufolge der Vertreter des Landesamtes fĂŒr Umweltschutz bereits ausfĂŒhrlich auseinander. Er beteuerte mehrfach, wie unschĂ€dlich das freigemessene Material sei. Angesichts einer mittleren natĂŒrlichen Strahlenbelastung in Deutschland von 2100 Mikrosievert hĂ€lt er die maximal zulĂ€ssigen 10 Mikrosievert, die das freigemessene Material haben darf, fĂŒr völlig unschĂ€dlich: „Das ist als nicht radioaktiver Stoff zu betrachten.“ Die zehn Mikrosievert seien verschwindend gering. Er betonte ebenso wie Vertreter des Kernkraftwerks, dass der Abfall mehrfach auf seine RadioaktivitĂ€t hin gemessen werde:

    ‱ SchwĂ€bische

     

    Mit der Situation des maroden Lagers fĂŒr AtommĂŒll Asse II beschĂ€ftigt sich ausfĂŒhrlich Deutschlandfunk Kultur. Jeden Tag drĂ€ngen 13.000 Liter Wasser in das marode AtommĂŒllager Asse II ein und drohen es zu zerstören. Aktivisten fĂŒrchten ein Worst-Case-Szenario. 120 Bergleute arbeiten dem Bericht zufolge aktuell an einer Lösung. Offen sei jedoch, wieviel Zeit fĂŒr die notwendigen Arbeiten zur VerfĂŒgung steht:

    ‱ Deutschlandfunk Kultur

     

    Mit einer Reportage ĂŒber einen ehemaligen KKW-Mitarbeiter, der bereits am Aufbau des dortigen KKW mitwirkte und jetzt auch dessen RĂŒckbau begleitet, berichtet die ZEIT aus Lubmin bei Greifswald. Der Beitrag wirft auch einen historisch interessanten Blick zurĂŒck in die Zeit, als das Werk in der ehemaligen DDR unter zum Teil widrigen UmstĂ€nden betrieben wurde:

    ‱ ZEIT

     

    Im stillgelegten Kernkraftwerk Biblis laufen laut eines Berichts auf rtl.de die Vorbereitungen fĂŒr den Abbau von Großkomponenten. Wie ein Sprecher des Betreibers RWE demnach mitteilte, sollen in den kommenden Monaten zunĂ€chst vier Dampferzeuger aus Block A abgebaut werden. Danach seien vier weitere der etwa 350 Tonnen schweren und 20 Meter hohen Komponenten aus Block B an der Reihe. Die radioaktiv kontaminierten Dampferzeuger wĂŒrden vor Ort teilweise zerlegt. Derzeit wĂŒrden dazu Baustellen eingerichtet. Der Abbau erfolge innerhalb der GebĂ€ude und sei von außen nicht sichtbar:

    ‱ RTL

     

    Das Kernkraftwerk Grohnde in Emmerthal (Landkreis Hameln-Pyrmont) lĂ€uft noch knapp drei Jahre. 2021 wird es gemĂ€ĂŸ den VertrĂ€gen zum Atomausstieg und der Energiewende abgeschaltet. Emmerthal verliere dann einen großen Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler, so der NDR in seinem Beitrag aus der Region. Die Gemeinde habe sich in dieser Frage nun professionelle Hilfe geholt: Eine Beraterfirma wurde damit beauftragt, einen Plan zu erstellen, wie Emmerthal die kommende Situation meistern kann. Emmerthals BĂŒrgermeister Andreas Grossmann (SPD) hoffe, nach dem Aus des KKW zumindest einen Teil der wegfallenden Gewerbesteuereinnahmen kompensieren zu können. Daneben gehe es aber auch um den Wegfall von rund 600 ArbeitsplĂ€tzen. Deshalb gehe es nicht nur darum, Betriebe anzusiedeln, sondern auch darum, neue Jobs am Standort zu schaffen:

    ‱ NDR

     

    Wie die Badische Zeitung berichtet, ist eine Rahmenvereinbarung fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung von Fessenheim nach dem RĂŒckbau des dortigen KKW unterzeichnet worden. Darin wird unter anderem die GrĂŒndung einer deutsch-französischen Gesellschaft verabredet, die einen Gewerbepark entwickeln soll. Zur Unterzeichnung seien deutsche und französische Partner gekommen. Frankreichs Umweltminister François de Rugy benannte im Rahmen der Unterzeichnung als Datum fĂŒr die Stilllegung der Reaktoren des KKW Fessenheim den MĂ€rz und August 2020. Ein Passus in der Vereinbarung sorge auf deutscher Seite noch fĂŒr erhebliche Irritationen. EDF plane auf dem GelĂ€nde des KKW ein „Technocentre“ zum RĂŒckbau fĂŒr ausgemusterte Bauteile nuklearer Anlagen. Dabei solle es nicht nur um das KKW vor Ort gehen. Vielmehr sei angedacht, etwa Dampfgeneratoren aus abgeschalteten KKW aus Deutschland, wenn nicht aus ganz Europa, in Fessenheim zu zerlegen:

    ‱ Badische Zeitung

     

    Der japanische Konzern Hitachi stoppt die weiteren Planungen fĂŒr ein britisches Kernkraftwerk-Projekt in Wales. Die Japaner schreiben laut eines Berichts des Branchendienstes IWR britische Vermögenswerte in Höhe von rd. 2,4 Milliarden Euro vorsorglich voll ab. Der japanische Konzern hatte nach der Übernahme der Horizon Nuclear Power den Bau von zwei Kernkraftwerken in Wales geplant. Nach Angaben von Nikkei stimmte die britische Regierung der Finanzierung von umgerechnet 16 Mrd. Euro zu, was etwa zwei Drittel der Gesamtkosten entsprechen sollte. Japanische und britische (öffentlich-private) Konsortien sollten das restliche Drittel finanzieren. Hitachi hatte dem Bericht zufolge jedoch große Schwierigkeiten, Unternehmen in Japan zu finden, die sich beteiligen wollten. ZusĂ€tzliche Verhandlungen ĂŒber die Finanzierung Ende 2018 mit der britischen Regierung fĂŒhrten dann zu einem Stillstand. Sorgen ĂŒber die Folgen des Brexits und die Zukunft der Kernenergie in Großbritannien hĂ€tten weitere Fragen aufgeworfen:

    ‱ IWR

     

    Die WiderstĂ€nde gegen das in BrunsbĂŒttel geplante Import-Terminal fĂŒr FlĂŒssigerdgas (LNG) wachsen. Zum einen habe die Bundesnetzagentur die vorgesehene Pipeline zur Anbindung des Terminals ans Gasnetz aus dem bis zum Jahr 2028 geltenden Netzentwicklungsplan gestrichen. Zum anderen seien die Proteste von BĂŒrgern gegen den Bau lauter. Ein BĂŒndnis von Kritikern hat gut 67.000 Unterschriften gegen eine staatliche Förderung des Terminals gesammelt, die sie an Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther ĂŒbergaben. Die shz berichtet von diesen RĂŒckschlĂ€gen fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel:

    ‱ SHZ

  • Presseschau vom 25.01.2019

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit lokalen Berichten aus BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, zur BGZ, dem Streit um Reststrommengen, dem deutsch-französisch Freundschaftsvertrag und einem Blick in die Schweiz.

     

    Sieben Jahre nach Entdeckung von RostschĂ€den an FĂ€ssern in den unterirdischen LagerstĂ€tten des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel ist die Bergung des AtommĂŒlls abgeschlossen. „Obwohl viele derÂ ĂŒber 600 FĂ€sser in den Kavernen durch Korrosion stark beschĂ€digt waren, ist es im Laufe der Bergungsarbeiten nicht zu gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen fĂŒr beteiligte Personen oder fĂŒr die angrenzende Bevölkerung gekommen“, zitiert das Hamburger Abendblatt Schleswig-Holsteins Energieminister Jan Philipp Albrecht (GrĂŒne) nach einem Besuch in BrunsbĂŒttel. „Kein Fass kommt mehr in eine Kaverne.“
    Betreiber Vattenfall hatte in den Lagern ursprĂŒnglich 632 FĂ€sser mit schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€llen aufbewahrt. Es handelte sich im Wesentlichen um Filterharze und Verdampferkonzentrate aus dem KKW-Betrieb, der 1977 begonnen hatte. Seit 2007 ist der Meiler dauerhaft abgeschaltet:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch der NDR berichtet zum Thema, u.a. mit einem Videobeitrag, und lĂ€sst den Minister und einen Vertreter von Vattenfall auch zum RĂŒckbau es KKW BrunsbĂŒttel zu Wort kommen. Der Bericht nennt auch Kosten fĂŒr die Entsorgung der FĂ€sser. Diese hĂ€tte ca. € 10 Mio. gekostet:

    ‱ NDR

    Vattenfall unterstĂŒtzt den geplanten Fitnesspfad der Stadt BrunsbĂŒttel anlĂ€sslich der vor Weihnachten erteilten Stilllegungs- und Abbaugenehmigung fĂŒr das KKW BrunsbĂŒttel mit einer zweckgebundenen, substantiellen Spende.  „Die Übergabe der Stilllegungs- und Abbaugenehmigung ist fĂŒr uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur grĂŒnen Insel auf dem WerkgelĂ€nde“, zitiert die SHZ Kraftwerksleiter Markus Willicks. Diesem besonderen Tag, der den Atomausstieg in Schleswig-Holstein endgĂŒltig besiegelte, möchte das Unternehmen demnach ein „kleines Denkmal“ setzen. „Wir möchten etwas Bleibendes schaffen, etwas was noch lange an dieses besondere Ereignis erinnert und von dem auch die BĂŒrger etwas haben“, sagte dem Bericht zufolge Vattenfall-Sprecher Olaf Hiel (Bezahlinhalt):

    ‱ NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Diskussionen um die Reststrommenge des 2011 stillgelegten KKW KrĂŒmmel: Die Stromkonzerne PreussenElektra und Vattenfall streiten sich dabei um die offenen Mengen. Beide Konzerne sind zu jeweils 50 Prozent an der KrĂŒmmel-Betreibergesellschaft beteiligt. Mit einer Klage wolle laut Hamburger Abendblatt die PreussenElektra GmbH nun erreichen, dass die HĂ€lfte der Reststrommenge auf andere Kernkraftanlagen des Unternehmens – vor allem in Grohnde (Niedersachsen) – kostenlos ĂŒbertragen werden kann, wie ein Gerichtssprecher in Hamburg erklĂ€rte. Ohne die Übertragung wĂŒrde die erlaubte Reststrommenge fĂŒr Grohnde noch in diesem Jahr auslaufen. Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH verlangt den Verkauf der Reststrommenge. Die Diskussion um KrĂŒmmel habe auch Bedeutung fĂŒr das KKW BrunsbĂŒttel, an dem ebenfalls beide Konzerne beteiligt sind (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Mit dem Jahreswechsel wurde das Brokdorfer Standortzwischenlager von Kraftwerksbetreiber Preußen Elektra an die vom Bund betriebene Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) ĂŒbergeben. Der Betreiber habe zwar gewechselt, so die SHZ, die Mitarbeiter seien aber weitgehend dieselben geblieben. Auch an den ĂŒber Jahre gepflegten und vorgeschriebenen routinemĂ€ĂŸigen AblĂ€ufen werde sich nur wenig Ă€ndern. Die letzten Wochen und Monate des vergangenen Jahres seien die zustĂ€ndigen Mitarbeiter der Preußen Elektra vor allem damit befasst gewesen, einen reibungslosen organisatorischen, technischen und administrativen Übertragung des Zwischenlagers an die BGZ sicherzustellen. Das Ende des Zwischenlagers werde aber wohl keiner der heute dort eingesetzten Mitarbeiter noch in seiner aktiven Zeit erleben (Bezahlinhalt):

    ‱ NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Der Betreiber des niederbayerischen Kernkraftwerks Isar 2, PreussenElektra, meldet eine gute Jahresbilanz seiner Kernkraftwerke in Deutschland. Trotz des Rekordsommers im vergangenen Jahr hĂ€tten die von der Gesellschaft betriebenen Anlagen gezeigt, dass auf sie Verlass wĂ€re. „Mit VerfĂŒgbarkeiten von rund 91 Prozent im Jahresmittel standen die Kraftwerke nahezu uneingeschrĂ€nkt zur VerfĂŒgung – wĂ€hrend der heißen und trockenen Sommerwochen lag die Erzeugung sogar ĂŒber den Planungen“, heißt es in einer Pressemitteilung, die das Wochenblatt Landshut wiedergibt. Die grĂ¶ĂŸte Strommenge habe das Kraftwerk in Niederaichbach produziert:

    ‱ WOCHENBLATT

    Der zwischen Deutschland und Frankreich geschlossene neue Freundschaftsvertrag hat auch eine Komponente, die ein Kernkraftwerk betrifft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll unter anderem das als Sicherheitsrisiko kritisierte Atomkraftwerk Fessenheim endgĂŒltig abgeschaltet werden. Fessenheim ist das Ă€lteste Atomkraftwerk in Frankreich und befindet sich in direkter NĂ€he zur deutschen Grenze. Die SĂŒddeutsche Zeitung berichtet:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Im Mai 2017 hat das Schweizer Volk mit der Zustimmung zum Energiegesetz im Prinzip ja gesagt zur sogenannten Energiestrategie 2050 (ES 2050), die einen Ersatz der Kernkraft primĂ€r durch Solar- und Windenergie vorsieht. Damals war heftig umstritten, wie teuer dieser Totalumbau werden wĂŒrde. Heute stehe laut eines Berichts der Weltwoche fest: Die Kosten fĂŒr die Schweizer Energiewende mit dem Ersatz der Kernkraft durch Wind- und Solarenergie seien gigantisch hoch. Neue Nuklearanlagen wĂ€ren demnach viel wirtschaftlicher:

    ‱ WELTWOCHE

    Im GesprĂ€ch mit dem Handelsblatt erklĂ€rt der Chef des Energieversorgers Vattenfall, Magnus Hall, warum sich sein Konzern zukĂŒnftig verstĂ€rkt erneuerbaren Energien zuwendet. Dies bedeute jedoch nicht, Kernkraft aufzugeben. Der Manager Ă€ußert sich zudem zum Status der Energiewende in Deutschland und zu den PlĂ€nen seines Hauses speziell im Offshore-Windbereich:

    ‱ HANDELSBLATT

  • Presseschau vom 11.01.2019

    Wir freuen uns, Sie heute zur ersten Presseschau in 2019 begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen. Zwei Großthemen bilden den Schwerpunkt der ausgewĂ€hlten BeitrĂ€ge: Zum einen die Erteilung der Stilllegungs- und Abbaugenehmigung fĂŒr BrunsbĂŒttel, zum anderen die Übernahme der bundesweiten Zwischenlager durch die BGZ. Abgerundet wird diese Auswahl u.a. durch einen Blick nach Russland.

    Dem geplanten Abriss des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel an der ElbmĂŒndung steht auf politischer Ebene nichts mehr im Wege. Schleswig-Holsteins fĂŒr Kernenergie zustĂ€ndiger Umweltminister Jan Philipp Albrecht ĂŒberreichte Betreiber Vattenfall vor Weihnachten die 700 Seiten umfassenden Unterlagen seiner Behörde. „Der Atomausstieg wird nun auch in Schleswig-Holstein fĂŒr jedermann sichtbar“, sagte der GrĂŒnen-Politiker dem Hamburger Abendblatt. Auf diesen Moment hĂ€tten viele Menschen seit Jahren gewartet. Vattenfall-Regionalchef Pieter Wasmuth sagte, „der RĂŒckbau eines Kernkraftwerks ist eine technisch gelöste Aufgabe“. Mit der Genehmigung gehe das Kraftwerk vom Nachbetrieb in die Stilllegung ĂŒber. Der Abriss der Anlage wird nach Ministeriumsangaben voraussichtlich 15 Jahre dauern. Danach werden dort voraussichtlich noch ein Zwischenlager fĂŒr Kernbrennstoffe und ein neues Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle stehen:

    ‱ ABENDBLATT

    Der NDR richtet den Blick auf die Dimensionen des RĂŒckbauprojekts: Allein 15 Jahre soll es dauern, bis der Reaktor und alle anderen technischen Anlagen entfernt sind. Erst danach folge der eigentliche Abriss des GebĂ€udes. Die 270.000 Tonnen Beton, aus denen der Meiler besteht, verschwinden also frĂŒhestens ab dem Jahr 2034. Bis dahin entfernen die rund 200 Mitarbeiter des Kraftwerks zusammen mit Fachleuten externer Firmen alle Einbauten aus der KraftwerkshĂŒlle. „Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung ist der Umfang. Es sind die großen Massen, die wir bewegen mĂŒssen“, sagte Kraftwerks-Chef Markus Willicks, der das Projekt fĂŒr den Betreiber Vattenfall leitet, dem Sender:

    ‱ NDR

    Ebenfalls beim NDR findet sich ein RĂŒckblick auf die Historie des KKW BrunsbĂŒttel. Die Autorin begleitet den ehemaligen Leiter des Kraftwerks und einen weiteren Mitarbeiter auf einem Rundgang durch das zwischen 1969 und 1976 gebaute Werk und berichtet auch von privaten EindrĂŒcken und Erlebnissen der ehemaligen FĂŒhrungskrĂ€fte:

    ‱ NDR

    Kurz vor der Erteilung der Stilllegungs- und RĂŒckbaugenehmigung ist es im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel nach Angaben des Ministeriums fĂŒr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung zu zwei kleineren meldepflichtigen VorfĂ€llen gekommen. Im Zuge von Reinigungsarbeiten habe sich im sogenannten Sumpf des ReaktorgebĂ€udes drei Kubikmeter Wasser gesammelt. Als Ursache wurden zwei gebrochene Kunststoffleitungen am Flutkompensator ermittelt. Der Flutkompensator verbindet den sogenannten Flutraum oberhalb des ReaktordruckbehĂ€lters mit dem ReaktordruckbehĂ€lter. Bei den Kunststoffrohren handele es sich um Leitungen zur Überwachung möglicher Leckagen. Im zweiten Fall kam es zum Ausfall einer Brandemeldeanlage. UrsĂ€chlich dafĂŒr war laut der Atomaufsichtsbehörde eine Leitungsumstellung. Die vorhandenen ISDN-AnschlĂŒsse wurden durch andere Leitungen ersetzt. Um das technisch umsetzen zu können, wurde die Leitung zur Feuerwehr-Leitstelle in Elmshorn außer Betrieb genommen. Im Anschluss wurde sie nicht wieder aktiviert. Nach Angaben der Behörde war die interne Brandmeldung und Weiterleitung innerhalb des Kernkraftwerks sowie die BrandbekĂ€mpfung durch die Werkfeuerwehr „zu jedem Zeitpunkt gewĂ€hrleistet“. Boyens Medien fassen zusammen:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Zu meldepflichtigen Ereignissen in deutschen Kernkraftwerken im Laufe des Jahres 2018 resĂŒmiert der NDR in einer Zusammenfassung. Insgesamt 79 VorfĂ€lle mussten die Betreiber demnach im 2018 an die zustĂ€ndigen Landesaufsichtsbehörden melden. Neben dem Kernkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein mit zehn Meldungen waren dies in Norddeutschland das KKW Grohnde (Niedersachsen) und das KKW BrunsbĂŒttel (ebenfalls Schleswig-Holstein) mit jeweils acht Meldungen. Das Kernkraftwerk Emsland (Niedersachsen) musste demnach in sechs FĂ€llen die Behörden informieren:

    ‱ NDR

    Mit Jahresbeginn wurde das Brennelementzwischenlager des Kernkraftwerks Unterweser (wie auch vieler anderer KKW) an die Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) des Bundes ĂŒbertragen. Damit liegt die Verantwortung fĂŒr die Finanzierung und DurchfĂŒhrung der Zwischen- und Endlagerung radioaktiver AbfĂ€lle ebenfalls beim Bund, teilt Preussen Elektra mit. FĂŒr die Stilllegung, den RĂŒckbau des Kernkraftwerkes und die fachgerechte Verpackung der radioaktiven AbfĂ€lle bleibt jedoch auch weiterhin der Betreiber, also Preussen Elektra, verantwortlich, heißt es von der dortigen Pressestelle laut NWZ Online. Grund fĂŒr diese Übertragung sei die Neuregelung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Stilllegung von Kernkraftwerken und Entsorgung radioaktiver AbfĂ€lle in Deutschland, auf der Grundlage des EntsorgungsĂŒbergangsgesetzes:

    ‱ NWZ ONLINE

    Mit Blick auf das atomare Zwischenlager am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld beschĂ€ftigt sich auch das Portal InFranken.de mit der zum Jahresbeginn ĂŒbernommenen Verantwortung des Bundes. 30 Castor-BehĂ€lter befinden sich aktuell dort. Seit dem 1. Januar 2019 betreibt die bundeseigene BGZ 13 Zwischenlager fĂŒr hoch radioaktive AbfĂ€lle: Neben Ahaus, Biblis, Brokdorf, Emsland, Gorleben, Grohnde, Gundremmingen, Isar, KrĂŒmmel, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser auch fĂŒr Grafenrheinfeld. Wie die BGZ mitteile, werde sie außerdem zum 1. Januar 2020 zwölf Lager mit schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€llen an den Standorten ĂŒbertragen bekommen. Dadurch liegt die Verantwortung fĂŒr die Zwischenlagerung der radioaktiven AbfĂ€lle kĂŒnftig zentral in Bundeshand. Durch die Übertragung der Zwischenlager von den Betreibern der Kernkraftwerke auf die BGZ werden die Vorgaben des im Juni 2017 in Kraft getretenen Gesetzes zur „Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung“ umgesetzt. Die Betreiber der KKW sind nach diesem Gesetz fĂŒr Stilllegung, RĂŒckbau und Verpackung der radioaktiven AbfĂ€lle zustĂ€ndig. Die DurchfĂŒhrung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung aber liegt in der Verantwortung des Bundes:

    ‱ INFRANKEN.DE

    Auch in Norddeutschland findet das Gesetz zur Neuordnung der kerntechnischen Entsorgung Anwendung. Das Standortzwischenlager beim Kernkraftwerk Unterweser (KKU), das zurĂŒckgebaut wird, ist zu Jahresbeginn ebenfalls an den Bund ĂŒbertragen worden. Damit geht auch die Verantwortung fĂŒr das Zwischenlager und die Entsorgung der radioaktiven AbfĂ€lle von Preussen Elektra an die Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) ĂŒber, so Nord24:

    ‱ NORD24

    Über die Frage, wohin radioaktiver Abfall aus den schleswig-holsteinischen KKW zukĂŒnftig verbracht werden solle, sprachen die Kieler Nachrichten mit Wolfram König, seit 2016 PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr kerntechnische Entsorgungssicherheit. Der gebĂŒrtige LĂŒbecker setzt bei der Suche nach einem Endlager vor allem auf Transparenz. Nur so lasse sich dem Misstrauen vieler BĂŒrger begegnen, sagt er in dem Interview. Man Wir mĂŒsse sich zudem „schon jetzt darauf einstellen, dass die zu Recht begrenzten Laufzeiten fĂŒr die Zwischenlager mit hochradioaktiven AbfĂ€llen nicht ausreichen.“ Grund seien die Verzögerungen bei der Endlagersuche:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Betreiber von Kernkraftwerken können ihren RĂŒckbauverpflichtungen zunĂ€chst in den nĂ€chsten drei GeschĂ€ftsjahren nachkommen. Das gehe – so der parlamentseigene Pressedienst „heute im bundestag“ am 20.12.2018 laut eines Berichts des Portals Solarify – aus dem als Unterrichtung vorgelegten 36-seitigen “Bericht nach §7 des Transparenzgesetzes – RĂŒckbau von Kernkraftwerken” (19/6223) hervor. Die PrĂŒfung des Bundesamts fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hinsichtlich der Ermittlung der RĂŒckstellungsbetrĂ€ge habe zu keinen Beanstandungen gefĂŒhrt, schreibe darin die Bundesregierung. Die Betreiber seien dazu verpflichtet, dem Amt jĂ€hrlich aufzulisten, wie es um ihre RĂŒckstellungen bestellt ist. Dabei geht es um Reserven fĂŒr die Stilllegung und den Abbau von Kernkraftwerken sowie fĂŒr die fachgerechte Verpackung von radioaktiven AbfĂ€llen:

    ‱ SOLARIFY

    Der Berliner Tagesspiegel berichtet vom RĂŒckbau des KKW in Lubmin. Insgesamt 1,8 Millionen Tonnen Material, die auf der Anlage von Strahlung kontaminiert wurden, mĂŒssten gereinigt werden. Nach PlĂ€nen der Entsorgungswerke fĂŒr Nuklearanlagen (EWN), die seit 1995 die Stilllegung des KKWs betreiben, sollen nur zwei Prozent des ursprĂŒnglichen und zur Reinigung benötigten Materials irgendwann in einem Endlager landen. Der Rest wird weiterverkauft und recycelt, zum Beispiel im Straßenbau, sofern der Strahlenwert der Freimessgrenze entspricht. Zur Reinigung werde neben dem SĂ€urebad unter anderem ein Hochdruckwasserstrahl und eine Trockenstrahltechnologie mit Stahlgranulat eingesetzt, Materialien mit höherer RadioaktivitĂ€t werden in speziellen abgetrennten Kabinen bearbeitet. Nach aktuellem Stand soll die Dekontamination 2028 abgeschlossen sein:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Das Handelsblatt berichtet aus Russland: WĂ€hrend weltweit in den letzten 20 Jahren der Anteil der Kernkraft am Energiemix von 18 auf zehn Prozent gesunken ist, soll er dort nach einem Versprechen von PrĂ€sident Wladimir Putin von derzeit 18,9 auf eine Quote zwischen 20 und 30 Prozent steigen. Dazu werde krĂ€ftig gebaut: Zu den 35 bestehenden sollen in nĂ€chster Zeit noch einmal fast 20 neue Meiler dazukommen. Nicht nur im eigenen Land wolle die Atombehörde Rosatom expandieren. Die Kernkraft soll zum Exportschlager werden, auch weil Konkurrenten wie Siemens aus der Technologie ausgestiegen seien. Angeblich steht die Schaffung eines neuen sicheren Brennstoffs kurz bevor. Damit wolle Russland den seit den beiden Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima krisengeschĂŒttelten Brennstoffmarkt „aufmischen“. Das Wundermittel heiße „toleranter Brennstoff“ und soll die Akzeptanz der Kernkraft in der Welt wiederherstellen. „Wichtigstes Ziel bei der Entwicklung des toleranten Brennstoffs ist es, das Entstehen von Wasserstoff auszuschließen, der sonst bei einem schweren Unfall produziert wird“, erklĂ€rt der fĂŒr Forschung zustĂ€ndige VizeprĂ€sident des Atombrennstoffherstellers Tvel, Alexander Ugrjumow, dem Handelsblatt:

    ‱ HANDELSBLATT

  • Presseschau vom 21.12.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur letzten Presseschau in 2018. Zum Abschluss des Jahres gibt es diese Woche eine große Anzahl lesenswerter BeitrĂ€ge, nahezu alle mit unmittelbarem Bezug zu RĂŒckbauthemen, dazu u.a. ein Meinungsartikel pro Kernkraft, der aktuelle Status der RĂŒckstellungen der KKW-Betreiber und ein Blick nach Finnland.

    Ein besonders positives Echo hat der Erörterungstermin zum RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel erfahren. Zwei Tage lang wurde im Reinbeker Sachsenwaldforum konzentriert diskutiert. Es war die letzte Chance der BĂŒrger, auf das Genehmigungsverfahren Einfluss zu nehmen. Selbst Kritiker seien laut LN Online mit dem Verlauf zufrieden. „Ich habe am Ablauf keine Kritik. Wir konnten unsere Einwendungen so breit darstellen, wie wir wollten“, zitiert das Blatt Dr. Bernd Redecker. Redecker war als einer der Vertreter des LĂŒneburger AktionsbĂŒndnisses gegen Atomkraft (LagAtom) einer der Hauptredner der Einwender. AusdrĂŒckliches Lob gab es fĂŒr die Genehmigungsbehörde, die Abteilung fĂŒr Strahlenschutz und Reaktorsicherheit im Kieler Energiewendeministerium, mit ihrem Leiter Prof. Dr. Jan Backmann. In den kommenden Monaten werde die Kieler Atomaufsicht nun die Unterlagen von Betreiber Vattenfall zum RĂŒckbauantrag detailliert prĂŒfen. Dazu gehört auch die PrĂŒfung, in wieweit Einwendungen der BĂŒrger zu Nachforderungen oder sogar zu Änderungen der Abbauverfahren oder Auflagen fĂŒhren:

    ‱ LN ONLINE

    Der NDR widmete dem Erörterungstermin einen TV-Beitrag und berichtet von einem intensiven, aber fairen und konstruktiven Termin. Betreiber Vattenfall habe sich „transparent und zugewandt“ gezeigt, lobt der Sender:

    ‱ NDR

    Einen Missklang meldet LN online in einem weiteren Beitrag zum Erörterungstermin. Über weite Strecken sei das Klima harmonisch gewesen, lediglich kurz vor Schluss sei ein Einwender resolut gegen Aussagen des Betreibers vorgegangen. Hintergrund seien angeblich nicht vollstĂ€ndig ausgearbeitete Unterlagen gewesen:

    ‱ LN ONLINE

    Eine BĂŒrgerinitiative hat eine Protestliste mit 4.400 Unterschriften an den BĂŒrgermeister der Samtgemeinde Land Hadeln (Landkreis Cuxhaven) ĂŒbergeben. Unterschrieben haben BĂŒrger, die sich gegen die Einleitung von radioaktiv belastetem Wasser aus dem stillgelegten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel in die Elbe aussprechen. Außerdem wurde im Internet eine Online-Petition gestartet. Der offizielle Antrag fĂŒr die wasserrechtliche Erlaubnis sei bereits gestellt, aber noch nicht genehmigt, so der NDR. In einem weiteren Beitrag zum selben Thema in der SHZ (Bezahlinhalt) wird das Vorgehen der Initiative als „Panikmache“ bezeichnet, mögliche Strahlenwerte seien so gering, dass sie „vor dreissig Jahren noch gar nicht messbar“ gewesen seien:

    ‱ NDR

    ‱ SHZ

    Aus KrĂŒmmel berichtet die LZ. Mit der Ankunft eines leeren Castor-BehĂ€lters sei ein Meilenstein beim geplanten RĂŒckbau des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel erreicht. Der BehĂ€lter soll die 154 sogenannten SonderbrennstĂ€be aufnehmen, fĂŒr die es bisher keine Lagerlösung gab. „Das Genehmigungsverfahren lĂ€uft noch, geplant haben wir die Einlagerung der SonderbrennstĂ€be fĂŒr November 2019“, wird eine Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall zitiert. Im Lagerbecken des Kernkraftwerks befĂ€nden sich aktuell 78 einzelne BrennstĂ€be, an denen im Laufe der Betriebszeit des ehemals leistungsstĂ€rksten Siedewasserreaktors der Welt AuffĂ€lligkeiten festgestellt wurden. Die StĂ€be wurden aus den betroffenen Brennelementen entnommen. Außerdem lagere in dem mit Wasser gefĂŒllten Becken ein bereits bestrahltes Brennelement mit 76 BrennstĂ€ben, das noch demontiert werden mĂŒsse:

    ‱ LANDESZEITUNG

    Von zwei Pannen im Kernkraftwerk Brokdorf berichtet die WELT. So wurde bei der Reinigung des Wassers im Brennelementelagerbecken ein Leck an einem Sicherheitsventil festgestellt, wie die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde in Kiel mitteilte. Das Ventil sei ĂŒberprĂŒft und nach korrekter Einstellung wieder eingesetzt worden. Zudem wurden bei der Überholung eines Notstromdiesels bei einem Test Fehler bei den Temperaturanzeigen festgestellt. Die defekten Messaufnehmer seien ersetzt worden. Die Betreibergesellschaft habe die Ereignisse der Kategorie «N» (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde innerhalb der Frist von fĂŒnf Arbeitstagen am Mittwoch gemeldet:

    ‱ WELT

    Auch im Kernkraftwerk Grohnde ist es zu einem meldepflichtigen Ereignis gekommen. Das teilte das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als zustĂ€ndige atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde laut eines Berichts von Regional Salzgitter mit. Bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung sei festgestellt worden, dass ein Überströmventil nicht vollstĂ€ndig öffnete, da der Ventilhubweg eingeschrĂ€nkt war. PreussenElektra als Betreiberin des Kraftwerkes Grohnde habe das Ministerium fristgerecht darĂŒber informiert. Nach der atomrechtlichen Meldeverordnung habe man das Ereignis als Meldung nach Kategorie N (Normal) 2.1.6 und in INES 0, das heiße unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen, eingestuft:

    ‱ REGIONALSALZGITTER.DE

    Wie das dortige Umweltministerium und der Envergieversorger EnBW nach einem Bricht von Baden TV mitteilten, wurden sogenannte Umgangsgenehmigungen fĂŒr die RĂŒckbau-Infrastruktur an den Atomkraftwerken Neckarwestheim und Philippsburg erteilt. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen fĂŒr die Inbetriebnahme der Reststoffbearbeitungszentren und Standort-Abfalllager im kommenden Jahr, heißt es in dem Bericht:

    ‱ BADEN-TV

    Das Portal In Franken berichtet ausfĂŒhrlich zum Status des RĂŒckbaus des KKW Grafenrheinfeld. Acht Monate nach dem Beginn des RĂŒckbaus des unterfrĂ€nkischen KKW lĂ€gen noch 426 Brennelemente im Abklingbecken. Damit seien bereits 171 Brennelemente in CastorbehĂ€lter umgelagert und ins Zwischenlager auf dem GelĂ€nde gebracht worden. „FĂŒr 2019 und 2020 sind je zwei weitere Kampagnen mit jeweils bis zu sechs Castoren geplant“, sagte der Kraftwerksleiter der Deutschen Presse-Agentur. Danach soll das kuppelartige ReaktorgebĂ€ude brennelementefrei sein:

    ‱ INFRANKEN.DE

    Auch die WELT nahm sich des Themas an:

    ‱ WELT

    Preussen Elektra als Eon-Tochter ĂŒbergibt die Verantwortung fĂŒr das Zwischenlager fĂŒr abgebrannte Brennelemente am Kernkraftwerk Grohnde in staatliche HĂ€nde. Mit Beginn des nĂ€chsten Jahres sei die bundeseigene Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) mit Sitz in Essen dann zustĂ€ndig fĂŒr die in Castoren eingelagerten hochradioaktiven AbfĂ€lle in Grohnde. Dies gelte auch fĂŒr alle anderen Standorte an Kernkraftwerken. Die VertrĂ€ge seien in der vergangenen Woche unterzeichnet worden, bestĂ€tigten Sprecher beider Unternehmen der Deister-und Weserzeitung:

    ‱ DEWEZET

    (Bezahlinhalt) Die Betreiber der 23 Kernkraftwerke in Deutschland haben laut eines Berichts des Branchendienstes energate messenger zum Stichtag 31. Dezember 2017 RĂŒckstellungen in Höhe von 21 Mrd. Euro gebildet. Diese Zahl hat das Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) veröffentlicht, das gemĂ€ĂŸ Transparenzgesetz die Angaben der Betreiber zu den RĂŒckstellungen und den dafĂŒr verfĂŒgbaren liquiden Mitteln prĂŒft. Dabei habe es keine Anhaltspunkte dafĂŒr gefunden, dass die Unternehmen ihren RĂŒckbauverpflichtungen nicht nachkommen könnten, so das Bundesamt. Die Ergebnisse der PrĂŒfung fließen in die nun erstmals erfolgte Berichterstattung der Bundesregierung ein:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Von einer FĂŒhrung durch das seit 1990 stillstehende Kernkraftwerk Lubmin berichtet das studentische Magazin webmoritz in einem ausfĂŒhrlichen Beitrag. Der Artikel wird begleitet von eindrucksvollem Bildmaterial aus dem ehemaligen DDR-Kraftwerk:

    ‱ WEBMORITZ

    Einen Eindruck des hohen technischen Aufwands beim RĂŒckbau von Kernkraftwerken vermittelt ein Beitrag des Fachmagazins Technische Logistik. Das Magazin berichtet von der Installation dreier Krananlagen im Reststoffbearbeitungszentrum (RBZ) und Standort-Abfalllager beim KKW Philippsburg. Im RBZ komme eine frequenzgeregelte Winde mit einer TragfĂ€higkeit von 32 Tonnen auf einem ZweitrĂ€gerbrĂŒckenkran mit 20 Meter Spannweite zum Einsatz. Die Winde sei fĂŒr den Schwerlastbereich bis 160.000 Kilogramm ausgelegt. Die Winde SHWF 8 in Philippsburg habe eine Hubgeschwindigkeitsbereich von null bis vier Meter pro Minute und sei stufenlos regelbar. ZusĂ€tzlich werde ein Hilfshubwerk SHF 50 mit einer TragfĂ€higkeit von fĂŒnf Tonnen installiert. Der Beitrag nennt weitere technische Details:

    ‱ TECHNISCHE-LOGISTIK.NET

    Wenn Deutschland wirklich eine Vorreiterrolle im Klimaschutz haben wolle, mĂŒsse die „Heuchelei der Anti-Atom-Aktivisten“ ein Ende haben und einem neuen Realismus weichen, fordert ein Meinungsbeitrag im Magazin Der Freitag. Ein pauschaler Verzicht auf Kernenergie ohne valide Alternativen wĂŒrde dem Kampf gegen den Klimawandel nicht nur schaden, sondern ihn sogar direkt sabotieren, so die Autorin:

    ‱ DER FREITAG

    Mit großer VerspĂ€tung soll das Kernkraftwerk Olkiluoto 3 an der finnischen WestkĂŒste im Herbst 2019 ans Netz gehen. Zehn Jahre, so der Branchendienst heise, sei es her, dass das grĂ¶ĂŸte und modernste Kernkraftwerk Europas ans Netz gehen sollte. Im September 2019 werde mit dem Testbetrieb begonnen. Der „regulĂ€re Betrieb“ solle dann im Januar 2020 starten. Mit 1600 Megawatt Leistung soll der „EuropĂ€ische Druckwasserreaktor“ (EPR) gut ein Zehntel des finnischen Strombedarfs von etwa 80000 Gigawattstunden pro Jahr decken. FĂŒr die Klimaziele Finnlands spiele der EPR eine zentrale Rolle, zumal das Land bis 2029 komplett aus der Kohleverstromung aussteigen wolle:

    ‱ HEISE ONLINE

     

  • Presseschau vom 07.12.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Wir beginnen mit einem Artikel zu KrĂŒmmel, danach u.a. ein Blick nach SĂŒddeutschland mit Bezug zu Reststrommengen aus BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel. Hinzu kommt eine Pannenmeldung aus einem tschechischen Kernkraftwerk, ein Artikel ĂŒber Polens Beschluss, in die Kernkraft einzusteigen. Das ZDF beschĂ€ftigte sich mit der Bewegung „Nuclear Pride“  und die SĂŒddeutsche Zeitung mit der „Renaissance der Kernkraft“.

