Vor der Genehmigung zur Stilllegung

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Foto: Vattenfall

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel befindet sich gegenwärtig in der Nachbetriebsphase. Das heißt konkret: Der Leistungsbetrieb wurde eingestellt und die Anlage endgültig abgeschaltet. Bevor der eigentliche Rückbau der Anlage beginnen kann, ist ein atomrechtliches Genehmigungsverfahren durchzuführen.
 Nach Erteilung der entsprechenden Genehmigung kann mit dem Abbau begonnen werden. Am Ende dieses Prozesses steht die Entlassung der Anlage aus der atomrechtlichen Überwachung. Erst danach kann eine Nachnutzung des Standorts bzw. der konventionelle Abriss bis zur „grünen Wiese“ stattfinden. Laut Atomgesetz muss jedes Kernkraftwerk über ein standortnahes Zwischenlager verfügen. Das Standort-Zwischenlager Brunsbüttel ist auf eine Gesamtkapazität von 80 Castor-Behältern ausgelegt. Gegenwärtig lagern neun Castor-Behälter im Standort-Zwischenlager Brunsbüttel. In einem Urteil vom Juni 2013 hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig die Genehmigung des Standort-Zwischenlagers für das stillgelegte Kernkraftwerk Brunsbüttel aufgehoben. Das Urteil führt aus, dass der theoretische Fall eines gezielten Absturzes eines Airbus A 380 auf dem Gelände des Kraftwerks und die Auslegung des Lagers gegen einen terroristischen Angriff mit Panzerfäusten zum Zeitpunkt der Genehmigungserteilung unzureichend betrachtet worden sei. Dieses Urteil des OVG Schleswig ist allerdings bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über die Nichtzulassung der Revision noch nicht rechtskräftig.

Wird einmal eine grüne Wiese dort sein, wo heute noch das Kernkraftwerk Brunsbüttel steht?

Ja, die aktuelle Planung sieht den vollständigen Abbau der Anlage bis zur grünen Wiese vor.

Wie viel der beim Abbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel anfallenden Stoffe müssen als radioaktiver Abfall endgelagert werden?

Von den ca. 300.000 t erwarteter Gesamtmasse des Kernkraftwerks Brunsbüttel müssen nur ca. 2 % und damit ca. 6000 t als radioaktiver Abfall endgelagert werden. Da zurzeit kein Endlager verfügbar ist, müssen diese Abfälle bis zur Ablieferung an ein Bundesendlager zwischengelagert werden. Die übrigen Stoffe können erwartungsgemäß so weit dekontaminiert (gesäubert) werden, dass diese mit behördlicher Freigabe als nicht radioaktive Stoffe entsorgt oder rezykliert werden können.