Brunsbüttel:
Vision mit nachhaltiger Zukunft

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Foto: Jan Sievers

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel befindet sich gegenwärtig in der Nachbetriebsphase. Das heißt konkret: Der Leistungsbetrieb wurde eingestellt und die Anlage endgültig abgeschaltet. Bevor der eigentliche Rückbau der Anlage beginnen kann, ist ein atomrechtliches Genehmigungsverfahren durchzuführen.
 Nach Erteilung der entsprechenden Genehmigung kann mit dem Abbau begonnen werden. Am Ende dieses Prozesses steht die Entlassung der Anlage aus der atomrechtlichen Überwachung. Erst danach kann eine Nachnutzung des Standorts bzw. der konventionelle Abriss bis zur „grünen Wiese“ stattfinden. Laut Atomgesetz muss jedes Kernkraftwerk über ein standortnahes Zwischenlager verfügen. Das Standort-Zwischenlager Brunsbüttel ist auf eine Gesamtkapazität von 80 Castor-Behältern ausgelegt. Gegenwärtig lagern neun Castor-Behälter im Standort-Zwischenlager Brunsbüttel. In einem Urteil vom Juni 2013 hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig die Genehmigung des Standort-Zwischenlagers für das stillgelegte Kernkraftwerk Brunsbüttel aufgehoben. Das Urteil führt aus, dass der theoretische Fall eines gezielten Absturzes eines Airbus A 380 auf dem Gelände des Kraftwerks und die Auslegung des Lagers gegen einen terroristischen Angriff mit Panzerfäusten zum Zeitpunkt der Genehmigungserteilung unzureichend betrachtet worden sei. Dieses Urteil des OVG Schleswig ist allerdings bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über die Nichtzulassung der Revision noch nicht rechtskräftig.

Wird einmal eine grüne Wiese dort sein, wo heute noch das Kernkraftwerk Brunsbüttel steht?

Ja, die aktuelle Planung sieht den vollständigen Abbau der Anlage bis zur grünen Wiese vor.

Industriestandort Brunsbüttel

Die industrielle Entwicklung Brunsbüttels begann Ende des 19. Jahrhunderts, als zwischen 1887 und 1895 der Kaiser-Wilhelm-, der heutige Nord-Ostsee-Kanal, gebaut wurde. Dies zog entsprechend Arbeitsplätze nach sich, wodurch die Einwohnerzahl binnen weniger Jahre von 900 auf 5.000 anstieg; Unternehmen kamen allerdings nur zögerlich: Neben einer Bunkerstation für Schiffsdiesel ließen sich eine Dampfziegelei, eine Düngemittelfabrik sowie ein Bitumenwerk nieder. …mehr

Welche infrastrukturellen Ausbau- und Modernisierungsmaß-
nahmen stehen in Brunsbüttel an?

Beispielsweise wird ab 2014 eine fünfte Schleuse für den Nord-Ostsee-Kanal gebaut werden. Zudem ist der Ausbau der B5 geplant und für die Kraftwerksprojekte wie auch für die Windindustrie sind Neubaumaßnahmen an den Brunsbütteler Häfen vorgesehen.