Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Medial wurden diese Woche mehrere Nachrichten zu stillgelegten deutschen Kernkraftwerken aufgegriffen. Außerdem finden Sie Informationen zum Untersuchungsausschuss zum Kernkraft-Ausstieg, einen Kommentar zu Nachnutzungsmöglichkeiten von KKW-Geländen sowie internationale Nachrichten. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

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Seit dem 4. Juli befasst sich ein Untersuchungsausschuss im Bundestag mit der Frage, ob das Wirtschafts- und das Umweltministerium den Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke 2022 vorbehaltlos geprüft haben. Hintergrund ist, dass seitens der Oppositionsparteien der Verdacht geäußert wurde, dass es nie eine ergebnisoffene Prüfung eines Weiterbetriebs gegeben habe und die Öffentlichkeit hinsichtlich der drei zu dem Zeitpunkt verbleibenden Kernkraftwerke getäuscht wurde:

TAGESSCHAU

Das seit 2015 stillgelegte Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern befindet sich seit geraumer Zeit im Rückbau. Nun sollen die Kühltürme des Kraftwerks gesprengt werden. Bei diesem Schritt des Rückbaus handelt es sich um einen der ersten, der auch von außen erkennbar ist – der Großteil der seit 2018 durchgeführten Rückbauarbeiten hat sich bislang auf das Innere des Kernkraftwerks beschränkt. Hinter den Kulissen wird jedoch auch die Sprengung der Kühltürme schon seit drei Jahren geplant. Für diesen wichtigen Schritt braucht es eine Baugenehmigung, der langwierige Genehmigungsverfahren zugrunde liegen, und auch die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass absolute Sicherheit gewährleistet werden kann. Matthias Aron, Leiter der Bauabteilung des KKW Grafenrheinfeld, erzählt, welche Vorbereitungen getroffen wurden, wie die Sprengung ablaufen wird und wie sich dieser Arbeitsschritt in den Gesamtrückbau einreiht:

MAINPOST

Im seit April 2023 stillgelegten Kernkraftwerk Emsland ist es zu einem meldepflichtigen Ereignis gekommen. Bei Wartungsarbeiten wurde ein Riss im Bereich einer Anlassleitung eines Notstromdieselmotors festgestellt, nachdem ein Arbeiter auf eine ungewöhnliche Geräuschentwicklung aufmerksam geworden war. Der Startvorgang eines Notstromdieselmotors sei abgebrochen und die defekte Leitung ausgetauscht worden. Bei prophylaktischen Untersuchungen der anderen Leitungen konnten keine weiteren Defekte festgestellt werden. Auf den Betrieb der Anlage habe der Vorfall keinerlei Auswirkungen, es habe auch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, so der Bericht des Betreibers RWE:

MERKUR

Aktuelle Stimmen:

Im April 2023 wurden die letzten deutschen Kernkraftwerke vom Netz genommen. Seitdem steht vor allem der Rückbau im Mittelpunkt – und dazu gehört auch das Thema der Nachnutzung der Kraftwerksgelände. SWR-Kultur-Redakteur Christian Batzlen argumentiert nun, dass eine Nachnutzung als Denkmäler und Kulturorte viele Kosten sparen und die Erinnerung an eine Zeit, die das Land jahrzehntelang politisch geprägt hat, aufrechterhalten. Diese Herangehensweise gebe es schon im Ausland und auch in Deutschland sei sie bei anderen post-industriellen Orten bereits weit verbreitet. Batzlen stellt außerdem bereits bekanntgegebene Nachnutzungskonzepte für deutsche KKW-Gelände vor:

SWR

Internationale Nachrichten:

USA: Im US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania ist ein Konflikt um die Nutzung der aus dem Kernkraftwerk Susquehanna gewonnenen Energie entstanden. Im vergangenen März hatte Amazon in der Nähe ein Datenzentrum erworben, das direkt an das Kernkraftwerk angeschlossen ist – Teil des damaligen Deals war eine Liefergarantie von 480 Megawatt. Nun klagen die beiden Versorgungsunternehmen American Electric Power (AEP) und Exelon gegen den Deal zwischen Amazon und Kernkraftbetreiber Talen Energy. Bislang fließt ein wesentlicher Teil der aus dem Kernkraftwerk gewonnenen Energie in die Netze der beiden Unternehmen und versorgt so Verbraucher in den östlichen Vereinigten Staaten. Amazon zahlt anders als andere Stromverbraucher keine Netzentgelte für das Datenzentrum – Kunden der beiden Versorgungsunternehmen kommen so also alleinig für die Kosten der Übergabepunkte im Umspannwerk auf. Hinter dem Konflikt steht die allgemeinere Frage, wer zwischen KI-Datenzentren und Verbrauchern Priorität bei der Energieversorgung hat:

WINFUTURE

Norwegen: Wie viele andere europäische Länder auch, sieht Norwegen in der Nutzung von Kernkraft große Potentiale für Versorgungssicherheit und saubere Energiegewinnung. Nun wurden mögliche Pläne öffentlich, die einen Bau des ersten kommerziellen Kernkraftwerks des Landes in der Gemeinde Farsund in Agder vorsehen. Bevor die Pläne konkreter werden, wird ein Ausschuss allerdings noch bis 2026 prüfen, ob Kernkraft für das Land als Energiequelle in Frage kommt. Norwegen ist nicht komplett unvertraut mit dem Bau von Kernkraftwerken, doch die vier Reaktoren, die in den 1950ern errichtet wurden, dienten einzig Forschungszwecken und sind schon lange außer Betrieb:

HEISE

Bildquelle: Talen Energy

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Auf besonderes Interesse stößt diese Woche die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Krümmel. Darüber hinaus finden Sie ein Interview mit Inge Paulini, der Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, über das radioaktive Gas Radon sowie internationale Nachrichten.

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Das Kernkraftwerk Krümmel öffnet regelmäßig seine Türen für Besuchergruppen. Nun waren auch die LandFrauen des OV Schwarzenbek zu Gast im KKK. Zuvor hatte die Gruppe ein eher negatives Bild von Krümmel, das von der unmittelbaren Nähe von Schwarzenbek und Geesthacht sowie Sicherheitsbedenken geprägt war. Während des Besuchs bekamen sie nun aber die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck vom Kraftwerk, seiner Geschichte und den dortigen Arbeitsabläufen zu verschaffen und kritische Fragen zu stellen. Mehr zu dem Besuch und den entstandenen Eindrücken lesen Sie hier:

BAUERNBLATT (Bezahlinhalt)

Das Kernkraftwerk Krümmel, das bereits seit 2009 keinen Strom mehr produziert, hat nun endlich die Rückbaugenehmigung bekommen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit geraumer Zeit: So kamen die Brennelemente beispielsweise schon ins Zwischenlager am Standort Krümmel. Angesetzt sind die Rückbauarbeiten auf 15 Jahre. Erst gegen Ende dieser Zeit werden die Abbauarbeiten auch nach außen hin sichtbar sein, da der Rückbau von innen nach außen durchgeführt wird, angefangen mit den Einbauten des Reaktordruckbehälters:

NDR

SPIEGEL

HEISE

PERSPEKTIVE KRÜMMEL (Pressemitteilung)

Mit der Erteilung der Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Krümmel werden nun auch die Fragen nach einer möglichen Nachnutzung des Geländes wieder lauter. Olaf Schulze, Bürgermeister von Geesthacht, hatte bereits 2019 in den Raum gestellt, ob der Standort nicht für die Wasserstoffproduktion verwendet werden könnte – eine Idee, die er auch noch heute gutheißen würde. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch keine. Nun beginnen erst einmal die Arbeiten, die vor der Genehmigung nur vorbereitet werden konnten:

LAUENBURGISCHE LANDESZEITUNG (Bezahlinhalt)

Mit der Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Krümmel endet eine lange Zeit des Wartens – und es tun sich neue Chancen auf, auch für die Region. So zeigt sich WVG-Vorsitzender Alexander von Strombeck optimistisch: Ein Aufbau von Expertise im Thema Rückbau könne große Chancen für Geesthachter Unternehmen bieten, auch im Hinblick auf all die Kernkraftwerke, die deutschlandweit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zurückgebaut werden müssen. Schon die Situation in Brunsbüttel, wo der Rückbau schon seit 2019 läuft, zeige, wie positiv die Effekte sein können. Trotzdem verstärken sich auch seit Jahren im Raum stehende Fragen, wie etwa die der Endlagerung:

LAUENBURGISCHE LANDESZEITUNG (Bezahlinhalt)

Obgleich der Rückbau in vielen deutschen Kernkraftwerken schon weit fortgeschritten ist, ist die Frage nach der Endlagerung der radioaktiven Abfälle nach wie vor nicht geklärt. Das hat zur Folge, dass dieser Müll deutlich länger als ursprünglich geplant in den Zwischenlagern bleiben muss. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Standortgemeinden kerntechnischer Anlagen in Deutschland (ASKETA) haben daher nun in einem Positionspapier Entschädigungszahlungen gefordert. Betreffen tut das alle Zwischenlagerstandorte, bei denen schon jetzt absehbar ist, dass der aktuelle Genehmigungshorizont nicht ausreichen wird. ASKETA spricht von einer „de facto Endlagerung“. Auch Brunsbüttel ist davon betroffen:

BOYENS MEDIEN (Bezahlinhalt)

Aktuelle Stimmen:

Ob nun UV-Licht oder Kernkraft – an vielen Punkten herrscht großes Bewusstsein für die Wichtigkeit von Strahlenschutz. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, spricht nun im Interview über Gefahrenquellen, denen weniger Aufmerksamkeit zuteilwird. Besonders warnt sie vor Radon, einem radioaktiven Gas, das aus dem Boden freigesetzt wird und krebserregend wirken kann. Paulini empfiehlt daher, in Keller- und Erdgeschossräumen Messungen durchzuführen. Die Messdosen dafür lassen sich einfach im Netz erwerben:

HAMBURGER ABENDBLATT (Bezahlinhalt)

Internationale Nachrichten:

Frankreich: Global betrachtet ist Frankreich das Land mit dem höchsten Anteil an Kernenergie an der Stromerzeugung und es gibt Pläne die KKW-Infrastruktur noch weiter auszubauen. Trotzdem zeigt sich aktuell auch ein gegenläufiger Trend: So musste Betreiberfirma EDF in der vergangenen Woche mehrere Reaktoren herunterfahren, da durch das sonnige, windige Wetter große Mengen Ökostrom erzeugt worden waren und ins Netz gedrückt hatten. Auch die Strompreise fielen zwischenzeitlich ins Negative. Eines der Kernziele ist daher, die Speicherkapazitäten des Landes auszubauen, um solche Zeiten des Überflusses ausnutzen zu können:

WINFUTURE

USA: Um den Bau von Kernkraftwerken voranzubringen, haben das US-Repräsentantenhaus und der Senat ein Gesetz veröffentlicht, den sogenannten ADVANCE Act. Dieser sieht schnellere Genehmigungsverfahren und eine stärkere Förderung durch Steuergelder vor. Insbesondere Small Modular Reactors (SMR) sollen damit gefördert werden. Obgleich das neue Gesetz gleichermaßen Unterstützung von Demokraten und Republikanern erhält, gibt es auch Kritik am Vorgehen, insbesondere hinsichtlich der risikoanfälligen Natrium-Kühlung. Und auch der Blick auf Europa und die hiesigen Probleme, beim Bau Zeit- und Kostengrenzen nicht zu sprengen, lässt Gegner aufhorchen:

E-FAHRER

 

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. Medial wird diese Woche den Überschwemmungen am KKW Biblis besondere Aufmerksamkeit zuteil. Darüber hinaus finden Sie internationale Nachrichten zu einzelnen Kernkraftwerken und energiepolitischen Entwicklungen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

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Als Folge des Hochwassers im Rheingebiet wurden auch Teile des Geländes des stillgelegten Kernkraftwerks Biblis überschwemmt. Ab dem 3.6. hatten Einsatzkräfte eine überflutete Fläche nahe des KKW abgepumpt, nun hat sich die Lage dort wieder entspannt. Betreiber RWE versichert, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Eine Verunreinigung des Wassers mit Radioaktivität könne ausgeschlossen werden, da lediglich der Bereich der ehemaligen Kühltürme vom Hochwasser betroffen sei:

HESSENSCHAU

ZEIT

Internationale Nachrichten:

Ukraine: Seit Frühjahr 2022 befindet sich das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja unter russischer Besetzung. Während die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) in erster Linie um die Sicherheit am Kernkraftwerk fürchtet, spricht die russische Regierung immer wieder davon, das Kernkraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen und ans russische Netz anzuschließen. Doch auch auf nicht-politischer Ebene sind diese Pläne mit Hindernissen konfrontiert: Der Pegel des Kachowka-Sees, dessen Wasser zur Kühlung verwendet wird, ist seit Zerstörung des dortigen Staudamms stark gesunken und es mangelt an Stromleitungen und qualifiziertem Personal. Außerdem wird das KKW mit amerikanischem Brennstoff betrieben, welcher sich dem Ende zuneigt – die Russen haben keinen Ersatz. Jedoch kann es auch ohne eine Wiederinbetriebnahme zu Problemen kommen, da das Kernkraftwerk auch im abgeschalteten Zustand gewartet werden muss:

TAGESSPIEGEL (Bezahlinhalt)

Frankreich: Das französische Kernkraftwerk Cattenom steht immer wieder wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik. Nun kam es am 3.6. zu einem Brand auf dem Gelände. Ausgelöst wurde dieser durch einen Kabelbrand. Durch die starke Rauchentwicklung dauerten die Löscharbeiten länger als ursprünglich erwartet, zu Schaden kam jedoch niemand. Auch bestehe kein Risiko einer Kontamination, so Betreiber EDF, das Feuer sei außerhalb des nuklearen Bereichs ausgebrochen:

SR INFO

USA: Eine viel diskutierte Art der Energiegewinnung in den USA sind die sogenannten Small Modular Reactors (SMR), also Kleinstkernkraftwerke. Nun warnen Forscher des Massachusetts Institute of Technology, dass der dafür vorgesehene Brennstoff High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU) für den Bau von Atombomben verwendet werden könnte. Hintergrund ist, dass Isotopenmischungen international erst ab 20 Prozent Uran-235 als hochangereichertes Uran und damit als für Atomwaffen geeignet angesehen werden. Die Forscher fordern nun, schon ab 10 bis 12 Prozent eine solche Einstufung vorzunehmen. Ein einziges SMR habe das Brennmaterial für eine Bombe, die stärker wäre als die in Hiroshima eingesetzte „Little Boy“:

HEISE

Schweiz: Beim Volksentscheid am 9.6. erhielt das schweizerische Stromgesetz eine Mehrheit von 68,7 Prozent der Stimmen. Das Stromgesetz sieht vor, erneuerbare Energien stärker zu fördern, und wurde in erster Linie von Energieminister Albert Rösti unterstützt. Es wird davon ausgegangen, dass der nächste Schritt des Ministers sein wird, das Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke, das 2017 beschlossen wurde, rückgängig zu machen. In der Schweiz ist die Position, dass zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit alle umweltschonenden Energiequellen eingesetzt werden sollten, sehr verbreitet:

BLICK

 

Image-Copyright: Ralf1969, Wikimedia Commons

Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe der Presseschau. In den deutschen Medien finden Sie diese Woche Informationen zum Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich und des KKB, ein Interview mit dem ehemaligen EON-Aufsichtsrat Karl-Ludwig Kley sowie internationale Nachrichten. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

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Im bereits 1988 stillgelegten Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz ist mit dem Beginn der Zerlegung des Reaktordruckbehälters nun ein Meilenstein im Rückbau erreicht worden. Die Arbeiten daran werden mit etwa 150 Mitarbeitenden durchgeführt und sind auf zwei bis drei Jahre angelegt. Auch für das KKW Mülheim-Kärlich ist die Lagerung der radioaktiven Abfälle ein großes Thema: Der aktuelle Plan sieht vor, sie zuerst ins Zwischenlager Ahaus und dann ins Endlager in den Schacht Konrad zu bringen. Pläne für das Gelände nach dem Rückbau gibt es schon seit geraumer Zeit, Teile sind sogar bereits verkauft. Unter anderem sind dort schon eine Eventhalle, eine Garagenanlage und der Rohbau eines Hotels entstanden:

TAGESSCHAU

Das Kernkraftwerk Brokdorf wurde bereits 2021 abgeschaltet, trotzdem liegt noch keine Rückbaugenehmigung vor. Betreiber Preussen Elektra hat sich nun im Umweltausschuss des Landtags über diese Situation beschwert. Die Schuld sehen sie bei der zuständigen Atomaufsichtsbehörde Schleswig-Holsteins. Der Rückbau ist mit geschätzten 12 Jahren ohnehin schon langwierig, eine weitere Verzögerung führt sowohl auf finanzieller als auch auf organisatorischer Ebene zu Problemen:

SHZ (Bezahlinhalt)

Im Kernkraftwerk Brunsbüttel schreitet der Rückbau stetig voran. Da das Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LasmA) noch nicht in Betrieb ist und selbst freigemessene Abbaumaterialien noch nicht zu externen Lagerorten gebracht werden dürfen, herrschen auf dem KKB aktuell Platzprobleme, was den Rückbau weiter verzögern könnte. Von besonderer Bedeutung ist daher aktuell der Rückbau der Vorwärmerbühne, da dieser nicht nur in sich den Rückbau vorantreibt, sondern auch den Platz für kommende Rückbauarbeiten schafft. Die Wärmetauscher sind nun schon zur Hälfte zurückgebaut. Ziel ist es, das Projekt bis Jahresende abzuschließen:

BOYENS MEDIEN (Bezahlinhalt)

Aktuelle Stimmen:

Im Interview mit ntv geht der ehemalige Eon-Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Ludwig Kley auf den deutschen Ausstieg aus der Kernkraft sowie auf die aktuelle Diskussion über die Handhabung von Informationen seitens des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums ein. Kley bestreitet die Aussage Habecks, die Energie-Industrie habe die gleichen Positionen wie sein Ministerium vertreten. Eon habe von Beginn an klar die Position vertreten, dass ein technischer Weiterbetrieb absolut möglich sein, die politische Entscheidung aber seitens der Bundesregierung getroffen werden müsse, und das auf konsequente Art und Weise:

NTV

Internationale Nachrichten:

Schweiz: Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung spricht der schweizerische Energieminister Albert Rösti über die aktuelle Energiestrategie und das umstrittene Stromgesetz. Dabei warnt er davor, das Ganze zu einseitig zu betrachten und plädiert für eine Verbindung aus dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke, bis die Versorgungssicherheit anderweitig sichergestellt werden kann. Rösti schließt auch den Bau neuer Kernkraftwerke nicht aus. Wichtig sei es, sich immer den aktuellen Gegebenheiten anzupassen:

NZZ

Slowenien: Als Reaktion auf die möglichen Pläne, ein neues Kernkraftwerk in Slowenien entstehen zu lassen, hat das slowenische Parlament nun eine Volksbefragung zu dem Thema genehmigt. Im Parlament herrscht große Einigkeit darüber, dass ein solches Kernkraftwerk für die Versorgungssicherheit notwendig sein wird. In der Diskussion rund um die Volksbefragung wurde jedoch auch kritisiert, dass durch sie von der Bevölkerung ein Blankocheck für das Vorhaben gefordert werde, obgleich viele Einzelheiten noch gar nicht feststehen. Die Befragung wird vermutlich im kommenden November abgehalten werden:

KLEINE ZEITUNG

UK: Der auf der nordwalisischen Insel Anglesey gelegene KKW-Standort Wylfa soll ein zweites Leben bekommen. Von 1971 bis 2015 wurden hier bereits zwei Reaktoren betrieben, nun plant die britische Regierung ein neues Kernkraftwerk. Die Kapazitäten sollen ähnlich wie die des sich im Bau befindenden Kernkraftwerks Hinkley Point sein und über 60 Jahre hinweg etwa 6 Millionen Haushalte mit Energie versorgen. Konkrete Pläne für die Umsetzung gibt es noch nicht, aktuell werden Gespräche mit unterschiedlichen Unternehmen begonnen. Unter-anderem ist der südkoreanische Energieversorger Kepco im Gespräch:

HEISE

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