    Das letzte Kapitel der nuklearen Brennstoffe im Kernkraftwerk KrĂŒmmel ist angebrochen. Am vergangenen Dienstag hat laut eines Berichts der LĂŒbecker Nachrichten ein Spezialzug den letzten leeren CastorbehĂ€lter ins Kraftwerk gebracht. In ihn sollen die letzten 154 noch im Abklingbecken des Reaktors lagernden BrennstĂ€be verladen werden. Die Beladung wird derweil vorbereitet. Einen Termin gebe es aber noch nicht. Wenn sie erfolgt ist, ist die Anlage frei von bestrahltem Kernbrennstoff. Die letzten bestrahlten Brennelemente sind bereits im Oktober 2017 in das Standortzwischenlager gebracht worden. Dort lagern in 41 Castoren bereits mehr als 2000 Brennelemente. UrsprĂŒnglich war geplant, die Brennstofffreiheit erst bis Ende 2019 herzustellen:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN

    Die Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel kommen laut Branchendienst IWR weiter voran: Im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens findet am 11. Dezember 2018 im Sachsenwald Forum Reinbek ein atomrechtlicher Erörterungstermin statt. Dies teilte das Ministerium fĂŒr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit. Der Termin bezieht sich auf die Genehmigungsverfahren zu Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel sowie zu Errichtung und Betrieb eines Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle und Reststoffe. NĂ€here Informationen zu dem Erörterungstermin enthĂ€lt ein Leitfaden, der auf der Homepage des Ministeriums fĂŒr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) einzusehen ist und im Rahmen des Erörterungstermins verteilt wird:

    ‱ IWR

    Im Kernkraftwerk Brokdorf wurde bei der Abfertigung eines mit abgebrannten Brennelementen beladenen CASTOR-BehĂ€lters eine falsche Dichtung in einen der Verschlussdeckel eingesetzt. Der Fehler wurde bei nachfolgenden Montageschritten erkannt, teilte das Ministerium fĂŒr Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein mit. Die fehlerhaft verwendete Dichtung sei demontiert worden, die DichtflĂ€chen inspiziert und eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Dichtung eingesetzt. Die anschließende Dichtheitskontrolle ergab keine Beanstandungen. Die Abfertigung des CASTOR-BehĂ€lters konnte abgeschlossen werden. Eine GefĂ€hrdung von Personen bestand zu keinem Zeitpunkt, so die Landesregierung. IWR hat die Meldung:

    ‱ IWR

    Der Betreiber des Kernkraftwerks Isar 2 (KKI 2), die PreussenElektra GmbH, wehrt sich laut eines Berichts der Passauer Neuen Presse gegen die Behauptung, bei der Übertragung von Reststrommengen auf das KKI handele es sich um eine unbemerkt betriebene LaufzeitverlĂ€ngerung. In einer Pressemitteilung heißt es als Reaktion auf eine anberaumte Pressekonferenz des Landshuter BĂŒndnisses fĂŒr Atomausstieg (BĂŒfA): „Die Berechtigung zum Leistungsbetrieb von Kernkraftwerken in Deutschland erlischt entweder bei Erreichen einer im Atomgesetz festgelegten erzeugten Strommenge oder spĂ€testens zu einem definierten Termin.“ Das im Atomgesetz festgelegte Abschaltdatum fĂŒr KKI2 bleibe der 31. Dezember 2022. In der Sitzung des Ausschusses fĂŒr Arbeit und Wirtschaft des Stadtrates MĂŒnchen war am 25. September beschlossen worden, die nicht genutzte ProduktionskapazitĂ€t aus den KKW KrĂŒmmel, BrunsbĂŒttel und MĂŒlheim-KĂ€rlich in Rheinland-Pfalz zu erwerben und im Kraftwerk Isar 2 produzieren zu lassen:

    ‱ PASSAUER NEUE PRESSE

    In Neckarwestheim hat der Erörterungstermin im Verfahren zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim Block II (GKN II) begonnen. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, behandelt das baden-wĂŒrttembergische Umweltministerium als Genehmigungsbehörde dabei mehr als 800 Einwendungen und Bedenken von mehr als 700 BĂŒrgern gegen die Stilllegungs- und AbbauplĂ€ne der EnBW. Sinn und Zweck des Erörterungstermins sei es, den Einwendern Gelegenheit zu geben, ihre Kritik am geplanten RĂŒckbau mit der Atomaufsicht und der Antragstellerin, der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK), zu diskutieren, sagte der Leiter der baden-wĂŒrttembergischen Atomaufsicht und Genehmigungsbehörde, Gerrit Niehaus, zu Beginn der Veranstaltung. „Die Einwendungen können uns helfen, die PlĂ€ne zur Stilllegung und zum RĂŒckbau von GKN II besser zu beurteilen und, wenn nötig, Nachbesserungen zu fordern“:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Mehr als sieben Jahre nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 1 bei Landshut, das als Folge der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit Beschluss der Bundesregierung vom 30. Juni 2011 seine Berechtigung zum Leistungsbetrieb verlor, befanden sich zum Stichtag 13. November 2018 noch immer 1031 hoch radioaktive abgebrannte Brennelemente im Abklingbecken. Üblich sei eine Lagerzeit von fĂŒnf Jahren. Dies gehe laut Augsburger Allgemeine aus einer Antwort der Bundesregierung vom 26. November auf eine Kleine Anfrage der baden-wĂŒrttembergischen GrĂŒnen hervor. Das bayerische Umweltministerium reagiert laut des Berichts harsch auf die VorwĂŒrfe: Es sei „unredlich, mit den Ängsten der Bevölkerung zu spielen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Das Brennelementlagerbecken im Kernkraftwerk Isar 1 sei noch nicht vollstĂ€ndig entleert, weil die Genehmigung fĂŒr die Nutzung der notwendigen Transport- und LagerbehĂ€lter durch das Bundesamt fĂŒr kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erst im August 2017 erteilt worden sei. Seit der Erteilung dieser Genehmigung wĂŒrden die Brennelemente kontinuierlich aus dem Lagerbecken entladen und in das vorgesehene Standortzwischenlager gebracht:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Nach einem Bericht bei n-tv ist es m tschechischen Kernkraftwerk Dukovany zu einer Panne gekommen. Der Reaktorblock 1 sei am Sonntag außerplanmĂ€ĂŸig abgeschaltet worden, sagte ein Sprecher des Betreibers CEZ nach Angaben der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Das mehr als 30 Jahre alte KKW mit seinen vier Reaktorblöcken liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und 200 Kilometer östlich von Passau. Radioaktive Stoffe traten offenbar nicht aus. Der am Standort Dukovany verwendete sowjetische Reaktortyp WWER 440/213 kam unter anderem auch im fĂŒnften Block des frĂŒheren Atomkraftwerks Greifswald zum Einsatz. Die dortigen Anlagen wurden bereits 1990 abgeschaltet, 1995 begann der RĂŒckbau:

    ‱ N-TV

    Die polnische Regierung arbeite laut des Branchendiesnt energate messenger an einer neuen Energiestrategie. Demnach plane das Land, in die Kernenergie einzusteigen und bis 2033 seinen ersten Reaktor zu errichten, berichtet der Dienst unter Berufung auf die „MĂ€rkische Oderzeitung“. Als Standorte kommen offenbar die Standorte Zarnowiec und Kopalino nordwestlich von Danzig infrage. Die polnische Stromversorgung beruht bislang zu 80 Prozent auf Kohlekraftwerken. Der Klimaschutz ist fĂŒr Polen, Gastgeberland der aktuellen Klimakonferenz, eine besondere Herausforderung. Ziel der neuen Energiestrategie sei es, den Anteil der dominanten Kohle am Strommix durch Erneuerbare und Kernenergie bis 2030 auf 60 Prozent zu senken. (Bezahlinhalt)

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Jahrzehntelang demonstrierten Umweltaktivisten gegen Atomstrom. Nun propagieren einige fĂŒr die RĂŒckkehr zur Kernenergie und berufen sich dafĂŒr auf Berechnungen des Weltklimarats. Das ZDF schildert in einem Feature die HintergrĂŒnde, die Akteure der neuen Bewegung „Nuclear Pride“ und Ihre Argumentation. Zwar seien Wind- und Sonnenenergie erneuerbare Energieformen, doch CO2 emittieren sie trotzdem, beispielsweise bei der Herstellung der Anlagen. Auch Biomasse sei zwar erneuerbar, produziere aber viel CO2. Kernenergie hingegen stoße im Betrieb ĂŒberhaupt kein CO2 aus und im gesamten Lebenszyklus nur sehr wenig, zitiert der Beitrag einen Aktivisten der Bewegung. Etwa ein Dutzend Umwelt- und Pro-Atomkraft-Gruppen in ganz Europa unterstĂŒtzen „Nuclear Pride“ mittlerweile, darunter Ökogruppen aus der Schweiz, Finnland, den Niederlanden und Deutschland:

    ‱ ZDF

    Auch die SĂŒddeutsche Zeitung diskutiert eine „Renaissance der Kernkraft“ vor dem Hintergrund des Klimawandels in ihrem Wissensteil. Diese Renaissance sollen aber nicht die alten Meiler bringen, sondern neue Reaktoren, die zur sogenannten vierten Generation zĂ€hlen. Angeblich seien diese Kraftwerke genau das, was die herkömmlichen nicht mehr seien oder nie waren: sauber, wirtschaftlich effizient und sicher, so das Blatt. Ein neuartiger FlĂŒssigsalzreaktor nutze beispielsweise etwa statt fester BrennstĂ€be flĂŒssigen nuklearen Sprit, also Uran in Salzform:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

  • Presseschau vom 23.11.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche haben wir gleich mehrere BeitrĂ€ge mit Bezug zu den Kernkraftwerken in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, dazu ein Artikel zur Zukunft von Vattenfall in Hamburg, Beurteilungen zum Status des ICSID-Verfahrens, zwei Veröffentlichungen zu RĂŒckbauprojekten und wagen einen Blick nach Weißrussland.

    Mit dem RĂŒckbau des KKW BrunsbĂŒttel beschĂ€ftigen sich die Cuxhavener Nachrichten. Anlass ist ein aktuelles Antragsverfahren. So habe die Betreibergesellschaft die Erteilung einer gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis fĂŒr die Einleitung von erwĂ€rmtem KĂŒhl- und Abwasser in die Elbe beantragt. Es solle eine Leitung gebaut werden, ĂŒber die das Wasser aus dem Meiler in den Fluss gelangt. Bedenken Ă€ußert der Umweltverband BUND. Er fordert eine sorgfĂ€ltigere – und teurere – Filterung der AbwĂ€sser:

    ‱ CNV MEDIEN

    Menschen, die rund um die drei schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke in BrunsbĂŒttel, Brokdorf und KrĂŒmmel wohnen, erhalten von den Kraftwerksbetreibern aktuell Ratgeber zum Verhalten bei einem Atomunfall. Eine solche Information sei laut Strahlenschutzverordnung verpflichtend, teilt das Kieler Innenministerium auf Anfrage dem Hamburger Abendblatt mit. Erarbeitet worden sei der Ratgeber in enger Abstimmung mit den Katastrophenschutzbehörden. Er enthĂ€lt Telefonnummern der Behörde und beantwortet Fragen, wie die nach Sammelstellen oder die Anwendung von Jodtabletten. Der Ratgeber ist hier auf der Website im Bereich „Downloads“ verfĂŒgbar.

    ‱ Abendblatt (Bezahlinhalt)

    Ein klares Bekenntnis zum Standort Hamburg gibt Gunnar Groebler, Vorstandsmitglied fĂŒr erneuerbare Energien des Versorgers Vattenfall, im Interview mit der WELT. Durch den erzwungenen Verkauf seines FernwĂ€rmenetzes an die Stadt Hamburg gingen Vattenfall zwar rund 100 Millionen Euro Gewinn im Jahr verloren. Vor allem bei der Energiewende wolle der Konzern in Norddeutschland nun aber durchstarten. Schwerpunkt dabei seien erneuerbare Energien und die Wasserstoffwirtschaft. Innerhalb einer Generation wolle man „fossilfrei“ Energie produzieren:

    ‱ WELT

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier CDU) ist gegen Vattenfall als großen auslĂ€ndischen Investor in Deutschland aktiv geworden und begegnet dafĂŒr massiver Kritik deutscher WirtschaftsverbĂ€nde. Wie rp online berichtet, habe Altmaier im Streit zwischen dem schwedischen Konzern gegen die Bundesregierung um eine milliardenschwere Schadenersatz-Zahlung die BefĂ€higung der Schiedsrichter beim internationalen Schiedsgericht der Weltbankgruppe (ICSID) infrage gestellt. Damit konnte Altmaier vorlĂ€ufig verhindern, dass der Energieversorger vom Bund Schadenersatz in Höhe von 4,4 Milliarden Euro durchsetzen kann. Der Vattenfall-Konzern hatte 2012 vor dem Schiedsgericht geklagt, weil seine Investitionen in die deutschen Atomkraftwerke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel nach dem unvorhersehbaren Atomausstieg obsolet geworden waren:

    ‱ RP ONLINE

    Auch das Manager-Magazin beschĂ€ftigt sich mit dem Vorgang und zitiert eine Sprecherin des Energieversorgers. „Vattenfall Ă€ußert sich grundsĂ€tzlich nicht zum laufenden Schiedsverfahren“, sagte diese demnach, fĂŒgte aber hinzu: „Nicht nur wir selbst, sondern auch sonstige Beteiligte haben (…) aber das Schiedsgericht seit Beginn des Verfahrens als ĂŒberaus sorgfĂ€ltig, unparteiisch und professionell wahrgenommen“.

    ‱ MANAGER MAGAZIN

    Kernkraftgegner von beiden Seiten der Weser haben ihre Klage gegen die RĂŒckbaugenehmigung fĂŒr das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) erweitert. Grundlage dafĂŒr seien 21 weitere Akten, die das Umweltministerium in Hannover auf Anforderung des Oberverwaltungsgerichts LĂŒneburg herausgegeben hat. Insgesamt erweiterten die Initiativen die Klageschrift von 138 auf 175 Seiten. Ein zentrales Thema der zusĂ€tzlichen KlagegrĂŒnde sei der Klimawandel. Dadurch könnten Hochwassersituationen ausgelöst werden, die aktuell in der RĂŒckbauplanung nicht ausreichend berĂŒcksichtigt seien:

    ‱ NWZ ONLINE

    Als das Kernkraftwerk Lingen (KWL) am 1. Oktober 1968 seinen Betrieb aufnahm, war es eines der ersten kommerziell genutzten Atomkraftwerke in Deutschland. Am 5. Januar 1977 wurde es nach einem Schaden im Dampfumformersystem stillgelegt. Nach Jahren des sicheren Einschlusses befindet es sich derzeit im RĂŒckbau. Dieser soll 2025 endgĂŒltig abgeschlossen sein. Jetzt gibt es Überlegungen, die Reaktorkuppeln des Werks als Industriedenkmal vom Abriss auszunehmen und so eine dauerhafte Erinnerung an die friedliche Nutzung der Kernkraft zu bewahren. Die NOZ hat die Geschichte:

    ‱ NOZ

    Nur wenige Kilometer vor der Grenze zu Litauen und damit zur EU soll 2019 das erste weißrussische Kernkraftwerk in Betrieb gehen. Der baltische Nachbarstaat kĂ€mpfe dagegen, da das Werk nur 40km von der Hauptstadt Vilnius entfernt ist. Schon bald soll das Milliardenprojekt des autoritĂ€r regierten Landes den Betrieb aufnehmen: der erste Meiler 2019 mit 1200 Megawatt Leistung, der zweite im Jahr darauf. Es wird das erste nukleare Kraftwerk in der Ex-Sowjetrepublik sein. Die Lingener Tagespost dokumentiert die Diskussion dazu:

    ‱ NOZ

     

  • Presseschau vom 09.11.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt wieder ganz klar auf dem Thema RĂŒckbau, dazu eine Meldung aus BrunsbĂŒttel, ein Blick in die Schweiz und auf die organisatorischen Anforderungen von RĂŒckbauprojekten aus Sicht einer Unternehmensberatung.

    Eine der weitreichendsten Entscheidungen in der Geschichte der Kernenergie Schleswig-Holsteins wird derzeit im Energieministerium vorangetrieben. Das Ressort will noch in diesem Jahr die atomrechtliche Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel erteilen, wenn alle PrĂŒfungen rechtzeitig beendet werden können. Der Reaktor an der ElbemĂŒndung soll als erster der drei KKW im Norden abgerissen werden. Die SHZ berichtet:

    ‱ SHZ

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel sind Leckagen an zwei Rohren in einem BetriebskĂŒhlkreis festgestellt worden. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit. Die Rohre seien inspiziert worden, nachdem es in dem KĂŒhlkreis zu einem FĂŒllstandsabfall gekommen war. Der betroffene KĂŒhler wurde außer Betrieb genommen. Die Leckage hatte laut des Berichts im Branchendienst IWR keine Auswirkungen auf die VerfĂŒgbarkeit des BetriebskĂŒhlkreises und der zu versorgenden KĂŒhlstellen, da auf einen parallel geschalteten KĂŒhler umgeschaltet werden konnte. Wie die SHZ ergĂ€nzte, wurde der Vorgang der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) angezeigt. Das Ereignis liegt unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken („INES 0“):

    ‱ IWR

    ‱ SHZ (Bezahlinhalt)

    Das Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz misst mit Hubschraubern die vom Standort Lubmin ausgehende radioaktive Strahlung. Mit hochsensibler Messtechnik ausgestattete Helikopter der Bundespolizei ĂŒberflogen dabei in 100-Meter-Bahnen das Areal mit dem stillgelegten Kernkraftwerk und dem Zwischenlager Nord in Ost-West- und Nord-SĂŒd-Richtung, um die FlĂ€che radiologisch zu kartieren. Die Daten seien Grundlage, um im Falle eines Unfalls Anomalien und kritische Bereiche ausfindig machen zu können, zitiert die SVZ einen Verantwortlichen. Die Messergebnisse aus Lubmin sollen laut BfS zunĂ€chst dem Innenministerium und dem Entsorgungswerk fĂŒr Nuklearanlagen (EWN) als Betreiber des AKW und des ZLN vorgelegt und in rund vier Wochen auf der Internetseite des BfS veröffentlicht werden. Die Daten werden auch mit den am Boden registrierten Messwerten auf PlausibilitĂ€t geprĂŒft werden:

    ‱ SVZ

    Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim ist nach Angaben der EnBW bereit, wieder ans Netz zu gehen. Dort waren laut eines Beitrags des SWR erhebliche SchÀden an den Dampferzeugern festgestellt worden. Die Heizleitungen in Block II im Kernkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) hatten zum Teil mehr als 90 Prozent ihrer WandstÀrke verloren. Um das Problem zu beheben, wurde die Revision, also die jÀhrliche Generaluntersuchung von Block II, bis Mitte November verlÀngert:

    ‱ SWR

    Ein Beitrag der LKZ beschĂ€ftigt sich anlĂ€sslich einer Informationsveranstaltung mit der Problematik der geplanten Standortzwischenlager in Neckarwestheim und Gemmrigheim. Bei einem FachgesprĂ€ch zur Kernenergie an diesen Standorten ab 2019 hat Betreiber EnBW ĂŒber die jĂŒngsten Probleme mit Heizrohren sowie das derzeitige RĂŒckbau-Konzept informiert. Zudem stellte sich die Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung (BGZ) als Betreiber des Standortzwischenlagers vor. Deren Konzept einer Betriebszeit der Zwischenlager von geplanten 40 Jahren stieß auf Widerspruch. „FĂŒr uns wird das definitiv ein Endlager“, sagte Gemmrigheims BĂŒrgermeister Dr. Jörg Frauhammer dem Beitrag zufolge:

    ‱ LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Das grenznahe Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt ist nach einer rund siebenwöchigen Revisionszeit wieder mit dem Stromnetz verbunden worden. Wie aus einer Mitteilung des KKW hervorgehe, wurden wĂ€hrend der vergangenen Wochen 80 frische Brennelemente in den Reaktorkern geladen, der insgesamt 648 Elemente enthĂ€lt. Daneben gehörten unterschiedliche Instandhaltungsarbeiten und umfassende PrĂŒfungen an Systemen, Komponenten und Armaturen zum Revisionsprogramm. Mehr als 1000 externe FachkrĂ€fte unterstĂŒtzten wĂ€hrend der Jahreshauptrevision die 500 Mitarbeiter des Kernkraftwerks, so die Badische Zeitung in Ihrem Bericht:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Mit der Organisation des RĂŒckbaus kerntechnischer Anlagen beschĂ€ftigt sich ein Beitrag des energate messenger.  Die Unternehmensberatung Deloitte habe in einer Studie diesen Markt untersucht und insbesondere Managementaufgaben analysiert. Im Interview mit einem der Deloitte-Berater fordert dieser fĂŒr die Organisation von RĂŒckbauprojekten ein agiles Management. Die bisherigen RĂŒckbauprojekte hĂ€tten verdeutlicht, dass die Kraftwerksbetreiber sich bei Eintritt in die RĂŒckbauphase mit stark verĂ€nderten Herausforderungen konfrontiert sehen. WĂ€hrend die Organisation in der Betriebsphase auf stabile Regelprozesse ausgelegt sei, bedĂŒrfe es im RĂŒckbau einer organisatorischen Neuausrichtung zu einer agilen Projektorganisation. Außerdem sei entscheidend, einen engen und proaktiven Austausch mit Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden zu pflegen:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 26.10.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal liegt ein Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem KKW KrĂŒmmel. Ein lesenswerter Beitrag schildert die Arbeit der Atomaufsicht in Schleswig-Holstein bei der Beurteilung der Einwendungen gegen den KrĂŒmmel-RĂŒckbau. Außerdem finden sich BeitrĂ€ge zu den KKWs Obrigheim und Fessenheim. Abgerundet wird das Angebot mit Berichten zu Demonstrationen: Einmal gegen den Bau des AtommĂŒll-Endlagers Schacht Konrad, zum anderen pro Kernkraft im Rahmen des „Nuclear Pride Fest“ in MĂŒnchen.

    Sollte es in einem der vielen GebĂ€ude auf dem GelĂ€nde des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel am Elbufer zu einem Brand kommen, ist die UnterstĂŒtzung der Feuerwehrleute aus Geesthacht und GrĂŒnhof-Tesperhude durch die KrĂŒmmeler Werkfeuerwehr unerlĂ€sslich. Das zeigte sich bei einer Übung auf dem GelĂ€nde des KKW, ĂŒber die LN Online berichtet. „Die Ortskenntnisse der Werkfeuerwehr sind fĂŒr die öffentlichen Feuerwehrleute wichtig. Deshalb werden wir versuchen, die Werkfeuerwehr so lange wie möglich aufrecht zu erhalten“, zitiert das Blatt Gerhard Ruider von der Kieler Atomaufsicht am Rande der Übung. Freiwillige Feuerwehrleute und Werkfeuerwehrleute bildeten wĂ€hrend der Übung gemeinsame Trupps im Atemschutzeinsatz, etwa bei der Personenrettung im weitlĂ€ufigen Castorlager und in einer Etage eines NebengebĂ€udes. 70 EinsatzkrĂ€fte mit einem Dutzend Fahrzeugen waren an der Übung beteiligt. Auch die Bereitschaft des DRK Geesthacht war in die Übung eingebunden:

    ‱ LN ONLINE

    Das fĂŒr den 16.10. geplante dritte Info-Forum zum RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel in Scharnebeck musste kurzfristig abgesagt werden. Ein Ersatztermin ist fĂŒr 2019 geplant. UrsprĂŒnglich waren VortrĂ€ge zum Thema „Anlagen- und Entsorgungssicherheit“ vorgesehen. Es seien laut Focus aber kurzfristig Referenten der zustĂ€ndigen Behörden ausgefallen. Daher haben die Organisatoren, die Landkreise LĂŒneburg und Harburg beschlossen, das Informationsforum zu verschieben. Die Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt soll zu einem spĂ€teren Zeitpunkt, voraussichtlich im 1. Quartal 2019, mit entsprechenden Expertinnen und Experten nachgeholt werden:

    ‱FOCUS ONLINE

    Mit der Arbeit der Abteilung Strahlenschutz und Reaktorsicherheit im schleswig-holsteinischen Umweltministerium beschĂ€ftigt sich ein ausfĂŒhrlicher Beitrag von LN online. Dort beschĂ€ftige man sich aktuell mit den Einwendungen gegen den RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel. Es seien 88 einzelne Einwendungsschreiben von BĂŒrgern und VerbĂ€nden bei der Atomaufsicht eingegangen, unterschrieben von insgesamt 400 Personen. Die lĂ€ngste habe elf Seiten, die kĂŒrzeste zwei Seiten. Der Leiter der Abteilung, Dr. Dr. Jan Backmann, schildert die Arbeit seiner Kollegen bei der Bearbeitung dieser Einreichungen in Vorbereitung auf den kommenden Erörterungstermin, an dem auch der VorhabentrĂ€ger Vattenfall mit auf dem Podium sĂ€ĂŸe. Ziel dieser Erörterung sei es, so Backmann, „die Befriedigung und eine Lösung“ zu den geĂ€ußerten Bedenken zu finden. Wie lange das Verfahren nach dem Erörterungstermin bis zur RĂŒckbaugenehmigung noch dauern wird, stehe noch nicht fest. Bei BrunsbĂŒttel seien es dreieinhalb Jahre gewesen. „Aber Vattenfall hat aus dem Verfahren natĂŒrlich gelernt und kann jetzt auf entsprechende Erfahrungen zurĂŒckgreifen“, wird Backmann zitiert:

    ‱ LN ONLINE

    Ein nĂ€chster Schritt zum RĂŒckbau des KKW Obrigheim ist erfolgt. Dort kamen die Verantwortlichen des Konzerns Energie Baden-WĂŒrttemberg (EnBW), des Umweltministeriums Baden-WĂŒrttemberg, der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) sowie die jeweiligen Gutachterorganisationen TÜV SĂŒd und Öko-Institut zusammen. Beim Termin in Obrigheim wurde die Kontrolle der Abfallcharge zur Freigabe fĂŒr die Deponierung vorgenommen, also die Freimessung der rund neun Tonnen Beton zur Anlieferung auf die Buchener Deponie Sansenhecken geprĂŒft und kontrolliert. Dabei wurde der Bauschutt als unbedenklich freigegeben. Fragen zum Transport auf die vorgesehene Deponie seien aber noch offen, meldet die RNZ:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die staatliche französische Atomaufsicht (ASN) bereitet sich auf das Abschalten des umstrittenen Atomkraftwerks im elsĂ€ssischen Fessenheim vor. Der Kraftwerkbetreiber ÉlectricitĂ© de France (EDF) habe mitgeteilt, dass der erste Reaktor bis September 2020 und der zweite bis August 2022 heruntergefahren werden soll, teilte ASN laut eines Berichts der ZEIT mit. Wie die Atomaufsicht mitteilte, sollen die Brennelemente des Atomkraftwerks zunĂ€chst einige Jahre in Fessenheim zwischengelagert und dann zur Wiederaufbereitungsanlage nach La Hague gebracht werden. Das AtomkraftwerkFessenheim liegt unweit der deutschen Grenze. Es ist das Ă€lteste aktive AKW in Frankreich und gilt Kritikerinnen und Kritikern seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko:

    ‱ ZEIT ONLINE

    Rund 1.000 Kernkraftgegner haben mit einem „Anti-Atom-Treck“ gegen die aktuelle AtommĂŒll-Politik demonstriert. Ein Konvoi aus 30 Traktoren, 200 FahrrĂ€dern sowie Autos und MotorrĂ€dern war am Vormittag am Sitz des Bundesamtes fĂŒr Strahlenschutz in Salzgitter gestartet und fĂŒhrteÂ ĂŒber 30 Kilometer zum VerwaltungsgebĂ€ude der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung in Peine. In Vechelde stießen mehrere Dutzend Radler aus Braunschweig zu dem Treck. Bei der Abschlusskundgebung zĂ€hlte die Polizei rund 350 Teilnehmer – laut den Beamten sei alles friedlich verlaufen. Wie der NDR berichtet, richtete sich die von BĂŒrgerinitiativen, Vereinen, Parteien und Gewerkschaften organisierte Demo vor allem gegen den Bau des AtommĂŒll-Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter. Gleichzeitig forderten die Demonstranten eine zĂŒgige RĂ€umung des AtommĂŒlllagers Asse (Landkreis WolfenbĂŒttel). Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad wird derzeit zum Bundesendlager fĂŒr schwach und mittelradioaktiven AtommĂŒll ausgebaut:

    ‱ NDR

    Bisher wehrten sich Demonstranten ausschließlich gegen weiteren Atomstrom. Doch jetzt fordern Klimaaktivisten in MĂŒnchen genau das Gegenteil: Die RĂŒckkehr zur Kernenergie Sie berufen sich dabei auf Berechnungen des Weltklimarats. Wie die Welt berichtet, ist auf dem MĂŒnchner Marienplatz eine Versammlung von mehreren hundert Menschen zum „Nuclear Pride Fest“ geplant worden. Ihr Ziel: die RĂŒckkehr zur Kernenergie. Organisiert werde die Veranstaltung in der MĂŒnchner Innenstadt vom US-Amerikaner Michael Shellenberger, PrĂ€sident des Instituts Environmental Progress und Gastautor der in den grĂ¶ĂŸten US-Zeitschriften. Mit seinem Fest in Deutschland will der Aktivist nun „auf die Tatsache hinweisen, dass, wann immer ein Atomkraftwerk geschlossen wird, es meistens durch fossile Energie ersetzt wird, weil Wind und Sonne so unzuverlĂ€ssig sind“:

    ‱ WeLT

    Die SĂŒddeutsche Zeitung liefert die Nachberichterstattung zum „Nuclear Pride Fest“:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

  • Presseschau vom 12.10.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit lesenswerten BeitrĂ€gen zu KrĂŒmmel, allgemeinen RĂŒckbauthemen, Entwicklungen in Frankreich und ein Update zum Ausbau des Energiestandorts BrunsbĂŒttel durch das geplante LNG-Terminal.

    Ratsherr Sven Minge und Marcus Worm, Sprecher der Kreis-GrĂŒnen, haben sich zum RĂŒckbau des Kernkraftwerk KrĂŒmmel und zu einem möglichen Laufwasserkraftwerk ausgetauscht. Erst kĂŒrzlich habe laut der Lauenburger Online-Zeitung die Stadt Geesthacht eine Stellungnahme zum geplanten RĂŒckbau des Atomkraftwerkes im Fachausschuss einvernehmlich abgestimmt, zuletzt gab es allerdings parteiĂŒbergreifend Zweifel an einer möglichen neuen Baustraße zwischen KrĂŒmmel und Wiershop. Die Deponie in der Gemeinde Wiershop sei derzeit der Favorit als EmpfĂ€nger fĂŒr den gesamten Bauschutt des Kernkraftwerkes, der im Rahmen des RĂŒckbaus anfĂ€llt. Das abschließende RĂŒckbau-Konzept sei bisher offen:

    ‱ LOZ.NEWS

    Am Beispiel des KKW Unterweser hĂ€ngt der Tagesspiegel seinen umfangreichen Beitrag zum RĂŒckbau der Kernkraftwerke in Deutschland auf. Der Beitrag lĂ€sst am RĂŒckbau Beteiligte, Kernkraftgegner und Politiker ausfĂŒhrlich zu Wort kommen und beschĂ€ftigt sich auch mit der nun anstehenden Inbetriebnahme der Zwischenlager an den rĂŒckzubauenden Standorten:

    ‱ DER TAGESSPIEGEL

    Sichtbare Fortschritte beim RĂŒckbau des KKW Unterweser macht NWZ Online unter Berufung auf am RĂŒckbau beteiligte Mitarbeiter aus. Nach der am 5. Februar erteilten ersten Stilllegungs- und RĂŒckbaugenehmigung hĂ€tten am 19. Februar die Arbeiten begonnen. Ein Schwerpunkt fĂŒr die Maßnahmen in diesem und im kommenden Jahr bilden die Demontagearbeiten im Ringraum des Kontrollbereiches, um Platz fĂŒr die Pufferlagerung und den spĂ€teren Aufbau des Reststoffbehandlungszentrums zu schaffen, berichtete der Kraftwerkleiter. Zudem sollen dann vorbereitende Arbeiten fĂŒr die Demontage und Zerlegung der Reaktorkerneinbauten stattfinden. Derzeit seien im KKU neben dem eigenen, rund 180-köpfigen Personal mehr als 180 Mitarbeiter von Fremdfirmen tĂ€tig. Diese Zahl werde in den nĂ€chsten zweieinhalb Jahren auf 250 anwachsen und in den folgenden zehn Jahren Bestand haben. FĂŒr den KKU-RĂŒckbau seien 12 bis 14 Jahre veranschlagt:

    ‱ NWZ ONLINE

    Die französische Regierung denkt darĂŒber nach, die Stilllegung des Altmeilers Fessenheim von der Inbetriebnahme des EuropĂ€ischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville zu entkoppeln. Durch stĂ€ndige Verzögerungen wegen Problemen beim Bau wird auch die Stilllegung des nahe der deutschen Grenze gelegenen Kernkraftwerks Fessenheim immer weiter aufgeschoben – trotz zahlreicher Forderungen, auch aus Deutschland, dieses Ă€lteste französische Kernkraftwerk abzuschalten. Bisher habe der Betreiber EDF, an dem der französische Staat 80 % der Anteile hĂ€lt, die Stilllegung Fessenheims daran gekoppelt, dass der EPR in Betrieb genommen wird. Nun hat der zustĂ€ndige neue französische Umweltminister Francois de Rugy angekĂŒndigt, Fessenheim werde bis spĂ€testens 2022 vom Netz gehen. Energie und Mangement berichtet:

    ‱ ENERGIE & MANAGEMENT

    Trotz des baldigen Ausstiegs aus der Kernenergie steigen die Investitionen des Bundes in atomare Kraftwerke immer weiter an. Dabei hatte die Koalition eine Beendigung der Beteiligung, insbesondere in auslÀndische AKWs, versprochen. 120 Millionen Euro machen die Beteiligungen staatlicher Pensionsfonds an auslÀndischen Atomkraftwerken laut eines Berichts von Energiezukunft inzwischen aus, mit steigender Tendenz:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT.EU

    Am Energiestandort BrunsbĂŒttel könnte Deutschlands erstes Terminal fĂŒr FlĂŒssigerdgas LNG (Liquified Natural Gas) entstehen. Jetzt stellten die Investoren des Projekts den aktuellen Stand ihrer PlĂ€ne der BrunsbĂŒttler Ratsversammlung vor. Deutschland hat derzeit noch kein Terminal, an dem die riesigen Tanker anlegen können. Neben BrunsbĂŒttel bemĂŒhen sich auch Wilhelmshaven und Stade in Niedersachsen darum, das Terminal zu bekommen. 2022 könnte das Terminal fertiggestellt werden. Der NDR berichtet:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 28.09.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich nahezu alle Veröffentlichungen mit dem RĂŒckbau – drei BeitrĂ€ge zu Biblis, die unterschiedliche Facetten beleuchten. Abgerundet werden die BeitrĂ€ge mit einem Bericht aus MĂŒnchen, wo die Stadtwerke ihr Engagement im KKW Isar 2 um zweieinhalb Jahre verlĂ€ngern, und zum Schluss noch eine faszinierende Veröffentlichung aus dem Bereich Physik.

    Seit einem Jahr lĂ€uft im abgeschalteten Kernkraftwerk in Biblis der RĂŒckbau. Beim inzwischen 71. KraftwerksgesprĂ€ch mit geladenen GĂ€sten berichtete der Kraftwerksleiter Horst Kemmeter nun ĂŒber den Fortschritt der umfangreichen Arbeiten innerhalb des GelĂ€ndes. Gerade seien die letzten Brennelemente aus Block B entfernt und per Castor aus dem ReaktorgebĂ€ude verbracht worden. Der Mannheimer Morgen zitiert den Kraftwerksleiter zur voraussichtlichen dauer des RĂŒckbaus: 15 Jahre seien fĂŒr den RĂŒckbau des Werks realistisch (Bezahlinhalt):

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Auch die Lampertheimer Zeitung berichtet von der mit ca. 100 Personen gut besuchten Informationsveranstaltung in Biblis.
    Im Zwischenlager stĂŒnden inzwischen 101 Castoren. In der Halle sei Platz fĂŒr 135. Das Ausschleusen von insgesamt 52 BehĂ€ltern in den vergangenen drei Jahren nannte der Kraftwerksdirektor eine Erfolgsgeschichte. Jeder Castor wiege 130 Tonnen. Dass das AusrĂ€umen des Blocks B ohne Arbeitsunfall und störungsfrei verlaufen ist, sei „ein Verdienst der Mitarbeiter“:

    ‱ LAMPERTHEIMER ZEITUNG

    Auch Echo Online beschĂ€ftigt sich mit Biblis und richtet den Augenmerk seines Beitrags auf das dort nun entstehende Zwischenlager. SĂ€mtliche Zwischenlager der deutschen Atomkraftwerke wurden mittlerweile verstaatlicht. Im Gegenzug haben die Kraftwerksbetreiber 24,1 Milliarden Euro, die sie an RĂŒckstellungen gebildet hatten, in einen Fonds eingezahlt. So kann das Zwischenlager in Biblis, in dem die 101 Castoren stehen, vom 1. Januar an von der Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung mbH (BGZ) betrieben werden. Das weitere Zwischenlager, das im Bau ist, soll zum 1. Januar 2020 der BGZ ĂŒbertragen werden. Die Belegschaft am Standort Biblis wurde zum 1. Juli neu organisiert. Mittlerweile arbeiten 300 Menschen auf dem KraftwerksgelĂ€nde. Als das Atomkraftwerk noch Strom produzierte, waren es bis zu 1000:

    ‱ ECHO ONLINE

    Aufgrund ihrer Dimensionen zĂ€hle die Demontage der beiden 23 Meter hohen Dampferzeuger zu den bedeutenden RĂŒckbauschritten am ehemaligen Kernkraftwerk (KKW) MĂŒlheim-KĂ€rlich. Die Dampferzeuger gehörten zum PrimĂ€rkreislauf und damit zu den am höchsten radioaktiv belasteten Anlagenteilen. Wie die Rhein-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecherin von RWE jetzt berichtet, steht die Demontage nun unmittelbar bevor (Bezahlinhalt):

    ‱ RHEIN ZEITUNG

    Der seit kurzem weithin sichtbare Abriss des KĂŒhlturms beim Atomkraftwerk MĂŒlheim-KĂ€rlich nahe Koblenz könnte sich nach einem Bericht des Focus noch lĂ€nger hinziehen. Trotz mehrerer Verzögerungen beim spiralförmigen RĂŒckbau der Turmmauer mit einem SpezialgerĂ€t von oben hatte der Betreiber RWE bislang stets betont, bis Ende 2018 damit fertig sein zu wollen. Nun zitiert Focus eine Sprecherin: „Nach der aufwendigen Entfernung des oberen Umfassungsrings mit einem zusĂ€tzlichen GerĂ€t sind wir immer noch bei der ersten Runde. Aber das wird sich mit immer mehr Erfahrung einschwingen.“ Allerdings könnten Herbstwinde den Zeitplan weiter verzögern, hier stĂ€nden Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Die Sprecherin erinnerte daran, dass das SpezialgerĂ€t, ein umgebauter Bagger, ein Prototyp fĂŒr eine neuartige Abbruchmethode sei, bei der wiederholt etwas verbessert werde. Bei einem ganz neuen Verfahren seie dies „learning by doing.“:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Die Rhein-Neckar-Zeitung beschĂ€ftigt sich anlĂ€sslich des RĂŒckbaus des seit 2005 stillgelegten KKW Obrigheim auch mit dessen Geschichte und erinnert in einem ausfĂŒhrlichen Beitrag an dessen Inbetriebnahme vor 50 Jahren. Danach habe das Werk fĂŒr 36 Betriebsjahre die Gemeinde und die Region geprĂ€gt, so das Blatt:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Ab sofort werden die PlĂ€ne zum RĂŒckbau des KKW Phillipsburg öffentlich erörtert. Vorab seien laut des lokalen Senders Baden-TV rund 1.000 Einwendungen zu den PlĂ€nen beim Umweltministerium des Landes eingegangen. Ein Teil dieser Einwendungen werde nun mĂŒndlich besprochen. Fragen zu möglichen Wechselwirkungen mit weiteren Vorhaben am Standort, zur StrahlenschutzĂŒberwachung des Gebiets rund um das AKW und zur Finanzierung des Abbaus seien nur einige Beispiele fĂŒr die Einwendungen von BĂŒrgern und VerbĂ€nden. Laut den Bestimmungen der atomrechtlichen Verfahrensverordnung mĂŒssen die Einwendungen mĂŒndlich besprochen werden. Die Einwendungen wĂŒrden im Anschluss an die Besprechung bewertet und die Ergebnisse dieser Bewertung gegebenenfalls in das Genehmigungsverfahren einfließen.  Die EnBW als Betreiber des Kraftwerks wird den Block 2 Ende 2019 stilllegen:

    ‱ BADEN TV

    Die Stadtwerke MĂŒnchen (SWM) dĂŒrfen sich Produktionsrechte fĂŒr Strom aus Kernkraft kaufen, mit denen sie das Kernkraftwerk Isar 2 zweieinhalb Jahre lĂ€nger betreiben können als bisher erlaubt. Dies berichtet die SĂŒddeutsche Zeitung. Hintergrund seien primĂ€r wirtschaftliche GrĂŒnde: Der Mehrheitseigner Eon, dem ĂŒber eine Tochter drei Viertel des Kernkraftwerks gehören, wĂŒrde fĂŒr sich die Rechte in jedem Fall erwerben. Den SWM, die das restliche Viertel besitzen, blieben zwei Optionen: Die Betriebskosten weiterzahlen, wozu sie vertraglich verpflichtet wĂ€ren, und die Gewinne beim Energiekonzern belassen, oder aber weiter als Gesellschafter am Ertrag partizipieren:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Möglichst genau zu wissen, welche Radio­nuklide in welcher Menge in Anlagen­teilen vorhanden sind, ist fĂŒr viele Aspekte der Still­legung und des RĂŒckbaus besonders wichtig – etwa fĂŒr die Planung des Strahlen­schutzes oder die Wahl geeigneter Methoden fĂŒr die Dekon­tamination von Kompo­nenten. Das Portal Pro Physik berichtet dazu von einer aktuell untersuchten neuen Messmethode: Forscher der Gesell­schaft fĂŒr Anlagen- und Reaktor­sicherheit (GRS) hĂ€tten es sich zum Ziel gesetzt, das radio­aktive Inventar von akti­viertem Beton mit einer der genauesten Methode zu untersuchen, die derzeit zur Bestimmung kleinster Stoff­mengen zur VerfĂŒgung stehe. In einem Forschungs­projekt nutzen die Fachleute dazu gemeinsam mit Wissen­schaftlern der Abteilung Nuklear­chemie und des Instituts fĂŒr Kernphysik der Univer­sitĂ€t zu Köln die Beschleuniger-Massen­spektrometrie – kurz AMS, accelerator mass spectro­metry. Dabei werde die Substanz einer Messprobe zunĂ€chst in einen Ionen­strahl umgewandelt. Aus diesem Strahl werden dann in einem ersten Massen­spektrometer die Ionen abgetrennt, die dieselbe Masse aufweisen wie das gesuchte Radionuklid. Bei den danach verbleibenden Ionen könne es sich aber sowohl um einzelne Atome als auch um ionisierte MolekĂŒle mit derselben Masse handeln. Der Beschleu­niger sorge dann dafĂŒr, dass alle MolekĂŒl­verbindungen zerstört werden, so dass nur noch ein Strahl aus einzelnen ionisierten Atomen ĂŒbrig bleibe. Dieser Strahl wird dann in einem zweiten Massen­spektrometer erneut anhand der Masse gefiltert, so dass am Ende nur die gesuchten Nuklide in einem Detektor gezĂ€hlt werden. Mit der AMS ließe sich ein einzelnes Radionuklid in einer Menge von bis zu zehn Billiarden anderen, nicht radio­aktiven Nukliden aufspĂŒren, so der informative Beitrag:

    ‱ PRO-PHYSIK.DE

  • Presseschau vom 14.09.2018

    Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal mit Berichten ĂŒber den Baubeginn in BrunsbĂŒttel, dazu ein Hinweis auf eine KrĂŒmmel-Veranstaltung und ein Beitrag zu einem neuen Messverfahren fĂŒr RadioaktivitĂ€t. Abgerundet wurde die Auswahl mit einigen international orientierten BeitrĂ€gen und zum Abschluss zum RĂŒckbau von Windanlagen.

