Neue Energiekonzepte

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Bereit zur Energiewende?

Wenn man etwas so Großes wie die Energiewende in Angriff nimmt, dann gibt es keinen guten oder schlechten Zeitpunkt, um damit zu beginnen. Man muss es einfach machen, sagen viele. So richtig dieses Argument ist, so richtig ist es auch, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt sehr verunsichert sind, welche Auswirkungen die Energiewende auf private Verbraucher und Industrie haben wird. Angesichts der durch die EEG-Umlage („Ökostrom-Umlage“) steigenden Preise deutet sich auf dem Strompreismarkt eine Entwicklung an, die nicht nur private Verbraucher belastet, sondern auch Unternehmen – mittelständische wie Großkonzerne – in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bedroht.

Umdenken nach Fukushima

Im August 2011 hat die Bundesregierung mit der 13. Novelle des Atomgesetzes (AtG) beschlossen, acht Kernkraftwerke vorzeitig stillzulegen und die noch laufenden Kernkraftwerke gestaffelt bis 2022 abzuschalten. Die beschleunigte Abschaltung der Kernkraftwerke stellt die Energieversorgung des Landes vor gewaltige Herausforderungen.t

Der richtige Mix – die Zukunft der Energieversorgung

Gegenwärtig kommen etwa 25,8 % der täglich verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen wie Windkraft, Solarenergie, Photovoltaik, Biomasse-Kraftwerken o. ä. (Quelle: BDEW; Stand 12/2014)

Langfristig gehen Experten davon aus, dass regenerative Energien ca. 50 % unseres Energiebedarfs decken können. Auch wenn wir unseren Energieverbrauch in Zukunft massiv einschränken, werden wir auf die Energie, die große Versorgungskraftwerke liefern, nicht verzichten können.

Technologische Herausforderungen

Um die Energiewende zu einem erfolgreichen Projekt zu machen, braucht es nicht nur die rückhaltlose Zustimmung aller Beteiligten. Dazu gehört nicht nur der Neubau der Übertragungsnetze, um beispielsweise Windkraft aus Norddeutschland dorthin zu transportieren, wo sie benötigt wird. Auch aus technologischer Sicht sind noch einige Hausaufgaben zu machen. Unsere Energienetze müssen in Zukunft flexibler auf die Bedingungen, unter denen wir Energie erzeugen und verbrauchen, eingehen. Neben diesen „smart grids“ gilt es auch, die Optimierung bestehender und die Entwicklung neuer Speichertechnologien voranzutreiben, die für das Gelingen der Energiewende dringend benötigt werden.

Probleme gemeinsam mit allen Beteiligten lösen

Energiewende konkret bedeutet auch, nicht nur Zukunftstechnologien zu diskutieren und zu entwickeln, sondern auch die Vergangenheit so nachhaltig aufzubereiten, dass wir künftigen Generationen keine unablösbaren Hypotheken hinterlassen. Die beschleunigte Stilllegung von Kernkraftwerken lässt die Diskussion um einen oder mehrere Standorte für atomare Endlager dringlicher denn je werden. Industrie, Politik und Umwelt-Interessenverbände sind aufgefordert, gemeinsam Lösungen zu finden, die die Energiewende und den damit verbundenen Ausstieg aus der Kernenergie auf Basis eines größtmöglichen gesellschaftlichen Konsenses Wirklichkeit werden lassen.