Die Hochdruckturbine (HD-Turbine) war im Kraftwerksbetrieb der stärkste Teil des Turbinenstrangs: Sie erzeugte rund 50 % der gesamten Leistung. Die beiden nachgelagerten Niederdruckturbinen lieferten jeweils weitere 25 %, sodass das Kernkraftwerk Brunsbüttel insgesamt 806 Megawatt elektrische Leistung erzeugte. Damit konnte im damaligen Vollbetrieb etwa die Hälfte des Strombedarfs der Stadt Hamburg gedeckt werden.
Einblicke in die Turbinen



Was ist die Hochdruckturbine (HD-Turbine)?
Um Strom zu erzeugen, nutzt ein Kernkraftwerk heißen Wasserdampf. Dieser Dampf treibt ein Turbinensystem an – eine Art großes, hochpräzises Windrad aus Metall. Das System besteht aus mehreren hintereinander angeordneten Turbinenstufen, durch die der Dampf nacheinander fließt.
Eine Hochdruckturbine ist der erste Teil des Turbinensystems. Der Dampf aus dem Reaktor steht hier unter sehr hohem Druck und hoher Temperatur. Er trifft mit großer Kraft auf die Turbinenschaufeln und versetzt die Welle in Drehung – ähnlich wie Wind ein Windrad antreibt, nur viel stärker und heißer.
Weil der Dampf hier noch besonders „energiegeladen“ ist, liefert die Hochdruckturbine den größten Anteil der gesamten Leistung. Nachdem der Dampf die HD-Turbine durchlaufen hat, ist der Druck niedriger. Dann strömt er weiter zu den größeren Niederdruckturbinen, die die restliche Energie nutzen.