    Auf dem GelĂ€nde des KKW BrunsbĂŒttel haben die Bauarbeiten fĂŒr ein weiteres Zwischenlager begonnen. Alte Bauteile aus dem RĂŒckbau des KKW, die schwach- und mittelradioaktiv strahlen, sollen kĂŒnftig in diesem neuen Zwischenlager eingelagert werden. Das Zwischenlager am KKW BrunsbĂŒttel solle in zwei Jahren in Betrieb genommen werden, so der NDR in seinem Bericht. Beim Bau mĂŒsse das Prinzip Sicherheit vor Schnelligkeit an erster Stelle stehen, zitiert der Sender den Leiter der Atomaufsicht im Umweltministerium Dr. Dr. Jan Leonhard Backmann. Außerdem mĂŒsse die Öffentlichkeit ĂŒber den gesamten RĂŒckbau-Prozess informiert werden: „Wir halten BĂŒrgerbeteiligung fĂŒr sehr wichtig.“ So hĂ€tten bisher Besichtigungen stattgefunden, außerdem sei die Freimesseinrichtung in der Anlage demonstriert worden. In dem neuen Lager in BrunsbĂŒttel solle der MĂŒll voraussichtlich bis 2027 gelagert werden. Dann sei voraussichtlich das bundesweite Endlager im niedersĂ€chsischen Schacht Konrad bei Salzgitter fertig:

    ‱ NDR

    Der NDR berichtet auch in einem Fernsehbeitrag zum Bau des neuen Zwischenlagers und lĂ€sst den Leiter des Werks im Interview zu Wort kommen. Beispielhafte Bilder vom RĂŒckbau des KKW Unterweser erlĂ€utern die nun auch in BrunsbĂŒttel anstehenden Arbeiten:

    ‱ NDR

    Auf eine Diskussionsveranstaltung zu möglichen Problemen und Risiken beim RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel weist die Bergedorfer Zeitung hin. Vertreter zweier Initiativen haben zu der offenen Veranstaltung am 18. September geladen:

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Von einer neuen Messmethode fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle berichtet das Wissensmagazin Scinexx. Dieses neue Messverfahren könnte demnach kĂŒnftig das AufspĂŒren von Radionukliden in Bauteilen von stillgelegten Atomkraftwerken erleichtern, da aktuell die Kontamination von Beton oder Graphit nur schwer direkt und prĂ€zise messbar sei. Die sogenannte Beschleuniger-Massenspektronomie (AMS) solle dies nun verbessern. Erste Tests sprĂ€chen dafĂŒr, dass diese Methode die Art und Menge der radioaktiven Isotope im KKW-Bauschutt genauer und zuverlĂ€ssiger bestimmen kann als bisher:

    ‱ SCINEXX

    Besorgt blickt der MĂŒnchener Merkur ĂŒber die tschechische Grenze. im umstrittenen tschechischen Kernkraftwerk Temelin sei es bei Reinigungsarbeiten zu einem Zwischenfall gekommen.Statt in einem SammelbehĂ€lter hĂ€tten Arbeiter am vorigen Freitag schwach radioaktives Wasser in ein Kanalnetz geleitet, teilte ein KKW-Sprecher mit. Die FlĂŒssigkeit in einem Volumen von 12 Kubikmetern sei in einem Auffangbecken der internen KlĂ€ranlage gelandet. UmweltschĂŒtzer kritisieren das KKW in Temelin, das rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt liegt, seit Jahren als störanfĂ€llig und gefĂ€hrlich. Besonders stört sie die Kombination aus US-amerikanischer Leit- und russischer Reaktortechnik:

    ‱ MERKUR.DE

    Der Schweitzer RF berichtet aus der Perspektive des Nachbarlandes: Es dauere aktuell ĂŒberall auf der Welt lĂ€nger und koste mehr als ursprĂŒnglich gedacht, Kernkraftwerke zurĂŒckzubauen. Zu diesem Schluss komme ein neuester Statusbericht zur globalen Kernkraftindustrie. Technische, vor allem aber auch finanzielle Probleme könnten RĂŒckbauprojekte verzögern. Die Schweiz, die im kommenden Jahr mit MĂŒhlberg das erste Kernkraftwerk stilllegt, sei aber grundsĂ€tzlich gut vorbereitet:

    ‱ SRF

    Zum selben „World Nuclear Industry Status Report“ berichtet die deutsche Welle. Weltweit gehe die Nachfrage nach Kernkraft demnach grundsĂ€tzlich zurĂŒck; es seien im letzten Jahr nur wenige neue Reaktoren in Betrieb genommen worden. Weiterer BefĂŒrworter der Kernkraft sei primĂ€r China, aber auch einige LĂ€nder, bei denen vor allem die militĂ€rische Nutzung der Kernkraft im Vordergrund der Planungen stehe:

    ‱ DEUTSCHE WELLE

    2015 bis 2017 sind laut eines Berichts des Branchendienstes Solarify nach Angaben der Bundesregierung Windenergieanlagen mit insgesamt 937 Megawatt zurĂŒck gebaut worden.Die GrĂŒnde dafĂŒr seien nicht bekannt, heiße es in der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Auch Zahlen ĂŒber Havarien von Windenergieanlagen lĂ€gen nicht vor, die Bundesregierung verweist dazu auf die ZustĂ€ndigkeit der LĂ€nder bezĂŒglich der Überwachung solcher Anlagen. Bisherige Untersuchungen gingen davon aus, dass eine Windenergieanlage zu bis zu 90 Prozent recycelt werden könne. Derzeit untersuche das Umweltbundesamt den Angaben zufolge, ob sich diese Quote dank neuer Verfahren und Anpassungen im Produktionsprozess erhöht habe. Ergebnisse sollen bis Mitte 2019 vorliegen:

    ‱ SOLARIFY

     

  • Presseschau vom 31.08.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau: Diese Woche ein relevanter Themenmix mit einigen lokalen BeitrĂ€gen – und mit Neuem zu den schwimmenden russischen Meilern.

    Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zum RĂŒckbau des Kernkraftwerkes BrunsbĂŒttel ist gemacht: Im September beginnt der Bau des Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle (Lasma). Boyens Medien berichten (Bezahlinhalt):

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Einst war das Kernkraftwerk KrĂŒmmel Geesthachts grĂ¶ĂŸter Steuerzahler. Heute stelle der RĂŒckbau fĂŒr die Stadt aber eine Herausforderung dar: Denn der Antrag fĂŒr den RĂŒckbau des Kraftwerks laufe zwar, zu Umgang und Verbleib des radioaktiven MĂŒlls, der in und am GebĂ€ude lagert, seien aber noch viele Fragen offen. Selbst wenn der Bund sein Ziel erreicht und bis 2050 ein Endlager in Betrieb nĂ€hme, was Experten fĂŒr illusorisch halten, mĂŒssen in KrĂŒmmel vier Jahre ĂŒberbrĂŒckt werden. Das dortige Zwischenlager sei nur bis 2046 genehmigt. „Es gibt darum fĂŒr uns Geesthachter viele GrĂŒnde, in der Diskussion möglichst großen Einfluss zu nehmen. FĂŒr mich ist ganz klar: Es darf in KrĂŒmmel kein Endlager geben“, betont BĂŒrgermeister Olaf Schulze (SPD) in einem Beitrag der Bergedorfer Zeitung (Bezahlinhalt):

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Beim geplanten RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel mĂŒssen die Anwohner in den angrenzenden Kommunen „keine radioaktive Belastung befĂŒrchten“. Das erklĂ€rte Kernkraftwerks-Leiter Torsten Fricke gegenĂŒber der Kreiszeitung Wochenblatt. Anlass war ein Infoabend ĂŒber das RĂŒckbau-Vorhaben, zu dem die Landkreise Harburg und LĂŒneburg nach Marschacht eingeladen hatten. 
    Das Kraftwerk wurde 2011 stillgelegt, der Betreiber Vattenfall hat beim Land Schleswig-Holstein den RĂŒckbau beantragt. „Die natĂŒrliche Strahlung, der wir tĂ€glich ausgesetzt sind, ist deutlich höher als die Strahlung der Stoffe, die das Kernkraftwerk verlassen“, so Torsten Fricke in dem Beitrag. Die Dauer des RĂŒckbaus hĂ€nge auch von eventuellen juristischen EinsprĂŒchen ab. „Zurzeit lĂ€uft das öffentliche Beteiligungsverfahren zum Abbau des Kraftwerks. Ob es EinwĂ€nde oder Klagen geben wird, können wir noch nicht sagen“, erlĂ€uterte Fricke ein. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist Voraussetzung fĂŒr eine Genehmigung durch das schleswig-holsteinische Landesministerium:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    In einem Meinungsbeitrag beschĂ€ftigen sich die Kieler Nachrichten mit den RĂŒckbauvorhaben in Schleswig-Holstein. Der Autor kritisiert dabei die GRÜNEN im Land, die nach seiner Auffassung von der ersten Stunde an alle amtlichen Strahlungs-Grenzwerte bezweifelt und damit genau die Skepsis geschĂŒrt hĂ€tten, die Anwohner von Deponien heute „auf die Barrikaden“ treiben wĂŒrden. Das Fazit des Beitrags: Der Ausstieg aus der Atomkraft sei zwar alternativlos, werde aber deutlich langwieriger, komplizierter und wohl auch teurer als der Einstieg in die Kernkraft:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Der Energieversorger Vattenfall, u.a. Betreiber der stillgelegten Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, wirbt aktuell mit einer Kampagne fĂŒr den Abschied von der Nutzung fossiler Energien. Das Inforadio des Senders Berlin Brandenburg widmet sich dem Thema mit einem Schwerpunkt auf den Standort Berlin und erlĂ€utert die Planungen und Herausforderungen:

    ‱ INFORADIO

    Das Kernkraftwerk MĂŒhleberg ist laut eines Berichts des Portals Finanztrends fĂŒr die Jahresrevision vom Netz genommen worden. Es sei die letzte Jahresrevision im 46-jĂ€hrigen Kernkraftwerk, bevor dieses Ende 2019 abgestellt werde. Wie die Betreiberin BKW mitteilte, werde das Kernkraftwerk nach der Jahresrevision einen fĂŒnfzehnmonatigen Betriebszyklus aufnehmen. Definitiv vom Netz genommen wird das AKW MĂŒhleberg am 20. Dezember 2019:

    ‱ FINANZTRENDS.INFO

    Aus MĂŒlheim-KĂ€rlich und Grundremmingen berichtet die Augsburger Allgemeine. Bei beiden werken seien die KĂŒhltĂŒrme fĂŒr die Region prĂ€gende Bauwerke, die vielen Anwohnern als Markierung gedient hĂ€tten und nun verschwinden. Jetzt wĂŒrde der Abriss auch mit einer gewissen Wehmut betrachtet. Der Artikel schildert zudem ausfĂŒhrlich Status und nĂ€chste Schritte der RĂŒckbauprozesse:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Mit den Schwierigkeiten der Energiewende beschĂ€ftigt sich die SĂŒddeutsche Zeitung. Um einen hohen Anteil von Erneuerbaren Energien im Strommix zu erreichen, mĂŒssten demnach insbesondere die Netze entsprechend gerĂŒstet sein. Doch der Netzausbau stocke. Damit geriete auch der Ausbau der Erneuerbaren in Gefahr. Vorhandene Netze könnten jedoch schon jetzt mehr Strom transportieren. Dazu sei es etwa nötig, die Temperatur der Leitungen besser zu kontrollieren:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Mit schwimmenden Mini-Kernkraftwerken beschÀftigt sich der Branchendienst Heise.
    Seit Jahrzehnten trieben kleine Kernreaktoren in FlugzeugtrĂ€gern, Eisbrechern und U-Booten durch die Weltmeere. Die gleiche Technologie lege nun die Basis fĂŒr schwimmende Kernkraftwerke, die entlegene Regionen mit Strom versorgen sollen. Vorreiter dieser Nuklear-Renaissance im kleinen Maßstab sei die russische Atomenergie-Agentur Rosatom. Sie weihte jetzt ihren Prototyp „Akademik Lomonossow“ im Hafen von Murmansk ein. Auf dem 144 Meter langen und 30 Meter breiten Ponton ohne eigenen Antrieb finden zwei Reaktoren mit jeweils 35 Megawatt elektrischer Leistung Platz. Das reiche rechnerisch aus, um eine Stadt mit 200.000 Einwohnern mit Strom zu versorgen. ZusĂ€tzlich wird die thermische Leistung der beiden Reaktoren auf etwa 150 Megawatt taxiert:

    ‱ HEISE ONLINE

     

  • Presseschau vom 17.08.2018

    Mit „hohen Erwartungen“, so die Landeszeitung LĂŒneburg, seien rund 50 BĂŒrger zum zweiten Informationsforum zum RĂŒckbau des Kernkraftwerkes KrĂŒmmel gekommen. Experten des Kraftwerkes, eines Öko-Institutes und der Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung beziehungsweise des Bundesamtes fĂŒr kerntechnische Entsorgungssicherheit referierten ĂŒber die AbfĂ€lle beim RĂŒckbau und deren Entsorgung. Die AusfĂŒhrungen der Referenten seien dabei nicht von allen Teilnehmern vollstĂ€ndig verstanden worden, berichtet das Blatt. Das erforderliche physikalische Fachwissen habe einigen Teilnehmern gefehlt. Die Themen Zwischen- und Endlagerung seien jedoch von allen Teilnehmern verstanden und gut aufgenommen worden:

    Wegen der anhaltenden Hitze haben einzelne Kernkraftwerke in Deutschland ihre Leistung heruntergefahren. Beim Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-WĂŒrttemberg wurde die Leistung um bis zu 10 Prozent verringert, wie der Versorger EnBW mitteilte. Dadurch solle der Anstieg der Wassertemperatur im Rhein durch das eingeleitete KĂŒhlwasser begrenzt werden.
    In Norddeutschland produzieren die Kernkraftwerke Grohnde und Brokdorf nach Angaben des Betreibers PreussenElektra wegen der leicht erhöhten GewĂ€ssertemperaturen etwas weniger als ĂŒblich. Dies habe in Grohnde zu einer um 80 bis 120 Megawatt geringeren Stromproduktion gefĂŒhrt, in Brokdorf sei die EinschrĂ€nkung geringer gewesen. Die Reduzierung der Stromproduktion wegen der etwas höheren GewĂ€ssertemperaturen sei ein ganz normaler Effekt, erlĂ€utern die Kieler Nachrichten:

    Eine Ausnahme bei hitzebedingten Drosselungen habe laut des Branchendienstes B4 Schwaben das KKW Grundremmingen gemacht. Nach Angaben des Betreibers habe die Hitze keine Auswirkungen auf den Betrieb des Kernkraftwerks Gundremmingen gehabt. Das Blatt zitiert ein Sprecherin: „Wir befinden uns in Gundremmingen in der glĂŒcklichen geographischen Lage, dass wir unser Wasser aus dem Oberlauf der Donau beziehen können – ein sehr wasserreicher Flussabschnitt. Hinzu kommen die ZuflĂŒsse aus der Iller mit kĂŒhlem Gebirgswasser. Bei Hitze geht der Wirkungsgrad aller Kraftwerke grundsĂ€tzlich etwas zurĂŒck, was aber keine technischen Auswirkungen hat. Dieser etwas schlechtere Wirkungsgrad bezieht sich lediglich auf die Strommenge, die produziert werden kann. Die Verluste liegen hier aber auch im geringen Bereich. Nachts steigt der Wirkungsgrad automatisch wieder an.“ ZusĂ€tzliche Sicherungsmaßnahmen seien nicht erforderlich gewesen:

    Die Energiewende hat enorme Folgen fĂŒr das Stromnetz, das an seine KapazitĂ€tsgrenze zu kommen droht. Denn der Windstrom muss von den KĂŒsten in die großen Industriezentren im SĂŒden und SĂŒdwesten transportiert werden. DafĂŒr sind Tausende Kilometer neuer Stromleitungen nötig. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur seien von erforderlichen 7.700 Kilometern beim Netzausbau im Zuge der Energiewende derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle den Ausbau der Stromnetze in Deutschland nun deutlich beschleunigen und damit eine „sichere und bezahlbare Energiewende“ gewĂ€hrleisten. DafĂŒr stellte Altmaier einen Plan vor, der einerseits die bestehenden Netze verbessern und andererseits das Ausbautempo erhöhen soll. Die ZEIT berichtet, dass es gegen diese PlĂ€ne aber auch zahlreiche WiderstĂ€nde gĂ€be:

    Als „katastrophal in Verzug“ beschreibt das Handelsblatt den Status des Netzausbaus. Der nun vorgelegte „Aktionsplan Stromnetz“ sei allerdings nicht wirklich neu, so das Blatt. Auch das fĂŒr dieses Jahr geplante Netzausbaubeschleunigungsgesetz spiegele lediglich eine bereits gelebte Praxis wider:

    Der scheidende Umweltminister Schleswig-Holsteins Dr. Robert Habeck nimmt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ausfĂŒhrlich Stellung zum Netzausbau. Dieser sei unbedingt notwendig, aber auch erklĂ€rungsbedĂŒrftig. Man könne nicht schönreden, so Habeck, dass der Bau von Stromnetzen ein großer Eingriff in die Natur sei. Aber diese Leistung mĂŒsse man erbringen, wenn man ein hochenergetisches und hochindustrielles Land sein wolle:

    Zwei Jahre nach ihrer GrĂŒndung steht die Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) vor einem personellen Neuanfang. Die GrĂŒndungsgeschĂ€ftsfĂŒhrerin, die CDU-Politikerin Ursula Heinen-Esser, sei bereits im Mai als Umweltministerin nach Nordrhein-Westfalen gewechselt, so die taz in ihrem Beitrag. Nun verlasse auch ihr frĂŒherer Stellvertreter Ewold Seeba, der das bundeseigene Unternehmen zuletzt kommissarisch geleitet hatte, die Bundesgesellschaft. Er leite kĂŒnftig die Bundesgesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung; diese Aufgabe hat bisher UmweltstaatssekretĂ€r Jochen Flasbarth mit erledigt. Der neue BGE-Chef Stefan Studt habe mit Endlagern aber bisher wenig zu tun gehabt. Das sei lediglich ein „Versorgungsposten“, vermutet das Blatt unter Bezug auf diverse Kritiker:

    In Salzgitter-Bleckenstedt entsteht rund 1000 Meter unter der ErdoberflĂ€che derzeit fĂŒr etwa 4,2 Milliarden Euro ein Endlager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle wie etwa Handschuhe und Kleidung oder auch Anlagen, die keiner unmittelbaren radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten gemacht, die Fertigstellung ist fĂŒr das Jahr 2027 geplant. Der Minister ist fĂŒr das Bundesprojekt zwar nicht zustĂ€ndig, erklĂ€rte aber im Anschluss die volle UnterstĂŒtzung seitens des Landes Niedersachsen. Das Konzept sei durchdacht, und er sei davon ĂŒberzeugt, dass die Sicherheit hier an erster Stelle stehe – sowohl jetzt beim Bau des Endlagers als auch spĂ€ter bei der Einlagerung des radioaktiv belasteten Materials. Die NWZ hat den Bericht:

  • Presseschau vom 06.08.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit verschiedenen BeitrĂ€gen zur Energiewende und Spannendes zum Netzausbau sowie Blicke nach Frankreich, SĂŒdafrika und Russland.

    Das Stormaner Tageblatt informiert in einem kurzen Bericht, dass die Unterlagen zum RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel nun in Geesthacht, Kiel und online einsehbar sind. Neben den RĂŒckbauunterlagen könne man sich nun auch ĂŒber den geplanten Neubau eines Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle informieren. Ende des Jahres sei ein Erörterungstermin geplant:

    ‱ SHZ.DE

    Fortschritt bei der Endlager-Problematik: die Entscheidung ĂŒber einen Deponiestandort fĂŒr die freigemessenen AbfĂ€lle aus dem geplanten Abriss der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein steht fĂŒr die zweite HĂ€lfte des nĂ€chsten Jahres an, wie Energieminister Robert Habeck (GRÜNE) in Kiel bekannt gab. Nachdem der von ihm angestoßene Dialogprozess mit Gemeinden im Norden gescheitert sei, wĂŒrden nun sieben SachverstĂ€ndige die in Frage kommenden Deponien prĂŒfen. Die Welt berichtet:

    ‱ WELT

    Der Rekord-Sommer 2018 hat enorme Auswirkungen auf die Energiebranche. Der deutsche Stromverbrauch sei durch KlimagerĂ€te und andere KĂŒhlgerĂ€te wie Gefriertruhen fast so hoch wie im Winter, weiß die SaarbrĂŒcker Zeitung. Zugleich mache die Hitze vielen Versorgern zu schaffen – Photovoltaik-Anlagen hĂ€tten einen geringeren Wirkungsgrad, dem Windstrom fehle der Wind, Kernkraftwerke hĂ€tten Probleme mit KĂŒhlwasser aus GewĂ€ssern:

    ‱ SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Diskussion Energiewende: das Physikportal pro-physik.de berichtet von einem neuen Rechnersystem, das die Simulation der LastflĂŒsse im Stromnetz beschleunige. Zusammen mit Übertragungsnetzbetreiber Tennet haben Experten des JĂŒlich Supercomputing Centre JSC ein Computersystem entwickelt, das dazu beitragen solle, unser Stromnetz an die Anforderungen durch die Energiewende anzupassen. Tennet setze umfangreiche Simulationswerkzeuge ein, um den Bau und die Dimensionierung neuer Stromleitungen zu planen. Durch das neue System bliebe mehr Zeit, Berechnungsergebnisse weiter zu analysieren und weitere Erkenntnisse zu erhalten, so Stefan Schuh von Tennet:

    ‱ PRO-PHYSIK.DE

    Das Portal energiezukunft.eu beleuchtet den geplanten Netzausbau aus einem anderen Blickwinkel: ein Teil des Ausbaus könne vermieden werden, indem zukĂŒnftig ein stĂ€rkerer Fokus auf den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien gelegt werde. HierfĂŒr sei aber ein starker Zubau von Wind- und Solar-Anlagen nahe den StĂ€dten nötig. Zurzeit sei aber keine sachgerechte Netzplanung möglich, da weder der Kohleausstieg noch ein fester Ausbauplan fĂŒr die Erneuerbaren Energien vorlĂ€ge. Experten des Öko-Instituts e.V. schlagen daher mögliche nĂ€chste Schritte vor:

    ‱ ENERGIEZUKUNFT.EU

    Das umstrittene Kernkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze könne laut SĂŒddeutsche Zeitung lĂ€nger am Netz bleiben als geplant. Grund hierfĂŒr sei die Verzögerung der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks in Flamanville am Ärmelkanal. Aus Baden-WĂŒrttemberg sei Kritik zu hören:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    SĂŒdafrika wolle nun doch keine weiteren russischen Kernkraftwerke mehr kaufen, so PrĂ€sident Cyril Ramaphosa. Sein VorgĂ€nger Jacob Zuma hatte eine strategische Partnerschaft mit Russlands staatlichem Atomunternehmen Rosatom angebahnt – momentan könne man sich den Ausbau aber nicht leisten und mĂŒsse sich um dringendere BedĂŒrfnisse der Bevölkerung kĂŒmmern:

    ‱ FOCUS MONEY ONLINE

    Zum Schluss ein erneuter Blick nach Russland: vor einigen Wochen wurde hier das erste schwimmende Kernkraftwerk der Welt im Hafen von St. Petersburg eingeweiht. Aufgrund von BĂŒrgerprotesten seien die zwei Reaktoren aber vorerst nicht in Betrieb genommen worden – nun habe das Schiff den Weg von St. Petersburg nach Murmansk zurĂŒckgelegt und werde mit Brennstoff beladen. Ingenieur.de berichtet:

    ‱INGENIEUR.DE

     

  • Presseschau vom 20.07.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben sich verschiedenste Medien mit RĂŒckbauthemen wie zum Beispiel dem Bau einer Lagerhalle fĂŒr schwachradioaktives Material am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld oder dem Start des öffentlichen Beteiligungsverfahrens fĂŒr den geplanten RĂŒckbau des KKK beschĂ€ftigt, dazu Kritisches vom Deutschlandfunk und eine weitere Perspektive fĂŒr den Standort BrunsbĂŒttel.

     

    FĂŒr den geplanten RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel in Geesthacht startet das Energieministerium in Kiel nun das öffentliche Beteiligungsverfahren. Ende des Jahres sei dann ein Erörterungstermin geplant, berichten die Kieler Nachrichten. Dabei wird auch das Vorhaben von Betreiber Vattenfall öffentlich bekannt gegeben, ein Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle zu errichten und zu betreiben. „Der Strahlenschutz steht auch bei der Stilllegung und dem Abbau eines Kernkraftwerks immer im Vordergrund“, zitiert das Blatt den Minister Dr. Robert Habeck (GrĂŒne). Ende des Jahres sei dann ein Erörterungstermin geplant. „Durch solche Meilensteine bringen wir den Atomausstieg fĂŒr jedermann sichtbar auf die Zielgerade“, so Habeck:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Auch der NDR berichtet, u.a. mit einem Radio-Beitrag, der online abrufbar ist. Dort finden auch Gegner des zu errichtenden Standortzwischenlagers zu Wort:

    ‱ NDR

    Zu einem GesprĂ€ch mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kamen Vertreter der BĂŒrgerinitiative (BI) „DepoNIE KĂ€seburg“ und des Arbeitskreises Wesermarsch in Varel zusammen. Themen waren laut eines Berichts der NWZ u.a. die Klage gegen die RĂŒckbaugenehmigung des KKW Unterweser und die Freimessungsregelung und das 10-Mikrosievert-Konzept. Der Minister begegnete den geĂ€ußerten Bedenken, dass verspieltes Vertrauen der Privatwirtschaft zu berechtigter Skepsis der Bevölkerung fĂŒhre. Er halte es fĂŒr unabdingbar, dieses durch grĂ¶ĂŸtmögliche Transparenz wieder zu gewinnen:

    ‱ NWZ ONLINE

    Vom ersten Spatenstich am Atomkraftwerk Grafenrheinfeld berichtet Radio Gong. Dort werde eine neue, spezielle Lagerhalle gebaut, um schwachradioaktives Material, das beim RĂŒckbau des AKW entsteht, zeitlich begrenzt zu lagern. Die Planungen gehen von rund 3.500 Tonnen Material aus. Die Lagerhalle wird benötigt, weil es bundesweit nach wie vor kein Endlager fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle gibt. Deswegen ist auch noch völlig unklar, wie lange das radioaktive Material in dem Lager in Grafenrheinfeld bleiben wird:

    ‱ RADIO GONG

    Schon vor mehr als einem Jahr, im Februar 2017, hat der RĂŒckbau an Block I des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar (GKN) in Neckarwestheim­ (Kreis Heilbronn) begonnen. Nun informiert die EnBW als Betreiberin erstmals ĂŒber den Ablauf. In KĂŒrze findet im Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe) dazu auch ein Infotag statt. FĂŒr Neckarwestheim hatte mit dem Startschuss fĂŒr den Abbau nach 41 Jahren GKN das Ende des Kernenergiezeitalters begonnen. Einen Überblick zum aktuellen Stand bietet die Stuttgarter Zeitung:

    ‱ STUTTGARTER ZEITUNG

    Kritisch berichtet der Deutschlandfunk zum Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland. WĂ€hrend man hier aus der Kernkraft aussteige, wĂŒrden in Afrika neue Uranquellen erschlossen und andernorts Kernkraftwerke weiter betrieben oder neu geplant. Der ausfĂŒhrliche Beitrag dokumentiert Interviews zum Thema mit Betreibern und Betroffenen im In- und Ausland:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Neue Perspektive fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel: Das Unternehmen Wind to Gas Energy hat im Covestro-Industriepark BrunsbĂŒttel mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff begonnen. Sie soll im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Windenenergie betrieben werden und im Sommer in Betrieb gehen. Das Dithmarscher Start-up investiert dafĂŒr am Standort einen Betrag im einstelligen mittleren Millionen-Bereich:

    ‱ CHEMIETECHNIK

  • Presseschau vom 06.07.2018

    FĂŒr den 2011 beschlossenen Atomausstieg erhalten die Energiekonzerne RWE und Vattenfall eine millionenschwere EntschĂ€digung. Der Bundestag verabschiedete eine entsprechende GesetzesĂ€nderung und setzte damit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. Die Karlsruher Richter hatten im Dezember 2016 entschieden, dass die Stromkonzerne fĂŒr bereits getĂ€tigte Investitionen und fĂŒr verfallene Strom-Produktionsrechte entschĂ€digt werden mĂŒssen. Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte die damalige schwarz-gelbe Koalition beschlossen, zum Jahr 2022 aus der Atomenergie auszusteigen. Diese Entscheidung fĂŒhrte zur Stilllegung von acht Kernkraftwerken, fĂŒr die anderen neun Kraftwerke wurde ein stufenweiser Abschaltplan vereinbart. Die Höhe der jetzt beschlossenen EntschĂ€digung könne allerdings erst im Jahr 2023 ermittelt werden, so der SPIEGEL in seinem Bericht, da erst dann die tatsĂ€chlich nicht produzierte Strommenge und die damit entgangenen Gewinne konkret feststehen. Die Bundesregierung rechne laut Gesetzentwurf mit einem Betrag „im oberen dreistelligen Millionenbereich“:

    >> SPIEGEL

    BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, FDP und die UnabhĂ€ngige WĂ€hlergemeinschaft Wesermarsch (UW) hinterfragen weiterhin kritisch die geplante Deponierung von anfallendem Bauschutt in KĂ€seburg beim RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU). Mit dem RĂŒckbau werde eine neue Strahlenquelle geschaffen, sagte ein Sprecher der UW der NWZ. Die Annahme von radioaktiv belasteten AbfĂ€llen jedweder Art und Herkunft zur Lagerung auf der Deponie in KĂ€seburg sei demnach auszuschließen. Die Deponie sei als LagerstĂ€tte nicht geeignet:

    >> NWZ


    Im Bibliser Rathaus hat Kraftwerksbetreiber RWE eine neue Ausstellung zum Thema Abbau des Kernkraftwerks eröffnet. 2015 gab es die erste Ausstellung zum Thema im BĂŒrgerzentrum. Von Anfang an sei das Unternehmen mit allen Fragen offen umgegangen, betonten Vertreter des Werks. Der Mannheimer Morgen dokumentiert:

    >> Mannheimer Morgen

    Seit 1989 liefert Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim – kurz GKN – Strom, mehr als elf Milliarden Kilowattstunden waren es im Jahr 2016. Das entspricht etwa der HĂ€lfte des privaten Stromverbrauchs in Baden-WĂŒrttemberg. GKN II wird Ende 2022 abgeschaltet, so wie Block I bereits im FrĂŒhjahr 2011. Inzwischen liegen dem Umweltministerium in Stuttgart die erforderlichen Unterlagen vor fĂŒr das Genehmigungsverfahren zum RĂŒckbau vor. Neben dem Antrag selbst seien das eine Kurzbeschreibung des RĂŒckbaus, ein Sicherheitsbericht sowie die UmweltvertrĂ€glichkeitsuntersuchung, die sich mit den möglichen Auswirkungen der einzelnen Schritte auf den Menschen sowie auf Tiere, Pflanzen, Boden, Luft und Wasser befasst. Die Ludwigsburger Kreiszeitung schildert die nĂ€chsten Schritte zur Genehmigung:


    >> LKZ

    Ein großer Teil der ungefĂ€hr 28.000 deutschen WindrĂ€der ist schon Ende der neunziger Jahre entstanden. Und aktuell sieht es so aus, als mĂŒsse ein Teil der Anlagen in naher Zukunft rĂŒckgebaut werden. Mit dem Auslaufen des Förderanspruchs nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mĂŒsse laut Energieportal 24 nun nĂ€mlich entschieden werden, ob die alten Anlagen in ihrer Form weiter betrieben werden oder aber ob sie stillgelegt, zurĂŒckgebaut oder erneuert werden. Das Institut fĂŒr Integrierte Produktion Hannover (IPH) schĂ€tze in einer Studie, dass bundesweit rund vier Gigawatt Anlagenleistung davon betroffen sind. In Zukunft fielen dann jĂ€hrlich ungefĂ€hr 2,4 Gigawatt aus der EEG-Förderung. 

    >> Energieportal 24

    Nach einer Analyse von Ökonomen hat die deutsche Energiepolitik vier Jahre lang „keinen messbaren Fortschritt erzielt“. Auch die Kohlekommission operiere an entscheidenden Problemen vorbei, so die WELT in einem kritischen Bericht. Nach einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) habe sich der Fortschritt der deutschen Energiewende in den vergangenen vier Jahren zum Teil deutlich verlangsamt. Demnach weiche der Stand der meisten Kennzahlen, die erreicht werden sollen, immer weiter von den Zielen ab, die sich die Regierung selbst gesteckt hatte. Zwar habe die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode Ausschreibungen fĂŒr erneuerbare Energien eingefĂŒhrt und damit „wichtige Wettbewerbselemente bei der Förderung erneuerbarer Energien geschaffen.“ heiße es laut WELT in der IW-Zwischenbilanz 2014–2017. „Im Gegenteil hat sich der RĂŒckstand zu den eigenen Zielvorstellungen auf dem Weg der Energiewende weiter erhöht.“
     

     
    Die Realisierung des LNG-Terminals in BrunsbĂŒttel geht in die nĂ€chste Phase. Im Auftrag des Projektierers hat das ein IngenieursbĂŒro mit den Vorbereitungen fĂŒr den Genehmigungsprozess begonnen. Ziel sei es, diesen Ende 2018 zu starten, sagte ein Sprecherin von German LNG Terminal GmbH zu energate. Außerdem habe die Gesellschaft einen Antrag auf staatliche Förderung eingereicht. Das Ergebnis einer „Open Season“, die die Projektgesellschaft Anfang des Jahres durchfĂŒhrte, bestĂ€tige großes Marktinteresse am geplanten Import- und Small-Scale-Terminal. Das Projekt ist ein wesentlicher Faktor fĂŒr die Zukunft des Energiestandorts BrunsbĂŒttel. Der Branchendienst energate-messenger berichtet:

    >> Energate Messenger
  • Presseschau vom 22.06.2018

    GrĂŒnen-Chef und noch bis September schleswig-holsteinischer Umweltminister Dr. Robert Habeck will laut WELT die baldige Schließung norddeutscher AKW erzwingen. Sie wĂŒrden „die Netze verstopfen“ und das zu Ungunsten von Solar- und Windstrom. HĂ€tte er Erfolg, so das Blatt, drohten aus Sicht der Betreiber Versorgungsrisiken und den Verbrauchern höhere Preise. Auf Antrag Schleswig-Holsteins beschloss der Bundesrat, dass die norddeutschen Atomkraftwerke Brokdorf und Emsland keine Produktionsrechte anderer deutscher Meiler mehr ĂŒbernehmen dĂŒrfen. Damit mĂŒssten beide Kernkraftwerke bereits Mitte 2020 und damit gut anderthalb Jahre vor ihrem gesetzlich festgelegten Abschalttermin vom Netz:

    ‱ WELT

    Einen „kuriosen Fehler“ meldet das Hamburger Abendblatt aus dem KKW Brokdorf. Demnach wurden in zwei Kapiteln des gĂŒltigen Betriebshandbuchs fehlende Textpassagen festgestellt. ErgĂ€nzungen hĂ€tten zu SeitenumbrĂŒchen gefĂŒhrt, wobei die betroffenen Passagen nicht auf die jeweiligen Folgeseiten ĂŒbernommen wurden. Es sei dabei nicht um Handlungsanweisungen gegangen, sondern um ErlĂ€uterungen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In einem Fall sei es um 1,5 Seiten gegangen, in dem anderen um gut drei Zeilen. Beide Kapitel seien Teil der Sicherheitsspezifikationen:

    ‱ Abendblatt

    Eine erste große Informationsveranstaltung zur geplanten Aufnahme von Castoren aus dem britischen Sellafield im Zwischenlager am Kernkraftwerk Brokdorf hat laut eines Berichts der SHZ nicht nur zufriedene Zuhörer hinterlassen. WĂ€hrend die Brokdorfer BĂŒrgermeisterin Elke Göttsche die Informationserwartungen der Gemeinde „voll erfĂŒllt“ nannte, sieht der energiepolitische Sprecher der GrĂŒnen-Landtagsfraktion, Bernd Voß, einen „RĂŒckfall in die 70er Jahre“. Daran habe ihn jedenfalls „der Informationsstil des Betreibers erinnert“. Der Politiker moniert insbesondere, dass die Frage der anschließenden TransportfĂ€higkeit in ein Endlager offen geblieben sei:

    ‱ SHZ

    Aus Stade berichtet der Weserkurier ĂŒber den RĂŒckbau des dortigen Kernkraftwerks. Bei einem Ortstermin informierte sich das Blatt ĂŒber die Details des RĂŒckbaus und zeigt sich beeindruckt: der betriebene Aufwand sei „kaum zu fassen“ und erlĂ€uternde Zahlen eindrucksvoll.

    ‱ Weser-Kurier

    Ob sogenannter freigemessener Bauschutt aus dem Kernkraftwerk Unterweser (KKU) auf der Deponie KĂ€seburg in Brake eingelagert wird, ist weiter unklar. Der Kreistag des Landkreises Wesermarsch hat die Entscheidung darĂŒber mit einer Mehrheit von 30 zu 10 Stimmen vertagt. Er sprach sich dafĂŒr aus, das Ergebnis der EinzelfallprĂŒfung durch das niedersĂ€chsische Umweltministerium abzuwarten. Mit dieser PrĂŒfung werde geklĂ€rt, ob die Deponie geeignet sei, die wenig verstrahlten Materialien aufzunehmen oder nicht. Das Ergebnis soll Ende diesen Jahres vorliegen. Nord 24 hat den Bericht:

    ‱ Nord24

    Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) ist nach Abschluss der jĂ€hrlichen Anlagenrevision mit Brennelementwechsel wieder am Netz. Das teilte das NiedersĂ€chsische Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz mit. Insgesamt wurden wĂ€hrend der gut zweiwöchigen Revision unter anderem ca. 870 wiederkehrende PrĂŒfungen durchgefĂŒhrt. Sicherheitstechnisch relevante Abweichungen seien dabei nicht aufgetreten. WĂ€hrend des Stillstands wurden 40 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht und bereits eingesetzte Brennelemente inspiziert. Hierbei wurden keine AuffĂ€lligkeiten festgestellt:

    ‱ NOZ

    Betreiber und Behörden haben mit einer Übung rund um das Kernkraftwerk Fessenheim die Reaktion auf einen nuklearen Notfall geprobt. 140 Mitarbeiter des französischen Kernkraftwerks an der Grenze zu Baden-WĂŒrttemberg testeten dabei das Warnsystem und setzten einen internen Notfallplan um, wie der Stromkonzern EDF laut Stuttgarter Nachrichten auf Twitter mitteilte. Auf deutscher Seite beteiligte sich das RegierungsprĂ€sidium Freiburg an der Übung, dabei stand der grenzĂŒberschreitende Austausch von Informationen im Vordergrund:

    ‱ Stuttgarter Nachrichten

    Mehr als 50 Mrd. Dollar zahlten Staaten und Steuerzahler laut dem Umweltportal Klimareporter seit 1991 an Öl-, Kohle- und Atomkonzerne, weil die Unternehmen sich durch Gesetze eingeschrĂ€nkt sahen. Möglich sei dies durch zum Teil geheime Schiedsgerichte und die Energiecharta geworden. Öl-, Gas- und Kohlekonzerne hĂ€tten insgesamt bereits 114 Mal geklagt, etwa wegen des deutschen Atomausstiegs, Verboten neuer Ölbohrungen, Steuern auf fossile Brennstoffe und Umweltschutzmaßnahmen. Die Mehrheit der klagenden Investoren kĂ€men aus westlichen LĂ€ndern wie Deutschland, den Niederlanden oder Großbritannien. In 61 Prozent der entschiedenen FĂ€lle habe das Urteil den klagenden Investor begĂŒnstigt:

    ‱ Klimareporter

  • Presseschau vom 08.06.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit einem Potpourri an verschiedensten RĂŒckbauthemen, ein Beitrag zu Brokdorf und einige Berichte ĂŒber juristische Auseinandersetzungen zu RĂŒckbau und Zwischenlagern.

