Presseschau vom 11.11.2016

Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Auch wenn es diesmal nur wenig Lokales aus Brunsbüttel und Schleswig-Holstein zu berichten gibt, werden Blicke über den Tellerrand geworfen – so zum Beispiel auf Rückbauthemen zu anderen deutschen Kernkraftwerken, auf das Thema Energiewende und aus Schweizer Sicht der NZZ auf die Umsetzung des deutschen Ausstiegs aus der Kernkraft.

Für das Kernkraftwerk Unterweser wird aktuell der Rückbau geplant. Auch dort ist die Kommunikation mit den betroffenen Bürgern ein Anliegen sowohl des Betreibers als auch des Landkreises Wesermarsch, in dessen Gebiet das Werk liegt. Der Kreis erhält nun vom Land Niedersachsen spezifische Fördermittel, um die Kommunikation zum Rückbau mit öffentlichen Dialogveranstaltungen und moderierten Expertenrunden zu begleiten, so die NWZ online:

NWZ ONLINE

Die mögliche Reaktivierung eines bereits stillgelegten Kernkraftwerks, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, wie von einem Vertreter dessen Betreibers auf einer Diskussionsveranstaltung ins Spiel gebracht (siehe letzte Presseschau), sorgt für Diskussionen. Der Bayerische Rundfunk zitiert nun einen Berliner Verfassungsrechtler, der rechtliche Zweifel an der Zulässigkeit eines solchen Vorgehens äußert. Eine Betriebsgenehmigung könne nicht ohne Weiteres wieder aufleben, so der Jurist:

BR

Wenig Interesse fand eine Informationsveranstaltung zum zukünftigen Rückbau des KKW Grundremmingen, wie der BR an anderer Stelle notiert. Die Blöcke B und C des Werkes sollen in 2017 bzw. 2021 abgeschaltet werden. Angesichts dieser Perspektive sei das Interesse der Bürger nach Auffassung des Senders noch sehr überschaubar:

BR

Im schwäbischen Philippsburg wurden indessen mit einem symbolischen Spatenstich die Vorbereitungen für den Rückbau des dortigen KKW begonnen. Dessen Block 2 soll noch bis maximal Ende 2019 Strom produzieren, parallel dazu, so das Schwäbische Tagblatt, entstehe bereits ein Gebäudekomplex mit Reststoffbearbeitungszentrum und Abfalllager:

TAGBLATT

In der Schweiz sorgt man sich angesichts des geplanten Rückbaus dreier Kernkraftwerke um die erforderlichen Kapazitäten. Wie die NZZ darstellt, könne es zu Engpässen bei qualifiziertem Personal und Gerät kommen. Einzelne Projekte würden sich dann verzögern:

NZZ

Kritisch bewertet das Blatt in einem weiteren Artikel auch den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie und dessen Umsetzung. Im Ergebnis empfiehlt der Artikel, die Schweizer Kernkraftwerke weiter zu betreiben, u.a. um klimapolitische Ziele nicht zu verfehlen. Der deutsche Ausstieg sei „nicht zur Nachahmung zu empfehlen“:

NZZ

Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat die hiesigen Energieversorger zu Reaktionen gezwungen. Die Unternehmen RWE und Eon haben auch strukturell reagiert und sich auf Basis unterschiedlicher Modelle aufgespalten. Das Handelsblatt fasst die Aktivitäten zusammen:

HANDELSBLATT

Ein wichtiger Schritt für den Energiestandort Brunsbüttel ist mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit einem niederländischen Investor getan: Laut dem Geschäftsführer des Hafenbetreibers Brunsbüttel Port werde dadurch die geplante Ansiedlung eines LNG-Terminals an der Elbe „greifbar nahe“. Brunsbüttel Port bemüht sich bereits seit fünf Jahren um den Aufbau einer LNG-Infrastruktur. Geplant ist ein Terminal, an dem einmal pro Woche ein Tanker aus Katar anlegt und 170.000 Kubikmeter LNG entlädt. Um die 40 Hektar wäre ein solches Importterminal groß, die Investitionen dafür betragen 300 bis 400 Millionen Euro. Die Kieler Nachrichten berichten:

KIELER NACHRICHTEN