    (Bezahlinhalt) Im abgeschalteten Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel haben sich zwei technische Pannen ereignet. Beide wurden der untersten Meldestufe zugeordnet, wie die Atomaufsicht in Kiel und Betreiber Vattenfall mitteilten. Zum einen wurde eine Leckage an einer Rohrleitung festgestellt, die zu einer Umsauganlage gehört. Mit dieser wĂŒrden Pulverharze, die als radioaktive AbfĂ€lle entsorgt werden mĂŒssen, aus nicht mehr geeigneten FĂ€ssern in endlagergerechte Container umgesaugt. Etwas Pulverharz sei in den Kontrollbereich ausgetreten, hieß es. Warn- oder Grenzwerte seien nicht erreicht worden. Menschen seien nicht gefĂ€hrdet gewesen.
    Der zweite Vorfall betraf Brandschutzsysteme im Pumpenhaus. Dort wurden SchĂ€den an DĂŒbelverbindungen festgestellt. Das Hamburger Abendblatt fasst zusammen:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Um offene Fragen der Menschen zum RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel und dessen rechtlichen Rahmenbedingungen in der Region zu klĂ€ren, boten die Landkreise LĂŒneburg und Harburg ein erstes Informationsforum an. Rund 90 GĂ€ste fanden sich im Forum des Schulzentrums Scharnebeck ein, darunter auch Lokalpolitiker und Landtagsabgeordnete. Sie wurden ĂŒber das im Sommer stattfindende öffentliche Beteiligungsverfahren, das einer Genehmigung durch das Landesministerium vorausgeht, und die HintergrĂŒnde des RĂŒckbaus informiert. FOCUS Regional fasst die Einzelheiten zusammen:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Der GrĂŒnen-Vorsitzende Robert Habeck fordert wegen der stetig steigenden Ökostromproduktion eine frĂŒhere Abschaltung von Kernkraftwerken. FĂŒr das schleswig-holsteinische KKW Brokdorf habe die Bundesnetzagentur bescheinigt, dass das Kraftwerk nicht mehr systemrelevant sei, sagte Habeck in der SHZ. „Die erneuerbaren Energien und der Leitungsausbau können es ersetzen. Brokdorf frĂŒher abzuschalten, wĂ€re nur konsequent“, sagte der noch aktuelle Energiewendeminister in Schleswig-Holstein dem Blatt. Zwar wĂŒrde es wohl zu EntschĂ€digungen kommen. Im Gegenzug wĂŒrden aber weniger Schadenersatzzahlungen fĂŒr WindrĂ€der anfallen, die die Betreiber erhalten, wenn ihre Anlagen wegen zu hohen Stromaufkommens zwangsweise abgeschaltet werden:

    ‱ SHZ.DE

    Die RĂŒckbaugenehmigung fĂŒr das stillgelegte Atomkraftwerk Unterweser nahe Bremerhaven sei nach Auffassung von UmweltschĂŒtzern fehlerhaft, meldet der Branchendienst Heise. Das niedersĂ€chsische Umweltministerium hĂ€tte die Genehmigung wegen kontaminierten Bauschutts nicht erteilen dĂŒrfen, argumentiere die BĂŒrgerinitiative Arbeitskreis Wesermarsch. Streitpunkt sei der kĂŒnftig anfallende, leicht kontaminierte Bauschutt. Dieser Abfall sei „freigemessen“, da er den Grenzwert von 10 Mikrosievert Strahlung unterschreite und deshalb nicht mehr ĂŒberwacht werden mĂŒsse. Anwohner fĂŒrchten aber um ihre Gesundheit. Der Arbeitskreis legte diese Woche eine 138 Seite dicke BegrĂŒndung vor, nachdem er im MĂ€rz gegen die RĂŒckbaugenehmigung geklagt hatte:

    ‱ HEISE ONLINE

    Die lange geplanten Abrissarbeiten am KĂŒhlturm des ehemaligen Kernkraftwerks MĂŒlheim-KĂ€rlich beginnen. Wie der Branchendienst Heise berichtet, frisst jetzt eine Spezialmaschine nach und nach die BetonhĂŒlle des in der Region weithin sichtbaren Turmes ab. Zuvor sei dies bereits getestet worden. Damit werden erstmals die 2004 angelaufenen RĂŒckbauarbeiten von außen sichtbar. Insgesamt sollen bei dem RĂŒckbau des KĂŒhlturms rund 18.000 Tonnen Bauschutt anfallen und im Straßenbau oder bei der Produktion von Betonfertigteilen wiederverwertet werden. Geplant ist, den KĂŒhlturm bis Ende des Jahres vollstĂ€ndig abzutragen. Der RĂŒckbau des gesamten AKW dauert voraussichtlich bis in die zweite HĂ€lfte der 2020er Jahre an.

    ‱ HEISE ONLINE

    Seit drei Jahren ist das KKW Grafenrheinfeld außer Betrieb. Der RĂŒckbau des Meilers erfolgt seitdem von innen nach außen. Der Betreiber Preußen Elektra informierte nun ĂŒber den Stand der Arbeiten, der BR bietet dazu auf seiner Internetseite einen Videobericht:

    ‱ BR

    Das Landratsamt Schweinfurt hat im Rahmen des RĂŒckbaus des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld die Baugenehmigung fĂŒr die so genannte Bereitstellungshalle fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle und Reststoffe (kurz BeHa) erteilt. Dort werden AbfĂ€lle mit schwacher oder mittlerer RadioaktivitĂ€t bis zur Bereitstellung eines Endlagers zwischengelagert. Die Lokalzeitung In und um Schweinfurt hat den Bericht:

    ‱ IN UND UM SCHWEINFURT

    Eine weitere Meldung aus Grafenrheinfeld bringt der Radiosender Gong: Der Bund Naturschutz in Bayern habe demnach Klage beim Verwaltungsgerichtshof gegen die RĂŒckbauplĂ€ne eingereicht. Sie richte sich gegen die Genehmigung fĂŒr den RĂŒckbau des KKW. GrundsĂ€tzlich sei der BN klar dafĂŒr, dass das AKW zurĂŒckgebaut wird. Er kritisiere aber die Art und Weise, wie Betreiber PreussenElektra den RĂŒckbau plant, auch wenn Grenzwerte eingehalten werden. Der BN fordert eine geringere radioaktive Belastung. Außerdem sei die Frage der Lagerung zum Teil noch unklar:

    ‱ RADIOGONG

    Das stillgelegte Kernkraftwerk Biblis wird seit einem Jahr abgebaut. Aus dem Atomgesetz entlassen wird es aber wohl erst 2032. Die Kraftwerks-Silhouette werde dann noch genauso aussehen wie heute, erörtert der Branchendienst Heise, da der RĂŒckbau wie ĂŒblich von innen nach außen erfolge:

    ‱ HEISE ONLINE

    Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Die Linke) wurde die Lagerung von hochradioaktivem AtommĂŒll des Kernkraftwerks Obrigheim ohne atomrechtliche Genehmigung und ohne zeitliche BeschrĂ€nkung im Rahmen des aufsichtlichen Verfahrens akzeptiert. ZustĂ€ndige Behörde ist die Atomaufsicht im Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg. Das lokale Blatt NOK Zeit zitiert dazu in seinem Bericht einen Vertreter des Bundesverbandes BĂŒrgerinitiativen Umweltschutz (BBU): „Wenn in BrunsbĂŒttel ein offiziell genehmigtes Zwischenlager seine Genehmigung verliert, weil nicht nachgewiesen ist, dass es gegen Flugzeugabsturz gesichert ist, dann ist es skandalös, dass in Baden-WĂŒrttemberg hochradioaktiver AtommĂŒll ohne Genehmigung in einem ungeeigneten GebĂ€ude des Atomkraftwerks gelagert wird.“

    ‱ NOKZEIT

    Der französische Energiekonzern EDF bereite sich darauf vor, das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze lĂ€nger als bisher geplant laufen zu lassen. Grund sei eine möglicherweise um mehrere Monate verzögerte Inbetriebnahme des neuen Druckwasserreaktors vom Typ EPR in Flamanville am Ärmelkanal, wie die Stuttgarter Nachrichten schreiben. Das könnte bedeuten, dass Fessenheim mit seinen beiden Reaktoren bis zum Sommer 2019 am Netz bleibe:

    ‱ STUTTGARTER NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 25.05.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Diesmal ein bunter Strauß an Themen: EntschĂ€digung fĂŒr Atomausstieg, Aktuelles zu BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, weitere Berichte zu norddeutschen KKW und Problemen mit der Bauschuttentsorgung, ein Blick nach Bayern und nach Sachsen und Neuigkeiten zum ICSID-Verfahren.

    Die Energiekonzerne RWE und Vattenfall werden fĂŒr den 2011 beschlossenen Atomausstieg entschĂ€digt. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf, der den beiden Stromkonzernen rund eine Milliarde Euro bringen könnte. Es verabschiedete den Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur Änderung des Atomgesetzes. Damit, so tagesschau.de, setzte der Bund ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. Die Richter hatten RWE und Vattenfall 2016 wegen des beschleunigten Atomausstiegs eine „angemessene“ EntschĂ€digung fĂŒr sinnlos gewordene Investitionen und verfallene Strom-Produktionsrechte zugesprochen:

    ‱ TAGESSCHAU.DE

    Ab 2031 sollen lediglich zwei Lagerhallen auf der ansonsten begrĂŒnten FlĂ€che an das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel (KKB) erinnern. So lauten einem Bericht der shz zufolge die PlĂ€ne des Betreibers Vattenfall, der bereits 2012 bei der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde den Antrag auf Stilllegung und RĂŒckbau fĂŒr die Anlage gestellt hat. Mit einer Genehmigung des RĂŒckbaus werde fĂŒr September gerechnet, inzwischen laufen bereits Vorbereitungen:

    ‱ SHZ / NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel kam es zu Komplikationen mit einem Notstromdiesel. Eines der Stromaggregate stand vorĂŒbergehend nicht zur VerfĂŒgung, teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde vom Energiewendeministerium in Kiel mit. Ursache fĂŒr den kurzzeitigen Ausfall war ein Defekt in einer Baugruppe der DrehzahlĂŒberwachung. Die defekte Baugruppe konnte gegen einen Reserveteil ausgewechselt werden. Danach stand der Notstromdiesel nach am selben Tag wieder zur VerfĂŒgung:

    ‱ SHZ.DE

    Aus Stade berichtet die Kreiszeitung. AnlĂ€sslich der Bestellung eines neuen technischen Leiters fĂŒr den RĂŒckbau des KKW Stade schildert das Blatt den nun anstehenden technischen Prozess und die Zeitplanung fĂŒr den Abbruch:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Weil die gesetzlich geforderten Abfallmengen auf der Deponie KĂ€seburg bei weitem nicht erreicht werden, muss eine EinzelfallprĂŒfung ĂŒber eine mögliche Deponierung von freigemessenem Abfall aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) entscheiden. Ein Sprecher des zustĂ€ndigen Entsorgungsunternehmens betonte unter Verweis auf die Rechtslage, dass freigemessene AbfĂ€lle dem Kreislaufwirtschaftsgesetz unterliegen und grundsĂ€tzlich auf der Deponie des EntsorgungstrĂ€gers (hier der Landkreis Wesermarsch) entsorgt werden mĂŒssten – wenn diese geeignet ist. Die NWZ online berichtet:

    ‱ NWZ ONLINE

    Umfassend berichtet die SWP ĂŒber den Status und die weiteren Schritte beim RĂŒckbau des KKW Grundremmingen. Der Betrag schildert das Verfahren mit ausfĂŒhrlichen Grafiken und Bildmaterial:

    ‱ HEIDENHEIMER ZEITUNG

    Das Kernkraftwerk Isar 2 in der NĂ€he von Landshut könnte schon frĂŒher vom Netz gehen als geplant. Nach jetzigem Stand wĂ€ren die Reststrommengen im FrĂŒhjahr 2020 aufgebraucht. Deshalb versuchte der Betreiberkonzern PreussenElektra, von anderen, vorzeitig stillgelegten Kraftwerken Strommengen zu bekommen, was rechtlich möglich sei, meldet der BR. Dieser Prozess laufe derzeit. Man sei aber optimistisch, Isar 2 bis Ende 2022 am Netz lassen zu können. Das Kernkraftwerk habe im vergangenen Jahr rund 12 Prozent des bayerischen Stroms erzeugt:

    ‱ BR

    Diskussionen um Bauschutt aus rĂŒckgebauten Kernkraftwerken gibt es in Sachsen. Die Leipziger Zeitung berichtet ĂŒber die PlĂ€ne, auch weiterhin sĂ€chsische Deponien mit KKW-Resten zu fĂŒllen, insbesondere auf Basis Ă€lterer VertrĂ€ge mit dem Kernkraftwerk Stade. Schon zuvor war bekannt geworden, dass insgesamt Genehmigungen zur Ablagerung von 15.000 Tonnen Bauschutt aus Abrissen von Kernkraftwerken auf Deponien in Sachsen bis zum Jahr 2017 vorlagen. Nun drohe zusĂ€tzlich die Lieferung von tritiumhaltigen Betonblöcken mit einem Gesamtgewicht von 5.000 Tonnen aus dem RĂŒckbau des Mehrzweckforschungsreaktors MFZR Karlsruhe auf die Deponie Cröbern im Landkreis Leipzig:

    ‱ LEIPZIGER INTERNET ZEITUNG

    Auch die SZ online beschĂ€ftigt sich mit dem Thema und beleuchtet die politischen HintergrĂŒnde. Der grĂŒne Landtagsabgeordnete Zschoke wirft dem Freistaat vor, sich mit dieser Vorgehensweise nicht an eine Vereinbarung der Umweltminister der LĂ€nder zu halten. Die hĂ€tten sich 2014 darauf geeinigt, dass der Bauschutt ehemaliger Atomkraftwerke grundsĂ€tzlich in den LĂ€ndern der jeweiligen Kraftwerkstandorte erfolgen soll. Trotzdem habe es spĂ€ter weitere, bereits genehmigte Transporte in den Freistaat gegeben. Das sĂ€chsische Umweltministerium wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Der Freistaat habe keine rechtliche Möglichkeit, Lieferungen von aus Sicht des Strahlenschutzes unbedenklichem Bauschutt auf Deponien in Sachsen zu unterbinden:

    ‱ SZ ONLINE

    (Bezahlinhalt) Der Energiekonzern Vattenfall drohe mit seiner Klage wegen der Stilllegung der Atomkraftwerke KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel zu scheitern, meldet der Branchendienst Energate Messenger unter Berufung auf einen Beitrag des Magazins DER SPIEGEL. So vertrete die EU-Kommission die Meinung, dass die Schadenersatzklage vor dem Washingtoner Schiedsgericht fĂŒr Investitionsstreitigkeiten (ICSID) unzulĂ€ssig sei. Das Verfahren vor dem ICSID lĂ€uft bereits seit einigen Jahren. Das schwedische Unternehmen fordert Schadenersatz in Höhe von 4,7 Mrd. Euro (plus Zinsen) von der Bundesrepublik Deutschland. Vattenfall beruft sich dabei auf die Energiecharta. Dem Bericht zufolge habe die EU-Kommission als unbeteiligte Partei auf Anfrage des ICSID Stellung zu dem Verfahren genommen. Darin teilt die Kommission die Auffassung des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH). Dieser hatte im MĂ€rz entschieden, dass die Beilegung von Streitigkeiten zwischen EU-Staaten durch Urteile von internationalen Schiedsgerichten unzulĂ€ssig sei:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

  • Presseschau vom 09.05.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Veröffentlichungen diesmal mit diversen Zwischenlagern, dem Kernkraftwerk Brokdorf oder der EntschĂ€digung fĂŒr den Ausstieg aus der Kernenergie. Auch ĂŒber die Informationsveranstaltung „Energiewende konkret“ im KKK wird berichtet, als Abschluss ein Artikel ĂŒber ein bemerkenswertes maritimes Thema.

    Die vom Bund gegrĂŒndete neue „Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung GmbH“ (BGZ) ĂŒbernimmt zum 1. Januar 2019 die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr das Standortzwischenlager (SZL) am Kernkraftwerk KrĂŒmmel. Auch die geplante zusĂ€tzliche AtommĂŒlllagerstĂ€tte am Elbufer, das „Lager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle am Zwischenlager“ (LasmAaZ) soll unter die ZustĂ€ndigkeit der BGZ fallen. Das berichtete laut eines Beitrags der LZ online Kraftwerksleiter Torsten Fricke im Rahmen der Dialogveranstaltung „Perspektive KrĂŒmmel“ zum RĂŒckbau des ehemals leistungsstĂ€rksten Siedewasserreaktors der Welt:

    ‱ LZ ONLINE

    Auch die Bergedorfer Zeitung widmet der Informationsveranstaltung „Energiewende konkret“ einen Beitrag und erlĂ€utert den Status. Das KrĂŒmmeler Standortzwischenlager werde bereits baulich so hergerichtet, dass es kĂŒnftig autark von den Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes betrieben werden könne. Bis 2046 habe das Zwischenlager, in dem aktuell 41 CastorbehĂ€lter mit abgebrannten Brennelementen stehen, eine Betriebsgenehmigung. „Was ĂŒber 2046 hinaus geht, wird der neue EigentĂŒmer klĂ€ren mĂŒssen“, wird Kraftwerksleiter Fricke zitiert. Nach EinschĂ€tzung von Experten könnte ein Endlager fĂŒr hochradioaktiven AtommĂŒll erst 2080 seinen Betrieb aufnehmen. Der Bund gehe von 2050 aus:

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Auf Einladung der SPD-Abgeordneten Dr. Nina Scheer fand in Geesthacht eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Was passiert mit dem AtommĂŒll?“ statt. Bei der knapp dreistĂŒndigen Veranstaltung mit circa 80 GĂ€sten seien sowohl rechtliche VerĂ€nderungen, wie sie beispielsweise mit der Novelle des Standortauswahlgesetzes vorgenommen wurden, als auch Voraussetzungen und Kriterien der Standortsuche fĂŒr ein Endlager diskutiert worden. LOZ-News berichtet:

    ‱ LOZ.NEWS

    Das Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) ist wieder angefahren worden. Das bestĂ€tigte ein Sprecher des Betreibers Preussen Elektra dem NDR. Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht hatte dazu nach der Jahresrevision die Erlaubnis erteilt. In den vergangenen Wochen wurde unter anderem der ReaktordruckbehĂ€lter ĂŒberprĂŒft. Auch haben Techniker mehr als 900 andere AblĂ€ufe der Kraftwerkstechnik gewartet. Bei der Revision im Februar 2017 waren ĂŒberraschend rostige Brennelemente festgestellt worden. Fast ein halbes Jahr war das Kernkraftwerk damals deshalb vom Netz:

    ‱ NDR

    Weil die gesetzlich geforderten Abfallmengen auf der Deponie KĂ€seburg bei weitem nicht erreicht werden, muss eine EinzelfallprĂŒfung ĂŒber eine mögliche Deponierung von freigemessenem Abfall aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) entscheiden. Das berichtet NWZ online. Vorgesehen ist im einschlĂ€gigen Gesetz, dass freigemessener Abfall mit einer Reststrahlung von maximal 10 Mikrosievert nur auf geeigneten Deponien gelagert werden darf, wenn auf diesen mindestens 10 000 Tonnen anderer Abfall im Jahr entsorgt wird, um eine Durchmischung zu erzielen. Diese Menge werde in Brake bei weitem nicht erreicht: In KĂ€seburg werden derzeit maximal 300 Tonnen/Jahr entsorgt. Allerdings könne eine EinzelfallprĂŒfung ergeben, dass die Deponie dennoch geeignet ist. Dazu werde nun ein Gutachter befragt:

    ‱ NWZ ONLINE

    Auch im Kraftwerk Biblis wird ein Zwischenlager fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle gebaut, berichtet ECHO online und beschreibt den Umfang der geplanten Anlage:  Fast könne man darin einen Fußballplatz unterbringen, nur sei das Bauwerk nicht so breit wie ein gewöhnliches Spielfeld. Dort werden kĂŒnftig 648 Container und 744 FĂ€sser mit radioaktivem Abfall stehen. Obwohl das Kraftwerk Biblis stillgelegt ist und der RĂŒckbau gerade begonnen hat, entsteht dort ein neues, gigantisches Zwischenlager mit dem Namen LAW II. Hier werden ab dem nĂ€chsten Jahr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle gelagert. Wie lange sie dort stehen werden, ist aktuell noch nicht bekannt:

    ‱ ECHO ONLINE

    Beim RĂŒckbau des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin/Greifswald sollte eine neue Technik erprobt werden, mit der Teile der Anlage zerlegt werden. Dabei kam es zu einer Verpuffung. Wie die Aufsichtsbehörde, das Innenministerium, laut eines Berichts der Ostsee-Zeitung mitteilte, kam es zu der Verpuffung, als an einem Gegenstand eine neue Zerlegetechnik erprobt werden sollte. Der Versuch fand unter Wasser an nicht radioaktivem Material in Block 4 statt, heißt es dort. Anwesend war auch ein Mitarbeiter des Ministeriums. Personen seien nicht verletzt worden, auch habe es keine SachschĂ€den gegeben. Die Ursache sei noch unklar:

    ‱ OSTSEE-ZEITUNG

    Anderthalb Jahre ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht den Stromkonzernen, die Kernkraftwerke betreiben, eine teilweise EntschĂ€digung wegen des abrupten Beschlusses zum Atomausstieg im Jahre 2011 gewĂ€hrt hat. Das Bundesumweltministerium hat dazu nun einen Vorschlag vorgelegt, wie das Urteil umgesetzt werden kann. Im Kern lĂ€uft es auf eine EntschĂ€digung der beiden Konzerne RWE und Vattenfall ab dem Jahre 2023 hinaus. In dem Referentenentwurf gehe das Ministeriums davon laut FAZ.net davon aus, dass die Belastung des Bundes damit „insgesamt einen niedrigen einstelligen Milliardenbereich nicht ĂŒberschreiten, wahrscheinlich jedoch im oberen dreistelligen Millionenbereich liegen werden.“:

    ‱ FAZ

    Russland hat ein schwimmendes Kernkraftwerk gebaut. Nach Angaben der Betreiber kostest es nur 300 Millionen Euro und liefert Strom fĂŒr 200.000 Menschen. Das Schiff soll von einem Hafen zum anderen fahren, und dort an das lokale Stromnetz angeschlossen werden. Die Welt berichtet in ihrem Wissenschaftsteil:

    ‱ WELT

    Spiegel.de berichtet vom Auslaufen des Schiffes, das nun nach Murmansk geschleppt und dort mit Brennelementen ausgestattet werden soll. SpĂ€ter, so der Plan, werde das schwimmende Kraftwerk dann am anderen Ende des russischen Territoriums in Dienst genommen werden. Ab 2019 könnte die „Akademik Lomonosov“ vor der KĂŒste Tschukotka eine Hafenstadt und Ölbohrinseln mit Energie versorgen. BewĂ€hre sich das Prinzip, könnte eine Serienfertigung folgen:

    ‱ SPIEGEL

  • Presseschau vom 27.04.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In den letzten zwei Wochen befassten sich die Medien intensiv mit dem Status der RĂŒckbauprojekte deutscher Kernkraftwerke und aktuellen Entwicklungen in den noch aktiven Werken. Abgerundet wird die Auswahl in dieser Woche mit einem Feature ĂŒber eine Mitarbeiterin des KKW Brokdorf, die neben ihrem Job als Ingenieurin im Werk eine Farm in Tansania betreibt.

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel ist ein Notstromtransformator vorĂŒbergehend ausgefallen. Ursache fĂŒr den Ausfall sei laut Herzogtum Direkt ein defektes AuslösegerĂ€t in der TemperaturĂŒberwachung des Transformators gewesen. Dies teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) demnach in Kiel mit. Nach dem Auswechseln des defekten Bauteils gegen ein Reserveteil stand der Notstrom-Transformator noch am selben Tag wieder zur VerfĂŒgung. Die erforderliche Mindestreserve fĂŒr die Notstromversorgung (zwei Notstromdiesel) sri zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, da fĂŒnf weitere Notstromdiesel verfĂŒgbar waren. Die Atomaufsichtsbehörde hat eine Untersuchung der festgestellten MĂ€ngel eingeleitet. Mit der Begutachtung wurden SachverstĂ€ndige des TÜV NORD aus Hamburg beauftragt. Die Betreibergesellschaft hat der Reaktorsicherheitsbehörde die Feststellungen rechtzeitig als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N („Normal“) gemeldet:

    ‱ HERZOGTUM DIREKT

    Der Bau des Zwischenlagers Luna am Kernkraftwerk Unterweser (KKU) wird möglicherweise noch im April, spĂ€testens aber Anfang Mai beginnen. Dieses Lager nimmt schwach- und mittelradioaktive Stoffe aus dem RĂŒckbau der Anlage auf, der schon begonnen hat. Der RĂŒckbau selbst hat schon im Februar begonnen, wenige Tage nach dem das niedersĂ€chsische Umweltministerium die Genehmigung erteilt hatte. ZunĂ€chst gehe es darum, Platz zu schaffen fĂŒr Pufferlager und das neue Reststoffbehandlungszentrum, das von 2019 bis 2021 gebaut werden soll und in dem das Material aus dem Kontrollbereich fĂŒr die Deponierung vorbereitet wird. NWZ online hat die Geschichte:

    ‱ NWZ ONLINE

    Der letzte laufende Reaktor des Kernkraftwerks Gundremmingen wurde fĂŒr die Jahresrevision mit Brennelementwechsel vom Netz genommen. Dabei wird auch dem Hinweis auf einen Defekt nachgegangen. Bis voraussichtlich Mitte Mai werden laut B4B Schwaben neben routinemĂ€ĂŸiger Wartungsarbeiten an Anlagenkomponenten und Sicherheitssystemen mehr als 400 wiederkehrende PrĂŒfungen durchgefĂŒhrt. WĂ€hrend der Revision kommen etwa 1.000 zusĂ€tzliche FachkrĂ€fte von Partnerfirmen an den Standort. SachverstĂ€ndige des TÜV ĂŒberwachen den Revisionsablauf im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums:

    ‱B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

    Nach der Genehmigung des RĂŒckbaus des KKW Grafenrheinfeld informiert Nordbayern.de ĂŒber den Ablauf und die Dauer des jetzt anstehenden Abrisses der Anlage. Der RĂŒckbau erfolge von innen nach außen, die dominierenden GebĂ€ude inklusive der 143 Meter hohen KĂŒhltĂŒrme wĂŒrden erst ab dem Jahr 2033 abgetragen:

    ‱ NORDBAYERN.DE

    Die RNZ befasst sich mit dem RĂŒckbau des KKW Obrigheim. Alle 342 abgebrannten und hochgradig radioaktiven Brennelemente aus Betriebszeiten (bis Mai 2005 war das Kraftwerk am Netz) seien aus der Anlage verschwunden. FĂŒnf von Protesten begleitete Castortransporte ĂŒber den Neckar waren dafĂŒr nötig. Im Zwischenlager in Neckarwestheim werden sie fĂŒr die nĂ€chsten 40 Jahre oder solange, bis ein geeignetes gesamtdeutsches Endlager gefunden ist, geparkt:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Rund 300 Atomkraftgegner beteiligten sich an einer friedvollen Demonstration, die zum sechsten Mal in dieser Form rund um den Atommeiler in Brokdorf stattfand. Die Teilnehmer forderten laut SHZ die sofortige und endgĂŒltige Stilllegung der Anlage. Auch wenn sich nach der derzeit stattfindenden Revision im AKW Brokdorf die Korrosionen wieder im Normalbereich bewegen wĂŒrden, wĂ€re die Gefahr aufgrund fehlender Erkenntnisse ĂŒber die Ursachen weiterhin gegeben.

    ‱ SHZ

    Gut ein Jahr vor der geplanten RĂ€umung des Abfalllagers Gorleben hat eine Inspektion ergeben, dass von den 1309 FĂ€ssern mit radioaktivem MĂŒll 26 angerostet oder anderweitig beschĂ€digt waren. Dies gehe laut Weser-Kurier aus einer Antwort des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (GrĂŒne) hervor. Die FĂ€sser enthielten nicht nur AbfĂ€lle aus Atomkraftwerken, sondern beispielsweise auch schwach radioaktives Material aus Forschung und Industrie. Sie waren 1999 fĂŒr eine Frist von 20 Jahren in Gorleben eingelagert worden und mĂŒssen laut Vertrag bis Juni 2019 entfernt werden:

    ‱ WESER KURIER

    Einer Mitarbeiterin des Kernkraftwerks Brokdorf widmet die SHZ ein Feature. Die Elektroingenieurin arbeite sechs Monate im Jahr im Prozessmanagement des Werkes, den Rest der Zeit betreibe sie eine Kaffeefarm in Tansania:

    ‱ SHZ

  • Presseschau vom 13.04.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Sehr viele Veröffentlichung beschĂ€ftigen sich mit RĂŒckbauthemen aus Norddeutschland und Bayern aber auch ein Blick nach Frankreich ist vertreten, dazu ein interessanter Beitrag zum Transport radioaktiver Materialien.

     

    Die Tage des Kernkraftwerks Unterweser im Landkreis Wesermarsch sind gezĂ€hlt. Kraftwerksbetreiber PreussenElektra hat mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten Reaktors begonnen. Die Dimensionen des RĂŒckbaus sind umfassend: Nach Berechnungen von PreussenElektra mĂŒssen insgesamt 675.000 Tonnen Abbruchmaterial entsorgt werden – davon rund 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl aus dem konventionellen Teil. Die Gesamtmasse des nuklearen Kontrollbereichs mit dem ReaktorgebĂ€ude und dem HilfsanlagengebĂ€ude betrĂ€gt 193.000 Tonnen. Der NDR widmet dem Thema ein umfangreiches Online-Feature und einen ebenfalls online verfĂŒgbaren TV-Beitrag:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Isar 1 wird seit einem Jahr zurĂŒckgebaut. Kernkraftgegner kritisieren die Bauarbeiten. Das Bundesumweltministerium dagegen ist zufrieden mit dem Verlauf des RĂŒckbaus, der im Plan liege und bislang unproblematisch verlaufe. Der BR berichtet:

    ‱ BR

    Um radioaktive AbfĂ€lle zu deponieren, plant PreussenElektra auf dem GrundstĂŒck des Kraftwerks Esenshamm ein Zwischenlager. Der RĂŒckbau beginnt inzwischen im Inneren der Anlage. Der Rest wird 2032 abgerissen. Eine effektive Nachnutzung des GelĂ€ndes an der Weser gilt frĂŒhestens ab 2035 als realistisch. Die Diskussion darĂŒber beginnt im Mai. Denkbar wĂ€re eine Nutzung der WerkstĂ€tten und NebengebĂ€ude etwa durch Handwerksbetriebe. Das Maschinenhaus mit der Turbine, die den Generator zur Stromerzeugung angetrieben hat, hat einen Bahnanschluss und könnte fĂŒr grĂ¶ĂŸere gewerbliche Nutzer interessant sein. WĂŒrden sĂ€mtliche GebĂ€ude abgerissen, mĂŒssten weitere 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl entsorgt werden. Der Weser Kurier fasst den Stand der Diskussion zusammen:

    ‱ WESER KURIER

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks im unterfrĂ€nkischen Grafenrheinfeld kann beginnen. Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) teilte dies in MĂŒnchen mit. Nach dem Kernkraftwerk Isar 1 handelt es sich bei der Genehmigung fĂŒr Grafenrheinfeld erst um die zweite in Bayern, so der Nachrichtendienst Nordbayern. Unterdessen ließe die Genehmigung zum Abbau von Block B des Kraftwerks Grundremmingen (Landkreis GĂŒnzburg) weiter auf sich warten. Die Antragsunterlagen seien noch immer in der ÜberprĂŒfung durch Behörden und Gutachter, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums dem Portal zufolge:

    ‱ NORDBAYERN

    Rund 30 Vertreter der Kommunalpolitik der Gemeinde Biblis und interessierte BĂŒrger hat der dortige BĂŒrgermeister Felix Kusicka zum elften „Informationsforum RĂŒckbau Biblis“ im großen Saal des BĂŒrgerzentrums geladen. Zudem waren zahlreiche Politiker des hessischen Landtags, des Kreises Bergstraße, Mitarbeiter der zustĂ€ndigen Ministerien des Landes und Vertreter gesellschaftlicher VerbĂ€nde und Naturschutzgruppen vor Ort. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Referate zum aktuellen Themenschwerpunkt: „Parameter der einzelnen Schritte der Freigabeverfahren beim RĂŒckbau“. Die Veranstaltung, ĂŒber die der Mannheimer Morgen berichtet, sei Teil der Kommunikationsmaßnahmen, die den gesamten RĂŒckbau begleiten:

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Wegen einer turnusgemĂ€ĂŸen Revision steht die Anlage in Grundremmingen vorĂŒbergehend komplett still. Das Kernkraftwerk Grundremmingen hat im vergangenen Jahr 19,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. In den kommenden Wochen wird das Kraftwerk hingegen zum Strom-Importeur. Nachdem der Reaktor von Block B am 31. Dezember 2017 endgĂŒltig abgeschaltet wurde, steht nun die jĂ€hrliche Revision von Block C an. Auch wenn das Kraftwerk von Mitte des Monats bis voraussichtlich Mitte Mai nichts produziert, werde dort Strom benötigt, nicht zuletzt fĂŒr die KĂŒhlung der BrennstĂ€be in den Abklingbecken. Die SWP beleuchtet diesen Aspekt der Wartung und ÜberprĂŒfung von nicht im Betrieb stehenden Kernkraftwerken:

    ‱ SWP

    Im Kernkraftwerk Grohnde (KWG) musste einer der vier Notstromdiesel gegen ein Reserveaggregat ausgetauscht werden. Im Rahmen einer RoutineprĂŒfung wurden dort zwei Befunde festgestellt, wie die Betreiberin dem NiedersĂ€chsischen Ministerium fĂŒr Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als zustĂ€ndiger atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde mitteilte. Die Meldungen gemĂ€ĂŸ Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSVM) wurden fristgerecht vorgelegt. Die Ereignisse seien in die Kategorie N (Normal) und in INES 0 eingestuft und hĂ€tten keine Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage. FĂŒr die Notstromversorgung der Anlage sind zwei der vier Notstromdiesel erforderlich. IWR hat den Bericht:

    ‱ IWR

    Über die Ostsee finde ein reger Handel mit Nuklearmaterial zwischen dem europĂ€ischen Festland sowie Skandinavien und Russland statt. Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei zeige, dass seit 2011 mindestens 400 nukleare GĂŒter wie frische BrennstĂ€be oder Uran in den HĂ€fen Hamburg oder Rostock umgeschlagen worden seien. Etwa 300 Transporte wurden ĂŒber AutofĂ€hren abgewickelt – hĂ€ufig regulĂ€re PassagierfĂ€hren Richtung Skandinavien. Mindestens 100 weitere wurden auf EisenbahnfĂ€hren verschifft. Nur dreimal habe es laut Unterlagen des BFE einen Transport aus einem schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk ins Ausland gegeben: Im Februar wurden defekte BrennstĂ€be aus dem Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel ohne ZwischenfĂ€lle in die Forschungsanlage Studsvik in Nyköping (Schweden) gebracht. Die SHZ widmet dem Thema einen ausfĂŒhrlichen Beitrag (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Frankreichs Ă€ltestes Kernkraftwerk ist seit Anfang der Woche wieder in Betrieb, allerdings nur fĂŒr eine begrenzte Zeit. Die Regierung in Paris hat versprochen, die Anlage endgĂŒltig stillzulegen. In Flamanville am Ärmelkanal baut Betreiber EDF zurzeit eine neue Generation Kernreaktoren. Aufgrund technischer Probleme ist die Inbetriebnahme von Block Drei dieses europĂ€ischen Druckwasserreaktors allerdings immer wieder aufgeschoben worden. Nur wenn Flamanville ans Netz geht, muss ein anderer französischer Atomreaktor irgendwo anders abgeschaltet werden. Ansonsten werde zu viel Atomstrom in Frankreich produziert, denn die jĂ€hrlich erzeugte Atomstrom-Menge ist gesetzlich gedeckelt. Der Deutschlandfunk schaut nach Frankreich:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

     

  • Presseschau vom 03.04.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen bilden diesmal einen Mix aus RĂŒckbauthemen und zwei interessanten BeitrĂ€gen zu Staus und Rezeption der Energiewende in Deutschland.

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel haben bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung sechs Brandschutzklappen im SchaltanlagengebĂ€ude nicht geschlossen, so Herzogtum direkt. UrsĂ€chlich sei eine defekte Diode in einer Steuerstelle im Bereich der Warte des Kernkraftwerks. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit. Im Falle eines tatsĂ€chlichen Brandes wĂ€re das Schließen der Klappen thermisch – ĂŒber ein Schmelzlot – ausgelöst worden. Ein Schmelzlot ist als weitere Absicherung in jeder Brandschutzklappe eingebaut. Die Reaktorsicherheitsbehörde habe eine Untersuchung des Ereignisses eingeleitet. Es werde insbesondere geprĂŒft, ob es sich bei dem Diodenversagen um einen systematischen Effekt oder um einen Einzelfehler handelt. Die Vattenfall-Betreibergesellschaft habe das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet und der Atomaufsichtsbehörde fristgerecht gemeldet. Die Behörde hat zur Bewertung des Ereignisses SachverstĂ€ndige hinzugezogen:

    ‱ HERZOGTUM DIREKT

    Als „Placebo“ bezeichnen UmweltverbĂ€nde laut Mainpost den Abriss der KĂŒhltĂŒrme am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dies sei keine Stilllegung, da im Zwischenlager noch auf unbestimmte Zeit strahlendes Material verbliebe, fĂŒr das ohne ein Endlager ausreichende Sicherung erforderlich sei (Bezahlinhalt):

    ‱ MAINPOST

    Das Kernkraftwerk Grohnde ist am Donnerstag nach drei Wochen Reparaturpause wieder ans Stromnetz angeschlossen worden. Der Reaktorkern habe 56 neue Brennelemente erhalten, teilte der Betreiber Preussen Elektra ĂŒber die Lingener Tagespost mit. Insgesamt hat das Kraftwerk 193 Brennelemente. Das AKW Grohnde war seit dem 24. Februar zur jĂ€hrlichen Revision mit routinemĂ€ĂŸigen Instandhaltungsarbeiten abgeschaltet.

    ‱ LINGENER TAGESPOST

    Rund 500 Tonnen Metall verlassen das Kernkraftwerk Philippsburg (KKP). Bereits im Sommer war die gewichtigste Einzelkomponente – der Generator – aus dem Maschinenhaus von Block 1 ausgebaut worden. Der aus drei Teilen bestehende Generator wurde nun mittels eines 15-achsigen Spezialfahrzeugs zur werkseigenen Schiffanlegestelle transportiert und dort auf ein Schiff gehievt. Schwerster Part sei das so genannte StĂ€ndermittelteil mit gut 305 Tonnen, neun Metern LĂ€nge und einem Durchmesser von vier Metern, so die Rheinpfalz:

    ‱ DIE RHEINPFALZ

    Mit einem schnelleren RĂŒckbau als geplant rechnet der Bayerische Rundfunk im KKW Grafenrheinfeld. 143 Meter hoch sind die beiden KĂŒhltĂŒrme des stillgelegten Kernkraftwerks. Ihr Abriss war ursprĂŒnglich zum Ende des Kraftwerk-RĂŒckbaus 2035 geplant. Nun könnten die TĂŒrme frĂŒher fallen, wie ein Beitrag in der Mainpost vermutet. Der vollstĂ€ndige RĂŒckbau der Kraftwerksanlage sollte eigentlich bis 2035 abgeschlossen sein und wird schĂ€tzungsweise eine Milliarde Euro kosten. Wenn es nach dem Betreiber geht, werden ab Mitte Mai 2018 weitere abgebrannte Brennelemente in das Zwischenlager vor Ort ĂŒberfĂŒhrt. Dort befĂ€nden sich aktuell bereits 21 Castoren. Insgesamt bietet das Zwischenlager Platz fĂŒr 88 Castoren:

    ‱ BR

    Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey der Umsetzung der deutschen Energiewende aus. Wie die WELT berichtet, lĂ€ge Deutschland im Vergleich aller 116 untersuchten LĂ€nder lediglich auf Platz 16. Allein in Europa hĂ€tten 11 LĂ€nder ein besseres Energiesystem. Wenn Deutschland hier abgeschlagen auf Platz zwölf komme, liege das vor allem an der schlechten Bewertung in der Kategorie „Struktur des Energiesystems“: Hier belegt Deutschland Platz 110 von 114. „Das liegt vor allem an Deutschlands AbhĂ€ngigkeit vom Kohlestrom: Dessen Anteil betrĂ€gt immer noch 42 Prozent – auch weil er seit der Entscheidung zum Kernenergieausstieg einen hohen Beitrag zur Grundlastversorgung leistet“, heißt es in der WEF-McKinsey-Studie: „In der Kategorie ‚Umwelt- und Klimaschutz‘ kommt Deutschland weltweit nur auf Platz 61 – hauptsĂ€chlich wegen seines hohen CO2-Ausstoßes.“

    ‱ WELT

    Mit dem ambivalenten VerhĂ€ltnis vieler BĂŒrger zur Energiewende beschĂ€ftigt sich die SĂŒddeutsche Zeitung. Viele Menschen befĂŒrworten demnach die Energiewende, lehnen aber die zwangslĂ€ufig damit verbundenen VerĂ€nderungen im Landschaftsbild vehement ab. Das VerstĂ€ndnis von Landschaft sei dabei hierzulande stark durch die Romantik geprĂ€gt, das Ideal seien vorindustrielle Bilder. Doch die Transformation des Energiesystems stelle Gewohnheiten und Lebensweisen infrage, verlange AnpassungsfĂ€higkeit und fordere Mitarbeit:

    ‱ SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 16.03.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. WĂ€hrend die Nachrichtenlage in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen eher zurĂŒckhaltend war, gab es zahlreiche Berichte zu VorgĂ€ngen in Kernkraftwerken außerhalb Deutschlands.

    Ein historischer Zusammenschluss im Energiemarkt beherrscht die Schlagzeilen: Eon wird die RWE-Tochter InnogyÂ ĂŒbernehmen. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von Innogy – und sogar die, die Eon bislang selbst betrieben hat, – wĂ€hrend Eon sich auf die Sparten Netz und Vertrieb konzentrieren soll. Der Eon-Konzern wird damit zu einem der grĂ¶ĂŸten Energieversorger Europas und beliefert rund 50 Millionen Kunden in Europa. Der RWE-Konzern, der nach der Abspaltung von Innogy nur noch Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke betrieben hat, wird wieder selbst grĂŒnen Strom produzieren. Das Handelsblatt fasst die wesentlichen Punkte zum Mega-Deal zusammen:

    ‱ HANDELSBLATT

    Von einem „Milliardengrab“ spricht die SHZ in Zusammenhang mit dem stillgelegten Kernkraftwerk KrĂŒmmel und sieht die Verantwortlichkeit fĂŒr zu hohe Kosten beim Ausstieg und RĂŒckbau des Werks vor allem bei der frĂŒheren schwarz-gelben Regierung Schleswig-Holsteins unter dem damaligen MinisterprĂ€sidenten Carstensen (Bezahlinhalt):

    ‱ SHZ

    Das Portal InFranken.de schildert am Beispiel des KKW Grundremmingen, das zum Jahreswechsel vom Netz genommen wurde, die praktischen Schritte zum RĂŒckbau eines Kernkraftwerks:

    ‱ INFRANKEN.DE

    Die Stadt Hanau wird gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt, wonach dem Unternehmen NCS die beantragte Baugenehmigung zur Errichtung eines Zwischenlagers fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle zu erteilen ist, Berufung einlegen. Wie OberbĂŒrgermeister Claus Kaminsky am Montag erklĂ€rte, habe der Magistrat einen entsprechenden Beschluss gefasst.

    ‱ PRESSE SERVICE

    Die Fertigstellung des Schachts Konrad wird mit einer VerspĂ€tung erwartet – das Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

     

    WĂ€hrend die Nachrichtenlage in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen eher zurĂŒckhaltend war, gab es zahlreiche Berichte zu VorgĂ€ngen in Kernkraftwerken außerhalb Deutschlands:

    Aus dem französischen Cattenom meldet der Trierische Volksfreund, dass das dortige, grenznahe Werk nun doch anders als geplant und erwartet lĂ€nger am Netz bleiben werde. Solange man alle zehn Jahre von der französischen Atomaufsicht die Genehmigung fĂŒr den Weiterbetrieb bekomme, werde die Anlage weiter Strom produzieren, sagte der Direktor des 1986 in Betrieb genommenen Kraftwerks Thierry Rosso bei einer Pressekonferenz. Das Kraftwerk werde modernisiert und sicherer gemacht. Allein im vergangenen Jahr seien ĂŒber 90 Millionen Euro investiert worden:

    ‱ VOLKSFREUND

    Cattenom hat seit Jahren durch Störungen auf sich aufmerksam gemacht. Der SWR dokumentiert die letzten Jahre des französischen Werks:

    ‱ SWR

    2015 waren an einem der Ă€ltesten Atomkraftwerke der Welt fast 1.000 potenzielle Schwachstellen entdeckt worden. Nach eingehender PrĂŒfung darf das schweizerische Beznau 1 wieder ans Netz, wie die ZEIT berichtet. Das Betreiberunternehmen habe detailliert nachgewiesen, dass die 2015 entdeckten MaterialschĂ€den im Stahl des ReaktordruckbehĂ€lters die Sicherheit nicht negativ beeinflussten, teilte die Nuklearaufsichtsbehörde Ensi mit. Der Betreiber Axpo wolle die Anlage nun nach eigenen Angaben wieder hochfahren. Ende MĂ€rz solle wieder Strom produziert werden. Angestrebt werde eine Laufzeit bis etwa 2030:

    ‱ ZEIT ONLINE

    Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) bestÀtigt diese Auffassung durch eine ErklÀrung auf seiner Website:

    ‱ ENSI 

    Der französische Atomkonzern Areva hat mit der Zahlung von 450 Millionen Euro einen seit Jahren wĂ€hrenden Streit mit SIEMENS um ein Kernkraftwerk in Finnland beigelegt. Mit der Vereinbarung wĂŒrden alle laufenden Rechtsverfahren zurĂŒckgezogen, teilten die Unternehmen mit. TVO und Areva-Siemens hatten von sich gegenseitig Milliardensummen wegen Verzögerungen und Preissteigerungen beim Reaktor Olkiluoto 3 im SĂŒden Finnlands gefordert. FĂŒr Siemens war das unrentable Projekt der letzte Bau aus der Zusammenarbeit mit dem französischen Areva-Konzern, der bei dem Konsortium in Finnland die FederfĂŒhrung hatte. Der deutsche Konzern habe sich mittlerweile aus dem Kernenergie-GeschĂ€ft zurĂŒckgezogen. Die NZZ hat die Details:

    ‱ NZZ

    Das grĂ¶ĂŸte Kernkraftwerk der Welt soll laut Die Presse in Indien entstehen. Frankreich und Indien hĂ€tten den Bau des Kernkraftwerks mit sechs Reaktoren in der indischen Stadt Jaitapur in die Wege geleitet. Ein entsprechendes Rahmenabkommen sei mit der indischen Atombehörde NPCIL unterzeichnet worden, teilte der staatliche französische Energiekonzern EDF mit. Einmal fertiggestellt wĂ€re das AKW mit rund zehn Gigawatt demnach das leistungsstĂ€rkste der Welt:

    ‱ DIE PRESSE

     

  • Presseschau vom 02.03.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Der Fokus der Veröffentlichungen lag klar auf norddeutschen Kernkraftwerken, zum Beispiel wird berichtet von der in BrunsbĂŒttel erreichten Brennstofffreiheit oder ĂŒber den Vorbildcharakter des Abbaus der Reaktoren im Helmholtz-Forschungszentrum Geesthacht/KrĂŒmmel – doch auch ein Beitrag zum Washingtoner Schiedsverfahren ist dabei.

    13 defekte BrennstĂ€be aus dem Reaktorbetrieb des abgeschalteten Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel sind jetzt in einem Forschungsinstitut in Schweden eingetroffen. Das teilte das Energieministerium in Kiel laut Hamburger Abendblatt mit. Der Betreiber Vattenfall wolle die BrennstĂ€be in einer kerntechnischen Forschungsanlage in Studsvik sĂŒdlich von Stockholm untersuchen lassen. Sie wurden in den vergangenen drei Wochen mit drei LKW-Transporten ĂŒber DĂ€nemark sicher nach Schweden gebracht. Von der Untersuchung erwarte man wertvolle Erkenntnisse fĂŒr die Anforderungen an die Zwischenlagerung von DefektstĂ€ben. Diese Erkenntnisse könnten dann auch anderen Betreibergesellschaften zugutekommen (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch der NDR berichtet ĂŒber den erfolgreichen Transport: Dieser hatte eine deutlich geringere Dimension als der von Castor-BehĂ€ltern. In diesen wĂŒrden bis zu 52 Brennelemente transportiert, die zusammen mehr als 5.000 BrennstĂ€be enthalten können. Deshalb sind Castor-BehĂ€lter wesentlich dickwandiger als der BehĂ€lter fĂŒr den Transport der 13 defekten BrennstĂ€be nach Schweden. Nach der Untersuchung bleiben die radioaktiven AbfĂ€lle in Schweden, die kerntechnische Forschungseinrichtung ĂŒbernehme auch die Verantwortung fĂŒr die Entsorgung. Man rechne nun damit, dass die Untersuchungsergebnisse in voraussichtlich vier Jahren vorliegen werden:

    ‱ NDR

    Vor zwei Jahren begann der Betreiber Vattenfall mit der Bergung von 632 zum Teil stark verrosteten FĂ€ssern mit schwach- und mittelradioaktivem MĂŒll aus den sechs unterirdischen Kavernen des abgeschalteten Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel. Jetzt sei ein Ende der Arbeiten in Sicht, berichtet die SHZ. „Es ist damit zu rechnen, dass die Bergung der FĂ€sser bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden kann“, zitiert das Blatt eine Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel. Damit befinde sich Vattenfall im Zeitplan:

    ‱ SHZ

    Der Abbau der Reaktoren im Helmholtz-Forschungszentrum Geesthacht/KrĂŒmmel wird laut MĂ€rkischer Zeitung Vorbild fĂŒr ein Ă€hnliches Projekt des Helmholtz-Zentrums am Berliner Wannsee.  Wie in KrĂŒmmel soll auch dort ein Forschungsreaktor zurĂŒckgebaut werden. In KrĂŒmmel war einer der beiden Reaktoren bereits 1993 ausgeschaltet worden, der zweite stellte 2010 den Betrieb ein. In beiden FĂ€llen soll Material aus dem RĂŒckbau in Zwischenlagern gelagert werden:

    ‱ MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG 

    In naher Zukunft wird ein Schiedsgericht in Washington darĂŒber entscheiden, ob es der Klage des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall stattgeben und die Bundesrepublik Deutschland wegen grober Verfahrensfehler beim Atomausstieg zur Zahlung von Schadenersatz verpflichten wird. Der Streitwert betrĂ€gt laut SĂŒddeutscher Zeitung 4,4 Milliarden Euro. Der Bericht des Blattes beschĂ€ftigt sich mit der Sondersituation  der KKW BrunsbĂŒttel und insbesondere KrĂŒmmel, die zum Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Kernenergie 2011 noch ĂŒber große gesicherte Reststrommengen verfĂŒgten, fĂŒr deren Ausfall Vattenfall Kompensation fordert. Der Beitrag betont, dass es sich bei dem Verfahren keinesfalls um ein „dubioses“ Vorgehen, sondern einen eigens auf Betreiben von Regierungen und auslĂ€ndischen Firmen bei der Weltbank angesiedelten Schlichtungs- und Entscheidungsprozess handele:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Bereits mit Urteil vom 6. Dezember 2016 hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die Bundesregierung mit der 13. Novelle des Atomausstiegsgesetzes Eigentumsrechte der Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland verletzt hatte. Insbesondere der schwedische Vattenfall-Konzern mĂŒsse entschĂ€digt werden, da das Unternehmen nach dem Atomausstiegsgesetz der Bundesregierung nicht mehr die Möglichkeit hatte, die zuvor zugeteilten Produktionskontingente in den Kernkraftwerken KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel zu nutzen. Das Bundesverfassungsgericht setzte der Bundesregierung damals eine Frist bis zum 30. Juni 2018, um eine Ausgleichsregelung zu schaffen. Die WELT fasst den Stand und das VerhĂ€ltnis zum Schiedsverfahren in Washington zusammen. Dessen Urteil sei „anzuerkennen und umzusetzen“, so das Blatt:

    ‱  WELT

    Von einem geplanten Arbeitskampf In den Kernkraftwerken Unterweser und Stade berichtet der NDR. Dort solle die Arbeit niedergelegt werden, das habe die IG Bergbau/Chemie/Energie (IG BCE) angekĂŒndigt. Der Streikaufruf gelte auch fĂŒr das Kernkraftwerk in Grohnde. Die IG BCE fordere fĂŒr die rund 10.000 BeschĂ€ftigten in den Unternehmen der Tarifgemeinschaft Energie eine Gehaltserhöhung sowie eine Sonderleistung fĂŒr ihre Mitglieder:

    ‱ NDR

    Das Kernkraftwerk Grohnde an der Weser gehe am Samstag fĂŒr drei Wochen zur jĂ€hrlichen Revision mit routinemĂ€ĂŸigen Instandhaltungsarbeiten vom Netz, so das Hamburger Abendbaltt. WĂ€hrend des Stillstands sollen 56 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht werden, teilte das niedersĂ€chsische Umweltministerium mit. Die Brennelemente und weitere Kernbauteile in der Anlage im Landkreis Hameln-Pyrmont wĂŒrden regelmĂ€ĂŸig untersucht. Außerdem seien zahlreiche PrĂŒfungen an sicherheitstechnisch wichtigen Rohrleitungen und Komponenten geplant (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Aus Biblis meldet die Frankfurter Neue Presse einen Störfall der meldepflichtigen, untersten Stufe „0“. Im abgeschalteten Block B des Kernkraftwerks Biblis seien Risse an LaufrĂ€dern des Reaktorrundlaufkrans festgestellt worden. Die LaufrĂ€der gehörten aber nicht zu den sicherheitstechnisch relevanten Bauteilen des Krans, teilt der Betreiber RWE dazu laut FNP mit. „Eine GefĂ€hrdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war damit nicht verbunden.” Der Rundlaufkran diene dazu, innerhalb des ReaktorgebĂ€udes schwere Lasten zu bewegen. „Die TragfĂ€higkeit und der sichere Betrieb des Krans waren jederzeit gewĂ€hrleistet.”

    ‱ FRANKFURTER NEUE PRESSE

    Über den Fall eines Lufthansa-Fluges, dessen Pilot bei der Eingabe eines Codes Fehler gemacht und dadurch zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen ausgelöste hatte, berichteten viele Medien. Die HAZ schildert, das dadurch auch ein sog. „Renegade-Fall“ ausgelöst wurde, der zur RĂ€umung von drei Kernkraftwerken in Niedersachsen fĂŒhrte. Bei einem „Renegade-Fall“ handelt es sich um Situationen, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. In solchen FĂ€llen erhalten alle deutschen Kernkraftwerke einen Voralarm. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen wurden in Lingen 150 Mitarbeiter und in Grohnde 300 Angestellte aufgefordert, das GelĂ€nde zu verlassen. Auch das stillgelegte Kraftwerk Unterweser war betroffen, wie das niedersĂ€chsische Umweltministerium mitteilte. Die Meldekette hĂ€tte schnell und reibungslos funktioniert:

    ‱ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

    Beim jĂŒngsten Energieforum der Egeb Wirtschaftsförderung in BrunsbĂŒttel entwarf Catrin Jung-Draschil, beim Versorger Vattenfall fĂŒr die Entwicklung der Offshore-MĂ€rkte verantwortlich, ein Szenario von sehr großen, miteinander vernetzten Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee. Wie Boyens Medien dokumentieren, beschĂ€ftigte sich die Veranstaltung mit etwa 50 GĂ€sten im Besucherzentrum des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel mit der Nutzung erneuerbarer Energien an Land und Offshore. „Eine goldene Lösung fĂŒr alle Energieprobleme, auch bei den Erneuerbaren Energien“, gĂ€be es allerdings nicht, zitiert das Blatt die Vattenfall-Managerin:

    ‱ BOYENS-MEDIEN

  • Presseschau vom 16.02.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal umfasst die Auswahl ein Gros an norddeutschen Themen, doch auch der Koalitionsvertrag wird kurz thematisiert.

    Das KKW BrunsbĂŒttel, das 30 Jahre lang Strom produzierte, soll als erstes der drei Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein zurĂŒckgebaut werden. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass der Meiler frei von Brennelementen ist. DafĂŒr wolle der Betreiber Vattenfall laut NDR nun sorgen. 13 defekte BrennstĂ€be aus dem Reaktorbetrieb sollen bis zum Sommer von BrunsbĂŒttel in eine Forschungsanlage im schwedischen Studsvik sĂŒdlich von Stockholm gebracht werden. Dort sollen die sogenannten DefektstĂ€be zunĂ€chst untersucht und dann vernichtet werden. Wie das Energieministerium in Kiel als Atomaufsicht mitteilte, lĂ€gen jetzt alle erforderlichen Genehmigungen fĂŒr den Transport der BrennstĂ€be vor, befristet bis Ende August:

    ‱ NDR

    Bei Kontrollen im KKW BrunsbĂŒttel ist ein Leck an einer Abwasserleitung fĂŒr radioaktive Chemikalien festgestellt worden. Eine GefĂ€hrdung fĂŒr Menschen habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, teilte das fĂŒr Atomaufsicht zustĂ€ndige Energieministerium laut Hamburger Abendblatt mit. Die beschĂ€digte Leitung sei instandgesezt worden (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Vom letzten Auszubildenden im Kernkraftwerk Brokdorf berichtet der NDR in einem ausfĂŒhrlichen Feature, zu dem auch der entsprechende TV-Beitrag gehört. Der Artikel schildert die Ausbildung und Zukunftsperspektiven eines Auszubildenden zum Elektroniker in Automatisierungstechnik, der im FrĂŒhjahr 2019 abschliessen werde. Danach böten sich fĂŒr den jungen Mann auch nach der fĂŒr das Jahr 2021 geplanten Stilllegung des Werks gute Perspektiven. Der RĂŒckbau des KKW erfordere qualifizierte FachkrĂ€fte:

    ‱ NDR

    Ebenfalls aus Brokdorf melden die Kieler Nachrichten einen geringfĂŒgigen Störfall: Experten hĂ€tten bei einer Inspektion im Abgassystem an einem Kompressor eine gebrochene Passfeder festgestellt. Wie das Energieministerium in Kiel mitteilte, gehöre der Defekt zur untersten Meldekategorie N und sei behoben worden:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Noch in diesem Monat will Kraftwerksbetreiber PreussenElektra mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten KKW Unterweser beginnen. Die dafĂŒr noch ausstehende Genehmigung sei von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) erteilt worden, teilte die E.on-Konzerntochter mit. Der NDR berichtet und gewĂ€hrt dabei mit einer Bilderserie auch Einblicke in das 1978 in Betrieb gegangene Werk:

    ‱ NDR

    Der Genehmigungsbescheid wurde vom Land Niedersachsen veröffentlicht und kann hier eingesehen werden:

    ‱ NIEDERSACHSEN.DE

    Der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der SPD-Mitgliedschaft stehende Koalitionsvertrag enthÀlt auch umfangreiche Passagen zu Klima und Energie. Der Branchendienst IWR hat diese Passagen und die Abweichungen vom Ergebnis der vorangegangenen SondierungsgesprÀche zusammengefasst:

    ‱ IWR

  • Presseschau vom 02.02.2018

    Auch diesen Freitag begrĂŒĂŸen wir Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal befassen sich viele Veröffentlichungen mit dem Thema RĂŒckbau, dazu kommt ein „Extra“ zu Dr. Habeck.

    13 defekte BrennstĂ€be aus dem Reaktorbetrieb sollen bis zum Sommer vom Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel in eine Forschungsanlage im schwedischen Studsvik sĂŒdlich von Stockholm gebracht werden. Dort sollen die sogenannten DefektstĂ€be zunĂ€chst untersucht und dann vernichtet werden. Man gehe davon aus, das dies binnen von 4 Jahren erfolge. Wie das Energieministerium in Kiel als Atomaufsicht mitteilte, lĂ€gen jetzt alle erforderlichen Genehmigungen fĂŒr den Transport der BrennstĂ€be vor, allerdings befristet bis Ende August. Über die Art und den Zeitpunkt des Transports sei noch nichts bekannt, der Umfang sei aber grundsĂ€tzlich weniger aufwĂ€ndig als ein regulĂ€rer Castor-Transport, so der NDR in seinem ausfĂŒhrlichen Bericht:

    ‱ NDR

    Auch die Kieler Nachrichten berichten dazu. Es gehe um 13 einzelne BrennstÀbe, die im Laufe der Betriebszeit seit den Siebzigerjahren wegen SchÀden aus dem zugehörigen Brennelement entnommen wurden. Es handele sich dabei um unterschiedliche Fabrikate mit unterschiedlichen Arten von Defekten. Bis auf die 13 DefektstÀbe befinde sich im Kraftwerk kein Kernbrennstoff mehr:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Der Meiler in Lubmin sollte die DDR autark von Stromimporten machen. Der RĂŒckbau dauert inzwischen lĂ€nger als der Betrieb. Im stillgelegten Werk sei der RĂŒckbau jetzt in eine neue Phase getreten. In der seit mehr als 20 Jahre laufenden Demontage werden die ersten zwei von acht Reaktorblöcken teilabgerissen. Mit SĂ€gen ausgestattete KrĂ€ne bearbeiten dabei die monolithischen und landschaftsprĂ€genden BetonhĂŒllen der Blöcke 7 und 8. Diese Blöcke des Kernkraftwerks waren seit 1979 errichtet, aber nie komplett ausgestattet worden und gingen auch nie in Betrieb, wie die Sprecherin des bundeseigenen EigentĂŒmers EWN in einem Beitrag des Nordkurier sagte:

    ‱ NORDKURIER

    Mit der Sicherheit des Zwischenlagers am stillgelegten KKW Grafenrheinfeld beschĂ€ftigt sich der Bayerische Rundfunk. Eine aktuelle Studie beschĂ€ftige sich mit Fragen zur Sicherheit an Kernkraftwerken und Zwischenlagern und komme zu dem Schluss, dass diese nur unzureichend gegen potenzielle TerroranschlĂ€ge geschĂŒtzt seien. Dies zum Beispiel, wenn sie mit panzerbrechenden Waffen beschossen werden oder ein Flugzeug gezielt dort zum Absturz gebracht werde. Die Genehmigung fĂŒr das Zwischenlager am KKW Grafenrheinfeld gelte unabhĂ€ngig davon bis 2046:

    ‱ BR

    Der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim im Kreis Heilbronn liegt nach Angaben des Betreibers EnBW voll im Zeitplan. Wie der SWR meldet, hĂ€tten im Februar 2017 die ersten Abbauarbeiten an Block I begonnen. Im so genannten ReaktordruckbehĂ€lter, dem HerzstĂŒck der Anlage, wurden bereits erste Bauteile zerlegt und abgebaut. Die Arbeiten wĂŒrden dabei stetig ĂŒberwacht. In diesem Jahr plane der Energieversorger, die restlichen Brennelemente aus Block I in Block II zu transportieren, so dass Block I „brennelementfrei“ werde. In Block II werden die Brennelemente in Castor-BehĂ€lter verpackt. Das dient zur Vorbereitung auf den Transport in das Zwischenlager:

    ‱ SWR

    Am Beispiel eines Auszubildenden im KKW Grundremmingen schildert die SWP die Chancen und Herausforderungen, die auch noch fĂŒr geraume Zeit im RĂŒckbau von Kernkraftwerken liegen. Der junge Mitarbeiter des Werks, der AufhĂ€nger fĂŒr den Beitrag ist, macht eine Lehre zum Industriemechaniker und sieht seine beruflichen Chancen wĂ€hrend des RĂŒckbaus des Werks sehr positiv:

    ‱ SWP

    Die Bundesdelegiertenkonferenz von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck, der auch der zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörde fĂŒr den KKW-RĂŒckbau vorsteht,  zu einem der beiden Parteivorsitzenden gewĂ€hlt. Zusammen mit Annalena Baerbock bildet er nun die Doppelspitze der GrĂŒnen-Bundespartei. Die Wahl Habecks hatten die Delegierten durch ihre Entscheidung möglich gemacht, ihre Satzung so zu Ă€ndern, dass Habeck fĂŒr eine Übergangszeit von acht Monaten gleichzeitig Minister und Parteivorsitzender sein darf. Bisher galt bei den GrĂŒnen die strikte Trennung von Amt und Mandat. FĂŒr Schleswig-Holstein beutete dies, dass in 8 Monaten ein Wechsel an der Spitze des Ministeriums erfolgen muss, so der NDR:

    ‱ NDR

    Die fĂŒr die Aufsicht ĂŒber den RĂŒckbau der KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel relevante Nachfolgediskussion hat indes begonnen. Die WELT schildert die entsprechenden Diskussionen bei den schleswig-holsteinischen GRÜNEN und nennt erste Namen:

    ‱ WELT

    Als Abschluss ein Beitrag des Hamburger Abendblatts zum Thema NetzrĂŒckkauf (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

     

     

  • Presseschau vom 19.01.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Medien befassten sich unter anderem mit dem RĂŒckbau in Biblis, dem startenden BĂŒrgerdialog in Harburg zum Abbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel und mit der Situation der Mitarbeiter der vom RĂŒckbau betroffenen Werke, die faktisch ihre eigenen ArbeitsplĂ€tze abbauen. Auch ist ein informativer Artikel dabei, der einen Rundgang durch das Kernkraftwerk Isar 1 unternimmt und untersucht, warum der RĂŒckbau so viele Kosten mit sich bringe.

    Die BrunsbĂŒtteler Zeitung startete vor einiger Zeit eine Serie zum Industriegebiet BrunsbĂŒttels, dem Chemcoastpark. Im dritten Teil wird das KKB vorgestellt, welches fĂŒr die Sicherstellung der Energieversorgung unverzichtbar war. Der Artikel beleuchtet neben einer kurzen Historie schwerpunktmĂ€ĂŸig das Thema RĂŒckbau und alle anfallenden Arbeiten und Hindernisse. Kraftwerksleiter Markus Willicks erklĂ€rt außerdem den Umgang mit den beim RĂŒckau anfallenden AbfĂ€llen und Reststoffen:

    ‱ BRUNSBÜTTELER ZEITUNG „KRAFTAKT RÜCKBAU“ (PDF)

    In BrunsbĂŒttel wird die Forderung nach einem Konzept fĂŒr Zwischenlager laut, da die Endlagersuche in Deutschland aufwendig sei und noch viel Zeit vergehe, bis ein passender Standort gefunden sei (Bezahlinhalt):

    ‱ BOYENS MEDIEN

    In den Startlöchern steht jetzt der BĂŒrgerdialog zum Abbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel auch im Landkreis Harburg. Dies teilte laut der Kreiszeitung Wochenblatt die Gruppe GrĂŒne/Linke im Kreistag mit. Deren Antrag auf Fördermittel zur DurchfĂŒhrung eines solchen Dialogs war im vergangenen Jahr vom Kreistag zugestimmt worden. In den kommenden Wochen fĂ€nde die Auftaktveranstaltung statt, zu der der Landkreis LĂŒneburg eingeladen hat und die einer ersten Sondierung der möglichen Themen dienen soll. Die Kreise LĂŒneburg und Harburg hatten sich in dieser Sache zusammengeschlossen, da es sich um eine beide Regionen ĂŒbergreifende Thematik handele:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Ein Arbeitskampf drohe laut Bergedorfer Zeitung in den Kernkraftwerken BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel. Die dort beschĂ€ftigten 240 Wachleute sorgen mit Patrouillen, Beobachtungen der Sicherheitsmonitore und weiteren Maßnahmen fĂŒr den Schutz der Werke u.a. vor TerroranschlĂ€gen. Jetzt drohe eine Tarifauseinandersetzung. Hintergrund ist der bevorstehende RĂŒckbau und die Diskussion um einen Sozialtarifvertrag. Weil nach dem Kraftwerksabriss weniger Sicherheitsleute benötigt werden, setzen sich die Gewerkschafter schon seit sechs Jahren fĂŒr eine solche Regelung ein. Sie sollte zunĂ€chst auf Bundes-, spĂ€ter auf Landesebene und nun in den Kraftwerksstandorten gefunden werden (Bezahlinhalt):

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Fortschritt in Biblis: Der dortige RĂŒckbau schreite zĂŒgig voran, berichtet Echo Online. Ein besonderes Thema dort sei der Stromverbrauch, der zur Versorgung des abgeschalteten Kraftwerks und der RĂŒckbaumaßnahmen anfalle. Da man selber keinen Strom mehr produziere, mĂŒsse dieser teuer und zu Marktpreisen eingekauft werden. Insofern achte man besonders auf den Verbrauch, der jĂ€hrlich in einem Umfang anfalle, der dem Verbrauch einer mittelgroßen Stadt entsprĂ€che:

    ‱ ECHO ONLINE

    Einen Zwischenfall meldet die NWZ online aus dem KKW Emsland. An EntwÀsserungsventilen seien beschÀdigte Teilen entdeckt worden, so das Umweltministerium in Hannover. Der Schaden sei laut der Zeitung schnell behoben werden, eine Gefahr habe nicht bestanden. Das AKW Emsland ging 1988 ans Stromnetz, Mehrheitsbetreiber ist der Energiekonzern RWE. Das Kraftwerk darf noch bis 2022 Strom produzieren:

    ‱ NWZ ONLINE

    Das Handelsblatt schildert am Beispiel des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld ausfĂŒhrlich die Sicht der vom RĂŒckbau der Werke betroffenen Mitarbeiter, die faktisch ihre eigenen ArbeitsplĂ€tze abbauen. Dies sei nicht nur ein logistischer und finanzieller Kraftakt, sondern fĂŒr die Betroffenen auch ein emotionaler Aspekt (Bezahlinhalt):

    ‱ HANDELSBLATT

    Die Mittelbayerische unternimmt einen Rundgang durch das stillgelegte Kernkraftwerk Isar 1 und vermittelt, warum der RĂŒckbau eines KKW immense Kosten aufwirft. Der ausfĂŒhrliche und sehr informative Beitrag bietet auch ein Video zum RĂŒckbau des Werkes und eine Chronologie des Atomgesetzes:

    ‱ MITTELBAYRISCHE

    Mit einem aktualisierten Artikel informiert die Stimme Heilbronn ĂŒber die Planungen zum RĂŒckbau des KKW Neckarwestheim und dessen Reaktoren GKN I und GKN II. Auch dort formiere sich Widerstand gegen die Lagerung des freigemessenen Bauschutts:

    ‱ STIMME.DE

    Bedeutender Fortschritt bei der Planung eines Terminals fĂŒr FlĂŒssigerdgas (LNG) in BrunsbĂŒttel: Der hollĂ€ndische Gasunie LNG Holding sei laut SHZ derzeit dabei, gemeinsam mit dem Hamburger Mineralöl-Logistiker Oiltanking sowie der auf Tank-Betrieb spezialisierten hollĂ€ndischen Vopak LNG Holding, ein Joint-Venture zu grĂŒnden. Ziel der German LNG Terminal GmbH sei der Betrieb eines LNG-Terminals in Norddeutschland. Das Projekt ist besonders bedeutend fĂŒr die Zukunft des Energiestandorts BrunsbĂŒttel:

    ‱ NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    BrunsbĂŒttels BĂŒrgermeister Stefan Mohrdieck konnte die Wahl fĂŒr sich entscheiden und ist ab sofort Dithmarschens neuer Landrat. Im Interview mit Boyens Medien spricht er ĂŒber den Wahlabend und die Zukunft BrunsbĂŒttels:

    ‱ BOYENS MEDIEN

     

  • Presseschau vom 05.01.2018

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur ersten Presseschau in 2018. Ins neue Jahr starten wir mit einem bunten Mix aus lokalen Themen aus BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, Veröffentlichungen zum Schiedsverfahren, geschichtlichen RĂŒckblicken, technischer Vorschau und einer nachweihnachtlichen Notiz aus BrunsbĂŒttel.

    Die vorzeitige Stilllegung der schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel droht fĂŒr den Bund teurer zu werden als bisher bekannt. Im Klageverfahren vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington fordert der Betreiber Vattenfall inzwischen nicht mehr nur wie bisher vom Bund angegeben 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz vom deutschen Staat, sondern 5,7 Milliarden. Das ergebe sich aus der Antwort von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf eine Anfrage der GrĂŒnen im Bundestag, so die SHZ:

    ‱ SHZ

    In der Bergedorfer Zeitung kommt eine Unternehmenssprecherin von Vattenfall zum gleichen Thema zu Wort. Die Forderungen des Unternehmens hĂ€tten sich entgegen der Angaben der Ministerin nicht verĂ€ndert. Basis seien 4,4 Milliarden Euro fĂŒr entgangenen Leistungsbetrieb zuzĂŒglich Zinsen, zitiert das Blatt die Sprecherin:

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Seit dem Jahreswechsel ist Block B des Kernkraftwerkes Gundremmingen vom Netz. Damit lief der Meiler bis zum allerletzten Tag seiner 33-jĂ€hrigen Betriebserlaubnis, im Gegensatz zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dieses stellte im Jahr 2015 bereits ein halbes Jahr vor dem offiziellen Enddatum seinen Betrieb ein. Von den verbleibenden sieben Kernkraftblöcken stehen drei in Niedersachsen und vier in SĂŒddeutschland, jeweils mit einer Leistung zwischen 1.300 und 1.500 MW. rp online berichtet:

    ‱ RP ONLINE

    An den Betriebsstart des Kernkraftwerks Lingen in Deutschland im Jahr 1968 erinnert die OsnabrĂŒcker Zeitung. Das erste Kernkraftwerk der Bundesrepublik nahm 1962 im bayrischen Kahl den Betrieb auf. Die Kraftwerke in Rheinsberg, JĂŒlich und Karlsruhe befanden sich noch im Bau und mit dem Bau des ersten Großkraftwerkes in Gundremmingen war noch nicht begonnen worden, als VEW und AEG am 3. MĂ€rz 1964 unter dem Namen „Kernkraftwerk Lingen GmbH (KWL)“ eine gemeinsame Tochtergesellschaft grĂŒndeten, die ein zweites Großkraftwerk in Darme errichten sollte. Mit 252 Megawatt elektrischer Bruttoleistung sollte es das bis dahin grĂ¶ĂŸte Kernkraftwerk der Bundesrepublik werden:

    ‱ NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

    Deutschlands „nichtnuklearen Sonderweg“ wĂŒrden nur wenige LĂ€nder mitgehen. TatsĂ€chlich wĂŒrde anderenorts mit Hochdruck an Kernkraftwerken der nĂ€chsten Generation gearbeitet. Das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtet dazu aus Kanada:  Je 400 Kilometer von Toronto und Montreal entfernt, nahe den Canadian Nuclear Laboratories, wolle die Firma Terrestrial Energy einen Prototyp eines „Integral Molten Salt Reactor“, kurz IMSR, errichten. Der Reaktor, der flĂŒssiges Salz als KĂŒhlmittel verwendet, solle wirtschaftlicher und sicherer arbeiten als heutige Anlagen. Im November 2017 hat die Anlage die erste HĂŒrde im PrĂŒfprozess der kanadischen Behörden genommen. Das Magazin stellt in seinem Beitrag auch weitere technische AnsĂ€tze fĂŒr die sog. Generation IV der KKWs vor:

    ‱ SPEKTRUM

    Probleme bei der öffentlichen Weihnachtsbeleuchtung in BrunsbĂŒttel wurden auch unter Mithilfe des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel behoben. Die UmrĂŒstung der Beleuchtung auf ein einheitliches Licht wurde durch das KKW BrunsbĂŒttel finanziell unterstĂŒtzt. Es passe „einfach genial“ zu einem Energieversorgungsunternehmen, „wenn sich vor Ort alle wohlfĂŒhlen und am Ende mit neuer Technik auch noch Energie eingespart“ werde, wird ein Unternehmenssprecher zitiert. Die Geschichte dazu findet sich in Boyens Medien:

    ‱ BOYENS MEDIEN

  • Presseschau vom 15.12.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur letzten Presseschau in 2017. Einige lokale Ereignisse, ein interessantes juristisches Thema, Probleme fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel und ein Feature ĂŒber die Zukunft von Robert Habeck sind die Highlights.

    Im abgeschalteten Kernkraftwerk KrĂŒmmel ist bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung Ende November eine Pumpe nicht eingeschaltet worden. Die Pumpe soll bei Wasserverlust Wasser in die Kondensationskammer pumpen. Das Ereignis habe eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung, da das System zweifach vorhanden ist und der zweite Strang funktionsfĂ€hig war, so die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) laut Herzogtum direkt. Die Betreibergesellschaft Vattenfall hatte der Reaktorsicherheitsbehörde die Feststellungen als meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N („Normal) gemeldet:

    ‱ HERZOGTUM DIREKT

    (Bezahlinhalt) Der Betreiber PreussenElektra will das Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) Ende 2021 stilllegen und anschließend zurĂŒckbaten. Dazu stellte das Unternehmen den notwendigen Antrag an die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein. „Das ist der nĂ€chste große Schritt auf dem Weg zum tatsĂ€chlichen Ende der Atomenergie in Schleswig-Holstein“, zitiert das Hamburger Abendblatt Energieminister Dr. Robert Habeck (GRÜNE):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Zur Lagerung von AbfĂ€llen aus dem laufenden Betrieb und dem beantragten RĂŒckbau des KKW Brokdorf hat dessen Betreiber auch einen Antrag auf Einrichtung eines zusĂ€tzlichen Lagers fĂŒr schwach- bis mittelradioaktive AbfĂ€lle auf dem GelĂ€nde des Werks beantragt. Auch hier werde ein strenges Genehmigungsverfahren durch die Aufsichtsbehörde erfolgen, berichten die LĂŒbecker Nachrichten:

    ‱ LN ONLINE

    Auch am KKW Grohnde, dessen RĂŒckbau ab ca. 2021 bereits beschlossen ist, wird es zu Platzproblemen bei der Lagerung von AbfĂ€llen des Restbetriebs sowie des RĂŒckbaus kommen. Deshalb wolle man laut NDR auch dort neben dem bereits bestehenden Zwischenlager eine weitere Lagerhalle errichten:

    ‱ NDR

    Das in diesem Jahr im Bundestag verabschiedete Nachhaftungsgesetz ist Gegenstand einer Verfassungsschutzbeschwerde des Zweckverbands OberschwĂ€bische ElektrizitĂ€tswerke OEW. Das Gesetz, so OEW, lege dem Verband eine subsidĂ€re Haftung fĂŒr den Fall auf, das der primĂ€r rĂŒckbauverpflichtete Betreiber ENBW seinen Verpflichtungen nicht nachkomme. Dies sei zwar gegenwĂ€rtig nur eine BefĂŒrchtung „theoretischer“ Natur, aber man wolle hier dauerhaft Rechtssicherheit fĂŒr alle am Zweckverband beteiligten Kommunen, die die eventuellen HaftungsbetrĂ€ge keinesfalls wĂŒrden leisten können, so die SĂŒdwest-Presse:

    ‱ SWP

    Gegen den geplanten Bau des Importterminals fĂŒr FlĂŒssiggas in BrunsbĂŒttel regt sich Widerstand. Laut Kieler Nachrichten haben sich zehn BĂŒrgerinitiativen zusammengeschlossen und die Landesregierung in Kiel aufgefordert, die Planungen zu beenden. BegrĂŒndet wird dies mit GrĂŒnden des Klimaschutzes. Das geplante LNG-Terminal, das das erste seiner Art in Deutschland wĂ€re, ist fĂŒr die Zukunft des Energiestandorts BrunsbĂŒttel gerade nach RĂŒckbau des KKW ein wichtiger Faktor. Bislang hatten sich auch Umweltschutzorganisationen wie NABU fĂŒr den Bau ausgesprochen:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

    Der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck, in seiner aktuellen Position auch zustĂ€ndig fĂŒr die Atomaufsicht, meldet Ambitionen auf den Vorsitz seiner Partei DIE GRÜNEN an und kandidiert fĂŒr diese Aufgabe. Im Falle seiner Wahl, so der Politiker, werde er sein Ministeramt wohl innerhalb eines Jahres aufgeben. Die ZEIT portraitiert den Minister in einem ausfĂŒhrlichen Feature:

    ‱ ZEIT ONLINE

     

  • Presseschau vom 01.12.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal werfen wir einen Blick auf die deutsche Kraftwerkslandschaft und berichten ĂŒber verschiedene lokale Vorkommnisse oder Vorhaben, wie z.B. einer geplanten Informationsveranstaltung in Philippsburg zur Einlagerung von radioaktiven AbfĂ€llen.

    Das Kernkraftwerk Grohnde an der Weser speist nach einer zweiwöchigen Unterbrechung wegen einer Reparatur wieder Strom ins Netz. Das teilte der Betreiber PreussenElektra laut der Kreiszeitung mit. Die Reparatur sei vom niedersĂ€chsischen Umweltministerium ĂŒberwacht worden:

    ‱ KREISZEITUNG

    Im Kernkraftwerk Emsland bei Lingen ist bei Wartungsarbeiten ein kleines Leck entdeckt worden. Betroffen sei das NebenkĂŒhlwassersystem, sagte ein Sprecher des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums in Hannover dem Focus:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Nach einer Produktionspanne bei dem französischen Hersteller Areva seien betroffene Brennelemente auch im Kernkraftwerk im schwĂ€bischen Grundremmingen verwendet worden. Wie ein Sprecher des RWE-Konzerns laut Merkur erklĂ€rte, haben die Brennelemente „Spezifikationsabweichungen“. Ein Defekt sei an den BrennstĂ€ben allerdings nicht festgestellt worden. Eine GefĂ€hrdung durch die Brennelemente schließe RWE aus:

    ‱ MERKUR

    Wie das Umweltministerium in Stuttgart laut eines Beitrags der Neckar-Chronik mitteilte, wurde bei einem Probelauf entdeckt, dass Motoröl am ÖlkĂŒhler des Motors ausgetreten war. Der ÖlkĂŒhler sei vom Betreiber EnBW daraufhin ausgetauscht worden, hieß es. „Es ergaben sich keine Auswirkungen auf Personen und die Umwelt“, zitiert das Blatt. Es habe sich um einen Zwischenfall ohne bedeutendes Sicherheitsrisiko gehandelt:

    ‱ NECKAR-CHRONIK

    Jochen Flasbarth, StaatssekretĂ€r im Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, ist einer der Referenten der nĂ€chsten Sitzung der Informationskommission zum Kernkraftwerk Philippsburg, die demnĂ€chst laut eines Berichts der Mannheimer Morgen in der Jugendstilfesthalle in Philippsburg stattfĂ€nde. Der StaatssekretĂ€r werde ĂŒber die Einlagerung von radioaktiven AbfĂ€llen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich im Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Philippsburg informieren. Ein Vertreter der EnBW Kernkraft GmbH werde dazu ebenfalls vortragen:

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Auch in Grafenrheinfeld wird informiert: Das lokale Nachrichtenportal „In und um Schweinfurt“ meldet, das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) lade Vertreter von Politik, Medien und die Anwohner zu einem Informationstag in das Informationszentrum des Kraftwerks ein. Unter dem Motto „RĂŒckbau bedeutet zuerst Aufbau“ liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Nachbetrieb und dem bevorstehenden RĂŒckbau des Kernkraftwerks:

    ‱ IN UND UM SCHWEINFURT

    Regional Braunschweig berichtet vom Status der Arbeiten am Schacht Konrad: Dort prĂ€sentierte Dr. Ben Samwer, Projektleiter Projekt Konrad bei der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE), die Arbeiten, die im Jahr 2017 durchgefĂŒhrt wurden. Bei der anschließenden Diskussion beantworteten er und Arthur Junkert, Öffentlichkeitsarbeit BGE, die Fragen der Zuhörer:

    ‱ REGIONAL BRAUNSCHWEIG

    Mit dem Status der Energiewende beschĂ€ftigt sich die ZEIT: Laut der deutschen Wissenschaftsakademien zeigte sich in einer Studie, wie die Energiewende 2.0 konkret aussĂ€he. Tausende Quadratkilometer wĂŒrden fĂŒr Solar- und Windparks gebraucht. Deutschland wĂ€re in 30 Jahren kaum wiederzuerkennen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    ‱ ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Themen sind u.a. die Übung in KrĂŒmmel, die Zukunft von Brokdorf, ein Blick ins französische Fessenheim, ein weiterer nach Bayern und Volkes aktuelle Stimme zur Energiewende.

    Auch wenn das Kernkraftwerk KrĂŒmmel lĂ€ngst außer Betrieb ist, unterhĂ€lt Betreiber Vattenfall dort weiterhin eine Werksfeuerwehr, die jetzt zusammen mit externen KrĂ€ften der Geesthachter Feuerwehren die jĂ€hrlich vorgeschriebene Übung durchfĂŒhrte. Zugrunde lag ein Szenario mit ĂŒberlappenden Schadenssituationen, wie sie in der Praxis höchst unwahrscheinlich wĂ€ren, aber von den beteiligten Einheiten sĂ€mtlich bewĂ€ltigt wurden. Die LĂŒbecker Nachrichten fassen das Geschehen zusammen:

    ‱ LN ONLINE

    Bis Ende 2021 darf das Kernkraftwerk Brokdorf noch Strom produzieren, dann spĂ€testens erfolgt gesetzlich die Stilllegung. Auf einer ersten Informationsveranstaltung hat Eon-Tochter PreussenElektra jetzt ihre PlĂ€ne zum RĂŒckbau vorgestellt. Demnach soll im Jahr 2039 dort, wo jetzt der Meiler steht, eine GrĂŒne Wiese vorzufinden sein. Neues Deutschland betrachtet die PlĂ€ne kritisch:

    ‱ NEUES DEUTSCHLAND

    Bereits seit 20 Jahren produziert das KKW WĂŒrgassen nahe Beverungen keinen Strom mehr. Gleichwohl stehen die WerksgebĂ€ude immer noch und es lagert noch radioaktiver MĂŒll auf dem GelĂ€nde. Wie die Kasseler HNA berichtet, handele es sich um schwach- bis mittelstark strahlendes in einem ausreichend gesicherten Zwischenlager. Bestimmt sei dieses Material fĂŒr das Endlager Schacht Konrad, vor 2022 werde dies seinen Betrieb aber nicht aufnehmen:

    ‱ HNA 

    Transparenz werde beim RĂŒckbauprozess des Kernkraftwerk Biblis bei dessen Betreiber RWE groß geschrieben, so der Mannheimer Morgen. Der Versorger habe jetzt eine Wanderausstellung eröffnet, mit der die Bevölkerung in der NĂ€he des stillgelegten Werks umfassend informiert werden solle. AnlĂ€sslich der Eröffnung dieser Ausstellung wies der Leiter der Anlage auf das Erfordernis der Einrichtung eines Zwischenlagers hin, da die Endlagersuche weiter offen sei:

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Eine vorzeitige Stilllegung des französischen Kernkraftwerks Fessenheim nahe der deutschen Grenze scheint jetzt möglich zu werden. AnlÀsslich eines Besuchs der Konzernleitung des Betreibers EdF im Werk wurde diese Möglichkeit laut Badischer Zeitung erstmals erwÀhnt, auch wenn der Konzern dies dementiere:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Ebenfalls die Badische Zeitung beschĂ€ftigt sich mit dem vor 40 Jahren gegrĂŒndeten Freiburger Öko-Institut, auf das der Begriff „Energiewende“ zurĂŒckgeht und welches auch ein erstes Konzept fĂŒr den Wandel in der deutschen Energieversorgung vorlegte. Im GesprĂ€ch mit dessen GeschĂ€ftsfĂŒhrer warnt dieser vor der Verschleppung der Energiewende und möglichen Risiken auslĂ€ndischer Kernkraftwerke, von denen Deutschland immer noch „umzingelt“ sei:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Laut des Bayerischen Landesamts fĂŒr Statistik sinkt die Stromproduktion im Freistaat deutlich. Laut Merkur beruhe dies im wesentlichen auf dem Ausstieg aus der Kernenergie, der durch erneuerbare Energien nicht kompensiert werden könne. U. a. der Bayerische Industrie- und Handelskammertag fĂŒrchte nun eine Preisexplosion und instabile Stromnetze, so das Blatt:

    ‱ MERKUR.DE

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-WestfĂ€lischen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (RW) und des Instituts fĂŒr transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), ĂŒber die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt wĂŒrden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    ‱ FAZ

  • Presseschau vom 03.11.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch sind die Veröffentlichungen bunt gemischt, es gibt BeitrĂ€ge zu den RĂŒckbauplĂ€nen der Kernkraftwerke in Grohnde und Unterweser, zum abnehmenden BĂŒrgerinteresse gegen den Abtransport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim sowie zur Endlagersuche. Abgerundet wird die Auswahl durch ine herbe Kritik der WELT an der Energiewende nach Sturm „Herwart“.

    RĂŒckblick im historischen Kalenderblatt der SĂŒddeutschen Zeitung: Am 1. November 2012 leitete der Betreiber des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel Vattenfall das Verfahren zum RĂŒckbau des Werkes ein:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 

    Boyens Medien befassen sich mit der Informationsveranstaltung des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel, auf der Betreiber Vattenfall ĂŒber die PlĂ€ne zur Abfallentsorgung beim anstehenden RĂŒckbau des Werks informierte. Dieser radioaktive Abfall mache drei Prozent des Gesamtvolumens aus, also etwa 9000 Tonnen, die zunĂ€chst verpackt, zwischengelagert und anschließend in ein Endlager abtransportiert werden sollen. Vor der Lagerung werden die AbfĂ€lle freigemessen (Bezahlinhalt):

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Die Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont ist fĂŒr Ende 2021 geplant – bereits jetzt hat der Betreiber PreussenElektra begonnen, das entsprechende Genehmigungsverfahren fĂŒr Stilllegung und RĂŒckbau in die Wege zu leiten. WĂ€hrend Kritiker eine sofortige Abschaltung fordern, ist das niedersĂ€chsische Umweltministerium jetzt mit der PrĂŒfung der AntrĂ€ge betraut. Der NDR berichtet ausfĂŒhrlich mit diversen weiterfĂŒhrenden Links zur Historie des Werks:

    ‱ NDR

    Den weiteren Fahrplan zum RĂŒckbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) skizziert die NWZ online. Sobald die erwartete Genehmigung des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums vorliege, begĂ€nne ein „Marathon von hochkomplexen Arbeiten“. Der Beitrag fasst die Teilbereiche des RĂŒckbaus informativ zusammen, nennt Einzelheiten zu den noch im Werk verbleibenden BrennstĂ€ben, des Umfangs des zu entsorgenden Bauschutts und den zum RĂŒckbau erforderlichen Mitarbeitern. Die Bevölkerung werde durch eine Reihe von Informationsveranstaltungen ĂŒber den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten:

    ‱ NWZ ONLINE

    Ebenfalls in der NWZ wird von der ersten der geplanten 6 Veranstaltungen zum RĂŒckbau des KKU berichtet. Dort finden sich auch Themen und Termine zu kommenden BĂŒrgerforen:

    ‱ NWZ ONLINE

    PlangemĂ€ĂŸ laufe der Abtransport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim, die per Schiff ĂŒber den Neckar abtransportiert werden. Das BĂŒrgerinteresse an der Verschiffung habe einerseits deutlich nachgelassen, wie sich an der geringeren Beteiligung an Informationsveranstaltungen zeige. Andererseits bestĂ€nden weiterhin BefĂŒrchtungen bei Kritikern, die Transporte durchzufĂŒhren und ein Zwischenlager nicht unmittelbar am Werk zu errichten:

    ‱ LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Die Suche nach einem Endlager fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle aus den Kernkraftwerken wird von einem neunköpfigen Nationalen Begleitgremium (NBG) begleitet, in dem u.a. der Pforzheimer Physik-Professor Hendrik Lambrecht sitzt. Der SĂŒdkurier lĂ€sst ihn zu seiner Motivation fĂŒr diese Aufgabe in einem Feature zu Wort kommen und betrachtet den Status der Endlagersuche, u.a. mit informativen Schaubildern:

    ‱ SÜDKURIER

    Auf Sparkurs bleibe der Betreiber der Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, Vattenfall, laut Hamburger Abendblatt. Trotz zufriedenstellender Ergebnisse sei mit Personalabbau in Deutschland zu rechnen, u.a. wegen des zu erwartenden RĂŒckkaufs der FernwĂ€rmeleitungen in Hamburg:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Den „Wahnsinn der Energiewende“ habe laut WELT der Sturm „Herwart“ am vergangenen Wochenende offenbart. Erstmals seit 5 Jahren seien wegen des starken Windes die Strompreise ins Negative abgerutscht, so das Blatt. FĂŒr die Verbraucher ergĂ€ben sich dadurch allerdings nicht etwa gĂŒnstigere, sondern höhere Preise. Grund dafĂŒr sei die in solchen FĂ€llen höhere EEG-Umlage, mit der der subventionierte und mit Abnahmegarantien abgesicherte Strompreis finanziert werde. Profitieren wĂŒrden Abnehmer aus dem Ausland, die deutschen Strom gĂŒnstig abnehmen und z.B. in Österreich zum Hochpumpen von Wasser in Speicherseen verwenden könnten:

    ‱ WELT

  • Presseschau vom 20.10.2017

    Willkommen zur aktuellen Presseschau. Die Diskussion zu Zwischenlagern und die Suche nach einem bundesweiten Endlager beherrschen die Pressestimmen in dieser Woche, weitere Entwicklungen zum RĂŒckbau von Kernkraftwerken in Deutschland runden unser Angebot ab.

    Aus dem abgeschalteten Atomkraftwerk KrĂŒmmel befinden sich seit dem 5. Oktober 2017 alle bestrahlten Brennelemente im Standort-Zwischenlager. Eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr den AKW-RĂŒckbau sei damit jetzt gegeben, so der Branchendienst IWR. Es seien knapp 1.000 Brennelemente aus dem Lagerbecken in das eigens gebaute Zwischenlager gebracht worden:

    ‱ IWR

    Auch die SHZ berichtet zum Thema. Das nun in Betrieb genommene Zwischenlager sei fĂŒr 40 Jahre genehmigt worden. Betreiber Vattenfall rechne damit, das das Werk frĂŒhestens im Jahr 2019 vollstĂ€ndig frei von Kernbrennstoffen sein werde, da sich noch zwölf unbestrahlte Brennelemente sowie sogenannte SonderbrennstĂ€be im KKW KrĂŒmmel befĂ€nden:

    ‱ SHZ

    Ein „Endlager durch die HintertĂŒr“ in KrĂŒmmel befĂŒrchtet die Landeszeitung ob der ungeklĂ€rten Endlagerfrage. Die befristet genehmigten Zwischenlager könnten durch neue VerlĂ€ngerungen der Betriebsgenehmigungen faktisch zu Endlagern werden, so das Blatt:

    ‱ LANDESZEITUNG

    Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) legte eine Studie vor, nach der das Endlager fĂŒr radioaktiven Abfall aus Kernkraftwerken, dessen Suche jĂŒngst gestartet wurde, in jedem Fall zu spĂ€t kommen wird. Laut eines Berichts des SWR liefen die Genehmigungen fĂŒr zahlreiche Zwischenlager deutlich frĂŒher aus, es fehle an Erfahrungen, was im Differenzzeitraum mit solchen Zwischenlagern geschehen kann:

    ‱ SWR

    Über den RĂŒckbau des KKW Unterweser in Kleinensiel soll die dort ansĂ€ssige Bevölkerung im Zuge eines BĂŒrgerdialogs informiert werden. dies sei als vom niedersĂ€chsischen Umweltministerium geförderter BĂŒrgerdialog „eine erweiterte Öffentlichkeitsbeteiligung, jedoch keine Fortsetzung des derzeit laufenden Genehmigungsverfahren, zitiert die NWZ den zustĂ€ndigen Dezernatsleiter des Landkreises Wesermarsch, der die Dialogveranstaltung veranstaltet:

    ‱ NWZ ONLINE

    AusfĂŒhrlicher berichtet der Weser Kurier, der sich u.a. mit dem personellen Aufwand des kommenden RĂŒckbaus beschĂ€ftigt und Sprecher des Werks zu Wort kommen lĂ€sst:

    ‱ WESER KURIER

    Auch beim RĂŒckbau des KKW Neckarwestheim setzt der Betreiber auf Dialog mit der Bevölkerung und veranstaltet einen weiteren Informationstag. Die Schaffung der fĂŒr den RĂŒckbau erforderlichen Infrastruktur komme in Neckarwestheim gut voran, teilt der Kraftwerksbetreiber mit. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Reststoffbearbeitungszentrums und Standort-Abfalllagers sind fĂŒr 2018 geplant:

    ‱ SWP

    Der RĂŒckbau von Kernkraftwerken ist ein Markt, der international Wachstum verspricht und Nachfrage nach geeigneten Spezialisten schafft. Als Teil der „Technologie-Initiative Vorpommern“ werden dort aktuell Partnerschaften kleiner, spezialisierter Firmen gefördert, die sich im Wettstreit mit Großanbietern von RĂŒckbaulösungen behaupten sollen, wie die Ostsee-Zeitung meldet:

    ‱ OSTSEE-ZEITUNG

  • Presseschau vom 06.10.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zur heutigen Ausgabe der Presseschau. SchlĂŒsselthema dieses Mal sind die Zwischenlager in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel, aber es gibt auch weitere interessante BeitrĂ€ge: ein lesenswerter Artikel der NZZ schaut auf BrunsbĂŒttel, Nachrichten zum RĂŒckbau kommen aus Biblis und MĂŒlheim-KĂ€rlich, und zum Abschluss bieten wir zwei BeitrĂ€ge zu energiepolitischen Positionen nach der Bundes- und vor der Landtagswahl in Niedersachsen an.

    Die Bergung von FĂ€ssern mit schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€llen im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel kommt weiter voran. Vier von sechs unterirdischen LagerstĂ€tten seien vollstĂ€ndig gerĂ€umt, teilte das fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Energieministerium in Kiel mit. Insgesamt seien seit Februar 2016 aus den vier geleerten HohlrĂ€umen 382 FĂ€sser geborgen und 20 Endlagercontainer gefĂŒllt worden. Laut SHZ soll die Bergung im kommenden Jahr abgeschlossen sein:

    ‱ SHZ

    Die Stadt BrunsbĂŒttel hat Vattenfall die Teilbaugenehmigung fĂŒr den Bau eines Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle (LasmA) aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel und Rest-BetriebsabfĂ€lle erteilt. Unter dem Schutz einer ein Meter dicken Stahlbetondecke sollen in dem nun zu errichtenden GebĂ€ude neben den schwach- und mittelradioaktiven AbfĂ€llen aus dem RĂŒckbau des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel insbesondere die derzeit in den beiden Transportbereitstellungshallen gelagerten AbfĂ€lle aus dem Betrieb der Kernkraftwerke KrĂŒmmel und BrunsbĂŒttel eingelagert werden. Die endgĂŒltige Lagerung soll im Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter erfolgen, sobald dieses einsatzfĂ€hig ist. Die SHZ berichtet:

    ‱ SHZ

    Auch das Magazin FOCUS berichtet zur Erteilung der Genehmigung zum Bau des LasmA. Man erwarte nun die Erteilung der bereits vor 5 Jahren beantragten Stilllegungsgenehmigung fĂŒr Mitte 2018, bis dahin könne der RĂŒckbau vorbereitet werden, der bis 2031 abgeschlossen sein soll:

    ‱ FOCUS

    Die RĂŒckbauplĂ€ne fĂŒr das KKW BrunsbĂŒttel und die anhaltende Diskussion um die Lagerung des dabei anfallenden Bauschutts setzt die Neue ZĂŒrcher Zeitung in den Kontext des Status der deutschen Energiewende. Das ausfĂŒhrliche Feature schildert dabei die Energieversorgungssituation Schleswig-Holsteins und die wachsende Bedeutung der Windkraft und sieht das Land dabei als Vorreiter der Energiewende:

    ‱ NEUE ZÜRICHER ZEITUNG

    Auch fĂŒr das KKW KrĂŒmmel ist der Bau eines Zwischenlagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle am Zwischenlager (LasmAaZ) geplant, der Betreiber Vattenfall habe einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Baubeginn solle im zweiten Quartal 2019 erfolgen, das Lager neben dem bereits bestehenden Zwischenlager errichtet werden, so das Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die SHZ berichtet zum Thema und nennt Details zu Art und Umfang des zu bauenden Lagers:

    ‱ SHZ

    Auch in Biblis, wo der RĂŒckbau des KKW vorangeht, ist die Zwischenlagerung aktuelles Thema. Neben den AbfĂ€llen aus den dortigen Reaktorblöcken A und B sollen dort zukĂŒnftig auch CASTOR-BehĂ€lter aus dem Ausland zwischengelagert werden. Dies beruht auf einer Verpflichtung Deutschlands, AtommĂŒll aus Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England zurĂŒckzuholen. Biblis sei hierbei ein Alternativstandort zu Gorleben, so die Hessenschau:

    ‱ HESSENSCHAU

    In MĂŒlheim-KĂ€rlich verzögert sich der Abbau des KĂŒhlturms am dortigen stillgelegten KKW. Die ursprĂŒnglich fĂŒr August geplanten Arbeiten an dem 162 Meter hohen Bauwerk verzögern sich, da notwendige ArbeitsbĂŒhnen sowie eine eigens angefertigte Spezialmaschine, die den Turm spiralförmig abtragen soll, noch nicht einsatzbereit sind. Das Magazin FOCUS hat die Einzelheiten:

    ‱ FOCUS

    Die Frage nach der Energiepolitik einer möglichen Jamaika-Koalition im Bund stellt der Bayerische Rundfunk und fasst die zum Teil kontroversen PlĂ€ne von CDU, FDP und GRÜNEN zusammen:

    ‱ BR

    Einen Àhnlichen Service bietet Antenne Niedersachsen zu den bevorstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und dokumentiert die energiepolitischen Programme der dort antretenden Parteien:

    ‱ ANTENNE NIEDERSACHSEN

  • Presseschau vom 22.09.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen beschĂ€ftigen sich dieses Mal u. A. mit dem Status der Energiewende, der Situation von Dr. Habeck in Schleswig-Holstein und der Sicherheitslage in deutschen Zwischenlagern. Dazu kommt Aktuelles zum RĂŒckbauprozess einiger Werke und zum Abschluss eine historische Notiz aus KrĂŒmmel:

     

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel ist es zu Störungen an der Brandmeldeanlage gekommen. Laut einer Mitteilung der schleswig-holsteinischen Atomaufsichtsbehörde hĂ€tten 69 Brandmelder nicht ausgelöst. Das Ereignis lag unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken („INES 0“), die Störungen wurden beseitigt. Die SHZ berichtet:

    ‱ SHZ

    Zum Status des RĂŒckbaus des KKW BrunsbĂŒttel berichtet der Deutschlandfunk in einem ausfĂŒhrlichen Feature. Der Beitrag lĂ€sst Vertreter des Werks, Kritiker des RĂŒckbauprozesses und einen ReprĂ€sentanten des schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsberiebs zu Wort kommen und bietet mit weiterfĂŒhrenden Links zum Thema zusĂ€tzliche Informationen zum Thema:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Der Kernkraftgegner Karsten Hinrichsen halte frei gemessenes Material beim RĂŒckbau des BrunsbĂŒtteler Kraftwerks fĂŒr gefĂ€hrlich. Die Norddeutsche Rundschau fĂŒhrte ein Interview mit ihm:

    ‱ NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Das Magazin Der Freitag schildert die schwierige Situation des schleswig-holsteinischen Umweltministers Dr. Robert Habeck (GRÜNE) im Spannungsfeld zwischen politischen Forderungen, Protesten der Parteibasis und Kritik von InteressenverbĂ€nden am RĂŒckbau der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein. Der Beitrag spekuliert auch ĂŒber einen möglichen Wechsel des Politikers in die Bundespolitik nach der kommenden Bundestagswahl:

    ‱ DER FREITAG

    Nord 24 berichtet aus der Wesermarsch. AnlĂ€sslich eines Infotages im KKW Unterweser berichtete dessen Leiter, dass der Betreiber Preussen Elektra noch in diesem Jahr mit der Genehmigung zum RĂŒckbau des Werkes rechne. Die SchadstoffĂŒberwachung war zentrales Thema des Informationstages, dazu die Vorstellung des BehĂ€ltnisse, in denen radioaktives Material auf dem GelĂ€nde des Werkes zwischengelagert wird, bis es in ein Endlager gebracht werden kann:

    ‱ NORD24

    Auch in Biblis informierten die Betreiber des dortigen Kernkraftwerks ĂŒber dessen bevorstehenden RĂŒckbau. Nach Abschluss der Arbeiten in ca. 15 Jahren solle am Standort des Werks Platz fĂŒr Industrieansiedelungen geschaffen werden, so der dortige BĂŒrgermeister. Bis dahin sei allerdings auch der RĂŒckbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor fĂŒr die Region, so die BĂŒrstĂ€dter Zeitung:

    ‱ BÜRSTÄDTER ZEITUNG

    Von Sicherheitsrisiken bei den Zwischenlagern fĂŒr MĂŒll aus Kernkraftwerken berichtet das Handelsblatt. Die angekĂŒndigten baulichen NachrĂŒstungen durch den staatlichen Betreiber EWN, die insbesondere dem Schutz vor terroristischen Angriffen dienen sollen, ließen auf sich warten. Das Bundesumweltministerium als zustĂ€ndige Behörde weise diesen Vorwurf allerdings zurĂŒck, so das Blatt. Dies stoße auf Kritik:

    ‱ HANDELSBLATT

    Das digitale Magazin „Krautreporter“ beschĂ€ftigt sich in einem erklĂ€renden Artikel mit dem Status der Energiewende in Deutschland und bietet zahlreiche Links zu vertiefenden Quellen. Das Fazit des Beitrags lautet, dass zahlreiche Ziele der Energiepolitik nicht erreicht wurden und auch die Klimaschutzziele verfehlt werden. Lediglich die Stromgewinnung aus Kernenergie werde zukĂŒnftig durch erneuerbare Energiequellen ersetzt, wĂ€hrend das Volumen der Verstromung mit fossilen Brennstoffen gleich bleibe:

    ‱ KRAUTREPORTER

    Einen RĂŒckblick auf die Geschichte des Standorts des Kernkraftwerks KrĂŒmmel bietet der NDR im Kulturteil: Dort, wo heute das stillgelegte Kernkraftwerk steht, wurde 1865 von Alfred Bernhard Nobel ein Werk zur Massenproduktion von Sprengstoff errichtet, das zum grĂ¶ĂŸten seiner Art in Europa wurde. FĂŒr den Standort Geesthacht brachte das Werk einen enormen Aufschwung, nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Werk demontiert. Lediglich ein Turm auf dem GelĂ€nde des KKW zeuge noch von der industriegeschichtlichen Bedeutung des Ortes:

    ‱ NDR

     

  • Presseschau vom 08.09.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Presseschau. In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der neu beginnenden Endlagersuche, doch auch Meldungen ĂŒber den zweiten Castor-Transport und zum Fortgang der Energiewende sind mit dabei.

    In Berlin ist am 05.09. der Startschuss fĂŒr die Suche nach einem Endlager fĂŒr hochradioaktiven MĂŒll gefallen. FĂŒr diese Standortauswahl sei im Gesetz ein Verfahren festgeschrieben worden, das die Menschen vor Ort einbinde, sie mitnehme und ihnen Gehör verschaffe, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Anti-Kernkraft-Organisation „ausgestrahlt“ kritisiere nun dieses Verfahren, so DER TAGESSPIEGEL:

    ‱ DER TAGESSPIEGEL

    Etwas ausfĂŒhrlicher beschĂ€ftigt sich das Handelsblatt mit dem Thema Endlagersuche und gibt Antworten auf allerhand Fragen, wie z.B. welche Orte infrage kĂ€men, wie die Suche ablaufe oder wer letztlich ĂŒber den Standort entscheide:

    ‱ HANDELSBLATT

    Dass es bei der Endlagersuche auch anders laufen kann, zeigt momentan Schweden. Hier sei der Standort fĂŒr das Endlager bereits gefunden – eine Delegation aus Schweden besuchte den Standort BrunsbĂŒttel:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Über den zweiten Transport von radioaktivem MĂŒll auf dem Neckar berichtet das Handelsblatt. Mittels eines Spezialschiffs und unter Polizeischutz wurden Castoren von Obrigheim nach Neckarwestheim transportiert:

    ‱ HANDELSBLATT

    In HĂŒckelhoven fordere der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer bei den Kreis-GrĂŒnen Mitsprache zu maroden belgischen Atommeilern und lenke den Blick auf „die vergessene Seite des Atomausstiegs“, nĂ€mlich die Urananreicherungsanlage in Gronau, weiß rp-online. Deutschland liefere noch fleißig Brennmaterial fĂŒr grenznahe belgische Anlagen, die eine unmittelbare Bedrohung fĂŒr NRW seien, so Krischer. In einem gemeinsamen Europa mĂŒssten solche Fragen auch gemeinsam geklĂ€rt werden, zitiert ihn rp-online:

    ‱ RP ONLINE

    Durch Elektrifizierung und E-MobilitĂ€t werde sich die globale Energieversorgung grundlegend verĂ€ndern, der CO2-Ausstoß aus Energie könne 2050 nur noch halb so hoch sein wie heute, so heißt es in einer neuen Studie, ĂŒber die FOCUS ONLINE berichtet. FĂŒr die Klimapolitik bedeute das jedoch keine Entwarnung:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Wissenschaftler der UniversitĂ€t von Stanfort haben einen „globalen Fahrplan“ fĂŒr den Übergang vom fossilen Zeitalter in die regenerative Energieversorgung vorgelegt. Demnach solle der vollstĂ€ndige Verzicht auf fossile Brennstoffe bis zum Jahr 2050 möglich sein. GestĂŒtzt sei diese Analyse auf die Auswertung von Daten der Internationalen Energieagentur:

    ‱ FAZ

     

  • Presseschau vom 25.08.2017

    Auch diesen Freitag begrĂŒĂŸen wir Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal gab es viele Veröffentlichungen in den Medien rund um das Thema RĂŒckbau, genauer gesagt ĂŒber die Bauschuttentsorgung, die nahezu ĂŒberall mit Ă€hnlichen Argumenten diskutiert wird.

    Das Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel soll wie bekannt abgerissen werden. 2031 könnte anstelle des Meilers dort wieder eine „grĂŒne Wiese“ sein, sagte der neue Chef des KKW Markus Willicks dem Hamburger Abendblatt im Rahmen eines Pressetermins in BrunsbĂŒttel. Die Abriss-Genehmigung wurde 2012 beantragt. „Wir gehen davon aus, dass wir die Genehmigung Anfang, Mitte 2018 bekommen“, erklĂ€rt Willicks. FĂŒr den vollstĂ€ndigen RĂŒckbau des Atommeilers rechnet Betreiber Vattenfall mit 10 bis 15 Jahren:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch der NDR berichtet aus BrunsbĂŒttel mit einem Videobeitrag, der u.a. auch die sog. Freimessung des beim RĂŒckbau anfallenden Bauschutts erlĂ€utert und verschiedene Vertreter des Betreibers zu Wort kommen lĂ€sst. Besonderes Augenmerk legt der Beitrag auf die Bedenken der Gemeinden in Schleswig-Holstein, deren Deponien fĂŒr die Lagerung des Bauschutts in Betracht kommen:

    ‱ NDR

    Ebenfalls mit einem Videobeitrag berichten Sat1 Regional und die SHZ:

    ‱ SAT1

    ‱ SHZ

    Die Bergedorfer Zeitung berichtet aus KrĂŒmmel. Dort fand erneut das Dialog-Forum als regelmĂ€ĂŸige Informationsveranstaltung zum RĂŒckbau des KKW KrĂŒmmel statt. Seit zwei Jahren gibt es das Dialog-Forum KrĂŒmmel. Vier Mal im Jahr informiert Betreiber Vattenfall ĂŒber den geplanten RĂŒckbau des Kernkraftwerkes. Erwartet werde die Genehmigung zum 2015 gestellten Stilllegungsantrag fĂŒr 2019, jedoch sei dies laut eines Sprechers der Aufsichtsbehörde abhĂ€ngig vom Ergebnis der SachprĂŒfung. Rund 50 BĂŒrger nahmen an der Veranstaltung teil (Bezahlinhalt):

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Laut des Weser Kuriers könne der RĂŒckbau des KKW Unterweser Ende 2017 beginnen. Das meiste Material, so der Betreiber, sei nicht kontaminiert und könne bspw. im Straßenbau verwendet werden. Auch das zustĂ€ndige Ministerium in Hannover gehe von einer RĂŒckbaugenehmigung bis zum Ende des Jahres aus. Auch hier werde eine „Freimessung“ unter den Wert von zehn Mikrosievert ĂŒber den Verbleib des RĂŒckbauschutts entweder auf normalen Deponien oder aber die Verbringung in Schacht Konrad entscheiden. Kritiker befĂŒrchten, der Betreiber könne primĂ€r nach Kostengesichtspunkten zugunsten der gĂŒnstigeren Deponielagerung entscheiden:

    ‱ WESER KURIER

    Die Entsorgung des beim RĂŒckbau anfallenden Bauschutts ist auch Thema in Neckarwestheim. Hier berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung ĂŒber die dort mit gleichen Argumenten gefĂŒhrte Diskussion. Umweltminister Untersteller (GRÜNE) zeige dabei wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr die Bedenken. Eine Granitplatte in der KĂŒche oder ein Sack KunstdĂŒnger aus dem Baumarkt strahlten stĂ€rker als der MĂŒll, der beim Abbruch der Kraftwerke nach Messungen aus dem Atomgesetz fallen und auf Deponien der Kreise entsorgt werden könne. Im Ergebnis strahlte der mit Granit ausgelegte Marktplatz von Schwieberdingen, auf dem regelmĂ€ĂŸig Proteste gegen den RĂŒckbau stattfĂ€nden, mehr als die geplante Deponie, so der Minister:

    ‱ RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung sprach mit dem Kraftwerksleiter des KKW Grohnde ĂŒber die Planung des RĂŒckbaus des Werks, das noch bis 2021 am Netz bleiben soll. Bereits jetzt werde aber fĂŒr die Zeit nach der Abschaltung mit dem aufwĂ€ndigen, mehrjĂ€hrigen Genehmigungsverfahren zum RĂŒckbau begonnen (Bezahlinhalt):

    ‱ SCHAUMBURGER ZEITUNG & LANDES-ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 11.08.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit zwei lesenswerten BeitrĂ€gen zum Status der Energiewende, einem Artikel ĂŒber die nun erteilte Genehmigung zum erneuten Hochfahren des Kernkraftwerks Brokdorf und einem Interview mit Dr. Habeck zum Thema Endlagersuche:

    Das im Februar wegen rostiger BrennstĂ€be vom Netz genommene Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder hochgefahren werden. Die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein hat die Zustimmung dazu erteilt. Allerdings gelten BeschrĂ€nkungen. So wird die Leistung des AKW zunĂ€chst auf 88 Prozent reduziert. SpĂ€ter darf sie maximal 95 Prozent erreichen. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass die mittlere KĂŒhlmitteltemperatur abgesenkt wird. Die LĂŒbecker Nachrichten schreiben dazu:

    ‱ LN ONLINE

    Mit der dpa sprach der schleswig-holsteinische Energieminister Dr. Robert Habeck ĂŒber die Endlagersuche fĂŒr radioaktiven Abfall aus Kernkraftwerken. Habeck fordert u.a. die SolidaritĂ€t aller BundeslĂ€nder bei der Suche, es dĂŒrfe sich „niemand wegducken“. Ein positives Beispiel fĂŒr die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, sieht der Minister in der Zustimmung der Gemeinde Wiershop bei Geesthacht, auf ihrem Gemeindegebiet Erdaushub aus dem KKW KrĂŒmmel aufzunehmen. Das Interview findet sich in der SHZ:

    ‱ SHZ

    RWE hat laut des Branchendienstes Energate Messenger eine eigene Gesellschaft fĂŒr den RĂŒckbau seiner Kernkraftwerke gegrĂŒndet (Bezahlinhalt). Die RWE Nuclear GmbH solle 2018 die Arbeit aufnehmen. RWE vollziehe die Auslagerung des AtomrĂŒckbaus auch, weil sich dieser stark von der Erzeugung unterscheide. An der Haftung- beziehungsweise Nachhaftungssituation fĂŒr die AtommĂŒllentsorgung Ă€ndere die NeugrĂŒndung nichts, betonte der Konzern. DafĂŒr hafte weiterhin die RWE AG:

    ‱ ENERGATE MESSENGER

    Das Handelsblatt berichtet ĂŒber die Bilanzpressekonferenz des Energieversorgers Eon und nimmt dies zum Anlass, die grĂ¶ĂŸten deutschen und internationalen Energieversorger aufzulisten und kurz zu erlĂ€utern:

    ‱ HANDELSBLATT

    Eine Zwischenbilanz der Energiewende zieht SPIEGEL ONLINE und erlĂ€utert detailliert den Strommix in Deutschland nach Gewinnungsarten. Das Fazit des Artikels ist durchwachsen: zwar sei es gelungen, die Versorgung mit erneuerbaren Energien deutlich zu forcieren, allerdings hĂ€tte dies weit weniger Auswirkungen auf die Klimabilanz, da die erneuerbaren Energien im wesentlichen Strom aus Kernkraftwerken ersetzten, wĂ€hrend die Erzeugung insbesondere durch besonders klimaschĂ€dliche Braunkohle nur geringfĂŒgig zurĂŒckgegangen sei:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Auch das ZDF beschĂ€ftigt sich mit der Energiewende. Der Beitrag auf heute.de beschĂ€ftigt sich insbesondere mit dem Strukturwandel, den der Wechsel von zentralen Erzeugungsanlagen hin zu dezentralen Einheiten mit sich bringen werde. Verlinkt ist eine 40-minĂŒtige Filmdokumentation, in der zur Frage, ob die Energiewende realistisch zu schaffen sei, zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen:

    ‱ HEUTE.DE

     

  • Presseschau vom 28.07.2017

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 28.07.2017. Die BeitrĂ€ge in dieser Woche fĂŒhren an die SchauplĂ€tze BrunsbĂŒttel, Harrislee, KrĂŒmmel, Brokdorf, Biblis, Rheinsberg, Philippsburg und das französische Fessenheim. Den Abschluss bildet ein Beitrag zum Status der Energiewende:

    Einen Störfall der nicht-meldepflichtigen Kategorie „N“ meldete das KKW BrunsbĂŒttel. Die automatische Auslösung der Löscheinrichtungen fĂŒr zwei Löschbereiche habe laut eines Schreibens des Energiewende-Ministeriums nicht funktioniert. Im Brandfall wĂ€re eine BrandbekĂ€mpfung mittels Löschanlage aber weiterhin möglich gewesen, so die Kieler Nachrichten und die SHZ ĂŒbereinstimmend, da die manuelle Auslösung von der Kraftwerkswarte aus und an der Löschanlage selbst nicht betroffen war:

    >> SHZ

    >> Kieler Nachrichten

    Aus dem schleswig-holsteinischen Harrislee berichtet die SHZ. Dort habe die beendet geglaubte Diskussion um die Deponierung von freigemessenem Bauschutt aus dem RĂŒckbau der Kernkraftwerke BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel erneut begonnen. Moniert werden die vom schleswig-holsteinischen Gemeindetag in einem Schreiben zusammengefassten Arbeistergebnisse eines GesprĂ€chs mit den Standortgemeinden, die nach Auffassung der Gemeinde nicht weit genug gingen. Auch wird kritisiert, dass ein einziger ReprĂ€sentant der beteiligten BĂŒrgerinitiativen in den zustĂ€ndigen Gremien nicht ausreichend sei:
    >> SHZ
    Bei einem Feuer auf dem GelĂ€nde des Helmholtz Forschungszentrums unweit des KKW KrĂŒmmel ist eine große Halle komplett zerstört worden. In der Halle waren Öfen zum Schmelzen von Magnesium in Brand geraten. In ihr wurde zum Thema neue und leichte Legierungen aus Magnesium und Titan geforscht. Das Feuer konnte gelöÀscht werden, weder der Forschungsreaktor im Helmholzzentrum noch das KKW waren in irgendeiner Form betroffen, so die SHZ:
    >> SHZ
    Der Grund fĂŒr die Oxidation an BrennstĂ€ben im Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) ist laut eines Berichts des NDR gefunden. Im Februar hatten Experten die auffĂ€lligen Korrosionsschichten festgestellt. Energiewendeminister Robert Habeck (GrĂŒne) gab nun bekannt, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu der starken Korrosion gefĂŒhrt habe. Erhöhte Leistung und das stĂ€ndige Hoch- und Runterfahren hĂ€tten die Oxidation verstĂ€rkt. Das KKW an der Unterelbe darf jetzt nur noch mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Die Atomaufsicht hat der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. Damit sei aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden:
    >> NDR
    Auch da Hamburger Abendblatt berichtete zu Brokdorf und geht insbesondere auf die zukĂŒnftige Drosselung der Leistung ein (Bezahlinhalt)
    Der Berliner Tagesspiegel berichtet mit Fokus auf die fĂŒr den Weiterbetrieb des Werkes verhĂ€ngten Auflagen:
    Wohl aus aktuellem Anlass beschĂ€ftigt sich der Deutschlandfunk Kultur ebenfalls mit dem Werk in Brokdorf im Rahmen einer historischen RĂŒckschau. Der Beitrag dokumentiert die Proteste gegen die Inbetriebnahme des Werkes 1976 in einem Feature:
    Das RĂŒckbau zunĂ€chst mit Aufbau beginnen kann, beleuchtet die Lampertheimer Zeitung am Beispiel des KKW Biblis. Zur Vorbereitung dessen RĂŒckbaus wĂŒrde dort u.a. eine neue Erdgasheizung installiert und besondere SĂ€gen zur Zerschneidung von Betonteilen aufgebaut. Gleichzeitig wurde der Beginn des RĂŒckbaus feierlich begangen:
    Den Start des RĂŒckbaus in Biblis bezeichnet die hessische Umweltministerin Priska Hinz (GrĂŒne) in der FAZ als „historisch“. Sie selbst und der Kraftwerksleiter Horst Kemmeter demontierten zum Auftakt symbolisch eine KĂŒhlwasserpumpe:
    >> FAZ
    Langsam voran gehe der RĂŒckbau des KKW Rheinsberg, berichtet die MĂ€rkische Allgemeine. Bis 2025 soll der einstige „Produktionsbereich“ abgerissen sein, nur die BĂŒrogebĂ€ude blieben dann noch ĂŒbrig. DemnĂ€chst entstehe eine neue Kommandozentrale, die alte Blockwarte habe ausgedient. Das Kernkraftwerk sei noch immer einer der grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber in Rheinsberg:
    Eine spektakulĂ€re Form des RĂŒckbaus könnte im KKW Philippsburg bevorstehen: Um Platz fĂŒr ein großes Umspannwerk zu schaffen, wolle der Energieversorger EnBW die KĂŒhltĂŒrme der beiden Meiler in Philippsburg im Jahr 2020 sprengen. Statt eines maschinellen Abbruchs habe man sich fĂŒr diese Vorgehensweise entschieden, da diese „nur wenige Minuten dauere“ und mit wenig Staub- und LĂ€rmentwicklung verbunden sei, so die Stimme SĂŒdwesten via dpa:
    >> Stimme
    Im französischen Fessenheim nahe der deutschen Grenze steht einer der beiden Reaktoren bereits seit einem Jahr still. Nun wurde auch der zweite Reaktor abgeschaltet, zunĂ€chst wegen Wartungsarbeiten. In ihrem Beitrag spekuliert die Deutsche Welle darĂŒber, ob diese Abschaltung auch das endgĂŒltige Aus fĂŒr das Ă€lteste französische KKW bedeuten könne, obwohl dessen Außerbetriebnahme eigentlich erst fĂŒr 2019 geplant sei. AbhĂ€ngig sei dies aber davon, ob das neue Werk Flamanville fertiggestellt sei, bevor Fessenheim endgĂŒltig abgeschaltet wird:
    Von einem „Kurzschluss bei der Energiewende“ spricht die WELT in einer „Zwischenbilanz“ zum Thema. Die zentralen Versprechen der Ökostrom-BefĂŒrworter seien noch nicht eingelöst worden, so das Blatt, und die Politik sei angesichts dieser Situation ratlos. Als GrĂŒnde nennt das Blatt u.a. eine verfehlte Gesetzgebung, die InstabilitĂ€t der verfĂŒgbaren regenerativen Energien, fehlende Speichertechnik, FehleinschĂ€tzung bei AutarkiebemĂŒhungen und eine abnehmen Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Fazit des Beitrags fĂ€llt entsprechend ernĂŒchternd aus: Ohne ein „Wunder“ werde die Energiewende scheitern.
    >> DIE WELT
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  • Presseschau vom 14.07.2017

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 14.07.2017. Diese Ausgabe beinhaltet unter anderem Presseartikel zur Finanzierung des Kernkraft-Ausstiegs, zum RĂŒckbau des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich, ĂŒber den ungewöhnlichen CASTOR-Transport auf dem Neckar und zu einem Blick nach Frankreich, wo plötzlich von möglichen Stilllegungen zahlreicher Kernkraftwerke die Rede ist. Wir eröffnen mit einer lokalen Meldung aus BrunsbĂŒttel:

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel erfolgt ein Wachwechsel: der langjĂ€hrige Leiter Knut Frisch verlĂ€sst das Werk. BOYENS Medien berichtet mit einer kurzen Meldung:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Bei einem Dieselaggregat, das der Notstromversorgung des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel dient, ist es zu einem Leck gekommen. Es trat Kraftstoff aus, der im sog. Dieselaufstellungsraum verteilte. Die weiteren Notstromaggregate funktionierten weiterhin ohne EinschrĂ€nkung, der Schaden wurde kurzfristig behoben. Die Cuxhafener Nachrichten fassen die Geschehnisse u diesem Ereignis der niedrigsten meldepflichtigen Schadenskategorie zusammen:

    ‱ CUXHAVENER NACHRICHTEN ONLINE

    Die Mainpost beschĂ€ftigt sich mit der Finanzierung des Ausstiegs aus der Kernenergie und den BeitrĂ€gen der Energiekonzerne. Diese hĂ€tten nun 24 Mrd. Euro an den deutschen Staat ĂŒberwiesen, seien dafĂŒr aber von eventuellen weiteren Beteiligungen an den Kosten der Endlagerung endgĂŒltig freigestellt (Bezahlinhalt):

    ‱ MAINPOST

    Das Jugendmedium „Das Ding“ des SWR beschĂ€ftigt sich mit dem RĂŒckbau des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich, unter anderem mit Bildern des KĂŒhlturms, der die Kulisse in MĂŒlheim lange prĂ€gte und nun abgerissen wird, und einer historischen RĂŒckschau auf das Werk:

    ‱ DAS DING

    Den ungewöhnlichen Wasserweg auf dem Neckar wĂ€hlte man zum Transport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim. Nachdem die ersten Transporte stattgefunden haben, bringt die Ludwigsburger Kreiszeitung eine Aktualisierung und berichtet auch von der anhaltenden Diskussion um die Sicherheit dieser Maßnahmen:

    ‱ LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Nach Frankreich richtet SPIEGEL ONLINE den Blick: Der dortige Umweltminister Hulot hat dort von der möglichen Stilllegung zahlreicher Kernkraftwerke gesprochen. Bis zu 17 Anlagen könnten betroffen sein, um die Ziele des französischen Energiewende-Gesetzes zu erfĂŒllen, nach dem bis 2025 der Anteil von Kernkraft an der Energieproduktion in Frankreich auf 50% zu drosseln sei. Bislang betrĂŒge dieser Anteil noch 80%:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    In der noch offenen Schadensersatzklage von Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland rechnet das Versorgungsunternehmen laut einer Meldung des Nachrichtendienstes REUTERS in den kommenden Monaten mit einem Urteil. Bei der Klage vor einem New Yorker Schiedsgericht geht es um eine Forderung in Höhe von 4,7 Mrd. Euro:

    ‱ REUTERS

    Gute Perspektiven fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel: Laut des neuen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Buchholz (FDP) sei auf EU-Ebene eine weitere HĂŒrde zum Bau und Betrieb des ersten deutschen LNG-Terminals aus dem Weg gerĂ€umt worden. Der geplante Umschlagplatz fĂŒr FlĂŒssiggas dĂŒrfe von einem Konsortium dreier Firmen betrieben werden, die sich zu diesem Zweck zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenschließen wollen. Das Hamburger Abendblatt zitiert den Minister, der von einer „gravierenden industriepolitischen Weichenstellung zugunsten des Standorts BrunsbĂŒttel spricht (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

     

  • Presseschau vom 30.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen sind auch dieses mal weit gefĂ€chert, beginnend mit der Meldung zur Brennelementefreiheit in BrunsbĂŒttel, ĂŒber einen RĂŒckblick auf das Jahr 2007 und die damaligen StörfĂ€lle, Berichte ĂŒber diverse RĂŒckbaustadien in verschiedenen Werken bis hin zu einem Beitrag zu den neuen GeschĂ€ftsfeldern deutscher Unternehmen dank RĂŒckbau der KKW.

    Im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel befinden sich keine Brennelemente mehr, wie das Hamburger Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt). Die letzten Elemente seien in einen Castor-BehĂ€lter verladen worden, der jetzt auf dem Standortzwischenlager auf dem KraftwerksgelĂ€nde abgestellt sei. Energieminister Dr. Robert Habeck lobte diese Entwicklung als „historischen Schritt“:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Den Blick zurĂŒck auf 2007 richtet die SVZ in einem Artikel ĂŒber zwei nahezu zeitgleiche StörfĂ€lle in den Kernkraftwerken BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel vor 10 Jahren. In beiden FĂ€llen war durch die Schnellabschaltung der Werke Gefahr fĂŒr Mensch und Umwelt verhindert worden, auch wenn die Diskussion darĂŒber lange kontrovers gefĂŒhrt wurde. Der Artikel schildert die damaligen Geschehnisse und fasst die wesentlichen Meinungen dazu zusammen:

    ‱ SVZ

    Die damaligen StörfĂ€lle bezeichnet der schleswig-holsteinische Energieminister Dr. Robert Habeck in den LĂŒbecker Nachrichten als „Symbol fĂŒr die AnfĂ€lligkeit“ der Kernkraft. Allerdings sei dadurch auch eine hilfreiche Sicherheitsdebatte entfacht worden:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN

    Erstmals wird in Deutschland ein Transport von AbfĂ€llen aus einer kerntechnischen Anlage auf dem Wasserweg durchgefĂŒhrt. Das Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-WĂŒrttemberg war Ausgangspunkt des Transports von Containern mit verbrauchten Brennelementen durch ein Spezialschiff ĂŒber den Neckar. Die Waiblinger Kreiszeitung berichtet von den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Transport, u.a. durch LuftĂŒberwachung, aber auch kritische Stimmen zu dieser Art der Beförderung:

    ‱ ZVW

    AusfĂŒhrlich nimmt sich auch das Handelsblatt des Themas an, dort findet sich auch einiges Bildmaterial zur Dokumentation des Transports:

    ‱ HANDELSBLATT

    Das österreichische Kernkraftwerk Zwetendorf ist nie in Betrieb genommen worden und wird seit seinem Bau u.a. fĂŒr Schulungen, auch zum RĂŒckbau von KKWs, und Besichtigungen genutzt. Aktuell, so der Branchendienst Heise, dient das Werk als Austragungsort fĂŒr einen Wettbewerb: Beim Roboterwettbewerb „Enrich“ sollen im Werk versteckte winzige StĂŒcke von radioaktivem Kobalt-60 von Bergungsrobotern gefunden und geborgen werden. Ziel des Wettbewerbs sei es, Technologie fĂŒr NotfalleinsĂ€tze zu erproben:

    ‱ HEISE ONLINE

    Beim RĂŒckbau des KKW Grafenrheinfeld, so das Portal Nordbayern, werde auf den RĂŒckbau des Werks in WĂŒrgassen geschaut, das seit 1997 rĂŒckgebaut wurde und nun nur noch aus einer HĂŒlle bestĂ€nde. Der Beitrag richtet dabei den Blick auch auf die Auswirkungen auf die Stadt Beverungen, zu der WĂŒrgassen gehört. Mangels Einnahmen aus Gewerbesteuer durch das Werk seien die Finanzen angespannt, der Ort leide unter Bevölkerungsschwund und es werde in Betracht gezogen, auch nun leerstehende WohngebĂ€ude der frĂŒheren Kraftwerksangestellten abzureissen:

    ‱ NORDBAYERN

    Vom Besuch des niedersĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Weil im Kernkraftwerk Stade berichtet die NWZ. Das Werk wird von einem 38-köpfigen Kernteam rĂŒckgebaut, das Lob des MinisterprĂ€sidenten erntete, Weil bezeichnete Sie laut NWZ als „Pioniere des RĂŒckbaus“. Der Betreiber PreussenElektra beabsichtige, das beim RĂŒckbau erworbene Know-How auch fĂŒr den RĂŒckbau anderer Werke nutzbar zu machen:

    ‱NWZ ONLINE

    Protest in Neckarwestheim: Gegen die PlĂ€ne, den beim RĂŒckbau des dortigen KKW anfallenden Bauschutt auf Deponien des Landkreises Ludwigsburg zu lagern, stĂ¶ĂŸt laut Bietigheimer Zeitung auf Widerstand. Betreiber EnBW betont dagegen das Verfahren der sicheren Messung eventueller Strahlung und die PlĂ€ne fĂŒr die Wiederverwertung des zu ganz großen Teilen völlig unbelasteten Bauschutts:

    ‱ BIETIGHEIMER ZEITUNG

    Der RĂŒckbau von Kernkraftwerken wird zum neuen GeschĂ€ftszweig deutscher Unternehmen. Wie das Magazin Focus berichtet, steigt der Stahlanlagenbauer HAB in Wusterhausen gezielt in diesen Markt ein und will zukĂŒnftig den Bau von Demontageeinheiten fĂŒr kontaminierte Großkomponenten von Kernkraftwerken anbieten:

    ‱ FOCUS

     

  • Presseschau vom 16.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen breit gefĂ€chert – von einem Überblick ĂŒber den RĂŒckbau in Deutschland ĂŒber Neuigkeiten aus Biblis und Brokdorf oder eine Berichterstattung zur Kernelementebrennsteuer aus verschiedenen Perspektiven bis hin zum energiepolitischen Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Kiel.

    Die WELT beschĂ€ftigt sich mit dem RĂŒckbau deutscher Kernkraftwerke. Der Kraftwerksleiter des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich schildert das Verfahren zum RĂŒckbau des Werks, aber auch Teile der Historie des schon seit 1988 stillgelegten Werks in Biblis:

    ‱ WELT

    Auch die Hessenschau berichtet aus Biblis: Dort wurde jetzt offiziell mit dem Abbau der Anlage begonnen. Man rechne mit einer Dauer von 15 Jahren bis zum vollstÀndigen Abschluss der Arbeiten:

    ‱ HESSENSCHAU

    Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennelementesteuer von den Konzernen erhoben wurde, die noch aktive Kernkraftwerke betrieben haben, war Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in vielen Medien. Einen Überblick ĂŒber die HintergrĂŒnde der Entscheidung liefert die Tagesschau:

    ‱ TAGESSCHAU

    Eine Übersicht zu Pressestimmen zur Entscheidung liefert FOCUS:

    ‱ FOCUS ONLINE

    Auch das Handelsblatt berichtete und stellte die jeweiligen Anteile der betroffenen Energieversorger dar. Dabei wird auch erlĂ€utert, warum die von Vattenfall betriebenen Werke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel von dem Verfahren nicht betroffen waren. Im fraglichen Zeitraum der Besteuerung waren beide Werke bereits nicht mehr in Betrieb:

    ‱ HANDELSBLATT

    Die aufgrund der Entscheidung fĂ€lligen RĂŒckzahlungen an Steuern in Milliardenhöhe fallen zum Teil den LĂ€ndern zu, die an Energieunternehmen beteiligt sind. So hĂ€lt das Land Baden-WĂŒrttemberg eine 50%-Beteiligung am Versorger EnBW. Dass ein grĂŒn regiertes Bundesland auf diese Weise von einer Niederlage aus Sicht der BundesgrĂŒnen profitiert, notiert die WELT:

    ‱ WELT

    Auch die Deutsche Bahn profitiert von den zu erwartenden RĂŒckzahlungen. Als Mitgesellschafter des KKW Neckarwestheim könne das Unternehmen laut Handelsblatt einen Teil der Zahlungen fĂŒr sich in Anspruch nehmen:

    ‱ HANDELSBLATT

    Aktuell aus Brokdorf berichtet der Weser Kurier. Dort ist das Kernkraftwerk weiterhin abgeschaltet, nachdem im FrĂŒhjahr Rostbefall auf BrennstĂ€ben entdeckt wurde. Das vom Betreiber vorgelegte Gutachten zum Schaden befĂ€nde sich weiterhin in der PrĂŒfung durch die zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde; in der Zwischenzeit falle fĂŒr den Betreiber tĂ€glich ein geschĂ€tzter Verlust von bis zu einer Million Euro pro Tag an. Ob Brokdorf ĂŒberhaupt wieder ans Netz gehen werde, lĂ€sst das Blatt offen:

    ‱ WESER KURIER

    Einigkeit ĂŒber die zukĂŒnftige Regierungskoalition in Schleswig-Holstein meldet der Deutschlandfunk. Demnach sei der Weg fĂŒr das sog. Jamaika-BĂŒndnis aus CDU, FDP und GRÜNE:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Bereits zuvor hatte das Hamburger Abendblatt ĂŒber die kĂŒnftige Ressortverteilung im Kabinett des neuen MinisterprĂ€sidenten Daniel GĂŒnther berichtet. Dabei werde das fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Ministerium MELUR auch weiterhin durch Dr. Robert Habeck (GRÜNE) gefĂŒhrt werden (Bezahlinhalt):

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 02.06.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch beschĂ€ftigen sich die Veröffentlichungen unter anderem mit dem Stillstand in Brokdorf, mit einer Klage gegen die RĂŒckbaugenehmigung fĂŒr das Kernkraftwerk Biblis, mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen sowie mit lokalen Angelegenheiten wie einem meldepflichtigen Ereignis in BrunsbĂŒttel.

    Ein geringfĂŒgiger Defekt trat im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel auf. An einer SprĂŒhwasserlöschanlage konnte ein Fernschaltventil nicht aus der Warte ausgelöst, aber von Hand bedient werden. Das Ventil wurde ausgetauscht, der Vorgang lag unterhalb der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken. Boyens Medien schilderten den Sachverhalt ausfĂŒhrlich:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Weiter still steht das KKW Brokdorf. Dort war der Meiler im Februar vom Netz genommen worden, weil ein rĂ€tselhafter Rostbefall der BrennstĂ€be festgestellt wurde. Jetzt wurde ein Schadensbericht vom Betreiber vorgelegt, den das zustĂ€ndige Ministerium prĂŒfen werde. Eine Entscheidung ĂŒber die eventuelle Wiederinbetriebnahme falle dann, ggf. kĂ€me laut Tagesspiegel auch ein dauerhaftes Betriebsverbot in Betracht:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hessen hat beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel Klage gegen die RĂŒckbaugenehmigung fĂŒr das Kernkraftwerk Biblis eingereicht. Die UmweltschĂŒtzer kritisieren, dass beim Abriss große Mengen radioaktiven Abfallmaterials anfielen. Dem trat die hessische Umweltministerin Priska Hinz (GrĂŒne) entgegen. Es sei unverstĂ€ndlich, dass der BUND nun gegen diesen wichtigen Schritt fĂŒr ein neues Kapitel in der Energiepolitik vorgehe. Der RĂŒckbau erfolge unter sehr strengen Sicherheitsauflagen und Kontrollen. Die BĂŒrstĂ€dter Zeitung protokolliert:

    ‱ BÜRSTÄDTER ZEITUNG

    Die Phosphatwerte im Stechlinsee steigen, aber anders als hĂ€ufig vermutet sei das nahegelegene Kernkraftwerk Rheinsberg, stillgelegt seit 1990, nicht der Verursacher. Das Gegenteil sei der Fall, berichtet der Tagesspiegel. Der KĂŒhlwasserkreislauf des KKW, der Wasser aus dem benachbarten Nehmitzsee entnahm und wieder zurĂŒckfĂŒhrte, hatte sogar einen positiven Effekt, da dadurch das Wasser alle 300 Tage ausgetauscht worden sei, zitiert das Blatt einen Forscher:

    ‱ DER TAGESSPIEGEL

    Diskussion ĂŒber die zulĂ€ssig genehmigte Leistung des KKW Grundremmingen. Laut der Fraktion der GRÜNEN im Landtag habe das Werk seine Leistung in den vergangenen Jahren mehrfach und deutlich ĂŒberschritten. Der Betreiber und das zustĂ€ndige Umweltministerium weisen die VorwĂŒrfe zurĂŒck, das Werk sei immer im Rahmen der rechtlichen Vorgaben betrieben worden. Die SĂŒddeutsche Zeitung fasst die Diskussion zusammen:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen beschĂ€ftigt sich die WELT. Betreiber RWE will dort nach dem Auslaufen der Kernkraft in Deutschland einen Technologiewechsel vollziehen und ein neues Gaskraftwerk bauen. Ein solches Werk, fĂŒr das Turbinen Ă€hnlich denen aus dem Flugzeugbau zum Einsatz kommen könnten, sei zur Sicherung der Grundversorgung in Bayern geboten, so RWE:

    ‱ WELT

    Historische Abstimmung in der Schweiz: Bei einer Volksbefragung hat sich die Mehrheit der Wahlberechtigten gegen den Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz ausgesprochen. Die bestehenden 5 KKWs in der Schweiz sind von der Entscheidung allerdings nicht betroffen, so der SĂŒdkurier:

    ‱ SÜDKURIER

    Dies bestĂ€tigt auch ein Beitrag des SĂŒdkuriers zum Schweizer KKW Leibstadt. Dieses werde plangemĂ€ĂŸ bis 2045 Strom produzieren:

    ‱ SÜDKURIER

     

     

  • Presseschau vom 19.05.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben wir einen Mix aus lokalen Themen, interessante BeitrĂ€ge zu RĂŒckbaufinanzierungen und Kompetenzvermarktung sowie ein Interview mit Dr. Habeck.

    Mehr als eine Milliarde  Euro könne der RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel kosten – ein guter Teil davon, so die LĂŒbecker Nachrichten, könne bei Dienstleistern aus der Region verbleiben, die sich am RĂŒckbauprozess beteiligen. Um in Frage kommende Unternehmen zu informieren und das dafĂŒr erforderliche Ausschreibungsverfahren zu erlĂ€utern, fand nun eine Informationsveranstaltung in Informationszentrum des Kernkraftwerks KrĂŒmmel statt, so das Blatt:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN

    Eine sofortige Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde bei Göttingen fordert der dortige Stadtrat. In einem Appell an den Umweltminister des Landes Niedersachsen, Stefan Wenzel (GrĂŒne), begrĂŒndet das Gremium dies u.a. mit StörfĂ€llen in der Vergangenheit. Grohnde soll planmĂ€ĂŸig spĂ€testens Ende 2021 abgeschaltet werden. HNA berichtet:

    ‱ HNA

    Den RĂŒckbau des KKW Stade begleitet das Stader Tageblatt. AnlĂ€sslich eines Besuchs der CDU-Fraktion im Landtag sei den Teilnehmern der immense Aufwand verdeutlicht worden, der zum sicheren RĂŒckbau des Werks betrieben werde. Stade ist seit 2003 außer Betrieb. Ein Video bebildert den Besuch der Politiker:

    ‱ TAGEBLATT

    Der Mannheimer Morgen berichtet aus Biblis. Dort steht der RĂŒckbau des KKW unmittelbar bevor. Veranschlagt ist eine Projektdauer von 15 Jahren, in der, so der dortige Werksleiter, insbesondere mit dem eigenen Personal der RĂŒckbau bewĂ€ltigt werden soll (Bezahlinhalt):

    ‱ MANNHEIMER MORGEN

    Dass das beim RĂŒckbau von Kernkraftwerken gewonnene Know-How ein monetarisierbares Gut ist, belegt die Schweizer Handelszeitung in Ihrem Beitrag. Demnach böten die Konzerne E.ON und EnBW ihre Dienste fĂŒr die Zerlegung der Anlagen und Entsorgung des dabei anfallenden MĂŒlls anderen Konzernen an, die ebenfalls ihre Kernkraftwerke rĂŒckbauen mĂŒssen. Der entsprechende Markt böte weltweite Wachstumsperspektiven, so das Blatt:

    ‱ HANDELSBLATT

    Aufgrund der Lerneffekte beim RĂŒckbau von kerntechnischen Anlagen werde jedes weitere Projekt gĂŒnstiger. Das Portal Finanztreff zitiert den Vorstandschef des Unternehmens E.ON, der ankĂŒndigte, aufgrund dieser Erfahrungen beim RĂŒckbau substantielle BetrĂ€ge eingespart werden könnten, so das die gebildeten RĂŒcklagen fĂŒr die Projekte nicht vollstĂ€ndig in Anspruch genommen werden mĂŒssten. E.ON habe insgesamt 8 Anlagen abzureissen:

    ‱ FINANZTREFF

    Den Verlust kerntechnischer Kompetenz in Deutschland befĂŒrchtet der PrĂ€sident des Deutschen Atomforums GĂŒldner laut eines Tagungsberichts bei Finanzen.net. Angesichts des Ausstiegs aus der Kernenergie mĂŒsse sichergestellt bleiben, das langfristig Kompetenz bereitgestellt bliebe. Dies gelte insbesondere fĂŒr die Sicherheitstechnik, aber auch fĂŒr weitere Kompetenzbereiche:

    ‱ FINANZEN.NET

    In einem Interview mit der Tagesschau Ă€ußert sich der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck nach dem Wahlerfolg der GRÜNEN, aber vor der Entscheidung ĂŒber eine mögliche Koalition zu den GrundzĂŒgen und Schwerpunkten seiner Politik in Schleswig-Holstein. Das Thema RĂŒckbau der hiesigen Kernkraftwerke findet dort als besonders wichtige Komponente BerĂŒcksichtigung:

    ‱ TAGESSCHAU

    „Aus Sicht des BUND ist ein bestmöglicher Schutz beim Abriss des Atomkraftwerks Biblis unter jetzigen Vorzeichen nicht gewĂ€hrleistet. Das Ministerium sieht das anders. Der BUND klagt dennoch gegen die Abrissgenehmigung”, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

    ‱ FAZ

  • Presseschau vom 05.05.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Entsorgung der nicht-radioaktiven AbfĂ€lle aus KrĂŒmmel, Fortschritte im RĂŒckbau und ein persönlicher Aspekt eines Kraftwerkdirektors stehen u.a. diese Woche im Fokus.

    Nachwuchs am KKW BrunsbĂŒttel: Zwischen dem 28. April und dem 1. Mai schlĂŒpften wie schon in den Vorjahren WanderfalkenkĂŒken am Abluftkamin des Werks. Das Nest in ca. 60 Metern Höhe scheint ideal fĂŒr die Falken zu sein, vermutet der NDR. Ein Videobeitrag dokumentiert die Geschichte der FamiliengrĂŒndung am Kamin:

    ‱ NDR

    Der Streit um die Entsorgung des beim RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel anfallenden nichtstrahlenden Bauschutt scheint beendet. Wie die LĂŒbecker Nachrichten berichten, haben sich Anti-Atom-Aktivisten, BĂŒrger der betroffenen Kommunen, der Deponiebetreiber und die Gemeinde Wiershop, ein Nachbarort von KrĂŒmmel, „in breitem Konsens“ fĂŒr eine Lagerung dort entschieden. Umweltminister Dr. Robert Habeck (GrĂŒne) begrĂŒĂŸe die gefundene Lösung, sie sei „dem Engagement der Akteure in der Region“ zu verdanken:

    ‱ LN ONLINE

    Zuvor hatte bereits der NDR ĂŒber die Wiershoper Entscheidung berichtet. Hier wird es als „mutiger Entschluss“ bezeichnet, dass sich – erstmals – eine Gemeinde freiwillig bereit erklĂ€rt, AbfĂ€lle zu ĂŒbernehmen, die aus dem Umfeld eines Kernreaktors stammen.

    ‱ NDR

    Seit 2010 wurde in deutschen Kernkraftwerken sechsmal Alarm wegen des möglichen unkontrollierten Überflugs von Luftfahrzeugen gegeben. Zuletzt waren davon auch die Werke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel betroffen, wie das Luftfahrtmagazin Aero protokolliert:

    ‱ AERO

    Dass militĂ€rische ÜberflĂŒge ĂŒber das Zwischenlager Gorleben ebenfalls zum Problem werden könnten, befĂŒrchtet der niedersĂ€chsische Umweltminister Stefan Wenzel (GrĂŒne). In einem Brief an die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bat er laut Hannoversche Allgemeine um eine Stellungnahme zum Thema (Bezahlinhalt):

    ‱ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE

    Die SHZ berichtet aus Brokdorf: Das dortige Werk bleibe weiter abgeschaltet, bis die Ursachen fĂŒr die bislang ungeklĂ€rten PhĂ€nomene an den KĂŒhleinrichtungen geklĂ€rt seien. Inzwischen fanden mehrfache Proteste gegen das KKW statt, die grĂ¶ĂŸte Veranstaltung am 23. April:

    ‱ SHZ

    Aus Essenbach vom RĂŒckbau des dortigen Kraftwerks Isar 1 berichtet die Passauer Neue Presse. 15 Jahre werde der RĂŒckbau dauern, an Kosten seien eine Milliarde Euro prognostiziert, so das Blatt:

    ‱ PNP

    Eine persönliche Geschichte im Kontext des RĂŒckbaus eines Kernkraftwerks erzĂ€hlt der FOCUS. Der Werksleiter des KKW Grafenrheinfeld –  zeitweise das Werk, das weltweit den meisten Strom produzierte – verlĂ€sst aus eigenem Entschluss seine Position, da er nach fast vier Jahrzehnten im Werk dessen Abwicklung nicht aktiv begleiten könne:

    ‱ FOCUS ONLINE

     

  • Presseschau vom 21.04.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Fokus der Berichterstattung liegt diesmal auf aktuellen RĂŒckbauvorhaben und den Status der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, doch auch BeitrĂ€ge zum Entsorgungspakt und zur Endlagersuche sind vertreten – genau so wie ein Statement zu den Kosten der Energiewende:

    Unmittelbar bevorstehend ist die nĂ€chste Phase des RĂŒckbaus des Kernkraftwerks MĂŒlheim-KĂ€rlich. Bereits in der kommenden Woche sollen laut SWR fĂŒnf GebĂ€ude, darunter ein Bauwerk fĂŒr die Aufbereitung von Rheinwasser sowie ein NotstandsgebĂ€ude abgerissen werden. In der Folge soll der prominente, 162 Meter hohe KĂŒhlturm beseitigt werden:

    ‱ SWR

    Die Genehmigung fĂŒr den Abbau des Blocks 1 des KKW Philippsburg wurde vom zustĂ€ndigen Umweltministerium erteilt. Bereits im Mai könnten die ersten Arbeiten beginnen. Auch hier berichtet der SWR:

    ‱ SWR

    RĂŒckbaustart auch in Neckarwestheim: Hier begann mit dem Ausbau eines symbolischen Teils des GKN I durch den Umweltminister Franz Untersteller und einen Vertreter des Betreibers EnBW die Demontage des 1976 in Betrieb gegangenen Werks. Die Stimme Heilbronn dokumentiert in ihrem Beitrag auch kritische Stimmen. Gegner des RĂŒckbauverfahren wĂŒrden einen „Billig-Abriss“ monieren, so das Blatt:

    ‱ DIE STIMME

    Weiterhin still steht das nach Wartungsarbeiten abgeschaltete Kernkraftwerk Brokdorf. Bei RoutineĂŒberprĂŒfungen waren ungewöhnliche Oxydationsschichten an einigen BrennstĂ€ben entdeckt worden, nach deren Ursache geforscht werde. In der Zwischenzeit bleibe das Werk außer Betrieb. Dabei lĂ€uft laut SHZ tĂ€glich ein finanzieller Verlust von € 900.000 fĂŒr den Betreiber auf:

    ‱ SHZ

    Gegen die Wiederinbetriebnahme von Brokdorf regt sich indes Protest. Natur- und UmweltschutzverbĂ€nde riefen laut SHZ zu einer Demonstration fĂŒr den 23. April auf, um sich gegen den aus ihrer Sicht risikobehafteten Betrieb des Werks zu wenden:

    ‱ SHZ

    Wieder am Netz ist das KKW Grohnde. Auch dort waren nach Wartungsarbeiten Oxydationsspuren gefunden worden, die jedoch vom zustÀndigen niedersÀchsischen Umweltministerium als unbedenklich eingestuft wurden. Der Branchendienst IWR berichtet weiter, dass derzeit drei von acht noch aktiven deutschen Kernkraftwerken still stÀnden, neben Brokdorf seien dies Neckarwestheim II sowie Philippsburg II:

    ‱ IWR

    Nachdem im vergangenen Jahr der Dialog zwischen dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium und Initiativen und Gemeinden zur Frage der Entsorgung von schwach radioaktivem Abfall aus Kernkraftwerken gescheitert scheiterte, werfen diese Interessenvertreter dem Minister Dr. Robert Habeck nun mangelnde Transparenz im weiteren Verfahren vor. Laut Kieler Nachrichten werde das nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufende Verfahren in Arbeitsgruppen kritisiert, auch dem StĂ€dte- und Gemeindetag (SGHT) wird mangelnde Kooperation vorgeworfen. SGHT und Ministerium widersprechen:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Nach der Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes durch Bundestag und Bundesrat beginnt die Suche nach einer dauerhaften LagerstĂ€tte fĂŒr AtomabfĂ€lle nun auch im Norden. Die LĂŒbecker Nachrichten schildern, welche Standorte in Norddeutschland Gegenstand der ÜberprĂŒfung auf Geeignetheit werden könnten und lassen örtliche Lokalpolitiker dazu zu Wort kommen:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    „KostenmĂ€ĂŸig aus dem Ruder gelaufen“ sei die Finanzierung der Energiewende, zitiert FOCUS den Chef des Energieversorger RheinEnergie Dieter Steinkamp. Steuern, Umlagen und Entgelte machten inzwischen fast die HĂ€lfte des Strompreises aus und verteuerten Strom fĂŒr Verbraucher unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig. Der Manager fordert eine „komplette Neugestaltung“ der Finanzierung der Energiewende:

    ‱ FOCUS ONLINE

     

  • Presseschau vom 07.04.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau, dieses Mal mit einem Mix aus Themen wie RĂŒckbau oder der Endlagersuche – doch auch lokale und nationale Meldungen sind vertreten:

    Im Kernkraftwerk KrĂŒmmel ist bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung ein Riss in einer KĂŒhlwasserleitung eines Notstromaggregats festgestellt worden. Da statt der fĂŒr eine Notstromversorgung des Werkes erforderlichen zwei Notstromdiesel aber vier Aggregate verfĂŒgbar seien, sei die Versorgung aller Systeme durchgehend gewĂ€hrleistet. Der Schaden sei bereits behoben, so die SHZ:

    ‱ SHZ

    Der Branchendienst IWR berichtet ĂŒber den geplanten Abriss des Forschungsreaktors des Helmholtz-Zentrums fĂŒr Material- und KĂŒstenforschung in Geesthacht in unmittelbarer Nachbarschaft des KKW KrĂŒmmel. Der vollstĂ€ndige RĂŒckbau sei bis zum Jahr 2024 geplant, die Öffentlichkeit werde im Rahmen des Verfahrens involviert. Zuletzt hat dazu im MĂ€rz ein Erörterungstermin stattgefunden, an dem einige Einwendungen erhoben und in das Genehmigungsverfahren integriert wurden:

    ‱ IWR

    Gegen eine VerlĂ€ngerung der Laufzeit des KKW Brokdorf hat sich der schleswig-holsteinische Landtag ausgesprochen. Das Parlament forderte die Regierung auf, sich auf Bundesebene gegen eine Übertragung von Reststrommengen anderer KKW nach Brokdorf einzusetzen. Kritiker des Beschlusses vermuten Wahlkampftaktik hinter der Initiative. Brokdorf ist aktuell nach dem Fund auffĂ€lliger Oxidschichten nicht am Netz. Die WELT berichtet:

    ‱ WELT

    Offiziell begonnen hat der RĂŒckbau des KKW Isar 1 in Essenbach bei Landshut. ZunĂ€chst sollen erste Arbeiten an der Hochdruckturbine durchgefĂŒhrt werden. Der BR widmet dem Thema einen ausfĂŒhrlichen Beitrag mit Bild- und Videomaterial:

    ‱ BR

    Nach der Erteilung der Genehmigung durch das hessische Umweltministerium kann das dortige Kernkraftwerk Biblis nun stillgelegt und demontiert werden. Das zugrunde liegende Konzept des Betreibers RWE sieht einen Zeitraum von 15 Jahren bis zum endgĂŒltigen Abschluss der Arbeiten vor, so der Deutschlandfunk:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Aus Grundremmingen berichtet die Augsburger Alllgemeine in einem ausfĂŒhrlichen Beitrag zum RĂŒckbau des dortigen Kernkraftwerks. Ein erlĂ€utertes Schaubild verdeutlicht das konkrete Verfahren, ein link verweist auf weitere Artikel in einer Serie von BeitrĂ€gen zum RĂŒckbau des bayerischen Werks:

    ‱ AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Weit fortgeschritten ist der bereits seit 2004 laufende Abriss des KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich. Wie der Trierische Vollksfreund berichtet, wird jetzt der RĂŒckbau auch von außen sichtbar werden. Vermutlich im Juni werde ein prĂ€gnanter KĂŒhlturm abgerissen, der mit einer Höhe von 162 Metern weithin sichtbar ist:

    ‱ VOLKSFREUND

    In Zusammenhang mit dem vor der Ratifizierung durch den Bundesrat stehenden Endlagergesetz meldet die SĂŒddeutsche Zeitung einen „Fluchtversuch“ des Bundeslands Sachsen, das kurzfristig beantragte, auf der Suche nach LagerstĂ€tten die Anforderungen an (in Sachsen verbreitete) Lagerorte in Granit zu erhöhen. FĂŒhrende Politiker, darunter auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck, reagierten mit UnverstĂ€ndnis, der Antrag wurde im Umweltausschuss des Bundesrats zurĂŒckgewiesen:

    ‱ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Am 31.03. hat der Bundesrat das Endlagergesetz angenommen, das damit die letzte parlamentarische HĂŒrde genommen hat. Die Endlagersuche, so die FAZ, könne nun nach Maßgabe dieses Gesetzes beginnen:

    ‱ FAZ

    Gute Nachrichten fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel. Laut Kieler Nachrichten soll das neue deutsche FlĂŒssiggasterminal (LNG) auf dem GelĂ€nde von BrunsbĂŒttel Ports entstehen. Der Betreiber, der niederlĂ€ndische Konzern Gasunie habe eine entsprechende Vorentscheidung getroffen. Das Investitionsvolumen betrage rund 400 Mio. Euro:

    ‱ KN ONLINE

     

  • Presseschau vom 24.03.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich befassen sich viele der Veröffentlichungen mit dem Thema RĂŒckbau an sich, zum Teil multimedial aufbereitet, mit dem Thema RĂŒckbau aus verschiedenen Perspektiven und an diversen Standorten. Außerdem der Link zu einem Interview zur Endlagersuche, aktuelles aus Brokdorf sowie RĂŒckschau auf 30 Jahre BrunsbĂŒttel.

     

    Der NDR erinnert an den Beginn der kommerziellen Inbetriebnahme des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel. Am 9. Februar 1977 wurde erstmals Strom aus dem Werk geliefert. Am 18. Juli 2007 wurde der Meiler zum letzten Mal runtergefahren. Der Beitrag lĂ€sst die Geschichte des Kraftwerks Revue passieren und beschĂ€ftigt sich auch mit den Vorbereitungen fĂŒr den RĂŒckbau:

    ‱ NDR

    Wegen des fehlenden Funkkontaktes zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum mussten im Zuge eines sog. „Renegade-Voralarms“ kurzfristig Kernkraftwerke im Norden, darunter auch das KKW BrunsbĂŒttel, gerĂ€umt werden. Der Alarm konnte wieder aufgehoben werden, nachdem der Kontakt zu dem Flugzeug wieder hergestellt wurde. Am KKW Brokdorf fand zeitgleich eine Demonstration statt. Die SHZ fasst die Geschehnisse zusammen:

    ‱ SHZ

    Auch sĂŒddeutsche Kernkraftwerke waren von dem Voralarm betroffen. Insgesamt, so der SWR, seien sieben der acht noch aktiven Werke sowie mehrere bereits stillgelegte Anlagen von dem Vorfall im Luftraum zu Reaktionen gezwungen gewesen:

    ‱ SWR

    Die Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf haben zu einem ĂŒberraschenden Befund gefĂŒhrt, der die Aufsichtsbehörde im Umweltministerium beschĂ€ftigt. Man habe Oxidationsschichten an den StĂ€ben der Brennelemente entdeckt, die nach Umfang und Fundstelle ungewöhnlich seien. Laut SPIEGEL vermute die Aufsichtsbehörde Parallelen zu Ă€hnlichen PhĂ€nomenen bei anderen Werken. Das Wiederanfahren des Werks in Brokdorf wurde zunĂ€chst ausgesetzt:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Auch die LĂŒbecker Nachrichten beschĂ€ftigen sich mit dem Vorgang und lassen Umweltminister Dr. Robert Habeck sowie den GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Kernkraftwerks Brokdorf zu Wort kommen:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum KKW KrĂŒmmel befindet sich auf dem GelĂ€nde des Helmholtz-Zentrums fĂŒr Material- und KĂŒstenforschung ein Forschungsreaktor, der bereits seit Jahren von seinen BrennstĂ€ben befreit ist und nun zurĂŒckgebaut werden soll. Dort hat nun die fĂŒr die Planung des RĂŒckbaus gewĂŒnschte BĂŒrgerbeteiligung begonnen. SAT 1 Regional berichtet dazu mit einem Videobeitrag aus Geesthacht:

    ‱ SAT1REGIONAL.DE

    Verzögern wird sich laut NDR der bereits seit 2005 laufende RĂŒckbau des KKW Stade. Das HerzstĂŒck des Meiler, der ReaktordruckbehĂ€lter, sei bereits zerlegt, allerdings seien am Sockel des Reaktors noch erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden:

    ‱ NDR

    Aus MĂŒlheim-KĂ€rlich berichtet der STERN und schildert mit einem bebilderten Beitrag den RĂŒckbau des dortigen Werks:

    ‱ STERN

    Die Lausitzer Rundschau beschĂ€ftigt sich ebenfalls mit dem RĂŒckbau von MĂŒlheim-KĂ€rlich und lĂ€sst in seinem Beitrag Mitarbeiter des Werkes und Vertreter der Gemeinde zu Wort kommen:

    ‱ LAUSITZER RUNDSCHAU ONLINE

    Auch der BR beschĂ€ftigt sich multimedial mit dem RĂŒckbau von Kernkraftwerken und hat dabei die bayerischen Werke im Fokus:

    ‱ BAYRISCHER RUNDFUNK

    Die Endlagersuche in Deutschland thematisiert die Westfalenpost und befragt dazu BUND-Vorstandmitglied Klaus Brunsmeier. Brunsmeier ist eines von neun Mitgliedern des Nationalen Begleitgremiums fĂŒr die Endlagersuche:

    ‱ WESTFALENPOST

    Bis 2031 will die Bundesregierung ein Endlager fĂŒr hoch radioaktiven MĂŒll finden. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde nun vom Bundestag abgesegnet, der Bundesrat befasst sich in KĂŒrze mit dem Gesetz. Politiker, UmweltschĂŒtzer und andere hatten jahrelang daran gefeilt, Kritiker monieren mangelnde BĂŒrgerbeteiligung. Die Tagesschau schildert Fakten und HintergrĂŒnde in einem umfangreichen Feature mit Video und Verweisen auf weitere Quellen:

    ‱ TAGESSCHAU

     

  • Presseschau vom 10.03.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung der letzten Tage umfasst diverse Themen – vom „MilliardengeschĂ€ft“ des RĂŒckbaus in KrĂŒmmel ĂŒber VorgĂ€nge im KKW Grundremmingen oder die geplante BĂŒrgerbeteiligung in Unterweser bis hin zu einem Gesetzesentwurf fĂŒr die Auswahl eines AtommĂŒll-Endlagers.

    Mit dem „MilliardengeschĂ€ft“ des RĂŒckbaus des Kernkraftwerk KrĂŒmmel beschĂ€ftigen sich die LĂŒbecker Nachrichten (Bezahlinhalt). Mit einem Auftragsvolumen von bis zu 1,18 Mrd. Euro könne die Wirtschaft in der Region beim RĂŒckbau des Werks und des Forschungsreaktors auf dem GelĂ€nde des Helmholtz-Zentrums rechnen. Der Beitrag wird begleitet von einer Bildergalerie:

    ‱ LN ONLINE

    Die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerks Grundremmingen fordert laut SĂŒdwest Presse ein Gutachten des Umweltinstituts MĂŒnchen. FĂŒr den Fall außergewöhnlicher Einwirkungen wie bspw. eines Flugzeugabsturzes auf das Werk sei das KĂŒhlsystem des Werks nicht geeignet, die möglichen Folgen zu kontrollieren. Die Betreibergesellschaft sowie ein Gutachten des Bundesumweltministeriums halten diese Ansicht jedoch fĂŒr falsch:

    ‱ SÜDWEST PRESSE

    Ein Fehler an einem Sicherheitsventil war zuletzt Grund fĂŒr die kurzfristige Abschaltung des KKW Grundremmingen. Der abgeschaltete Block B sollte ein letztes Mal ans Netz gehen, bevor er zum Ende des Jahres plangemĂ€ĂŸ vom Netz genommen werden soll, so die SĂŒdwest Presse:

    ‱ SÜDWEST PRESSE

    Mit einer aufwĂ€ndigen multimedialen Reportage begleitet die Verlagsgruppe Rhein Main den anstehenden RĂŒckbau des KKW Biblis. Der RĂŒckbau eines Kernkraftwerks sei ein außerordentliches historisches, seltenes Ereignis, das man entsprechend dokumentieren wolle. Einen erlĂ€uternden Text und  Link bietet u.a. der Giessener Anzeiger:

    ‱ GIESSENER ANZEIGER

    Direkt zur Reportage gelangen Sie hier:

    ‱ VERLAGSGRUPPE RHEIN MAIN

    Die BĂŒrgerbeteiligung beim RĂŒckbau des KKW Unterweser ist Thema eines Beitrags der NWZ Online. Geplant seien verschiedene Veranstaltungsreihen, beginnend im September und organisiert von einem Schweizer Unternehmen. Schwerpunkt werde die Förderung von Dialogprozessen:

    ‱ NWZ ONLINE

    Einen gemeinsamen Entwurf von SPD, Union und GrĂŒnen zum geplanten Gesetz fĂŒr die Auswahl eines AtommĂŒll-Endlagers hat Umweltministerin Hendricks in Berlin vorgestellt. Laut OsnabrĂŒcker Zeitung sollen demnach Fachleute nach wissenschaftlichen Kriterien den Standort auswĂ€hlen. Kritik kommt von der Partei Die Linke. Dort wird u.a. bemĂ€ngelt, dass das Gesetz Gorleben als möglichen Standort nicht ausschließe:

    ‱ NOZ

    Dass der Staat sich mit den großen Energiekonzernen ĂŒber die Entsorgung der atomaren Altlasten habe einigen können, berichtet ZEIT ONLINE. Knapp ein Jahr nach der Grundsatzeinigung habe sich die Bundesregierung mit den vier Energieriesen Vattenfall, Eon, RWE und EnBW auf Details verstĂ€ndigt. Die Konzerne wĂŒrden allerdings nicht – wie von der Politik angestrebt – alle noch anhĂ€ngigen Klagen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg fallen lassen:

    ‱ ZEIT ONLINE

    Vor einem „ökonomischen Desaster“ bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT unter Berufung auf ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hĂ€tten sich alle relevanten Kennzahlen, mit denen der Fortschritt und die Relevanz der Energiewende messen ließen, gegenĂŒber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr deutlich verschlechtert. Dass sich die Energiewende rechne, so die Berater, sei bis auf Weiteres nicht absehbar:

    ‱ WELT

  • Presseschau vom 24.02.2017

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen bunt gemixt – von lokalen Nachrichten ĂŒber das Thema RĂŒckbau oder die Endlagersuche bis hin zu neuen Techniken im Reaktorbereich.

     

    Nachdem bei der turnusgemĂ€ĂŸen Inspektion im Kernkraftwerk Brokdorf AuffĂ€lligkeiten an den BrennstĂ€ben entdeckt worden seien, bleibt das Kraftwerk an der Elbe zunĂ€chst lĂ€nger abgeschaltet als ursprĂŒnglich geplant. Die geplante Revisionszeit werde voraussichtlich bis zum 03. MĂ€rz verlĂ€ngert, so SPEGEL online:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

    Die SHZ beschĂ€ftigt sich mit den konkreten Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf und deren Umsetzung durch zahlreiches zusĂ€tzliches Personal. FĂŒr den Zeitraum der Revision sei das Werk zu einem der grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber in der Region geworden, da neben dem Stammpersonal bis zu 1200 Mitarbeiter an den Arbeiten beteiligt seien. Dabei sei der Aufwand in diesem Jahr geringer als in den Vorjahren, da einige Großkomponenten nur alle drei Jahre ausgewechselt werden mĂŒssten:

    ‱ SHZ

    Das Ziel „grĂŒne Wiese“ soll auch fĂŒr den geplanten RĂŒckbau des Kernkraftwerks Grundremmingen gelten, so die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf in der Presse Augsburg. Ein anstehender Erörterungstermin im MĂ€rz soll jetzt die Möglichkeit zu Einwendungen zum geplanten Verfahren geben, um dann ĂŒber den RĂŒckbauantrag zĂŒgig entscheiden zu können:

    ‱ PRESSE AUGSBURG

    Den Finanzchef Stefan Dohler der Vattenfall AB in Stockholm, Muttergesellschaft der deutschen Betreiber der Kraftwerke in BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel zitiert Wallstreet Online. Vattenfall, so Dohler, halte grundsĂ€tzlich an der Forderung nach einer fairen Kompensation fĂŒr die durch den vorzeitigen Atomausstieg durch die Bundesregierung entstandenen Kosten fĂŒr den Konzern fest:

    ‱ WALLSTREET ONLINE

    Von den jeden Sonntag stattfindenden Protesten gegen ein mögliches Endlager in Gorleben berichtet der Weser-Kurier. Seit nunmehr fast 28 Jahren beteilige sich u.a. die ökumenische Initiative an wöchentlichen Gebeten. Die Initiatoren der Initiative zweifeln an der Aufrichtigkeit eines echten Neustarts fĂŒr die Endlagersuche und befĂŒrchten, Gorleben könne „durch die HintertĂŒr“ zum bundesweiten Endlager bestimmt werden:

    ‱ WESER KURIER

    Mit Gorleben als mögliches Endlager beschĂ€ftigt sich auch ein Beitrag des Berliner Tagesspiegels. In dem „Nationalen Begleitgremium“, das die Standortsuche kritisch begleiten soll, seien auch drei BĂŒrger vertreten, die zufĂ€llig ermittelt worden seien – zum Unmut der BĂŒrgerinitiativen am Standort:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Über neue Reaktortypen, die das Risiko eines Unfalls senken sollen, berichtet der Deutschlandfunk. Ein amerikanisches Unternehmen habe aktuell die Zulassung fĂŒr einen sog. „Small Modular Reactor“ beantragt, bei dessen Betrieb eine Kernschmelze unmöglich sein soll

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Mit der Entwicklung neuer Reaktortypen beschĂ€ftigt sich auch Heise. Fortschritte werden hier laut des Portals in den westlichen Industrienationen nur noch selten erzielt, da die gesellschaftliche Ablehnung groß sei. Indes sei China aktuell sehr aktiv beim Bau neuer konventioneller Reaktoren und der Forschung an innovativen, neuen Kraftwerkstypen:

    ‱ HEISE ONLINE

    Die Industriekultur in Geesthacht und KrĂŒmmel ist Gegenstand eines Features des NDR. Dabei findet neben dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel als prĂ€gendes technisches Bauwerk auch die Fischaufstiegsanlage, grĂ¶ĂŸte ihrer Art in Europa und von Vattenfall finanziert, besondere ErwĂ€hnung:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 10.02.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Konkrete RĂŒckbauprojekte in ganz Deutschland stehen im Fokus der Berichterstattung in den letzten Wochen. Dazu finden Sie in der aktuellen Presseschau Nachrichten aus BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel und zwei kontroverse BeitrĂ€ge zur Energieversorgung im abgelaufenen Januar. „Aufmacher“ ist ein TV-Beitrag zum KKW BrunsbĂŒttel anlĂ€sslich des 40. JubilĂ€ums der Inbetriebnahme:

    AnlĂ€sslich des 40. JubilĂ€ums der Inbetriebnahme des KKW BrunsbĂŒttel berichtet RTL Nord ausfĂŒhrlich ĂŒber das Werk und seine Historie und lĂ€sst Vertreter des Betreibers, der lokalen Politik und der Gegner des Kernkraftwerks zu Wort kommen:

    ‱ RTL NORD

    An den Beginn des kommerziellen Betriebs des Kernkraftwerks BrunsbĂŒttel am 09.02.1977 erinnern Boyens Medien und bilanzieren anlĂ€sslich des 40. JubilĂ€ums die wĂ€hrend der Laufzeit produzierte Strommenge:

    ‱ BOYENS MEDIEN

    Der erste Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030, der von den vier Übertragungsnetzbetreibern jetzt zur PrĂŒfung an die Bundesnetzagentur ĂŒbergeben wurde, sieht u.a. eine neue Starkstromleitung mit einer 380-Kilovolt-Trasse von Stockelsdorf nach KrĂŒmmel vor. Endpunkt wĂ€re das unmittelbar hinter dem Kernkraftwerk KrĂŒmmel gelegene Umspannwerk:

    ‱ LAUENBURGER ONLINE ZEITUNG

    Mit einer Klage gegen den RĂŒckbau des Kernkraftwerks Isar 1 sieht sich dessen Betreiber Preussen-Elektra konfrontiert. Die Klagepartei BUND befĂŒrchte Sicherheitsrisiken und bemĂ€ngelt den aus seiner Sicht unzureichenden Genehmigungsbescheid:

    ‱ IDOWA

    Der Betreiber widerspricht dieser Argumentation. Die Sicherheit beim RĂŒckbau liege im ureigensten Interesse zum Schutz auch der eigenen Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter beauftragter Unternehmen, zitiert Radio Trausnitz den Standortleiter von Preussen Elektra:

    ‱ RADIO TRAUSNITZ

    VorĂŒbergehend vom Netz geht das Kernkraftwerk Brokdorf. Grund dafĂŒr ist ein geplanter Wechsel der Brennelemente sowie die turnusgemĂ€ĂŸe Jahresrevision, so Betreiber Preussen Elektra laut SHZ. Die Abschaltung dauere bis zum Ende des laufenden Monats. Seit der letzten turnusgemĂ€ĂŸen Abschaltung im Juni 2016 habe Brokdorf 6,8 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt – ausreichend, um die Stadt Hamburg zu 80% und Schleswig-Holstein zu 60% fĂŒr ein Jahr mit Strom zu versorgen:

    ‱ SHZ

    Auch im bayerischen Kernkraftwerk Grundremmingen wurde planmĂ€ĂŸig der dortige Block B zum Austausch der Brennelemente heruntergefahren – zum letzten Mal, wie der BR berichtet: Zum Jahresende werde Block B endgĂŒltig vom Netz gehen, der benachbarte Block C und damit das gesamte Werk sollen bis Ende 2021 abgeschaltet werden:

    ‱ BR

    Bis zum Betriebsende von Block B in Grundremmingen werden dorthin noch so genannte Reststrommengen von den bereits stillgelegten Kernkraftwerken Biblis, MĂŒlheim-KĂ€rlich und Unterweser ĂŒbertragen, so die SWP. Sollten diese bis zur Abschaltung im Dezember noch frei sein, könnten sie ggf. auf den Block C weiterĂŒbertragen werden:

    ‱ SÜDWEST PRESSE

    Im Sommer soll der RĂŒckbau des Kernkraftwerks Philippsburg beginnen, zunĂ€chst mit dessen Reaktorblock 1. Noch warte man allerdings auf die entsprechende Genehmigung aus dem Umweltministerium, so das Magazin fĂŒr Denkmalschutz und Industriekultur Rottenplaces unter Berufung auf den SWR. Der dortige Siedewasserreaktor ist mit den in den Kernkraftwerken BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel verwendeten Reaktoren der Baulinie 69 baugleich:

    ‱ ROTTENPLACES

    Von einer „Dunkelflaute“ im Januar und insbesondere am 24. Januar, an dem aufgrund mangelnden Windes und Sonnenlicht mehr als 90% des deutschen Energiebedarfs von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken geliefert wurden, berichtet die WELT. Mit Sorge sĂ€hen VerbandsfunktionĂ€re das „Kraftwerkesterben“, dass zu VersorgungsengpĂ€ssen in kritischen Monaten wie dem letzten Januar fĂŒhren könne:

    ‱ WELT

    Dem widerspricht der SPIEGEL als „Panikmache“ – selbst am 24. Januar seien noch ausreichende Reserven vorhanden gewesen und Strom sei exportiert worden:

    ‱ SPIEGEL ONLINE

  • Presseschau vom 27.01.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen befassen sich dieses Mal mit Themen wie der Diskussion um BrunsbĂŒttel und die ZulĂ€ssigkeit der dortigen Bereitstellung, der Kommunikation zum RĂŒckbau in KrĂŒmmel, einer Abrissgenehmigung in Bayern, RĂŒckbaufinanzierung sowie der Zukunft von Dr. Habeck.

    Kritisch Ă€ußert sich das Portal Oekonews.at zu den PlĂ€nen, die abgebrannten Brennelemente aus dem Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel in das dort neu geplante Zwischenlager zu verbringen. Unter Berufung auf einen Verwaltungsrechtler und ein Gutachten von Greenpeace behauptet das Portal, die geplante Bereitstellung sei faktisch eine Zwischenlagerung und als  solche nicht genehmigt: 

    ‱ OEKONEWS.AT

    Auch die SHZ beschĂ€ftigt sich mit dem Gutachten, lĂ€sst aber auch den Umweltminister Dr. Robert Habeck erlĂ€uternd zu Wort kommen, der die Maßnahme und ihre rechtliche ZulĂ€ssigkeit begrĂŒndet. Die Bereitstellung sei von der Betriebsgenehmigung fĂŒr das KKW BrunsbĂŒttel gedeckt. Die Bereitstellung sei außerdem zeitlich befristet. Zudem sei die Trockenlagerung gegenĂŒber der weiteren Nasslagerung im ReaktordruckbehĂ€lter als sicherer vorzuziehen: 

    ‱ SHZ

    Eine kommunikative Begleitung des RĂŒckbaus des Kernkraftwerks KrĂŒmmel durch den Landkreis Harburg fordern die dortigen Kreis-GrĂŒnen. Verbunden mit dieser Forderung ist ein Antrag auf Förderung dieser Kommunikationsmaßnahmen durch Landesmittel. FĂŒr die aktive Begleitung des RĂŒckbaus, so der Initiator, der Kreistagsabgeordnete Malte Jörn Kraft, sei auch die Beteiligung des Betreibers gewĂŒnscht:

    ‱ KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Genehmigt wurde jetzt der Abriss des Kernkraftwerks Isar 1. Sechs Jahre nach dessen Abschaltung gab die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) grĂŒnes Licht fĂŒr den RĂŒckbau zur „grĂŒnen Wiese“. Kritik kommt u.a. von den GrĂŒnen: Noch im Abklingbecken lagernde Brennelemente wĂŒrden ein Risiko darstellen. Die SĂŒddeutsche Zeitung schildert die Diskussion:

    ‱ SUEDDEUTSCHE

    Auch die MĂŒnchener Abendzeitung berichtet. Die Genehmigung sei die erste ĂŒberhaupt in Bayern:

    ‱ ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Unklarheiten bei der Finanzierung des RĂŒckbaus der Kernkraftwerke wie in der Neufassung des Atomgesetzes kurz vor Weihnachten geregelt sieht der WDR. Zwar mĂŒssten Konzerntöchter fĂŒr Ihre Tochterunternehmen haften, umgekehrt sei dies aber nicht der Fall. Nach der kĂŒrzlich erfolgten Aufspaltung von Eon und RWE seien die Töchterunternehmen dike eigentlich kapitalstarken Unternehmen, wĂ€hren die Mutterunternehmen Verluste machen und weniger finanzstark seien

    ‱ WDR

    In der andauernden Diskussion um die Endlagerung von Abfall aus der Nutzung der Kernenergie vertreten Bayern und Sachsen eine gemeinsame Meinung und sprechen sich vehement gegen eine BehĂ€lterlagerung aus. Zu bevorzugen sei in jedem Fall eine Lagerung in Gestein, BehĂ€lter dĂŒrften nur als ultima ratio  in Betracht gezogen werden. Beide LĂ€nder, so Focus, wehren sich grundsĂ€tzlich gegen ein Endlager auf ihrem Territorium:

    ‱ FOCUS

    Nach seinem knappen Scheitern bei der Urwahl der GRÜNEN fĂŒr die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl lĂ€sst der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck offen, ob er im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei bei den kommenden Landtagswahlen weiterhin Minister bleiben werde. Dies könne erst nach der Wahl entschieden werden. MinisterprĂ€sident Torsten Albig (SPD) betonte aber bereits, ggf. gerne mit Habeck weiterarbeiten zu wollen, so der NDR:

    ‱ NDR

  • Presseschau vom 13.01.2017

    Wir melden uns zurĂŒck und heißen Sie herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der Presseschau in 2017. Die Nachrichtenlage ist erwartungsgemĂ€ĂŸ noch dĂŒnn; ĂŒber die Feiertage und auch zu Beginn des Jahres steht die Energiepolitik noch nicht wieder im Fokus der Medien. Die Auswahl enthĂ€lt dennoch relevante Veröffentlichungen, z.B. zur BĂŒrgerbeteiligung zum Zwischenlager in BrunsbĂŒttel oder ĂŒber die Auswertung eines Gutachtens zum Status der Energiewende in Deutschland:

    In BrunsbĂŒttel, aber auch in Salzgitter beim Bundesamt fĂŒr kerntechnische Entsorgungssicherheit, in Berlin und im Internet sind ab sofort die Antragsunterlagen fĂŒr das am Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel geplante Zwischenlager einsehbar, wie die Kieler Nachrichten melden. Bis zum 10. MĂ€rz können BĂŒrger sich informieren und Einwendungen erheben, die dann nach Sichtung im Rahmen eines Erörterungstermins öffentlich diskutiert werden können:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Zu Jahresbeginn berichtete der NDR aus BrunsbĂŒttel: Es sei ein „langer Weg zum Abriss“, so der Sender, bei dem nicht nur das geplante Zwischenlager einen wesentlichen Zeitfaktor darstelle, sondern auch die noch aus dem Kraftwerksinnern zu bergenden FĂ€sser mit MĂŒll. Der Beitrag weist auch au die aktuelle Genehmigungssituation hin und prognostiziert die Erteilung einer Abrissgenehmigung fĂŒr Ende 2017 bis Anfang 2018:

    ‱ NDR

    Aus KrĂŒmmel berichtet die LĂŒneburger Landeszeitung. Um die BĂŒrger der umliegenden Gemeinden auch sĂŒdlich der Elbe ĂŒber den geplanten RĂŒckbau zu informieren, wolle der Landkreis LĂŒneburg beim niedersĂ€chsischen Umweltministerium Mittel beantragen, um Informationsmaterial zu produzieren und entsprechende Veranstaltungen durchzufĂŒhren. Bei einem frĂŒheren Antrag sei es zu Verfristungen gekommen, u.a. wegen eines erst spĂ€t angesetzten Scoping-Termins, so das Blatt:

    ‱ LANDESZEITUNG

    Weiter gering ist das Interesse am RĂŒckbau des Forschungsreaktors in Geesthacht. Lediglich drei BĂŒrger hĂ€tten wĂ€hrend der bisherigen 5-wöchigen Auslegefrist der Akten zum RĂŒckbau Einsicht im Geesthachter Rathaus genommen, so die Bergedorfer Zeitung:

    ‱ BERGEDORFER ZEITUNG

    Tauziehen um die Stilllegung des französischen Kernkraftwerks Fessenheim, unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen: Dort hat sich jetzt der zentrale Betriebsrat des Betreibers ElectricitĂ© de France einstimmig gegen die Abschaltung des Werks ausgesprochen. Das Versprechen des französischen PrĂ€sidenten François Hollande, die Abschaltung schnellstmöglich umzusetzen, ließe sich jetzt laut Badischer Zeitung kaum noch halten:

    ‱ BADISCHE ZEITUNG

    Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Energiewende unternimmt die Wirtschaftswoche unter Bezug auf ein Gutachten einer Berliner Denkfabrik fĂŒr 2016. Demnach werde die Stromerzeugung in Deutschland zwar klimafreundlicher. Börsenstrom, Erdgas und Heizöl wĂŒrden zwar billiger, die Haushalte mĂŒssten allerdings fĂŒr Strom deutlich mehr Geld ausgeben. Grund seien steigende Abgaben und Umlagen. Gas sei der „Gewinner“ im Energiemix und habe fast den Anteil der Kernkraft an der Energiegewinnung (13,1%) erreicht:

    ‱ WIWO

    Auch das Branchenportal Solarify beschĂ€ftigt sich mit dem Gutachten und fasst dessen Ergebnisse in 10 Punkten zusammen. FĂŒr 20178 erwarte man erneut einen leichten RĂŒckgang des Anteils von Kohle und Kernenergie und prognostiziert einen RĂŒckgang der Kosten fĂŒr erneuerbare EnergietrĂ€ger aufgrund erstmals bei Windkraft und Biomasse geplanter Auktionen:

    ‱ SOLARIFY

    Die weltweite Situation der Kernenergie ist Gegenstrand eines Kommentars der Publikation PV Magazin, die sich mit Photovoltaik beschĂ€ftigt. Der Gastautor argumentiert, nahezu weltweit können Kernkraftwerke ohne staatliche ZuschĂŒsse kaum noch betrieben werden und schildert eingehender die Situation in Japan, wo sich Ă€hnlich wie in Deutschland inzwischen eine Mehrheit fĂŒr den Ausstieg aus der Kernkraft gebildet habe:

    ‱ PV MAGAZINE

  • Presseschau vom 23.12.2016

    Herzlich Willkommen zur letzen Presseschau des Jahres 2016. Thematisch befasst sich diese Ausgabe mit vielen lokalen Meldungen aus KrĂŒmmel, mit dem Status von RĂŒckbauprojekten anderswo sowie mit dem Gesetz zur kerntechnischen Entsorgung.

    Über einen möglichen Lagerplatz fĂŒr den kĂŒnftig beim RĂŒckbau des Kernkraftwerks KrĂŒmmel anfallenden Bauschutt diskutiert der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Geesthacht in seiner kommenden Sitzung im Januar. Auf Anregung einer Politikerin der GRÜNEN soll dabei diskutiert werden, ob der Stausee des nahegelegenen Pumpspeicherwerks als Deponie in Betracht kommt. Wie die SHZ berichtet, regt sich gegen den Vorschlag bereits Widerstand, es gĂ€be jedoch auch BefĂŒrworter der Idee:

    ‱ SHZ

    Der Betreiber des KKW KrĂŒmmel Vattenfall reichte einen Antrag zum Bau eines Lagers fĂŒr schwach- und mittelradioaktive AbfĂ€lle bei der zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörde, dem Kieler Ministerium fĂŒr Energiewende (MELUR) ein. Die Lauenburger Online-Zeitung zitiert dazu den lokalen Wahlkreisabgeordneten Dr. Konstantin von Notz (GRÜNE). Er halte den Plan fĂŒr das Lager fĂŒr grundsĂ€tzlich begrĂŒĂŸenswert. Sicherheit, Transparenz und Beteiligung der BĂŒrger sollten aber Vorrang bei allen RĂŒckbauschritten haben:

    ‱ LAUENBURGER ONLINE-ZEITUNG

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kernkraftwerk KrĂŒmmel befindet sich die Gesellschaft fĂŒr Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt GKSS, die dort lange einen Forschungsreaktor betrieb. Diese auf dem GelĂ€nde des Helmholtz-Zentrums befindliche Anlage soll nun zurĂŒckgebaut werden, die Öffentlichkeitsbeteiligung laufe bereits seit zwei Wochen. Wie LN-Online unter Berufung auf das Geesthachter BĂŒrgermeisteramt berichtet, sei das Interesse daran aber noch sehr gering. Der RĂŒckbau, so eine lokale Energiepolitikerin, könne auch als Probelauf fĂŒr den RĂŒckbau des benachbarten KKW KrĂŒmmel betrachtet werden:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    Der avisierte erste sog. Scoping-Termin zum RĂŒckbau des Kernkraftwerks Philippsburg hat unter Beteiligung zahlreicher BĂŒrger stattgefunden, wie der SWR protokolliert. Der dortige Umweltminister Franz Untersteller Ă€ußerte sich dem Sender zufolge positiv ĂŒber diese frĂŒhe Einbindung der BĂŒrger. Der RĂŒckbau von Philippsburg solle möglichst transparent erfolgen:

    ‱ SWR

    Welche zum Teil erheblichen baulichen Maßnahmen fĂŒr den RĂŒckbau eines Kernkraftwerks erforderlich sind, verdeutlicht eine Notiz zum Kernkraftwerk Neckarwestheim bei Heilbronn. Dort wurde laut SchwĂ€bischem Tagblatt jetzt ein extra fĂŒr den Abtransport von Bauschutt gebauter Schiffsanleger abgenommen und in Betrieb genommen:

    ‱ TAGBLATT

    Mit großer Mehrheit hat der Bundestag das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung gebilligt. Demnach ĂŒbernehmen die Energiekonzerne die Kosten fĂŒr Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke, wĂ€hrend der Bund die Verantwortung fĂŒr Zwischen- und Endlagerung des nuklearen Abfalls trage. Der Deutschlandfunk fasst den Inhalt des Gesetzes und Stimmen dazu aus der Politik zusammen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Auch die FAZ berichtet und beleuchtet insbesondere die in Zusammenhang mit dem Gesetz stehenden VerzichtserklĂ€rungen auf weitere juristische Maßnahmen durch die Energiekonzerne:

    ‱ FAZ

    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ausstieg aus der Kernenergie nimmt der Berliner Tagesspiegel zum Anlass, die Geschichte der Nutzung von Kernenergie in Deutschland von 1955 bis heute zu dokumentieren:

    ‱ TAGESSPIEGEL

    Die nĂ€chste Presseschau gibt es an dieser Stelle nach den Feiertagen im neuen Jahr am 6. Januar. Wir wĂŒnschen Ihnen und den Ihren bis dahin fröhliche Weihnachtstage und viel GlĂŒck und Erfolg in 2017!

  • Presseschau vom 09.12.2016

    Herzlich Willkommen zu unserer aktuellen Presseschau. Zahlreiche Medien berichten zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur RechtmĂ€ĂŸigkeit des Atomausstiegs und eventueller Schadensersatzforderungen der beteiligten Energiekonzerne. Der SPIEGEL sieht im Ergebnis des Verfahrens nur einen geringen Vorteil fĂŒr die Konzerne. Die im Urteil genannte „angemessene EntschĂ€digung“ sei eine Formulierung mit großem Spielraum:

    ‱ SPIEGEL

    Die ZEIT interpretiert das Urteil dahingehend, das jedwede EntschĂ€digungsregelung hĂ€tte vermieden werden können, wenn der Ausstieg damals weniger ĂŒberstĂŒrzt erfolgt wĂ€re:

    ‱ DIE ZEIT

    Von einem „Trostpreis“ zugunsten der Energiekonzerne spricht die Deutsche Welle und schildert ausfĂŒhrlich die juristischen ErwĂ€gungen, die zu den nun gebotenen Ausgleichsregelungen fĂŒhrten:

    ‱ DEUTSCHE WELLE

    Hintergrundinformationen zu den Restlaufzeiten sÀmtlicher deutscher KKW liefert das Handelsblatt in seiner Berichterstattung zum Urteil:

    ‱ HANDELSBLATT

    Im GesprĂ€ch mit dem Deutschlandfunk Ă€ußert sich die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, BĂ€rbel Höhn (GRÜNE) zur möglichen Höhe der EntschĂ€digungskosten. Die Überlegungen dazu seien gegenwĂ€rtig „spekulativ“, auch mĂŒsse zwischen der Betrachtung der zu Vattenfall gehörenden KKW BrunsbĂŒttel und KrĂŒmmel und den Werken anderer Stromkonzerne aufgrund unterschiedlicher Regelungen zur Reststrommenge unterschieden werden:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Die Tagesschau lÀsst den StaatssekretÀr im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, zu Wort kommen:

    ‱ TAGESSCHAU

    Rost in einer Rohrleitung im Kernkraftwerk BrunsbĂŒttel wurde bei einer Regelinspektion entdeckt und von der Atomaufsicht als Ereignis der untersten Meldekategorie moniert. Die betreffende Leitung, so die LĂŒbecker Nachrichten, werde jetzt ausgetauscht:

    ‱ LÜBECKER NACHRICHTEN

    Aus dem österreichischen Kernkraftwerk Zwentendorf berichtet die Frankfurter Rundschau. Das dortige Werk, dessen geplante Eröffnung 1978 mit einem jetzt wiederveröffentlichten Werbefilm begleitet werden sollte, ist tatsĂ€chlich nie ans Netz gegangen. Eine Volksabstimmung verhinderte die Inbetriebnahme, inzwischen ist das Werk, typengleich mit dem KKW BrunsbĂŒttel, nach Jahren als Ersatzteillager fĂŒr andere Werke TrainingsstĂ€tte fĂŒr den RĂŒckbau von Kernkraftwerken:

    ‱ FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Verzögern werde sich der RĂŒckbau des KKW Stade, so die Cuxhavener Nachrichten. Das Blatt zitiert den niedersĂ€chsischen Minister fĂŒr Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel (GRÜNE), der den RĂŒckbau als „komplexe Herausforderung“ bezeichnet. Insbesondere die nötige Demontage des kontaminierten Betonsockels habe zu Verzögerungen gefĂŒhrt:

    ‱ CUXHAVENER NACHRICHTEN

    Von einem neuen Ansatz der Beteiligung in RĂŒckbauprozessen in Baden-WĂŒrttemberg berichtet der Deutschlandfunk. Beim RĂŒckbau der KKW Neckarwestheim II und Philippsburg II sollen inn sogenannten Scoping-Terminen Politik, UmweltverbĂ€nde und BĂŒrger VorschlĂ€ge fĂŒr die Genehmigungsverfahren zum RĂŒckbau diskutieren. Das Scoping diene als erster Schritt eines Rechtsverfahrens, um Aufgaben zu definieren und Ziele einzugrenzen:

    ‱ DEUTSCHLANDFUNK

    Die Schweizer „20 Minuten“ erlĂ€utern am Beispiel des 2019 vom Netz gehenden Kernkraftwerks MĂŒhleberg, wie der RĂŒckbau funktioniert. In der Schweiz hat man sich gegen einen Atomausstieg ausgesprochen, gleichwohl wird das alte Werk abgeschaltet. Das Blatt zieht den RĂŒckbauprozess der Werke in Greifswald vergleichend zu Rate:

    ‱ 20 MINUTEN

    Über eine Fachtagung in Aachen berichtet der Branchendienst Ingenieur.de. Dort tagten Atomexperten aus aller Welt zum RĂŒckbau von Kernkraftwerken. Im GesprĂ€ch mit einem russischen Physiker tritt dabei auch ein „Generationenproblem“ zu Tage:  Angesichts der langen Prozesse werde eine weitere Generation Fachleute benötigt, die in der Lage seien, komplexe RĂŒckbauprojekte fortzufĂŒhren:

    ‱ INGENIEUR

  • Presseschau vom 25.11.2016

    Wir begrĂŒĂŸen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Inhaltlich befassen sich die Veröffentlichungen erwartungsgemĂ€ĂŸ stark mit der in KrĂŒmmel stattgefundenen Castorenbeladung, doch auch Artikel zu Themen wie Deponierung von unbelastetem Bauschutt, sicherer Einschluss oder Berichte zu einem der Ă€ltesten Kernkraftwerke Deutschlands finden sich in der Auswahl.

    (Bezahl-Inhalt) Das Kernkraftwerk KrĂŒmmel soll ein zusĂ€tzliches Zwischenlager auf dem GelĂ€nde erhalten, um die schwach- bis mittelradioaktiven AbfĂ€lle aus dem RĂŒckbau zu lagern. Der fĂŒr die Atomaufsicht zustĂ€ndige Energiewendeminister Dr. Robert Habeck (GrĂŒne) rechnet in KĂŒrze mit dem Antrag, wie er dem Abendblatt anlĂ€sslich seines Besuchs im Kernkraftwerk an der Elbe sagte:

    ‱ HAMBURGER ABENDBLATT

    Dort sprach der Minister von einem „historischen Augenblick“, da es noch vor zehn Jahren ungewöhnlich gewesen wĂ€re, wenn sich ein grĂŒner Minister bei der Verladung von Brennelementen hĂ€tte fotografieren lassen. Er lobte laut DIE WELT auch die Sorgfalt, mit der beim RĂŒckbau in KrĂŒmmel vorgegangen werde:

    ‱ DIE WELT

    Auch der NDR berichtete ausfĂŒhrlich mit einem TV-Beitrag und begleitenden Informationen auf seiner Website ĂŒber den Besuch des Ministers und die Bergung der Brennelemente:

    ‱ NDR

    Die SHZ legte einen Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf die ZeitlĂ€ufe bis zur vollstĂ€ndigen Brennelement-Freiheit in KrĂŒmmel. Bis zur zweiten JahreshĂ€lfte 2018 sei dies der Fall, die Kernbrennstoff-Freiheit werde fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2019 erwartet, so zitiert das Blatt eine Sprecherin:

    ‱ SHZ

    Eindeutige Stellung bezieht der Berliner Tagesspiegel zum Thema „sicherer Einschluss“. Dieser werde von der Anti-AKW-Bewegung immer wieder als Alternative zum RĂŒckbau von Kernkraftwerken gefordert. Dies, so das Blatt in einem Kommentar, sei jedoch eine „Schnapsidee“. Ein wesentliches Argument, auch vertreten vom schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck, sei dabei die VerfĂŒgbarkeit geeigneten Personals fĂŒr einen RĂŒckbau. Dieses sei nach einem Einschluss ĂŒber Jahrzehnte nicht mehr vorhanden:

    ‱ DER TAGESSPIEGEL

    In Lingen steht ein Kraftwerk der ersten Generation von Kernkraftwerken in Deutschland, das bereits 1977 abgeschaltet wurde. Der geplante RĂŒckbau begann erst in diesem Sommer, nachdem ĂŒber 20 Jahre der Einschluss praktiziert wurde. Die Grafschafter Nachrichten berichten:

    ‱ GRAFSCHAFTER NACHRICHTEN

    Eine Reportage aus dem „Uralt-Kraftwerk“ Lingen bringen die WestfĂ€lischen Nachrichten. Der Beitrag lĂ€sst Mitarbeiter zu Wort kommen und bringt eine Fotostrecke zu Historie und RĂŒckbau des Werks:

    ‱ WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN

    In Biblis ist der Block A des dortigen Kernkraftwerks kernbrennstofffrei: Seit November 2015 wurde dort zur Einlagerung in ein Zwischenlager verladen. Die Brennstoffreiheit sei laut Umweltministerin Priska Hinz (Die GrĂŒnen) frĂŒher als erwartet erreicht worden, protokolliert der Nibelungen Kurier:

    ‱ NIBELUNGEN KURIER

    Das baden-wĂŒrttembergische Ministerium fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat mit sofortiger Wirkung den Anlieferstopp auf Deponien fĂŒr freigemessene AbfĂ€lle aus dem RĂŒckbau kerntechnischer Anlagen aufgehoben. Ein Gutachten habe belegt, dass keine zusĂ€tzlichen Risiken durch Deponierung von unbelastetem Bauschutt aus dem RĂŒckbau von Kernkraftwerken entstĂŒnden, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Die GrĂŒnen) laut NOKZEIT mit. In allen berechneten FĂ€llen lag die Dosis durch Direktstrahlung aus dem Deponiekörper deutlich unter den als unbedenklich geltenden 10 Mikrosievert: Dies, so Untersteller, sei ein Wert „weit unter“ der natĂŒrlichen Strahlung:

    ‱ NOKZEIT

  • Presseschau vom 11.11.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Auch wenn es diesmal nur wenig Lokales aus BrunsbĂŒttel und Schleswig-Holstein zu berichten gibt, werden Blicke ĂŒber den Tellerrand geworfen – so zum Beispiel auf RĂŒckbauthemen zu anderen deutschen Kernkraftwerken, auf das Thema Energiewende und aus Schweizer Sicht der NZZ auf die Umsetzung des deutschen Ausstiegs aus der Kernkraft.

    FĂŒr das Kernkraftwerk Unterweser wird aktuell der RĂŒckbau geplant. Auch dort ist die Kommunikation mit den betroffenen BĂŒrgern ein Anliegen sowohl des Betreibers als auch des Landkreises Wesermarsch, in dessen Gebiet das Werk liegt. Der Kreis erhĂ€lt nun vom Land Niedersachsen spezifische Fördermittel, um die Kommunikation zum RĂŒckbau mit öffentlichen Dialogveranstaltungen und moderierten Expertenrunden zu begleiten, so die NWZ online:

    ‱ NWZ ONLINE

    Die mögliche Reaktivierung eines bereits stillgelegten Kernkraftwerks, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, wie von einem Vertreter dessen Betreibers auf einer Diskussionsveranstaltung ins Spiel gebracht (siehe letzte Presseschau), sorgt fĂŒr Diskussionen. Der Bayerische Rundfunk zitiert nun einen Berliner Verfassungsrechtler, der rechtliche Zweifel an der ZulĂ€ssigkeit eines solchen Vorgehens Ă€ußert. Eine Betriebsgenehmigung könne nicht ohne Weiteres wieder aufleben, so der Jurist:

    ‱ BR

    Wenig Interesse fand eine Informationsveranstaltung zum zukĂŒnftigen RĂŒckbau des KKW Grundremmingen, wie der BR an anderer Stelle notiert. Die Blöcke B und C des Werkes sollen in 2017 bzw. 2021 abgeschaltet werden. Angesichts dieser Perspektive sei das Interesse der BĂŒrger nach Auffassung des Senders noch sehr ĂŒberschaubar:

    ‱ BR

    Im schwĂ€bischen Philippsburg wurden indessen mit einem symbolischen Spatenstich die Vorbereitungen fĂŒr den RĂŒckbau des dortigen KKW begonnen. Dessen Block 2 soll noch bis maximal Ende 2019 Strom produzieren, parallel dazu, so das SchwĂ€bische Tagblatt, entstehe bereits ein GebĂ€udekomplex mit Reststoffbearbeitungszentrum und Abfalllager:

    ‱ TAGBLATT

    In der Schweiz sorgt man sich angesichts des geplanten RĂŒckbaus dreier Kernkraftwerke um die erforderlichen KapazitĂ€ten. Wie die NZZ darstellt, könne es zu EngpĂ€ssen bei qualifiziertem Personal und GerĂ€t kommen. Einzelne Projekte wĂŒrden sich dann verzögern:

    ‱ NZZ

    Kritisch bewertet das Blatt in einem weiteren Artikel auch den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie und dessen Umsetzung. Im Ergebnis empfiehlt der Artikel, die Schweizer Kernkraftwerke weiter zu betreiben, u.a. um klimapolitische Ziele nicht zu verfehlen. Der deutsche Ausstieg sei „nicht zur Nachahmung zu empfehlen“:

    ‱ NZZ

    Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat die hiesigen Energieversorger zu Reaktionen gezwungen. Die Unternehmen RWE und Eon haben auch strukturell reagiert und sich auf Basis unterschiedlicher Modelle aufgespalten. Das Handelsblatt fasst die AktivitÀten zusammen:

    ‱ HANDELSBLATT

    Ein wichtiger Schritt fĂŒr den Energiestandort BrunsbĂŒttel ist mit der Unterzeichnung einer AbsichtserklĂ€rung mit einem niederlĂ€ndischen Investor getan: Laut dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Hafenbetreibers BrunsbĂŒttel Port werde dadurch die geplante Ansiedlung eines LNG-Terminals an der Elbe „greifbar nahe“. BrunsbĂŒttel Port bemĂŒht sich bereits seit fĂŒnf Jahren um den Aufbau einer LNG-Infrastruktur. Geplant ist ein Terminal, an dem einmal pro Woche ein Tanker aus Katar anlegt und 170.000 Kubikmeter LNG entlĂ€dt. Um die 40 Hektar wĂ€re ein solches Importterminal groß, die Investitionen dafĂŒr betragen 300 bis 400 Millionen Euro. Die Kieler Nachrichten berichten:

    ‱ KIELER NACHRICHTEN

  • Presseschau vom 28.10.2016

    Auch diesen Freitag möchten wir Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau willkommen heißen. ErwartungsgemĂ€ĂŸ fand das ICSID-Verfahren ausfĂŒhrlich und aus verschiedenen Blickwinkeln in den Medien statt – doch auch Lokales aus Geesthacht und KrĂŒmmel wird berichtet.

    Die mĂŒndliche Verhandlung im Verfahren ĂŒber die PrĂŒfung der RechtmĂ€ĂŸigkeit des vorzeitigen deutschen Atomausstiegs vor dem ICSID-Schiedsgericht ist nach 10 Tagen abgeschlossen. Vertreter des KlĂ€gers Vattenfall sowie der beklagten Bundesregierung legten ihre jeweiligen Positionen ausfĂŒhrlich dar. Besonders das KKW KrĂŒmmel fand dabei besondere ErwĂ€hnung, da es von der Ausstiegsentscheidung in besonderer Weise betroffen gewesen sei. Die Bundesregierung argumentierte, mit dem Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes habe der Bundestag in völkerrechtlich zulĂ€ssiger Weise die Laufzeit der in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke zeitlich gestaffelt bis zum Jahre 2022 befristet. Diese Regelung sei willkĂŒr- und diskriminierungsfrei zustande gekommen und stehe im Einklang mit den Investitionsschutzregeln des sogenannten Energiecharta-Vertrags. FOCUS berichtet:

    ‱ FOCUS

    Mit dem Verfahren, den beteiligten AnwÀlten und den auf beiden Seiten entstehenden Kosten des Verfahrens beschÀftigt sich die WELT in einem Blick in den Verhandlungsraum in Washington:

    ‱ DIE WELT

    Auch in der Jungle World ist das Verfahren